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Vorstoß ins All - Testflug in Flensburg

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  • Vorstoß ins All - Testflug in Flensburg

    Bereits im Spätsommer könnte Flensburg für einige Minuten im Fokus der Weltraumforschung stehen. Am Flughafen Schäferhaus soll eine Drohne mit einem speziellen Propeller-Antrieb abheben, um wichtige aerodynamische Ergebnisse zu liefern. Diese Drohne ist kein beliebiges Modellflugzeug. Vielmehr ist der zwei Meter große Flugapparat ein Baustein für das ehrgeizige Weltraumtourismus-Vorhaben "Project Enterprise" zweier Schleswig-Holsteiner. Das Projekt sorgte erstmals vor zwei Jahren bundesweit für Schlagzeilen. Dahinter stehen Frank Marco Günzel und Peer Gehrmann aus Harrislee bei Flensburg. Die beiden 42-jährigen Ingenieure kennen sich von Kindesbeinen an und hatten stets ein Ziel: "Irgendwann ins All starten."

    Vor sechs Jahren haben beide ihr Vorhaben auf professionelle Füße gestellt: Sie gründeten die Talis-Enterprise GmbH mit Sitz am Flughafen Cochstedt bei Magdeburg (Sachsen-Anhalt) sowie später eine Aktiengesellschaft in der Schweiz, um das Projekt zu finanzieren. "Es ist in Europa das erste rein privatwirtschaftliche Raumfahrtprojekt ohne staatliche Beteiligung", betont Günzel.

    Zwei bis drei Jahre Verzug durch Krise

    Doch dann musste der Countdown verschoben werden. "Die Weltwirtschaftskrise hat alle Unternehmen im Bereich der privaten Weltraumfahrt in ihren Zeitplänen um zwei bis drei Jahre in Verzug gebracht", berichtet Günzel. Inzwischen aber gebe es wieder Aufwind. So habe sich die Talis-Enterprise AG mit den Betreibern der Flughäfen Cochstedt und Neuhardenberg (Brandenburg) auf der Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin präsentiert. Zudem habe Günzel im März "fruchtbare Gespräche mit Großinvestoren im malaysischen Kuala Lumpur" geführt. Der Zeitplan könne wieder "ein Stück weit" eingeholt werden, hofft der Ingenieur.

    Zu diesem Zeitplan gehört der Start der Drohne in Flensburg: "Sie wird die Form der 'Enterprise' haben", kündigt Günzel an. Der Entwurf der "Enterprise" sieht ein etwa 22 Meter langes Raumflugzeug mit einer Flügelspannweite von 18 Metern vor. Der Plan: Das Raumschiff hebt im Jahr 2014 mit vier bis sechs Passagieren und einem Piloten an Bord zunächst vom Flughafen Cochstedt in Sachsen-Anhalt wie ein Flugzeug ab, um dann mit Raketenantrieb senkrecht 130 Kilometer hoch ins All vorzustoßen. Die "Enterprise" beschreibt dann eine antriebslose Parabel im Weltraum. "Nach etwa vier Minuten im All erfolgt der Wiedereintritt in die Atmosphäre - und das Raumschiff segelt zur Erde zurück", erklärt Günzel. "Wir verfolgen das Projekt mit großem Interesse", sagt dazu Beate Hagen, Sprecherin des Wirtschaftsministeriums in Sachsen-Anhalt.

    2011 könnte Prototyp gebaut werden

    Zunächst aber gibt es eine ganze Kette von Vorerprobungen. "Zusätzlich planen wir den Start einer Drohne mit Gasturbinen-Antrieb für 2011", sagt der Ingenieur aus Harrislee. "Im selben Jahr soll auch schon ein etwas größeres Modell als Nutzlast an Bord einer Forschungsrakete im schwedischen Kiruna ins All getragen werden." Und sollte der malaysische Großinvestor endgültig zusagen, könne auch 2011 mit dem Bau des Prototypen "Black Sky" begonnen werden. Das zweisitzige Raketen-Versuchsflugzeug soll eine Höhe von 35 Kilometern erreichen.

    Die gesamten Projektkosten betragen laut Talis-Enterprise 100 Millionen Euro. 150.000 Euro soll ein Ticket ins All kosten, der italienische Marmor-Künstler Gualtiero Vanelli habe bereits reserviert. "Die Nachfrage ist da", sagen beide Harrisleer Ingenieure. Denn neben dem All-Tourismus soll auch die Weltraumforschung ein Schwerpunkt sein. Deshalb arbeite das Team von "Project Enterprise" mit dem renommierten Weltraumbiologen Prof. Oliver Ullrich von der Uni Zürich sowie mit Maschinenbauern Uni in Magdeburg zusammen. "Besonders im Bereich der Immunforschung bietet die Schwerelosigkeit ein enormes Potenzial", sagt Günzels Projektpartner Peer Gehrmann.

    Der Flensburger Drohnen-Start im Spätsommer wäre ein Meilenstein für den Weg der Schleswig-Holsteiner ins All. Die Sonder startgenehmigung des Wirtschaftsministeriums in Kiel steht allerdings noch aus. "Ein Antrag liegt bisher nicht vor", sagte gestern Ministeriumssprecher Harald Haase.


    Auszug Landeszeitung vom 15.06.10
    Quelle :Vorstoß in All

    schön das mal was aus meiner Region in Sachen Weltraumreisen kommt.
    "Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion." Voltaire

  • #2
    Wenn man sieht was in den USA in Sachen privater Raumfahrt auf die Beine gestellt ist das in Europa doch ein Witz.
    Diesen Zug wird Europa komplett verpassen wenn es in einigen Jahren wirklich Wirtschaftlich wird.

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    • #3
      ja natürlich sind die USA "mal wieder" Vorreiter in Sachen Raumfahrt,ich fand den Bericht allerdings deswegen interessant da er aus Schleswig Holstein kommt und ich selber auch Schleswig Holsteiner bin,quasi aus der gleichen Ecke.
      Dennoch ist es interessant zu lesen das sich auch hier was tut.
      "Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion." Voltaire

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      • #4
        Na die Probleme fangen in Deutschland ja schon dadurch an, daß Raketen unter das Waffengesetz fallen.
        Einzige Ausnahme sind Modellraketen die so nen geringen Schub entwickeln, AFAIK ca. < 20 N, daß man sie schon als Spielzeugraketen betrachten kann.


        Da werden also schon die ersten Interessenbildungen im Keim erstickt.


        Und zum Thema.
        Ich frage mich schon, warum der italienische Marmor-Künstler Gualtiero Vanelli da sein Geld reinsteckt, denn wenn er nur einen Weltraumflug machen will, dann könnte er sich genauso gut an Virgin Galactic wenden, denn die haben wenigstens schon ein funktionstüchtiges und erprobtes Fluggerät.
        Bei den Leuten aus Sachsen muß all das erstmal gebaut, erprobt und bewiesen werden, das Risiko, daß das augrund von Geldmangel frühzeitig eingestellt wird, ist also sehr groß.
        Im Worst Case Fall hat der Marmor-Künstler also einen Totalverlust und bekommt dennoch keinen Raumflug.
        Nun gut, vielleicht sieht er es auch europäisch national oder hat genug Geld.
        Aber daran sieht man eigentlich, daß diejenigen, die als zweites kommen, eigentlich kaum noch eine Chance haben wenn sie nicht gleich das Geld von Anfang an haben.
        Die finanziellen Gründe dürften nämlich die größten Einstiegshürden sein.
        Ein paar praktische Links:
        In Deutschland empfangbare FreeTV Programme und die jeweiligen Satellitenpositionen
        Aktuelles Satellitenbild
        Radioaktivitätsmessnetz des BfS

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