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Ohne Doping keinen Leistungssport?

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  • Regel1
    hat ein Thema erstellt Ohne Doping keinen Leistungssport?

    Ohne Doping keinen Leistungssport?

    Für mich stehen seit geraumer Zeit nahezu alle Sportler unter Generalverdacht Doping in allen Variationen anzuwenden (wohl nicht unbegründet). Daher sind für mich die TV-Sport-Zeiten endgültig vorbei. Wenn ich dann noch das Argument aus meinem Bekannten- & Freundeskreis höre: "Na und, wenn alle dopen ist es doch wieder O.K.!" Für mich ist es das nicht. Auch wenn sich das naiv anhört, aber ich unterstütze keine "Gen-& Kiffer-Spiele". Die (gesundheitliche) Konsequenz für den jeweiligen Sportler kommt sicher früher als später. Zudem ist es ein bedrückendes Abbild unserer "Allround-Leistungsgesellschaft". Hier noch ein aktuelles Interview von einer ehemaligen Sportlerin über Doping und dessen Gegenwart/Zukunft.

    Deutschlandfunk - Interview - "Gendoping ist Realität"

    Aber vielleicht denkt Ihr ganz anders darüber?!

  • blyrohr
    antwortet
    Hallo erstmal.
    Was Regel 1 da anprangert ist durchaus mit Vorsicht zu Genießen, da man klar Leistungssport und Hochleistungssport differenzieren muss!
    Im Leistungssport (den ich aktiv betreibe, ich komme immer nur zu den LM Schwimmen MV) wird wahrscheinlich, nach meinem Wissenstand, auf Mittelchen verzichtet, da es sich oft nicht lohnt.
    Der Hochleistungsport hingegen - Das ist ein Kaliber in dem ich die meisten Leute für Skrupellos halte, da Viel zu hohe Summen im Spiel sind.
    Also Daumen hoch an alle, die Leichtathletik für Schwindel halten...
    Apropos: welchen Sport hast du eigentlich betrieben, Tibo?

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  • Spocky
    antwortet
    Zitat von Tibo Beitrag anzeigen
    Ich erinnere mich an ne anonyme Umfrage unter deutschen Topathleten ob sie für nen Olympiasieg auf ein Bein bzw. 10 Jahre ihres Lebens verzichten würden. Knapp die Hälfte hat beides mit "ja" beantwortet. Das mit dem Bein würde auch ich sofort unterschreiben.
    Bei Ilke Wyludda hat sich das ja quasi "erfüllt". Sie war dadurch die erste Olympiasiegerin, die auch bei den Paralympics gestartet ist.

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  • DefiantXYX
    antwortet
    Zitat von Tibo Beitrag anzeigen
    Ich erinnere mich an ne anonyme Umfrage unter deutschen Topathleten ob sie für nen Olympiasieg auf ein Bein bzw. 10 Jahre ihres Lebens verzichten würden. Knapp die Hälfte hat beides mit "ja" beantwortet.
    Würde ich nicht überbewerten. Führe die Umfrage mal direkt vor Ort durch: Links das Podium mit wartender Goldmedaille, rechts daneben der Henker mit dem riesen Hackebeil, der das Bein sauber abtrennen wird.

    Aber grundsätzlich stimmt das natürlich: der direkte Erfolg in greifbarer Entfernung ist um ein vielfaches mehr wert als ein beschwerdefreihes Leben in 10, 20 oder 30 Jahren.

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  • Tibo
    antwortet
    Zitat von Seether Beitrag anzeigen
    Die Menschen geben sich dem Irrglauben hin, es gäbe "sauberen Sport", dabei sind nichtmal ansatzweise die Ausschlusskriterien konsequent.
    Absolut richtig! Carl Lewis wurde mal positiv getestet das hat dann der Verband als versehentliche Einnahme deklariert. Er hat zudem immer Andeutungen gegen Ben Johnson gemacht. Ben Johnson selbst hat ja inzwischen Doping gestanden, bestreitet aber das genommen zu haben was man bei ihm 88 im Urin fand.
    Er spricht davon, dass jemand aus Lewis' Lager bei ihm zur Probe vorbeikam (er war vor Johnson und den Ärzten im Raum) und ihm gratuliert hätte. Der Mann selbst sagt inzwischen dazu: "Ich kann was gemacht haben ich kann aber auch nichts gemacht haben."
    Eigentlich genug Zweifel um Lewis die Medaille zurück zu geben.
    Was bei Lewis dazu kam war seine Naivität (Dummheit möchte ich ihm nicht unterstellen) ihm wurde ja schon als Minderjähriger das Zeug aufgeschwätzt. Die Ärzte die sowas tun sind Verbrecher.
    Ich selbst glaube nicht, dass ehrgeizige Sportler jemals auf Dopingmittel verzichten würden. Ich erinnere mich an ne anonyme Umfrage unter deutschen Topathleten ob sie für nen Olympiasieg auf ein Bein bzw. 10 Jahre ihres Lebens verzichten würden. Knapp die Hälfte hat beides mit "ja" beantwortet. Das mit dem Bein würde auch ich sofort unterschreiben. Und um das mal ganz klar zu sagen, wenn ich heute die Chance hätte mit Doping erfolgreich internationalen Spitzensport zu betreiben würde ich das tun. Zu der Zeit als ich noch aktiv Sport machte (also auch auf Deutsche Meisterschaften ging) hatte ich nen Arzt in Darmstadt der mir vor wichtigen Wettkämpfen immer wieder mal die Spritzen gegen mein Asthma anbot, die er auch "dem Leder" gab. Da ich vom Podest immer weit weg war hab ich das nie angenommen.

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  • Seether
    antwortet
    DIe ganze DIskussion um "Doping" ist in meinen Augen Heuchelei. Mir kann niemand erklären, warum beliebige Mittel auf der Dopingliste stehen, aber ein großer Teil aller gängigen Schmerzmittel tut es nicht. Hallooo, mir tuts Bein weh, weil Muskelkater, ich werf mir ne Diclo rein, Schmerzen weg, ich spiele BESSER (=Leistungssteigerung), aber Diclo steht auf keiner Liste? Total einleuchtend! Wow, macht das Sinn!
    Die Menschen geben sich dem Irrglauben hin, es gäbe "sauberen Sport", dabei sind nichtmal ansatzweise die Ausschlusskriterien konsequent.

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  • textor
    antwortet
    Zitat von Thomas W. Riker Beitrag anzeigen
    Ein Hauptproblem besteht darin, dass Sport Entertainment ist und Milliarden Menschen begeistert aber Spitzensportler als Idole Vorbilder für Jugendliche sind, die unreflektiert gefährliche Substanzen benutzen, um ihre Leistung zu verbessern.
    Leistungssportler müssen in erster Linie Egoisten sein, und ihrem Erfolg alles unter ordnen, ohne Rücksicht auf Verluste. Wer sich solche Menschen als "Vorbilder" aussucht, darf sich nicht wundern, wenn er von ihnen enttäuscht wird (siehe Armstrong).

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  • DefiantXYX
    antwortet
    Zitat von Leandertaler Beitrag anzeigen
    Und diese Mittelchen-Mentalität beginnt auch schon im legalen Bereich, mit spezieller Sportler-Nahrung, Sauerstoffzelten/Höhentraining usw. Letztendlich muss man den Leuten diese Leistungsfixierung austreiben und den Spaß am Sport wieder in den Vordergrund rücken.
    Wenn man einmal die Woche ne Runde Tennis spielt, oder am Wochenende in der Kreisklasse kickt...Jeder Leistungssportler will aber weiter, schneller, präziser, länger...und wer Spitzensportler sein will muss dies auch wollen und vieles dafür in Kauf nehmen.
    Niemand erreicht etwas nur durch Spaß am Sport.

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  • Leandertaler
    antwortet
    Zitat von DefiantXYX Beitrag anzeigen
    Ist das wirklich so mit der Vorbildfunktion? Gibt es Jugendliche die sich Epo reinpfeifen und Blut abzapfen, weil das ein Star tut?
    Ist es nicht viel mehr so, dass Leistungssportler irgendwann an einen Scheideweg geraten. Entweder sie gehen nach links, akzeptieren das Mittelmaß und geben sämtliche Chancen auf mit ihrem Sport berühmt und reich zu werden, oder sie gehen nach rechts und greifen zu diversen Hilfsmitteln.
    Man wird auch im Amateur- und Seniorenbereich, wo es erst mal nicht wirklich um Geld geht, regelmäßig fündig. Die Leute brauchen das eifnach für ihr Ego.
    Und diese Mittelchen-Mentalität beginnt auch schon im legalen Bereich, mit spezieller Sportler-Nahrung, Sauerstoffzelten/Höhentraining usw. Letztendlich muss man den Leuten diese Leistungsfixierung austreiben und den Spaß am Sport wieder in den Vordergrund rücken.

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  • DefiantXYX
    antwortet
    Ist das wirklich so mit der Vorbildfunktion? Gibt es Jugendliche die sich Epo reinpfeifen und Blut abzapfen, weil das ein Star tut?
    Ist es nicht viel mehr so, dass Leistungssportler irgendwann an einen Scheideweg geraten. Entweder sie gehen nach links, akzeptieren das Mittelmaß und geben sämtliche Chancen auf mit ihrem Sport berühmt und reich zu werden, oder sie gehen nach rechts und greifen zu diversen Hilfsmitteln.

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  • Thomas W. Riker
    antwortet
    Ein Hauptproblem besteht darin, dass Sport Entertainment ist und Milliarden Menschen begeistert aber Spitzensportler als Idole Vorbilder für Jugendliche sind, die unreflektiert gefährliche Substanzen benutzen, um ihre Leistung zu verbessern.
    Ein ökonomisches Problem besteht darin, wer die Dopingkontrollen bezahlen soll. Viele kleine Nationalverbände werden schon mit Wettkampfkontrollen an ihre Grenzen stoßen.

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  • DefiantXYX
    antwortet
    Zitat von AndyFo4rSe7eN Beitrag anzeigen
    Und was ist JETZT deine Aussage? Hab sie leider nicht gefunden! ABER..........
    ...... wie ich dich "durch die Zeilen" verstanden habe, wärst du bei "Weiterhin gedopte deutsche Sportler mit Siegeschancen" frenetisch am applaudieren! Richtig?
    Nein, wie cybertrek hätte ich bei keiner Möglichkeit applaudiert.
    Variante 1 ist einfach zu negativ formuliert, da das Doping quasi gut geheißen wird, statt es als notwendiges Übel zu betrachten.

    Du sagst du wirst nie wieder Radsport ansehen, aber hast es wohl damals getan und vermutlich mit den Dopingsündern mitgefiebert.
    Wirst du künftig 100m Läufe schauen? Usain Bolt läuft allen locker davon, während seine stärksten Konkurrenten mit Doping erwischt wurden. Ist der Mann wirklich sauber oder werden wir wohl erst in 3-4 Jahren erfahren, wieso er damals so schnell war? Witterst du hier keinen Betrug? Oder bei den ganzen Chinese, die wie Phönix aus der Asche diverse Sportarten dominieren...

    Im Sportstudio hat auch irgendeiner, vielleicht wars sogar der Kaiser, die Frage in den Raum gestellt: Was ist Doping?
    Solange ein leistungsförderndes Mittel erlaubt ist ist alle ok und sobald das Mittel auf der schwarzen Liste steht oder noch nicht freigegeben ist, ist es Betrug?
    Ist es gewissermaßen nicht auch Betrug, dass die europäische Fußballelite unter perfekten Bedingungen von jungen Jahren an trainiert, während z.B. die Afrikaner in diesem Alter noch auf der Straße mit Dosen kicken?

    Ich finde das Thema ist extrem komplex und kompliziert und ich kann die schwarz und weiß Meinungen absolut nicht nachvollziehen.

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  • Leandertaler
    antwortet
    Zitat von DefiantXYX Beitrag anzeigen
    Heute im Sportstudio eine interessante Aktion:
    Der Moderator befragte das Studiompublikum, was ihnen lieber wäre:
    1) Weiterhin gedopte deutsche Sportler mit Siegeschancen ==> fast kein Applaus
    2) Saubere deutsche Sportler, die allerdings keine vorderen Plätze mehr einfahren sondern irgendwo im Niemandsland dümpeln ==> frenetischer Applaus

    Die Reaktionen finde ich für absolut heuchlerisch. Wenn die Schwimmer mal wieder bei Olympia keine Medaillen holen geht es doch stets rund. Die Nationalelf spielt seit Jahren tollen Fußball und kommt in Turnieren sehr weit, dennoch wird kritisiert. Tennis guckt kein Mensch mehr, weil kein deutscher Sportler mehr vorne mitmischt. Kaum steht eine Deutsche mal im Finale vom Wimbledon schreien alle auf, warum man kein Tennis im FreeTV sehen kann. Selbst bei der Formel 1 war mal tote Hose, als Schumi aufhörte und Vettel noch nicht der Superstar war.
    Wir wollen doch Gewinner sehen! Keiner würde sich langfristig für saubere deutsche Sportler interessieren, die mal einen großartigen Platz 21 erreichen, die Qualifikation für ein Grand Slam überstehen und ich wage mir kaum vor zu stellen was in den Medien los wäre, wenn die Nationalmannschaft die Teilnahme an einem großen Turnier als Ziel ausgeben würde.
    Und selbst wenn? Dann ist es halt einfach so. Das sind ja wohl sowieso Leute, die nicht am jeweiligen Sport interessiert sind, aber halt irgendwelche Veranstaltungen mit Event-Charakter mitnehmen.

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  • Karl Ranseier
    antwortet
    Zitat von cybertrek Beitrag anzeigen
    Die ganze Fragestellung des Moderators war lächerlich und sollte nur dazu dienen, ein populistisches Applausergebnis zu erzielen. Kein Mensch hat damit gerechnet, dass die "Meinung" des Publikums anders ausfallen würde. Nach all der Berichterstattung und immer wieder aufkommenden Empörungswellen sind selbstverständlich alle für eine dopingfreie Sportwelt. DefiantXYX hat da schon recht.

    (Ich hätte bei keiner Antwortmöglichkeit applaudiert)
    Der dritte Weg "sauberer Leistungssport weltweit" kann aber nur erreicht werden, wenn ein paar Länder mal anfangen, auf das systematische Doping zu verzichten. Da würden dann immer noch mal ein paar Einzelfälle ohne Rückendeckung der jeweiligen nationalen Sportverbände auftauchen, aber solange zwischen vordergründigen "wir kontrollieren doch" und hinterhältigen Warnmeldungen "nächsten Monat Kontrollen, bitte alles absetzen" hin- und hergewechselt wird, können wir erstmal nur unseren eigenen Stall säubern.

    Möglichkeit 4: Wir treten international gar nicht mehr an, bis auch bei allen anderen "sauber" ist. Wird langweilig und führt zu erheblichen Geldeinbussen in unserem Profi-Sport-System.

    Und Nummer 5: Doping legalisieren, gleiches Recht für alle

    Was wäre denn da deine Wahl?

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  • cybertrek
    antwortet
    Die ganze Fragestellung des Moderators war lächerlich und sollte nur dazu dienen, ein populistisches Applausergebnis zu erzielen. Kein Mensch hat damit gerechnet, dass die "Meinung" des Publikums anders ausfallen würde. Nach all der Berichterstattung und immer wieder aufkommenden Empörungswellen sind selbstverständlich alle für eine dopingfreie Sportwelt. DefiantXYX hat da schon recht.

    (Ich hätte bei keiner Antwortmöglichkeit applaudiert)

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