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Wurmlöcher / Wurmlochnetzwerke

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  • Wurmlöcher / Wurmlochnetzwerke

    Hi,

    hier wird ja seid einiger Zeit an etlichen Stellen über die Möglichkeit gesprochen, über Wurmlöcher scheinbar mit ÜL zu reisen. Ich dachte mir, wir bündeln das mal.

    Zuerst ein paar Fragen:

    1. Wenn ich ein WL zwischen hier und Alpha-Centauri habe, dann muss ich, um kein Paradoxon zuzulassen durch dieses WL quasi in die Vergangenheit (ca. 4 Jahre) reisen, was ja grundsätzlich nicht so schlimm ist, weil "gleichzeitig" dann eben durch die WL-Verbindung definiert würde. Aber mein Zielort bewegt sich doch innerhalb dieser Zeit (mögllicherweise verändert sich also die Strecke), kann sich das Wurmloch quasi anpassen, oder bleibt es statisch?

    2. Wenn es statisch bleibt, wie will man eindauerhaftes Netzwerk installieren?
    (ich habe ja nichts davon, wenn der Ausgang sich immer weiter von AlphaCentauri entfernt)

    3. Gibt es eine theoretische Möglichkeit, natürliche Wurmlöcher zu entdecken, oder könnte es bereits in unserem Sonnensystem davon wimmeln?
    können wir nicht?

    macht nix! wir tun einfach so als ob!

  • #2
    Ich weiss nicht genau, was du mit statisch meinst, aber natürlich bewegen sich die beiden Wurmlocheingänge mit der Zeit vorwärts (entsprechend ihrem Gravitationsfeld, aber das kann - vielleicht - auch sehr gering sein). Zudem ist ein Wurmloch, was die lokale Raumzeit darum herum angeht, einfach ein massives Objekt, das mit seiner Umgebung interagiert. Es umkreist also vermutlich den Zielstern und ist an ihn gravitativ gebunden.

    Für diesen Artikel zum Thema diente mir dieser hier als Ausgangspunkt.

    Um Paradoxien zu vermeiden, reicht es, das Wurmloch ausserhalb des Zukunfts- bzw. Vergangenheitslichtkegels des Startpunktes enden zu lassen. Oder anders gesagt, Wurmlöcher dürfen nur Raumzeitregionen verbinden, die durch die Begrenzung der Lichtgeschwindigkeit voneinander getrennt sind (und auch nicht durch andere Wurmlöcher bereits miteinander verbunden sind!). Die Erde des Jahres 2200 mit Alpha Centauri des Jahres 2202 z.B. (aber nicht mit Alpha Centauri des Jahres 2210).

    Für das Sonnensystem stelle ich mir die Suche nach Wurmlöchern schwierig vor, nicht zuletzt, weil wir gar nicht wissen, welche Masse wir bei einem Wurmloch erwarten müssen. Es gibt aber durchaus Versuche, Wurmlöcher zu beobachten (bisher mit negativem Ergebnis bzw. mit einem Ergebnis, das einem lediglich eine Obergrenze für die Häufigkeit von Wurmlöchern liefert).
    Zuletzt geändert von Bynaus; 10.11.2008, 14:10.
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    • #3
      Mit statisch meinte ich, dass Wurmlöcher ja eine gewisse geometrische Form haben müssen, die den Ein- und Austrittspunkt bestimmt. Ändert sich der Austrittspunkt, muss das Wurmloch eine andere Form annehmen.

      Um Paradoxien zu vermeiden, reicht es, das Wurmloch ausserhalb des Zukunfts- bzw. Vergangenheitslichtkegels des Startpunktes enden zu lassen. Oder anders gesagt, Wurmlöcher dürfen nur Raumzeitregionen verbinden, die durch die Begrenzung der Lichtgeschwindigkeit voneinander getrennt sind (und auch nicht durch andere Wurmlöcher bereits miteinander verbunden sind!). Die Erde des Jahres 2200 mit Alpha Centauri des Jahres 2202 z.B. (aber nicht mit Alpha Centauri des Jahres 2210).
      Das finde ich interessant, die Erde 2200 mit AC 2202, aber nicht später. Das würde doch in der Gegenrichtung und in Verbindung mit anderen Systemen, die mit der Erde verbunden sind, genauso beschränkt sein, also muss es doch eine eindeutige Lösung geben, oder? Also müsste man doch ein Gleichungssystem aufstellen können, dass die einzige mögliche Lösung für alle möglichen Verbindungen darstellt. Damit hätten man eine maximal mögliche Wurmloch Topologie, mit der man eine Ausgangsbasis für die Suche nach natürlichen WL hätte.
      können wir nicht?

      macht nix! wir tun einfach so als ob!

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      • #4
        Bei statisch, dann verstehe ich überhaupt nichts mehr - was willst du damit sagen?

        Was die Topologie angeht: Nun, so bald mal einige Verbindungen gelegt sind, gibt es immer mehr Bereiche, in die das jeweils nächste Wurmloch (von den Endpunkten bereits bestehender Wurmlöche gesehen) nicht führen darf. So bald es nämlich in den Zukunftskegel eines bestehenden Ausgangspunktes zurück führt, destabilisiert ein neues Wurmloch das Netzwerk (und der "Kurzschluss" wird durch den Visser-Effekt geschlossen). (man beachte, dass sich Ausgangs- und Zielpunkte durch nichts unterscheiden: Wurmlöcher wären von beiden Seiten traversierbar).

        ZB:
        - Wurmloch #1: E 2200 mit AC 2202: Kein Problem, weder für sich noch für das "Netzwerk" (das ja damit erst begründet wird).
        - Wurmloch #2: AC 2202 mit EE (Epsilon Eridani) 2210 (Distanz AC-EE = 12.6 LJ): kein Problem, weder für sich noch für das Netzwerk.
        - Wurmloch #3: EE 2210 mit E 2215 (obwohl erlaubt, wenn #1 und #2 nicht existieren würden): Kollaps des Netzwerkes. Denn nun wäre es möglich, mit Umweg über AC und EE direkt von E 2200 nach E 2215 (oder umgekehrt) zu springen, womit man eine Zeitmaschine gebaut hätte.

        Die einzige wirklich wichtige Regel beim Bauen eines Wurmlochnetzwerks lautet also: Pass peinlich genau auf, dass du keine Zeitmaschinen baust. Ich bin sicher, daraus liessen sich jetzt äusserst interessante Schlussfolgerungen für die ideale Topologie von Wurmlochnetzwerken ableiten, aber ich bin kein Mathematiker...
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        • #5
          Ich denke mal, dass die Zeitmaschinen, die das ganze Netz zerstören, gar nicht möglich sind, wenn man das WL konstruiert, da die Rückkopplung zuschlägt, sobald man das neueste WL an eine entsprechende Position gebracht hat, das sollte also keinen Einfluss auf den Rest haben.

          Womit ich noch ein Problem habe, ist die Symmetrie des ganzen. Ein Alpha Centauri von 2202 erreichen zu können, würde auch bedeuten, dass man eins nach AC 2198 bauen können müsste (man müsste halt nur von AC anfangen). Oder anders ausgedrückt, ich kapiere noch nicht ganz, wie sich dieser ominöse Lichtkegel (spricht man nicht auch vom Lichthorizont?) berechnet, warum muss denn ein WL immer in die Zukunft gebaut werden, in deinem Beispiel wäre doch EE-2210<->E-2200+ kein Problem, oder?
          können wir nicht?

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          • #6
            Nein, es wird wohl nicht das ganze Netz zerstört, bloss der Teil, der an der "Zeitmaschine" beteiligt ist.

            Was den Lichtkegel angeht, siehe die angehängte Grafik. Der Blaue Punkt ist quasi die Gegenwart, nach oben (y-Achse) geht die Zeit, zur Seite (x-Achse) der Raum. Von der Gegenwart aus darf jeder Punkt im grünen Bereich mit einem Wurmloch verbunden werden, ohne dass dies die Kausalität beeinträchtigen würde - es gibt nämlich keine Möglichkeit, mit dieser Region der Raumzeit sonstwie zu kommunizieren. Verbindungen in den orangen Raum hingegen stellen Zeitmaschinen dar. Wie du siehst, sind auch Verbindungen in die "Vergangenheit" möglich, so lange das im grünen Bereich geschieht.
            Angehängte Dateien
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