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Die Streiks der Lokführer

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  • Die Streiks der Lokführer

    Hallo zusammen!

    Aus gegebenem Anlass möchte ich das Thema aktuelle Lokführer-Streiks in die Runde werfen.

    Bei uns in der Familie, in meinem Freundeskreis und auf der Arbeitsstelle wird derzeit viel über dieses Thema diskutiert, wobei in dem Zusammenhang auch die Piloten-Streiks angesprochen werden.

    Mich interessieren Eure Meinungen dazu, insbesondere auch zu den folgenden Fragen:

    1. Sind die Lokführer-Streiks in ihrer Dimension und/oder was die Forderungen der GDL anbelangt gerechtfertigt?
    2. Wird hier das Streikrecht missbraucht?
    3. Sollte die Politik nun eingreifen? (Andrea Nahles arbeitet bereits an einem Gesetzesentwurf zur Tarifeinheit.)

    Allerdings interessiert mich auch, inwieweit Ihr von den Streiks betroffen seid/wart und inwieweit Ihr das Thema verfolgt.

  • #2
    Hast du auch ne Meinung dazu?

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    • #3
      Zitat von ChrisArcher Beitrag anzeigen
      Aus gegebenem Anlass möchte ich das Thema aktuelle Lokführer-Streiks in die Runde werfen.
      Vorab: Ich gehöre zu den Glücklichen, die nicht pendeln müssen.

      Ich bin der Meinung, dass diese Mini-Gewerkschaft der Lokführer noch in Teer und Federn davon gejagt werden wird, wenn sie so weiter machen. Sie hatten doch gerade erst zwei Warnstreiks hinter sich, warum dann noch diese Aktion über das ganze Wochenende? Die Sympathien der Bürger haben sie jedenfalls nicht.

      Da sie sich auf die Fahnen geschrieben haben, "ganz Deutschland lahm zu legen" und zwangsläufig andere Brachen und andere Arbeitnehmer mit reinreißen, finde ich das unverhältnismäßig. Bei zentralen Positionen innerhalb der Infrastruktur sollte es ein Streikverbot geben, entsprechend den Beamten.

      Bei uns auf dem Campus habe ich vor einigen Tagen demgegenüber noch einen "Infostand" der Spartakisten gesehen. Eine ihrer Forderungen war: "Für einen Sieg der GDL!"
      "En trollmand! Den har en trollmand!"

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      • #4
        Ja, aber da ich von allen drei Streiks massiv betroffen war, bin ich alles andere als objektiv.

        Meine Meinung dazu: Claus Wesersky geht es in erster Linie nicht um die Forderungen an sich, sondern um Macht. Zwischen der GDL und der EVG herrscht ja eine starke Rivalität. Daher betrachte ich gerade den aktuellen Streik als eklatanten Missbrauch des Streikrechts.

        Mich beschäftigt dieses Thema unter anderem auch deshalb, weil ich als IT-Consultant natürlich oft mit der Bahn fahre, diese allerdings auch privat häufig an Wochenenden nutze (wenn sie denn fährt).

        Des Weiteren richtet die GDL mit derartigen Maßlosigkeiten mMn auch im Hinblick auf eventuelle Streiks anderer Berufsgruppen Schaden an. Ich befürchte nämlich, dass die Toleranz und das Verständnis für Streiks allgemein derart schwinden könnte, das dieses dann fehlt, wenn eine Berufsgruppe berechtigter Weise streikt. Somit muss etwas getan werden, damit die GDL mit diesem Missbrauch aufhört.

        Auf der anderen Seite möchte ich auch nicht, dass Maßnahmen ergriffen werden, welche das Streikrecht allgemein beschneiden (sofern das die Verfassung überhaupt zulässt).

        Ich sehe jedenfalls nicht, was da getan werden kann.

        - - - Aktualisiert - - -

        Zitat von Liopleurodon Beitrag anzeigen
        Vorab: Ich gehöre zu den Glücklichen, die nicht pendeln müssen.
        Sei froh darüber! Als stark Betroffener entwickel ich zunehmend Hass auf Wesersky und die GDL.

        Zitat von Liopleurodon Beitrag anzeigen
        Ich bin der Meinung, dass diese Mini-Gewerkschaft der Lokführer noch in Teer und Federn davon gejagt werden wird, wenn sie so weiter machen. Sie hatten doch gerade erst zwei Warnstreiks hinter sich, warum dann noch diese Aktion über das ganze Wochenende? Die Sympathien der Bürger haben sie jedenfalls nicht.
        Dem stimme ich zu.

        Zitat von Liopleurodon Beitrag anzeigen
        Da sie sich auf die Fahnen geschrieben haben, "ganz Deutschland lahm zu legen" und zwangsläufig andere Brachen und andere Arbeitnehmer mit reinreißen, finde ich das unverhältnismäßig. Bei zentralen Positionen innerhalb der Infrastruktur sollte es ein Streikverbot geben, entsprechend den Beamten.
        Das sehe ich prinzipiell genauso, vergleiche aber meinen letzten Post!

        Zitat von Liopleurodon Beitrag anzeigen
        Bei uns auf dem Campus habe ich vor einigen Tagen demgegenüber noch einen "Infostand" der Spartakisten gesehen. Eine ihrer Forderungen war: "Für einen Sieg der GDL!"
        Das werden in naher Zukunft wohl nicht mehr viele fordern.

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        • #5
          Zitat von Liopleurodon Beitrag anzeigen
          Da sie sich auf die Fahnen geschrieben haben, "ganz Deutschland lahm zu legen" und zwangsläufig andere Brachen und andere Arbeitnehmer mit reinreißen, finde ich das unverhältnismäßig. Bei zentralen Positionen innerhalb der Infrastruktur sollte es ein Streikverbot geben, entsprechend den Beamten.
          Und wie kompensierst du den Entzug des Streikrechts?
          Die Formulierung "entsprechend den Beamten" sugeriert, dass du ihnen den Beamtenstatus nicht zurückgeben willst (den hatten sie vor der Privatisierung afaik).
          Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

          - Florance Ambrose

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          • #6
            Zitat von HMS Fearless Beitrag anzeigen
            Und wie kompensierst du den Entzug des Streikrechts?
            Die Formulierung "entsprechend den Beamten" sugeriert, dass du ihnen den Beamtenstatus nicht zurückgeben willst (den hatten sie vor der Privatisierung afaik).
            Über den Beamtenstatus könnte man tatsächlich nachdenken.
            "En trollmand! Den har en trollmand!"

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            • #7
              Dafür müsstest du die Bahn aber wieder verstaatlichen (so ein böses Wort).
              Ich glaube nicht, dass du Angestellten eines Privatunternehmens den Beamtenstatus geben kannst.
              Der ganze Ärger mit der D-Bahn begann ja, als jemand die briliante Idee hatte sie zu privatisieren.
              Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

              - Florance Ambrose

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              • #8
                Herzlich willkommen im flexiblen Arbeitsmarkt! Tarifeinheit? Von Vorgestern! Korporatismus? Eine sozialistische Verirrung!

                Es ist die logische, fast zwingende Konsequenz aus 30 Jahren neoliberaler Gehirnwäsche über die Gefährlichkeit von Flächen- und Branchentarifverträgen und der entsprechenden Zerfledderung derselben (und der Ausfransung der Tarifbindung), dass wir Spartengewerkschaften haben, die ohne Rücksicht auf andere ihre Partikularinteressen durchboxen. Wiederum folgerichtig (bzw. folgefalsch, je nachdem) ist, dass schon erste Rufe nach einer Einschränkung des ohnehin relativ restriktiven deutschen Streikrechts kommen. Da haben wir noch lustige Jahre vor uns.

                Die Deutsche Bahn ist übrigens nicht privatisiert worden, sie wurde nur in eine Aktiengesellschat umgewandelt, wo die Bundesregierung 100% der Anteile hält. Wenn man nicht will, dass die Leute da streiken, muss man selbstverständlich was als Gegenleistung bieten, alles andere hätte - völlig zu Recht - vor Gericht keinen Bestand.
                "The only thing we have to fear is fear itself!"

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                • #9
                  Zitat von Liopleurodon Beitrag anzeigen
                  Die Sympathien der Bürger haben sie jedenfalls nicht.
                  Kein Streik hat heutzutage irgendwelche Sympathisanten.
                  Insofern wünschten sich heutzutage sicher gar nicht mal so wenige ein generelles Streikverbot...

                  SF-Junkys Post kann ich voll zustimmen.
                  Die Grenzenlose Freiheit Einzelner Bedeutet Stets Die Begrenzung Der Freiheit Vieler!
                  Willkommen in der DDR - Demokratischen Diktatur der Reichen

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                  • #10
                    Zitat von Eye-Q Beitrag anzeigen
                    Kein Streik hat heutzutage irgendwelche Sympathisanten.
                    Das sehe ich anders. Wenn beispielsweise in der Pflege-Branche gestreikt würde, hätten mMn deutlich mehr Menschen Verständnis dafür.

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                    • #11
                      Zitat von ChrisArcher Beitrag anzeigen
                      Das sehe ich anders. Wenn beispielsweise in der Pflege-Branche gestreikt würde, hätten mMn deutlich mehr Menschen Verständnis dafür.
                      Aber auch nur, weil die Leute da weniger direkt betroffen sind. Man muss sich ja nur angucken, was die Leute da so in die TV-Kameras grunzen. Da beschwert sich keiner, weil eine Spartengewerkschaft ihre Partikularinteressen durchboxt und damit evtl. Gewerkschaften und Arbeitskämpfe insgesamt diskreditiert. Da kommt nur "mimimi, ich, ich, ich komm zu spät, die faulen Säcke sollen lieber mal arbeiten statt streiken!"

                      Die Ironie, dass sie damit genauso egozentrisch und rücksichtslos sind wie sie es den Lokführern vorwerfen, fällt den Leuten natürlich nicht auf.
                      "The only thing we have to fear is fear itself!"

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                      • #12
                        Ich eriennere mich noch gut daran wie in den 80er, als Post,Lufthansa, Bahn alles Staatsbetriebe waren-mit Beamten drin die nicht streiken dürfen, die Medien und auch die *Bevölkerung* 24/7 über die faulen Säcke gejammert hat die nur abkassieren aber nix tun.

                        Bitteschön, jetzt sind es alles (bis auf paar Altverträge die witzigerweise einspringen bei Streiks) Arbeiter und Angestellte die *fleissig* sind aber auch Streiken dürfen, wie jeder andere.

                        winke,winke^^

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                        • #13
                          Zitat von SF-Junky Beitrag anzeigen
                          Aber auch nur, weil die Leute da weniger direkt betroffen sind. Man muss sich ja nur angucken, was die Leute da so in die TV-Kameras grunzen. Da beschwert sich keiner, weil eine Spartengewerkschaft ihre Partikularinteressen durchboxt und damit evtl. Gewerkschaften und Arbeitskämpfe insgesamt diskreditiert. Da kommt nur "mimimi, ich, ich, ich komm zu spät, die faulen Säcke sollen lieber mal arbeiten statt streiken!"

                          Die Ironie, dass sie damit genauso egozentrisch und rücksichtslos sind wie sie es den Lokführern vorwerfen, fällt den Leuten natürlich nicht auf.
                          Bei vielen Menschen hast Du da sicherlich recht. Aber in meinem Freundes-und Bekanntenkreis sowie meinen Arbeitskollegen wird da schon differenzierter argumentiert.

                          In der Politik wird das Ganze sicherlich noch spannend werden.

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                          • #14
                            Zitat von ChrisArcher Beitrag anzeigen
                            Das sehe ich anders. Wenn beispielsweise in der Pflege-Branche gestreikt würde, hätten mMn deutlich mehr Menschen Verständnis dafür.
                            Da du den Konjuktiv benutzt obwohl in dieser Woche in deiner nächsten Umgebung die Pflegekräfte der AWO gestreik haben, lässt mich annehmen, dass du kein Verständnis aufbrächtest. Dir würde es wohl entgehen bzw. es ist dir entgangen.
                            Die AWO Hessen-Süd will den Tarifvertrag kündigen und dann die Leute für 5% weniger Lohn beschäftigen.
                            Ich hab da übrigens wenig Verständnis für, dass sie nicht mal notwendige Arbeiten, wie umlagern und waschen verrichtet haben.

                            - - - Aktualisiert - - -

                            Zitat von Schatten7 Beitrag anzeigen
                            Ich eriennere mich noch gut daran wie in den 80er, als Post,Lufthansa, Bahn alles Staatsbetriebe waren-mit Beamten drin die nicht streiken dürfen, die Medien und auch die *Bevölkerung* 24/7 über die faulen Säcke gejammert hat die nur abkassieren aber nix tun.

                            Bitteschön, jetzt sind es alles (bis auf paar Altverträge die witzigerweise einspringen bei Streiks) Arbeiter und Angestellte die *fleissig* sind aber auch Streiken dürfen, wie jeder andere.

                            winke,winke^^
                            Da hätte man die Bahn besser der Kirche verkauft.

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                            • #15
                              Zitat von SF-Junky Beitrag anzeigen
                              Aber auch nur, weil die Leute da weniger direkt betroffen sind. Man muss sich ja nur angucken, was die Leute da so in die TV-Kameras grunzen. Da beschwert sich keiner, weil eine Spartengewerkschaft ihre Partikularinteressen durchboxt und damit evtl. Gewerkschaften und Arbeitskämpfe insgesamt diskreditiert. Da kommt nur "mimimi, ich, ich, ich komm zu spät, die faulen Säcke sollen lieber mal arbeiten statt streiken!"

                              Die Ironie, dass sie damit genauso egozentrisch und rücksichtslos sind wie sie es den Lokführern vorwerfen, fällt den Leuten natürlich nicht auf.
                              Na ja, das Verständnis wäre bestimmt auch bei Betroffenen größer, wenn man die „desolate“ Lage der Lockführer immer nachvollziehen könnte.

                              Um mal beim Beispiel Pflege zu bleiben, da weiß man halt, dass es ein schwerer anspruchsvoller Job ist, der zu den am schlechtesten bezahlten Berufsgruppen überhaupt gehört. Bei den Lockführen kommt vieles dagegen eher wie „Luxusprobleme“ rüber. Hier in Thüringen z.B. arbeiten fast 47% der Vollzeitbeschäftigten mit Berufsausbildung für einen Niedriglohn und Gehaltserhöhung, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind hier für viele Fremdworte. Bei denen, die zudem auch noch auf die Bahn angewiesen sind, sind Verständnis und Solidarität wirklich etwas viel verlangt. Zumal letzten Endes sie diejenigen sein werden, die das neue Gehalt dann wieder bezahlen müssen, da sicherlich wieder alles auf die Ticketpreis umgelegt wird.

                              Da beschwert sich keiner, weil eine Spartengewerkschaft ihre Partikularinteressen durchboxt
                              Also zumindest die, die sich sehr intensiv mit der Thematik auseinandergesetz haben, beschweren sich meiner Meinung nach ganau über das.

                              Ich bin übrigens selbst Pendler und fahre Bahn. Bisher hatte ich einmal Glück weil meine Strecke nicht betroffen war und einmal konnte ich das ganze Umgehen, weil ich früher Schluss gemacht habe. Ich hoffe, das war's jetzt auch langsam.

                              Gruß, succo
                              Zuletzt geändert von succo; 19.10.2014, 17:27.
                              Ich blogge über Blogger, die über Blogger bloggen.

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