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Schlechte Kooperation vom Verstand

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  • Schlechte Kooperation vom Verstand

    Der Verstand (laut Definition: Fähigkeit, zu verstehen, Begriffe zu bilden, Schlüsse zu ziehen, zu urteilen, zu denken, ...) hat sich im Laufe der Evolution hoch entwickelt. Doch die Fähigkeit zu kooperieren hat sich nicht entwickelt. Ich gebe mal ein paar Beispiele:

    Beispiel 1:
    Kommt Desinfektionsmittel mit einer Wunde in Kontakt, empfindet man Schmerzen. Obwohl der Verstand weiß dass das Desinfektionsmittel gut ist, interpretiert das Gehirn den Sinneseindruck als Schmerz.

    Beispiel 2:

    Obwohl der Verstand weiß dass die Farben von Fläche A und B identisch sind, interpretiert das Gehirn die Farben anders (sogar extrem anders: fast schwarz und weiss, unterschiedlicher können Farben nicht sein). Eigentlich sind alle optischen Täuschungen Beispiele für meine Behauptung, jedoch finde ich die von mir gewählte am erstaunlichsten von allen.

    Beispiel 3:
    Dieses Beispiel habe ich eigentlich schon in diesem Topic genannt. Ungesunde Nahrung schmeckt manchmal besser als gesunde Nahrung (die beiden Adjektive sind nur in Relation zu einander zu sehen). Obwohl der Verstand weiß dass beispielsweise Obst gesünder ist als Kuchen, schmeckt Kuchen manchmal besser. Das Gehirn interpretiert sozusagen den Kuchen als gesünder... im Widerspruch zum Verstand.

    Das waren jetzt erstmal genug Beispiele.
    Was meint ihr dazu?

  • #2
    Finde ich auch recht intressant, was ist zum Beispiel mit der Angst, man weiss manchmal, dass man etwas nicht zu fürchten braucht, weil es einen der Verstand sagt, zum Beispiel ungiftige Spinnen. Man weiss sie können nichts tun, trotzdem fürchten sich viele Menschen davor (ok ein Teil davon ist Konditionierung der Eltern) trotzdem wirken hier einige Mechanismen, die den Verstand quasi ausschalten bzw. genau das entgegengesetzte bewirken als man eigentlich vom verstand her empfinden sollte.

    cu MrData
    Kirk: Mr. Spock, die Frauen auf ihren Planeten handeln logisch, nur ist das der einzige Im Universum auf dem das so ist.

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    • #3
      Das mit dem Desinfektionsmittel stimmt nicht ganz...

      Es kommt nämlich drauf an, was Du auf Deine Wunde tust.

      Jod desinfiziert auch und es tut höllisch weh...

      Und außerdem kommts auf den Verletzungsgrad der Wunde an, sind die Schmerznerven noch enthalten, dann tut alles weh, was man rauf tut...

      Egal was

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      • #4
        Jod desinfiziert auch und es tut höllisch weh...
        Nun ja, genau das meine ich doch. Wenn es desinfiziert, warum tut es dann weh? Schmerz hat doch die funktion uns zu sagen, dass etwas schädlich ist. Oder hab ich dich jetzt falsch verstanden?

        Und außerdem kommts auf den Verletzungsgrad der Wunde an, sind die Schmerznerven noch enthalten, dann tut alles weh, was man rauf tut...
        Ok, da hast du vieleicht recht. Die Fehlfunktion aus Beispiel 1 kann man mit der Beschädigung des Nervensystems erklären. Man sollte allerdings erwarten dass solch eine geringfügige Beschädigung nicht zu solch einer schwerwiegenden Fehlfunktion führt. Beispielsweise könnte es eine Art Notfallsystem geben, welches sicherstellt, dass die Signale beschädigter Nerven vom Gehirn ignoriert werden, oder besser gesagt gefiltert werden (der Mensch muss ja immer noch Schmerzen spüren um zu wissen dass das Nervensystem beschädigt ist).

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        • #5
          Und die Angst vor Spinnen und Schlangen hat evolutionäre Gründe, nicht nur sozialisatorische.

          Im Laufe unserer stammesgeschichtlichen Entwicklung waren wir ben als Urmenschen unter anderem auch mit giftigen Schlangen und Spinnen konfrontiert.

          Wer vorsichtig war uns sich diesen Viechern voll Angst fernhielt hatte bessere Überlebenschancen, und diese Vorsicht wurde an die Nachkommen weitervererbt.

          Sorglose Zeitgenossen ohne Angst vor allem, was acht Beine hatte, wurden mit einer größeren Wahrscheinlichkeit totgebissen und konnten somit keine Nachkommen erzeugen.

          Alkohol in der Wunde tut weh, weil Zellen absterben. Genau so, wie der Alkohol die schädlichen Zellen tötet, tötet er auch die Deines Körpers. Er macht da keinen Unterschied.
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          • #6
            Alles was in eine Wunde gelangt, assoziert der Körper mit einer weiteren Verletzung und somit reagiert er zu recht mit Schmerz.

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            • #7
              Zu der Sache mit dem Schmerz:
              Desinfektionsmittel tötet Bakterien und Viren ab. Dabei ist es so agressiv, dass es auch die Zellen in der Wunde angreift. Diese weitere Zerstörung wird sofort und zurecht als schmerz weitergeleitet.
              Das der positive Effekt überwiegt, wissen aber die Nervenenden nicht.
              Übrigens kann man Schmerz auch durch Willenkraft unterdrücken

              Zu der optischen Täuschung:
              Unsere Sinneswahrnemung basiert auf Vergleiche. So wird die Datenmenge, die unser Gehirn verarbeiten muß verringert.
              In diesem Fall ist es die Helligkeit der benachbarten Kästchen.
              Wenn man z.B. eine Hand in Eiswasser die andere Hand in heißes Wasser legt und anschliessen beide in lauwarmes Wasser hält, ergeben sich unterschiedliche Eindrücke von der Wassertemperatur.
              Ich kenne dieses Raumschiff wie meine Westentasche!
              (Scotty in ST V kurz bevor er gegen einen Träger rennt)

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              • #8
                Ihr erklärt die Täuschungen alle ja sehr gut, aber es geht vielmehr darum, warum das Gehirn sich immer noch täuschen lässt, obwohl die Täuschung schon erkannt wurde.

                Wenn das Gehirn doch genau weiß dass die Farbe der Kästchen identisch ist (die Täuschung wurde also erkannt), warum werden die Daten dann immer noch so extrem komprimiert dass solch wichtige Informationen verloren gehen?

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                • #9
                  Unsere Wahrnehmung wird halt nicht vom Verstand gesteuert, sondern unbewusst - das ist die einzige logische Erklärung.

                  Es gibt eben nicht nur "das Gehirn", sondern verschiedene Bereiche mit klar abgegrenzten Funktionen:

                  -Mandelkern (Gefühle, so weit ich weiß...)

                  -Kleinhirn (Steuerung von Körperfunktionen)

                  -Großhirm (bewusste Handlungen)

                  Zumindest meine ich mich erinnern zu können, dass das so ist.

                  Im Prinzip haben wir also mindestens drei Gehirne. Und wenn das eine Gehirn etwas bemerkt, so heißt das noch lange nicht, dass die anderen Gehirne auch Wind von der Sache bekommen.
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                  • #10
                    Im Prinzip haben wir also mindestens drei Gehirne. Und wenn das eine Gehirn etwas bemerkt, so heißt das noch lange nicht, dass die anderen Gehirne auch Wind von der Sache bekommen.
                    Genau dieses Problem meine ich. Warum hat sich niemals eine Kooperation zwischen den verschiedenen Gehirnen bzw. Gehirnteilen entwickelt? Das wäre nämlich von enormen Vorteil.

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                    • #11
                      Nun von Mandelkern->Kleinhirn->Großhirn klappt das ja. Zum Beispiel zittern Deine Hände, wenn Du wütend bist. In dieser Richtung scheint der Transfer ja zu klappen.

                      Andersrum geht es vielleicht Mediation. Da kann man ja z.B. seinen Herzschlag kontrollieren.

                      Vielleicht solltem an mal einem Zen-Buddhisten das Bild aus Deinem ersten Post zeigen...
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                      • #12
                        Es hat einen guten Grund, dass der Verstand sich in diese Körperfunktionen nicht einschalten kann, denn dies würde im Ernstfall höchstwahrscheinlich tödlich für uns enden.

                        Der Sinn von Instinkten und unterbewussten ist ja so schnell wie möglich auf mögliche Gefahren reagieren zu können, ohne unnötig Zeit mit einer verstandesmäßigen Situationanalyse zu verschwenden.

                        Der Verstand würde einem nur in die Quere kommen, anstatt zu helfen und mein Verstand würde mir bei dem Bild IMHO auch nicht wirklich helfen. Denn zumindest beim ersten Anschauen wird ausgehend vom Muster auch mein Verstand mir sagen, dass A und B verschd. Farben sind, da sie sonst nicht zusammenpassen. Erst wenn ich das weiß das es nicht so ist, könnte mein Verstand sich einschalten, aber dann ist aj eh zu spät.
                        Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
                        Makes perfect sense.

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                        • #13
                          Original geschrieben von Harmakhis
                          Der Verstand würde einem nur in die Quere kommen, anstatt zu helfen und mein Verstand würde mir bei dem Bild IMHO auch nicht wirklich helfen. Denn zumindest beim ersten Anschauen wird ausgehend vom Muster auch mein Verstand mir sagen, dass A und B verschd. Farben sind, da sie sonst nicht zusammenpassen. Erst wenn ich das weiß das es nicht so ist, könnte mein Verstand sich einschalten, aber dann ist aj eh zu spät.
                          Du hast sicher recht, dass bei gewissen Aktionen der "Verstand" nachteilhaft, da zu langsam ist. Jeder kann dies nachvollziehen, wenn er/sie bewusst laufen will oder irgendeine Sportart ausübt. Es funktioniert einfach nicht rund. Bei dem Bild ist das Problem etwas anderes. Wir haben gelernt das Bild ein gewissen Art zu interpretieren, also nicht nur die einzelnen Farben wahrzunehmen, sondern auch den räumlichen Eindruck und den Schatten zu berücksichtigen. Unser erster Eindruck ist also eigentlich richtig, wenn es sich um ein reales Bild handeln würde. Dieses Beispiel zeigt also kein evolutionäres, nachteilhaftes Problem, sondern eigentlichen einen Vorteil: die schnelle Verschaltung eines Sinneseindrucks mit Erinnerungen.

                          Das Beispiel mit der Desinfektion wurde schon erklärt, es werden auch eigene Zellen zerstört, weshalb der Schmerz als Information ans Gehirn notwendig ist. Im übrigen bin ich der Meinung, dass eine Desinfektion nur dann erfolgreich ist, wenn es brennt Das mit der gesunden Nahrung wurde auch schon erklärt. Uns schmecken nahrhafte Sachen gut. Ein Problem ist dies nur, wenn zu viel gegessen und gleichzeitig zu wenig davon verbraucht wird.
                          Resistance is fertile
                          Für die AGENDA 3010! 30-Stunden-Woche mit vollem Lohnausgleich und 10 Euro gesetzlichem Mindestlohn!
                          The only general I like is called strike

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                          • #14
                            Wie ist das eigentlich genau bei dem Beispiel von MrData... nämlich bei der Angst. Welcher Teil des Gehirn ist für irrationale Ängste verantwortlich, und welcher Teil des Gehirns weiß eigentlich das keine Gefahr besteht?

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                            • #15
                              Ängste und Emotionen werden vom Mandelkern gesteuert, rationales Denken geht über das Großhirn.

                              Da der Mandelkern entwicklungsgeschichtlich älter ist als das Großhirn, hat er sozusagen auch das "Kommando", und die rationale Erkenntnis der Sicherheit bringt gar nix.
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