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Moral der Affen

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    In der Zeit findet sich ein Interview mit dem Primatenforscher Frans de Waal, in dem dieser beschreibt, dass nicht nur Wissen, sondern auch Verhalten bei Primaten nicht genetisch vererbt werden - auch wenn es natürlich eine genetische Basis hat - , sondern gelehrt/gelernt werden. Z.B. wurden jungen Rhesusaffen aus einer aggressiven Gruppe mit "freundlicheren" etwas älteren Bärenmakaken aufgezogen, worauf die Rhesusaffen sich an das Verhalten der Bärenmakaken anpassten.

    Dies ist deshalb interessant, weil manche meinen, dass beim Menschen gewisse Verhalten angeboren wären und deshalb die Menschheit wegen ihrer Natur immer aggresiv sein müsste und es keine Möglichkeit für eine bessere Gesellschaft gäbe.
    Resistance is fertile
    Für die AGENDA 3010! 30-Stunden-Woche mit vollem Lohnausgleich und 10 Euro gesetzlichem Mindestlohn!
    The only general I like is called strike

  • #2
    Naja, neu ist das nicht gerade, denke ich. Unser ganzes Rechtssystem beruht doch darauf, dass der Mensch sich ändern kann...
    "Je mehr sich unsere Bekanntschaft mit guten Büchern vergrößert, desto geringer wird der Kreis von Menschen, an deren Umgang wir Geschmack finden." - Ludwig Feuerbach

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    • #3
      Nun ich halte das nur für bedingt vergleichbar. Gerade beim Menschen gibt es vor allem mit getrennt aufgewachsenen Zwillingen sehr umfangreiche und interessante Studien, die eigentlich sehr offensichtlich zeigen, dass gewisse Verhaltensmuster eines Individuums angeboren sind - wenn man sich die Studien genauer anschaut, dann scheint sogar die Schlußfolgerung, dass sogar religiöse Überzeugung, Toleranz, usw. genetisch kodiert sind, nicht mehr abwegig.

      Insgesamt denke ich, dass Charakterzüge, ebenso wie die Fähigkeit schnell zu laufen, gut zu sehen, usw. Ursache einer phänotypisches Ausprägung sein muss - von nichts kommt nichts, auch beim Hirn nicht.
      In diesem Fall gibt es halt in der Struktur des Gehirns wohl gewisse bestimmte Strukturen, die einem Menschen zu einem Verhalten tendieren lassen bzw. ein starkes Potential für gewisse Verhaltsmuster bereit halten, das jetzt von der Umwelt stimuliert werden kann.

      Und damit ist es sehr wahrscheinlich, dass zwar die Umwelt letztlich der Aktivator für z.B. aggressives Verhalten ist, aber die Aktivierung nicht möglich wäre, wenn die genetische Grundlage beim Menschen nicht vorhanden wäre.

      Jedoch entbindet, dass nicht von Verantwortung, da es offensichtlich ist, dass selbst wenn eine Person durch die Gene ein hohes Gewaltpotential hat, es immer noch möglich ist, dass sie ihr ganzes Leben lang ein friedlicher Mensch bleibt, wenn die Umwelt dieses Potential einfach nicht stimuliert und da liegt wohl die Verantwortung der Gesellschaft, für eine Umgebung zu sorgen, in der solche "Aktivatoren" nicht vorhanden sind.
      Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
      Makes perfect sense.

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      • #4
        Es gibt z.B. Studien darüber, dass Sexualstraftäter häufig zuviel..., war es Testosteron?..., im Blut haben.

        In den USA gint es manchmal deswegen eine Strafmilderung, wenn Sexualstraftäter zustimmen, Medikanente zu schlucken, die den Testosteronspielgel weit unter Normalpegel senken.

        Die Gefangenen nennen das "chemische Kastration". Ich will damit nur sagen, dass offensichtlich nicht ausschließlich die Erziehung über die Frage "Sexualstraftäter oder nicht?" entscheidet.

        Und genauso wird es mit dem meisten anderen Verhaltensweisen sein, denke ich mir.

        Das Verhalten abfärbt, ist doch klar. Es ist aber nicht die einzige Determinante bei der Entwicklung von Verhaltensmustern.
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        • #5
          Jedes Lebewesen hat Potential in sich, gewalttätig, sanft, oder was auch immer zu sein. Es muss nur aktiviert werden. Bei den Affen wars das freundliche, nette.
          Wenn man lange Zeit in einer bestimmen Gruppe von , ich nenne es mal "Artgenossen" lebt, nimmt man langsam aber sicher deren Verhaltensmuster an. Das sieht man auch sehr schön an der Sache mit Hund und Herrchen....mit der Zeit werden sie sich immer ähnlicher. Sogar im Aussehen. Bei uns am Haus geht immer ein Mann nit seinem Pudel spazieren. Er hat genau dieselbe Frisur, wie sein Hund. Und das sieht nicht nach Absicht aus. Sie haben sogar die selbe "Fellfarbe" (grau).

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