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Die Methoden der Wissenschaftsleugner

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  • Die Methoden der Wissenschaftsleugner

    Egal ob Klimaskeptiker, Kreationisten, Impf-Gegner oder Tabak-Lobbyisten, immer wieder versuchen interessierte Kreise die Erkenntnisse moderner Wissenschaft mit zweifelhaften Methoden in Frage zu stellen. In der Regel werden sie aktiv, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse den Status Quo in Frage stellen.

    Recht charakteristisch sind dabei fünf Vorgehensweisen.

    1. Recht beliebt sind die Verschwörungstheorien.
    "DIE WISSENSCHSFT" wird als monolithische Struktur dargestellt, die sich gegen die (armen Konzerne und Religionsgemeinschaften) Bürger verschworen hat und falsche Belege liefert, bzw. gegenteilige Belege unterdrückt. Eine gute Verschwörungstheorie liefert dabei die ideale Immunisierungsstrategie, denn natürlich kann man sich dagegen nicht erwehren.

    2. Einflussreiche Kreise nutzen gerne "falsche Experten".
    "Falsche Experten" zeichnen sich gerne dadurch aus, das sie irgendwelche anderen Meriten vorweisen. Da wird dann der Automobilbauingenieur zum Impf-Experten oder der Chemiker zum "Evolutionsexperten". Der "falsche Experte" lässt sich sehr gut mit 1. kombinieren. "Falsche Experten" tauchen auch häufig auf Unterschriftenlisten auf, die dann eine Kontroverse im Wissenschaftsbetrieb vorgaukeln sollen. Das geht sehr gut mit der typischen Vorgehensweise der Presse einher, für die der "Experte" sich dadurch auszeichnet, zu allem eine prägnante Meinung formulieren zu können.

    3. Die allseits beliebte Rosinenpickerei.
    Die wissenschaftliche Methode kann Erkenntnisse nur mit endlichem Wahrheitswert generieren. Und selbst bei 99,9%iger Sicherheit wird doch eine von tausend Studien zu einem gegenteiligen Ergebnis gelangen. Statt alle verfügbaren Informationen fair abzuwägen, wird der Rosinenpicker sich die unterstützenden Erkenntnisse völlig übertrieben zu nutze machen und alles andere ignorieren.

    4. Unerfüllbare Erwartungen.
    Um sich einen "wissenschaftlichen Anstrich" zu verleihen und um weniger dogmatisch zu erscheinen, werden gerne Strohpuppen errichtet und man fordert die Gegenseite auf, weitere Belege zu erbringen. Die Forderungen werden dann aber so gestellt, das sie praktisch-methodisch nie erfüllt werden können.

    5. Logische Fehlschlüsse
    Der absolute Klassiker stellen die logischen Fehlschlüsse dar. Kein Kreationist, ohne das "Argumentum ad Ignorantiam", das Argument der Unkenntnis. Eine wissenschaftliche Theorie kann nicht wahr sein, wenn sie nicht jeder Hanswurst sofort verstehen kann. Dazu noch jede Menge Strohmann-Argumente. Wer kennt nicht den Klimaskeptiker, der darauf hinweist, dass das Klima auch schon vor Millionen Jahren veränderlich war?

    Kennt ihr noch weitere Beispiele?

  • #2
    Das Aufbauen von Strohmännern in einem anderen Sinn als dem von dir genannten fällt mir da spontan ein. Ich meine damit, ein bis zur Karikatur vereinfachtes wissenschaftliches Erklärungsmodell, das kaum jemand oder nur irgendwelche Extremgruppen so vertreten, als Strohpuppe aufzubauen und dann Frontalangriffe auf dieses Modell zu starten, wobei man behauptet, dies sei "die Aussage" der jeweiligen Disziplin.

    Mir fallen da konkret zwei Beispiele ein. In der VWL ist dies die Chicago School of Economics, die lange Zeit einen völligen Marktradikalismus vertrat, der von wenigen in dieser Form geteilt wurde, aber wegen besonders marktschreierischen Auftretens der jeweiligen Protagonisten als "die Volkswirtschaftslehre" angegriffen worden ist. Das zweite Beispiel geht auf ein interdisziplinäres Projekt zurück, an dem ich mal beteiligt war, in dem es um Evolutionslehren in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen (Biologie, Soziologie, Wirtschaftswissenschaften) ging. Ich war überrascht, welche vielfältigen Erklärungsansätze in der Biologie zu finden sind (ich beziehe mich beispielsweise auf dieses Werk hier.) In der Diskussion wird seitens der Kreationisten aber meist gegen ein simples und uraltes Erklärungsmodell aus der Mitte des 20. Jahrhunderts argumentiert.

    Das so etwas auf fruchtbaren Boden fällt, daran ist die Wissenschaft selber aber auch nicht ganz unschuldig. Denn nicht selten wird, u.a. um sich gegen Angriffe von Wissenschaftsleugnern zu immunisieren, nach außen - also gegenüber der nicht-wissenschaftlichen Gemeinde - ein Konsens suggeriert, der tatsächlich so nicht existiert. Ferner wird, ebenfalls um sich zu immunisieren, versucht, herunterzuspielen, welche Wissenslücken es gibt. Beides ist völlig untauglich, weil jeder halbwegs sich interessierende Laie mit etwas Engagement herausfinden kann, was Sache ist. Das Ergebnis ist dann, dass der Wissenschaft vorgehalten wird, es würden Unwahrheiten verbreitet, es würde vertuscht und dann wird gefolgert, dass das ja eh alles nicht stimme. Climate Gate ist ein Musterbeispiel, wo so etwas abgelaufen ist. Etwas weniger Elfenbeinturm, eine offenere Diskussion und besserer Transfer an die interessierte Öffentlichkeit könnte hier manchen Leugner-Versuchen recht schnell den Boden entziehen.
    Zuletzt geändert von Chloe; 15.04.2012, 22:08.

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    • #3
      Vor einiger Zeit gab es eine interessante Veranstaltung (in den USA) wo man auch Wissenschafts Studenten etwas auf die Schaufel genommen, man hat ein kleines Experiment gemacht.
      Man stellte fest das der Großteil der Studenten Meinungen akzeptierte und auch vehement vertraten nur weil sie auch von ihren Professoren stammten.
      Obwohl die Studenten teils weder eine Ahnung von diesem Wissenschaftsbereich hatten noch es vorher überhaupt überprüft hatten.
      Sie haben letztlich nur mit den Wölfen geheult weil sie negative Auswirkungen befürchteten sollten sie anderer Meinung sein.

      Nun das wirft auf die Wissenschaft auch nicht immer das beste Licht, vor allem wenn man bedenkt das diese Studenten die Wissenschaftler von morgen sind.

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      • #4
        Ah ja, danke für Beispiel der Kategorie 6.
        Die Frage lautet aber weniger, ob Studenten der Naturwissenschaft so sind, sondern ob dieses Verhalten bei den Studenten mehr oder weniger stark ausgeprägt ist, wie im Vegleich zu anderen Bevölkerungsschichten.
        Aber ich bezweifle mal, dass dein "Experiment" mit entsprechenden Kontrollgruppen gegengetestet war, daher passt dazu auch noch Kategorie 2. Das Ergebnis deines geschilderten Experiments lässt sich dann auch gut für Gruppen nach Kategorie 1 nutzen.

        Kommentar


        • #5
          Du kannst soviele deiner Kategorien vorstellen wie du willst. Tatsache ist das es auch in der Wissenschaft einen kollektiven Druck gibt wie überall sonst im Leben.

          Mich würd mal interessieren ob du selbst Wissenschaftler bist. Du solltest die Wissenschaft nicht als die Moralische Instanz darstellen die sie genausowenig ist wie die Religion.

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          • #6
            Du bist im falschen Thread. Hier geht es nicht um Wissenschaft als moralische Instanz. Da kannst du gerne einen neuen Thread starten.

            Also bleib on-Topic.

            Kommentar


            • #7
              Zitat von Dannyboy Beitrag anzeigen
              Du bist im falschen Thread. Hier geht es nicht um Wissenschaft als moralische Instanz. Da kannst du gerne einen neuen Thread starten.

              Also bleib on-Topic.
              Ist das hier etwa ein weiteres Experiment, wie von Trionidas beschrieben wurde? Wie verhalten sich Personen in "Technik und Wissenschaft", wenn man die Wissenschaft und die Wissenschaftler mit den gleichen Methoden verteidigt, wie Religiöse die Religion und ihre Vertreter?
              Loriot: Kraweel, kraweel. Taub-trüber Ginst am Musenhain, trüb-tauber Hain am Musenginst. Kraweel, kraweel.

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              • #8
                Zum Thema gibt es auch im 'ratioblog' eine interessante, kleine Serie: Fehlschluss #1 - #20
                http://www.ratioblog.de/entry/fehlsc...1-non-sequitur

                Zitat:
                "Würde man etwa das beliebte Trinkspiel „Finde den Fehlschluss!” mit Impfgegnern, Gentechnikgegnern, Kreationisten o.*ä. spielen, könnte man sich glatt die Leber ruinieren."

                Kommentar


                • #9
                  Die Problematik ergibt sich m. E. auch aus der mangelnden Transparenz der Wissenschaft, die sich schlicht daraus ergibt, dass die Fachsprache nur noch von Fachleuten verstanden werden kann. So schottet sich die Fachwelt zwangläufig kommunikativ von den Laien ab und verliert den Zugang zu ihnen.

                  In diese Lücke springt die Populärwissenschaft ein, welche leider großteils ein verzerrtes Bild über das, was als "Wissenschaft" wahrgenommen wird, begünstigt. Dieses "Zerrbild der Wissenschaft" ist für schlaue Leute durchaus angreifbar.
                  Wenn z.B. eine Verschörungstheorie detailliert dargelegt wird, bspw. die Behauptung, es wären nie Menschen auf den Mond gelandet, reicht es von Seiten der seriösen Berichtserstattung und Fachwelt nicht, einfach zu behaupten, dies sei Blödsinn. Wenn nämlich dann eine geschickt ausgearbeite Verschwörungstheorie präsentiert wird, sind viele Laien geneigt, lieber der detaillierten Darlegung zu trauen, die sich ihnen "ehrlich aufkärerisch" zuwendig, anstatt jenen Gehör zu schenken, die einfach nur Vertrauen einfordern. Und da ich selbst ein Laie bin, kann ich mich sehr gut in diese Personengruppen hineinversetzen.

                  Daher sollte man solche Verschwörungstheorien seitens der Fachwelt in der öffentlichen Diskussion nicht einfach abtun, auch wenn den Fachleuten klar ist, dass dies Unsinn ist. Vielmehr sollte man den Laien das Gefühl vermitteln, dass man sie ernst nimmt und die Sache im Interesse der Laien detailliert aufklären, schlielich kann man von dieser Personengruppe (der ich auch selber angehöre) nicht erwarten, Verschwörungstheorien udgl. durchschauen zu können. Hier sehe ich die Fachwelt in der Verantwortung (was uns Laien aber keinesfalls von der Eigenverantwortung entbindet).

                  An dieser Stelle empfehle ich das Buch "... und er würfelt doch" von Heiner Müller-Krumbhaar und Hermann-Friedrich Wagner. Dort kommen viele Fachleute zu Wort und sie distanzieren sich darin klar von Aussagen, die ihnen in den Medien vielfach unterstellt werden. Dort wird nämlich oftmals behautpet, die Wissenschaftler hätten dieses oder jenes gesagt, obwohl sie es selbst nie in der Form ausgesagt hatten (bspw. Quantenteleportation = Beamen wie in Star Trek).
                  Zwar bin ich - dies sei der Ehrlichkeit wegen eingeräumt - noch nicht dazu gekommen, das Buch selbst zu lesen, aber hier vertraue ich den Äußerungen meines Bruders, der - eigenveranwortlich - einfach kein Bock mehr hatte, sich weiter von der Populärwissenschaft veräppeln zu lassen. Es ist aber eine schwere Lektüre, die recht trocken ist (habe mal reingeschnuppert). Das Buch ist leider nicht gerade Laienfreundlich verfasst.

                  Kommentar


                  • #10
                    Zitat von bozano Beitrag anzeigen
                    Ist das hier etwa ein weiteres Experiment, wie von Trionidas beschrieben wurde? Wie verhalten sich Personen in "Technik und Wissenschaft", wenn man die Wissenschaft und die Wissenschaftler mit den gleichen Methoden verteidigt, wie Religiöse die Religion und ihre Vertreter?
                    Den Einwand verstehe ich nicht.


                    .
                    EDIT (autom. Beitragszusammenführung) :

                    Dannyboy schrieb nach 18 Minuten und 43 Sekunden:

                    Zitat von Halman Beitrag anzeigen
                    Die Problematik ergibt sich m. E. auch aus der mangelnden Transparenz der Wissenschaft, die sich schlicht daraus ergibt, dass die Fachsprache nur noch von Fachleuten verstanden werden kann. So schottet sich die Fachwelt zwangläufig kommunikativ von den Laien ab und verliert den Zugang zu ihnen.

                    In diese Lücke springt die Populärwissenschaft ein, welche leider großteils ein verzerrtes Bild über das, was als "Wissenschaft" wahrgenommen wird, begünstigt.
                    Dieses Zerrbild ergibt sich doch daraus, dass die Populärwissenschaft sich eben nicht vollumfänglich der Fachsprache bedient, sondern einer Sprache, die für die Sachverhalte nicht adäquat darstellen kann.

                    Die Natur ist im Detail nun einmal komplex und kompliziert.



                    Dieses "Zerrbild der Wissenschaft" ist für schlaue Leute durchaus angreifbar.
                    Wenn z.B. eine Verschörungstheorie detailliert dargelegt wird, bspw. die Behauptung, es wären nie Menschen auf den Mond gelandet, reicht es von Seiten der seriösen Berichtserstattung und Fachwelt nicht, einfach zu behaupten, dies sei Blödsinn.
                    Wer zu Verschwörungstheorien neigt, kann rational nicht überzeugt werden.

                    Wenn nämlich dann eine geschickt ausgearbeite Verschwörungstheorie präsentiert wird, sind viele Laien geneigt, lieber der detaillierten Darlegung zu trauen, die sich ihnen "ehrlich aufkärerisch" zuwendig, anstatt jenen Gehör zu schenken, die einfach nur Vertrauen einfordern.
                    Nein, psychologische Untersuchungen zeigen das Gegenteil. Verschwörungstheorien werden auch dann geglaubt, wenn sie überhaupt nicht geschickt ausgearbeitet sind und detailliert müssen sie nun gar nicht sein. Die Psychologie der Verschwörungstheorien beginnt mit diffusen Mißtrauen.

                    Und da ich selbst ein Laie bin, kann ich mich sehr gut in diese Personengruppen hineinversetzen.
                    Ich bin auch ein Laie in jedem Gebiet, außer meinem Metier.

                    Daher sollte man solche Verschwörungstheorien seitens der Fachwelt in der öffentlichen Diskussion nicht einfach abtun, auch wenn den Fachleuten klar ist, dass dies Unsinn ist. Vielmehr sollte man den Laien das Gefühl vermitteln, dass man sie ernst nimmt und die Sache im Interesse der Laien detailliert aufklären, schlielich kann man von dieser Personengruppe (der ich auch selber angehöre) nicht erwarten, Verschwörungstheorien udgl. durchschauen zu können.
                    Wie soll die Fachwelt das tun? Die Medien interessieren sich nicht dafür. Und die detaillierte Aufklärung interessiert noch viel weniger. Da schalten die meisten ab. Die Leute wollen es nämlich einfach haben.
                    Zuletzt geändert von Dannyboy; 16.04.2012, 20:52. Grund: Antwort auf eigenen Beitrag innerhalb von 24 Stunden!

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                    • #11
                      Zitat von Dannyboy Beitrag anzeigen
                      Den Einwand verstehe ich nicht.
                      Ich sehe da auch einen gewaltigen Unterschied.
                      In der Wissenschaft geht es um die kritische Überprüfung von Daten. Es gibt klare Kriterien für die Falsifikation.
                      In der Religion gibt es trotz aller Kritik noch das credo quia absurdum.
                      \\// Dup dor a´az Mubster
                      TWR www.labrador-lord.de
                      United Federation of Featherless
                      SFF The 6th Year - to be continued

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                      • #12
                        Zitat von Dannyboy Beitrag anzeigen
                        Dieses Zerrbild ergibt sich doch daraus, dass die Populärwissenschaft sich eben nicht vollumfänglich der Fachsprache bedient, sondern einer Sprache, die für die Sachverhalte nicht adäquat darstellen kann.

                        Die Natur ist im Detail nun einmal komplex und kompliziert.
                        Natürlich kann für Laien verständliche Populärwissenschaft nicht so exakt sein, wie Fachliteratur. Aber es ist dennoch möglich, darin ehrlich und zugleich relativ leicht verständlich zu sein, wie ich hier bewiesen habe. Dies sollten Fachleute doch auch hinbekommen können.
                        Die Grundlagen der Physik können auch von interessieten Laien verstanden werden, da es sich bei der Physik um eine sehr anschauliche Wissenschaft handelt. Extrem schwierig wird es dann, wenn die Mathematik hinzugezogen wird. Ein exaktes Verständnis wird Laien wohl immer vorenthalten bleiben, aber darauf spielte ich auch nicht an.

                        Immerhin finanzieren die Steuerzahler die Grundlagenforschung, da sollten sie schon in Grundzügen erklärt bekommen, wofür sie die Steuergelder ausgeben, und zwar auf ehrliche Art und Weise und zwar ohne Wissenschaftlern über die Medien irgendwas in den Mund zu legen, was diese so gar nicht äußerten. Auch verstehe ich so manche schwammige Ausführungen von Prof. Lesch nicht so recht.

                        BTW, John A. Wheeler gelang es in seinem Buch "Gravitation und Raumzeit" sehrwohl, die relativistische Physik auf relativ einfache Weise korrekt zu vermitteln. So verzichtet er auf Tensoren und greift stattdessen auf die Geometrie zurück, was sich bei einer geometrischen Theorie der Gravitation auch anbietet.

                        Zitat von Dannyboy Beitrag anzeigen
                        Wer zu Verschwörungstheorien neigt, kann rational nicht überzeugt werden.
                        Dies ist ein Vorurteil, welches alle, die auf sowas hereinfallen, über einen Kamm scherrt. Solche Pauschalurteile sind ebenso falsch, wie die Verschwörungstheorien.
                        So kenne ich durchaus Leute, die solchen Theorien, wenn sie nur gut genug vermittelt werden, glauben schenken, aber durchaus für nachvollziebare Argumente zugänglich sind.

                        Zitat von Dannyboy Beitrag anzeigen
                        Nein, psychologische Untersuchungen zeigen das Gegenteil. Verschwörungstheorien werden auch dann geglaubt, wenn sie überhaupt nicht geschickt ausgearbeitet sind und detailliert müssen sie nun gar nicht sein. Die Psychologie der Verschwörungstheorien beginnt mit diffusen Mißtrauen.
                        Dieses wird aber dann durch eine Argumentation gefüttert, die Laien plausibel erscheinen mag.

                        Zitat von Dannyboy Beitrag anzeigen
                        Ich bin auch ein Laie in jedem Gebiet, außer meinem Metier.
                        Dennoch hast Du als Fachmann einen Vorteil mir gegenüber, da ich auf jedem Gebiet (abgesehen von meinem Beruf, aber dies macht mich ja nicht zum Akedemiker) ein Laie bin.
                        So bemerkte ich vor kurzem, dass ich wissenschaftliche Artikel zu medizinischen Themen besser verstehen konnte, als es früher bei mir der Fall war. Dies führe ich darauf zurück, dass ich inzwischen ein gewisses Training darin habe, schwierige Texte zu lesen. Dies hat auch damit zu tun, dass ich mich auf schwierige Diskussionen mit Agent Scullie einlasse, auch wenn ich nur die Hälfte von dem Verstehe, womit er mich konfrontiert.
                        Zudem ist Dir aufgrund deines Studiums bewusst, was es bedeudet auf einem Metier Fachmann zu sein und kannst dies daher besser einschätzen. Dies kann man von nicht studierten Leuten wie mir nicht erwarten.

                        Zitat von Dannyboy Beitrag anzeigen
                        Wie soll die Fachwelt das tun? Die Medien interessieren sich nicht dafür. Und die detaillierte Aufklärung interessiert noch viel weniger. Da schalten die meisten ab. Die Leute wollen es nämlich einfach haben.
                        Laien, wie ich, können nur einfache "Speise" verdauen. Was aber im TV als Quantenmechanik vermittelt wird, ist mMn eher verwirrend, als informativ. Um etwas darüber zu lernen, musste ich das Buch einer Schülerin lesen.

                        Aber was das mangelende Interesse angeht, magst Du bezüglich des Mainstreams leider recht haben. Man beachte nur den Erfolg der BILD-Zeitung. Aber ich denke, um der Wenigen willen, die wirklich an ehrlicher Aufklärung interessiert sind, lohnt es sich, diese der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wobei ARTE, PHOENIX und 3sat hier schon erheblich besser sind, als die Privatsender.

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                        • #13
                          Zitat von Halman Beitrag anzeigen
                          Natürlich kann für Laien verständliche Populärwissenschaft nicht so exakt sein, wie Fachliteratur. Aber es ist dennoch möglich, darin ehrlich und zugleich relativ leicht verständlich zu sein, wie ich hier bewiesen habe.
                          Was hast du da bewiesen? Verständlichkeit liegt auch immer im Auge des Betrachters.


                          Die Grundlagen der Physik können auch von interessieten Laien verstanden werden, da es sich bei der Physik um eine sehr anschauliche Wissenschaft handelt. Extrem schwierig wird es dann, wenn die Mathematik hinzugezogen wird. Ein exaktes Verständnis wird Laien wohl immer vorenthalten bleiben, aber darauf spielte ich auch nicht an.
                          Klar können die Grundlagen verstanden werden. Es steht dir ja auch frei, dich damit zu beschäftigen. Die meisten wollen es aber nicht.

                          Immerhin finanzieren die Steuerzahler die Grundlagenforschung, da sollten sie schon in Grundzügen erklärt bekommen, wofür sie die Steuergelder ausgeben, und zwar auf ehrliche Art und Weise und zwar ohne Wissenschaftlern über die Medien irgendwas in den Mund zu legen, was diese so gar nicht äußerten.
                          Ja nun, was hält dich denn auf? Abbonier doch Spektrum der Wissenschaft, oder so etwas.

                          BTW, John A. Wheeler gelang es in seinem Buch "Gravitation und Raumzeit" sehrwohl, die relativistische Physik auf relativ einfache Weise korrekt zu vermitteln. So verzichtet er auf Tensoren und greift stattdessen auf die Geometrie zurück, was sich bei einer geometrischen Theorie der Gravitation auch anbietet.
                          Das kann nicht jeder.

                          Dies ist ein Vorurteil, welches alle, die auf sowas hereinfallen, über einen Kamm scherrt. Solche Pauschalurteile sind ebenso falsch, wie die Verschwörungstheorien.
                          Nein, das ist kein Vor- und kein Pauschalurteil, sondern Ergebnis psychologischer Studien, auf die ich mich beziehe.

                          Verschwörungstheorien haben außerdem den Vorteil, das sie passend zu unseren Denkmustern konstruiert sind und daher sehr eingängig sein können.

                          Die Realität kann dagegen sehr anstrengend sein.

                          Es ist doch viel simpler, den Klimawissenschaftlern Geldgier zu unterstellen, statt seinen Lebensstil zu ändern.

                          Kreationisten und IDler wie du wollen ihr theistisches Weltbild auf jedenfall erhalten. Da ist es völlig egal, wie sorgfältig und eingängig die Naturwissenschaftler argumentieren.


                          So kenne ich durchaus Leute, die solchen Theorien, wenn sie nur gut genug vermittelt werden, glauben schenken, aber durchaus für nachvollziebare Argumente zugänglich sind.
                          Ja, das sind die Unentschlossenen.

                          Dieses wird aber dann durch eine Argumentation gefüttert, die Laien plausibel erscheinen mag.
                          Eine Argumentation ist dann plausibel, wenn sie an den Wissensstand der Laien anknüpft.
                          Wenn der Laie aber wenig Wissen über den Sachverhalt mitbringt, wird es sehr schwer, die Brücke zu schlagen. Dann wird die Argumentation sehr lang und dafür bringt keiner die Geduld auf.

                          Eine bekannte Strategie der Kreationisten und ID'ler ist es, an das "Argumentum ad Ignorantiam" zu appelieren. Das tun sie, indem sie ihre Anhänger auffordern, sich direkt mit schwierigen Fällen zu beschäftigen, ihnen aber gleichzeitig wesentliche Informationen vorenthalten (bewusst oder unbewusst).

                          Stellt man die Fragen dem Fachmann, müsste er zur Erklärung weit ausholen, was für den Laien ermüdend und abschreckend ist.

                          Und dann kommt der Fehlschluss: "Wenn "ich" etwas nicht erklären kann, muss Gott die Ursache sein".

                          Der Gott der Lücke.

                          Beispiele finden sich auch in diesem Forum. Das Machwerk von "Wort und Wissen" ist voll davon.

                          Dennoch hast Du als Fachmann einen Vorteil mir gegenüber, da ich auf jedem Gebiet (abgesehen von meinem Beruf, aber dies macht mich ja nicht zum Akedemiker) ein Laie bin.
                          So? Ich bin auf jedem Gebiet, außer meinem Beruf, ein Laie.

                          So bemerkte ich vor kurzem, dass ich wissenschaftliche Artikel zu medizinischen Themen besser verstehen konnte, als es früher bei mir der Fall war. Dies führe ich darauf zurück, dass ich inzwischen ein gewisses Training darin habe, schwierige Texte zu lesen.
                          Das ist der Vorteil von Bildung. Aber die ist anstregend.

                          Dies hat auch damit zu tun, dass ich mich auf schwierige Diskussionen mit Agent Scullie einlasse, auch wenn ich nur die Hälfte von dem Verstehe, womit er mich konfrontiert.
                          Zudem ist Dir aufgrund deines Studiums bewusst, was es bedeudet auf einem Metier Fachmann zu sein und kannst dies daher besser einschätzen. Dies kann man von nicht studierten Leuten wie mir nicht erwarten.
                          Das stimmt. Allerdings musste ich nicht studieren um zu wissen, das ich von Informatik keine Ahnung habe.

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                          • #14
                            Zitat von Dannyboy Beitrag anzeigen
                            Wer zu Verschwörungstheorien neigt, kann rational nicht überzeugt werden.
                            Jedenfalls nicht mit dem Argument "Du bist nur so ein Verschwörungsanhänger, mit dir rede ich nicht."
                            Manche Leute sind einfach leichtgläubig, aber durchaus noch für Argumente erreichbar.
                            Natürlich nicht die eingefleischten Fanatiker, aber jene, die ihnen zuhörten.

                            Hier hat sich zb. jemand die Mühe gemacht,
                            den Gegenstand einer beliebten Verschwörungstheorie verständlich darzulegen: Mondlandung.
                            Klingt zumindest für einen Laien durchaus plausibel
                            Oder das hier: LHC
                            Zuletzt geändert von glommer; 17.04.2012, 08:52. Grund: noch was dazugemacht

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                            • #15
                              Zitat von glommer Beitrag anzeigen
                              Jedenfalls nicht mit dem Argument "Du bist nur so ein Verschwörungsanhänger, mit dir rede ich nicht."
                              Völlig egal, was du sagst. Richtige Verschwörungsanhänger ignorieren Informationen, die ihrem Weltbild widersprechen und nehmen Widersprüche hin, wenn sie zu ihren Grundüberzeugungen passen.

                              Etwas anderes ist es natürlich bei Menschen, die durch Verschwörungstheorien, Fake-Science und Pseudowissenschaft verunsichert sind.

                              Manche Leute sind einfach leichtgläubig, aber durchaus noch für Argumente erreichbar.
                              Natürlich nicht die eingefleischten Fanatiker, aber jene, die ihnen zuhörten.

                              Hier hat sich zb. jemand die Mühe gemacht,
                              den Gegenstand einer beliebten Verschwörungstheorie verständlich darzulegen: Mondlandung.
                              Klingt zumindest für einen Laien durchaus plausibel
                              Klar, aber die Fabeln der Fake-Science müssen hier immer wieder erst dekonstruiert werden, dann muss man sich inhaltsrelevantes Fachwissen aneignen.
                              Das ist schwierig.
                              Wer macht sich die Mühe? Vor allem die, die Verschwörungstheorien und Fake-Science sowieso ablehnen.

                              Ergänzend ist es aber auch sinnvoll, sich mit den grundsätzlichen Methoden der "Skeptiker", Crack-Pots und Pseudowissenschaftler auseinander zu setzen, um sie auch dann zu erkennen,, wenn man keinen Fachmann auf diesen Gebiet zur Hand hat.

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