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Warum sehen sich Geschwister ähnlich?

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  • Warum sehen sich Geschwister ähnlich?

    Der Mensch besitzt 23 Chromosonenpaare.

    Für die menschliche Samenzelle gibt es für das Chromoson 1, dass er mit in den neuen Nachkommen einfließen lässt, genau 2 Möglichkeiten (logisch). Für das Chromoson 2 gilt dasselbe. Ebenso für Chromoson 3 usw. Logisch zu Ende gedacht, ergibt das 2²³ Möglichkeiten, wie die Samenzelle eines einzelnen menschlichen Mannes aufgebaut sein kann.

    Für die menschliche Frau gilt logischer Weise genau das selbe, auf ihre Eizellen bezogen.

    Weil jede denkbare männliche Samenzelle zunächst einmal mit jeder denkbaren weiblichen Eizelle kombiniert werden kann, gilt:

    Allein aus der Chromosonenkombination heraus gibt es 2²³ x 2²³ = 70.368.744.177.664 Möglichkeiten, wie die Erbanlagen des Kindes eines bestimmten menschlichen Paares aufgebaut sein könnten!!!
    In Worten: siebzigbillionendreihundertachtundsechzigmilliardensiebenhunderundvierundvierzigmillionen- einhundersiebenundsiebzigtausendsechshundertvierundsechzig Möglichkeiten...

    Und das ist sozusagen erst die Spitze des Eisberges. In der Praxis kommen auch der Austausch von einzelnen Gensequenzen zwischen Chromosonen vor. Und natürlich Mutationen. Außerdem gibt es - selten zwar, aber es gibt sie - Formen einzelner dreifacher Chromosonensätze, die überlebensfähig sind. (z.B. Trisomie 21 = Down-Syndrom; Klinefelter-Syndrom)

    Das ergibt also noch mehr Möglichkeiten.

    Ehrlich gesagt, frage ich mich bei diesen Zahlen, wieso sich Geschwister überhaupt ähnlich sehen...

    Hat jemand von Euch eine Antwort darauf?
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  • #2
    Re: Warum sehen sich Geschwister ähnlich?

    Original geschrieben von LuckyGuy
    Der Mensch besitzt 23 Chromosonenpaare.

    Für die menschliche Samenzelle gibt es für das Chromoson 1, dass er mit in den neuen Nachkommen einfließen lässt, genau 2 Möglichkeiten (logisch). Für das Chromoson 2 gilt dasselbe. Ebenso für Chromoson 3 usw. Logisch zu Ende gedacht, ergibt das 2²³ Möglichkeiten, wie die Samenzelle eines einzelnen menschlichen Mannes aufgebaut sein kann.

    Für die menschliche Frau gilt logischer Weise genau das selbe, auf ihre Eizellen bezogen.
    Es gibt sogar mehr Möglichkeiten, da es bei der Meiose auch zu Crossing Over kommen kann, also einer Neuverteilung der Gene gleicher Chromosomen.

    Die Ähnlichkeit erklärt sich aber ganz leicht, da die Wahrscheinlichkeit, dass die jeweils Gegenteiligen Gene auf die Geschwister verteilt werden, verschwindend gering ist. Wenn du dir die Verteilungskurve anschaust, wirst du sehen, dass die höchste Wahrscheinlichkeit bei ungefähr 50% liegt und nach außen hin rasch abnimmt.
    Es gibt ja Geschwister, die sich überhaupt nicht ähnlich sehen. Ich selbst kenne so ein Paar, aber davon gibt es eben nur sehr wenige.
    Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
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    • #3
      Interessanter Ansatz. Aber ich muss Dich etwas korrigieren:

      Nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung habe ich im Schnitt 50% der Gene mit jedem meiner Elternteile gemeinsam (neben den über 99%, die ich sowieso mit allen Menschen gemeinsam habe, weil wir alle zu selben Art gehören ). Der Rest regelt sich dann über die gauß´sche Normalverteilung.

      Wenn ich aber mit meinen Eltern jeweils 50% der Gene gemeinsam habe, dann habe ich mit meinen Geschwistern nach Adam Riese im Schnitt nur 25% der Gene gemeinsam! Ist das nachvollziehbar? Oder habe ich da einen Gedankenfehler?

      Und das reicht für die Ähnlichkeit?

      Nun, jedenfalls Danke!
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      • #4
        Nun, ein kleiner Denkfehler liegt sicherlich darin, daß es immer nur 4 Möglichkeiten gibt, wie eine Eigenschaft beschaffen sein kann (2*Vater, 2* Mutter). Auch müssen diese Eigenschaften nicht gleich wahrscheinlich sein (Dominant/Rezessiv) so daß es sich letztendlich nicht mit generellen Wahrscheinlichkeiten ausdrücken läßt sondern anhand der Gene selbst geschaut werden müßte, WAS eigentlich vererbt werden kann. Wenn da bei Vater und Mutter insgesamt 3 Schwarzhaargene einem einzelnen Rothaargen gegenüberstehen wird wohl die Kinderschar meist schwarzhaarig sein usw.

        Letztlich ist das Probvlem, daß die Biologie nicht so exakt funktioniert wie die Mathematik es ausrechnen könnte.

        btw es kann sogar soweit gehen, daß bestimmte Genkombinationen keine lebensfähigen Nachkommen zu Folge hätten, so daß sich das Ganze auch noch natürlich reduzieren würde.... Dann würden die Kinder einander relativ ähnlich sehen, weil aus allen anderen Kombinationen eben keine Kinder entstehen konnten. Aber das ist schon ein Extrembeispiel
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        • #5
          Man könnte das sicher schon genau errechnen, immerhin weiß man ja, welche Gene rezessiv sind und welche nicht.
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          • #6
            Rezessives Gen? Ich dachte, es gäbe nur rezessive Allele.

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            • #7
              Original geschrieben von buba
              Rezessives Gen? Ich dachte, es gäbe nur rezessive Allele.
              OK, ich geb zu, ich hab mich ungeschickt ausgedrückt. Was ich meinte war natürlich schon der Code für bestimmte Eigenschaften, bei denen ein Allel dem anderen "unterlegen" sein kann. Meist liegt das aber nicht am Allel selbst, sondern an den Eigenschaften, die es codiert. Ein Allel für die Blutgruppe 0 bewirkt, dass die Blutkörperchen keine Antigene tragen. Hat man daneben noch ein Allel mit A oder B, so sind auf jeden Fall Antigene da, wenn auch nur halb so viele, aber das kann man lichtmikroskopoptisch nicht feststellen. Bei den Haarfarben liegt es eben an den Intensitäten der Haarfarben. Schwarz wird Blond immer übertönen. Insofern sind es nicht die Allele, die rezessiv sind, sondern die Eigenschaften, die sie codieren, aber so genau wollen wirs mal nicht nehmen. Das tun die Wissenschaftler ja auch nicht
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              • #8
                Ob das wirklich geht?

                Schließlich sind da wirklich noch die Duplizierzungsfehler und Mutationen, die die Eigenschaften nochmals verfälschen usw.

                Ob man allein aus einer Zelle beider Eltern wirklich alle denkbaren Kombinationen mit der exakten Wahrscheinlichkeit errechnen können wird?

                Da muss sich IMO noch ne Menge machen vorher....

                Aber ob man wirklich wissen will, daß es 10% Wahrscheinlichkeit für Gendefekt1 gibt und sogar 33% für GD2???
                Noch VOR der Zeugung?

                I don't think so. Das wäre ja das Alptraumland der Designerbabys vom Reissbrett.... sowas will ich mir gar nicht vorstellen.
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                • #9
                  Naja, es ist bekannt, dass bestimmte Gene häufiger mutieren, als andere. 100% genau wird man aber die Wahrscheinlichkeiten nie angeben können, da es immer mit bestimmten Fehlern behaftet ist. Es kommt ja auch darauf an, welchen mutagenen Kräften ein Individuum ausgesetzt wird.
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