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Woher weiß man wie "es" geht?

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  • Woher weiß man wie "es" geht?

    Hallo Kinders.

    Ich habe da ja neulich dieses sehr interessante und empfehlenswerte Buch "Die nervöse Großmacht 1871-1914. Aufstieg und Untergang des deutschen Kaiserreichs" gelesen. Darin wird unter anderem die ultraprüde bürgerliche Gesellschaft beschrieben. Angeblich hätten bürgerliche Frauen oftmals erst in der Hochzeitsnacht festgestellt, dass die Kinder tatsächlich nicht vom Storch gebracht werden. Das kann ich aber jetzt nicht so ganz mit meinem biologischen Laienweltbild vereinbaren. Ich meine, irgendwann weiß man doch "einfach so" wie "es" geht, oder nicht? Was sagen die Biologen dazu?
    "The only thing we have to fear is fear itself!"

  • #2
    Ich kann Dir von meiner Großmutter erzählen.
    Sie hatte neun weitere Geschwister und ist hochkatholisch erzogen worden.
    Ich weiß nicht, wie wir darauf zu sprechen kamen, aber sie erzählte mir, daß sie den Unterschied zwischen Mann und Frau erst in der Hochzeitsnacht wirklich bewußt erkannt hat.
    Aber gesehen hat sie ihren Mann niemals unbekleidet und er sie auch nicht...nur im Dunklen .
    Ich kann mir nicht vorstellen, daß so etwas ein erfülltes Sexualleben ist, aber das war scheinbar nicht unüblich.
    Am Firmament der Greifer gleitet, durch Feld und Wald sein Herrscher schreitet. Sein Herrscher? Nun so scheint es wohl.
    Die Freiheit ists, die beide lieben, doch nur der Vogel kann sie fliegen. So reist in seinem Geiste mit: Der Falkner.

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    • #3
      Bei einigen Papageien-Arten ist das "Programm" vom einfachen Flirten, zum Balzen, "Treten", herrichten des ""Nestes, Eiablage, Brut und Aufzucht der Küken bis sie futterfest und flügge sind, so kompliziert, dass sie das komplette Programm von den Eltern in der Natur abgucken müssen. Das macht die Nachzucht von z.B. einigen Aras in Menschenhand sehr schwierig.
      \\// Dup dor a´az Mubster
      TWR www.labrador-lord.de
      United Federation of Featherless
      SFF The 6th Year - to be continued

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      • #4
        Das mit dem Storchenmythos ist wohl übertrieben. Schließlich hat fast jeder heranwachsende Mensch Gelegenheit, in seinem Umfeld Schwangerschaften mitzuerleben. Und wenn eine Frau einen sehr dicken Bauch bekommt, und plötzlich keinen dicken Bauch mehr hat, aber dafür ein Kind, dann muss man kein Genie sein, um eins und eins zusammenzuzählen

        Inwiefern Frauen damals vor der Hochzeitsnacht über Wesen und Funktion des Koitus aufgeklärt wurden, weiß ich auch nicht. Wahrscheinlich ist in vielen Fällen etwas durchgesickert oder Eltern haben zumindest abstrakte Andeutungen gemacht.

        Soweit ich weiß, war es damals durchaus üblich und auch toleriert, dass junge Männer sich vor der Ehe "die Hörner abstoßen". Von daher ging der Mann wohl in den meisten Fällen mit gewissen Vorkenntnissen in die Hochzeitsnacht.

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        • #5
          Ich denke auch, dass man durch Beobachten seiner Umwelt einiges lernen kann. Tiere auf einem Bauernhof könnten z.B. Hinweise geben. Erstaunlicherweise müssen diese Tiere offenbar keine Bücher lesen und niemanden fragen, wie es geht.

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          • #6
            Na zum Glück sind nicht alle Menschen so dämlich, das mit dem Storch wirklich ernst zu nehmen.

            Allerdings gab es in der Tat schon Fälle, bei denen Ärzte feststellen mussten, dass ihre Patienten nicht unfruchtbar sind, sondern dass sie es einfach noch nie getan haben. Manchmal denkt man sich in dem Fall "Schade, dass sie nicht wirklich unfruchtbar sind"...
            Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
            endars Katze sagt: “nur geradeaus” Rover Over
            Klickt für Bananen!
            Der süßeste Mensch der Welt terra.planeten.ch

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            • #7
              Zitat von irony Beitrag anzeigen
              Ich denke auch, dass man durch Beobachten seiner Umwelt einiges lernen kann. Tiere auf einem Bauernhof könnten z.B. Hinweise geben. Erstaunlicherweise müssen diese Tiere offenbar keine Bücher lesen und niemanden fragen, wie es geht.
              Falsch wenn du TWRs Beitrag mal liest. Gerade bei Vögeln ist das schwieriger als man denkt.
              Am Firmament der Greifer gleitet, durch Feld und Wald sein Herrscher schreitet. Sein Herrscher? Nun so scheint es wohl.
              Die Freiheit ists, die beide lieben, doch nur der Vogel kann sie fliegen. So reist in seinem Geiste mit: Der Falkner.

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              • #8
                Fünf Antworten innerhalb von etwas mehr als zwei Stunden. Das Thema zieht einfach immer.

                Also dass die alle an den Storch geglaubt haben, das steht so auch nicht im Buch. Das war nur eine Zuspitzung meinerseits. Aber dort wird in der Tat behauptet, dass Frauen im bürgerlichen Milieu wohl doch sehr entsetzt gewesen sein müssen darüber, was ihr Göttergatte da in der Hochzeitsnacht so treibt.

                Jedenfalls danke ich für die Antworten.
                "The only thing we have to fear is fear itself!"

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                • #9
                  Ich schrieb von Tieren auf einem Bauernhof. Dabei habe ich an Pferde, Kühe, Schafe, Ziegen, Katzen, Hunde und Schweine gedacht, an Tiere, insbesondere Säugetiere, die dem Menschen in bestimmter Weise anatomisch ähnlich sind. An Papageien habe nicht gedacht.

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                  • #10
                    Zitat von irony Beitrag anzeigen
                    Ich schrieb von Tieren auf einem Bauernhof. Dabei habe ich an Pferde, Kühe, Schafe, Ziegen, Katzen, Hunde und Schweine gedacht, an Tiere, insbesondere Säugetiere, die dem Menschen in bestimmter Weise anatomisch ähnlich sind. An Papageien habe nicht gedacht.
                    Hündinnen sind beim ersten Mal auch oft sehr verstört, wenn der Rüde sein Gerät ne halbe Stunde lang nicht rausbekommt, weil sich das verhakt.

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                    • #11
                      Ich hab das alles während einer Klassenfahrt erfahren, als alle ständig Scherze über die gewisse Thematik gemacht haben. ^^

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                      • #12
                        Es gibt auch heute noch viele Menschen, die keine Ahnung haben, was dann in der Hochzeitsnacht passiert.

                        Das ist jetzt kein Witz:
                        Eine Frau erklärte mir, dass sie sehr jung schon Mutter wurde, weil man ihr nicht gesagt hatte, wie und von was sie schwanger wird. Daraufhin wollte ich wissen, warum ihr zweites Kind so kurz danach auf die Welt kam, wo sie ja immer noch sehr jung war. Man hatte es ihr immer noch nicht gesagt, und sie hat nicht gefragt gehabt. erst danach wusste sie wie eine Schwangerschaft abläuft und hatte danach auch keine weiteren Kinder mehr.
                        Loriot: Kraweel, kraweel. Taub-trüber Ginst am Musenhain, trüb-tauber Hain am Musenginst. Kraweel, kraweel.

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                        • #13
                          Meine Urgroßmutter hatte meiner Großmutter beim Aufklärungsgespräch erzählt, dass sie ihr "Erst-Wissen" durch Beobachtung erlangte, als sie mit Eltern und 7 Brüdern und Schwestern über mehrere Jahre in einem Zimmer schlafen musste.
                          Dieses Aufklärungsgespräch fand tatsächlich ein paar Monate vor der Hochzeit der Großmutter statt.

                          Bzgl. Tiere: Wir hatten mal einen Hund (Rüden), den wir als frisch geschlüpften Welpen bekamen. Irgendwann fing der mit der "Beinreiberei" an, so dass wir damals rätselten, woher er das wohl hatte.
                          Könnte es nicht sein, dass manche Tiere einfach irgendwann feststellen, dass ein bestimmtes Verhalten "Spass" macht und probieren es dann bei Artgenossen, bis sie zufällig die richtige Öffnung erwischen?


                          --
                          Ach ja:
                          Zitat von T`Pau Beitrag anzeigen
                          Gerade bei Vögeln ist das schwieriger als man denkt.
                          => Gerade beim Vögeln ist das schwieriger als man denkt.

                          ( jaja, is kindisch, konnt ich mir aber jetzt nicht verkneifen )
                          .

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                          • #14
                            Zitat von T`Pau Beitrag anzeigen
                            Ich kann Dir von meiner Großmutter erzählen.
                            Sie hatte neun weitere Geschwister und ist hochkatholisch erzogen worden.
                            Ich weiß nicht, wie wir darauf zu sprechen kamen, aber sie erzählte mir, daß sie den Unterschied zwischen Mann und Frau erst in der Hochzeitsnacht wirklich bewußt erkannt hat.
                            Aber gesehen hat sie ihren Mann niemals unbekleidet und er sie auch nicht...nur im Dunklen .
                            Ich kann mir nicht vorstellen, daß so etwas ein erfülltes Sexualleben ist, aber das war scheinbar nicht unüblich.
                            Ich halte das schon für eher unüblich, wenn nicht sogar sehr außergewöhnlich.
                            Zumindest im 20. Jahrhundert.

                            Im allgemeinen war der Umgang mit Sexualität früher oft deutlich unverkrampfter als mancher heute meint, erst recht in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg: ab da kann man in meinen Augen praktisch schon von der "modernen Welt" sprechen.
                            Nach dem zweiten Weltkrieg erst recht.

                            Ich denke einfach es gab früher noch einen größeren Unterschied zwischen ultrakonservativen Familien und Menschen die früher den Anschluss an die moderne Welt gefunden haben.
                            Und ebenfalls zwischen Stadt- und Landbevölkerung, denn auf dem Land wo Tiere allgegenwärtig sind lässt sich Unaufgeklärtheit in sexuellen Dingen nicht lange aufrecht erhalten.
                            Auch war es sicher eine Sache von arm und reich, da in beengten Wohnverhältnissen Kindern von Arbeitern und Kleinbauern früh etwas von der Sexualität ihrer Eltern miterlebten.

                            Ich denke also die Bedingungen für dieses Maß an Prüderie waren:
                            - Wohlstand, oder zumindest weitäufige Wohnverhältnisse.
                            - Städtisches Umfeld.
                            - Christlich-ultrakonservativer Hintergrund.

                            Und damit kommen wir auf einen gewissen Teil des katholischen städtischen Bürgertums.

                            In anderen Bevölkerungsgruppen lief das durchgehend ganz anders.

                            Nur als Beispiel: jüdische religiöse Autoren des finstersten Mittelalters haben sich positiv über Oral- und Analverkehr geäußert, Beischlaf zu den Schabbat-Freuden gezählt und interpretiert: Der Mensch ist als einziges Wesen so geschaffen, dass er sich beim Beischlaf anschauen kann und als Ebenbild Gottes bei der Vereinigung von Mann und Frau Gottes Antlitz sieht; die sexuellen Freunden sind ein Vorgeschmack auf die kommende Welt.
                            Und das ist Ultraorthodoxie liebe Freunde.

                            Und auch im Christentum war es weithin nicht so prüde wie mancher heute denken mag: wirklich nicht.
                            Zwischen dem was ein asketischer Pfarrer predigte und was die Menschen wirklich praktizierten lagen oft Welten.

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                            • #15
                              Zitat von C.Baer Beitrag anzeigen
                              Ich halte das schon für eher unüblich, wenn nicht sogar sehr außergewöhnlich.
                              Zumindest im 20. Jahrhundert.

                              .
                              Sie ist vor dem 20. Jahrundert geboren worden.
                              Am Firmament der Greifer gleitet, durch Feld und Wald sein Herrscher schreitet. Sein Herrscher? Nun so scheint es wohl.
                              Die Freiheit ists, die beide lieben, doch nur der Vogel kann sie fliegen. So reist in seinem Geiste mit: Der Falkner.

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