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Geplante Obsoleszenz - Notwendiger Motor für unsere Wirtschaft?

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    Ich habe diese Woche auf ARTE die Dokumentation "Kaufen für die Müllhalde" gesehen. Kaufen für die Müllhalde - ARTE
    Darin geht es um die geplante Obsoleszenz Obsoleszenz ? Wikipedia
    Die geplante Obsoleszenz ist Teil einer Produktstrategie. Beim Herstellprozess werden in das Produkt bewusst Schwachstellen eingebaut oder Rohstoffe von schlechter Qualität eingesetzt. Das Produkt wird schnell schad- oder fehlerhaft, kann nicht mehr in vollem Umfang genutzt werden und muss ersetzt werden.
    Bei ARTE sagen sie:
    Glühbirnen, Nylonstrümpfe, Drucker, Mobiltelefone - bei den meisten dieser Produkte ist das Abnutzungsdatum bereits geplant. Die Verbraucher sollen veranlasst werden, lieber einen neuen Artikel zu kaufen, als den defekten reparieren zu lassen. Die bewusste Verkürzung der Lebensdauer eines Industrieerzeugnisses, um die Wirtschaft in Schwung zu halten, nennt man "geplante Obsoleszenz". Bereits 1928 schrieb eine Werbezeitschrift unumwunden: "Ein Artikel, der sich nicht abnutzt, ist eine Tragödie fürs Geschäft".
    Diese Doku hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Mir war schon klar, dass in bestimmte Produkte ein Haltbarkeitsdatum eingebaut ist, aber ich hatte keine Ahnung, wie weit verbreitet das wirklich ist. Auch das Ingenieure dazu angehalten werden, ihre neu entwickelten Produkte absichtlich schlechter zu machen, damit sie nicht so lange halten (etwa bei Nylonstrumpfhosen) kommt bei mir dem Betrug am Verbraucher nahe.

    Natürlich verstehe ich, dass die Firmen Angst um ihre Absatzzahlen haben. Es wurden z.B. schon Glühbirnen erfunden, die 100.000 Std halten, aber niemand stellt sie her, denn sonst würden wir zu selten neue kaufen.

    Aber so produzieren wir durch die geplante Obsoleszenz wirklich für die Müllhalde, Millionen Produkte werden einfach weggeworden und dafür neue gekauft. Das finde ich angesichts der Ressourcenknappheit auf der Erde einfach nur verrückt.

    Was haltet ihr davon? Und gibt es Alternativen, die gut für Wirtschaft und Umwelt sind?
    „Die Borg würden nicht mal Spaß verstehen, wenn sie einen Vergnügungspark assimiliert hätten.“

    Torres, aus „Star Trek Voyager – Tsunkatse“

  • #2
    Ja, das ist nicht nur Zivilisationskritik, da ist glaub ich auch was dran. Ich habe für meinen Teil an zahlreichen Produkten mittlerweile das Interesse verloren. Letztes Jahrtausend habe ich mir noch oft Technikkram gekauft, mit dem dann aber irgendwie doch nicht zufrieden war. Kein Fernseher mehr, keine Stereoanlage, kein Mobiltelefon. Das hatte mir dann doch alles zu schnell irgendwelche Macken. DVD-Rekorder, CD-Player, das kann und will ich mir vor allen Dingen nicht alle drei Jahre neu kaufen. Bei mir tun es etwas bessere Computerboxen. Sicherlich würde ich mir mal wieder gerne eine gute Stereoanlage kaufen, aber wenn die auch nur drei Wochen hält... Für eine größere Anschaffung fehlt mir auch das Vertrauen. Das ist meine Alternative, sicher gut für die Umwelt.
    When I was a boy we had a dog. One day, we took it to the park. Our dad had warned us how fast that dog was, but... we couldn't resist.So, my brother took off the leash, and in that instant, the dog spotted a cat. Well, he just sat down, bored. Guess cats weren't his thing.

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    • #3
      Zitat von Nilani aka nana2007 Beitrag anzeigen
      ....
      Was haltet ihr davon? Und gibt es Alternativen, die gut für Wirtschaft und Umwelt sind?
      Nicht in einem System, das Stillstand als Rückschritt sieht und in dem bei Bewertung von Firmen und Kapitalanlagen die blanken Umsatz- wie Wachstumszahlen oft gegenüber ausgewiesenem Gewinn als gleichberechtigt oder sogar vorangig angesetzt werden. Die Abhängigkeit von Wachstum für die Gesamtwirtschaft, die in der Theorie hinter unseren Märkten und in den Köpfen unserer "Wirtschaftsfachkräfte" (den promovierten Eierköpfen, nicht den Wirten und Kellnern ) fest verankert ist, läßt für echte Qualitätsprodukte nur da eine Nische, wo diese Qualität wegen der Art des Produktes sich auch aufbraucht (Verbrauchsmaterialen und Nahrungsmittel) - aber eben auch nur eine Nische.

      Wundert mich, daß über sowas noch eine Doku gedreht wird....
      Karl Ranseier ist tot. Der wohl erfolgloseste Foren-Autor aller Zeiten wurde heute von einem Bus auf der Datenautobahn überfahren.

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      • #4
        Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
        Nicht in einem System, das Stillstand als Rückschritt sieht und in dem bei Bewertung von Firmen und Kapitalanlagen die blanken Umsatz- wie Wachstumszahlen oft gegenüber ausgewiesenem Gewinn als gleichberechtigt oder sogar vorangig angesetzt werden.
        Ja, das ist ein echtes Problem, dass unser gesamtes Wirtschaftssystem nur auf Wachstum ausgerichtet ist. Ich mein, wo soll das noch hinführen? Wir konsumieren doch jetzt schon so viel, als hätten wir vier Erden zur Verfügung! Und gleichzeitig wachsen die Müllberge ins Unermessliche! Zukünftige Generationen, die in einer vermüllten und sterbenden Natur ums Überleben kämpfen müssen, werden wohl stinksauer auf uns sein!

        Zu mindest in Sachen "Gut für die Umwelt" war der Kommunismus dann wohl doch besser, da gabs keine geplante Obsoleszenz, schließlich mussten ja alle Produkte ewig halten, gab ja keine neuen!

        Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
        läßt für echte Qualitätsprodukte nur da eine Nische, wo diese Qualität wegen der Art des Produktes sich auch aufbraucht (Verbrauchsmaterialen und Nahrungsmittel) - aber eben auch nur eine Nische.
        Auch bei Verbrauchsartikeln wird "gemogelt". So werden etwa die Flaschenöffnungen von Weichspülmittelflaschen extra zu groß gemacht. Das verleitet dazu, zuviel zu verwenden, und dadurch müssen öfter neue Flaschen gekauft werden.

        Die einzigen Artikel, bei denen geplante Obsolenz kaum eine Rolle spielt, sind in der Luxuspreisklasse zu finden. Ist auch irgendwie logisch, wenn jemand ne High-End-Luxus-Surround-Musikanlage für 10.000 € kauft, würde er wohl verdammt sauer werden, wenn die nach nur 3 Jahren nicht mehr funktioniert.

        Ich persönlich brauche solchen Schickschnack nicht, aber Computer und Fernseher sollten schon sein, genauso wie ein Handy. Ständig das neueste Modell ist aber mMg unnötig. Aber das Geräte, wie Drucker auf Grund eines eingebauten Fehlers kaputt gehen, obwohl sie eigentlich noch völlig in Ordnung sind (mit einem Programm kann man die Fehlermeldung ausschalten u dann funktioniert er wieder), das macht mich echt sauer. So werden völlig intakte Geräte weggeworfen!
        „Die Borg würden nicht mal Spaß verstehen, wenn sie einen Vergnügungspark assimiliert hätten.“

        Torres, aus „Star Trek Voyager – Tsunkatse“

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        • #5
          Letzlich ist das die Folge billiger Energie. Bevor die Menschheit Zugang zu Kohle und Erdöl hatte, wurde für die Dauer produziert, und die Handwerker lebten vorwiegend von der Reparatur, nicht der Herstellung. Da die Herstellung aber nun dank vergleichsweise tiefen Rohstoffpreisen derart günstig ist, und sich, wie erwähnt wurde, mit der Reparatur viel weniger Gewinn machen lässt als mit der Herstellung eines neuen Geräts, haben sich die Prioritäten verlagert. Man beachte, dass auch heute noch die Energiepreise in Drittweltländern hoch sind, und entsprechend die Reparatur einen wichtigen Stellenwert im Wirtschaftsleben einnimmt.

          Die Frage ist jetzt, wie sich das in Zukunft entwickelt. Geht das Zeitalter der billigen Energie (und der billigen Rohstoffe) mit dem Zeitalter des Erdöls zu Ende? Oder kommt ein neues Zeitalter, in dem Energie (sagen wir, aus Kernspaltung oder Kernfusion?) noch viel billiger ist, entsprechend noch mehr Geräte für die Müllhalde produziert werden?
          Planeten.ch - Acht und mehr Planeten (neu wieder aktiv!)
          Final-frontier.ch - Kommentare vom Rand des Universums

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          • #6
            Zitat von Nilani aka nana2007 Beitrag anzeigen
            Zu mindest in Sachen "Gut für die Umwelt" war der Kommunismus dann wohl doch besser, da gabs keine geplante Obsoleszenz, schließlich mussten ja alle Produkte ewig halten, gab ja keine neuen!
            Das stimmt nicht. Nicht umsonst war die Umweltbelastung in den Ostdeutschen Industriegebieten vor der Wende erheblich höher als die in Westdeutschen. Ich erwähne nur das Stichwort "Bitterfeld".
            Und das die Produkte ewig halten mussten stimmte auch nicht. Es gab auch dort Produkte mit geringer Qualität.

            Edit: Um das Missverständnis zu vermeiden, durch die Formulierung "war der Kommunismus" war klar, auf was sich dieser Satz bezog.

            .
            EDIT (autom. Beitragszusammenführung) :

            DragoMuseveni schrieb nach 9 Minuten und 33 Sekunden:

            Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
            Letzlich ist das die Folge billiger Energie. Bevor die Menschheit Zugang zu Kohle und Erdöl hatte, wurde für die Dauer produziert, und die Handwerker lebten vorwiegend von der Reparatur, nicht der Herstellung. Da die Herstellung aber nun dank vergleichsweise tiefen Rohstoffpreisen derart günstig ist, und sich, wie erwähnt wurde, mit der Reparatur viel weniger Gewinn machen lässt als mit der Herstellung eines neuen Geräts, haben sich die Prioritäten verlagert. Man beachte, dass auch heute noch die Energiepreise in Drittweltländern hoch sind, und entsprechend die Reparatur einen wichtigen Stellenwert im Wirtschaftsleben einnimmt.
            Die Beispiele deuten doch eher auf einen Zusammenhang zwischen technischen Fortschritt und Verschwendung hin. Produkte, die aufgrund der Produktionstechnik nur in geringer Zahl vorhanden sind, werden entsprechend robuster designet als Produkte, die in großer Zahl vorhanden sind.
            Zuletzt geändert von DragoMuseveni; 28.02.2011, 22:08. Grund: Ein Edit.
            "Unterdrücke nie mit Gewalt Überzeugungen, die du für verderblich hälst, sonst unterdrücken diese Überzeugungen dich. " - B. Russell, 10 Gebote eines Liberalen.

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            • #7
              Ich sage nur ganz oder gar nicht! Obsoleszenz ist ein akzeptables Mittel, um die Menschen mit irgendeiner Arbeit zu beschäftigen. Es wird immer einfacher immer mehr zu produzieren. Das sänkt zwar die Preise, übersättigt jedoch den Markt auch dementsprächend schnell. Die demographische Entwicklung in den noch-Hauptkonsumländern erledigt dann noch ihr Übriges, dass die Konsumentenzahlen geringer werden. Somit ist der Einbau einer künstlichen Haltbarkeit für Produkte gesellschaftlich gesehen ein Vorteil für uns alle.

              Jedoch muss Obsoleszenz auch dann für alles gelten. Geld muss z.B. ein Verfallsdatum erhalten, genauso wie Architektur und Industrieanlagen. Wenn einige Dinge für die Ewigkeit gelten und andere nicht, entsteht ein Ungleichgewicht, das das ganze System wiederum Obsolet werden lässt.

              Es stimmt nicht, dass die Ressourcen auf der Erde knapp werden, sie werden nur umgeformt. Solange wir nicht zuviel ins Weltall pusten, kann man jede Materie wieder zurückverwandeln, wenn die nötige Energie vorhanden ist. Und unsere Erde ist z.B. viel energiereicher als uns die Öl-Liebhaber weiß machen wollen.

              Recycling bekommt dabei zunehmend immer mehr an Bedeutung. Und heutzutage ist mit Recycling nicht nur das brave Müllsortieren in den Privathaushalten gemeint. Es lohnt sich mittlerweile ein Großteil der seltenen Rohstoffe aus "Abfall" zu gewinnen. Somit wird Abfall zunehmend zu einem Wertstoff.

              Ob beabsichtig oder nicht, Obsoleszenz ist ein Begriff, der am liebsten schon in der Schule gelert werden sollte, damit der Umgang damit nicht entartet und "vernünftig" bleibt. Denn leider ist die Wirtschaft nicht in der Lage sich vor ihrem eigenen Hunger zu schützen, so dass pervertierte Obsoleszenz in letzter Instanz wiederum die Wirtschaft vernichten kann.

              Ach und zum Kommunismus: Für Umweltschutz hat der Kommunismus überhaupt kaum ein Verständnis. Als die Ideologie entworfen wurde, gab es noch kaum Umweltbeschwerden, außer paar verrauchte Arbeitersiedlungen Ende des 19./Anfang des 20. Jahrh. Hinzu kommt, dass mit dem Kommunismus meist auch die Planwirtschaft einher geht. Würde im Kommunismus eine Übersättigung des Marktes stattfinden, gäbe es auch im Kommunismus eine erzwungene Obsoleszenz, denn die Menschen müssen doch nunmal arbeiten und mit irgendetwas beschäftigt sein, um nicht auf dumme Gedanken zu kommen.

              Jedoch ist die Planwirtschaft nicht so effizient, dass jemals eine Übersättigung stattfinden kann, eher ruft die Planwirtschaft oftmals Mangelerscheinungn hervor, da sie sich nur schwer auf unerwartete Ereignisse einstellen kann. Aus diesem Grund wurden viele Geräte und Gegenstände sehr robust gebaut, da man im schlimmsten Fall überhaupt keinen Ersatz erhalten konnte, weil dies ja nicht geplant war ;-)
              Zuletzt geändert von Kristian; 01.03.2011, 00:20.

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              • #8
                Alles nicht so schlimm.
                Viele Produkte werden ohnehin ab einem gewissen Alter erneuert. Zum Beispiel werden Autos nach einer gewissen Anzahl an Jahren neu gekauft. Dabei macht es keinen Sinn, die Autos so zu bauen, dass sie ewig halten. Dank jahrelanger Erfahrung, guten Kenntnissen der Werkstoffeigenschaften und verbesserten Berechnungsmethoden z.B. FEM, wissen die Autobauer ziemlich genau, wie lang die Einzelteile halten. Die Einzelteile werden dabei so dimensioniert, dass sie alle, mit Ausnahme der Verschleissteile, gleichzeitig ausfallen. Durch die so erzielte Gewichtsersparnis wird weniger Energie beim Fahren verbraucht. Also, so was wie "gut" für die Umwelt.
                Loriot: Kraweel, kraweel. Taub-trüber Ginst am Musenhain, trüb-tauber Hain am Musenginst. Kraweel, kraweel.

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                • #9
                  Wo es einen Markt für lang bzw. ewig haltende Produkte gibt, da kann man sie auch kaufen. Die Krux bei der ganzen Sache ist halt, dass - wenn man Produkte haltbarer macht - das Endergebnis entweder aufwändiger und damit teurer ist oder einen schlechteren Wirkungsgrad hat oder regelmäßiger Wartung und Pflege bedarf.

                  Kommentar


                  • #10
                    Zitat von Pyromancer Beitrag anzeigen
                    Wo es einen Markt für lang bzw. ewig haltende Produkte gibt, da kann man sie auch kaufen. Die Krux bei der ganzen Sache ist halt, dass - wenn man Produkte haltbarer macht - das Endergebnis entweder aufwändiger und damit teurer ist oder einen schlechteren Wirkungsgrad hat oder regelmäßiger Wartung und Pflege bedarf.
                    Falsch.

                    Es wird heutzutage sogar aufwand betrieben um die Haltbarkeit zu verkürzen.
                    Das Problem an ewig haltenden sachen is halt, dass man in Deutschland maximal 80.000.000 stück verkaufen kann und das nciht reicht umd ei Firma über wasser zu halten
                    Drum hab ich mich der Magie ergeben,
                    Daß ich nicht mehr mit saurem Schweiß
                    Zu sagen brauche, was ich nicht weiß;
                    Daß ich erkenne, was die Welt - Im Innersten zusammenhält!

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                    • #11
                      Zitat von Tom1991 Beitrag anzeigen
                      Falsch.

                      Es wird heutzutage sogar aufwand betrieben um die Haltbarkeit zu verkürzen.
                      Das Problem an ewig haltenden sachen is halt, dass man in Deutschland maximal 80.000.000 stück verkaufen kann und das nciht reicht umd ei Firma über wasser zu halten
                      Wenn du die Wahl hast zwischen einem Produkt, dass ewig hält, und einem Produkt, dass nach einem Jahr kaputt geht und teurer ist (weil der Hersteller ja Aufwand betreiben musste, um die Haltbarkeit zu verkürzen), welches kaufst du dann? Siehste! Dein Szenario würde nur bei einem Monopol funktionieren.

                      In einer halbwegs freien Marktwirtschaft kann man sich aber im Allgemeinen immer entscheiden zwischen niedrigem Preis, hohem Wirkungsgrad oder langer Haltbarkeit. Alles drei zusammen geht nunmal in der Regel nicht, was dir auch jeder Ingenieur gerne bestätigen wird.

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                      • #12
                        Oh ja. Eines meiner "Lieblingsthemen".

                        Ich selbst wurde auch schon unzählige Male Opfer dieser "Geschäftspraktiken", die derart verzweigt und weit verbreitet sind, dass wir es uns kaum noch vorstellen können.

                        Es gibt ebenso unzählige Beispiele und einer Massenanzahl an Produkten, die mit eben jener Hinterhältigkeit von den meisten Herstellern eben gezielt so produziert werden, dass sie eben nur eine begrenzte Lebensdauer oder Funktionen haben.

                        Zugegeben. Eine "Glühbirne", oder eine "Nylonstrumpfhose" sind zumindest für unsere westliche Gesellschaft wohl nicht sooo wertvoll, als das man sich nicht eine Neue kaufen würde. Abgesehen natürlich vom generellen moralischen Aspekt der Sache oder von Prinzip her. Aber wenn man mehrere hundert Euro oder mehr für ein Gerät ausgibt, dass a) entweder einen "Timer" hat, wann es kaputt gehen soll oder b) eine bestimmte Anzahl an ausführenden Tätigkeiten hat, dann hört der "Spaß" aber auch ganz schnell auf. Ganz zu schweigen für all die anderen Aspekte wie Umwelt, Resourcen, etc.

                        Ich habe seit den letzten Jahren bis heute nacheinander insgesamt 4 Geräte der Marke Panasonic gehabt, die allesamt jeweils nach ca. 2 1/2 bis 3 Jahren, einfach so unvermittelt von heut' auf morgen den Geist aufgegeben haben. An mechanischen Dingen lags dabei nie, sondern stets an der Elektronik. Kein Wunder, diese "befiehlt" dem Gerät schließlich ob es weiterlaufen soll oder eben, nach einer bestimmten Betriebsdauer, einfach so einen auf "out of order" macht. Und da ich als "Laie" natürlich so ein Gerät nicht selbst checken oder gar wieder flott machen kann, passiert dann mit mir genau das Selbe was mit allen anderen Kunden und es auch in der erstklassigen Arte-Doku gezeigt wurde. Man wird vertröstet, Repratatur sei zu teuer, blah, man soll neu kaufen, es gibt keine Lösung dafür usw. usw. usw.

                        Es wird allerhöchste Zeit, dass die Bürger, besser gesagt der Kunde, sich gegen diese bereits seit jahrzehnten andauernden "Abzocke" und "über den Tisch zieherei" endlich zur Wehr setzt und dies alles gestoppt wird!

                        Aber nee, solange ja der Doktortitel eines Politikers wichtiger ist als solche "Bagatellen", wird sich an dieser Firmenpolitik auch nie was ändern.
                        "So freue dich, Jüngling, in deiner Jugend...". (Kap. 11, Salomo)

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                        • #13
                          @Starlord

                          Wenn Du es schaffen solltest die Psyche der kompletten Menschheit zu verändern, bin ich auf Deiner Seite. Jedoch verkaufen sich erstens Fernseher, die 10.000 Euro kosten, nur sehr schwer und zweitens sollten die Menschen immer schön weiter Nachwuchs produzieren, der die langlebigen Produkte dann kaufen kann. Wieviel bezahlt man denn schon heute für Elektornikartikel? Das ist lächerlich im Vergleich zu den Geräten, die noch vor 30 Jahren verkauft wurden.

                          Ich kann mich noch an Zeiten vor rund 20 Jahren erinnern, als ein normaler Fernseher knapp 7.000 DM gekostet hat. Das war das 14-fache einer damaligen Wohnungsmiete in der berliner Innenstadt. Heute werden Dir die Geräte hinterher geschmissen. Nur Geräte, die wirklich gehypet sind.. bzw. Evergreens, sind noch wirklich teuer. Fernseher im 10.000 Euro Bereich gehören eher in die Kategorie Luxus-Design und weniger zur Massenware.

                          Natürlich ärgert man sich, wenn ein Gerät kaputt geht. Dann schreit man natürlich zu gerne "Betrug"!! Aber bei der wohlgemerkt geplanten Obsoleszenz geht es nicht darum, den Konsumenten zu ärgern, sondern es geht darum den Menschen eine Dauerbeschäftigung zu geben, so dass sie auch weiterhin Konsumieren können. Würden z.B. alle Bügeleisen für die Ewigkeit gebaut werden, hätte man bei der derzeitigen Produktionsmenge schon nach einigen Jahren ein Problem mit einem übersätigten Markt, da ja alle bedient wären und nur Ausfallgeräte ausgetauscht werden müssten.

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                          • #14
                            Zitat von Pyromancer Beitrag anzeigen
                            Wenn du die Wahl hast zwischen einem Produkt, dass ewig hält, und einem Produkt, dass nach einem Jahr kaputt geht und teurer ist (weil der Hersteller ja Aufwand betreiben musste, um die Haltbarkeit zu verkürzen), welches kaufst du dann? Siehste! Dein Szenario würde nur bei einem Monopol funktionieren.
                            Die Aussage ist an sich schon richtig - das Problem and er Sache ist nur, dass ein solches Monopol vorhanden ist.

                            Nicht für die Firmen an sich, sondern für die Idee. Die geplante Obsoleszenz wird mitlerweile von jedem genutzt um Zahlen zu steigern.

                            Das Prinzip is einfach:
                            Alles was während der Garantie schrottet kostet das Geld der Firma, alles was danach schrottet bringt gewinn da es neu gekauf werden muss.

                            Ein weiteres Problem an der Sache ist, dass der Onsument im Moment des Kaufes nicht zwischen manipuliertem und stabilm Produkt unterschieden kann.
                            Drum hab ich mich der Magie ergeben,
                            Daß ich nicht mehr mit saurem Schweiß
                            Zu sagen brauche, was ich nicht weiß;
                            Daß ich erkenne, was die Welt - Im Innersten zusammenhält!

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                            • #15
                              Zitat von Pyromancer Beitrag anzeigen
                              Wenn du die Wahl hast zwischen einem Produkt, dass ewig hält, und einem Produkt, dass nach einem Jahr kaputt geht und teurer ist (weil der Hersteller ja Aufwand betreiben musste, um die Haltbarkeit zu verkürzen), welches kaufst du dann? Siehste! Dein Szenario würde nur bei einem Monopol funktionieren.
                              Es ist schon etwas differenzierter, der Faktor Obsoleszenz variiert je nach Produktkategorie sehr stark. Bei klassischen Verbrauchsartikeln, ist der Konsument eine bestimmte Lebenserwartung gewöhnt, hier will sich kaum ein Hersteller, selbst den Absatz kaputt machen, in dem er mit einer gesteigerten Lebenserwartung wirbt.
                              Ähnliches gilt für Produkte, die einen schnellen Wandel entweder durch Mode oder technische Neuerungen durchmachen. Hier haben Hersteller keinen wirtschaftlichen Anreiz, auf Langlebigkeit zu setzen.
                              Anders sieht es dagegen bei Produkten aus, bei denen der Konsument, eine hohe Lebenserwartung verlangt. Geht ein Kühlschrank kurz nach Ablauf der Garantie kaputt, merkt sich das der Käufer, und wird die Marke möglicherweise in Zukunft meiden.
                              Eine andere Form der Obsoleszenz ist die Veraltung durch Inkompatibilität, Softwareformate die nicht mehr unterstützt werden, geänderte Steckerstandarts, etc. Oder staatlich unterstützte Obsoleszenz, durch geänderte gesetzliche Vorschriften (sehr beliebt im Bereich Kfz).
                              Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
                              Dr. Sheldon Lee Cooper

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