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[07x09] "Kalter Krieg" / "Cold War"

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  • [07x09] "Kalter Krieg" / "Cold War"

    Inhalt:
    Der Doctor und Clara landen versehentlich auf einem russischen U-Boot im Jahre 1983. Und sie sind nicht die einzigen an Bord, die nicht so recht dahingehören: Das U-Boot transportiert einen Eisblock nach Moskau, in dem eine 5000 Jahre alte Kreatur eingefroren ist -- garantiert kein Mammut!


    Episodeninfos:
    Länge: 45 Minuten
    Erstausstrahlung am 13.4.2013
    Doctor: Nr. 11, Matt Smith
    Companions: Clara Oswin Oswald



    ________________________

    Ich muss sagen, ich bin enttäuscht. Das war die erste Folge seit langem, von der ich was Gutes erwartet habe, und ich habe es nicht bekommen. Ich hatte mir das Abenteuer auf dem U-Boot atmosphärischer vorgestellt. Aber die Atmosphäre fand ich weder bedrückend noch sonderlich bedrohlich. Die Momente in denen der Ice-Warrior die Crew Alien-Style nach und nach reduziert hatten eher fast was komisches (auch wenn die Szene, in der Clara über die Leichen stolpert für eine Familienserie überraschend düster war). Vielleicht hätte es geholfen, wenn die Charaktere ab und zu die Klappe gehalten hätten. Durch ein enges U-Boot schleichen, in dem sich ein wütender Ice-Warrior versteckt, ist viel gruseliger, wenn niemand dabei Rock-Songs singt.

    Allerdings gebe ich zu, dass der Professor mein Highlight der Folge war. Einerseits liefert David Warner nun wirklich selten schlechte schauspielerische Leistungen, andererseits ist der Charakter einfach nett verrückt geschrieben, und ganz einfach der sympathischste Charakter der Folge. Alle anderen, sofern sie denn Persönlichkeit hatten, konnte man ja wohl vergessen. Der Bart des Kapitäns war auch noch cool, das war's.

    Nicht cool war die Optik des Ice Warriors außerhalb seines Schutzanzuges. Wie hat er die langen Klauen in die kleinen Handschuhe bekommen?
    10
    ****** eine der besten Folgen aller Zeiten!
    0.00%
    0
    ***** sehr gute Folge - hat alles, was die Serie ausmacht!
    0.00%
    0
    **** gute Folge mit unterhaltsamer Story!
    50.00%
    5
    *** vollkommen durchschnittliche Folge!
    30.00%
    3
    ** relativ schwache Folge - nicht weiter erwähnenswert!
    20.00%
    2
    * eine der schlechtesten Folgen aller Zeiten!!
    0.00%
    0
    Los, Zauberpony!
    "Bin solch erzgutes Geschöpf und habe nun schon drei Menschen ermordet! Und unter den dreien zwei Priester."

  • #2
    Wieder eine Folge, die am Ende zu schnell beendet wurde. Tja, gibt halt keine Zweiteiler, was bei der Folge evtl angebracht wäre. Oder wenigstens 50-60 min.

    42 min sind einfach zu wenig. Atmo fand ich klasse, aber Ice Warrior... na ja, wurde dann schnell abgeholt und bissl gesinge und schon war die nukleare Bedrohung beendet.

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    • #3
      Ach, ein Gruselmonster. Mal was anderes! Das hat seine Finger bestimmt gefaltet, damit sie in den Handschuh passten. Vielleicht waren die dafür ein bisschen dick, aber passt schon. Aber schon ein freundlicher Zeitgenosse! Ich finde das immer toll, wenn die einfach so böse sind. David Warner ist natürlich immer gut, aber die Handlung macht das auch nicht viel besser. Da ich etwas gespoilert habe, war es aber nicht ganz so schlimm, weil ich darauf gewartet habe, dass sie endlich anfangen zu singen. War aber sehr kurz, der Gesang. Das Raumschiff war ganz hübsch und der Schlussgag war auch gut. Insgesamt aber eher schwach.
      Republicans hate ducklings!

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      • #4
        Cold War war meiner Meinung nach eine solide Base-Under-Siege Folge. Sie hat mich jedenfalls unterhalten und erinnerte ja nicht von ungefähr an Klassiker wie "Das Ding" oder "Alien" und vom Setting her auch an einen Film wie "Jagd auf Roter Oktober" .

        Ich hatte jetzt auch nicht damit gerechnet, dass man für diese Episode die Ice-Warrior wieder ausgräbt. Der Ice-Warrior hat mir dann auch in seinem klassischen Outfit überraschenderweise gut gefallen.

        Ich fand es auch sehr interessant, dass die Dramaturgie des ersten Films der Alienreihe als "Light"-Variante auh ganz passabel funktionierte indem man das wahre Aussehen des Aliens erst am Ende der Episode offenbart und dies im Rest erst einmal der Vorstellung des Zuschauers überlassen wird. Das finde ich vor allem deshalb bemerkenswert, wenn man berücksichtigt, dass es sich um einen sehr bekannten Gegner aus Schwarz-Weiß-Zeiten von Doctor Who handelt und dieser trotz seines Alters wieder etwas mysteriösere Züge und neue Hintergründe verpasst bekommen hat.

        Der Episode hätte aber auch etwas mehr Spielzeit gebrauchen können und bei einer andere Zielgruppe, hätte man auch mal richtig ekelig, brutal und unangenehm werden können. So war es dann doch alles etwas zu schnell vorbei und wahrscheinlich zu harmlos.

        Mir haben aber vor allem kleine Dinge zwischendurch gefallen, wie beispielsweise die kleinen Dialoge und Szenen, welche die neue Doctor/Companion Dynamik ausloten und Clara dadurch auch etwas von Amy abgegrenzt wird. Ansonsten scheint die Tardis in dieser Staffel selbst von besonderer Bedeutung zu werden. Vor zwei Wochen wollte der Doctor die Tardis schon nicht "mit in die Schlacht" nehmen und jetzt parkt sich die Tardis bei Gefahr einfach um, weil der Doctor dieses komisch HADS-System wieder aktiviert hat. Ich bin gespannt, ob das tatsächlich noch einmal wichtig wird.
        "The Light — It's Always Been There. It'll Guide You."
        Reviews, Artikel, Empfehlungen oder Podcasts von mir zu verschiedenen Themen aus der Popkultur könnt ihr auf Schundkritik.de finden.

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        • #5
          eine solide Base-Under-Siege Folge. Sie hat mich jedenfalls unterhalten und erinnerte ja nicht von ungefähr an Klassiker wie "Das Ding" oder "Alien" und vom Setting her auch an einen Film wie "Jagd auf Roter Oktober" .
          Gerade das U-Boot-Feeling ist bei mir nie aufgekommen. Ich grusele mich ja eigentlich total vor U-Booten, eingeschlossen in einem Metallkasten, so tief Unterwasser, da kommen bei mir Urängste hoch, *g*, aber in dieser Folge hatte ich nie das Gefühl, dass den Helden wirklich durch das angeschlagene U-Boot selbst Gefahr droht. Am Anfang wird zwar erwähnt, dass ihnen der Sauerstoff ausgehen könnte, aber das wird relativ schnell wieder vergessen. Es ist natürlich nicht verkehrt, dass man sich eher auf die Bedrohung durch den fleischlichen Bösewicht konzentrieren will, aber in dem Kontext finde ich das U-Boot-Setting dann etwas verschwendet. Vielleicht hätte man lieber den einen Schritt weiter in Richtung Thing gesehen sollen, und das ganze auf einer Forschungsstation in der Arktis spielen lassen, oder so.
          Los, Zauberpony!
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          • #6
            Zitat von Moogie Beitrag anzeigen
            aber in dem Kontext finde ich das U-Boot-Setting dann etwas verschwendet. Vielleicht hätte man lieber den einen Schritt weiter in Richtung Thing gesehen sollen, und das ganze auf einer Forschungsstation in der Arktis spielen lassen, oder so.
            Sehe ich in diesem Punkt eher nicht so. Klar, wenn du Bedrohung durch den Untergang des U-Boots selbst haben willst, dann könnte man sagen, dass in diesem Punkt Potential verschenkt hat. Aber darum ging es ja nie.

            Die Geschichte dieser Episode verlangt vom Setting, dass der Ice Warrior am Ende das Potential hätte den 3. Weltkrieg auszulösen. Ein U-Boot mit nuklearem Arsenal zur Zeit des Kalten Krieges ist da schon die richtige Wahl. Die Lösung ist zudem auch so passend und einfach, da sich nicht mit langen Erklärungen aufgehalten werden muss.

            Eine Forschungsstation alá The Thing hat man in Doctor Who zudem auch schon häufig gesehen und damit hätte man diese Episode auch nicht richtig erzählen können.
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            • #7
              Brauchte man wirklich eine Bedrohung für die ganze Welt? Das ist doch auch etwas, was Doctor Who gerade in der Neuauflage oft angekreidet wurde, dass die Bedrohungen schnell zu groß wurden. Dass Mark Gattiss unbedingt eine Geschichte erzählen wollte, in der die ganze Welt durch Atomkrieg bedroht wird, kann ich mir nicht vorstellen. Ich kann auch nicht so Recht glauben, dass sein erster Gedanke beim Schreiben war "der Doctor verhindert, dass der Kalte Krieg heiß wird" (obwohl das eine interessante Idee für eine Folge ist). Dazu nimmt mir das thematisch zu wenig Raum ein. Ich hatte nicht das Gefühl, dass Spannung dadurch aufgebaut wurde, dass der Eismann einen Atomkrieg auslösen wollte. Die entstand eher durch die viel direktere Bedrohung, der die paar sympathischen Nebencharaktere ausgesetzt waren.

              Und der Doctor hat doch schon oft genug eingegriffen, wenn es nur um ein paar Leben ging. Daher hätte es die Folge genausogut funktioniert, wenn der Ice Warrior aus Rache nicht gleich die ganze Welt, sondern erstmal die Umstehenden alle umbringen wollte. Ich sehe also ganz einfach nicht die Notwendigkeit, die Folge auf einem U-Boot spielen zu lassen, außer, weil man's einfach kann. Mag ja sein, dass es sich für den Base-Under-Siege Typus eignet, das sehe ich ja ein. Aber von einer U-Boot Folge erwarte ich mir, dass man mehr mit dem Setting arbeitet, als es für einen Base-Under-Siege-Plot zu nutzen, wo genauso gut eine andere beengte Location gepasst hätte, durch die bei mir nicht Erwartungen geschürt werden, die dann nicht erfüllt werden. So war es eine Folge, wie jede andere Folge des Typus aus, indem die Bedrohung ausschließlich vom Bösewicht ausging (hatten wir schon oft), nicht von der Location an sich (hatten wir nicht so oft).

              Also ja, für mich ist das verschenktes Potential eines eigentlich super-tollen Gruselfaktors. Ich find's jetzt auch nicht zu weit hergeholt und der Folge gegenüber unfair, in der Richtung etwas mehr erwartet zu haben.
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              • #8
                Was Mark Gatiss letztendlich erzählen wollte, kann ich schlecht beurteilen. Ich kann nur beurteilen, was er am Ende geschrieben hat und ob die von ihm ausgewählten Elemente für die Geschichte von Bedeutung sind. Und wichtig ist in der Episode eigentlich nur der Ice Warrior und wie der so drauf ist. Inklusive seinem aus unserer Sicht übertriebenen Reaktionen auf das "missverständliche" Verhalten der Menschen. Es läuft am Ende alles auf Eskalation hinaus. Das muss man nicht mögen und man mag das für übertrieben halten, aber es ist für diese Episode schon sehr sehr wichtig.

                Ich fand das Weltuntergangszenario daher hier durchaus passend, weil ein Atomkrieg nun mal eine der im Hintergrund laufenden Gefahren des Kalten Krieges gewesen ist. Sehr real, sehr greifbar und auch ohne Eingriff eines Aliens vorstellbar. Das ist von der Thematik dann doch deutlich anders gelagert und hat dadurch deutlich mehr Substanz, als die vorher in New Who zu recht häufig kritisierten anderen Weltuntergangszenarien. Gatiss muss dem Kalten Krieg daher hier auch keinen Raum geben, da es kein fiktives Szenario ist, welches man erst lang und breit erklären muss. Er kann hier Vorwissen voraussetzen, welches erklärt in welcher Welt die Figuren leben und welche Besonderheiten vorherrschen.

                Die Geschichte von Gattis läuft zudem am Ende auf ein sehr bestimmtes Szenario, die Eskalation hinaus und dies determiniert sehr viele Elemente in dieser Episode. Natürlich hätte man eine ähnliche Situation auch anderweitig bspw. auf einem anderen Planeten in einer Forschungsstation konstruieren können, aber dann hätte man neben dem Ice Warrior noch viel mehr unnötige Details zum Setting erklären müssen. Indem Gatiss auf etwas bekanntes nimmt, greifen sehr viele Dinge meiner Meinung automatisch sehr gut ineinander.

                Also ja, für mich ist das verschenktes Potential eines eigentlich super-tollen Gruselfaktors. Ich find's jetzt auch nicht zu weit hergeholt und der Folge gegenüber unfair, in der Richtung etwas mehr erwartet zu haben.
                Man kann immer mehr erwarten, aber es ist schon etwas unfair der Folge gegenüber, wenn dabei ignoriert wird worauf sich die Geschichte der Episode wirklich fokussiert und was für die Story überhaupt wichtig ist. Es ist doch völlig sinnfrei darüber zu sinnieren, dass ein Element austauschbar wäre, wenn ein Teil der Geschichte entfernt oder massiv geändert werden würde. Natürlich sind dann Elemente vielleicht überflüssig, aber findest du nicht, dass man so in der Regel etwas an der Sache vorbei diskutiert? Ich tue mich damit immer etwas schwer.

                Es ist für die Geschichte doch deutlich essentieller, dass das U-Boot ein nukleares Arsenal hat und weniger, dass es sich um ein U-Boot handelt. Gatiss hat eine Episode über einen Ice Warrior geschrieben und für diese Geschichte hat er sich einen Hintergrund ausgewählt, in dem er diese Geschichte erzählen kann. Die Geschichte rechtfertigt das U-Boot-Setting auf mehreren Ebenen und das sollte eigentlich ausreichen um die Wahl nicht als beliebig erscheinen zu lassen.

                Ich bin überhaupt etwas irritiert, wie bei dir überhaupt falsche Erwartungen geschürt werden konnten. Weder in der Episode selbst, noch in den Trailern, Previews oder dem Episodentitel wird deutlich, dass es sich um eine U-Boot Folge handeln könnte, in der vorrangig das Setting zur Gefahr für die Protagonisten wird.
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                • #9
                  Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                  Und wichtig ist in der Episode eigentlich nur der Ice Warrior und wie der so drauf ist. Inklusive seinem aus unserer Sicht übertriebenen Reaktionen auf das "missverständliche" Verhalten der Menschen. Es läuft am Ende alles auf Eskalation hinaus. Das muss man nicht mögen und man mag das für übertrieben halten, aber es ist für diese Episode schon sehr sehr wichtig.
                  Dass sich die Geschichte um den Ice-Warrior dreht, sehe ich durchaus genau so. Aber genau wegen dem Fokus auf den Ice-Warrior sehe ich die anderen Elemente ein bisschen verschwendet, gerade, wenn man bedenkt, wo die Handlung letztlich hingeführt hat.

                  Die Zerstörung der Welt als Motiv des Ice Warriors zu nehmen, war nicht schlecht, aber so wie die Folge letztlich geendet hat, hat diese Entscheidung der Folge IMO keinen dramaturgischen Vorteil gebracht. Dass die Folge, die komplette Nebencast abmurkst, dass hätte ich viel eher angenommen, als dass der dritte Weltkrieg ausgelöst wird. Bei solchen großen Katastrophen, die eh nicht in der Serie geschehen werden (es sei denn man macht nen Zweiteiler oder Staffelfinale draus ), ist ja nicht das "geschieht es, oder nicht?" spannend, weil eh niemand glaubt, dass jetzt ein Atomkrieg ausgelöst werden könnte, sondern der Höhepunkt der Folge wird durch das "wie" spannend gemacht: "Wie verhindert das der Doctor in der letzten Minute"? Und das war doch lechtlich Recht antiklimaktisch. Schon wieder wird jemand durch bloßes Zutexten zur Aufgabe gebracht. Der Doctor verhindert hier einen Atomkrieg! Trotzdem hat jeder, mit dem ich die Folge angeschaut habe, bei der Szene eher über den Großen Roten Knof gelacht, als die Epik der Szene zu genießen.

                  Kurz, das ganze erinnerte mich zu stark an das Ende von Victory of the Daleks, kann also ein Gattis eigenes Problem sein, aber mir gefällt es einfach nicht.


                  Die Geschichte von Gattis läuft zudem am Ende auf ein sehr bestimmtes Szenario, die Eskalation hinaus und dies determiniert sehr viele Elemente in dieser Episode.
                  Ja. Leider hat er nur vergessen, sich zur Deeskalation auch ein schönes Ende auszudenken. Vielleicht würde ich ihm dann die Details, die zur Eskalation führen, nicht als so verschwendet ansehen.

                  aber dann hätte man neben dem Ice Warrior noch viel mehr unnötige Details zum Setting erklären müssen. Indem Gatiss auf etwas bekanntes nimmt, greifen sehr viele Dinge meiner Meinung automatisch sehr gut ineinander.
                  Finde ich ehrlichgesagt eher nicht. "Forschungsteam findet zufällig einen Ice-Warrior und wartet auf Gelegenheit ihn untersuchen zu können" bedarf nicht mehr Erklärung als "Forschungsteam findet zufällig einen Ice-Warrior und wird damit per U-Boot in Moskau eingeschifft um ihn untersuchen zu können". Es gibt dutzende Gründe für die verschiedensten Leute in der Arktis zu forschen (muss ja auch niemand große Reden darüber halten, wie der Professor Warner überhaupt an den Block gekommen ist?), zu denen man nicht mal nen halben Satz Erklärung äußern müsste. Ist jetzt nicht so außergewöhnlich, dass da irgendwer Eisschichten untersucht, oder nach was bohrt.

                  Es ist für die Geschichte doch deutlich essentieller, dass das U-Boot ein nukleares Arsenal hat und weniger, dass es sich um ein U-Boot handelt.
                  Und das find ich halt schade. Hier wäre kleiner, vielleicht mehr gewesen, aber gut, du sagstest ja schon, über Hypothesen diskutieren ist recht sinnlos.

                  Vielleicht ist meine Bewertung auch in sofern unfair, dass die Folge nichts dafür kann, dass man sie direkt nach Rings of Akathen ausgestrahlt hat, wo mich das schwache Ende auch schon geärgert hat. Aber ich verbleibe trotzdem mit dem Eindruck dass in letzter Zeit zu viel geredet und mit großen Texten über die Wunderblumigkeit der Menschheit geschwärmt wird.

                  Gatiss hat eine Episode über einen Ice Warrior geschrieben
                  Und genau das fand ich enttäuschend. Ich hätte nämlich eine Episode, die sich auf den Kalten Krieg fokussiert, oder auf das U-Boot als Setting, interessanter gefunden. Beide Elemente fand ich, so wie die Folge gelaufen ist, nämlich tatsächlich austauschbar.

                  Also, was ich sagen will, die Folge hätte mir gefallen, wenn sie eine ganz andere Folge gewesen wäre. So wie sie war, fand ich sie relativ routiniert gemacht und gespielt, aber eben vergessenswert. Keines der Elemente, die die Folge von anderen Base-under-siege Episoden abheben, wurde spannend genug in Szene gesetzt, um mich bei mehrmaligen Ansehen zu unterhalten. Stattdessen wird für die Antiklimax ein Mittel wiederholt, dessen ich müde bin (die sentimentale Rede).

                  Ich bin überhaupt etwas irritiert, wie bei dir überhaupt falsche Erwartungen geschürt werden konnten. Weder in der Episode selbst, noch in den Trailern, Previews oder dem Episodentitel wird deutlich, dass es sich um eine U-Boot Folge handeln könnte, in der vorrangig das Setting zur Gefahr für die Protagonisten wird.
                  Es wurde klar, dass es sich um eine U-Boot-Folge handelt, die nicht gut ausgeleuchtet it, und bei der es viel tropft. Das reichte mir schon. Da erwartete ich dann automatisch, dass man sich die natürlichen U-Boot Eigenschaften zu Nutze macht.
                  Los, Zauberpony!
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                  • #10
                    Zitat von Moogie Beitrag anzeigen
                    Die Zerstörung der Welt als Motiv des Ice Warriors zu nehmen, war nicht schlecht, aber so wie die Folge letztlich geendet hat, hat diese Entscheidung der Folge IMO keinen dramaturgischen Vorteil gebracht.

                    Dass die Folge, die komplette Nebencast abmurkst, dass hätte ich viel eher angenommen, als dass der dritte Weltkrieg ausgelöst wird. Bei solchen großen Katastrophen, die eh nicht in der Serie geschehen werden (es sei denn man macht nen Zweiteiler oder Staffelfinale draus ), ist ja nicht das "geschieht es, oder nicht?" spannend, weil eh niemand glaubt, dass jetzt ein Atomkrieg ausgelöst werden könnte, sondern der Höhepunkt der Folge wird durch das "wie" spannend gemacht: "Wie verhindert das der Doctor in der letzten Minute"? Und das war doch lechtlich Recht antiklimaktisch. Schon wieder wird jemand durch bloßes Zutexten zur Aufgabe gebracht. Der Doctor verhindert hier einen Atomkrieg! Trotzdem hat jeder, mit dem ich die Folge angeschaut habe, bei der Szene eher über den Großen Roten Knof gelacht, als die Epik der Szene zu genießen.

                    Kurz, das ganze erinnerte mich zu stark an das Ende von Victory of the Daleks, kann also ein Gattis eigenes Problem sein, aber mir gefällt es einfach nicht.
                    Über den dramaturgischen Wert haben wir bisher ja noch nicht gesprochen und eigentlich interessiert es mich bei dieser Episode auch nicht. Es geht ja eher um die Struktur und die Gründe für den Aufbau dieser Episode.

                    Ich sehe aber trotzdem den Wert, dass durch das Endszenario die Leichtigkeit betont wird, mit der damals eine Katastrophe hätte passieren können. Natürlich wird so etwas bei Doctor Who nie wirklich vertieft und ganz plakativ abgehandelt, aber es ist Teil der Episode. Des Weiteren bietet diese Situation auch noch einmal die Gelegenheit das Zeitreisekonzept der Serie für den neuen Companion (und neue Zuschauer) zu erläutern.

                    Und die Alternativen zum Zutexten wäre doch eigentlich genauso ausgelutscht gewesen. Entweder der Ice-Warrior wird irgendwie umgebracht oder der Doctor macht mit dem Drücken auf irgendwelche Knöpfe oder mit seinem Zauberstab wieder alles gut. Da würde wohl bei jeder Alternative gemeckert.


                    Ja. Leider hat er nur vergessen, sich zur Deeskalation auch ein schönes Ende auszudenken. Vielleicht würde ich ihm dann die Details, die zur Eskalation führen, nicht als so verschwendet ansehen.
                    Natürlich ist das alles sehr einfach gelöst, aber ich denke auch, dass wir diesen Ice-Warrior in irgendeiner Form noch einmal wieder sehen.

                    Finde ich ehrlichgesagt eher nicht. "Forschungsteam findet zufällig einen Ice-Warrior und wartet auf Gelegenheit ihn untersuchen zu können" bedarf nicht mehr Erklärung als "Forschungsteam findet zufällig einen Ice-Warrior und wird damit per U-Boot in Moskau eingeschifft um ihn untersuchen zu können". Es gibt dutzende Gründe für die verschiedensten Leute in der Arktis zu forschen (muss ja auch niemand große Reden darüber halten, wie der Professor Warner überhaupt an den Block gekommen ist?), zu denen man nicht mal nen halben Satz Erklärung äußern müsste. Ist jetzt nicht so außergewöhnlich, dass da irgendwer Eisschichten untersucht, oder nach was bohrt.
                    Es wäre schon schwerer zu erklären, warum eine Forschungsstation in der Aktis nukleare Waffen besitzt, denn ohne diese würde sich das Thema der Geschichte schon eklatant verschieben und es würde sich eine gänzlich andere Story ergeben. Natürlich hätte dann auch ein U-Boot mit dem Arsenal vor Ort sein können. Diese Episode kommt wohl insgesamt mit 3-4 Sets und nur einem Monsterkostüm aus wird dadurch sicher auch recht kostengünstig gewesen sein.

                    Vielleicht ist meine Bewertung auch in sofern unfair, dass die Folge nichts dafür kann, dass man sie direkt nach Rings of Akathen ausgestrahlt hat, wo mich das schwache Ende auch schon geärgert hat. Aber ich verbleibe trotzdem mit dem Eindruck dass in letzter Zeit zu viel geredet und mit großen Texten über die Wunderblumigkeit der Menschheit geschwärmt wird.
                    Ja, aber das ist doch eigentlich genau das Ding von Doctor Who. Mir ist das jedenfalls deutlich lieber, als die dann meist völlig sinnfreien und uninteressanten "Das Alien kann nur mit Gewalt aufgehalten werden"- oder "Der Doctor schwingt seinen Zauberstäbchen"-Auflösungen vorgesetzt zu bekommen. Diese Alternativen wurden in Doctor Who auch schon unzählige Male durchgebraten und aus diesem Schema wird auch nur äußerst selten mal ausgebrochen.


                    Und genau das fand ich enttäuschend. Ich hätte nämlich eine Episode, die sich auf den Kalten Krieg fokussiert, oder auf das U-Boot als Setting, interessanter gefunden. Beide Elemente fand ich, so wie die Folge gelaufen ist, nämlich tatsächlich austauschbar.
                    Ich fand das war thematisch auf dem Niveau wie man das eigentlich bei New Who immer serviert bekommt. Gerade was die historischen Sachen betrifft wird da ja nie wirklich in die Tiefe gegangen oder ein Thema wirklich ausführlich behandelt, sondern es werden eher nur einzelne Elemente angerissen weil man sie benutzen will um eine Doctor Who Geschichte zu erzählen. Ich wüsste jetzt keine Episode der neuen Serie, wo man sich bei einem realen Hintergrund thematisch wirklich durch und durch auf diesen fokussiert hätte. Das muss man natürlich nicht mögen, aber so ist meiner Meinung nach die Herangehensweise an solche Stories. Gatiss hat da eine sehr solide und sehr typische Doctor Who Episode abgeliefert.

                    Also, was ich sagen will, die Folge hätte mir gefallen, wenn sie eine ganz andere Folge gewesen wäre. So wie sie war, fand ich sie relativ routiniert gemacht und gespielt, aber eben vergessenswert. Keines der Elemente, die die Folge von anderen Base-under-siege Episoden abheben, wurde spannend genug in Szene gesetzt, um mich bei mehrmaligen Ansehen zu unterhalten. Stattdessen wird für die Antiklimax ein Mittel wiederholt, dessen ich müde bin (die sentimentale Rede).
                    Klar und kann ich auch so nachvollziehen. Ich halte diese Episode auch nicht für ein Meisterwerk. Aber für sehr solide Kost.

                    Für mich funktionierte die Episode vor allem, weil man die Stärke der Dramaturgie des ersten Alienfilms genutzt hat und den Ice-Warrior nie komplett gezeigt hat. Das wird in Zeiten des CGI-Overkills ja häufig nicht mehr gemacht. Gleichzeitig hat man einen potentiell sehr lächerlich wirkenden Gegner wieder interessant gemacht.
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                    • #11
                      Ich finde die Dramaturgie aber doch sehr wichtig, wenn ich beurteilen soll, ob mir eine Folge gefallen hat oder nicht.

                      Und natürlich gibt es zwischen "zulabern", "Zauberstab" und "umbringen" eine Option, die extrem Doctor Who typisch ist: Cleverer als der Gegner zu sein, ihm einen Schritt voraus sein, und ihn auszutricksen. Ging natürlich in dieser Folge nicht, weil man auf "drückt der Ice Warrior auf den Knopf, oder nicht?" hingeschrieben hatte, aber so etwas finde ich, bei der Abwendung dieser großen Katastrophen persönlich immer spannender anzusehen, als eine pathetische Rede.


                      Es wäre schon schwerer zu erklären, warum eine Forschungsstation in der Aktis nukleare Waffen besitzt, denn ohne diese würde sich das Thema der Geschichte schon eklatant verschieben und es würde sich eine gänzlich andere Story ergeben.
                      Ich glaube, wir reden aneinander vorbei. Mir ging es nicht darum, die Folge mit allem Beiwerk auf eine Forschungsstation zu transportieren. Da ich noch immer der Meinung bin, dass die Möglichkeit einen Atomkrieg auszulösen, nicht der Kern der Geschichte war, oder überhaupt dramaturgisch viel gebracht hat (die Folge mMn sogar eher behindert hat, siehe letzter Beitrag), sondern der emotionale Zustand des Krieges und sein Wunsch seine Wut über seine Lage auszulassen, sehe ich das anders. Das Setting war für mich daher in der Folge egal und austauschbar und daher war ich etwas enttäuscht, weil ich das Setting eigentlich spannender fand, als den letztlichen Plot.

                      Gatiss hat da eine sehr solide und sehr typische Doctor Who Episode abgeliefert.
                      Und genau deswegen habe ich für sie auch als "durchschnittlich" abgestimmt.
                      Los, Zauberpony!
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                      • #12
                        Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
                        Für mich funktionierte die Episode vor allem, weil man die Stärke der Dramaturgie des ersten Alienfilms genutzt hat und den Ice-Warrior nie komplett gezeigt hat. Das wird in Zeiten des CGI-Overkills ja häufig nicht mehr gemacht. Gleichzeitig hat man einen potentiell sehr lächerlich wirkenden Gegner wieder interessant gemacht.

                        Ist das auf einem Atom U-Boot überhaupt realistisch, daß eine so grosse Kreatur sich dort effektiv so verstecken kann?

                        Das ist das grösste U-Boot das es jemals gab, ein russisches.
                        Projekt 941 ? Wikipedia

                        ich sehe nicht wie man sich auf einem U-Boot, auch wenn es noch so gross ist, und das mit ziemlicher Sicherheit vollgestopft ist mit Mannschaften, Ausrüstung, Vorräten, Antrieb etc ernsthaft so ein Szenario vorstellen kann.

                        Das Alien von Alien hatte auf der Nostromo jede Menge Platz sich so ein Katz und Maus spiel zu liefern, auf einem U-Boot gibt es diesen Platz um sich überall im Schatten unsichtbar zu machen und auf dem Schiff umherzuschleichen nicht.

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                        • #13
                          Zitat von Moogie Beitrag anzeigen
                          Ich finde die Dramaturgie aber doch sehr wichtig, wenn ich beurteilen soll, ob mir eine Folge gefallen hat oder nicht.
                          Ja, aber bitte verstehe, dass es mir bei weiterführenden Diskussionen eigentlich völlig egal ist, ob dir eine Episode gefallen hat oder nicht.

                          Und natürlich gibt es zwischen "zulabern", "Zauberstab" und "umbringen" eine Option, die extrem Doctor Who typisch ist: Cleverer als der Gegner zu sein, ihm einen Schritt voraus sein, und ihn auszutricksen. Ging natürlich in dieser Folge nicht, weil man auf "drückt der Ice Warrior auf den Knopf, oder nicht?" hingeschrieben hatte, aber so etwas finde ich, bei der Abwendung dieser großen Katastrophen persönlich immer spannender anzusehen, als eine pathetische Rede.
                          Diese Option habe ich so ein bisschen in die Knopfdrücker-Schiene geschoben, aber da ist natürlich doch mehr dran, da hast du recht. Ich bin aber trotzdem der Meinung, dass es auch die Folgen geben muss in denen der Doctor eben nicht cleverer als der Gegner ist. Gerade auch, wenn ein neuer Companion an Bord ist oder der Gegner eine Wandlung durchmachen soll. Zudem hatten wir die "Cleverer"-Lösung bereits schon in der Folge mit dem WiFi. Wäre dann natürlich hier auch wieder nur eine Wiederholung gewesen, wenn man das dann eingebaut hätte.

                          Mir ging es nicht darum, die Folge mit allem Beiwerk auf eine Forschungsstation zu transportieren.
                          Ich weiß das, deshalb ja mein Einwand. Das "Beiwerk" der Episode ist hier leider ein wichtiges Plotelement und kann nicht einfach so ohne Verlust ausgetauscht werden ohne die Geschichte zu verändern.

                          Der Kalte Krieg und die Bedrohung durch Atombomben wird jedenfalls gleich von der ersten Szene an sehr deutlich angeschnitten und die späteren Gespräche auf dem Schiff drehen sich nicht nur einmal genau um dieses Thema. Im Kern geht es natürlich um den Ice-Warror, aber diese Geschichte wird mit dem anderen Thema verknüpft. Es ist so wie es eigentlich bei fast allen historischen Episoden in Doctor Who gemacht wird, indem das historische Detail meistens nur am Rand mitläuft. Sei es jetzt Dickens, Shakespeare, Christie, Churchill oder Hitler. Außnahmen wie die Vincent-Episode gibt es natürlich auch mal.

                          @ shootingstar:

                          Es wird ja deutlich gesagt, dass sich der Ice-Warrior durch die Wände des Schiffes bewegt. Damit erübrigt sich eigentlich jede weitere Diskussion über Realismus. Alles andere ist Korinthenkackerei.
                          "The Light — It's Always Been There. It'll Guide You."
                          Reviews, Artikel, Empfehlungen oder Podcasts von mir zu verschiedenen Themen aus der Popkultur könnt ihr auf Schundkritik.de finden.

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                          • #14
                            Ist mir vorher nie so aufgefallen, dass sich fast all die Historicals der Serie (neu) um Personen drehen, statt um Ereignisse (die einzige Ausnahme die mir spontan einfällt, wäre Daleks in Manhatten. Die Folgen ist aus ganz andere Gründen fragwürdig. ). Personen mitlaufen zu lassen, bindet die Folge natürlich anders an das historische Setting, als bloße Hintergrundereignisse.


                            Ja, aber bitte verstehe, dass es mir bei weiterführenden Diskussionen eigentlich völlig egal ist, ob dir eine Episode gefallen hat oder nicht.
                            Ich dachte es ginge hier darum, wie gut oder schlecht die Folge ihren Unterhaltungsjob erledigt? Dann kannst du eigentlich meine Hälfte der Diskussion vollkommen ignorieren, ich habe die ganze Zeit über nur beschrieben, was ich an der Folge nicht so berauschend fand.

                            Da gehört die Dramaturgie zu und die nutzt ja die angekreidete globale Bedrohung am Ende sehr stark.


                            Ich bin aber trotzdem der Meinung, dass es auch die Folgen geben muss in denen der Doctor eben nicht cleverer als der Gegner ist.
                            Sicher.

                            Das ist wohl eine Geschmacksfrage, aber ich fände Wiederholungen von Plots, in denen der Doctor cleverer ist, ansprechender, als diese pathetischen Reden, die oft einfach viel zu allgemein gehalten wirken, um jetzt glaubhaft diesen einen Bösewicht anzusprechen, damit sein Herz erweicht, und er nicht auf den Großen Roten Knopf drückt. Was würde ich dafür geben, wenn der Doctor dann einfach mal wieder verlieren würde, wenn er nicht cleverer ist, und bloß nicht sehr überzeugende Worte für den Bösewicht hat (IMO, der einzige Aspekt, der ein paar Davison-Folgen gerettet hat).
                            Los, Zauberpony!
                            "Bin solch erzgutes Geschöpf und habe nun schon drei Menschen ermordet! Und unter den dreien zwei Priester."

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                            • #15
                              Zitat von Moogie Beitrag anzeigen
                              Ist mir vorher nie so aufgefallen, dass sich fast all die Historicals der Serie (neu) um Personen drehen, statt um Ereignisse (die einzige Ausnahme die mir spontan einfällt, wäre Daleks in Manhatten. Die Folgen ist aus ganz andere Gründen fragwürdig. ). Personen mitlaufen zu lassen, bindet die Folge natürlich anders an das historische Setting, als bloße Hintergrundereignisse.
                              Ist auch nicht so. Mir sind diese Personen Historicals nur eingefallen, weil ich neulich noch mit einem Kumpel über die Personen-Historicals diskutiert habe. Ich hätte jetzt auch "The Empty Child/The Doctor Dances", "The Idiot´s Lantern", "Human Nature", "The Fires of Pompeji" oder "Vampires in Venice" als anders gelagerten Historical-Typ nennen können. Beide Arten bauen ihre Doctor Who Geschichte aber mal mehr oder mal weniger offensichtlich um ein bestimmtes historisches Ereignisse herum auf ohne sich wirklich damit zu beschäftigen. Sie dienen nur als Plotpoints oder Aufhänger für eine Doctor Who Geschichte. Sei es nun die überlieferten mysteriösen elf Tage in denen Agatha Christie verschwunden war, das verschollene Theaterstück "Love Laborur´s Won" von Shakespeare, dem Bombenkrieg in London, dem Bau des Empire State Buildings, die Fernsehübertragung zur Krönung der Queen oder dem Untergang von Pompeji.

                              Deshalb finde ich es schwierig, wenn der Einspruch kommt, dass sich der Autor mehr auf das historische Ereignis hätte konzentrieren sollen. Wird eigentlich in der Serie nie gemacht, weil offenbar überhaupt kein Anspruch besteht sich wirklich darauf zu konzentrieren. Aber jedes Mal hört es sich so an, als ob sich die Folgen sonst immer mit dem historischen Ereignissen Folgen anders wäre.

                              "Cold War" ist da mit seiner Atombombenbedrohung eigentlich nicht anders aufgebaut als andere Doctor Who Episoden und daher auch nicht besser oder schlechter. Es wird in einem historischen Bezugsrahmen eine typische Doctor Who Geschichte und der historische Bezugsrahmen ist hier die Gefahr der Eskalation des Kalte Krieges in den 80ern. Und die Monsterhandlung wird dann damit verknüpft.

                              Ich dachte es ginge hier darum, wie gut oder schlecht die Folge ihren Unterhaltungsjob erledigt?
                              Mir ging es darum zu verdeutlichen, dass diese Episode als klassisch aufgebaute Erzählung daherkommt und strukturell durchaus sehr sinnvoll aufgebaut ist, weil klar ersichtlich ist welche Elemente, Momente, Dialoge usw. sich gegenseitig bedingen, diese dadurch legitimieren und diese auch nur schwer austauschbar machen ohne die Geschichte zu verändern.

                              Der Unterhaltungswert ist letztendlich von so vielen Faktoren der subjektiven Wahrnehmung des Rezipienten abhängig, dass eine Diskussion über den Unterhaltungswert ja eigentlich keinen Sinn macht. Das funktioniert schon gar nicht als Qualitätsurteil welches Allgemeingültigkeit hat, denn das was für dich keinen Unterhaltungswert hat, könnte bei mir einen hohen Unterhaltungswert haben. Subjektive Urteile und Wahrnehmungen sind natürlich dennoch interessant und wichtig.

                              Es macht aber Sinn, wenn genau geschaut wird, wo in einer Episode Unterhaltungspotentiale stecken könnten. Unabhängig davon, ob man das selbst unterhaltsam findet. Darüber kann man natürlich dann auch diskutieren, weil sich so verschiedene Zugangsmöglichkeiten und andere Lesarten offenbaren können.

                              Ich will aber damit auch nicht nerven, sondern nur erklären, warum ich da manchmal vielleicht mit so komischen Herangehensweisen um die Ecke komme. Ich versuche das auch immer noch selbst für mich praktikabel zu machen und bin da auch nicht so konsequent, da ich mich auch nicht so leicht von dem üblichen Bewertungsschema lösen kann.


                              Das ist wohl eine Geschmacksfrage, aber ich fände Wiederholungen von Plots, in denen der Doctor cleverer ist, ansprechender, als diese pathetischen Reden, die oft einfach viel zu allgemein gehalten wirken, um jetzt glaubhaft diesen einen Bösewicht anzusprechen, damit sein Herz erweicht, und er nicht auf den Großen Roten Knopf drückt. Was würde ich dafür geben, wenn der Doctor dann einfach mal wieder verlieren würde, wenn er nicht cleverer ist, und bloß nicht sehr überzeugende Worte für den Bösewicht hat (IMO, der einzige Aspekt, der ein paar Davison-Folgen gerettet hat).
                              Als langjähriger Star Trek Fan komme ich wahrscheinlich mit dem pathetischen Reden und dem "Gegner überzeugen" besser zurecht. Mir ist es jedenfalls lieber, wenn unter den rein physischen Handlungen auch noch eine Ebene mit innere Konflikten, inneren Wendungen und inneren Wandlungen vorhanden ist. Auch wenn das in Doctor Who in der Regel auf sehr plakative Art und Weise geschieht und auch natürlich nur äußerst selten überrascht.

                              Und ja, ich würde auch gerne sehen, wie der Doctor mal verliert und dann damit klar kommen muss.
                              "The Light — It's Always Been There. It'll Guide You."
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