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Kryonik - eiskalt in die Zukunft?

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  • Kryonik - eiskalt in die Zukunft?

    Ich hab vor einigen Tagen das Buch "The first Immortal" von James Halperin gelesen. Es handelt sich nicht gerade um ein überragend gutes Buch (die Charaktere sind schwach und gegen Ende hat man teilweise das Gefühl Werbematerial einer Cryonik-Firma zu lesen), aber die Handlung sollte gerade in einem SciFi-Forum doch viel Diskussionsstoff bieten. Der Hauptcharakter wird nach seinem natürlichen Tod eingefroren, um knapp 100 Jahre später wiederauferweckt zu werden (natürlich im Adoniskörper eines 20- Jährigen). Bald darauf wird auch der Rest der Famile aufgetaut ( bzw. in einem Fall nachgeklont) und alles läuft in gewohnten Bahnen weiter. Am Ende stößt man beim Geburtstag des Hauptcharakters (200 Jahre) noch einmal auf das Leben an, und bedauert die armen Tölpel, die ihre Zukunft verspielt haben, weil sie an mytischen Konzepten wie dem "Leben nach dem Tod" festhielten.

    Schwenker in die Realität:

    Offensichtlich setzt sich der Glauben der auch real vorhandenen Kyroniker aus folgenden Elementen zusammen:

    1. Sofern das Gehirn einer Person nicht völlig Matsch ist, ist diese Person nicht tot.

    2. Durch Tiekühlung lässt sich der Zerfall des Gehirns eine sehr lange Zeit aufschieben.

    3. Sowohl die bei der Tiefkühlung auftretenden Schäden als auch sämtliche körperlichen Schäden, die ursprünglich zum (klinischen) Tod der Person geführt haben, lassen sich mit einer zukünftigen medizinischen Technik heilen.

    4. Die Anwender dieser zukünftigen Technik haben ein Interesse daran, ihre Vorfahren wiederzubeleben.

    Daraus folgt, dass man seinen Tod dadurch verhindern kann, dass man für einige Zeit von einem lebenden in einen latenten Zustand wechselt, um anschließend wieder ins Reich der Lebenden zurückzukehren.


    Dann stellen sich mir nun aber einige Fragen:

    1. Wenn das alles so einfach ist, wieso tut es dann fast keiner? Die Nachfrage nach dem Kühlschrank müsste doch riesig groß sein, wo doch jeder dem Sensenmann nur zu gern ein Schnippchen schlagen möchte.

    2. Sind die Prämissen (insbesondere 1,3 und 4) überhaupt realistisch?

    3. Sollte man überhaupt danach steben, dem Tod auf unbestimmte Zeit zu entegehen?

    4. Sollte sich die Idee durchsetzten: Zahlt das dann auch meine Krankenkasse?

    Oder auch ganz allgemein gefragt: Was soll man von der Kryonik halten? Ist sie ein Schwindel, eine Ersatzreligion oder gar "die Zukunft"?



    (Und ein Hinweis an die fleißigen Nekroposter: Ja, es gibt einen uralten "Einfrier-Thread", aber der drehte sich um eine andere, mehr technische Fragestellung.)
    I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

  • #2
    Zitat von KennerderEpisoden Beitrag anzeigen
    Oder auch ganz allgemein gefragt: Was soll man von der Kryonik halten? Ist sie ein Schwindel, eine Ersatzreligion oder gar "die Zukunft"?
    Ein Schwindel ist sie vermutlich nicht. In einer technologisch sehr weit fortgeschrittenen Zukunft wird man vermutlich tiefgefrorene Körper auftauen und reparieren können, z.B. auch Krebs heilen, usw. Das Problem, was ich sehe, ist, dass sich zwar ein gesunder Körper wieder herstellen lässt, aber vermutlich nicht die originäre Persönlichkeit mit den ganzen Erinnerungen, usw. D.h. die Person, die letztlich auf Basis der tiefgefrorenen Leiche zum Leben erweckt wird, ist nicht mehr derselbe Mensch, der eingefroren wurde, genauer gesagt, der er war, kurz bevor er eingefroren wurde. Auf der anderen Seite: Wenn man ganz sicher stirbt, hat man durch die Kryonik nichts zu verlieren. Würde sich aber jeder nach seinem Tod einfrieren lassen, bräuchte man bald ganze Städte für die Toten oder man müsste sie im Weltraum bestatten. Oder zumindest in der Antarktis.

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    • #3
      Afaik ist das medizinische Hauptproblem beim Einfrieren die Kristalbildung der Zellflüssigkeit. Diese Eiskristalle zerstören die Zellwände.
      Man müsste also den ganzen Körper bis in die letzte Zelle mit Frostschutzmittel anreichern (und zwar vor dem Kreislaufstillstand und dem Kühlprozess) um dies zu verhindern.
      Jedoch gibt es schlicht kein Frostschutzmittel, welches nicht schon lange vor Erreichen der nötigen Konzentration für den Körper toxisch wäre.
      Es gibt einige Tiere und Pflanzen, welche ein Einfrieren überleben können, in dem sie ihre Körperflüssigkeiten mit Glukose anreichern.
      Allerdings könnte der Mensch afaik die nötige Konzentration mit Glukose nciht überleben.
      Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

      - Florance Ambrose

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      • #4
        Zitat von HMS Fearless Beitrag anzeigen
        Afaik ist das medizinische Hauptproblem beim Einfrieren die Kristalbildung der Zellflüssigkeit. Diese Eiskristalle zerstören die Zellwände.
        Im Prinzip spielt es keine große Rolle, ob die Zellen zerstört werden oder nicht, da man in einer sehr weit fortgeschrittenen Zukunft die kaputten Zellen durch neue Zellen ersetzen kann. Der Grundgedanke der Kryonik ist, so viel zu bewahren, wie möglich und auf eine weit fortgeschrittene Technologie zu hoffen.

        Es geht nicht darum, Leute 2010 einzufrieren und sie 2020 wieder aufzutauen. Wer Kryonik als letzte Hoffnung ansieht, wird wohl auch zur Not auf seinen Originalkörper verzichten und seine Hoffnung auch auf die (Nano?)Technologie im Jahr 3000 setzen. Eine Alternative wäre ja, dass man sein Bewusstsein auf einer "Festplatte", oder auf Disketten oder sonstigen Speichermedien speichern könnte, aber da glaube ich noch viel weniger dran.

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        • #5
          Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
          Im Prinzip spielt es keine große Rolle, ob die Zellen zerstört werden oder nicht, da man in einer sehr weit fortgeschrittenen Zukunft die kaputten Zellen durch neue Zellen ersetzen kann.

          Dann müsste man aber den ganzen Körper, inklusive Gehirn, ersetzen
          Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

          - Florance Ambrose

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          • #6
            Zitat von HMS Fearless Beitrag anzeigen
            Dann müsste man aber den ganzen Körper, inklusive Gehirn, ersetzen
            Genau darin liegt ja auch die Schwierigkeit. Das Einfrieren des Körpers liefert im Grunde eine Momentaufnahme. Wenn die man die neuralen Verbindungen einigermaßen wieder herstellen kann, hat man wohl auch einen Teil der Persönlichkeit wieder hergestellt. Ist halt schwierig, sollte aber mit modernster Bio- und Nanotechnologie bzw. Medizintechnik im Jahr 3000 möglich sein. Die Frage ist nur, was macht einen Menschen aus ? Wie funktioniert überhaupt unser Gedächtnis auf Hardware- oder besser Wetware-Ebene ? Wo und wie ist die Persönlichkeit im Gehirn / Körper "gespeichert" ?

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            • #7
              Naja, ich glaube ja, dass Cryonik nur in ganz selten Fälle eine Zukunft hat - z.B. wirklich für Tiefschlaf-Mission im Weltall.

              Zur wirklichen Lebensverlängerung wird Cryonik kaum nützlich sein bzw. bevor die Technik da soweit ist, dass sie wirklich sicher hat, wird man schon längst andere - bessere - Methoden mithilfe der Genetik & Co. gefunden haben, um ein langes Leben zu ermöglich.
              Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
              Makes perfect sense.

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              • #8
                Zitat von Harmakhis Beitrag anzeigen
                Naja, ich glaube ja, dass Cryonik nur in ganz selten Fälle eine Zukunft hat - z.B. wirklich für Tiefschlaf-Mission im Weltall.

                Zur wirklichen Lebensverlängerung wird Cryonik kaum nützlich sein bzw. bevor die Technik da soweit ist, dass sie wirklich sicher hat, wird man schon längst andere - bessere - Methoden mithilfe der Genetik & Co. gefunden haben, um ein langes Leben zu ermöglich.
                Das mit den Weltraum-Missionen klingt noch am wahrscheinlichsten, allerdings werden da keine Toten oder Halbtoten tiefgefroren sondern eher noch Lebende auf ein Minimum herabgekühlt.
                Ganz anders stellt sich die Frage nach dem Sinn des Ewigen Lebens zumal aus heutiger Sicht die Cryonik nur für teuer Geld (also wenige Auserwählte) mit ungewissem Ausgang angeboten wird. Würde man sich ohne jede soziale Bindung in 300 Jahren noch zurechtfinden? Sicherlich wäre so ein Blick in die Zukunft interessant, allerdings doch nur, wenn die Erde bis dahin noch halbwegs im Gleichgewicht und bewohnbar wäre...
                Heaven is where the police are British, the chefs are Italian, the mechanics German, the lovers French and it all is organized by the Swiss.
                Hell is where the police are German, the chefs are British, the mechanics french and the lovers are Swiss and it all is organized by the Italians.

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                • #9
                  Für die Befürworter der Kryonik gibt's wohl mehrere Gründe:

                  1. Neugier auf die Zukunft
                  Allerdings ist hier die Frage, ob einem (wenn's funktioniert), die Zukunft, in der man landet dann auch wirklich gefällt - Cryoniker gehen ja wohl meist davon aus, das in der Zukunft ja alles wohl viel besser wird. Man könnte aber auch eine böse Überraschung erleben - daran denkt da wohl kaum einer.

                  2. Dem "Tod" ein Schnippchen schlagen
                  Eigentlich witzig, denn erst muss man ja mal sterben, um eingefroren werden zukönnen oder tut es dann zumindest wenn man eingefroren wird. Und wenn es mit dem "auftauen" klappen sollte, dann hat man wahrscheinlich dem Tod doch kein Schnippchen geschlagen, weil der dann halt etwas später auf einen wartet (natüüüüürlich ist die Zukunft ja um sovieles "besser", dass man dann eh das "ewiges Leben" entdeckt hat und der Cryoniker davon profitieren kann ;-))

                  3. Geldgier (eher ironisch gemeint)
                  ...denn man könnte ja jetzt etwas Geld anlegen und dann in ein paar hundert Jahren (wenn's dazwischen nicht noch ein paar Bankenkriesen gibt) richtig reich sein...

                  4. Glaubensunzufriedenheit
                  Die Weltreligionen bieten für den Cryoniker nicht die für ihn akzeptable Version vom Leben nach dem Tod, also schaffen wir uns eine eigene Variante durch Cryonik... Oder für Atheisten, die zwar an nix glauben, aber sich trotzdem ein Scheibchen vom "Leben nach dem Tod" abschneiden möchten.

                  5. Ewiges Leben
                  Weil ja alles soo viel besser in der Zukunft wird, kann man den aufgetauten Menschen dann vielleicht durch Impantate, Genetik und was es sonst noch alles gibt, letztlich wirklich wewig am leben erhalten - wobei sich hier jeder die Frage stellen muss, wass "Leben" für ihn persönlich denn bedeutet...

                  5. Wissenschaft und Wirtschaft
                  Hach, wir hatten doch da mal ein paar geniale Wissenschaftler, die uns bei unseren Problemen helfen könnten, also frieren wir die sicherheitshalber ein, um sie dann nötigenfalls jederzeit wieder auftauen zu können, wenn wir sie mal brauchen sollten.


                  Das Risiko dabei ist natürlich auch, wenn man eingefroren wird, dass es den Menschen in der Zukunft vielleicht größtenteils am **sch vorbei geht, dass da "Liesschen Müller" in 'nem Stickstofftank lagert und nur irgendwelche Wissenschaftler oder Historiker vielleicht an dem ein oder anderen "Subjekt" interessiert sind. Dann landet man letztlich als Laborratte und Versuchskaninchen in der Zukunft, bekommt vielleicht noch ein paar blöde Fragen zur "Vergangenheit" gestellt und wird vielleicht in einer Art Zoo von den Leuten begafft....

                  Und selbst wenn die Technik mal funktionieren sollte und auch ein risikoloses Auftauen möglich wäre, stellt sich immer noch die Frage, wie ein Körper nach Jahrzehnten oder Jahrhunderten mit der "Wiederbelebung" fertig wird - Gelenke und Muskeln wurden die ganze Zeit nicht bewegt und ob das Hirn noch funktioniert, wenn es so lange letztlich "inaktiv" war, ist auch fraglich...
                  Grüße,
                  Peter H

                  Kommentar


                  • #10
                    Zitat von Peter H Beitrag anzeigen
                    Und selbst wenn die Technik mal funktionieren sollte und auch ein risikoloses Auftauen möglich wäre, stellt sich immer noch die Frage, wie ein Körper nach Jahrzehnten oder Jahrhunderten mit der "Wiederbelebung" fertig wird -.

                    Nicht nur diese Frage.
                    Die entscheidende Frage wäre auch, warum sollten die Menschen der Zukunft mit einer Bevölkerungsdichte von vielleicht 20 Milliarden Menschen auf der Erde auch noch die Toten Leichen zum Leben wiedererwecken?
                    Die wären ja doof wenn sie das tun würden!



                    Selbst für geschichtliche Fragen wäre es wenig interessant einzelne Exemplare aufzuwecken, denn genug Daten, Film- und Tonaufnahmen aus diesem Jahrhundert hätten sie ja und ein Datenverlust ist aus diesem Blickwinkel insofern ausgeschlossen, weil es, wenn es einen Datenverlust geben würde, auch die Kyrogenen Leichen die Krisenzeiten nicht überstehen würden.
                    D.h. wenn man damit rechnet daß man als Kyrogene Leiche irgendwann mal in 1000 Jahren wiederbelebt wird, dann muß man auch die Annahme treffen, daß digitale Daten in dieser Zeit kaum* verloren gegangen sind, da ein Datenverlust und Erhalt von Leichen, der ja viel komplizierter und aufwendiger ist, sich gegenseitig ausschließen.
                    Oder anders gesagt, bevor irgenwelche digitalen Daten verloren gehen tauen eher die Leichen auf.

                    *Einzelne Brände in Gebäuden sind zwar vereinzelt immer möglich, aber es gibt ja sicher auch die digitale Kopie von Daten, weswegen wir diese Brände vernachlässigen können.


                    D.h. diese Zukunftsgesellschaft hätte schlichtweg nichts davon, wenn sie die Toten auferwecken würden.



                    Und rein rechtlich gesehen sind in Deutschland Leichen keine Menschen mehr, sondern Sachen, womit dann auch die Frage nach dem Recht auf Leben verwirkt ist.
                    Zumal dann auch noch die Totenruhe ins Spiel kommt, die Toten aufwecken wäre somit auch ein Gesetzesverstoß.


                    .
                    EDIT (autom. Beitragszusammenführung) :

                    Cordess schrieb nach 7 Minuten:

                    Zitat von Peter H Beitrag anzeigen
                    1. Neugier auf die Zukunft
                    Allerdings ist hier die Frage, ob einem (wenn's funktioniert), die Zukunft, in der man landet dann auch wirklich gefällt - Cryoniker gehen ja wohl meist davon aus, das in der Zukunft ja alles wohl viel besser wird. Man könnte aber auch eine böse Überraschung erleben - daran denkt da wohl kaum einer.
                    Wenn es nur um die Neugier geht, dann sind die Chancen höher die Zukunft zu erleben in dem man sich einfach in ein schnelles Raumschiff setzt, welches möglichst nahe der Lichtgeschwindigkeit reist und am Ende der Reise und nach dem Abbremsen wieder auf der Erde ankommt.


                    .
                    EDIT (autom. Beitragszusammenführung) :

                    Cordess schrieb nach 32 Minuten und 15 Sekunden:

                    Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
                    Im Prinzip spielt es keine große Rolle, ob die Zellen zerstört werden oder nicht, da man in einer sehr weit fortgeschrittenen Zukunft die kaputten Zellen durch neue Zellen ersetzen kann.

                    Das sehe ich anders.

                    Denn zerstörte Zellen sind auch ein Informationsverlust und aus verlorenen Informationen kann man keine Informationen rekonstruieren.

                    Das ist so wie mit dem Text auf einem Blatt DinA4 Papier das man verbrennt und zerkleinert und anschließend die Asche und den Kohlenstoff im CO2 Gas nimmt, um daraus mit Zukunftstechnik wieder ein Stück DinA4 Papier zu machen.
                    D.h. selbst wenn man daraus ein neues Blatt Papier generieren könnte, wäre der Text verloren.

                    Und nun ersetze man den "Text" durch das Ich bzw. Bewußtsein einer Person.
                    Man hätte also nur eine neue menschliche Hülle, eventuell funktioniert diese auch mit einem neuen eigenen Bewußtsein, aber dieses hätte definitiv nichts mit dem ursprünglichen Menschen der gestorben ist und sich einfrieren lies zu tun.


                    Unter diesem Gesichtspunkt halte ich die Kyrogenik für Schwindel bzw. Geldmacherei, weil das was versprochen wurde, also "das eigene ich überwindet den Tod" nicht eingehalten werden kann.
                    Und das gilt auch dann, wenn es technisch möglich wäre den Körper zu reparieren oder neu zu generieren, weil die Informationen, also das Bewußtsein selbst ja nicht reparierbar ist, weil es durch die physikalsiche Zerstörung schon längst unwiederruflich verloren ist.


                    Daraus folgt:
                    Wer sich nur einfieren will um zu sehen wie die Zukunft aussieht, der investiere sein Geld doch besser in ein schnelles Raumschiff.
                    Zuletzt geändert von Cordess; 08.08.2009, 05:06. Grund: Antwort auf eigenen Beitrag innerhalb von 24 Stunden!
                    Ein paar praktische Links:
                    In Deutschland empfangbare FreeTV Programme und die jeweiligen Satellitenpositionen
                    Aktuelles Satellitenbild
                    Radioaktivitätsmessnetz des BfS

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                    • #11
                      zum thema mit dem einfrieren gabs vor kurzem mal einen artikel auf zeit.de glaube ich, bin nichtmehr ganz sicher wo aber habe mal darüber gelesen.

                      das hauptproblem besteht ja wie schon erwähnt wurde darin dass beim einfrieren eiskristalle entstehen welche dann die zellen schädigen bzw. zerstören
                      das entstehen dieser eiskristalle hängt aber davon ab wie schnell eingefroren wird, wenn die temperatur schnell genug sinkt entstehen keine kristalle und der stoff geht in eine art glasförmigen zustand über.
                      das ist zumindest das was ich noch von diesem artikel her im kopf hab.

                      aber selbst wenn das einfrieren ohne schäden funktionieren sollte ist die andre frage ob man danach noch in der lage ist den körper quasi wieder "hochzufahren" denn beim einfrieren wird jeglicher stoffwechsel bzw. jegliche form von leben "gestoppt" ist also nicht mal nur eben herz wieder zum schlagen bringen o.ä. die ganzen zellen müssten sozusagen wieder in gang gebracht werden, oder irre ich mich da ?
                      kann natürlich auch sein dass der körper einfach von selbst wieder anfängt zu laufen sobald er aufgetaut wurde aber das bezweifel ich ^^

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                      • #12
                        Zitat von Peter H Beitrag anzeigen
                        1. Neugier auf die Zukunft
                        Allerdings ist hier die Frage, ob einem (wenn's funktioniert), die Zukunft, in der man landet dann auch wirklich gefällt - Cryoniker gehen ja wohl meist davon aus, das in der Zukunft ja alles wohl viel besser wird. Man könnte aber auch eine böse Überraschung erleben - daran denkt da wohl kaum einer.
                        Wenn es ganz dick kommen sollte, lässt sich immer noch Selbstmord begehen. Aber als Daumenregel kann man doch wirklich festhalten, dass die Zukunft besser aussschaut als die Gegenwart.

                        3. Geldgier (eher ironisch gemeint)
                        ...denn man könnte ja jetzt etwas Geld anlegen und dann in ein paar hundert Jahren (wenn's dazwischen nicht noch ein paar Bankenkriesen gibt) richtig reich sein...
                        Oder aber man bekommt von einem kahlköpfigen Franzosen mit britschem Akzent erklärt, dass es kein Geld mehr gibt, weil jede Arbeit nur noch dem Fortschritt der Menschheit wegen ausgeführt wird.

                        5. Ewiges Leben
                        Weil ja alles soo viel besser in der Zukunft wird, kann man den aufgetauten Menschen dann vielleicht durch Impantate, Genetik und was es sonst noch alles gibt, letztlich wirklich wewig am leben erhalten - wobei sich hier jeder die Frage stellen muss, wass "Leben" für ihn persönlich denn bedeutet...
                        Klar, dass wird vermutlich vorrausgesetzt. Wäre auch irgendwie blöd, wenn ein 80 jähriger Krebstoter aufgetaut wird, nur um zu erfahren, dass sein Krebs zwar geheilt werden konnte, sein schwaches Herz ihn aber trotzdem in spätestens 5 Jahren ins Grab (oder erneut in den Kühlschrank) bringen wird.

                        5. Wissenschaft und Wirtschaft
                        Hach, wir hatten doch da mal ein paar geniale Wissenschaftler, die uns bei unseren Problemen helfen könnten, also frieren wir die sicherheitshalber ein, um sie dann nötigenfalls jederzeit wieder auftauen zu können, wenn wir sie mal brauchen sollten.
                        Diese Wissenschaftler wären mit ihren Kenntnisse nicht mehr auf der Höhe der Zeit und dementsprechend nutzlos.


                        Zitat von Aylen Beitrag anzeigen
                        das entstehen dieser eiskristalle hängt aber davon ab wie schnell eingefroren wird, wenn die temperatur schnell genug sinkt entstehen keine kristalle und der stoff geht in eine art glasförmigen zustand über.
                        das ist zumindest das was ich noch von diesem artikel her im kopf hab.
                        Ja, das wird auch so gemacht, weswegen die Zerstörung von Zellen durch Eiskristallbildung inzwischen nicht mehr als ein populärer Irrtum ist. Gibt aber bestimmt reichlich andere Schäden die dem Frostie das Auftauen erschwerden.

                        Zitat von Cordess
                        Nicht nur diese Frage.
                        Die entscheidende Frage wäre auch, warum sollten die Menschen der Zukunft mit einer Bevölkerungsdichte von vielleicht 20 Milliarden Menschen auf der Erde auch noch die Toten Leichen zum Leben wiedererwecken?
                        Die wären ja doof wenn sie das tun würden!
                        Eigentlich sollte die Anzahl nicht das Problem sein.

                        a. demographische Trends weisen deutlich weg von einer überbevölkerten Erde mit 20 Mrd + Menschen.

                        b. die Zahl kryonisch konservierter Menschen wird vermutlich nie sonderlich hoch sein. Die Idee Leichen wieder zum Leben zu erwecken, ist seit Dr.Frankenstein irgendwie aus der Mode gekommen.

                        D.h. diese Zukunftsgesellschaft hätte schlichtweg nichts davon, wenn sie die Toten auferwecken würden.
                        Das sehe ich auch so. Auf der anderen Seite wird schon heute darüber nachgedacht ausgestorbene Tierarten mittels Klonen wieder auf dem Planeten heimelig zu machen, ohne dass man irgendetwas davon haben würde. Vielleicht sind Future-John und Future-Mary auch einfach neugierig, altruistisch, verrückt (...) genug, um ohne jeden Eigennutz Personen ins Reich der Lebenden zurückzuholen.


                        Und rein rechtlich gesehen sind in Deutschland Leichen keine Menschen mehr, sondern Sachen, womit dann auch die Frage nach dem Recht auf Leben verwirkt ist.
                        Zumal dann auch noch die Totenruhe ins Spiel kommt, die Toten aufwecken wäre somit auch ein Gesetzesverstoß.
                        Da müsste man rechlich sicherlich etwas rumdoktern, schon allein weil der Kryonik der Friedhofszwang entgegensteht. Dann müsste man sich ferner fragen, ob es neben "lebendig" und "tot" noch weitere Abstufungen geben müsste, wie z.B "permanent-tot", "wahrscheinlich-tot", "vorübergehend-tot"usw.
                        I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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                        • #13
                          Zitat von Cordess Beitrag anzeigen
                          Nicht nur diese Frage.
                          Die entscheidende Frage wäre auch, warum sollten die Menschen der Zukunft mit einer Bevölkerungsdichte von vielleicht 20 Milliarden Menschen auf der Erde auch noch die Toten Leichen zum Leben wiedererwecken?
                          Die wären ja doof wenn sie das tun würden!
                          Die entscheidende Frage wäre ob es in einer so fernen Zukunft überhaupt noch etwas zum Autauen gäbe.
                          Wenn man sich alleine die letzten 200 Jahre anschaut, in denen nicht nur positives geschehen ist, finde ich es etwas schwer zu glauben, dass die Menschen in der Lage wären ein so empfindliches Objekt über Jahrhunderte zu pflegen und hegen, dass es auch am letzten Tag noch so funktionstüchtig und vollständig wie am ersten ist. Es muss ja nur über einen kurzen Zeitraum mal ein wenig zu warm werden...

                          Kommentar


                          • #14
                            Zitat von newman Beitrag anzeigen
                            Die entscheidende Frage wäre ob es in einer so fernen Zukunft überhaupt noch etwas zum Autauen gäbe.
                            Wenn man sich alleine die letzten 200 Jahre anschaut, in denen nicht nur positives geschehen ist, finde ich es etwas schwer zu glauben, dass die Menschen in der Lage wären ein so empfindliches Objekt über Jahrhunderte zu pflegen und hegen, dass es auch am letzten Tag noch so funktionstüchtig und vollständig wie am ersten ist. Es muss ja nur über einen kurzen Zeitraum mal ein wenig zu warm werden...
                            Die technische Seite ist weniger das Problem, da es schon heute Meß- und Regelsysteme gibt, die recht fortschrittlich sind. Wie schon oben auch von anderen erwähnt, sind ethische und moralische Bedenken weitaus schwerer zu gewichten...
                            Heaven is where the police are British, the chefs are Italian, the mechanics German, the lovers French and it all is organized by the Swiss.
                            Hell is where the police are German, the chefs are British, the mechanics french and the lovers are Swiss and it all is organized by the Italians.

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                            • #15
                              Momentan ist das ein einträgliches Geschäftsmodell für einige wenige Firmen und Organisationen.
                              Der Prozess und vor allem die Lagerung ist teuer, weswegen sich das wohl hauptsächlich reiche Exzentriker per Testament erlauben.

                              Die momentanen Erfolgsaussichten dürften wegen der unzulänglichen heutigen Technik und der schon angesprochenen allgemeinen Probleme beim Einfrierprozess bei Null liegen.
                              Aber die Interessenten sind ja eh tot, also wen juckt's?

                              Im Wikipedia-Artikel ist dazu zu lesen, dass sich erstmals 1967 in den USA bei Alcor jemand frosten ließ.

                              Das Thema ist auch schon in etlichen SF-Filmen (und bei den Golden Girls ) verwurstet worden. Ich teile die Anischt, dass eine praktische Anwendung wohl irgendwann in der Raumfahrt Anwendung finden könnte.
                              "Die Wahrheit ist so schockierend, die kann man niemandem mehr zumuten." (Erwin Pelzig)

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