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Interstellarer Körper A/2017 U1 rast mit 44 km/s durchs Sonnensystem

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  • Interstellarer Körper A/2017 U1 rast mit 44 km/s durchs Sonnensystem

    Am 18.10.2017 wurde
    https://en.wikipedia.org/wiki/A/2017_U1
    entdeckt und zuerst als Komet C/2017 U1 PanSTARRS benannt und wenige Tage später zum Asteroiden mit dem kürzeren Namen umgestuft, da er keine typischen Merkmale eines Kometen zeigte. Er hat eine Exzentrizität von fast 1,2 (Komet Halley 0,967) und näherte sich der Sonne fast senkrecht zur Planetenebene mit 25,5 km/s und wurde von der Sonne (Geschwindigkeit beim Perihel 87,8 km/s) auf eine Bahn etwa parallel zur Planetenebene mit einer Geschwindigkeit von 44km/s umgelenkt (Änderung um ca 110°). Dabei flog der Körper in einem Abstand von ca. 0,2 AU "unter" der Erde durch und wird auf "Nimmerwiedersehen" das Sonnensystem verlassen, da der Körper wesentlich schneller als die Fluchtgeschwindigkeit des Sonnensystems ist (Zum Vergleich: New Horizons hat z.Z. eine Geschwindigkeit von ca 14,5 km/s). Einen User eines anderen Forums erinnert dieser Körper an den Roman von Arthur C. Clarke "Rendezvous mit Rama"bzw "Rendezvous mit 41/439" (1973), in dem sich ein 50km großer künstlicher Körper dem Sonnensystem im 22.Jhdt. auf einer sehr ähnlichen Bahn näherte.
    Zuletzt geändert von Thomas W. Riker; 27.10.2017, 23:02.
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  • #2
    Interessant ist, dass das Objekt in der Spektralanalyse rot erscheint. Das kennt man hauptsächlich von Objekten aus dem Kuipergürtel. Nur bestehen die vorrangig aus Eis und hier handelt es sich wohl um einen Gesteinsbrocken, da er in Sonnennähe keinen Schweif entwickelt hat.
    Das unterstreicht nochmal den interstellaren Ursprung und zeigt uns, dass die Zusammensetzung dieser Objekte von Sonnensystem zu Sonnensystem doch recht stark varriieren kann.
    Eine Zurückverfolgung der Bahn scheint den Brocken auch sehr nah an die Wega zu bringen. Wega ist noch sehr jung und von einer Staubscheibe, ähnlich dem Kuipergürtel, umgeben. Vielleicht kommt er ja von dort. Bei einer Geschwindigkeit von 26 km/s dürfte er in etwa 300000 Jahre für den Trip gebraucht haben. Garnichtmal so viel, nach kosmischen Maßstäben.

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    • #3
      In astronews hat Bynaus übrigens geschrieben, dass man aus dieser Richtung durchaus öfter Objekte erwarten kann. Wega in der Leier liegt nahe am Nachbarsternbild Herkules und in diesem liegt der solare Apex, also der Punkt zu dem sich die Sonne incl Planetensystem bewegt. Die Geschwindigkeiten des Körpers und des Sonnensystems haben sich bei diesen Flugbahnen fast addiert.

      Edit: Da sich die Sonne laut aktuellen Daten mit 19,7 km/s auf den Apex bewegt, gehen rund 3/4 der Relativgeschwindigkeit Sonne - A/2017 U1 auf das Konto des Sonnensystems. Ein vergleichbarer Körper aus Richtung des Antapex im Sternbild Taube würde sich also immer weiter von der Sonne entfernen, da er zu langsam wäre.
      Zuletzt geändert von Thomas W. Riker; 29.10.2017, 23:21.
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      • #4
        Soso, in astronews äußert sich Bynaus zu dem Artikel, aber als ich ihn auf seine FB-Seite gesetzt hab, hat er nicht drauf reagiert. Hätte mich schon auch interessiert, was Bynaus darüber weiß.

        Hast du den Link?
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        • #5
          Der Thread ist bei
          www.astronews.com/forum/
          gut zu finden.
          Bei
          www.raumfahrer.net
          läuft auch eine intensive Diskussion zum Thema.
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          • #6
            Und schon hat das Objekt einen von der IAU genehmigten hawaiianischen Namen:
            1I/'Oumuamua (1I für erstes interstellares Objekt und der Name ist eine Wortkonstruktion, die in etwa Bote aus der fernen Vergangenheit bedeutet).
            Es ist noch unter der alten Bezeichnung im Eröffnungsbeitrag zu finden. Im link ist auch eine Animation der Flugbahn (incl der Bewegungen der Planeten unseres Sonnensystems zu finden. Man geht davon aus, dass das Objekt nicht direkt vom Stern Wega stammt, dann wäre es nur einige Hunderttausend Jahre unterwegs gewesen, sondern evtl schon vor Jahrmilliarden aus seinem "Geburtssystem" geschleudert wurde.
            Schade, dass das Objekt gut doppelt so schnell ist, wie unsere Deep Space Sonden und daher mit der heutigen Technologie und der der nächsten Jahrzehnte nicht erreicht werden kann. 5 AU pro Jahr + Planungszeit machen eine Aufholjagd jenseits purer Scifi-Fantasien leider illusorisch.
            Das Objekt fliegt jetzt in Richtung Sternbild Pegasus.
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            • #7
              Leicht OT: Man stelle sich mal vor, eine extraterrestrische Sonde würde derartig durchs Sonnensystem rasen. Wir könnten nur ungläubig zugucken und uns die Haare raufen, weil wir die einmalige Gelegenheit nicht nutzen könnten. Wie schon im EIngangspost erwähnt, erinnert das ja wirklich an Rama, nur dass uns noch die technischen Möglichkeiten fehlen, ein so schnelles Objekt zu untersuchen.
              "Die Wahrheit ist so schockierend, die kann man niemandem mehr zumuten." (Erwin Pelzig)

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              • #8
                Obendrein hat das Ding auch noch eine eher langgestreckte Form: https://www.heise.de/newsticker/meld...m-3894914.html
                Zuletzt geändert von Mondkalb; 21.11.2017, 09:11.
                "Die Wahrheit ist so schockierend, die kann man niemandem mehr zumuten." (Erwin Pelzig)

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                • #9
                  So ein bisschen erinnert mich die künstlerische Darstellung des Objektes an die Domesday Maschine aus Star Trek Classic (Episode mit Commodore Decker).
                  \\// Dup dor a´az Mubster
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