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Radioaktive Kontaminierung

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  • Radioaktive Kontaminierung

    Angenommen, nicht eines, sondern gleich mehrere europäische Kernkraftwerke würden in die Luft gehen und große Teile Europas würden stark kontaminiert werden. Meine Frage ist: Gibt es überhaupt etwas, was man nach einem solchen Ereignis tun könnte, um die Landstriche wieder bewohnbar zu machen? Ist es zumindest denkbar, dass es irgendwann eine Technologie gibt, mit der man radioaktive Verseuchung beseitigen kann?

  • #2
    Abgesehen davon alle verseuchte Materie abzutragen?
    Grundsätzlich nein.

    Die Frage ist aber unter anderem wie starkt die Kontaminierung wirklich sein würde.
    Wenn man sich z.B. Gebeite ansieht, die von Kernwaffeneinsätzen betroffen waren, sieht es nicht ganz so schlimm aus.
    In Hiroshima zum Beispiel ist die Strahlenbelastung gemäss Wikipedia nicht höher als in anderen bewohnten Gebieten der Erde.
    Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

    - Florance Ambrose

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    • #3
      Ich glaube das hängt hauptsächlich von den Isotopen ab die entstehen würden. Tschenorbyls Umgebung ist langfristig noch immer nicht gut für die allgemeine Gesundheit wegen langlebiger Isotope wenn ich mich recht erinnere. Ausserdem meine ich mich zu erinnern, dass eine atmosphärische Atombombenexplosion a la Hiroshima 'relativ' wenig Fallout produziert (da der meiste Fallout in die Stratosphäre gelangt und damit weltweit verteilt wird, und damit vernachlässigbar. (zumindestens war es bei mindestens einem späteren Bombentest - Operation Crossroads - so, dass die erste Bombe (Able, Atmosphärenexplosion) relativ wenig Fallout produzierte, und erst der darauffolgende Baker-Test (Unterwasser) zu einer massiven radioaktiven Kontamination führte..)
      Ich wurde schon als linkslinker Linksmarxistengutmenschlinker bezeichnet. Was soll das sein?

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      • #4
        Zitat von 3of5 Beitrag anzeigen
        Angenommen, nicht eines, sondern gleich mehrere europäische Kernkraftwerke würden in die Luft gehen und große Teile Europas würden stark kontaminiert werden. Meine Frage ist: Gibt es überhaupt etwas, was man nach einem solchen Ereignis tun könnte, um die Landstriche wieder bewohnbar zu machen? Ist es zumindest denkbar, dass es irgendwann eine Technologie gibt, mit der man radioaktive Verseuchung beseitigen kann?
        Eine Methode um ganze Länder zu dekontaminieren gibt es nicht. Bei kleineren Flächen, kann man entweder die oberste Bodenschicht abtragen, oder mit Hilfe von Pflanzen die Schwermetalle konzentrieren (Sonnenblumen entgiften Böden) um die Belastung reduzieren.

        Zitat von HMS Fearless Beitrag anzeigen
        Wenn man sich z.B. Gebiete ansieht, die von Kernwaffeneinsätzen betroffen waren, sieht es nicht ganz so schlimm aus.
        In Hiroshima zum Beispiel ist die Strahlenbelastung gemäss Wikipedia nicht höher als in anderen bewohnten Gebieten der Erde.
        Das in Tschernobyl freigesetzte radioaktive Material, ist ungefähr die 400fache Menge der Hiroshima-Bombe, insofern wäre ich da mit einen Vergleich mit Hiroshima vorsichtig. Auch dürften sich die großen Wassermengen die Hiroshima während der Taifunperiode abbekommt, sich recht positiv auf den Abtransport der Isotope ausgewirkt haben. Ein Effekt, den bei dem wohl kaum eine Region in Europa mithalten kann.
        Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
        Dr. Sheldon Lee Cooper

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        • #5
          Zitat von Enas Yorl Beitrag anzeigen
          Das in Tschernobyl freigesetzte radioaktive Material, ist ungefähr die 400fache Menge der Hiroshima-Bombe, insofern wäre ich da mit einen Vergleich mit Hiroshima vorsichtig. Auch dürften sich die großen Wassermengen die Hiroshima während der Taifunperiode abbekommt, sich recht positiv auf den Abtransport der Isotope ausgewirkt haben. Ein Effekt, den bei dem wohl kaum eine Region in Europa mithalten kann.

          gut möglich.

          Wichtig ist bei der Beurteilung der möglichen Kontamination sicher welche Stoffe sich in welchem Umkreis in welcher Konzentration verteilen würden.
          Wie weit würde sich z.B. das Spaltmaterial selbst verteilen können?


          Eine andere Frage, die man sich im Zusammenhang mit einem solchen Super-Gau stellen muss ist:
          Wie schlimm ist die Kontamination wirklich?
          Klar, in einigen Gebieten Europas gibt es seit Tschernobyl immer noch erhöte Konzentrationen von Cäsium 137, und die Verwendung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen aus diesen Gebieten ist immer noch eingeschränkt.
          Aber wie gross wären die effektiven Auswirkungen auf die Bevölkerung?

          Ich rede nicht von Grenzwerten und Vorsichtsmassnahmen und so weiter, sondern von der realen Bedrohung.
          Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

          - Florance Ambrose

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          • #6
            Zitat von 3of5 Beitrag anzeigen
            Angenommen, nicht eines, sondern gleich mehrere europäische Kernkraftwerke würden in die Luft gehen und große Teile Europas würden stark kontaminiert werden. Meine Frage ist: Gibt es überhaupt etwas, was man nach einem solchen Ereignis tun könnte, um die Landstriche wieder bewohnbar zu machen?
            Theoretisch ja, praktisch nein.


            Man könnte z.B. den ganzen Boden abtragen und diesen durch verschiedene chemische Prozesse in die einzelnen Elemente aufteilen.
            Anschließend sondiert man aus diesen jeweiligen Elementkonzentrationen, die übrigens sehr hoch sein müssen, durch weitere physikalische Verfahren wie z.B. die Zentrifugentechnik die radioaktiven Isotope heraus und zwar derart, daß diese wiederum ebenfalls untereinander nach ihrer Halbwertszeit bemessen getrennt sind. Lediglich die stabilen Elemente werden dabei der Umwelt wieder zugeführt.
            Von den instabilen Isotopen aber nimmt man die Isotope mit langer Halbwertszeit oder die, die in ihrer Zerfallskette Stadien mit langer Halbwertszeit haben, heraus und läßt die anderen mit kurzer Halbwertszeit oder in der gesamten Zerfallskette nur kurze Halbwertszeiten haben ein paar Jahrzehnte in einer abgesicherten Deponie liegen.
            Die herausgefischten Langzeitisotpe beschießt man anschließend mit Neutronen in einem Rubbiatron, wodurch eine Elementumwandlung durch Transmutation entsteht und ein Teil dieser langfristigen Isotope dadurch in kurzfristige oder stabile Elemente umgewandelt wird und somit die Anzahl der Isotope mit langer Halbwertszeit wesentlich verringert wird.
            Am Schluß wird dieses Zeug dann wieder zu dem Material des ersten Prozesses (siehe ganz oben) zugeführt, womit sich der Kreislauf schließt.
            Am Ende filtert man somit die stabilen Elemente oder die instabilen, die in kurzer Halbwertszeit zu stabilen Elementen zerfallen, Schritt für Schritt auch in mehreren Wiederholungen aus dem radioaktiven Material heraus und das geht solange, bis kein radioaktives Material mehr in hohen Konzentrationen vorhanden ist.


            Möglich wäre das durchaus, nur wäre es mehr als sau teuer, im Prinzip aber nach dem heutigen Technischen Stand so teuer, daß es eigentlich unmöglich ist oder als unmöglich angesehen werden kann.

            Außerdem kann eine 100 % ige Reinheit der stabilen Endprodukte nicht garantiert werden. Irgendwas würde dem Prozess immer durchschlüfpen, aber solange die Mengen gering genug sind, wäre dies durchaus akzeptabel.
            Wenn es möglich wäre die Isotopentrennung günstiger und effizienter als z.B. durch Zentrifugen durchzuführen, z.B. durch in der Theorie exisiterende Laserverfahren, dann würden dabei übrigens auch die Energie- und Aufwandskosten sinken.


            Fest steht aber, daß die dafür momentan notwendige Energie höchstwahrscheinlich, so meine Vermutung, diejenige Energiemenge übersteigen würde, die alle Atomkraftwerke in Europa zusammen in den letzten 50 Jahren erzeugt haben.
            Daher kann dies nicht als Argumentation für die Atomkraft herhalten.

            Momentan wäre es jedenfalls billiger den ganzen kontaminierten Boden abzutragen und daraus einen Berg aufzuschütten, der am Fundament und anschließend an dessen Oberseite mit dicken Betonwände versiegelt wird.
            Ein paar praktische Links:
            In Deutschland empfangbare FreeTV Programme und die jeweiligen Satellitenpositionen
            Aktuelles Satellitenbild
            Radioaktivitätsmessnetz des BfS

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