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Astronomie - Hubble Aufnahmen am PC vs. Hobbyteleskop, was gewinnt man durch letztere

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  • Astronomie - Hubble Aufnahmen am PC vs. Hobbyteleskop, was gewinnt man durch letztere

    s?


    Es ist vielleicht eine blöde Frage und auch ein mehr als unfairer Vergleich, aber
    ich würde dennoch gerne wissen, ob man durch ein eigenes Teleskop irgendetwas im Vergleich zu den Aufnahmen von Hubble gewinnen kann. (nicht auf Bildqualität bezogen, das hier Hubble um Längen gewinnt ist eh klar)

    Oder um die Frage etwas anders zu stellen, worin liegt heutzutage noch der Sinn sich ein Teleskop zu kaufen und selber Astonomie am Nachthimmel zu betreiben, wenn man sich auch genauso gut die ganzen Kosten und das Prozedere sparen kann, in dem man einfach am PC die Aufnahmen des Hubble Teleskops betrachtet?


    Mir selbst fallen da momentan nur folgende Vorzüge bei einem eigenen Teleskop ein:

    1. Das Aha Erlebnis zu haben & den Spaß an der Freue mal so etwas gemacht zu haben. (wobei hier die Gefahr besteht, daß man danach das Teleskop in den Keller stellt)
    2. Man ist nicht abhängig und kann zu beinahe jeder Zeit selbst bestimmen welches Objekt man gerade beobachten will.

    Das war es dann aber auch schon was mir dazu an Vorteilen einfällt.

    Man könnte jetzt vielleicht noch anmerken, daß es etwas anderes ist, die Sterne anstatt am Bildschirm mit den eigenen Augen durch eine optische Linse zu beobachten, aber wenn man hier berücksichtigt, daß man bei einem eigenen Teleskop eher nur schlechte verwaschene Bilder erhält, dann ist das eigentlich kein Argument gegen Hubble und für ein eigenes Teleskop.


    Daher würde ich gerne von einigen Hobby Astronomen wissen, ob ich hier noch irgendetwas übersehen habe.
    Warum zieht ihr Hobby Astronomen ein eigenes Teleskop den Hubble Aufnahmen vor?
    Bzw. was macht das selber beobachten so toll?


    Ich frage insbesondere auch unter der Berücksichtigung, daß es mich schon reizen würde, ein eigenes Teleskop zu kaufen und zu benutzen, aber mein Verstand sagt mir halt, daß es absolut unwirtschaftlich oder rausgeschmissenes Geld wäre, weil man mit Hubble viel preiswerter viel bessere Bilder erhält.
    Ein eigenes Teleskop müßte also noch mehr bieten können als nur statische Bilder. Nur, was wäre das?
    Bewegt sich da vielleicht irgendetwas, so daß man einen Vorteil gegenüber statischen Bildern hat?
    (mit bewegen meine ich hier jetzt aber nicht die Planeten die ihre Bahnen ziehen oder die Sterne die am Himmel entlang wandern, sondern eher Bewegungen an einem speziell ausgewählten Objekt wie Nebel, Sternhaufen, Wolken auf dem Mars etc. die auch schnell genug ablaufen, so daß diese einen Vorteil gegenüber statischen Aufnahmen liefert)

    Was kann man also mit einem eigenen Teleskop machen, wenn wir mal bei der Himmelsbeobachtung bleiben, was man mit
    Bildern von Hubble oder Aufnahmen von anderen professionellen Teleskopen oder gar Raumsonden (wenn es um Planeten geht) nicht machen kann?
    Zuletzt geändert von Cordess; 04.04.2008, 06:21.
    Ein paar praktische Links:
    In Deutschland empfangbare FreeTV Programme und die jeweiligen Satellitenpositionen
    Aktuelles Satellitenbild
    Radioaktivitätsmessnetz des BfS

  • #2
    Es gibt unter den Hobbyastronomen eine ganze Menge Kometen- und Asteroidenjäger, die hoffen, einen unbekannten Asteroiden oder Kometen als erster zu finden.
    Es ist heutzutage nicht mehr so leicht, einen guten Beobachtungsplatz zu finden, weil man der allgegenwärtigen Lichtverschmutzung kaum entgehen kann. Ich wohne mitten in der Stadt und habe kein Auto, für mich hätte es keinen Sinn mehr.
    Ich hatte als Kind ein Teleskop und hatte damals sehr viel Freude daran. Das war aber natürlich zu einer Zeit, als es noch keine Computer und kein Internet gab. Astronomische Fotografien konnte man nur in Büchern oder wenigen Zeitschriften sehen.

    Heute kann man mit ein paar Klicks im Internet die unglaublichsten Aufnahmen finden. Außerdem gibt es sowohl kommerzielle als auch kostenlose Astronomieprogramme, die nicht nur nahezu naturgetreue Himmelsansichten wiedergeben sondern darüberhinaus noch jede Menge Informationen bieten, sowie die Möglichkeit, Zeitabläufe komprimiert darzustellen und so ein besseres Verständnis der "Himmelsmechanik" ermöglichen.

    Trotzdem gibt es immer noch Liebhaber, die auch eigene Aufnahmen mit dem Teleskop machen.
    Warum? Das gleiche könnte man Hobbyfotografen fragen, denn man kann auch nahezu jedes andere Motiv im Internet finden.
    "Die Wahrheit ist so schockierend, die kann man niemandem mehr zumuten." (Erwin Pelzig)

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    • #3
      Ich würde auch sagen, dass der grösste Vorzug eines eigenen Teleskops ist, den Himmel mit eigenen Augen so zu sehen, wie man ihn noch nie gesehen hat. Da mag Cassini noch so tolle Bilder vom Saturn schicken, Saturn mit seinen Ringen mit eigenen Augen zu sehen, hat doch eine ganz andere Qualität. Und dann der orange Punkt daneben - Titan! Oder Sterne, Galaxien und Nebel, die man sonst eben nur von Bildern kennt, mit eigenen Augen zu sehen - diese Objekte sind wirklich DA! Das kann schon ein stückweit süchtig machen...

      Es geht ja nicht darum, bessere Bilder als das Hubble zu machen. Es geht um den eigenen Spass und die eigene Erfahrung! Man fährt ja trotzdem in den Urlaub und sieht sich, sagen wir, das Kolosseum von Rom an, obwohl man auch zu Hause am PC sitzen und sich Bilder davon angucken könnte (vielleicht findest du sogar eine 3D-Simulation mit vielen Zusatzinfos). Oder man fährt vielleicht trotzdem Ski oder Fahrrad, auch wenn man weiss, dass man nie an einen Bode Miller oder Lance Armstrong herankommen wird - einfach weil es Spass macht!

      Wenn du aus der Beobachtung von Himmelsobjekten mit eigenen Augen keinen persönlichen Profit ziehen kannst, dann würde ich kein Teleskop kaufen - wäre nur herausgeworfenes Geld.
      Planeten.ch - Acht und mehr Planeten (neu wieder aktiv!)
      Final-frontier.ch - Kommentare vom Rand des Universums

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      • #4
        Schau dich doch mal nach einer Volkssternwarte oder einer Vereinssternwarte in deiner Nähe um. Die bieten meistens Beobachtungskurse an, die kosten dann zwar möglicherweise eine Kleinigkeit, aber du brauchst nicht gleich in ein ganzes Teleskop zu investieren. Da kannst du dann erst einmal testen, ob dir das Beobachten wirklich gefällt oder nicht. Du bekommst gleich auch eine Anleitung, wie man es "richtig" macht und du hast gleich am ersten Tag das Erfolgserlebnis.

        Außerdem hast du da Leute, die dich bei Bedarf beraten können und dir sagen, auf was du bei einem Kauf achten solltest, wenn du dich doch dafür entscheiden solltest. Wenn es dir gefällt, gibt es immer noch die Möglichkeit, dem Verein beizutreten. Dort hast du dann möglicherweise sogar bessere Teleskope zur Verfügung, als es sich eine Einzelperson in der Regel leisten kann und außerdem ist es auch häufig netter, mit mehreren Leuten zu beobachten, als allein irgendwo in der Kälte zu stehen.

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        • #5
          Zitat von Cordess Beitrag anzeigen
          Es ist vielleicht eine blöde Frage und auch ein mehr als unfairer Vergleich, aber
          ich würde dennoch gerne wissen, ob man durch ein eigenes Teleskop irgendetwas im Vergleich zu den Aufnahmen von Hubble gewinnen kann.
          Es gibt keine blöden Fragen, nur blöde Antworten...

          Wenn man in das Hobby Astronomie einsteigen möchte, muss man zuerst die schönen bunten Bilder aus dem Kopf kriegen. Natürlich sind diese auch hilfreich, um sich eine Vorstellung von dem Objekt zu verschaffen. Deep-Sky Objekte (Sternhaufen, Galaxien, Diff. Nebel) erscheinen dem bloßem Auge nur als matschige grau-grünliche Flecke und keinesfalls farbig.
          worin liegt heutzutage noch der Sinn sich ein Teleskop zu kaufen und selber Astonomie am Nachthimmel zu betreiben, wenn man sich auch genauso gut die ganzen Kosten und das Prozedere sparen kann, in dem man einfach am PC die Aufnahmen des Hubble Teleskops betrachtet?
          Das Erlebnis ist entscheidend, das Objekt mit eigenen Augen zu sehen und sich vorzustellen, dass die Photonen u.a. mehrere Millionen Jahre unterwegs waren um in dein Auge und auf die Netzhaut zu gelangen. Aber das hast du ja selbst schon angedeutet...

          Warum fährt man in den Urlaub? Wenn man genausogut auf dem heimischen Balkon in einer Liege sitzen und sich z.B. Bilder vom Grand Canyon anschauen könnte.

          Warum zieht ihr Hobby Astronomen ein eigenes Teleskop den Hubble Aufnahmen vor?
          Bzw. was macht das selber beobachten so toll?
          Selbst mit relativ kleinen Teleskopen und einer Digitalen Kamera kann man heutzutage schon ordentliche Bilder von Deep-Sky Objekten machen, die noch vor ein paar Jahren undenkbar waren. Schau die z.B. mal Bildgalerien von Hobbyastronomen im iNet oder in Astronomie-Foren an. Zwar gibt es auch Hobbyastronomen, die das ganze semiprofessionell machen.
          Schon mit einer Webcam und Freeware (um die Einzelbilder der Webcam zu überlagern) kann man z.B. auch sehr gute Bilder von Planeten machen.
          Die meisten ziehen aber die visuelle Beobachtung vor, einige Zeichnen die Objekte (was eigentlich der geringste und billigste Aufwand ist, um Objekte zu Papier zu bringen). Ich persönlich beobachte schon seit 14 Jahren visuell, und bin nach wie vor begeistert von dem Hobby.

          Ab und zu gibt es auch Neuigkeiten am Himmel wie helle Kometen. Das Objekt mit den eigenen Augen und Teleskop (oder auch Fernglas) zu sehen hat meist einen größeren Aha-Effekt, als alle Bilder zusammen.

          Ich frage insbesondere auch unter der Berücksichtigung, daß es mich schon reizen würde, ein eigenes Teleskop zu kaufen und zu benutzen, aber mein Verstand sagt mir halt, daß es absolut unwirtschaftlich oder rausgeschmissenes Geld wäre, weil man mit Hubble viel preiswerter viel bessere Bilder erhält.
          ...
          Was kann man also mit einem eigenen Teleskop machen, wenn wir mal bei der Himmelsbeobachtung bleiben, was man mit
          Bildern von Hubble oder Aufnahmen von anderen professionellen Teleskopen oder gar Raumsonden (wenn es um Planeten geht) nicht machen kann?
          Die beste Anlaufstelle ist immer eine Volkssternwarte oder Astronomie-Verein in deiner Nähe. Auch der Besuch eines Teleskoptreffens ist von Vorteil. Dort gibt es gleich einige Dutzend Teleskope aller Größen und Preiskategorien im direkten Vergleich.

          Die Amateure können dir auch Tipps geben, was als Einsteigerteleskop am besten für dich geeignet ist. Am einfachsten ist natürlich ein Feldstecher, mit dem man schon einige Erfahrungen am Himmel sammeln kann. Durch das große Gesichtsfeld ist es relativ einfach Objekte aufzusuchen. Einige Objekte (z.B. große Sternhaufen, Sternwolken, Dunkelnebel etc.) sind sogar am Besten mit einem Feldstecher zu sehen. Als Erstteleskop muss es ja nicht gleich eines für mehrer tausend Euro sein.

          Ich persönlich besitze 3 Teleskope. Zwei davon sind auch relativ preiswert und auch für Einsteiger geeignet.

          - Bresser Skylux 70/700mm: ist ein Refraktorteleskop, was eigentlich fast jedes Jahr bei Lidl zu kaufen gibt (deshalb wird es auch von Hobbyastronomen liebevoll als Lidlscope bezeichnet ), für knapp 70€ bekommt man ein komplettes Teleskop mitsamt Montierung und Okularen. Hier kann man schon sehr schön den Mond und die hellsten Planeten und Deep-Sky-Objekte beobachten.
          - GSO 200/1200mm Dobson: Newtonteleskop (Spiegelteleskop) auf einer Dobsonmontierung - das Arbeitspferd für mich schlechthin. Hier erscheinen schon einige Deep-Sky Objekte mit Strukturen und es ist auch sehr gut für Planeten geeignet. Die Handhabung des Teleskops ist sehr einfach.
          - Meade 254/1016mm Schmidt-Newton: Benutze ich eher selten, meistens auf Teleskoptreffen.

          Hier mal eine Zeichnung von M51, die ich 1995 mit meinem ersten Teleskop angefertigt habe: Es war übrigens ein Newton-Kaufhausteleskop mit 152mm Öffnung, und zeigt auch sehr schön, was man visuell erwarten kann.
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: M51 gezeichnet.jpg
Ansichten: 1
Größe: 100,3 KB
ID: 4226138
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          • #6
            ich denke astrofan80 hat hier schon alles gesagt. das live-bild durch ein teleskop kann man nicht beschreiben, wenn man es noch nciht selbst erlebt hat. klar haben hubble und sternwarten-aufnahmen ganz andere qualitäten, aber live ists irgendwie schöner...

            die luft flimmert und wabert, das bild bewegt sich. man muss nachführen, also sich die bilder ERARBEITEN und vor allem ÜBEN. ein erfahrener erkennt auf dem ersten blick einen nebel und seine strukturen oder details in jupiters wolkenbändern, ein anfänger sieht einen matschfleck........fast wie angeln....der anfänger fängt nix, der profi hat sofort nen biss....

            um zu sehen ob ein teleskop für dich was ist, würde ich ebenfalls empfehlen eine volkssternwarte aufzusuchen. die gibts überall und sind neulingen immer aufgeschlossen und freuen sich, dir etwas zeigen zu können.....

            aber vorsicht wenn du dir ein gerät kaufen willst. gehe in entsprechende foren und lass dich vorher DORT beraten. wenn du an einen falschen händler gerätst, und du ne gurke oder ein für deine prioritäten falsches teleskop kaufst, passiert genau das was du schon geschrieben hast --->keller....

            generell bleibt aber zu sagen, dass öffnung durch nichts zu ersetzen ist....aber öffnung kostet geld...

            aber öffnung wiederum macht z.b. in der stadt GAR keinen sinn ausser evtl. noch am planeten in 1 - 2 ausnahmenächten im jahr....

            aber ich möchte hier stoppen. das thema ist komplex und es gibt viel zu berücksichtigen....also geh z.b. auf astronomie.de oder astro-treff.de und lass dich beraten....

            aber für einen weiteren eindruck:
            gemacht mit meinem 150/1200er frauenhofer refraktor, in der szene als farbeimer verschrien wegen des viel zu kurzen öffnungsverhältnisses für einen fraunhofer und daher prinzipbedingt farbsäume um helle objekte produziert....

            saturn, aufgenommen mit webcam. der visuelle anblick ist bei planeten immer 10 mal besser als auf aufnahmen. bei nebeln ists umgekehrt....



            mond, clavius:

            vergleich mit einem SUPER bild eines guten gerätes. das entspricht ca. meinem visuellen anblick:


            und sonne (mit das interessanteste objekt wenn flecken drauf sind, die ändern sich teilweise schon nach stunden)


            gruss
            icey

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            • #7
              Vielen Dank für eure Antworten.

              Ich habe mir jetzt mal folgende Seite bei der beschrieben ist, was man von welchem Teleskop etwa erwarte kann, angeschaut:
              BINOVIEWER - BEOBACHTUNGSPRAXIS - Teleskopvergleich am Planeten Jupiter
              BINOVIEWER - BEOBACHTUNGSPRAXIS - Teleskopvergleich an Deepsky-Objekten

              Und bin zu dem Entschluß gekommen, daß es für mich, wenn schon, dann schon mindestens ein Teleskop mit 200mm Öffnung und >= 1000 mm Brennweite sein müßte, denn die Bilder der anderen kleineren Teleskope auf obiger Webseite würde ich selbst alle als unbrauchbares Geschmiere ansehen.
              Oder anders gesagt, mit solchen Teleskopen hätte ich zumindest keinen Spaß.
              Bei anderen Leuten mag das wiederum anders aussehen.


              Was würde mich denn so ein 200/1000mm Teleskop in etwa kosten, wenn das Teleskop eine gute Qualität haben sollte?
              In welchem Preisrahmen würde ich da etwa vordringen?


              Und was wäre, wenn ich damit auch Astrofotografie betreiben wollen würde?
              Dann bräuchte ich ja noch eine computergesteuerte Nachführung und einen Aufsatz für eine DSLR.
              Hierzu hätte ich dann auch noch ein paar weitere Fragen:
              1. Was würde mich so ein Teleskop mit Nachführung kosten?
              2. Ist so eine Nachführung schnell genug um z.B. auch ein Foto von der ISS zu machen?
              3. Ich würde das Bild der Kamera dann gleich in Echtzeit an mein Notebook senden wollen, so daß ich das Bild auch am Computer betrachten kann. Geht das?
              4. Wie ist das jetzt wenn die DSLR am Teleskop befestigt ist, gibt es da evenuell Fotokameraaufsätze die es auch erlauben daß die Kamera am Teleskop befestigt bleibt aber man trotzdem noch durch einen eigenen Sucher nebenbei mit den Augen durch das Teleskop schauen kann?

              Bei den Planeten und Mondbeobachtungen würde ich gerne das Objekt sehr sehr Nahe heranholen bzw. vergrößern können, das ist mir wichtig.
              D.h. eine sehr hohe Vergrößerung (z.b. 180 fach) sollte schon möglich sein.
              Da ich aber auch mit Nächten mit einer sehr geringen Luftunruhe rechne, würde ich auch gerne die maximal mögliche Vergrößerung von 400 fach ausnutzen können, d.h. das Teleskop sollte das schon erlauben.
              Worauf muß man da beim Teleskopkauf besonders achten, wenn man letzteres begünstigen will?
              Liegt es nur an der Qualität des Teleskops oder gibt es noch andere Möglichkeiten das auszugleichen (z.b. andere Brennweite etc.?).



              Was würde mich so ein Teleskop das obige Anforderungen erfüllt jetzt eigentlich kosten?



              Und dann habe ich noch eine weitere Frage.
              Wie sieht es damit aus sich so ein Teleskop einfach selber zu bauen?
              Im Internet habe ich schon Seiten dazu gefunden bei der sogar die Optischen Gläser selbst bearbeitet werden.
              Hierzu habe ich einige Fragen.
              Da ich mir das selberbearbeiten von solchen Gläsern äußerst kompliziert vorstelle würde ich gerne wissen, ob man auch einfach schon vorgefertigte Gläser kaufen kann, so daß man nur noch das Gestell und drumherum für das Teleskop selber bauen muß, denn das stelle ich mir einfacher vor.
              Der Hintergedanke ist hier der, daß man dadurch vielleicht ein Teleskop mit einer viel größeren Öffnung (z.B. 300 mm anstatt 200 mm) erhalten kann ohne dafür mehr Geld zahlen zu müssen oder einfach bei gleicher Öffnung weniger Geld ausgeben muß.
              Das wäre dann doch sicher die Mühe wert, oder etwa nicht?
              Was sagt ihr zum Teleskop selbstbau?
              Und falls es vorgefertigte Gläser gibt, wo kann man die beziehen?

              Ich freue mich auf eure Antworten.
              Ein paar praktische Links:
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              • #8
                Zitat von Cordess Beitrag anzeigen
                Und bin zu dem Entschluß gekommen, daß es für mich, wenn schon, dann schon mindestens ein Teleskop mit 200mm Öffnung und >= 1000 mm
                Na, das ist ja schon mal ein Anfang. Als Einsteiger würde ich dir einen von den Dobson-Teleskopen empfehlen. Die Bedienung ist wirklich sehr einfach und man bekommt viel Teleskop fürs Geld. Einen 8 Zoll Dobson (200mm Öffnung / 1200mm Brennweite) bekommt man neu schon für rund 300 € bei diversen Händlern wie Teleskop-Service, Intercon Spacetec etc.

                Und was wäre, wenn ich damit auch Astrofotografie betreiben wollen würde?
                Damit würde ich noch warten, denn eine komplette Astro-Photo-Ausrüstung würde mehr als 1000-2000 € verschlingen (stabile Montierung, DSL Kamera, diverse Adapter, Off-Axis Guider, motorisierte Nachführung etc.), wenn nicht mehr. Außerdem weiß man nicht, ob man auch zukünftig dem Hobby treu bleibt. Zuerst muss man nämlich Erfahrungen mit dem vorhandenen Equipment und natürlich beim Beobachten sammeln (und glaube mir, Astrofotografie ist ziemlich anspruchsvoll ).

                Ich würde deshalb erstmal visuell beobachten bevor ich mich gleich zur Astrofotografie verleiten lasse. Enttäuschungen und Misserfolge sind da schon vorprogrammiert, zumal Astrofotografie als Neuling etwas knifflig und relativ teuer ist. Und plötzlich landet der ganze Kram doch im Keller, was du eigentlich vermeiden wolltest.

                Wie gesagt am besten man lässt sich in einer Volkssternwarte, Astronomie-Verein oder beim Teleskoptreffen von erfahrenen Amateuren beraten. Oder du setzt dich mal mit der Vereinigung der Sternfreunde e.V. in Verbindung. Dort gibt es auch diverse Fachgruppen (Amateurteleskope, CCD-Technik etc.) die speziell auf diesen Gebieten Ahnung haben.

                Vereinigung der Sternfreunde e.V. - Homepage

                Bei den Planeten und Mondbeobachtungen würde ich gerne das Objekt sehr sehr Nahe heranholen bzw. vergrößern können, das ist mir wichtig.
                ...
                Da ich aber auch mit Nächten mit einer sehr geringen Luftunruhe rechne, würde ich auch gerne die maximal mögliche Vergrößerung von 400 fach ausnutzen können, d.h. das Teleskop sollte das schon erlauben.
                Merke dir mal bitte, dass Vergrößerung bei einem Teleskop nicht allzu wichtig ist. Die Öffnung (Durchmesser der Linse o. Spiegel) ist viel bedeutsamer. Nur selten kannst du die volle Auflösung ausnutzen. Das hängt nämlich entscheidend vom Seeing ab, wenn du nicht gerade auf dem Paranal in Chile beobachtest.

                Bei gutem Seeing und vollständige Auskühlung des Teleskops (um Tubusseeing zu vermeiden - was bei Newton Teleskopen schon mal gut und gerne 2h dauert, bei Refraktoren durch den geschlossenen Tubus etwas kürzer) kannst du eine Vergrößerung bis zur vollen Öffnungszahl des Objektives in mm nutzen, d.h. bei 200mm Öffnung = 200fache Vergrößerung. Bei Supernächten mit exellentem Seeing (welche in Deutschland nur 1-2x im Jahr vorkommt) kannst du die Vergrößerung bis zum 1 1/2 fachen des Objektivdurchmessers nehmen.

                Und dann habe ich noch eine weitere Frage.
                Wie sieht es damit aus sich so ein Teleskop einfach selber zu bauen?
                Das kann man natürlich auch machen, da es die Materialien zum Selbstbau bei diversen Astrohändlern deines Vertrauens zu kaufen gibt. Unter Umständen ist ein Selbstbau sogar noch etwas teurer als ein komplett neues Dobson-Teleskop aus Fernost - je nachdem welche Ansprüche man an sein Teleskop stellt.
                R.I.P. SGU // R.I.P. STARGATE™
                ***
                "Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt." Albert Einstein

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                • #9
                  Danke für deine Antwort.

                  Jetzt ist mir noch eine Frage eingefallen.
                  Wie sieht es aus, wenn ich das Teleskop bei einem Online Händler in den USA bestellen würde? Der Dollar Euro Kurs ist nämlich hervorragend so daß man hier sicher einiges an Geld sparen oder ein besseres Teleskop nehmen könnte.
                  Wäre der Kauf des Teleskops in den USA zu empfehlen?
                  Mit wieviel Zollgebühren müßte ich da in etwa rechnen?
                  Und was kosten die Teleskope in den USA an sich so?
                  Ich schätze mal, daß das Interesse an der Astronomie in den USA durchaus höher sein dürfte, so daß eventuell auch die Teleskope allein deswegen dort schon günstiger zu haben sein könnten.


                  Wenn ich mir z.B. diese Preisliste anschaue:
                  http://www.nimax-gmbh.de/downloads/C...ensive_neu.jpg

                  Dann kostet ein Celestron Starhopper 8-Inch Dobsonian Teleskop in Deutschland 475 €.
                  Genau das gleiche Teleskop bekomme ich in den USA hier:
                  Celestron Starhopper 8-Inch Dobsonian - Telescopes at Telescopes

                  für 369 Dollar.
                  Der Euro/Dollar Kurs beträgt derzeit 1,5732 Euro.
                  D.h. das Teleskop kostet wenn wir die 19 % MwST noch draufrechnen in Euro: 279,11 €.

                  Ich hätte also, wenn wir mal die Zoll und Portogebühren außer acht lassen, 195,89 € gespart.
                  Zuletzt geändert von Cordess; 04.04.2008, 21:42.
                  Ein paar praktische Links:
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                  • #10
                    Aber man sollte auch auf die Aufhängung achten. Die Qualität eines Teleskopes steht und fällt auch mit der Aufhängung. Vor allem, wenn man damit fotographieren will, bringt es nichts, wenn es bei jedem bischen sofort wie wild wackelt. Den Fehler habe ich am Anfang gemacht. Mit der gleichen Sorgfalt, die man auf das Teleskop selbst verwendet, sollte man auch auf den Unterbau achten.

                    Kommentar


                    • #11
                      Zitat von IceyJones Beitrag anzeigen
                      vergleich mit einem SUPER bild eines guten gerätes. das entspricht ca. meinem visuellen anblick:

                      Das 130/780 Triplett SD APO Teleskop scheint wirklich ein gutes Teleskop zu sein, wenn man sich dein obiges Bild anschaut.

                      Da frage ich mich, warum dieses Bild des Johannes-Kepler-Observatoriums, welches mit einem 500mm f/10 Cassegrain telescope (focal legth 5000mm) gemacht wurde, deutlich schlechter aussieht obwohl dieses Teleskop eine viel größere Brennweite und Öffnung hat:

                      Quelle: Wikipedia
                      Ein paar praktische Links:
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                      Kommentar


                      • #12
                        für 369 Dollar.
                        Der Euro/Dollar Kurs beträgt derzeit 1,5732 Euro.
                        D.h. das Teleskop kostet wenn wir die 19 % MwST noch draufrechnen in Euro: 279,11 €.
                        Ob man jetzt unbedingt günstiger kommt, wenn man ein Teleskop aus USA bezieht, möchte ich doch bezweifeln, besonders wenn es sich ebenfalls um ein Teleskop aus Fernost handelt.

                        Ich will jetzt keine Werbung für Astro-Händler im Allgemeinen machen aber für 299 € bekommst du schon ein ordentliches Teleskop, mit einem besseren Okularauszug (Crayford), 2" Übersichtsokular, 8x50 Sucher etc. Zumal der Transport und Verpackung noch nicht inbegriffen sind. Dann kommst du ganz schnell auf 330-350 €. Außerdem erhälst du von Astro-Händlern aus DE 2 Jahre Garantie. Wenn wirklich mal was kaputt gehen sollte, bekommst du eher und unkomplizierter an Ersatzteile.

                        Bei Teleskopen im oberen Preissegment sieht das natürlich anders aus...

                        siehe z.B. hier: Dobson oder
                        hier: Intercon Spacetec - Das Fachgeschäft für Amateurastronomie: Dobson : Produkte nach Kategorie

                        Und nein, ich bekomme keine Provision...

                        Das 130/780 Triplett SD APO Teleskop scheint wirklich ein gutes Teleskop zu sein, wenn man sich dein obiges Bild anschaut.
                        Es handelt sich hier um einen apochromatischen Refraktor, der natürlich in einer anderen Liga wie ein normaler Frauenhofer-Refraktor spielt. Preis aktuell ca. 5000 €uro.
                        Zuletzt geändert von Astrofan80; 05.04.2008, 00:50.
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                        • #13
                          Zitat von Astrofan80 Beitrag anzeigen
                          Ob man jetzt unbedingt günstiger kommt, wenn man ein Teleskop aus USA bezieht, möchte ich doch bezweifeln, besonders wenn es sich ebenfalls um ein Teleskop aus Fernost handelt.
                          Ich wußte nicht das dieses Teleskop aus Fernost ist.
                          Teleskope dieses Herstellers wurden halt auf einer anderen Webseite für Einsteiger als günstige Möglichkeit empfohlen, daher habe ich gedacht, gut dann nenne ich mal das.

                          Thx, werde sie mir mal anschauen.


                          Es handelt sich hier um einen apochromatischen Refraktor, der natürlich in einer anderen Liga wie ein normaler Frauenhofer-Refraktor spielt. Preis aktuell ca. 5000 €uro.
                          Man lernt nie aus. Ich finde es auf jedenfall erstaunlich, was so eine apochromatische Optik ausmachen kann.
                          Dieses Bild wirkt nämlich superscharf.
                          Ein paar praktische Links:
                          In Deutschland empfangbare FreeTV Programme und die jeweiligen Satellitenpositionen
                          Aktuelles Satellitenbild
                          Radioaktivitätsmessnetz des BfS

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                          • #14
                            Zitat von Cordess Beitrag anzeigen
                            Ich wußte nicht das dieses Teleskop aus Fernost ist.
                            Eigentlich kommen fast alle Teleskope im unteren Preissegment aus Fernost. Auch die von mir angesprochenen Teleskope.

                            Teleskope dieses Herstellers wurden halt auf einer anderen Webseite für Einsteiger als günstige Möglichkeit empfohlen, daher habe ich gedacht, gut dann nenne ich mal das.
                            Für Einsteiger ist das Celestron sicherlich ebenso gut geeignet wie ein GSO, Skywatcher oder Galaxy Newton/Dobson. Es kommt halt zum Schluss auf die Verarbeitung und Ausstattung an. Das Celestron kenne ich persönlich noch nicht. Mit meinem GSO 8" Dobson zum Beispiel habe ich aber bisher sehr gute Erfahrung gemacht. Die Meade LightBridge-Dobsons besitzen übrigens auch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

                            Wie gesagt, am besten ist es mal ein Teleskoptreffen zu besuchen, wo man Teleskope im unteren Preissegment anschauen und auch mal durchschauen kann. Denn solche Teleskope haben die meisten Sternfreunde, und nicht jeder kann sich einen Halb- oder Vollapo für mehrere Kiloeuro leisten.

                            Man lernt nie aus. Ich finde es auf jedenfall erstaunlich, was so eine apochromatische Optik ausmachen kann.
                            Dieses Bild wirkt nämlich superscharf.
                            Apochromatisch bedeutet eigentlich nur, dass das Teleskop keinen Farbfehler besitzt und somit auch bei hohen Vergrößerung und kurzer Brennweite ein scharfes und farbreines Bild liefert. Sicherlich kann man mit einem Newton oder preiswerteren Refraktor ebenfalls solche Bilder machen. Meistens kommt es halt auf das Seeing, die Bildbearbeitung- und Aufnahmetechnik an...
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                            • #15
                              Zitat von Astrofan80 Beitrag anzeigen

                              Apochromatisch bedeutet eigentlich nur, dass das Teleskop keinen Farbfehler besitzt und somit auch bei hohen Vergrößerung und kurzer Brennweite ein scharfes und farbreines Bild liefert. Sicherlich kann man mit einem Newton oder preiswerteren Refraktor ebenfalls solche Bilder machen. Meistens kommt es halt auf das Seeing, die Bildbearbeitung- und Aufnahmetechnik an...

                              Hierzu habe ich jetzt noch einmal eine Verständnisfrage.

                              Das Teleskop mit der apochromatischen Optik scheint eine gute Kontrastleistung zu haben, weswegen das Bild ja auch so scharf wirkt.
                              Bei den Newtonteleskopen habe ich jetzt gelesen, daß die Kontrastleistung
                              von der Obstruktion abhängt.
                              D.h. wenn ein großer Fangspiegel im Weg steht, dann verliert man dadurch an Kontrast.
                              Damit der Fangspiegel aber möglichst klein sein kann und man somit eine niedrige Obstruktion hat, muß das Newton eine sehr hohe Brennweite haben.
                              Sprich lang sein, damit der Fangspiegel weit weg vom Parabolspiegel sein kann
                              und somit auch ein kleiner Fangspiegel ausreicht der wiederum wenig Obstruktion erzeugt.

                              Ein 10"/2000mm Dobson hat also grob gesagt eine kleinere Obstruktion als ein 10"/1000mm Dobson, einfach weil anzunehmen ist, daß der Fangspiegel beim 10"/2000mm Dobson kleiner ist.

                              Habe ich das so richtig verstanden?


                              Noch etwas, vermutlich werde ich mit ganz einfachen Mitteln mein erstes Refraktor Teleskop bauen können. Ich habe nämlich gelesen, daß man dazu nichts anderes benötigt als ein Okular und eine Sammellinse.
                              Glücklicherweise habe ich beides hier herumliegen.
                              Als Okular habe ich die Auswahl an 3 Okularen von meinem Mikroskop.
                              Mit dem größten 1"/40mm werde ich anfangen.
                              Und als Sammellinse hätte ich eine normale 100 mm große Lupe.
                              Wenn ich beides im richtigen Abstand halte, dann habe ich einen einfachen Refraktor.

                              Ein einfaches Newton wäre dabei sogar auch möglich, denn einen ca. 100 mm großen Konkaven Spiegel aus dem Schminkbereich hätte ich auch noch, der zwar nicht parabolisch, sondern sphärischen aber ausprobieren kann ich das dennoch einmal. Und ein normaler Spiegel als Fangspiegel wird sich sicher auch noch finden lassen.
                              Wunder erwarte ich von diesen beiden Dingern natürlich nicht, aber den Mond werde ich mir damit dennoch mal anschauen.
                              Zuletzt geändert von Cordess; 05.04.2008, 04:28.
                              Ein paar praktische Links:
                              In Deutschland empfangbare FreeTV Programme und die jeweiligen Satellitenpositionen
                              Aktuelles Satellitenbild
                              Radioaktivitätsmessnetz des BfS

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