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Schätze des Sonnensystems

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  • Schätze des Sonnensystems

    Da in verschiedenen Themen hier im Bereich immer wieder seltene Elemente usw aufkamen die sich abzubauen lohnen würden kam bei mir die Frage auf:

    Was hat den unser Sonnensystem alles zu bieten dessen abbauen sich lohnen würde? Otto-Normal-Bürger denkt vielleicht an Gold, aber neben einem Isotop von Helium auf dem Mond habe ich mal gehört es gäbe bestimmte "seltene Erden" (Halbmetalle?) die u.a. für die Computerwelt wichtig werden.

    Wo kommt sowas vor? Oder könnte in passenden Mengen sich auch lohnen normale Metalle wie Eisen zu schürfen?

    (Ich dachte so ein Thread haben wir schon aber wenn ja war ich jetzt zu doof ihn zu finden )
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  • #2
    Zitat von Hades Beitrag anzeigen
    Was hat den unser Sonnensystem alles zu bieten dessen abbauen sich lohnen würde? Otto-Normal-Bürger denkt vielleicht an Gold, aber neben einem Isotop von Helium auf dem Mond habe ich mal gehört es gäbe bestimmte "seltene Erden" (Halbmetalle?) die u.a. für die Computerwelt wichtig werden.
    Ein Beispiel wäre Rhenium. Die Jahresproduktion liegt aktuell weltweit bei ca. 12 Tonnen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Rhenium

    Zitat von Hades Beitrag anzeigen
    Wo kommt sowas vor? Oder könnte in passenden Mengen sich auch lohnen normale Metalle wie Eisen zu schürfen?
    Asteroiden und Meteoriten sind verglichen mit der Erdkruste reicher an Elementen der seltenen Erden. Abhängig von der Bedarfsentwicklung auf der Erde könnte sich eine Förderung lohnen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Metall...Seltenen_Erden

    Auch für Eisen wäre es vorteilhaft, es bereits in einer Umgebung mit verringerter Schwerkraft verfügbar zu haben und es nicht erst gegen die Schwerkraft der Erde transportieren zu müssen. Gleiches gilt für Wasser. Wasser ist sogar sehr vielseitig verwendbar, weil sich durch Elektrolyse daraus Raketentreibstoff gewinnen lässt.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Asteroid_Mining

    (Meine Auflistung ist höchst unvollständig, aber die Geologen können das sicher noch fachlich kompetent ergänzen. )
    Zuletzt geändert von Liopleurodon; 14.12.2014, 20:43.
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    • #3
      Eisen lohnt sich - wie Liopleurodon bereits andeutet - wirklich nur, wenn man es sonst erst nach oben bringen müsste. Auf der Erde "liegt" wirklich genug davon ab und zwar so viel, dass sich die deutschen Lagerstätten nicht mal rentieren, sie abzubauen, weil es andernorts günstiger ist. Ich hatte in Südafrika in meinem Kartiergebiet Eisenerz mit zum Teil über 50 % Eisenoxidanteil (einige Adern mit reinem Magnetit FE3O4, selbst das rentierte sich nicht ).

      Ansonsten wurden die wichtigsten Materialien schon genannt.

      Beim Silizium verhält es sich wie beim Eisen, wobei da vermutlich die Erde sogar die beste Lagerstätte überhaupt im Sonnensystem ist, den das Zeug gibts hier im wahrsten Sinne des Wortes wie Sand am Meer.
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      • #4
        Zuerst einmal muss man sich klar machen, dass die meisten "Erze" auf der Erde nur durch geologische (meistens hydrothermale) Aktivität zustande kommen. Diese gibt es in dieser Form nicht auf den Kleinkörpern des Sonnensystems. Deshalb wird gerade die Suche nach "seltenen Erden" (REEs) auf den meisten Himmelskörpern ins Leere laufen: es gibt schlicht keinen Prozess, der sie anreichern könnte. Ich sage "auf den meisten" weil es Ausnahmen gibt: Der Mond hat eine Schicht, die man "KREEP" nennt, weil sie reich an K(alium), REEs und P(hosphor) ist. Der Mond war lange genug flüssig, dass er sein Uran und Thorium in seiner Kruste sammeln konnte, und die KREEP-Schicht ist vermutlich ein weiteres Destillat dieser Kruste. Interessant könnte auch der Jupitermond Io sein, da gab es über Jahrmilliarden eine andauernde Magmatische Differentiation, vielleicht haben sich da Erze gebildet - aber man müsste hingehen und nachsehen (ziemlich ungemütlich mit all der heftigen Strahlung dort).

        Es gibt zwei weitere Dinge, die sich (neben "bulk"-Materialien wie Eisen, Aluminium, Magnesium, Silizium etc., die sich nur deshalb lohnen, weil man sie nicht von der Erde hochschaffen muss) lohnen könnten: Platingruppen-Elemente (PGEs; dazu gehört auch das bereits genannte Rhenium) und Wasser/Volatile.

        Die PGEs werden durch einen anderen Prozess konzentriert, nämlich durch die Ausbildung eines Eisenkerns in einem Himmelskörper. Dieser Prozess ist viel weiter verbreitet als hydrothermale Aktivität über Jahrmilliarden, schon Asteroiden mit einem Durchmesser von 100 km könnten Ansätze zu einem solchen Kern zeigen. Ein Eisenmeteorit ist z.B. ein hervorragendes PGE-Erz - bloss gibt es auf der Erde normalerweise zu wenig davon, um die Nutzung wirtschaftlich zu machen. Aber wenn man sich einen ganzen Eisen-Asteroiden vornimmt, hat man das Potential, die Jahresproduktion von PGEs auf der Erde bei weitem zu übertreffen.

        Wasser und andere volatile Verbindungen sind für Treibstoff interessant. Wasser lässt sich in Wasserstoff und Sauerstoff spalten, oder aber mit Kohlenstoff zu Methan und Sauerstoff verbinden. Stickstoff (und/oder Edelgase) kann man zur Auffüllung der Kabinenluft verwenden. Sogar organische Kohlenstoffverbindungen könnten interessant sein. Einige primitive Asteroiden enthalten bis zu 15% Wasser und bis zu 6% Kohlenstoff, und Kometen (z.B. "ausgebrannte Kerne") könnten noch reicher sein.

        Allenfalls interessant für Spezialanwendungen könnte der seltsame "Metallschnee" sein, der einige Berggipfel der Venus überzuckert. Man weiss immer noch nicht genau, um was es sich handelt, aber vermutlich ist es eine Form destillierter Schwermetalle mit einem Siedepunkt nahe der Temperatur der Venusatmosphäre.

        Was nukleare Brennstoffe angeht, so gibt es das Helium-3 nicht nur auf dem Mond, sondern auch in den Atmosphären der Gasriesen - in fast unendlichen Mengen. Die Frage ist beim Mond halt, ob man bereit ist, den gewaltigen technischen Aufwand zu treiben, um das Helium-3 zu gewinnen, und auch ob man wirklich die halbe Oberfläche dafür umpflügen will - bei den Gasriesenatmosphären hat man dieses Problem nicht. Auf Merkur lenkt ein Magnetfeld einen grossen Teil des Sonnenwindes weg, so dass das solare Helium sich wohl nicht ansammeln kann - bei den Asteroiden ist der Flux des Sonnenwind geringer (da sie weiter entfernt sind). Weitere nukleare Brennstoffe sind Deuterium, das in der Venus-Atmosphäre (gegenüber den irdischen Ozeanen) stark angereichert ist, ebenso im Wasser von Kometen; Uran und Thorium, die es, wie gesagt, auf dem Mond gibt, vielleicht auch in der Kruste der Venus; Lithium, Beryllium und Bor wird man auf den meisten anderen Himmelskörpern nicht in konzentrierter Form finden (allenfalls in ein paar überlebenden Salzablagerungen auf dem Mars?), da ist die Erde der beste Ort.
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        • #5
          Also ich bin auch der Meinung um weiter ins Sonnensystem vor zu dringen ist der Mond als Zwischenstation unabdingbar. Von daher ist natürlich wichtig zu wissen welche Ressis die man dort braucht man nicht von der Erde hoch schießen muss. Am meisten interessiert mich aber die Stoffe deren Einfuhr auf die Erde am meisten nützen.

          Wenn man von Gewinnbringenden Privaten Firmen ausgeht die im All Geld machen wollen, worauf würden die sich da am ehsten Stürtzen?
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          • #6
            Zitat von Hades Beitrag anzeigen
            Wenn man von Gewinnbringenden Privaten Firmen ausgeht die im All Geld machen wollen, worauf würden die sich da am ehsten Stürtzen?
            Touristen!

            Bis du Weltraumbergwerke gewinnbringend aufziehen kannst, hast du dir mit zahlungswilligen Touris längst eine goldene Nase verdient
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            • #7
              Zitat von Spocky Beitrag anzeigen
              Touristen!

              Bis du Weltraumbergwerke gewinnbringend aufziehen kannst, hast du dir mit zahlungswilligen Touris längst eine goldene Nase verdient
              Türlich, da sagst du wahre Worte

              Selbst wenn es über die hundert-tausende geht, Milliardäre gibt es trotzdem genug die auch n 7 stelligen Betrag hingeben würden. (Erinnert mich grade an 2012 )
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              • #8
                Wenn man von Gewinnbringenden Privaten Firmen ausgeht die im All Geld machen wollen, worauf würden die sich da am ehsten Stürtzen?
                Aktivität / Beginn erste Aktivitäten

                Telekommunikation (60er Jahre)
                Touristen, suborbital, orbital, Mond-Retour, Mars-Retour (90er Jahre)
                Logistik/Versorgung, z.B. Material für ISS, Trägerraketen für interplanetare Sonden, später auch Versorgung von Mond/Marsbasen etc. (seit 2010)
                Orbits von Trümmern aufräumen (nahe Zukunft = < 10 Jahre)
                Orbitale und interplanetare Treibstoffdepots, von der Erde aus (mittlere Zukunft = 10 - 30 Jahre)
                Treibstoffdepots, von den Mondpolen/erdnahen Asteroiden aus (mittlere Zukunft)
                PGEs von Asteroiden für die Erde (mittlere Zukunft)
                Rohstoffe von Asteroiden für Fabriken im Erdorbit oder anderen Orten (fernere Zukunft = >30 Jahre)
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