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Fleisch aus dem Reagenzglas

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  • Fleisch aus dem Reagenzglas

    Noch in diesem Monat wird es eine Veranstaltung in London geben, auf der auch ein Hamburger gegrillt werden soll. Soweit erstmal nichts ungewöhnliches außer dem singular. Ungewöhnlicher wird jedoch, dass die 140 g Fleischeinlage in der Herstellung etwa 250.000 € gekostet haben. Der Grund dafür liegt darin, dass dieses Fleisch "in vitro" gezüchtet wurde:

    Meet 'Schmeat': Lab-grown meat hits the grill this month - Technology & Science - CBC News

    Wenn es nun wirklich gelingen sollte, dieses Fleisch kostengünstiger in größeren Mengen zu züchten, dann wären wir Star Trek noch ein Stück näher und die Menschheit hätte einige Probleme weniger - davon abgesehen vielleicht, dass die Fleischindustrie dann ein paar Probleme mehr hätte
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  • #2
    Nun, es wäre ein kleiner Schritt für den Fleischesser, ein grosser Schritt für die Menschheit.

    Im Ernst: so interessant und wichtig ich das ganze finde (aus ökologischen und tierethischen Gründen), ich glaube, den meisten Menschen läuft es im Moment noch kalt den Rücken hinunter wenn sie daran denken, so etwas essen zu "müssen". Nun, niemand muss, natürlich: damit die Leute das wollen, braucht das "Schmeat":

    1) einen besseren, attraktiveren Namen
    2) einen ausgezeichneten Geschmack
    3) einen guten Ruf, z.B. sollte es gesünder sein, fettärmer, frei von Hormonen etc.
    4) einen Preis der zumindest mit jenem von "normalem" Fleisch vergleichbar ist

    Wenn die ersten drei Dinge zutreffen, kann man dafür sicher langsam, aber sicher einen Markt aufbauen: zuerst nur für betuchte Feinschmecker, später - mit fallenden Produktionskosten und steigendem Prestige - für alle. Zur Zeit haben wir aber keine Ahnung, wie es in Sachen 2) und 3) aussieht. Warten wir die Grillparty ab!
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    • #3
      Laborburger - lecker.
      für leute die von kleinauf mit tierischen schlachtprodukten großgeworden sind und bei laborfutter immer ein gewisser ekelfaktor ( vermutlich auch durch eltern / freunde usw. ) eingetrichtert wurde, wird sowas vermutlich eher nen brechreiz verursachen wenn man reinbeist - auch wenns schmeckt, der gedanke es ist was unechtes oder falsches kann das essen schon verderben.
      man denke auch an die medien - gesundes fleisch aber sobald was falsches drin ist oder es nicht dem standart entspricht ist großsalarm und schon mag keiner mehr reinbeissen. Pferd ist z.B. etwas was nicht jeder ißt oder allgemein üblich ist - daher denken viele gleich wäääh ekelhaft ! es gehört halt nicht dazu.
      in anderen ländern würde man sagn - wieso, schmeckt doch gut.

      es kommt dazu noch auf das land und deren essgewohnheiten an.

      wenn man jetzt unsere kinder mit laborfleisch großwerden läst wäre es für sie normal und sie würden es essen, während die ältere generation vermutlich lieber echtes fleisch hat.
      ein kompletter wandel würde dann vermutlich schon ein paar generationen dauern - abgesehen davon, wer würde anfangen sein kind mit laborfraß vollzustopfen ?
      das wäre so als wenn elter plötzlich anfangen ihre kinder nur noch mit kakerlaken und schaben zu füttern, villeicht paar mehlwürmer und termiten und am ende noch ne vogelspinne als desert.
      sprich Afrika oder Jungel läst grüßen.
      einzig obst und gemüse wären da noch normale kost - wenn das nicht auch direkt aus ner laborkiste kommt.


      ich könnte auf laborfleisch gut verzichten ^^

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      • #4
        Ebenfalls heute gelesen, sehr interessant:

        Cellular based precise nutrition production could feed the world using a land area smaller than New York City

        Der Bezug ist nicht sehr direkt, aber es ist eine andere Form von industriell hergestelltem Protein. Mir scheint auch dass sie mit dieser Methode in der Lage sind, näherhaftes Protein ohne Abstriche bei Geschmack, Qualität oder Lebensdauer herzustellen. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Lösung noch mehr Potential hätte, die Fleischproduktion abzulösen, als das "Laborfleisch".
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        • #5
          @ Bakkad Baran: Laborfleisch ist wahrscheinlich viel näher an der Realität dran, als viele nichtfleischliche Produkte, die heute auf dem Markt sind. Oft genug sind künstliche Geschmackstoffe (z. B. Vanillin statt Vanille) an den Sachen dran und die meisten Menschen erkennen die echten Aromen gar nicht mehr, wenn man sie ihnen vorsetzt.

          Laborfleisch besteht zumindest chemisch wohl aus denselben Stoffen, in sofern dürftest du da weniger merken.

          @ Bynaus: Diese Proteine sind sicher besser für die Massenproduktion geeignet - soweit es bisher aussieht. Sollten am Ende beide Methoden separat nebeneinander existieren werden beide sicher ihre Nischen behaupten können, eben weil der GEschmack nicht identisch sein wird, wie oben beschrieben. Was ich mir aber vorstellen könnte, wäre eine Art Synthese, also dass man die Originalproteine industrieherstellt.
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          • #6
            Wie das nun mal bei den meisten neuen Errungenschaften ist, kann man schwer vorhersagen, ob das bei den Konsumenten ankommt oder ob es unter dem Strich für die Umwelt eine größere Belastung ist. Ich würde auf jeden Fall, falls ich es mir leisten kann, diese Art von Fleisch probieren und wenn es schmeckt, mich auch darauf umstellen.

            Die Proteinherstellung, die Bynaus verlinkt hat, ist auch sehr interessant und ich meine ich hätte vor einigen Jahren so was ähnliches mal im Fernsehen gesehen. Wenn die Anlage sogar mit Salzwasser betrieben werden kann, dann kann man relativ rasch komplett mit Solarenergie betriebene Anlagen bauen und den Hunger auf der Welt bekämpfen. Wenn das was in dem Artikel steht nah an der Realität ist, dann kann das ja nicht mehr lange dauern, bis eines der größten Probleme der Welt behoben ist.
            Loriot: Kraweel, kraweel. Taub-trüber Ginst am Musenhain, trüb-tauber Hain am Musenginst. Kraweel, kraweel.

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            • #7
              Also die Zellkulturflaschen, die ich vor einigen Wochen in der Hand hatte sahen nicht gerade lecker aus.

              Na ja aber ich stehe dem offen gegenüber. Statt die gezüchteten Muskeln zu futtern sollte man erstmal sehen ob man nicht Muskeln nachzüchten kann um defekte Muskeln zu ersetzen.

              Prinzipiell würde ich sowas aber probieren. Sicherer als das was von der Weide stammt, ist ein Laborburger allemal.

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              • #8
                Über die Konsumenten sollte man sich sorgen machen, wenn man die Produktion mal nach ökonomisch und ökologisch sinnvoll ausgewertet hat; am wichtigsten sind dabei die Faktoren wieviel Energie und wieviel Wasser. In Petrischalen gezüchtet heißt nicht unbedingt bei Raumtemperatur, und es hilft auch nix, wenn 1 Kg "Schmeat" noch mehr Wasser verbraucht als die Produktion von 1 Kg Rindfleisch (liegt angeblich um die 15.000l Wasser) - und "zurück zum Atomstrom für Synthesefleisch" wird auch kein Wiederwahlslogan. 250.000€ Kosten werden sich nunmal nicht nur aus dem Stundenlohn der Laborcrew zusammensetzen
                Karl Ranseier ist tot. Der wohl erfolgloseste Foren-Autor aller Zeiten wurde heute von einem Bus auf der Datenautobahn überfahren.

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                • #9
                  Das kostet doch lächerlich wenig, wenn man bedenkt, dass man zwei Jahre daran gearbeitet hat. Die Mitarbeiter des Labors können nicht gerade viele gewesen sein. Ich denke daher schon, dass der Hauptteil der Kosten auf die Mitarbeiter zu verbuchen ist. Wenn man noch bedenkt, dass am Anfang viel Forschung betrieben wird und im Nachhinein die Forschung und Entwicklung kaum noch groß betrieben werden muss, werden dann die Kosten hauptsächlich auf die eigentlich Produktion, Vermarktung, Transport usw. umgelegt werden, wodurch die Kosten von der Produktionsmenge abhängig werden.
                  Loriot: Kraweel, kraweel. Taub-trüber Ginst am Musenhain, trüb-tauber Hain am Musenginst. Kraweel, kraweel.

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                  • #10
                    Zitat von bozano Beitrag anzeigen
                    Das kostet doch lächerlich wenig, wenn man bedenkt, dass man zwei Jahre daran gearbeitet hat. Die Mitarbeiter des Labors können nicht gerade viele gewesen sein.
                    Die Erzeugung des "Schmeat" wird ja sicher nicht das einzige Projekt gewesen sein, das sie in der Zeit betreut haben. bestenfalls werden sie immer wieder mal nachgeschaut haben, ob alles richtig läuft und vieleicht mal wieder was zugeführt haben. In sofern ist der PReis auch bei 2 Jahren mit mehreren Mitarbeitern haltbar.
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                    • #11
                      Zitat von bozano Beitrag anzeigen
                      Das kostet doch lächerlich wenig, wenn man bedenkt, dass man zwei Jahre daran gearbeitet hat. Die Mitarbeiter des Labors können nicht gerade viele gewesen sein. Ich denke daher schon, dass der Hauptteil der Kosten auf die Mitarbeiter zu verbuchen ist. Wenn man noch bedenkt, dass am Anfang viel Forschung betrieben wird und im Nachhinein die Forschung und Entwicklung kaum noch groß betrieben werden muss, werden dann die Kosten hauptsächlich auf die eigentlich Produktion, Vermarktung, Transport usw. umgelegt werden, wodurch die Kosten von der Produktionsmenge abhängig werden.
                      Du hast mich genau falsch verstanden. Die finanziellen Kosten sind für mich völlig uninteressant, mich interessieren die Material-/Energiekosten, die Umweltbilanz. Wenn die ein Kilo Schmeat mit nur einem Liter (virtuellem) Wasser erzeugen können und auch kaum Energie zugeführt werden muss, ist das ganze aus ökologischer Sicht ein Knaller. Wenn da aber mehr Wasser verbraucht wird als bei einem Kilo Rind - und das Kilo Rindfleisch ist ja trotz der 15.000l noch erschwinglich - dann schafft es mehr Probleme als es löst. Genauso sieht's im Energiebereich aus. Wenn Schmeat-Farmen oder -Fabriken am Ende eine Riesenumweltbelastung wären - egal, ob über Wasser-, Energie- oder vielleicht sogar CO2-Bilanz - ist es scheißegal, wenn das Kilo irgendwann für 5 Euro im Handel ist.
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                      • #12
                        Mir ist gerade noch etwas eingefallen und habe deswegen eine gezielte Frage an die Moslems und Juden im Forum: Würdet ihr "Schmeat" für "koscher" halten oder könnten religiöse Bedenken dem Verzerr im Weg stehen? Ich meine, wenn Synthetik-Fleisch irgendwann die Welt ernähren soll, sollten große Glaubensgemeinschaften in der Welt es doch überhaupt erst mal als Nahrungsmittel akzeptieren können.
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                        • #13
                          Wenn Schmeat aus einem wiederkäuenden Reagenzglas stammt, dann ist es auch koscher. Da sind die Regeln für koscheres Fleisch ganz eindeutig
                          Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
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                          • #14
                            Zitat von Spocky Beitrag anzeigen
                            Wenn es nun wirklich gelingen sollte, dieses Fleisch kostengünstiger in größeren Mengen zu züchten, dann wären wir Star Trek noch ein Stück näher und die Menschheit hätte einige Probleme weniger - davon abgesehen vielleicht, dass die Fleischindustrie dann ein paar Probleme mehr hätte
                            Fragt sich wie hoch die Kosten im industriellen Maßstab den sind. Allzu günstig wird das vermutlich auch nicht sein. Eine keimfreie Zucht, die Nährlösungen und der zusätzliche Aufwand das dieses Fleisch tatsächlich schmeckt, wird schon etwas kosten.
                            Da würde ich schon eher auf Heuschrecken setzen, deren Zucht ist kinderleicht, und diese setzen das Grünfutter weitaus effizienter als Rinder um. Heuschrecken-Hamburger habe ich schon einmal in Phnom Penh probiert, der schmeckt jedenfalls.
                            Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
                            Dr. Sheldon Lee Cooper

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                            • #15
                              Zitat von Enas Yorl Beitrag anzeigen
                              Fragt sich wie hoch die Kosten im industriellen Maßstab den sind. Allzu günstig wird das vermutlich auch nicht sein. Eine keimfreie Zucht, die Nährlösungen und der zusätzliche Aufwand das dieses Fleisch tatsächlich schmeckt, wird schon etwas kosten.
                              Keimfreie Atmosphären hast du heute schon bei so vielen Dingen, wirklich kostenintensiv ist das nicht und wenn du das Fleisch aus echten Zellen züchtest, dann kommt dder Geschmack von selbst. Außerdem kannst du vieles so würzen, dass es wie ein Steak oder ein Schnitzel schmeckt. Das kriegst du - und das kann ich dir aus eigener Erfahrung berichten - sogar mit Zucchini oder Auberginen hin...
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