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Neues (?) zur Jugendkriminalität

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  • Neues (?) zur Jugendkriminalität

    Langzeitstudie: Kriminalität wächst sich aus

    Zusammenfassung der Zwischenergebnisse einer Langzeitstudie zur Jugendkriminalität in deutschen Großstädten:
    • Die meisten straffällig gewordenen Jugendlichen finden an der Schwelle zum Erwachsenwerden den Weg aus der Kriminalität
    • Der Rückgang der Kriminalitätsneigung geschehe weitgehend ohne das Eingreifen von Polizei und Justiz.
    • Voraussetzung für den Weg zurück in die Normalität seien ein erfolgreicher Übergang ins Erwerbsleben und eine stabile soziale Bindung an einen gesellschaftskonformen Partner.
    • Bei Intensivtätern ist der Effekt weniger ausgeprägt, aber ebenfalls messbar.
    • Jugendliche mit Migrationshintergrund sind nicht häufiger an Gewaltdelikten beteiligt als Jugendliche ohne Migrationshintergrund. (Für die Forscher selbst überraschend)
    • Harte Strafen schrecken nicht ab, weniger ist hier mehr, Erziehung sollte vor Arrest gehen.
    • Der Konsum von Gewaltfilmen scheint die Gewaltneigung zu steigern.

    Allzu viel neues ist meiner Laienmeinung nach aber nicht darin, nur dass Jugendliche mit Migrationshintergrund offenbar im Schnitt nicht mehr Gewalttaten begehen. Hier wäre es interessant zu wissen ob bei dieser Erkenntnis schon für Drittvariablen (sozioökonomischer Status etc.) kontrolliert wurde. Interessant aber auf jeden Fall.
    "The only thing we have to fear is fear itself!"

  • #2
    Tatsächlich überrascht hat mich, daß über 80% der Jugendlichen schon kriminell geworden sind, und wenn es sich nur um solche "Kleinigkeiten" wie Ladendiebstahl handelt.
    Am Firmament der Greifer gleitet, durch Feld und Wald sein Herrscher schreitet. Sein Herrscher? Nun so scheint es wohl.
    Die Freiheit ists, die beide lieben, doch nur der Vogel kann sie fliegen. So reist in seinem Geiste mit: Der Falkner.

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    • #3
      Daran ist nichts neu. Konnte man schon vor zehn Jahren alles in kriminologischen Vorlesungen hören.

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      • #4
        Im Grunde müsste man das doch nur anhand der Religiosität aufschlüsseln. Es weiß doch schließlich jeder, dass gläubige Menschen krimineller sind als alle anderen:

        Zitat von Spocky Beitrag anzeigen
        Es gibt in der Tat einen Zusammenhang zwischen Glauben und Verbrechensraten und die sagt nunmal aus, dass dort mehr Verbrechen verübt werden, wo mehr geglaubt wird.
        "En trollmand! Den har en trollmand!"

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        • #5
          Zitat von Liopleurodon Beitrag anzeigen
          Im Grunde müsste man das doch nur anhand der Religiosität aufschlüsseln. Es weiß doch schließlich jeder, dass gläubige Menschen krimineller sind als alle anderen:
          Zitat von Spocky Beitrag anzeigen
          Es gibt in der Tat einen Zusammenhang zwischen Glauben und Verbrechensraten und die sagt nunmal aus, dass dort mehr Verbrechen verübt werden, wo mehr geglaubt wird.
          Das ist alles nur geglaubt.

          Kommentar


          • #6
            Zitat von SF-Junky Beitrag anzeigen
            Langzeitstudie: Kriminalität wächst sich aus

            Zusammenfassung der Zwischenergebnisse einer Langzeitstudie zur Jugendkriminalität in deutschen Großstädten:
            • Die meisten straffällig gewordenen Jugendlichen finden an der Schwelle zum Erwachsenwerden den Weg aus der Kriminalität
            • Der Rückgang der Kriminalitätsneigung geschehe weitgehend ohne das Eingreifen von Polizei und Justiz.
            • Voraussetzung für den Weg zurück in die Normalität seien ein erfolgreicher Übergang ins Erwerbsleben und eine stabile soziale Bindung an einen gesellschaftskonformen Partner.
            • Bei Intensivtätern ist der Effekt weniger ausgeprägt, aber ebenfalls messbar.
            • Jugendliche mit Migrationshintergrund sind nicht häufiger an Gewaltdelikten beteiligt als Jugendliche ohne Migrationshintergrund. (Für die Forscher selbst überraschend)
            • Harte Strafen schrecken nicht ab, weniger ist hier mehr, Erziehung sollte vor Arrest gehen.
            • Der Konsum von Gewaltfilmen scheint die Gewaltneigung zu steigern.

            Allzu viel neues ist meiner Laienmeinung nach aber nicht darin, nur dass Jugendliche mit Migrationshintergrund offenbar im Schnitt nicht mehr Gewalttaten begehen. Hier wäre es interessant zu wissen ob bei dieser Erkenntnis schon für Drittvariablen (sozioökonomischer Status etc.) kontrolliert wurde. Interessant aber auf jeden Fall.
            Naja, der steckt aber doch schon ne Menge drin Erstmal ist ein Schnitt bebildet worden, dann wurde von generellen Verstößen auf Gewalttaten verengt. Plakativ wird das dann im Artikel mit der generalisierenden Überschrift "Migranten sind nicht häufiger auffällig als deutsche Jugendliche" sogar nich fehlinterpretiert, denn: auch Diebstaähle ohne Handgreiflichkeiten (Ladendiebstahl usw.) sind Auffälligkeiten, aber eben keine Gewaltdelikte. Wenn man zwischen zwei Gruppen einen Gleichstand erreichen will (muss, um ein politisch korrektes Ergebnis vorzulegen), kann man durch das Setzen des Rahmens da schon aus jeden Grundzahlen was konstruieren Da gilt immer: Es lebe Churchill !

            Hier sollten wirklich die reinen, uninterpretierten Zahlen begutachten, in denen man dann alle Formen von Kriminalität zahlenmäßig und rein zahlenmäßig erfasst sind, das "Grundmaterial" der Studie sozusagen.

            (Idealerweise hat man da auch die Möglichkeit, nach Religionen aufzuschlüsseln )

            Was mich an der Studie interessiert, ist die Auffassung, daß Strafe nicht abschreckt. Wie macht man das fest? Es ist ja offensichtlich, daß die kriminell gewordenen Jugendlichen nicht abgeschreckt wurden, aber: wie wertet man die aus, die eben nicht "die Linie" übertreten haben - und was ist mit der Gruppe, die einfach nicht erwischt wurden oder nicht belangt wurden, die "Dunkelfeld"-Statistik? Wie verläßlich sind da die angaben, oder wer hat da vielleicht nur angegeben ? Man kann ja mal die Gegenprobe machen: Strafen abschaffen, die Kriminalitätsrate dürfte dann ja nicht steigen

            Und auch wenn es eine Langzeitstudie ist: Auch vor 12 Jahren war der Einfluß von Gewaltvideospielen schon immer als schlecht heranzitiert worden - warum beschäftigt sich die Studie also nur mit dem älteren Medium Film??

            Schaut man hinter die vorgekauten Interpretationen, bleiben da doch Fragen offen
            Karl Ranseier ist tot. Der wohl erfolgloseste Foren-Autor aller Zeiten wurde heute von einem Bus auf der Datenautobahn überfahren.

            "Ich mag meine Familie kochen und meinen Hund" - Sei kein Psycho. Verwende Satzzeichen!

            Star Wars 7? 8? Spin-Offs? Leute, das Haftmittel für meine Dritten macht bessere Filme!

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            • #7
              Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
              Was mich an der Studie interessiert, ist die Auffassung, daß Strafe nicht abschreckt. Wie macht man das fest? Es ist ja offensichtlich, daß die kriminell gewordenen Jugendlichen nicht abgeschreckt wurden, aber: wie wertet man die aus, die eben nicht "die Linie" übertreten haben - und was ist mit der Gruppe, die einfach nicht erwischt wurden oder nicht belangt wurden, die "Dunkelfeld"-Statistik? Wie verläßlich sind da die angaben, oder wer hat da vielleicht nur angegeben ? Man kann ja mal die Gegenprobe machen: Strafen abschaffen, die Kriminalitätsrate dürfte dann ja nicht steigen
              Eine Antwort auf diese Frage würde mich auch brennend interessieren. Werden sie jetzt nicht abgeschreckt, weil Strafen wirklich nutzlos sind oder weil die Strafen zu gering waren (die aber von den Studienmachern als ausreichen oder gar hart angesehen wurden). Ist halt immer so eine Frage, wer das Mass auslegt und vor allem wie.

              Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
              Und auch wenn es eine Langzeitstudie ist: Auch vor 12 Jahren war der Einfluß von Gewaltvideospielen schon immer als schlecht heranzitiert worden - warum beschäftigt sich die Studie also nur mit dem älteren Medium Film??
              Ganz ehrlich diese Diskussion finde ich allgemein als extremst durchgekaut ohne wirklichen neuen "Aha-Erkenntnissen"
              »If you can dream it, you can do it.« - Walt Disney
              »There is no doubt that creativity is the most important human resource of all. Without creativity, there would be no progress, and we would be forever repeating the same patterns.« - Edward de Bono

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              • #8
                eine stabile soziale Bindung an einen gesellschaftskonformen Partner
                Ähm, ja.



                Und wegen Strafen: Soll das bedeuten, dass man jetzt gar keine Straftat von Kindern und Jugendlichen ahnden soll? Was ist, wenn diese andere Kinder und Jugendliche krankenhausreif treten oder gar totprügeln?

                Ich hab mal zwei Beispiele:

                IMO sollte man immer differenzieren: Passierte das zum ersten Mal (z.B. Ladendiebstahl) oder ist es schon Bandenmäßig (auch Ladendiebstahl).

                Leute zusammentreten oder verprügeln ist kein Kavaliersdelikt und sollte geahndet werden. Dagegen helfen nämlich weder Job noch gesellschaftskonfirme Partner, weil hinter schwerer oder gar gefährlicher Körperverletzung schon reichlich kriminelle Energie steckt

                Man könnte beim ersten Mal ein Auge zudrücken, vielleicht auch beim zweiten Mal (sofern es nicht so etwas wie schwere/gefährliche Körperverletzung ist), aber was ist, wenn das Kind/der Jugendliche immer wieder straffällig wird? Es gibt Fälle, da sind die Strafakten dicker als bei Erwachsenen Kriminellen.

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                • #9
                  Wenn ich mich recht entsinne, handelt es bei den Befragten um größtenteils Menschen mit türkischen Wurzeln.
                  Was ist mit den "anderen"?
                  Auf der einen Seite wird behauptet, allgemein Jugendliche mit Migrationshintergrund würden bei der Lehrstellen/Arbeitsplatzsuche benachteiligt. Die Studie sagt aus, dass die meisten der Befragten dank Lehr- und Arbeitsstellen sich von der Kriminalität abgewandt haben. D.h., dass sogar straffällige Jugendliche mit Migrationshintergrund wohl doch nicht durch den Rost fallen. Ja, was denn nun?
                  Wieso kommt so eine Veröffentlichung so kurz vor der Europawahl?
                  Dass bis dato ein Rechtsruck in Europa befürchtet wurde, kann nicht die Ursache sein...
                  Heaven is where the police are British, the chefs are Italian, the mechanics German, the lovers French and it all is organized by the Swiss.
                  Hell is where the police are German, the chefs are British, the mechanics french and the lovers are Swiss and it all is organized by the Italians.

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                  • #10
                    Doch, Strafen wirken schon. Aber relevant ist eben weniger, dass die Strafen möglichst hart sind, sondern dass Strafen möglichst zuverlässig sind (also immer eintreten) und möglichst schnell nach der Tat erfolgen. Hintegrund ist, dass beides die Konditionierung erleichtert, also die Strafe dann auch wirklich kognitiv mit der Tat verbunden wird. Wichtig ist also grade nicht, einen der Jugendlichen nach 5 Jahren Gerichtsverhandlung für Jahre in den Bau zu schicken ("abschreckendes Beispiel"), sondern möglichst jedem, der eine verfolgungswürdige Straftat begangen hat, dann auch relativ zügig eine Strafe zukommen zu lassen. Alter Hut der Kriminalpsychologie. Gar keine Strafen würden natürlich dazu führen, dass die Kriminalität zunehmen würde, nur über das Ausmaß könnte man sich streiten.

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                    • #11
                      Zitat von Elemmir Beitrag anzeigen
                      Doch, Strafen wirken schon. Aber relevant ist eben weniger, dass die Strafen möglichst hart sind, sondern dass Strafen möglichst zuverlässig sind (also immer eintreten) und möglichst schnell nach der Tat erfolgen. Hintegrund ist, dass beides die Konditionierung erleichtert, also die Strafe dann auch wirklich kognitiv mit der Tat verbunden wird. Wichtig ist also grade nicht, einen der Jugendlichen nach 5 Jahren Gerichtsverhandlung für Jahre in den Bau zu schicken ("abschreckendes Beispiel"), sondern möglichst jedem, der eine verfolgungswürdige Straftat begangen hat, dann auch relativ zügig eine Strafe zukommen zu lassen. Alter Hut der Kriminalpsychologie. Gar keine Strafen würden natürlich dazu führen, dass die Kriminalität zunehmen würde, nur über das Ausmaß könnte man sich streiten.
                      So stimme ich dem zu. Jetzt muß das Ganze halt nur ohne Überwachungs-/Polizieistaat funktionieren. Und da hapert's zu häufig schon am Aufspüren der Täter, weil eben im erweiterten Bagatell-Bereich gerne früh das Handtuch geschmissen wird; Verweigerung der Anzeigen auf Poliziestellen unter einem gewissen Schadenswert sind auch schon vorgekommen, und zu häufig stellt die Staatsanwaltschaft dann noch trotz Zeugen und vorliegender Beweise mangels "öffentlichem Interesse" die Sache ein. Damit senkt man die Hemmschwelle zu gewichtigeren Verfehlungen, denn der Straftäter bekommt ein Gefühl davon, mit seinem Vertoß durchzukommen - das gilt übergreifend in allen Altersgruppen, nicht nur bei Jugendlichen.

                      @burpie: Natürlich ist das nicht die Ursache. Und die Unionsparteien wettern auch nicht über rechte Parteien, weil die der Union Wählerstimmen kosten, die man selbsrt gern abgefischt hätte
                      Karl Ranseier ist tot. Der wohl erfolgloseste Foren-Autor aller Zeiten wurde heute von einem Bus auf der Datenautobahn überfahren.

                      "Ich mag meine Familie kochen und meinen Hund" - Sei kein Psycho. Verwende Satzzeichen!

                      Star Wars 7? 8? Spin-Offs? Leute, das Haftmittel für meine Dritten macht bessere Filme!

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                      • #12
                        Na ja, Strafen werden relativ schnell ausgesprochen wenn alles klar ist. Aber an der Umsetzung hapert es. Wie bei dem Sohn dieses Anwalts, der 2011 in Berlin jemanden fast tot geprügelt hat.

                        Versuchter Totschlag: Berliner U-Bahn-Schläger auf freiem Fuß - SPIEGEL ONLINE

                        Antritt der Strafe wurde damals immer weiter nach hinten verschoben.

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                        • #13
                          Zitat von burpie Beitrag anzeigen
                          Wenn ich mich recht entsinne, handelt es bei den Befragten um größtenteils Menschen mit türkischen Wurzeln.
                          Was ist mit den "anderen"?
                          Hmm, womöglich hat man speziell diejenigen befragt, die man für besonders kriminalitätsanfällig hielt. Mal abgesehen von dieser politisch unkorrekten Prämisse wäre das eine enorme Schlagseite im Datensatz und würde die möglichen Schlussfolgerungen drastisch relativieren.


                          Spoiler
                          Oder man brauchte tatsächlich so viele türkische Jugendliche in der Studie, um dann so viele wieder aus der Auswertung streichen zu können, dass das anvisierte/gekaufte Ergebnis nicht verfälscht wurde...
                          "En trollmand! Den har en trollmand!"

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                          • #14
                            Zitat von Liopleurodon Beitrag anzeigen
                            Im Grunde müsste man das doch nur anhand der Religiosität aufschlüsseln. Es weiß doch schließlich jeder, dass gläubige Menschen krimineller sind als alle anderen:
                            Du reißt das zum einen komplett aus dem Zusammenhang und gibst es auch noch falsch wieder. So, wie du es schreibst, sieht es so aus, als würde ich denken, dass alle Gläubigen kriminell sind, weil sie ja krimineller seien, als die anderen und das ist sachlich vollkommen falsch.

                            Der nächste Punkt ist, dass die andere Studie mit der hier überhaupt nichts zu tun hat. Jeder weiß, dass zum erwachsenwerden gehört, dass man die Grenzen austestet und manche überschreiten dabei die Grenzen der Legalität. Das bedeutet aber nicht, dass sie später kriminell werden. Das besagt die Studie ja auch.

                            Für meine Behauptungen im anderen Thread hab ich Belege und Statistiken gebracht und mit welchem Argument kamst du? Den Atheisten wird im Knast langweilig und sie werden deshalb gläubig und die Umfrage wurde erst nach deren Umschwung gemacht

                            Und danach behauptetest du noch allen ernstes ICH hätte mich in meinen Argumenten verrannt.
                            Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
                            endars Katze sagt: “nur geradeaus” Rover Over
                            Klickt für Bananen!
                            Der süßeste Mensch der Welt terra.planeten.ch

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                            • #15
                              Zitat von Spocky Beitrag anzeigen
                              Du reißt das zum einen komplett aus dem Zusammenhang und gibst es auch noch falsch wieder.
                              Ich hatte, so glaube ich, kenntlich gemacht, dass mein Einwurf nicht so ganz ernst gemeint war.
                              Zuletzt geändert von Liopleurodon; 24.05.2014, 11:37.
                              "En trollmand! Den har en trollmand!"

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