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Der Tod, Seele oder nicht Seele, dass ist hier die Frage?

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  • Der Tod, Seele oder nicht Seele, dass ist hier die Frage?

    Hallo,
    ich möchte dieses Thema hier noch mal aufgreifen, weil es mich quasi unmittelbar betroffen hat. Meine Mutter ist am Sonntagmorgen vor einer Woche verstorben. Und ich selber war in iher letzten Nacht, die ganze Zeit in ihrem Zimmer.

    Ich habe hier bewusst als Titel ein abgewandeltes Shakespaere Zitat verwendet. Ich finde es passt recht gut.

    Was mich nun beschäftigt ist die alte Frage, gibt es etwas nach unserem Tod. Gehe ich nur nach den heutigen medizinischen Erkenntnissen, ist daraus resultierende Wahrheit recht nüchtern. Wenn der Organismus seine Tätigkeit einstellt, Atmung und Herzschlag aufhören, wird auch das Gehirn nicht mehr durchblutet und es gibt auch keine Sauerstoffzufuhr mehr. Was bedeudet, das das neuronale Netz langsam aber sicher zusammen bricht. Hierdurch sollen das diese Nahtodeserlebnisse verursacht werden. Weil das Gehirn in dieser Phase wahllos elektrische Impulse feuert, kommt es zu diesen Tunnelerlebnissen, wie immer wieder von betroffenen Patienten berichtet wurde. Vermutlich hängen damit auch die sogenannten Lichterscheinungen zusammen.
    Als Beweis dieser Theorie haben Neurologen die Erlebnisse von Piloten bei Zentrifugaltests angeführt. Auch hier soll durch die hohen G Kräfte, der Sauerstoffgehalt des Gehirns abnehmen.
    Auch was die "out of body experience" betrifft wurden Tests gemacht. Indem man an der Decke eines OP,s eine digitale Anzeige montiert hatte, die per Zufallsgeneratur angesteuert wurde.
    Das Ergebnis war niederschmetternd keiner der Patienten war in der Lage die Buchstaben oder Zahlen der Tafel korrekt anzugeben. Also auch nur hervorgerufen durch das neuronale Netzchaos.
    Soweit die wissenschaftliche, medizinische Seite. Demnach endet das Bewustsein mit dem Tod und das Nichts kehrt ein.
    Und das von mir gern verwendete Energie Erhaltungsgesetz greift nur, insofern, dass sich nach und nach unser Körper wieder zu Erde umwandelt. Aber eine menschliche Seele gibt es für Mediziner nicht.
    Und es ist leider auch sehr schwierig oder besser unmöglich Beweise für so eine Seele zu finden. Obwohl ich es total deprimierend empfinde, wenn unser ganzen Ich und Sein, nur auf biochemische und elektrische Prozesse basiert.
    Denn wenn dies tatsächlich so ist, hat der einzelne Mensch überhaupt Bedeutung mehr.
    Aber es gibt ja noch die Grenzwissenschaften und irgendwo habe ich mal gelesen, das die Seelen von Lebewesen die uminöse dunkle Energie sein soll. Die neben der dunklen Materie, den grössten Teil des Universums ausmachen soll.
    Und wonach die Astrophysiker schon seit vielen Jahren suchen. Man könnte sie auch als den heiligen Gral der Wissenschaft bezeichnen. Der vielleicht wie der mythologische Gral auch nie gefunden wird.
    Nur muss ich zugeben, das die Grenzwissenschaften zum Thema Tod und was nach dem Tod kommt, nicht wirklich überzeugen können.
    Bleibt einem letztendlich nur der Glaube an ein Leben nach dem Tod. Ich habe meiner Mutter beim Abschied gesagt, du kommst jetzt in eine bessere Welt. Aber ist das tatsächlich der Fall. Wenn ich nach reinen Indizien urteillen würde, wäre der Tod eine endgültige Grenze des Lebens. Für die Kirche und andere Glaubensrichtungen ist es einfach. Für sie beginnt das eigentliche, spirituelle Leben erst mit dem Tod.
    Die endgültige Wahrheit werde ich erst erfahren, wenn ich auch selber diesen Weg gehen muss.
    Gruß,
    Richard

  • #2
    Wenn es einen Gott gibt, dann gibt es auch eine Seele. Ob das der Fall ist, kann dir keiner mit Sicherheit sagen, aber das lässt sich natürlich diskutieren. Wenn man sich aber für den Glauben an einen Gott und Seele und etc. entscheidet, darf man nicht erwarten, seinen Glauben durch Gewissheit ersetzen zu können. Wie es der Name schon sagt "Glauben". Wenn du glaubst und damit zufrieden bist, dann suche deine Antworten nicht im naturwissenschaftlichen Bereich. Ich glaube zwar nicht an einen Gott, aber ich bete trotzdem wenn mir danach ist. Für mich muss es auch keinen "Himmel" geben, damit ich mir verstorbene Freunde und Verwandte dort vorstelle.
    Loriot: Kraweel, kraweel. Taub-trüber Ginst am Musenhain, trüb-tauber Hain am Musenginst. Kraweel, kraweel.

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    • #3
      Zuerst mein Beileid!
      Als Altenpfleger hatte ich schon mit einigen Verstorbenen zu tun. Seit zwei Jahren arbeite ich sogar für die Diakonie und mache gerade eine Palliative Care Weiterbildung (Thread im OT Allgemein). Trotzdem habe ich weiter ähnliche Zweifel, aber ich nehme mir die Zeit, mit den Verstorbenen allein zu sein und ein Vaterunser zu beten. Dieser Tunnelblick und andere Nahtoderlebnisse werden wohl durch Endorphine unterstützt, die auf eine "religiöse Region" des Gehirns einwirken.
      Diese wird beim beten, meditieren und einigen psychischen Zuständen aktiv. Eine Frage ist, wie und warum sich diese Region entwickelt hat und welchen evolutionären Vorteil sie hat. Bei jagenden Naturvölkern hat sich ein respektvoller Totenkult auch gegenüber der Beute entwickelt. Ich hoffe diese Aussagen helfen Dir weiter oder geben wenigstens Ansatzpunkte zum Nachdenken.
      Alles Gute in dieser schwierigen Zeit!
      \\// Dup dor a´az Mubster
      TWR www.labrador-lord.de
      United Federation of Featherless
      SFF The 6th Year - to be continued

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      • #4
        Von mir auch erstmal mein aufrichtiges Beileid.

        Wenn ich aus deinem Nick auf dein Geburtsjahr schließen darf, dann bist du so alt wie meine Mutter und deine Mutter war so alt wie meine Großeltern, von denen nur noch die Omas leben. In sofern hab ich für deine Mutter die Hoffnung, dass sie ein erfülltes Leben hatte.

        Als Atheist glaube ich nicht an eine Seele. In sofern kann ich dir da wenig Hoffnung machen. Für mich ist nach dem Leben auch nicht anders als das davor. Davor hats mich nicht gestört, dass ich nicht existiert habe, also warum sollte es das danach tun? Alles was von mir bleibt sind meine Atome und Moleküle und die werden nach und nach zu anderen Lebewesen, wenn ich verwest bin. Zunächst Pflanzen, dann Tiere und vvielleicht lernen sie sogar eines Tages das Fliegen

        Ansonsten lebt ein Teil von mir in meinen Kindern und irgendwann hoffentlich in deren Kindern weiter.

        @ TWR: Den Tunnel sehen nur Christen. Ich glaube die Hindus waren es, bei denen ein Mensch aus einem Buch vorliest, wenn sie Nahtod-Erlebnisse haben.
        Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
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        • #5
          Ich glaube nicht, dass man ein Leben nach dem Tod braucht, um dem Leben Sinn und Bedeutung zu geben. Warum auch? Alles, wirklich alles, ist vergänglich: Menschen, Tiere, Unternehmen, Staaten, Imperien, Völker, Spezies, Berge, Täler, Kontinente, Planeten, Sternsysteme, Galaxien... Es gibt keine Ausnahmen, alles ist bedeutungsvoll, und nichts. Bedeutung kann nur von Menschen verliehen werden, es ist eine subjektive Qualität. Ein Leben hat Bedeutung, wenn man es mit Bedeutung füllt.

          Ich denke nicht, dass es eine Seele gibt. Die Persönlichkeit ist, denke ich, ein reines Konstrukt unseres Gehirns. Dieses Konstrukt, das aus subjektiver Sicht nicht-stofflich ist, ist clever genug, um über ein Leben nach dem Tod nachzudenken: es projeziert gedanklich die eigene Fortexistenz über das stoffliche Ende hinaus und nennt es Seele. Aber mit dem Gehirn stirbt auch das Konstrukt.

          Aber wenn du so willst, dann hinterlässt auch jeder Mensch eine Spur im Universum: all die Teilchen, mit denen er im Verlauf eines Lebens interagiert: sie verändern das Universum, geben ihm einen neuen Verlauf. Photonen, die von der Sonne auf die Haut eines Menschen fallen, dort reflektiert und irgendwann wieder in die Tiefen des Alls abgestrahlt werden: die allermeisten von ihnen werden noch bis ans Ende des Universums weiterfliegen. So gesehen gibt es durchaus einen Teil des Menschen, der für immer fortbestehen wird, obwohl der Mensch selbst längst verschwunden ist. Das ist, finde ich, doch ein ganz schöner und tröstlicher Gedanke.
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          Final-frontier.ch - Kommentare vom Rand des Universums

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          • #6
            @Comander1956
            Mein Beileid.


            Wie ich sehe, hast Du dich ausführlich mit dem Thema beschäftigt und es gut zusammengefasst. Deine Ausführungen sprechen dafür, dass die Nahtodeserlebnisse neurologisch erklärbar sind.
            Dafür spricht auch die Komplexität des Gehirns und die Fähigkeit von Neurologen, es rational zu beschreiben und Geist und Psyche des Menschen naturalistisch darauf zurückzuführen (wobei vermutlich auch das "zweite Gehirn" im Bauch eine Rolle spielt).

            Hoffentlich sind folgende Fragen, die sich mMn erheben, nicht zu ernüchternd für Dich:
            Wenn in uns eine nichtstoffliche Seele besteht, die unabhängig vom Körper weiterleben kann, wozu haben wir dann so ein komplexes Gehirn? Warum kommt es zu Persönlichkeitsänderungen bei Hirnverletzungen? - Gut, es wäre natürlich möglich, dass die Seele ihre Funktion erst übernimmt, wenn der Körper stirbt.

            Zitat von Comander1956 Beitrag anzeigen
            Aber es gibt ja noch die Grenzwissenschaften und irgendwo habe ich mal gelesen, das die Seelen von Lebewesen die uminöse dunkle Energie sein soll. Die neben der dunklen Materie, den grössten Teil des Universums ausmachen soll.
            Und wonach die Astrophysiker schon seit vielen Jahren suchen. Man könnte sie auch als den heiligen Gral der Wissenschaft bezeichnen. Der vielleicht wie der mythologische Gral auch nie gefunden wird.
            Die Dunkle Energie erscheint in der Tat geheimnisvoll. Allerdings soll mit ihr lediglich die beschleunigte Expansion des Universums beschrieben werden. Ihr weitere Eigenschaften zuzuschreiben mag verlockend sein, aber auch sehr spekulativ.

            Zitat von Comander1956 Beitrag anzeigen
            Nur muss ich zugeben, das die Grenzwissenschaften zum Thema Tod und was nach dem Tod kommt, nicht wirklich überzeugen können.
            Bleibt einem letztendlich nur der Glaube an ein Leben nach dem Tod. Ich habe meiner Mutter beim Abschied gesagt, du kommst jetzt in eine bessere Welt. Aber ist das tatsächlich der Fall. Wenn ich nach reinen Indizien urteillen würde, wäre der Tod eine endgültige Grenze des Lebens. Für die Kirche und andere Glaubensrichtungen ist es einfach. Für sie beginnt das eigentliche, spirituelle Leben erst mit dem Tod.
            Die endgültige Wahrheit werde ich erst erfahren, wenn ich auch selber diesen Weg gehen muss.
            Gruß,
            Richard
            Neben der tradionellen Lehre von der unsterblichen Seele gibt es noch die biblische Lehre von der Auferstehung. Das sind zwei Paar Schuhe.

            Die unsterbliche Seele macht ja im Grunde die Auferstehung überflüssig, da man ja als nichtstoffliche Seele weiterlebt. Allerdings glaube ich nicht daran. Stattdessen glaube ich an die Auferstehung (wenn auch nicht frei von Zweifeln, wie ich ehrlicherweise zugebe).
            Ich glaube, dass wir in Gottes Gedächnis "lebendig" bleiben und er uns jedezeit wieder auferwecken kann. Der Tod wäre sozusagen ein traumloser "Schlaf". Allerdings räume ich ein, dass ich hier eine Außenseiterposition beziehe.


            Zitat von bozano Beitrag anzeigen
            Wenn es einen Gott gibt, dann gibt es auch eine Seele.
            Die Existenz eines Gottes bedingt nicht zwingenderweise die Existenz einer nichtstofflichen, unsterblichen Seele.

            Gemäß der Bibel lässt sich der Begriff Seele folgendermaßen deuten:
            "Seele" ist ein Begriff, der sich sowohl auf die menschliche Person als Ganze als auch auf deren wesentliche Eigenschaften und Befindlichkeiten beziehen kann.
            In meinem Posting #7126 im Gläubig-Thread hatte ich mich ausführicher hierzu gehäußert.

            Zitat von bozano Beitrag anzeigen
            Ob das der Fall ist, kann dir keiner mit Sicherheit sagen, aber das lässt sich natürlich diskutieren.


            Zitat von bozano Beitrag anzeigen
            Wenn man sich aber für den Glauben an einen Gott und Seele und etc. entscheidet, darf man nicht erwarten, seinen Glauben durch Gewissheit ersetzen zu können. Wie es der Name schon sagt "Glauben". Wenn du glaubst und damit zufrieden bist, dann suche deine Antworten nicht im naturwissenschaftlichen Bereich.
            Dem stimme ich zu, da dieser Bereich ist ja naturalistisch geprägt ist.

            Zitat von bozano Beitrag anzeigen
            Ich glaube zwar nicht an einen Gott, aber ich bete trotzdem wenn mir danach ist. Für mich muss es auch keinen "Himmel" geben, damit ich mir verstorbene Freunde und Verwandte dort vorstelle.
            Diese Vorstellung ist sicher auch trötzlich. Es spricht mMn grundsätzlich nichts dagegen, über den Naturalismus hinaus zu gehen. Alleine dies kann einem Hoffnung vermitteln, dass da "mehr" ist bzw. sein kann.


            Zitat von Thomas W. Riker Beitrag anzeigen
            Eine Frage ist, wie und warum sich diese Region entwickelt hat und welchen evolutionären Vorteil sie hat.
            Bei sterbenen Lebewesen, die für die Erhaltung der Art keine Rolle mehr spielen, sollte es für die Überlebensfähigkeit der Spezies egal sein, was dort im Gehirn passiert. Daher ist Deine Frage sehr interessant.

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            • #7
              Vorweg und zuerst mein Beileid.
              Ich war mir erst nicht sicher, ob ich als Vertreter der nüchternen Ansätze zu diesem Thema überhaupt posten sollte, aber da Spocky und Bynaus schon hier sind, kann ich wohl auch nicht mehr Schaden anrichten

              Zitat von Comander1956 Beitrag anzeigen
              Hallo,
              ich möchte dieses Thema hier noch mal aufgreifen, weil es mich quasi unmittelbar betroffen hat. Meine Mutter ist am Sonntagmorgen vor einer Woche verstorben. Und ich selber war in iher letzten Nacht, die ganze Zeit in ihrem Zimmer.

              Ich habe hier bewusst als Titel ein abgewandeltes Shakespaere Zitat verwendet. Ich finde es passt recht gut.

              Was mich nun beschäftigt ist die alte Frage, gibt es etwas nach unserem Tod. Gehe ich nur nach den heutigen medizinischen Erkenntnissen, ist daraus resultierende Wahrheit recht nüchtern. Wenn der Organismus seine Tätigkeit einstellt, Atmung und Herzschlag aufhören, wird auch das Gehirn nicht mehr durchblutet und es gibt auch keine Sauerstoffzufuhr mehr. Was bedeudet, das das neuronale Netz langsam aber sicher zusammen bricht. Hierdurch sollen das diese Nahtodeserlebnisse verursacht werden. Weil das Gehirn in dieser Phase wahllos elektrische Impulse feuert, kommt es zu diesen Tunnelerlebnissen, wie immer wieder von betroffenen Patienten berichtet wurde. Vermutlich hängen damit auch die sogenannten Lichterscheinungen zusammen.
              Als Beweis dieser Theorie haben Neurologen die Erlebnisse von Piloten bei Zentrifugaltests angeführt. Auch hier soll durch die hohen G Kräfte, der Sauerstoffgehalt des Gehirns abnehmen.
              Auch was die "out of body experience" betrifft wurden Tests gemacht. Indem man an der Decke eines OP,s eine digitale Anzeige montiert hatte, die per Zufallsgeneratur angesteuert wurde.
              Das Ergebnis war niederschmetternd keiner der Patienten war in der Lage die Buchstaben oder Zahlen der Tafel korrekt anzugeben. Also auch nur hervorgerufen durch das neuronale Netzchaos.
              Soweit die wissenschaftliche, medizinische Seite. Demnach endet das Bewustsein mit dem Tod und das Nichts kehrt ein.
              Bis zu diesem Punkt hast du alle belegbaren Fakten zusammengetragen und dir deine Frage im belegbaren Bereich selbst beantwortet. Du bist also an der Stelle, an der dir das Wissen vorliegt, du aber keinen Trost aus dem Wissen ableiten kannst und daher mal den Glauben versuchen möchtest.

              Zitat von Comander1956 Beitrag anzeigen
              Und das von mir gern verwendete Energie Erhaltungsgesetz greift nur, insofern, dass sich nach und nach unser Körper wieder zu Erde umwandelt. Aber eine menschliche Seele gibt es für Mediziner nicht.
              Und es ist leider auch sehr schwierig oder besser unmöglich Beweise für so eine Seele zu finden. Obwohl ich es total deprimierend empfinde, wenn unser ganzen Ich und Sein, nur auf biochemische und elektrische Prozesse basiert.
              Denn wenn dies tatsächlich so ist, hat der einzelne Mensch überhaupt Bedeutung mehr.
              Und im letzten Satz liegt der Irrtum, der das Wissen für dich so deprimierend macht. Ich denke, du hast da ein "keine" vergessen. Du bist selbst mit deinem Thread hier der Gegenbeweis. Deine Mutter ist gestorben und das berührt und motiviert dich, diesen Thread zu starten. Also hatte deine Mutter Bedeutung für dich. Nicht jeder Mensch kann in seinem Leben was "Großes" in der Geschichte der Menschheit leisten, aber das sollte nicht die Definition von Bedeutung sein. Abgesehen davon sind bisher die wenigsten prägenden Ereignisse in dieser Geschichte zeitgenössisch positiv, waren diese Ereignisse doch meist Kriege. Andere zeitgenössisch als "groß" eingestufte Ereignisse haben für die Entwicklung der Menschheit neutral betrachtet keine Bedeutung, werden aber detailreich aufgezeichnet - fast alle sportlichen "Groß"-Ereignisse fallen darunter; die Fälle, in denen sich die Politik einmischte, hatten vielleicht doch minimalen Effekt. Und unterm Strich hat zB Ayrton Sennas Tod mehr für die Formel 1 getan als seine Weltmeisterschaften - es war der entscheidende Funken für mehr Sicherheit - doch die Weltmeistertitel feiert die Menschheit als "groß" und "bedeutsam".

              Wer also diese Art von "Bedeutung" oder wenigstens eine nachhaltige Spur von sich - die eine unsterbliche Seele ja wäre - in seinem Leben erreichen will, wird im Normalfall deprimiert enden. Die wenigstens "großen" Menschen können wirklich etwas für ihre "großen" Taten. Unser Einheitskanzler Kohl? Zufällig im Amt, als Gorbatschow eine Entscheidung traf. Nüchtern betrachtet ist es erschreckend, welchen Faktor Zufall und Glück bei "großen Taten" ausmachen.

              Deine Mutter wird vermutlich weder in Sport, Politik oder Wissenschaft an irgendetwas "Großem" beteiligt gewesen sein, aber das du sie vermißt zeigt, daß sie für dich da war und sie für dich bedeutsam war. Das solltest du mit dem Blick auf die "Ewigkeit" gerichtet nicht herabstufen. Wie ich aus verschiedenen Posts aus anderen Threads hier entnommen habe, hatte nicht jeder hier im Forum diesen Luxus. Im Kleinen, in seinem eigenen, engeren Umfeld, ist jeder Mensch bedeutsam - nicht immer zufrieden mit dem, was er macht oder machen muss und mit dem Streben nach Großem oft Schmied seines eigenen Gefühls von Unglück - und der Tod hat hohen Anteil daran, daß das Umfeld sich dessen manchmal bewußt wird, denn der Tod ist es, der diese Menschen zu etwas nicht selbstverständlichen, immer verfügbaren macht, sondern zu etwas, daß jeder Zeit weg sein kann. Ein hoher Anteil des Umfeldes bemerkt diesen Umstand aber erst nach dem Tod von jemandem.

              Zitat von Comander1956 Beitrag anzeigen
              Aber es gibt ja noch die Grenzwissenschaften und irgendwo habe ich mal gelesen, das die Seelen von Lebewesen die uminöse dunkle Energie sein soll. Die neben der dunklen Materie, den grössten Teil des Universums ausmachen soll.
              Und wonach die Astrophysiker schon seit vielen Jahren suchen. Man könnte sie auch als den heiligen Gral der Wissenschaft bezeichnen. Der vielleicht wie der mythologische Gral auch nie gefunden wird.
              Nur muss ich zugeben, das die Grenzwissenschaften zum Thema Tod und was nach dem Tod kommt, nicht wirklich überzeugen können.
              Natürlich können sie das nicht. Wenn die Fakten zur Belegung ausbleiben und eine Hypothese eine Hypothese bleibt, sagt jemandem der Verstand irgendwann, daß die Hypothese falsch sein könnte und zu einem Ersatz-Glauben für Menschen geworden ist, die sich mit dem wissenschaftlich belegbarern Ansätzen nicht abfinden wollen, aber den Anspruch haben, eine göttliche Entität aus genau den Gründen der Unbelegbarkeit, an denen gerade die eigene Hypothese scheitert, abzulehnen. Der zweite Ansatz hinter dieser Hypothese ist es, die göttliche Entität, an die man glaubt, in Einzelaspekten den wissenschaftlichen Zweiflern belegen zu können

              Zitat von Comander1956 Beitrag anzeigen
              Bleibt einem letztendlich nur der Glaube an ein Leben nach dem Tod. Ich habe meiner Mutter beim Abschied gesagt, du kommst jetzt in eine bessere Welt. Aber ist das tatsächlich der Fall. Wenn ich nach reinen Indizien urteillen würde, wäre der Tod eine endgültige Grenze des Lebens. Für die Kirche und andere Glaubensrichtungen ist es einfach. Für sie beginnt das eigentliche, spirituelle Leben erst mit dem Tod.
              Christen und andere Gläubige an dieser Stelle bitte "weglesen": Wenn man eine Bevölkerung glauben läßt, das nach dem Tod alles besser wird und sie ihr Leid, ihre Knechtschaft, ihre Unterdrückung ertragen müssen und dem Kaiser geben sollen, was des Kaisers ist, um im nächsten Leben dafür belohnt zu werden, dann festigt das die Herrschaftsstrukturen und läßt eben diese Herrschaft die Arbeitskraft der unterdrückten Bevölkerung noch besser ausnutzen. Religionen wirken da wie Aggressionshemmer im Trinkwasser usw - es muß viel Unrecht geschehen, bis sich jemand zum Aufstand bereit macht, und der Einzelne hat es dann schwer, seine im Dämmerzustand befindlichen Mitmenschen mitzureissen und zu motivieren. Einen Aufstand von wenigen kann man immer niederknüppeln, erhebt sich das ganze Volk, ist es vorbei mit der Herrschaft.

              Zitat von Comander1956 Beitrag anzeigen
              Die endgültige Wahrheit werde ich erst erfahren, wenn ich auch selber diesen Weg gehen muss.
              Gruß,
              Richard
              Korrekt. Trotz aller Recherche im Bereich der Nahtoderfahrungen macht die menschliche Wissenschaft immer wieder Fehler und muß Modelle verwerfen, die lange als "richtig" galten.

              Zitat von bozano Beitrag anzeigen
              Wenn es einen Gott gibt, dann gibt es auch eine Seele....
              Hier muß ich Halman zustimmen. Wir als Menschen sind durch unsere Sterblichkeit und andere Grenzen definiert, was sich in unserer Kreativität wie Denkmustern bemerkbar macht. Wenn es einen Gott nach Definition von "ewiger, unsterblicher, allmächtiger Entität" gibt, welche Motivation sollte diese Entität dann haben, dem "Spielzeug" Seelen zu verleihen. Warum sollte sich diese Entität selbst Arbeit mit einem "Seelenendlager" oder einer "Seelenrecycling-Struktur" machen, wo wir Menschen als "Gottes Abbilder" doch "gerade" (seit einigen Dekaden) lernen, daß "kaputt, weg, neu" soviel einfacher ist, zumindest wenn der benötigte Rohstoff nachwächst? Glaubst du nicht, ein allmächtiger, allwissender Gott hätte das von Anfang an gewußt???
              Karl Ranseier ist tot. Der wohl erfolgloseste Foren-Autor aller Zeiten wurde heute von einem Bus auf der Datenautobahn überfahren.

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              • #8
                Zitat von Halman Beitrag anzeigen
                Wenn in uns eine nichtstoffliche Seele besteht, die unabhängig vom Körper weiterleben kann, wozu haben wir dann so ein komplexes Gehirn? Warum kommt es zu Persönlichkeitsänderungen bei Hirnverletzungen?.
                Das Argument finde ich gut. Offensichtlich hast auch du ich schon länger damit beschäftigt.

                @ Karl: Ich hoffe doch sehr, dass wir (Bynaus und ich) keinen Schaden angerichtet haben, immerhin hab ich den Threadersteller so verstanden, dass er ernsthaft darüber diskutieren möchte und nicht einfach nur auf gute Zusprache hofft.
                Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
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                • #9
                  Zitat von Spocky Beitrag anzeigen
                  Das Argument finde ich gut. Offensichtlich hast auch du ich schon länger damit beschäftigt.

                  @ Karl: Ich hoffe doch sehr, dass wir (Bynaus und ich) keinen Schaden angerichtet haben, immerhin hab ich den Threadersteller so verstanden, dass er ernsthaft darüber diskutieren möchte und nicht einfach nur auf gute Zusprache hofft.
                  Immer wieder schön, wie du dich beschwerst, wenn deine Ironie-Smileys überlesen werden, während du meine grundsätzlich weiterhin ignorierst
                  Karl Ranseier ist tot. Der wohl erfolgloseste Foren-Autor aller Zeiten wurde heute von einem Bus auf der Datenautobahn überfahren.

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                  • #10
                    Hey, es ist früh am Morgen, wer soll da schon fit sein?

                    Außerdem wollte ich keinen Einzeiler posten und das einzige, wozu mir noch was einfiel war das, bei dem mein Name auftauchte und und zwingst du mich schon wieder dazu etwas zu posten, obwohl ich gar nicht wollte
                    Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
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                    • #11
                      Auch wenn ich >>alternativen<< religiösen Idden aufgeschlossen bin (etwas wie Judentum und Christentum kann für mich nicht 100% wahr und richtig sein, zu viele Widersprüche und Willkür) ist die Sache mit dem Leben nach dem Tod etwas was ich mir nicht zurecht reimen kann. Das den Menschen als Lebewesen auf ein Podest und eine Sonderstellung heben würde. Und wenn es das nicht nur für Menschen geben würde, wo ist die Grenze? Hunde, Delphine, Insekten? Einzeller?

                      Ansich sehe ich Seele und Persönlichkeit eher wie ein Betriebssystem des Gehirns. Es verfügt über gewisse Resoursen und verwaltet den Körper, aber wird die Festplatte gelöscht (man stirbt) ist es weg. Von daher waage ich jetzt ml die Behauptung aufzustellen:

                      Ich habe keine Angst vor dem Tod. Aber vor dem Sterben.
                      You should have known the price of evil -And it hurts to know that you belong here - No one to call, everybody to fear
                      Your tragic fate is looking so clear - It's your fuckin' nightmare

                      Now look at the world and see how the humans bleed, As I sit up here and wonder 'bout how you sold your mind, body and soul
                      >>Hades Kriegsschiff ist gelandet<<

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                      • #12
                        Zitat von Spocky Beitrag anzeigen
                        Das Argument finde ich gut. Offensichtlich hast auch du ich schon länger damit beschäftigt.
                        Ganz ehrlich, auf diesen Aspekt hatte mich ein Posting von Dannyboy aufmerksam gemacht. - Ja, ich lerne mitunter auch was von Atheisten.

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                        • #13
                          Zitat von Halman Beitrag anzeigen
                          Wenn in uns eine nichtstoffliche Seele besteht, die unabhängig vom Körper weiterleben kann, wozu haben wir dann so ein komplexes Gehirn?
                          Um mit ihr zu interagieren.

                          Zitat von Halman Beitrag anzeigen
                          Warum kommt es zu Persönlichkeitsänderungen bei Hirnverletzungen?
                          Weil die Persönlichkeit an Strukturen gebunden ist, die Seele aber nicht, die Seele ist nicht zwangsläufig identisch mit dem Bewusstsein oder der Persönlichkeit eines Menschen. Sie kann ja auch ganz unpersönlich sein. Wer das nicht schön findet kann sich die Seele als permanent aktualisierte Kopie der Persönlichkeit vorstellen. Die alle Veränderungen nachvollzieht und sich im Falle des Todes auf dem Stand verabschiedet, die der Verstorbene bevorzugt.

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                          • #14
                            Zitat von Halman Beitrag anzeigen
                            @Comander1956

                            Die Existenz eines Gottes bedingt nicht zwingenderweise die Existenz einer nichtstofflichen, unsterblichen Seele.

                            Gemäß der Bibel lässt sich der Begriff Seele folgendermaßen deuten:


                            In meinem Posting #7126 im Gläubig-Thread hatte ich mich ausführicher hierzu gehäußert.
                            Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen

                            Hier muß ich Halman zustimmen. Wir als Menschen sind durch unsere Sterblichkeit und andere Grenzen definiert, was sich in unserer Kreativität wie Denkmustern bemerkbar macht. Wenn es einen Gott nach Definition von "ewiger, unsterblicher, allmächtiger Entität" gibt, welche Motivation sollte diese Entität dann haben, dem "Spielzeug" Seelen zu verleihen. Warum sollte sich diese Entität selbst Arbeit mit einem "Seelenendlager" oder einer "Seelenrecycling-Struktur" machen, wo wir Menschen als "Gottes Abbilder" doch "gerade" (seit einigen Dekaden) lernen, daß "kaputt, weg, neu" soviel einfacher ist, zumindest wenn der benötigte Rohstoff nachwächst? Glaubst du nicht, ein allmächtiger, allwissender Gott hätte das von Anfang an gewußt???
                            Finde ich schon ein wenig witzig. Sowohl Gott, als auch die Seele sind Teil einiger Religionen. Für beide gibt es keine wissenschaftlichen hinweise. Wenn man also die Bibel als Quelle heranzieht und die Existenz eines Gottes für wahrscheinlich hält, dann kann man die Seele ebenfalls als gegeben akzeptieren. Und von seiner persönlichen Sichtweise ausgehend versucht keiner das Verhalten von Ameisen zu erklären. Bei Gott, den wohl kein lebender Mensch gesehen hat, fangen solche Ideen an zu keimen "Wenn es einen Gott gibt, dann wird er wohl...".
                            Nicht das ich der Meinung bin, es gäbe Gott, aber das Verhalten und die Sichtweise Gottes könnten nicht ermittelt werden. Es sei denn natürlich, man ist Anhänger der christlichen Religion und ist der Meinung (auch wenn man nicht an Gott glaubt), dass der Mensch so sei wie Gott oder andersrum.
                            Loriot: Kraweel, kraweel. Taub-trüber Ginst am Musenhain, trüb-tauber Hain am Musenginst. Kraweel, kraweel.

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                            • #15
                              Zitat von bozano Beitrag anzeigen
                              Finde ich schon ein wenig witzig. Sowohl Gott, als auch die Seele sind Teil einiger Religionen. Für beide gibt es keine wissenschaftlichen hinweise. Wenn man also die Bibel als Quelle heranzieht und die Existenz eines Gottes für wahrscheinlich hält, dann kann man die Seele ebenfalls als gegeben akzeptieren.
                              Ja, kann man (und dies tun ja auch sehr viele), aber muss man nicht. Man kann auch nur eines von Beiden akzeptieren. Gott und Seele sind nicht zwingend aneinander gekoppelt.

                              Zitat von bozano Beitrag anzeigen
                              Und von seiner persönlichen Sichtweise ausgehend versucht keiner das Verhalten von Ameisen zu erklären. Bei Gott, den wohl kein lebender Mensch gesehen hat, fangen solche Ideen an zu keimen "Wenn es einen Gott gibt, dann wird er wohl...".
                              Nicht das ich der Meinung bin, es gäbe Gott, aber das Verhalten und die Sichtweise Gottes könnten nicht ermittelt werden. Es sei denn natürlich, man ist Anhänger der christlichen Religion und ist der Meinung (auch wenn man nicht an Gott glaubt), dass der Mensch so sei wie Gott oder andersrum.
                              Ich kann auch im Sinne von Xenophanes einen Gott annehmen. Dies bedingt nicht zwingend die nichtstoffliche, unsterbliche Seele.

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