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Evolution: Anpassung an Umwelt ein Trugschluss?

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  • Evolution: Anpassung an Umwelt ein Trugschluss?

    Ich bin heute auf eine interessante Theorie gestoßen, nämlich auf die, dass sich das Leben nicht an die Natur anpasst, sondern ihm nur von ihr Möglichkeiten vorgegeben werden. Ein Bauplan bietet mehr Möglichkeiten, als nur die, wofür er offensichtlich entworfen wurde. So kann man ja auch mit einer Zange notfalls einen Nagel einschlagen, wohingegen man damit wohl kaum ein Brett zersägen kann, aber bedeutet das nun, dass die Zange an das Nägel einschlagen besser angepasst ist, als an das Bretter zersägen?

    Dass Mollusken die Luft nicht als operationales Lokomotionssubstrat nutzen liegt offensichtlich nicht an den Eigenschaften der Luft, denn die meisten anderen Tierstämme haben fliegende Formen entwickelt. Es muss also an deren grundlegenden Konstruktion liegen und nicht an der Luft selbst. Außerdem lässt sich aus keiner Lufteigenschaft auf die speziellen Konstruktionsprinzipien des Flugkörpers schließen, geschweige denn die Frage beantworten, ob ein Hubschrauber, ein Propellerflugzeug oder ein Jet, eine Schwebfliege, eine Fledermaus oder ein Kondor an die aerodynamischen Eigenschaften der Luft besser angepasst ist.

    Quelle: Bernd Herkner "Über die evolutionäre Entstehung des tetrapoden Lokomotionsapparates der Landwirbeltiere - Ein konstruktionsmorohologisches Transformationsmodell auf evolutionstheoretischer Grundlage", CAROLINEA, Beiheft 13, Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe
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  • #2
    Interessanter Ansatz.
    Allerdings gilt scheint dies nur für die grobe Anpassung zuzutreffen. Innerhalb einer Art gibt es IMO durchaus Anpassungen an die direkte Umwelt, die das bessere Ausnutzen von bestimmten Eigenschaften des Lebensraumes ermöglichen.
    “Oh my, that is quite toxic isn’t it?” (Weyoun) “Duty? Starfleet, the Federation? You must be pleased with yourself. You have this ship to take back to them. I hope it was worth it.” (Kilana)
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    • #3
      Der Titel dieses Buches (?) ist ja schon lustig an sich... ;-) Ich glaube kaum, dass ich schon je eines gesehen habe, welches diesen Titel noch zu toppen vermochte.

      Zur "Theorie": Vielleicht habe ich sie nicht richtig verstanden, aber wo liegt genau der Unterschied zur Evolution? Was ist anders als der Blickwinkel? Natürlich gibt es keine "optimale" Anpassung, da nirgends in keinem Naturgesetz festgeschrieben ist, was "optimal" bedeutet. Ich denke, jeder Organismus evoluiert in eine Form, die den idealen Kompromiss zwischen Anpassung an die Umwelt und Umwandlung des eigenen Körpers darstellt: Je weniger Mutationen für die Anpassung gebraucht werden, desto eher wird die Anpassung geschehen. Damit ein Dinosaurier "Insektenflügel" entwickelt, wären wesentlich mehr Mutationen nötig als für "Vogelflügel".
      Ich sehe den Unterschied zur "Anpassung an die Umwelt" nicht ganz.
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      • #4
        Öhmmm.. Ich habs nicht kapiert...

        Soll das nun heissen, man passt sich "nicht" an seine Umwelt an?

        Wenn ja, dann haben all die Finken ja einen schrecklichen Fehler begangen, so mal als Beispiel für Anpassungskünstler...

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        • #5
          @ Bynaus: Der Titel des Buches ist auch der Titel der Doktorarbeit meines Wirbeltier-Dozenten.

          Inzwischen weiß ich auch, dass diese Theorie von Exaptation spricht, anstelle von Adaption.

          @ Ezri: Vereinfacht gesagt bedeutet das, dass die Lebewesen Baupläne entwickeln, die dann entweder funktionieren, oder nicht. Wenn nicht, sind sie letal und sterben (aus). Wenn sie funktionieren, dann bedeutet das nicht, dass sie nur für eine bestimmte Funktion passen, sondern auch auf andere Situationen übertragen werden können. So wurde ja auch der aufrechte Gang wohl nicht erst in der Steppe entwickelt, sondern bereits im Wald, wo er den Vorteil hatte, dass man die Nahrung besser transportieren konnte. Später im baumfreien Bereich hatte der aufrechte Gang dann noch weitere Vorteile, nämlich den, dass man den besseren Überlick hatte.
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          • #6
            Irgendjemand hat mal gesagt, dass Spezialisierung in der Evolution immer eine Sackgasse ist.

            Bedeutet: Wenn eine Lebensform sich auf eine bestimmte Sache, z.B. Nahrung spezialisiert hat, sie früher oder später ausstirbt.

            *dazuschmeiss*

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            • #7
              Wenn die Spezialisierung unumkehrlich ist, dann ja. Aus dem Grund überleben ja meist die Arten, die sich am besten umstellen können.
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              • #8
                @Spocky:

                Ich versteh nicht, was daran neu sein soll. Ich habe Evolution schon immer so aufgefasst:

                Beispiel: Ein Kanadischer Bär und ein afrikanischer Bär kriegen beide jeweils ein Junges mit weißem Fell.

                Das afrikanische Jungtier ist ziemlich leicht zu entdecken und wird somit, noch bevor es sich fortpflanzen kann, von Löwen gefressen.

                Das kanadische Jungtier hingegen zieht 50 Kilometer weiter nördlich in den Schnee und kann von Beutetieren nicht mehr so leicht entdeckt werden.

                Die "Anpassung" an die Umwelt geschieht also durch Selektion.

                Ist doch nix neues
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                • #9
                  Original geschrieben von LuckyGuy
                  Die "Anpassung" an die Umwelt geschieht also durch Selektion.
                  Darum geht es hier nicht. Es gibt natürlich eine Selektion, die durch Umwelteinflüsse bedingt ist (Adaption). Es gibt aber mehrere Punkte, die zu diesem Satz hinzuzufügen sind, also Ausnahmen zu der Adaption an die Umwelt sind:

                  a) ein Organismus verändert auch die Umwelt und entwickelt sich nicht nur als Reaktion auf diese. Das bekannteste Beispiel ist das Entstehen der Sauerstoffatmosphäre durch die oxygene Photosynthese der Cyanobakterien (Blaualgen).

                  b) der Bauplan eines Organismus stellt eine Grenze für die Entwicklung dar. Nicht aus jedem Bauplan ist jede Entwicklung möglich. Dazu gehört auch Spockys Beispiel der Mollusken, die keine fliegenden Arten hervorgebracht haben. Diesen Punkt sollten gewisse SciFi-Autoren (z.B. von X-Men ) besser beachten.

                  c) es gibt Beispiele von Entwicklung von Organen, die ursprünglich Nebenprodukte der Entwicklung anderer Organe waren. Also auf die ursprünglich keine Selektion erfolgte. Diese Nebenprodukte, die Goulds und Lewontin "spandrels" (dt. Spandrille) nach einem architektonischen Merkmal genannt haben, stellen eine Vielfalt von Entwicklungsmöglichkeiten dar, die in einer veränderten Umwelt zur vorteilhaften Organen und Eigenschaften sich entwickeln können.

                  d) Organe können sich für vollkommen unterschiedliche Zwecke entwickeln, aber unter geänderten Bedingungen eine anderen Zweck erfüllen. Z.B. haben sich Federn zur Temperaturregulation bei Reptilien entwickelt (die meisten Saurier hatten wohl Federn) und erst bei den Vögeln haben sie sich zu Teilen der Flügel entwickelt, also einer anderen Funktion (Steuerung, Auftrieb) übernahmen. Dies wird als Exaption bezeichnet.

                  Lesenswert ist hierzu Stephen Jay Gould. Mir ist gerade nur dieser Artikel über seine Theorien in Erinnerung, er ist allerdings auf englisch:
                  Revolutions in evolution: Stephen Jay Gould in perspective
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                  • #10
                    Original geschrieben von max
                    d) Organe können sich für vollkommen unterschiedliche Zwecke entwickeln, aber unter geänderten Bedingungen eine anderen Zweck erfüllen. Z.B. haben sich Federn zur Temperaturregulation bei Reptilien entwickelt (die meisten Saurier hatten wohl Federn) und erst bei den Vögeln haben sie sich zu Teilen der Flügel entwickelt, also einer anderen Funktion (Steuerung, Auftrieb) übernahmen. Dies wird als Exaption bezeichnet.
                    Das ist richtig. Inzwischen vermutet man, dass die Federn wohl anfänglich nur bei Jungtieren auftraten und dann bei den Erwachsenen wieder verlorengingen, wie man das heute z.B. bei Elefanten und Nashörnern hat, bei denen die Jungtiere mehr oder weniger behaart sind (speziell beim Sumatra-Nashorn) und das Haarkleid später verlorengeht. Möglicherweise hat sich das Federkleid immer weiter zum Adultstadium hin erhalten, bis es schließlich gar nicht mehr verlorenging.

                    Eine exakte Forschung ist auf diesem Gebiet im Moment aber sehr schwierig, da die geeigneten Fossilien aus Fundstellen in China aus kommerziellen Gründen im Moment nur von schlecht ausgebildeten Chinesen prepariert werden und das möglichst schnell, um möglichst viel Gewinn vor allem bei Sammlern zu erzielen, wodurch eben auch nicht so sehr auf Feinheiten, wie Federn geachtet wird und man keine wirklichen Aussagen machen kann, ob Stücke, auf denen man keine Federn sieht, auch tatsächlich keine besaßen.
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                    • #11
                      auch wenn ich jetzt voll in die kacke haue ^^
                      das in dem derzeitigen bausatz grenzen gesetzt sind, ist doch logo, aber grade durch mutationen oder rekombination in der meiose wird das doch umgangen ... deswegen werden lebewesen ja angepasst ... es passiert hier ma ne mutation, und wennse supi ist, dann bleibt sie, frei nach dem motto selektion ... ich verstehe den utnerschied auch noch net so ganz
                      es basiert doch jede veränderung auf mutation oder neukombination ... und wie kann diese begrenzt sein ...
                      ...er weiß doch nicht wie.. er ist doch noch ein baby!

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                      • #12
                        Es gibt viele Begrenzungen. Z.B, weil viele Gene mehrere völlig unterschiedliche Merkmale steuern.

                        So hat man z.B. festgestellt, dass alle männlichen rotäugigen Fruchtfliegen schwul sind. Nein, kein Scherz, und nein, keine Quellenangabe, ich habe das letztens nur mal im TV gesehen. Aber die Begründung war halt, das beides nur von einem einzelnen Gen abhängt.

                        Und wer kann schon beurteilen, ob felltragende, lebend gebärende Kiemenatmer überhaupt möglich sind? Also, ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es Grenzen gibt.
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                        • #13
                          Original geschrieben von Jean-Luc_Picard
                          es basiert doch jede veränderung auf mutation oder neukombination ... und wie kann diese begrenzt sein ...
                          Die Begrenzung erfolgt schon durch die vorhandene Auswahl von Genen, die mutieren und rekombinieren können. Eine weitere Begrenzung ist der Bauplan eines Organismus. Eine einzelliger Organismus kann einfach nur eine gewisse Grösse erreichen, da sonst die Funktionsfähigkeit gefährdet ist, da die Transportwege in der Zelle zu lang werden. Genauso können Insekten wegen ihrem Atmungssystem (Tracheen) nur eine gewisse Grösse erreichen. Diese Begrenzungen sind also auch schon physikalisch bedingt. Ein vorhandener "Bausatz" begrenzt die Anzahl der möglichen Ergebnisse, da gewisse Komponenten einfach nicht enthalten sind und gewisse Rekombinationen der vorhandenen Teile nicht möglich sind.

                          Im übrigen sollte vielleicht erwähnt werden, dass es in der Mehrzahl der auf der Erde lebenden Arten (u.a. alle Bakterien) keine Meiose gibt.
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                          • #14
                            In der Meiose werden ja auch nur bereits vorhandene Merkmale weitergegeben, die ohnehin schon da waren, nur dass eben die Möglichkeit besteht, dass mehr rezessive Merkmale in der Folgegeneration auftauchen können, als es auf herkömmliche Weise der Fall wäre.

                            Dass dabei völlig neue Varianten auftreten ist statistisch sehr unwahrscheinlich.

                            Wahrscheinlicher ist da schon etwas, was bei den Bakterien auftritt, nämlich dass diese einige Genabschnitte austauschen können, und das sogar mit Individuen, mit denen eine geschlechtliche Fortpflanzung gar nicht möglich wäre, da dies ja sogar mit bereits abgestorbenen Bakterien funktioniert.
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                            • #15
                              Die Begrenzung erfolgt schon durch die vorhandene Auswahl von Genen, die mutieren und rekombinieren können. Eine weitere Begrenzung ist der Bauplan eines Organismus. Eine weitere Begrenzung ist der Bauplan eines Organismus. Eine einzelliger Organismus kann einfach nur eine gewisse Grösse erreichen, da sonst die Funktionsfähigkeit gefährdet ist, da die Transportwege in der Zelle zu lang werden.
                              Ich kapier das nicht ganz...
                              Der evolutiven Entwicklung sind doch keinerlei Grenzen gesetzt, sofern genug Zeit vorhanden ist. Das beweist schlichtweg die Evolutionsgeschichte. Schließlich hat sich ja nun mal alles vorhandene Leben aus Einzellern entwickelt (und diese wiederum aus Protozellen, und diese...).

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