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Kolonisation des Sonnensystems - Lieber zuerst Titan statt Mars und Luna?

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  • Kolonisation des Sonnensystems - Lieber zuerst Titan statt Mars und Luna?

    Es ist ja eine durchaus mögliche Zukunftsprognose, dass die Menschheit eines Tages (aus verschiedenen Gründen) zu den anderen Himmelskörpern des Sonnensystem aufbricht um sie zu besiedeln. Nachdem ich in den letzten Tagen einiges über die verschiedenen Monde und Planeten des Sol Systems gelesen hab und wieder mal ein Buch von Paul McAuley in die Hand bekam, habe ich überlegt ob es im Rahmen einer Besiedelung im größeren Stil (Kolonien mit >1000 ständigen Bewohnern) nicht vielleicht sinnvoller wäre statt sie zunächst auf Luna oder dem Mars zu errichten, wie es viele heutige Konzepte vorsehen, diese lieber auf dem Saturnmond Titan zu errichten.

    Als Argumente dafür möchte ich anführen:

    1) Der Mond besitzt eine sehr dichte Atmosphäre. Der Druck am Boden beträgt etwa 1,5 bar und sie besteht zu über 95% aus Stickstoff. Kolonien, Fahrzeuge und Umweltanzüge, die mit dem gleichen Druck betrieben würden, wären nicht der Gefahr der plötzlichen Dekompression ausgesetzt und das Material würde geschont werden. Die Dichte Atmosphäre schützt außerdem sehr effektiv vor kleineren (und Mikro-) Meteoriten, während diese auf Luna oder dem Mars (fast) ungebremst aufschlagen. Umweltanzüge müssten nicht sehr komplex aufgebaut sein, da diese jediglich wärmen, isolieren und mit Sauerstoff versorgen müssten (zugegeben sie müssten bei -180°C arbeiten, aber bis dahin sollte das keine Hürde darstellen)
    Bei Lecks an Gebäuden und Fahrzeugen würde zwar extrem schnell die Temperatur fallen, aber (sofern sie nicht zu große werden) es dürfte genug Zeit bleiben um Schnell Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

    2) Die Oberfläche des Planeten besteht hauptsächlich aus Wassereis, teilweise mit Ammoniak versetzt und Methan-Seen. Damit wären die Grundstoffe für viele organische Verbindungen in ausreichenden Mengen einfach zu sammeln.

    3) Ein schwaches Magnetfeld sorgt für einen nennenswerten Schutz vor kosmischer Strahlung in Bodennähe.

    4) Die geringe Schwerkraft (1/7 der Erdgravitation auf Meereshöhe) würde Landungen und Starts von dem Mond stark erleichtert.


    Natürlich gibt es auch Argumente, die dagegen sprechen:

    1) Die größere Entfernung zur Erde würde Reisen und Kommunikation erheblich verlängern.

    2) Die deutlich schäche Sonneneinstrahlung würde Solarzellen ineffektiv machen. Man müsste wahrscheinlich auf Fissions- (bzw. Fusions-) Energiequellen zurückgreifen.

    3) Es gibt vermutlich nur wenig Metalle auf der Oberfläche des Mondes. Die müsste man entweder im Saturnsystem auf metallreicheren Objekten abbauen oder sie von weit her einführen.


    Was denkt ihr über dieses Gedankenspiel?

  • #2
    Saturn ist wirklich sehr weit weg und es ist doch ziemlich kalt.

    Warum sollte man da leben wollen?

    Ansonsten hast du das wesentliche genannt.

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    • #3
      Zitat von horstfx Beitrag anzeigen
      Die größere Entfernung zur Erde würde Reisen und Kommunikation erheblich verlängern.
      Ungefähr 1,3 Milliarden Kilometer ist wirklich nicht wenig. Selbst mit 1000 km/sec wäre man zwei Wochen unterwegs. Sollten Raumschiffe regulär eine Geschwindigkeit von 300 km/sec, also ein Tausendstel der Lichtgeschwindigkeit, schaffen, wäre eine Besiedelung interessant. Aber dazu braucht es eine Menge Vorbereitung, z.B. den Bau von Raumschiffen im Orbit der Erde, die Gewinnung von Treibstoff im Weltraum und Ähnliches. Interessanter als der Mars wird Titan am Anfang nicht sein, aber es lohnt sich sicher, mal eine Raumsonde hinzuschicken, die über einen größeren Zeitraum Daten sammelt, vielleicht auch so etwas wie eine unbemannte Raumstation im Titan-Orbit zu errichten.

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      • #4
        Seit 2004 ist die NASA-Sonde Cassini im Saturn-Orbit und war seitdem ca 70x in der Nähe des Titan. Die mitgeführte Sonde Huygens ist auf der Titan-Oberfläche gelandet und hat von dort über eine Stunde Daten, u.a. auch Fotos und Geräusche an Cassini weitergeleitet. Wegen des großen Sonnenabstands und der dichten Atmosphäre beträgt die Helligkeit etwa 1/1000 der Helligkeit auf der Erdoberfläche.
        \\// Dup dor a´az Mubster
        TWR www.labrador-lord.de
        United Federation of Featherless
        SFF The 6th Year - to be continued

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        • #5
          Zitat von Thomas W. Riker Beitrag anzeigen
          Wegen des großen Sonnenabstands und der dichten Atmosphäre beträgt die Helligkeit etwa 1/1000 der Helligkeit auf der Erdoberfläche.
          Die Helligkeit auf der Eroberfläche schwankt auch ganz erheblich in unseren Breiten.

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          • #6
            Zitat von Thomas W. Riker Beitrag anzeigen
            Seit 2004 ist die NASA-Sonde Cassini im Saturn-Orbit und war seitdem ca 70x in der Nähe des Titan.
            Laut Wikipedia soll die Cassini-Mission 2017 enden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 3,5 Milliarden Dollar. Dieses Verhältnis von Kosten zu Missionsdauer sollte sich verbessern lassen. Mit fortgeschrittener Technologie sollte die Lebensdauer einer Sonde einige Jahrzehnte betragen und die Energie der Sonde in irgendeiner Form erneuerbar sein.

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            • #7
              @horstfx

              Da du hier die Frage stellst was Sinnvoller ist, vermisse ich in deiner Aufstellung den Punkt Finanzierung und die wirtschaftliche Tragbarkeit von so einer Kolonie. Die Mittel für den Aufbau und den Unterhalt einer extraterrestrischen Kolonie fallen nicht vom Himmel. Welcher Standort hätte den die größten Chancen für Geldgeber interessant zu sein?
              Ich denke, das menschliche Ansiedlungen im Sonnensystem dort entstehen werden, wo wirtschaftliche Interessen Menschen vor Ort benötigen.
              Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
              Dr. Sheldon Lee Cooper

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              • #8
                Ich denke als allererstes werden wir unseren Mond besiedeln. Der Vorteil liegt klar auf der Hand. Unser Mond ist nicht weit weg. Außerdem könnte unser Mond, wenn auch kein Wasser aber dennoch wichtige Erze besitzen, die für die Industrie von wichtiger Bedeutung wären. Außerdem wäre der Mond auch ein riesen Tourismusgeschäft, sobald die Reisen dorthin so sicher sind so wie mit dem Flugzeug nach Mallorca.
                ████████████████ ████████████████
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                • #9
                  Ich denke eine nennenswerte Kolonialisierung wird erst dann passieren, wenn man Geomorphing betreibt und die Atmosphäre einatembar macht.

                  Vor 100 Jahren wurden auch Unterwasserkolonien etc. vorhergesagt. Nur ist das ebenso unpraktikabel wie auf einem fremden Planeten unter Kuppeln und mit Raumanzügen herumzulaufen. Darum ist es auch nicht passiert.
                  When I feed the poor, they call me a saint.
                  When I ask why the poor are hungry, they call me a communist.


                  ~ Hélder Câmara

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                  • #10
                    Zitat von Knörf Beitrag anzeigen
                    Ich denke als allererstes werden wir unseren Mond besiedeln. Der Vorteil liegt klar auf der Hand. Unser Mond ist nicht weit weg. Außerdem könnte unser Mond, wenn auch kein Wasser aber dennoch wichtige Erze besitzen, die für die Industrie von wichtiger Bedeutung wären.
                    Das sind dann ziemlich teure Erze.

                    Außer Helium3 kann ich mir nichts vorstellen, was sich am Mond lohnenswert abbauen lässt.
                    Dann doch lieber Asteroiden. Da stört die Schwerkraft nicht beim Abtransport.

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                    • #11
                      Zitat von Dannyboy Beitrag anzeigen
                      Das sind dann ziemlich teure Erze.

                      Außer Helium3 kann ich mir nichts vorstellen, was sich am Mond lohnenswert abbauen lässt.
                      Sag das nochmal wenn mal 15 Milliarden Menschen konsumieren wollen...

                      Zitat von Kid
                      Ich denke eine nennenswerte Kolonialisierung wird erst dann passieren, wenn man Geomorphing betreibt und die Atmosphäre einatembar macht.
                      Die Ressourcen und Zeit, die dafür nötig sind, sind so gewaltig, dass ich nicht glaube, dass die Menschheit so etwas in den nächsten 200 Jahren in Angriff nimmt.

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                      • #12
                        Zitat von horstfx Beitrag anzeigen

                        Die Ressourcen und Zeit, die dafür nötig sind, sind so gewaltig, dass ich nicht glaube, dass die Menschheit so etwas in den nächsten 200 Jahren in Angriff nimmt.
                        Die Ressourcen sind mMn nicht so utopisch.

                        Das einzige was es braucht sind Bakterien oder andere Organismen (Pflanzen) die dort überleben und die vorhandene Atmosphäre verstoffwechseln.
                        When I feed the poor, they call me a saint.
                        When I ask why the poor are hungry, they call me a communist.


                        ~ Hélder Câmara

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                        • #13
                          Zitat von Kid Beitrag anzeigen
                          Die Ressourcen sind mMn nicht so utopisch.

                          Das einzige was es braucht sind Bakterien oder andere Organismen (Pflanzen) die dort überleben und die vorhandene Atmosphäre verstoffwechseln.
                          Dann brauch der Prozess immernoch Jahrhunderte bis Jahrtausende (wenn auf biochemischen Weg). Mir ist kein Projekt der Menschheitsgeschichte bekannt, dass sich über einen so langen Zeitrahmen erstreckt. Das wäre auf jeden Fall etwas revolutionäres...

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                          • #14
                            Zitat von horstfx Beitrag anzeigen
                            Sag das nochmal wenn mal 15 Milliarden Menschen konsumieren wollen...
                            Auch bei 15 Mia. Menschen sind Erze vom Mond einfach unwahrscheinlich teuer.

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                            • #15
                              Zitat von Kid Beitrag anzeigen
                              Ich denke eine nennenswerte Kolonialisierung wird erst dann passieren, wenn man Geomorphing betreibt und die Atmosphäre einatembar macht.
                              Dafür müsste die Menschheit erst einmal einen sehr triftigen Grund dafür haben, über Jahrhunderte hinweg ein ungeheureres Vermögen in so ein Geomorphing zu investieren. Bislang schafft es die Menschheit ja noch nicht einmal, sich beim Schutz des Erdklimas zu einigen.

                              Zitat von Kid Beitrag anzeigen
                              Vor 100 Jahren wurden auch Unterwasserkolonien etc. vorhergesagt. Nur ist das ebenso unpraktikabel wie auf einem fremden Planeten unter Kuppeln und mit Raumanzügen herumzulaufen. Darum ist es auch nicht passiert.
                              Das hat nichts damit zu tun dass das Leben in einer Unterwasserkolonie unpraktikabel ist, es gibt schlichtweg keine finanziellen Anreize so etwas zu bauen. Zeitweilig unter Wasser lebende Menschen, gibt es nur bei der Marine und bei wenigen Offshore-Tauchern.
                              Gibt es dort genügend Geld zu verdienen, siedeln sich Menschen auch an den unwirtlichsten Orten an. Und das ist der Punkt, beim Mars und Titan sehe ich keinen wirtschaftlichen Nutzen. Und ob sich bei Luna mehr lohnt, als eine kleine Wartungsmannschaft für die Roboter die dort Helium3 abbauen, bezweifle ich.
                              Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
                              Dr. Sheldon Lee Cooper

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