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Sitzt im Mittelpunkt der Erde ein natürlicher Kernreaktor?

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  • Sitzt im Mittelpunkt der Erde ein natürlicher Kernreaktor?

    Wenn man diesem Artikel (bzw. der beschriebenen Theorie darin) glauben mag, dann läuft im Erdmittelpunkt ein gigantischer Kernreaktor, der unter anderem das Erdmagnetfeld erzeugt.

    Der Witz: Das Ding kann "bald" ausgehen. Ist das etwa schon dem Mars passiert?

    Ist eventuell so ein Planetensterben häufiger? Dann könnte es einen sehr großen Einfluss auf die Entwicklung von Leben haben...
    können wir nicht?

    macht nix! wir tun einfach so als ob!

  • #2
    Sehr interessante Theorie.
    Die Annahme, die Zusammensetzung der Erde entspräche nicht der der gewöhnlichen Chondriten sondern den Enstatit-Chondriten, hat es in sich.
    DENN: Nur 1.4% aller Meteoritenfälle sind Enstatit-Chondrite.
    Dagegen sind 81% aller Meteoritenfälle gewöhnliche Chondrite.
    Und da haben wir auch das Problem mit dieser Theorie.
    Sie ist in sich schlüssig, aber, dass ihre grundlegende Annahme stimmt, ist statistisch fraglich.

    Ansonsten ist die Sache mit der Kernspaltung im Erdkern... nett. Herndon hat mit seinen Simulationen gezeigt, dass es MÖGLICH ist.
    Die bekannte Dynamo-Theorie erklärt aber sämtliche Phänomene des Erdmagnetfelds, sowohl im Falle der Erde, wie auch anderswo im Sonnensystem.

    Daher ist Herndons Theorie meiner Ansicht nach mit Skepsis zu genießen.
    Nochmal ABER: Der entscheidende Satz ist:

    "Ob an Herndons Theorie etwas dran ist, kann derzeit niemand sagen. Aber sie ist in sich konsistent und kann erstaunlich viele bekannte geophysikalische Fakten reproduzieren. Deshalb hätte sie es wenigstens verdient, schlüssig widerlegt zu werden."

    Dem kann ich mich nur anschließen.
    Ever danced with the devil in the pale moonlight?
    -- Thug --

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    • #3
      Was mich da auch noch wurmt ist die Annahme, dass hier ein Gasplanet von der Grösse Jupiters gewesen sein soll... wie kam dann der Mond zustande? Und weiterhin, wie verlor die Erde dann diese hypothethische Gashülle? Sonnenwind allein wird es wohl eher weniger geschafft haben, vor allem wenn man bedenkt wieviele Hot Jupiters man bisher entdeckt hat die wesentlich näher an ihren (tw. aktiveren IIRC) Sternen sind..
      Ich wurde schon als linkslinker Linksmarxistengutmenschlinker bezeichnet. Was soll das sein?

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      • #4
        DENN: Nur 1.4% aller Meteoritenfälle sind Enstatit-Chondrite.
        Dagegen sind 81% aller Meteoritenfälle gewöhnliche Chondrite.
        Das ist dann aber auch schon alles, was dagegen spricht. Da besteht nämlich die Frage, ob denn aus der Verteilung der Meteoriten auf die Zusammensetzung der Erde geschlossen werden kann.
        Ich bin kein Geologe, wie sieht es denn aus, ist der Anteil der Chondriten heute so groß oder von der Entstehung des Sonnensystems an? Gibts da Schätzungen? Die einfachste Erklärung wäre ja, dass die Enstatit Chondriten so selten sind, weil sie eben in Planeten aufgegangen sind, oder?

        @Challenger: Da spricht man von der Bildung von Gasplaneten vor der Zündung der Sonne. Inwieweit das mit aktuellen extrasolaren Planeten konform ginge, müsste Bynaus wissen.
        können wir nicht?

        macht nix! wir tun einfach so als ob!

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        • #5
          Zitat von blueflash Beitrag anzeigen
          Das ist dann aber auch schon alles, was dagegen spricht. Da besteht nämlich die Frage, ob denn aus der Verteilung der Meteoriten auf die Zusammensetzung der Erde geschlossen werden kann.
          Ich bin kein Geologe, wie sieht es denn aus, ist der Anteil der Chondriten heute so groß oder von der Entstehung des Sonnensystems an? Gibts da Schätzungen? Die einfachste Erklärung wäre ja, dass die Enstatit Chondriten so selten sind, weil sie eben in Planeten aufgegangen sind, oder?
          Ich hab mich eben falsch ausgedrückt. Die Annahme, die Erde habe die gleiche Zusammensetzung wie die gewöhnlichen Chondriten, kommt nicht von deren Fallhäufgkeit hier auf der Erde.

          Die Zusammensetzung von gewöhnlichen Chondriten entspricht bis auf einige stark flüchtige Elemente der Zusammensetzung der solaren Photosphäre. Da die Sonne mehr als 99% der Masse des Sonnensystems in sich vereint, ist es absolut gerechtfertigt anzunehmen, dass auch die solare Akretionsscheibe, aus der sich die Planeten bildeten, die selbe Zusammensetzung hatte. Und daraus folgt, dass auch die Erde diese Zusammensetzung haben muss.
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          • #6
            Da ich genau dieses Thema in einem anderen Forum bereits behandelt habe, hier nur ein Link zum Beitrag:

            astronews.com Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - Kernreaktor im Zentrum der Erde ?

            (ich seh gerade: Challenger hat das gut zusammengefasst. Ich hab allerdings noch die Einwände gegen seinen Einwand mit den Hot Jupiters behandelt )

            Zitat von HiroP
            Sie ist in sich schlüssig, aber, dass ihre grundlegende Annahme stimmt, ist statistisch fraglich.
            Nicht unbedingt. Die Meteorite, die am häufigsten auf die Erde fallen, müsen nicht unbedingt die häufigsten im Sonnensystem sein. Meteorite sind Bruchstücke von Asteroiden, die auf auf eine Bahn kommen, die sich in Resonanz zur Bahn von Jupiter befindet (innerhalb der sog. "Kirkwood-Lücken" im Asteroidengürtel) - die Asteroidengruppen, die am nächsten bei den Kirkwood-Lücken sind, haben eine viel grössere Wahrscheinlichkeit, Meteoriten zur Erde zu senden als z.B. Asteroidengruppen im äusseren Gürtel.

            Zitat von blueflash
            Die einfachste Erklärung wäre ja, dass die Enstatit Chondriten so selten sind, weil sie eben in Planeten aufgegangen sind, oder?
            Naja, das wäre sehr seltsam. Warum haben sich bloss nur die Enstatit-Chondrite dazu entschlossen, zu Planeten zu werden?

            Zitat von HiroP
            Die Zusammensetzung von gewöhnlichen Chondriten entspricht bis auf einige stark flüchtige Elemente der Zusammensetzung der solaren Photosphäre. Da die Sonne mehr als 99% der Masse des Sonnensystems in sich vereint, ist es absolut gerechtfertigt anzunehmen, dass auch die solare Akretionsscheibe, aus der sich die Planeten bildeten, die selbe Zusammensetzung hatte. Und daraus folgt, dass auch die Erde diese Zusammensetzung haben muss.
            Richtig. Wer postuliert, dass die Erde wie ein Enstatit-Chondrit zusammengesetzt sei, muss auch die Elementhäufigkeiten der solaren Photosphäre erklären können...
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            • #7
              Zitat von blueflash Beitrag anzeigen
              @Challenger: Da spricht man von der Bildung von Gasplaneten vor der Zündung der Sonne. Inwieweit das mit aktuellen extrasolaren Planeten konform ginge, müsste Bynaus wissen.
              Was genau meinst du damit? Eine Sonne entsteht doch mehr oder weniger gleichzeitig mit ihren Planeten. Eine Gaswolke kollabiert (durch einen Auslöser wie Supernovaschockfrond etc..), diese verdichtet sich in kleineren Abschnitten weiter, Globulen oder so ähnlich. Auf Grund eines kleinen Drehimpulses, den eigendlich jedes Material hat, bilden sich Akkretionsscheiben um den Protostern herum aus der dann ein Planetensystem entstehen kann.

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              • #8
                Zitat von Floore Beitrag anzeigen
                Eine Sonne entsteht doch mehr oder weniger gleichzeitig mit ihren Planeten.
                Relativ gleichzeitig, ja.
                Aktuelle Modelle der Planetenentstehung zeigen, dass man bereits ein paar Mio. Jahre nach dem Zünden der Kernfusion in der Sonne in der protoplanetaren Scheibe Körper von Meter-Größe habe kann. Weitere Rechnungen haben gezeigt, dass man dann innerhalb von einigen hunderttausend Jahren bis wenigen Mio. Jahren einen Jupiter produzieren kann.

                Ich zitier mich mal selbst:
                Man nimmt heute an, dass sich das Sonnensystem wie folgt gebildet hat.

                Alles begann mit einer kalten Molekülwolke aus Gas und Staub im interstellaren Raum. Kalt heißt in diesem Fall ungefähr 20 - 30 K. Diese Wolke befand sich in einem hydrodynamischen Gleichgewicht zwischen Druck (auseinander drückend) und Gravitation (zusammenziehend).

                Dann wurde dieses empfindliche Gleichgewicht gestört, z.B. durch eine nahegelegene Supernova. Diese Supernova erzeugte eine Schockwelle, die nach einiger Zeit unsere Wolke traf. Dadurch wurde das hydrodynamische Gleichgewicht an manchen Stellen in der Wolke zugunsten der Schwerkraft gestört und diese Teile zogen sich nun weiter zusammen.
                Betrachten wir nun mal einen einzelnen kollabierenden Teil der Wolke. Während er sich weiter zusammenzog, begann er zu rotieren und fIachte sich zu einer rotierenden Scheibe ab. In seiner Mitte bildete sich sozusagen ein großer Klumpen, der immer heißer wurde und schließlich zu einem Protostern heranwuchs. In seinem Inneren herrschten Drücke und Temperaturen, die hoch genug waren, um Kernfusion von Wasserstoff zu Helium zu ermöglichen. Einige Hunderttausend Jahre nach Beginn des Kollapses war die Sonne entstanden.

                Um die Sonne herum rotierte noch immer eine Scheibe aus Gas und Staub, die Akkretionsscheibe.

                Verschiedene Prozesse führten innerhalb der Scheibe nach Millionen von Jahren zur Bildung erster größerer Körper im Meter-Bereich, der Planetesimale. Diese wuchsen weiter und schließlich bildeten sich aus ihnen die Kerne der heutigen Planeten. Diese waren bereits groß genug, um durch ihre Schwerkraft Gas und Staub aus der Akkretionsscheibe "aufzusaugen".

                Die über das ganze System verteilten Planetesimale kollidierten im Laufe der Jahrmilliarden mit Planeten oder anderen Planetesimalen. Dies führte dazu, dass das Sonnensystem bis hinaus zum Neptun, abgesehen vom Asteroidengürtel, heute relativ frei von größeren Körpern ist.

                Innerhalb der Marsbahn war es durch die Sonne zu heiß, um flüchtige Stoffe wie Wassereis zu erhalten. Dies führte dazu, dass die sogenannten terrestrischen Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars vermutlich "trocken" entstanden. Es wird heute als erwiesen angesehen, dass das Wasser der Erde nicht auf der Erde selbst enstanden ist: Die Erde erhielt ihr Wasser durch ein Jahrmillionen dauerndes Bombardement durch Abertausende von Kometen, die jenseits der Jupiterbahn entstanden waren.
                Ever danced with the devil in the pale moonlight?
                -- Thug --

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                • #9
                  Die Erde erhielt ihr Wasser durch ein Jahrmillionen dauerndes Bombardement durch Abertausende von Kometen, die jenseits der Jupiterbahn entstanden waren.
                  Wobei man hier noch erwähnen muss, dass auch die Asteroiden einen wichtigen Anteil am Wasser der Erde haben. Also wäre "Kometen & Asteroiden" besser.
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                  • #10
                    Zitat von blueflash Beitrag anzeigen
                    Das ist dann aber auch schon alles, was dagegen spricht. Da besteht nämlich die Frage, ob denn aus der Verteilung der Meteoriten auf die Zusammensetzung der Erde geschlossen werden kann.
                    Ich bin kein Geologe, wie sieht es denn aus, ist der Anteil der Chondriten heute so groß oder von der Entstehung des Sonnensystems an? Gibts da Schätzungen? Die einfachste Erklärung wäre ja, dass die Enstatit Chondriten so selten sind, weil sie eben in Planeten aufgegangen sind, oder?
                    Wie HiroP und Bynaus schon gezeigt haben, besteht kein Grund für die Erde eine andere Zusammensetzung anzunehmen. Im Gegenteil:

                    Wenn man für den Kern dieselbe Eisen-Nickel-Verteilung wie in Eisenmeteoriten annimmt, dann kommt man genau auf die notwendige Dichte, die man braucht, um, die Gesamtdichte zu erklären, die ja deutlich höher liegt, als die des Mantels und der Kruste. Bei reinem Eisen wäre die Dichte beispielsweise zu hoch.
                    Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
                    endars Katze sagt: “nur geradeaus” Rover Over
                    Klickt für Bananen!
                    Der süßeste Mensch der Welt terra.planeten.ch

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