Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Stört die Zivilisation die Selektion (im Sinne der der biologischen Evolution)

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Stört die Zivilisation die Selektion (im Sinne der der biologischen Evolution)

    Huhu,

    mir kam grad der Gedanke (das passiert mir manchmal leider ), ob unsere Zivilisation mit all ihren Errungenschaften, dem Fortschritt und dem relativen Reichtum nicht die Selektion der Menschen in Bezug auf einen geeigneten Partner/Sexualpartner behindert?

    Zur Erläuterung:
    Es ist zumindest im Tierreich (und wir sind streng genommen ja auch nichts anderes) nach wie vor so, dass das Männchen, das am besten "balzen" kann, das Weibchen bekommt. Ob das nun durch das schönste Federkleid, dem schönsten Tanz oder dem lautesten Ruf geschieht, ist jetzt mal Nebensache; es hängt ja auch eh von der jeweiligen Spezies ab.

    Bei den Frühmenschen war es ja auch so, dass im Prinzip der Höhlenmann das Weibchen bekommen hat, der besonders stark war, das größte Stück Fleisch heran geschafft hat, oder sich in Rangkämpfen gegen die Konkurrenz durchgesetzt hat (lassen wir die Sache mit "Keule übern Kopf ziehen und an den Haaren in die Höhle schleifen" mal außen vor ). Dies wurde vom Weibchen insofern positiv gesehen, als das dieser Höhlenmann besonders geeignet war, Nachkommen zu zeugen und diese auch aufzuziehen, zu versorgen/ernähren und zu beschützen.

    All das ist ja heutzutage zumindest hier in der westlichen Welt weggefallen. Wir leben im Überfluss, Nahrungsmangel ist quasi kein Thema und Rangkämpfe gibt es aufgrund des staatlichen Gewaltmonopols auch nicht mehr. Was es aber sehr wohl noch gibt, sowohl bei den Weibchen/Frauen, als auch bei den Männchen/Männern, sind die Urzeitlichen Triebe, die nach wie vor unser Handeln mehr bestimmen, als uns das vielleicht genehm ist.
    Wie trifft das Weibchen in unserer heutigen Gesellschaft dann eigentlich noch die nachvollziehbare Entscheidung, welcher der Bewerber es denn nun sein soll... (also, falls die Gründe, warum sich eine Frau für einen bestimmten Bewerber entscheidet jemals nachvollziehbar waren )?
    Natürlich gibt es so genannte "Alpha"-Männchen, die es verstehen, sich selbst gut in Szene zu setzen. Ebenso gibt es viele finanziell erfolgreiche Menschen, die einen guten Versorger abgeben, jedoch gab es zu Urzeiten kein Geld, deshalb dürfte dieser Umstand für unsere Triebe keine Rolle spielen?

    All das wäre aber auch gar nicht so schlimm, wäre da nicht der Umstand, dass die Natur grade diese Selektionsmechanismen "eingeführt" hat, um nur die "besten" Gene zu erhalten und "nicht erfolgreiche" Gene auszulöschen (-> natürliche Selektion). Die Frage, ob sich nach heutigen Auswahlkriterien somit nicht manche Paare zusammen finden, die von der Natur eigentlich so nicht vorgesehen sind/waren, drängt sich mir an dieser Stelle dann gradezu auf. Die Folge wäre langfristig ja eine "Schwächung" der Spezies Mensch.

    Wäre es vielleicht sogar so, dass in einem hypothetischen post-apokalyptischen Mad Max Szenario nicht wieder die alten Selektionsmechanismen greifen würden? Das der Mann das Weibchen bekommt, der am meisten (Fress-)Feinde erschlägt?

    Soweit zu den grundsätzlichen Gedankengängen, die mir dazu gekommen sind. Ich hoffe, ich konnte mich verständlich genug ausdrücken und freue mich auf Euren Input.
    Zuletzt geändert von kick_nemesis; 21.09.2014, 05:21.

  • #2
    Zitat von kick_nemesis Beitrag anzeigen
    Wie trifft das Weibchen in unserer heutigen Gesellschaft dann eigentlich noch die nachvollziehbare Entscheidung, welcher der Bewerber es denn nun sein soll... (also, falls die Gründe, warum sich eine Frau für einen bestimmten Bewerber entscheidet jemals nachvollziehbar waren )?
    Natürlich gibt es so genannte "Alpha"-Männchen, die es verstehen, sich selbst gut in Szene zu setzen. Ebenso gibt es viele finanziell erfolgreiche Menschen, die einen guten Versorger abgeben, jedoch gab es zu Urzeiten kein Geld, deshalb dürfte dieser Umstand für unsere Triebe keine Rolle spielen?
    Für Frauen ist der Versorgungsaspekt immer noch ein wichtiger Faktor, zumindest unterbewusst. Insofern sind hier noch dieselben Kräfte am Werk wie früher. Versuch mal, eine Frau zu finden, wenn Du Dich als ungelernt und arbeitslos ausgibst. Die Erfolgsquote ist nicht sehr hoch.

    In Standardwerken zur Sexualkunde wird geschrieben, dass die Partnerwahl beider Geschlechter oft nach dem sozialen Status entschieden wird. Frauen suchen oft einen Partner mit höherem Status als ihrem eigenen, während Männer oft Frauen eines niedrigeren Status bevorzugen. An den Randbereichen kann es dann dazu führen, dass besonders erfolgreiche Frauen Schwierigkeiten haben einen Partner zu finden, weil kaum noch Männer mit noch höherem Status erreichbar sind. Männer in besonders armen Verhältnissen wiederum finden oft keine Frau, die sozial noch tiefer gestellt ist als sie selbst.

    Was in unserer heutigen Zeit an Bedeutung verliert sind Kinder, die aus Vergewaltigungen entstehen. Deren Anteil dürfte früher höher gewesen sein.
    Zuletzt geändert von Liopleurodon; 21.09.2014, 07:01.
    "En trollmand! Den har en trollmand!"

    Kommentar


    • #3
      Sexuelle Selektion findet immer noch statt. Erfolgreiche und gutaussehende Männer haben auf dem Geschlechter-Markt bessere Chancen als andere Männer. Da es allerdings genauso viele Frauen wie Männer gibt, hindert das die weniger erfolgreichen Männer nicht daran, sich ebenfalls fortzupflanzen. Die können eben nicht erwarten, sich mit Angelina Jolie zu paaren, aber wie es heißt: Auf jeden Topf passt ein Deckel.

      Sexuelle Selektion dürfte eigentlich nur bei Polygamie einen starken Einfluss auf den Genpool haben. Wenn das Alpha-Männchen sich einen Harem zulegt, und andere Männer leer ausgehen.

      Nun beruht Selektion in der Natur nicht nur auf Partnerwahl, sondern auch auf der geringeren Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen mit "schlechten" Genen. Und dieser Mechanismus ist tatsächlich in unserer Gesellschaft außer Kraft gesetzt. Schlechte Augen, körperliche Behinderungen usw. reduzieren die Überlebenschance so gut wie gar nicht mehr. Und obwohl das einerseits höchst erfreulich ist, kann man sich fragen, wie ein Genpool auf diese Weise durch die kommenden Jahrtausende hindurch stabil bleiben soll. Denn schädliche Mutationen passieren häufiger als nützliche.

      Ich rechne allerdings damit, dass die natürliche Selektion in absehbarer Zeit durch eine künstliche Selektion von Genen ersetzt wird.

      Kommentar


      • #4
        Zitat von kick_nemesis Beitrag anzeigen
        Huhu,

        mir kam grad der Gedanke (das passiert mir manchmal leider ), ob unsere Zivilisation mit all ihren Errungenschaften, dem Fortschritt und dem relativen Reichtum nicht die Selektion der Menschen in Bezug auf einen geeigneten Partner/Sexualpartner behindert?
        Inwiefern? Wird deine Fortpflanzung auf den Kreis deiner Kusinen begrenzt? Oder ziehst du sie in der Lotterie?
        Ich würde ja behaupten, dass die moderne Zivilisation dir eine Überfülle an Selektion hinsichtlich des Sexualpartners liefert.


        Zur Erläuterung:
        Es ist zumindest im Tierreich (und wir sind streng genommen ja auch nichts anderes) nach wie vor so, dass das Männchen, das am besten "balzen" kann, das Weibchen bekommt. Ob das nun durch das schönste Federkleid, dem schönsten Tanz oder dem lautesten Ruf geschieht, ist jetzt mal Nebensache; es hängt ja auch eh von der jeweiligen Spezies ab.
        Und ist das jetzt anders? Auch heute demonstrieren wir gegenseitig unsere Qualitäten.

        Bei den Frühmenschen war es ja auch so, dass im Prinzip der Höhlenmann das Weibchen bekommen hat, der besonders stark war, das größte Stück Fleisch heran geschafft hat, oder sich in Rangkämpfen gegen die Konkurrenz durchgesetzt hat
        Woher willst du das wissen? Abgesehen davon, dass es damals wenig Auswahl gab.
        Balzrituale sind ja, der Name sagt es, in der Regel ritualisiert. Vielleicht gewann ja eher das Männchen die Herzen, der die schönsten Tänze aufführte?
        Oder sich besonders nett mit dem Weibchen unterhalten konnte?

        Neuere Untersuchungen zeigen, dass es einen Trend zu weniger Testosteron-Wirkung in den letzten 150.000 Jahren gab. Weniger Rangkämpfe, mehr Kooperation.

        Dies wurde vom Weibchen insofern positiv gesehen, als das dieser Höhlenmann besonders geeignet war, Nachkommen zu zeugen und diese auch aufzuziehen, zu versorgen/ernähren und zu beschützen.
        Jaein. Besonders gut, Nachkommen zu zeugen, Ja. Aber Aufziehen, versorgen, ernähren und beschützen erfordert auch andere Qualitäten. Das stärkste Männchen, das quasi jedes Weibchen haben kann, wird sich wenig um seinen Nachwuchs kümmern, weil es viel zu sehr damit beschäftigt ist, immer noch mehr Nachwuchs zu zeugen.

        All das ist ja heutzutage zumindest hier in der westlichen Welt weggefallen. Wir leben im Überfluss, Nahrungsmangel ist quasi kein Thema und Rangkämpfe gibt es aufgrund des staatlichen Gewaltmonopols auch nicht mehr.
        Natürlich gibt es Rangkämpfe. Sie sind nur subtiler.


        Natürlich gibt es so genannte "Alpha"-Männchen, die es verstehen, sich selbst gut in Szene zu setzen. Ebenso gibt es viele finanziell erfolgreiche Menschen, die einen guten Versorger abgeben, jedoch gab es zu Urzeiten kein Geld, deshalb dürfte dieser Umstand für unsere Triebe keine Rolle spielen?
        wäre da nicht der Umstand, dass die Natur grade diese Selektionsmechanismen "eingeführt" hat, um nur die "besten" Gene zu erhalten und "nicht erfolgreiche" Gene auszulöschen (-> natürliche Selektion).
        Die Natur hat keine Selektionsmechanismen eingeführt, "um" die "besten" Gene zu erhalten.
        Selektionsmechanismen wirken und was erhalten bleibt, sind die Gene, die wir dann und deswegen als "besser" bezeichnen.

        Die Frage, ob sich nach heutigen Auswahlkriterien somit nicht manche Paare zusammen finden, die von der Natur eigentlich so nicht vorgesehen sind/
        Die Natur sieht keine Paare vor.

        waren, drängt sich mir an dieser Stelle dann gradezu auf. Die Folge wäre langfristig ja eine "Schwächung" der Spezies Mensch.
        Nein. Vielleicht eine Schwächung, weil reine Muskelkraft nicht mehr so wichtig ist, aber keine "Schwächung", weil Muskelkraft per se eben nicht wichtig ist.

        Wäre es vielleicht sogar so, dass in einem hypothetischen post-apokalyptischen Mad Max Szenario nicht wieder die alten Selektionsmechanismen greifen würden? Das der Mann das Weibchen bekommt, der am meisten (Fress-)Feinde erschlägt?
        Nein, denn egal wie stark Mad Max ist, gewinnt in Wirklichkeit derjenige, der die meisten Kumpel zum Kampf mitbringt.

        - - - Aktualisiert - - -

        Zitat von 3of5 Beitrag anzeigen
        Nun beruht Selektion in der Natur nicht nur auf Partnerwahl, sondern auch auf der geringeren Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen mit "schlechten" Genen.
        Überlebenswahrscheinlichkeit ist in erster Linie Fortpflanzungserfolg und nicht unbedingt Lebensalter. Sicher ist die Kindersterblichkeit enorm gesunken und vielmehr Menschen erreichen das Fortpflanzungsalter. Aber anscheinend bekommt nicht jeder gleich viele Kinder und ob die Kinderzahl nur zufällig ist, kann man bezweifeln.
        Außerdem bildet die Menschheit nun eine viel größere Population. Der Zufall wird dadurch in seiner Auswirkung geschwächt.

        Kommentar


        • #5
          Zitat von Liopleurodon Beitrag anzeigen
          Für Frauen ist der Versorgungsaspekt immer noch ein wichtiger Faktor, zumindest unterbewusst. Insofern sind hier noch dieselben Kräfte am Werk wie früher. Versuch mal, eine Frau zu finden, wenn Du Dich als ungelernt und arbeitslos ausgibst. Die Erfolgsquote ist nicht sehr hoch.
          Leider ist das nur graue Theorie. Glaub mir, ich kenne viele von den Leuten und weil die wahrscheinlich auch noch zu dämlich sind zum Verhüten, haben die wesentlich mehr Kinder als ich - auch mit unterschiedlichen Frauen.

          Zitat von 3of5 Beitrag anzeigen
          Sexuelle Selektion findet immer noch statt. Erfolgreiche und gutaussehende Männer haben auf dem Geschlechter-Markt bessere Chancen als andere Männer. Da es allerdings genauso viele Frauen wie Männer gibt, hindert das die weniger erfolgreichen Männer nicht daran, sich ebenfalls fortzupflanzen. Die können eben nicht erwarten, sich mit Angelina Jolie zu paaren, aber wie es heißt: Auf jeden Topf passt ein Deckel.
          Das ist dann auch das, was man an den "Kuckuckskindern" feststellt. In der Regel ist der fremde Erzeuger sozial höher gestell (oder mindestens gleich).
          Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
          endars Katze sagt: “nur geradeaus” Rover Over
          Klickt für Bananen!
          Der süßeste Mensch der Welt terra.planeten.ch

          Kommentar


          • #6
            Zitat von kick_nemesis Beitrag anzeigen
            All das ist ja heutzutage zumindest hier in der westlichen Welt weggefallen. Wir leben im Überfluss, Nahrungsmangel ist quasi kein Thema und Rangkämpfe gibt es aufgrund des staatlichen Gewaltmonopols auch nicht mehr.
            Es gibt immer noch Rangkämpfe z.B. in Büros, in Cliquen und in der Politik.

            Zitat von kick_nemesis Beitrag anzeigen
            Natürlich gibt es so genannte "Alpha"-Männchen, die es verstehen, sich selbst gut in Szene zu setzen. Ebenso gibt es viele finanziell erfolgreiche Menschen, die einen guten Versorger abgeben, jedoch gab es zu Urzeiten kein Geld, deshalb dürfte dieser Umstand für unsere Triebe keine Rolle spielen?
            Es gibt zahlreiche Beispiele die zeigen das wohlhabende Männer einfacher junge gutaussehende Frauen bekommen (Trophy Wife).


            Ziona Chana – ein Mann, 39 Ehefrauen, 94 Kinder, 33 Enkel - Familie
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: 43077.jpg
Ansichten: 1
Größe: 189,6 KB
ID: 4272156




            Zitat von Spocky Beitrag anzeigen
            Leider ist das nur graue Theorie. Glaub mir, ich kenne viele von den Leuten und weil die wahrscheinlich auch noch zu dämlich sind zum Verhüten, haben die wesentlich mehr Kinder als ich - auch mit unterschiedlichen Frauen.
            Vielleicht solltest du dich politisch für eine verpflichtende Vasektomie von arbeitslosen Männern einsetzen?

            Kommentar


            • #7
              Zitat von Kobor Beitrag anzeigen
              Vielleicht solltest du dich politisch für eine verpflichtende Vasektomie von arbeitslosen Männern einsetzen?
              So ein Schmarrn. Zum einen hab ich nie behauptet, dass das auf Arbeitslose per se zutrifft - damit würdest du fast jeden im Bauhandwerk treffen, der über Winter "stempeln" geht - und zweitens bin ich kein Nazi, der sowas fordert. Ich schrieb nur, dass ich solche Leute kenne...

              Spoiler
              ...die auch noch stolz drauf sind, den Sex nichtmal fürs Pinkeln zu unterbrechen...
              Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
              endars Katze sagt: “nur geradeaus” Rover Over
              Klickt für Bananen!
              Der süßeste Mensch der Welt terra.planeten.ch

              Kommentar

              Lädt...
              X