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Fusionsreaktor ITER beschlossen

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  • Fusionsreaktor ITER beschlossen

    10 Milliarden Euro für das teuerste Experiment auf Erden

    Sauberer Strom aus dem Sonnenfeuer - das verspricht der Fusionsreaktor Iter. Heute haben die EU und sechs Partnerstaaten den Vertrag über das Experiment unterzeichnet, dessen Kosten nur noch von denen der Raumstation ISS übertroffen werden.

    Kernfusion ist die Energiequelle der Zukunft - und wird es immer bleiben. Diese spöttische Redensart von Fusions-Skeptikern griff auch das Wissenschaftsmagazin "Science" auf, als es im vergangenen Monat beschrieb, was heute in Paris unterzeichnet wurde: "Iters 12-Milliarden-Dollar-Glücksspiel".

    Im Pariser Elyséepalast unterzeichneten heute die Vertreter der EU und sechs anderer Staaten den Vertrag zum Bau des fünf Milliarden Euro teuren Forschungsreaktors in Cadarache in Südfrankreich. Im Wald von Saint-Paul-lez-Durance soll eine Lichtung geschlagen und in den nächsten 20 Jahren ein 20.000 Tonnen schweres Experiment aufgebaut werden - der International Thermonuclear Experimental Reactor (Iter). Hauptfinanzier ist die Europäische Union mit den USA, Russland, China, Japan, Indien und Südkorea als Projektpartner. Die Unterzeichner von Paris repräsentierten mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung.
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    Quelle und ganzer Artikel: Spiegel.de


    Die Absichtserklärung den ITER zu bauen gab es ja schon länger, nun ist es aber endlich offiziell, nächstes Jahr geht es los mit dem nicht nur teuersten, sondern auch wichtigsten Experiment der Menschheit. Entweder es funktioniert, dann ist sichergestellt, das die zukünftig 12 - 15 Milliarden Menschen auf der Erde mit ausreichend Energie (Und als Folge dessen Nahrung, Trinkwasser, Medinzinische Versorgung usw usw) versorgt werden können, die Menschheit wird sich damit abfinden müssen, wesentlich weniger zahlreich und auf einem deutlich primitiveren technischen Niveau zu existieren. Ich persönliche ziehe Variante 1 vor und drücke die Daumen, das es klappt.

    Beängstigend an der Sache finde ich nur, das offensichtlich Indien das einzige Land ist, in dem die Politiker erkannt haben, wie drängend das Problem ist, da sie sich nicht nur massiv hier engagieren, sondern zusätzlich auch ein Mondprogramm angekündigt haben, dessen explizit genanntes Ziel ist, Helium3 zu schürfen, ein wesentlich besserer und ergiebigerer Brennstoff für einnen Fusionsreaktor als Tritium. Die Tatsache, das sich Indien gerade mit Mühe und Not etwas Wohlstand erarbeitet hat und den nicht wieder aufs Spiel setzen wird, scheint da den Blick für solche Probleme etwas zu schärfen.
    Wenn man sich im Vergleich dazu den Dünnsinn anguckt, den einige Politiker hierzulande zu dem Thema von sich geben, muss man sich echt mal wieder fragen, wofür die eigentlich bezahlt werden...

  • #2
    Hört sich interessant an. Die Frage ist ob es einfacher ist Tritium zu fusionieren oder Helium 3(wahrscheinlich sehr aufwändig) abzubauen.

    Also erstmal gucken ob es überhaupt (effizient) klappt und zweitens die Versorgung von einen geeigneten Rohstoff sicherzustellen.

    Am optimalsten wäre eine direkte Energiegewinnung aus Wasser - da am meisten davon vorhanden ist. Allerdings geht das wohl nicht so einfach. Wasserstoff selber ja auch keine Energiequelle, mehr Träger.

    Die weltweite Energiekrise wird kommen. Wenn die Ölvorräte verbraucht sind.

    Es sollte schleunigst Ausschau nach Alternativen gehalten werden. Und wenn das mit der Kernfusion klappt, sowie ausreichend Rohstoffe zur Verfügung stehen, dann wird das meiste wohl gesichert sein.

    Die Ausbeute bei der Kernfusion ist doch höher als bei der Spaltung oder?

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    • #3
      Die Ausbeute bei der Kernfusion ist doch höher als bei der Spaltung oder?
      Bei der Kernfusion entsteht viel mehr Energie als bei der Kernspaltung, das stimmt. Die Menge der entstandenen Radioaktivität ist dagegen sehr gering.


      Kol'od baLevav penimah, nefesh yehudi homiah. Ulfatei mizrach kadima, ayin leTzion zofia.
      Kol'od avda tikvatenu, haTikvah bat shnot alpayim. "Lihyot am hofshi be Arazenu, Eretz Tzion vYerushalayim."

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      • #4
        A propos Kernfusion: Ich hab da noch 2 recht interessante Links
        Eine Vorlesung von Dr. Robert W. Bussard, in der er eine alternative Methode zur Kernfusion vorschlägt:

        http://video.google.com/videoplay?do...21846673788606

        Und den neuen 'Nuclear boy scout'.

        http://www.freep.com/apps/pbcs.dll/a...WS03/611190639

        mfg
        Dalek
        Zuletzt geändert von Dalek; 22.11.2006, 17:04.
        "The Earth is the cradle of humanity, but one can not live in a cradle forever."
        -Konstantin Tsiolkovsky

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        • #5
          Das ITER Projekt ist sehr interessant.
          Das Projekt ist doch eigentlich schon geplant und der Reaktor ist doch auch als Blaupause vorhanden oder?
          Warum dauert dann der Bau ca 20 Jahre?
          Welche Stoffe werden denn für die Kernfusion gebraucht (ausser Tritium)?

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          • #6
            Zitat von Sky
            Die Ausbeute bei der Kernfusion ist doch höher als bei der Spaltung oder?
            Das kommt natürlich ganz darauf an, was zu Fusionieren möchtest. Wenn du was erhalten willst, das schwerer ist, als Eisen, danmn musst du noch Energie reinstecken, anstatt was rausholen zu können
            Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
            endars Katze sagt: “nur geradeaus” Rover Over
            Klickt für Bananen!
            Der süßeste Mensch der Welt terra.planeten.ch

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            • #7
              Naja, wenn mehr Energie rauskommt(als man reinsteckt) kann es ruhig leichter als Eisen sein. Oder?

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              • #8
                Ich hab nur darauf angespielt, dass nicht jeder Fusionsprozess Energie liefert, also auch nicht jeder Fusionsprozess enrgetisch günstiger ist, als eine Kernspaltung.
                Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
                endars Katze sagt: “nur geradeaus” Rover Over
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                • #9
                  Da du es wie immer sehr genau nimmst!

                  Aber ist ja auch gut. Man sollte schon differenzieren.

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                  • #10
                    Zitat von Mendred Beitrag anzeigen
                    Das ITER Projekt ist sehr interessant.
                    Das Projekt ist doch eigentlich schon geplant und der Reaktor ist doch auch als Blaupause vorhanden oder?
                    Warum dauert dann der Bau ca 20 Jahre?
                    Welche Stoffe werden denn für die Kernfusion gebraucht (ausser Tritium)?
                    Das Projekt ist erstmal für 20 Jahre finanziert, sprich Bau, Test und Betrieb. Es wird nicht 20 Jahre am Reaktor gebaut.
                    Gebraucht werden Deuterium und Tritium, beide entweder im Meerwasser vorhanden bzw leicht herstellbar.
                    Die größte technische Hürde ist die Reaktorhülle, die immerhin über einen langen Zeitraum hinweg Teperaturen von mehreren Millionen Grad aushalten muss, ein nicht ganz triviales Problem, aber u.a. wegen solcher Fragen wird das ganze ja gemacht.

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                    • #11
                      Naja, die Hülle an sich muss nicht solche Temperaturen aushalten
                      Die Hülle wird durch das Magnetfeld vom extrem heissen Plasma abgeschirmt... Die hülle muss eher Teilchenbeschuss aushalten. Da ist nämlich der Knackpunkt.
                      Durch den Beschuss von Überresten der Fusion wird aus der Hülle immer wieder was rausgeschlagen und verunreinigt das Plasma.
                      "Wissenschaft ist die einzige Wahrheit, die reinste Wahrheit"

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                      • #12
                        Das ist wahrhaft ein Mega Projekt. Jedoch ist 20 Jahre eine sehr Lange Zeit und die neue Weltwirtschaftskriese rückt immer und vorallem schneller näher. Ich bin jetzt kein Fachmann was Physik angeht (bin ja auch erst 17), aber arbeitet CERN nicht an neuen Atomkraftwerken die mit Torlium funktionieren ? Welches viel nützlicher als Uranium ist und es laut Statistiken die Welt 2000 Jahre lang weiter mit Strom versorgen könnte, bis der Vorrat aufgebraucht ist. (Hat mir ein Bekannter der Physiker dort ist erzählt) ^^

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                        • #13
                          Hmm, warum sollte man weiter an Atomkraftwerken arbeiten?
                          Man könnte mit Atomkraftwerken jetzt auch noch viele viele Jahre lang die Stromversorgung sichern. Nur bringt das eben stark radioaktiven Abfall mit. Deswegen werden doch Fusionskraftwerke erforscht um eben keinen(wenig) Abfall zu haben.
                          "Wissenschaft ist die einzige Wahrheit, die reinste Wahrheit"

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                          • #14
                            Zitat von FirstBorg Beitrag anzeigen
                            Hmm, warum sollte man weiter an Atomkraftwerken arbeiten?
                            Man könnte mit Atomkraftwerken jetzt auch noch viele viele Jahre lang die Stromversorgung sichern. Nur bringt das eben stark radioaktiven Abfall mit. Deswegen werden doch Fusionskraftwerke erforscht um eben keinen(wenig) Abfall zu haben.

                            Als Übergangslösung, bis man Fusionsreaktoren bauen kann.
                            Thoriumreaktoren haben außerdem den Vorteil, daß sie sauberer und sicherer als Urankraftwerke sind, nur halt ein bissel teurer. Die Technologie ist übrigens afaik schon seit den 6oer Jahren verfügbar, da man aber aus ihnen kein Material für Nuklearwaffen rauskriegt, waren sie im kalten Krieg nicht gefragt.



                            mfg
                            Dalek
                            "The Earth is the cradle of humanity, but one can not live in a cradle forever."
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                            • #15
                              Zitat von Linke Beitrag anzeigen
                              Das ist wahrhaft ein Mega Projekt. Jedoch ist 20 Jahre eine sehr Lange Zeit und die neue Weltwirtschaftskriese rückt immer und vorallem schneller näher. Ich bin jetzt kein Fachmann was Physik angeht (bin ja auch erst 17), aber arbeitet CERN nicht an neuen Atomkraftwerken die mit Torlium funktionieren ? Welches viel nützlicher als Uranium ist und es laut Statistiken die Welt 2000 Jahre lang weiter mit Strom versorgen könnte, bis der Vorrat aufgebraucht ist. (Hat mir ein Bekannter der Physiker dort ist erzählt) ^^
                              Ja, diese Thorium-Hochtemperatur-Reaktoren werden schon seit längerer Zeit erforscht, aber so richtig geht es damit meines Wissens nicht mit voran. Technisch sehr aufwendig, ziemlicher Schweinkram was den Abfall angeht. Abgesehen davon ist die Energieausbeute geringer als bei Uran und soviel mehr Thorium als Uran gibt es nun auch wieder nicht. Die modernen Uran-Reaktoren, wie etwa der, der gerade in Finnland gebaut wird reichen als Lückenbüsser völlig aus, bis die Kernfusion einsatzfähig ist, aber spätestens dann sollte man die Dinger durch Fusionsreaktoren ersetzen. In Anbetracht der Problematik der Entsorgung halte ich es für nicht wirklich sinnvoll, da jetzt noch eine komplett neue Technologie zu entwickeln.

                              Naja, die Hülle an sich muss nicht solche Temperaturen aushalten
                              Die Hülle wird durch das Magnetfeld vom extrem heissen Plasma abgeschirmt... Die hülle muss eher Teilchenbeschuss aushalten. Da ist nämlich der Knackpunkt.
                              Durch den Beschuss von Überresten der Fusion wird aus der Hülle immer wieder was rausgeschlagen und verunreinigt das Plasma.
                              Magnetfelder schirmen aber keine elektromagnetische Strahlung ab, dieses Hochtemperaturplasma leuchtet in allen Frequenzbereichen wie ein Weinachstbaum, es muss gar nicht in Kontakt mit der Hülle kommen, es reicht schon die Nähe.

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