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Trennung von Vernunft und Gefühlen

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  • Trennung von Vernunft und Gefühlen

    Ich fange am besten mit einem Beispiel an:

    Nach einer Flutkatastrophe brauchen viele Menschen hilfe.

    Desto verbundener wir uns mit den betroffenen Menschen fühlen, desto mehr leiden wir auch aufgrund ihres Leidens. Wir haben also Mitgefühl, welches uns dazu veranlasst den Menschen zu helfen. Was aber wenn wir keine Gefühle hätten? Dann würden unsere Entscheidungen wohl ausschließlich auf dem basieren, was man als "Vernunft" bezeichnet. Würde das der Fall sein, könnte jemand denken dass es nur gut ist, dass in einer überbevölkerten Welt auch mal ein paar tausende Menschen sterben. Die daraus resultierende Entscheidung nicht zu helfen, würde man wohl als "gefühllos" bezeichnen. Aber ist das denn richtig? Ist die Grundlage dieser Entscheidung nicht vielmehr auch die Angst vor Überbevölkerung. Das Gefühl "Angst vor der Zukunft aufgrund von Überbevölkerung" überwiegt dem Gefühl "Mitleid mit den Menschen". Ich denke dieses Beispiel zeigt dass im Grunde genommen alle unsere Entscheidungen auf Gefühlen beruhen. Insbesondere auch diejenigen Entscheidungen, die man allgemein als "vernünftig", "gefühhlos", "berechnend", "rational", usw. bezeichnet, sind meiner Ansicht nach ebenso das Resultat von Gefühlen... nur eben von "weitsichtigeren" Gefühlen. Die Überbevölkerung ist keine unmittelbare Bedrohung, das Leiden der Menschen dagegen ist akut. Es fallen mir sicherlich noch viele weitere Beispiele ein, aber ich denke diese reicht aus.

    Was meint ihr also? Kann man so eine klare Trennung von Vernunft und Gefühlen vornehmen, wie es in unserer Gesellschaft offensichtlich gemacht wird?

  • #2
    Philosophie-Thread her!
    Ich bin kein grosser Foren-philosoph (weil ich nicht so gern schreibe), aber ich kann dir für dieses Thema das Buch "Das Handwerk der Freiheit" von Peter Bieri empfehlen. Es behandelt die "freie Willensbildung" und passt somit genau zu dem, was du hier herauszufinden versuchst.

    Meine Haltung:
    Wit können es nur selten trennen (da wir nun mal Menschen sind und es in unserer Natur liegt auch von Gefühlen getrieben zu werden). (grosses) Aber wir sollten dennoch versuchen der "ratio" mehr Gehör zu verschaffen, um vor allem in "kritischen" Situationen die Gefühle ausschalten zu können. Sie nicht etwa konsequent unterdrücken (jaja genau so wie die Vulkanier ) sondern sie im Griff haben. Bloss ist das noch schwieriger als sie einfach konsequent zu unterdrücken. Permanentes Unterdrücken wäre einfacher aber Overkill und zudem sind Gefühle, Emotionen etc. ja auch schön.

    mfg d14 aka LIR

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    • #3
      @drohne14: Ich glaube du hast mich nicht richtig verstanden. In diesem Topic geht es nicht darum ob die Philosophie der Vulkanier gut ist oder nicht, ob es also sinnvoll ist nicht auf seine Gefühle zu hören... Ich denke dass die Philosophie der Vulkanier im Grunde genommen auf einem falschen Verständnis unserer Gefühle beruht. Jede Entscheidung die wir treffen beruht imo ausschließlich auf Gefühlen. Selbt diejenigen Entscheidungen, die man also "gefühlslos", oder "rational" usw. bezeichnet, sind meiner Meinung nach ausschließlich basierend auf Gefühlen.

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      • #4
        Ach, du willst doch nur wieder beweisen, dass es keine selbstlose Tat geben kann, stimmts?
        Republicans hate ducklings!

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        • #5
          Also diese Theorie sehe ich schon als bewiesen. Aber ich vermute, dazu gibts schon ein Threat in diesem Forum? ... hmmm... Link her!
          - KLAATU! VERATA!! NICTU!!!
          - Icecream is a dish best served cold!
          - Eine neue Star-Trek-Serie verwirklichen??? Guckst du hier !

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          • #6
            Dass es keine selbstlose Tat gibt ist sicherlich eine Folge meiner Behauptung. Aber darum geht es mir eigentlich nicht in diesem Topic. Ich sehe nur, wie oft irgendwelche Entscheidungen oder Handlungen als "vernünftig", "rational" usw., andere wiederum aber als "gefühlsbetont" usw. bezeichnet werden, und ich denke dass es im Wesentlichen kein Unterschied gibt. Ich denke dass einfach jede Handlung nur auf Gefühlen basiert, und es vollkommen falsch ist zu sagen, dass jemand "mit der Vernunft, anstatt mit den Gefühlen" gehandelt hat.

            Hier der gewünschte Link: Selbslosigkeit - eine Illusion

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            • #7
              @Apollo:
              Ich habe dich schon richtig verstanden, auf dein bsp bezieht sich auch der erste Teil meines Postings.

              Im zweiten Teil hab ich einfach meine Erkentnisse aus dem Buch mit einer Portion ST-Zeugs verwurstet, da imo alles auf die dort beschriebene Willensbildung zurück geht.


              Zitat von Apollo
              Ich denke dass die Philosophie der Vulkanier im Grunde genommen auf einem falschen Verständnis unserer Gefühle beruht.
              Wus? Zusammenhang? Kapier ich nicht.

              mfg d14 aka LIR

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              • #8
                Die vulkanische Philosophie beinhaltet, dass man seine Gefühle unterdrückt, und all seine Handlungen und Entscheidungen nur auf der eigenen Vernunft basiert, also ohne Einfluss der Gefühle. Ein vollständiges Unterdrücken der Gefühle halte ich aber für absolut unmöglich. Nämlich auch das was wir als "Vernunft" bezeichnen, ist meiner Ansicht nach nichts anderes als Gefühle.

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                • #9
                  Zitat von Apollo
                  auf der eigenen Vernunft basiert, also ohne Einfluss der Gefühle.
                  Du bist ungenau. Die Vulkanier haben IMO keine eigene Vernunft sondern nur DIE (einzige, absolute) Vernunft. Und das ist ja genau der springende Punkt, wenn es einem gelingen sollte nur von dieser absoluten Vernunft Gebrauch zu machen (vorausgesetzt es gibt sie und man hält sich kompromisslos an sie) dann hat man ja diese "selbstlose" Position eingenommen. Dass dies sehr schwer ist und wohl bei Menschen auch nie vorkommen wird, ist klar (Selbsterhaltungstrieb, psychische Schwächen etc.).

                  Aber die Vulkanier sind ja schon seit X-Tausend Jahren an ihren Psychen und Geistern am feilen und somit halte ich es für denkbar, dass eine solche "Logik über alles und mein Leben" Haltung erreicht werden kann.

                  mfg d14 aka LIR

                  PS: evtl. quasseln wir auch einfach an einander vorbei und meinen genau das selbe

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                  • #10
                    Aber sind nicht Gefühle die Motivation für alles in unsrerem Leben? Wären es nicht auch die Gefühle, die uns dazu motivieren würden von einer solchen "absoluten" oder "objektiven" Vernunft Gebrauch zu machen und uns danach immer zu richten?

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                    • #11
                      Hm hm das hat was.

                      *langenachdenk*

                      Gefühle o.ä. mögen uns anfangs motivieren von der obj. Vernunft Gebrauch zu machen, aber haben wir einmal angefangen sie zu "benutzen", ist sie "selbst tragend" d.h. Vernuft verlangt Vernunft nicht Gefühle (IMO).

                      Ok, man kann nun sagen: Die Vernunft ist ja nur aus einem Gefühl (willkürlichen Willen) heraus entstanden, folglich ist Vernunft ein Produkt der Gefühle (so verstehe ich jetzt deine Rede).

                      Aber auch Gefühle funktionieren nach einem logischen, rationalen Muster (man frage S. Freud) somit sind Gefühle auch das Produkt einer (unbewussten) Vernunft, und somit nicht willkürlich, was zur Folge hat, dass Gefühle nicht einfach ein Mysterium sind, sondern dass sie eine speziell aufgefasste Form von Vernunft sind.


                      Edit: Ich kann irgendwie nicht so genau ausdrücken, was ich eigentlich meine, sorry.
                      Zuletzt geändert von drohne14; 23.05.2004, 16:24.

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                      • #12
                        Reine Vernunft ist alles empirisch belegbare meiner Meinung nach.
                        Also selbst wenn eine Entscheidung von Gefühlen bedingt ist, so kann sie dennoch rein vernünftig sein.
                        Wenn beispielsweise um das obige Beispiel zu nehmen, jemand einen Vorteil am Sterben tausender Menschen in einer überbevökerten Welt zu erkennen meint, so kann diese Entscheidung durch die Angst vor den Auswirkungen entstanden sein, ist aber dennoch rein vernünftig, da es empirisch belegbar die optimale Lösung für das Problem ist.

                        Daraus ergibt sich auch, dass moralische Werte nur in bestimmten Situationen nützlich oder nutzlos sind, nämlich genau dann wenn sie reiner Vernunft entsprechen oder nicht.
                        "Nicht fort sollt ihr euch entwickeln, sondern hinauf."

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                        • #13
                          Man kann die Ansicht dieser Person, dass es gut ist wenn tausende von Menschen sterben, sicherlich als rein vernünftig bezeichnen, aber das sagt nichts über die Motivation aus. Man kann zum beispiel auch sagen, es ist vernünftig als Autofahrer nicht zu schnell zu fahren, aber die Motivation des Autofahrers ist letzendlich das Gefühl, nämlich die Angst vor einem Unfall in diesem Fall. Obwohl also der Autofahrer vernünftig handelt, handelt er aufgrund seiner Gefühle. Seine emotionale Handlung ist also sozusagen vernünftig.

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                          • #14
                            Das stimmt.
                            Daraus ergibt sich, dass für vernünftiges Handeln keine Gefühle a priori erforderlich sind, womit deine Ausgangsfrage implizit beantwortet ist.
                            "Nicht fort sollt ihr euch entwickeln, sondern hinauf."

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                            • #15
                              Zitat von autoassimilator
                              Das stimmt.
                              Daraus ergibt sich, dass für vernünftiges Handeln keine Gefühle a priori erforderlich sind, ...
                              Entschuldigung, aber wie meinst du das genau?

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