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500 km - Neuer Monsterkrater in der Antarktis

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  • 500 km - Neuer Monsterkrater in der Antarktis

    In der Antarktis (Wilkes Land) wurde rund 800 m unter dem Eis ein (250 Millionen Jahre alter?) Krater entdeckt, der mit einem Durchmesser von rund 500 km grösser ist als alle bisher bekannten Krater auf der Erde. Der Krater wurde mit Radar-Höhenmessungen (Radarstrahlen durchdringen Eis) und Gravitationsanomalien gefunden.

    Der bisher grösste bekannte Krater liegt in Südafrika und hat einen Durchmesser von rund 300 km.

    Das Objekt, das diesen Krater geschlagen hat, muss einen Durchmesser von zwischen 15 (Metallischer Asteroid, bzw. 25 für einen Stein-Asteroiden) und 50 km (Eis = Komet) gehabt haben. Der Krater ist mehr als doppelt so gross wie der Chicxulub-Krater, der manchmal mit dem Aussterben der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren in Verbindung gebracht wird.

    Die Diskussion, ob das grösste Massenaussterben der Erdgeschichte (vor 250 Millionen Jahren, als rund 95% aller Lebewesen auf der Erde verschwanden) auf Vulkanausbrüche oder auf einen Asteroiden-Impakt zurück zu führen ist, kann von neuem beginnen.

    Das ganze muss natürlich noch etwas intensiver untersucht werden. So wäre es wünschenswert, einige Proben des Kraters zur Hand zu haben, um definitiv zu entscheiden, ob man hier tatsächlich den grössten Krater der Erde gefunden hat.

    http://www.space.com/scienceastronom...ig_crater.html

    Ich habe auf meiner Seite einen kurzen Artikel dazu geschrieben:

    http://www.final-frontier.ch/index.p...ste_seiner_Art
    Zuletzt geändert von Bynaus; 02.06.2006, 10:49.
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  • #2
    Wow, ist schon interessant, was mit der neuesten Technik so alles gefunden wird. Solche Dinge finde ich immer extrem spannend. Freue mich auf neuere Details...
    Ich habe es satt, die Menschen zu durchschauen. Es ist so leicht, und es führt zu nichts. Elias Canetti
    Take it easy, but take it. Nothing Comes to you, when you waite to long.

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    • #3
      Stellt sich vor allem erstmal folgende Frage: Wie haben die den Krater 800 m unter dem Eis datiert? Dazu fehlen jegliche Angaben. Gab es Probebohrungen? Das halte ich für sehr unwahrscheinlich, sonst wäre der Krater schon früher aufgefallen. Bei dem Alter ist er mit Sicherheit auch schon von Sedimenten überdeckt, immerhin hat es weit mehr, als 200 Ma gedauert, bis der Krater endgültig unter dem Eis verschwand. Wenn ich mich da an die Vorlesung in Geophysik zurückerinnere, in der es hieß, dass die deutschen Mittelgebirge, die varistischen Alters sind, also nur unwesentlich Älter, als der neue Krater, längst eingeebnet sein müssten, wenn es da überhaupt keine Aktivitäten mehr gegeben hätte und es auch keine Schwereanomalie mehr geben dürfte, dann kommen mir da doch arge Zweifel auf, ob es sich da wirklich um einen echten wissenschaftlichen Meilenstein handelt
      (man hat übrigens über Ablagerungen von Flussterrassen festgestellt, dass auch die Mittelgebirge in Deutschland nach der Eiszeit noch eine gewisse Hebung erfahren haben)


      Zudem hat auch die Größe nichts zu sagen, denn der erwähnte größte Krater in Südafrika ist auch nicht mit einem MA asoziiert - wobei ich jetzt sagen muss, dass ich nicht weiß, ob der hier jetzt der im Jura (?) oder der im Präkambrium ist, sind beide nämlich in Südafrika, aber auch beide größer, als Chicxulub.
      Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
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      • #4
        Wäre jdenfalls interessant mehr zu erfahren, vor allem wie lange der Einschlag her ist. Je nach dem sind die Kraterchen sehr interessant weil sie je nach Art ein in sich geschlossenes Gebiet bilden können oder konnten.

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        • #5
          @Spocky: Die Frage des Alters ist für die Klärung, ob es sich hier wirklich um einen MA-Auslöser handeln könnte, natürlich entscheidend. Von Chicxulub ist ja eigentlich auch nichts mehr zu sehen, aber der liegt auch in tropischen Gebieten mit wesentlich höherer Erosion - möglicherweise ist die Erosion in den polnahen Gebieten so gering (so lang man kein Eis hat, natürlich), dass ein solcher Krater hätte erhalten bleiben können. Ist der Krater jedoch jünger, wird das ganze natürlich nur noch interessanter.

          Der Vredefort-Krater mit 300 km Durchmesser ist mit keinem MA assoziiert, er ist nämlich rund 2.2 Ga alt...

          EDIT: http://www.spaceref.com/news/viewpr.html?pid=19996
          Zuletzt geändert von Bynaus; 03.06.2006, 16:32.
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          • #6
            Wie gesagt, es gibt ja zwei Riesenkrater in Südafrika und vom einen wusste ich, dass es mehr, als 2 Ga sind.

            In den tropischen Regionen hat man überwiegend chemische Verwitterung, in den Polarregionen überwiegend physikalische Verwitterung (Frostsprengung, Abrieb durch Gletscher...).

            Gerade nach einigen Mio. Jahren Gletscheraktivität laut Wikipedia sind das sogar etwas mehr, als die von mir geschätzten 20 Ma, kann ich mir einfach schwer vorstellen, dass da noch so viel zu erkennen sein soll, zumal bis dahin auch schon wieder 225 Ma vergangen waren, und der Bereich damals wohl auch noch in den Tropen bis Suptropen gelegen haben soll - laut Wikipedia. Find leider gerade auf die schnelle nicht meine Karten aus der Historischen Geologie.

            Hm, anscheinend gibt es jetzt auch den Artikel auf deutsch:
            http://bildung.focus.msn.de/bildung/...aid_21985.html
            Offensichtlich soll das jetzt auf einer Expedition verifiziert werden...

            Leider finde ich die schöne Seite mit der Aufzählung der Einschläge nicht mehr und die hier hat vollkommen falsche Zahlen
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            • #7
              Interessanter Artikel Bynaus.

              Was ich jedoch überhaupt nicht verstehe ist folgende Passage:

              Zitat von Final Frontier
              Mit Hilfe des NASA-Satelliten "GRACE", der das Gravitationsfeld der Erde vermisst, wurde in Wilkes Land, einem riesigen Gebiet in der Ostantarktis, eine ungewöhnliche Massenkonzentration gefunden. Solche Konzentrationen können - etwa auf dem Mond oder dem Mars - auf die Anwesenheit eines nicht sichtbaren Kraters hindeuten.
              Ich kann mich entsinnen mal Bilder von der Erde gesehen zu haben, was diese Gravitationsfelder betrifft und da sah unser Planet eher wie eine unförmige Kartoffel aus. Geht es um diese Forschung?
              Wenn ja, was für eine Masse kann denn in so einem Krater sein? Die des Impactors? Ist der denn nicht verdampft?
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              • #8
                Hallo,

                ...das dürfte genau das selbe sein, den die Daten von GRACE werden unter anderem am Potsdamer-GFZ ausgewertet.

                http://de.wikipedia.org/wiki/Geofors...entrum_Potsdam

                Die "Kartoffel" die du meinst, ist der sogenannte Potsdamer-Geoid.

                Gruß Night...
                "Unzählige Menschen haben Völker und Städte beherrscht, ganz wenige nur, sich selbst."(Lucius Annaeus Seneca)
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                • #9
                  Müsste in einen Krater nicht weniger Masse sein? Also wenn der nicht gerade wieder mit Sedimenten überhäuft wurde?

                  Weil ja Stein/Erdmassive fehlen.

                  Könnte mir eher vorstellen das man so dann die Gravitationanomalien aufspürt. Weil die lokale Dichte im VErhältnis zur unmittelbaren Umgebung geringer ist.

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                  • #10
                    @Skymarshall: Du hast recht, das würde man tatsächlich erwarten. Es scheint aber so zu sein, dass der Krater eine positive Anomalie aufweist, möglicherweise wurde das Gestein darunter stark verdichtet. Die gleiche Art von "verdichtung" beobachtet man auch in Mondkratern.

                    @Spocky: Ja, du hast schon recht. Die Struktur ist nun mal aber da, ich glaube nicht, dass die in den letzten 20 Mio Jahren gebildet wurde (so dass alles Eis an der Stelle verdampft wäre, z.B.). Für eine Datierung müssen wir aber wirklich die Expedition abwarten.

                    Die Liste aller Kraterstrukturen auf der Erde hatte ich auch in meinem Artikel verlinkt. Du findest sie hier: http://www.unb.ca/passc/ImpactDatabase/
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                    • #11
                      Dann ist das wohl ein Phänomen welches man nicht auf Anhieb erwarten würde.

                      Schon erstaunlich das durch den Aufprall, durch die Verdichtung, die Einschlagstelle dichter ist als vorher. Obwohl ja relativ viel weggeschleudert wird.

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                      • #12
                        @ Sky und Bynaus: Was die Verdichtung angeht, so gibt es im Rieskrater-Museum in Nördlingen ein sehr anschauliches Modell dazu, in dem gezeigt wird, wie das bei einem Einschlag abläuft und wie die Geschwindigkeit der Verdichtung nach unten hin zunimmt. Zudem könnte es wohl auch ähnlich, wie in Skandinavien so sein, dass die Heraushebung noch nicht abgeschlossen ist, wobei mir die Zeit da doch arg lang erscheint und durch die zusätzliche Eisauflast ohnehin. Also Heraushebung jetzt dadurch, dass das Material aus dem Krater fehlt und der Bereich des Kraters so nicht mehr so schwer ist und das ganze nun durch den Auftrieb in der Asthenosphäre gehoben wird, wie bei einem Schiff, das entladen wird.

                        @ Bynaus: Hm, hier wird der Morokweng-Krater, um den es sich wohl handelt (dem Alter nach) nur noch mit 70 km veranschlagt. Offensichtlich wurde da die Größe doch um einiges nach unten korrigiert seit meiner Vorlesung.

                        @ Sky: Du musst bedenken, dass die vorhandenen Minerale in ihre Hochdruckvarietäten übergehen. Aus Kohlenstoff wird so beispielsweise Diamant. Hochdruckvarietäten zeichnen sich allgemein dadurch aus, dass sie dichter gepackt sind, als Niederdruckvarietäten.
                        Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
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