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[08x07] "Tötet den Mond" / "Kill the Moon"

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  • [08x07] "Tötet den Mond" / "Kill the Moon"

    Handlung:
    In naher Zukunft befinden sich der Doktor und Clara mit einem Space Shuttle auf einer selbstmörderischen Mission Richtung Mond. Nach einer Bruchlandung auf der Mondoberfläche entdecken sie ein Bergwerk voller Leichen, bösartige, spinnenähnliche Kreaturen, die zum Angriff bereit sind, und stehen vor einem schrecklichen Dilemma. Doch als Clara sich Hilfe suchend an den Doktor wendet, bekommt sie den Schock ihres Lebens. (Quelle)

    Episodeninfos:
    Länge: 45 Minuten
    Deutsche Erstausstrahlung (Fox Channel): 04.10.2014
    Doctor: Nr. 12 - Peter Capaldi
    Companion: Clara Oswin Oswald
    1
    ****** eine der besten Folgen aller Zeiten!
    9.09%
    1
    ***** sehr gute Folge - hat alles, was die Serie ausmacht!
    18.18%
    2
    **** gute Folge mit unterhaltsamer Story!
    36.36%
    4
    *** vollkommen durchschnittliche Folge!
    0.00%
    0
    ** relativ schwache Folge - nicht weiter erwähnenswert!
    36.36%
    4
    * eine der schlechtesten Folgen aller Zeiten!!
    0.00%
    0
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  • #2
    Ich hab die Folge ehrlichgsagt ganz gut gefunden. Von Capaldi war ich ja von anfang an begeistert aber das writing brauchte etwas politur. Wird meiner meinung nach von folge zu folge besser fazit> weiter so! [am besten mit neuem companion]

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    • #3
      Sehr interessante Folge imo. Peter Capaldi ist ein ausgesprochen guter Doctor! Clara finde ich in manchen Situationen immer noch merkwürdig, doch schlussendlich traf sie ja die richtige Entscheidung... Sich danach so vom Doctor abzuwenden ist etwas hart...

      Trotzdem guter plot. 4*
      I am what I am

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      • #4
        Zitat von Mine K. Beitrag anzeigen
        Sich danach so vom Doctor abzuwenden ist etwas hart...
        Fand ich aber absolut nachvollziehbar und kam jetzt auch nicht plötzlich daher (wie der neue Mond, der unnötigerweise und etwas überraschend offscreen plötzlich wieder da war). Die Folge war bis auf diesen kleinen Punkt durchweg gut.
        Opa fuhr den Hasen tot und brät ihn zum Abendbrot. | Goodbye Galaxy!

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        • #5
          Zitat von EarMaster Beitrag anzeigen
          Fand ich aber absolut nachvollziehbar und kam jetzt auch nicht plötzlich daher (wie der neue Mond, der unnötigerweise und etwas überraschend offscreen plötzlich wieder da war). Die Folge war bis auf diesen kleinen Punkt durchweg gut.
          Nicht ganz so überraschend:
          Courtney: »My gosh. It laid a new egg.«
          Ich kann mich mit dem ›Doctor Who-trifft-auf-naive-1930er/'40er-Jahre-Sciencefiction‹-Plot nicht anfreunden.

          Da bei S. Moffat zudem jeder (potentielle) Kompagnon etwas Besonderes sein muss, verschwendet Clara die Eingangssequenz darauf, diesen Umstand dem Doctor einzutrichtern – weil die arme Courtney sonst ein Trauma fürs Leben weghat.


          Lieben Gruß,
          Viola

          P.S. Und für den in einer Familienserie so wohlplatzierten Teilsatz »…or I'll smack you so hard you'll regenerate« würde ich Clara am liebsten eine klatschen.
          »Speaking only for myself here, it feels tiring. It feels like around 3/4 of people are the emotional equivalent of blind elephants, going around knocking things over, trampling each other and not even realising what they do.« (Paul Miller)

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          • #6
            Zitat von Viola Beitrag anzeigen
            Nicht ganz so überraschend:
            Ich finde trotzdem. Der gesagte Satz war die einzige Erwähnung dieses Umstandes (man sah nicht mal ansatzweise davon etwas oder es wurde davor irgendetwas erwähnt) und für mich nicht ernst zu nehmen. Ich hab an dieser Stelle ehrlich gesagt nur daran gedacht, dass ihnen die Effekte dafür offenbar zu teuer waren. Für mich war das ein absoluter Bruch aus der Geschichte, der die Episode tatsächlich enorm nach unten zieht.
            Opa fuhr den Hasen tot und brät ihn zum Abendbrot. | Goodbye Galaxy!

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            • #7
              Zitat von EarMaster Beitrag anzeigen
              Ich finde trotzdem. Der gesagte Satz war die einzige Erwähnung dieses Umstandes (man sah nicht mal ansatzweise davon etwas oder es wurde davor irgendetwas erwähnt) und für mich nicht ernst zu nehmen. Ich hab an dieser Stelle ehrlich gesagt nur daran gedacht, dass ihnen die Effekte dafür offenbar zu teuer waren. Für mich war das ein absoluter Bruch aus der Geschichte, der die Episode tatsächlich enorm nach unten zieht.
              Ich glaube auch, dass das dem Budget geschuldet ist. Ich schätze ohnedies, dass diese Staffel die bisher teuerste in der DW-Historie ist. Vermutlich besteht sie auch deshalb aus 12 regulären Episoden, statt der üblichen 13.

              Wenn man davor irgendetwas erwähnt hätte, wäre der beabsichtigte Überraschungseffekt dahin gewesen, was definitiv nicht Moffats Stil ist. Ist auch gut so. Das Ende vorwegzunehmen, ist nämlich meist der beste Weg, um Filme, TV-Episoden, Romane etc. nach unten zu ziehen, weil das Spannungselement raus ist.


              Lieben Gruß,
              Viola
              »Speaking only for myself here, it feels tiring. It feels like around 3/4 of people are the emotional equivalent of blind elephants, going around knocking things over, trampling each other and not even realising what they do.« (Paul Miller)

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              • #8
                Das grandiose überraschende Ende ist also: "Alles ist wie zuvor, wir könnten eigentlich weitermachen, wie zuvor, aber lass uns mal ins Weltall gehen." anstatt "Alles hat sich geändert, weil plötzlich unser Mond weg ist, lass uns die Gelegenheit nutzen und das Weltall erforschen, damit wir beim nächsten Mal was dagegen machen können."

                Ich finde die zweite Variante wesentlich spannender und die erste einfach nur feige, weil man nicht mutig genug war sich mit den möglichen Konsequenzen auseinanderzusetzen. Der eigentliche Punkt der Episode, dass die Menscheit sich entschließt den Weltall zu erforschen, wirkt meiner Ansicht nach in der gewählten Lösung absolut unglaubwürdig.
                Opa fuhr den Hasen tot und brät ihn zum Abendbrot. | Goodbye Galaxy!

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                • #9
                  Zitat von EarMaster Beitrag anzeigen
                  Das grandiose überraschende Ende ist also: "Alles ist wie zuvor, wir könnten eigentlich weitermachen, wie zuvor, aber lass uns mal ins Weltall gehen." anstatt "Alles hat sich geändert, weil plötzlich unser Mond weg ist, lass uns die Gelegenheit nutzen und das Weltall erforschen, damit wir beim nächsten Mal was dagegen machen können."
                  Weil es das einzig mögliche Ende ist, wenn man als Chefautor schon die Riesendummheit begeht, ein Drehbuch abzusegnen, das dem Zuschauer unseren Mond, den wohl am besten erforschten Himmelskörper unseres Sonnensystems, als außerirdisches Drachenei zu verkaufen versucht. Himmel, Moffat hätte eigentlich wissen müssen, dass sich diese Art der Vorspiegelung falscher Tatsachen als Schuss in den Ofen offenbaren würde.

                  Das ist naive Sciencefiction à la ›Flash Gordon‹ oder ›Captain Future‹. Dort passt sie auch hin, das sind Werke ihrer Zeit, aber heutzutage braucht man kein Astronom zu sein, um sich bei dieser Episode (unbewusst) höchst unwohl zu fühlen. Dementsprechend sind die Reaktionen der Zuschauer. Obendrein will ein Teil des (amerikanischen) Publikums eine ›Pro Life‹-Thematik erkannt haben, die bestimmt nicht beabsichtigt war.

                  Bei diesem Skript, das übrigens ursprünglich Matt Smith zugedacht war, also schon eine längere Geschichte hat, ist viel schief gelaufen.


                  Ich weiß nicht, wie viel Erfahrung Peter Harness, der Autor der Episode, sich bisher in seinem Beruf zu eigen gemacht hat, aber der ehemalige Englischlehrer und mittlerweile langjährige Profi Steven Moffat dürfte mit dem ungeschriebenen obersten Gebot des Eskapismus: »Durchbreche nicht die Vierte Wand« vertraut sein.

                  Fakten und Fantasie vertragen sich nicht so recht. Ein »Durchbrechen der Vierten Wand«, der unsichtbaren Barriere zwischen Scheinwelt & Realität, wird deswegen häufig als unverzeihlicher Einbruch in die Realität des Alltäglichen gewertet. Folglich eignet es sich als Handlungselement oder gezielt eingesetztes Stilmittel nur sehr bedingt.

                  (z.B. ist der ›Avatar‹-Mond Pandora aus gutem Grund nicht in unserem Sonnensystem verortet. Und ›Star Wars‹ spielt auch nicht rein zufällig »A long time ago in a galaxy far, far away…« jenseits von Zeit, Raum – und nachprüfbaren, unumstößlichen, Tatsachen.)


                  Lieben Gruß,
                  Viola
                  Zuletzt geändert von Viola; 16.10.2014, 19:20.
                  »Speaking only for myself here, it feels tiring. It feels like around 3/4 of people are the emotional equivalent of blind elephants, going around knocking things over, trampling each other and not even realising what they do.« (Paul Miller)

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                  • #10
                    Hätte das nicht irgendwelche Inkonsistenzen mit dem Rest der Serie produziert, wenn die Erde ab Datum XY keinen Mond mehr gehabt hätte?

                    Natürlich ist dieses "hoppsa, guck mal, ein Ei" ein bisschen billig, v.a. das neue Ei genauso so groß ist wie das alte. Ich muss die Folge aber nochmal gucken, um das nach Herzen verreißen zu können.
                    When I was a boy we had a dog. One day, we took it to the park. Our dad had warned us how fast that dog was, but... we couldn't resist.So, my brother took off the leash, and in that instant, the dog spotted a cat. Well, he just sat down, bored. Guess cats weren't his thing.

                    Kommentar


                    • #11
                      @ Viola: Anstatt den Artikel zur vierten Wand zu verlinken, hättest du ihn vielleicht einfach selbst lesen sollen. Der erste Doktor hat diese in "The Daleks' Master Plan" durchbrochen, als er den Zuschauern frohe Weihnachten wünschte. (Ja, wirklich.) Hier aber wird allenfalls die suspension of disbelief auf die Probe gestellt.

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                      • #12
                        Zitat von ftde Beitrag anzeigen
                        @ Viola: Anstatt den Artikel zur vierten Wand zu verlinken, hättest du ihn vielleicht einfach selbst lesen sollen.
                        *seufz* Wieso? Ist in einem der beiden Artikel angegeben, dass der erste Doctor die "Vierte Wand" durchbrochen hat? Kann sein, dass ich es übersehen habe. Falls nicht, bist Du mir sicher nicht böse, wenn ich die Bemerkung als sinnfrei erachte?

                        Ich habe die Artikel nicht für mich verlinkt, denn ich weiß, was die "Vierte Wand" symbolisiert. Allein aus einigen Beiträgen hier im DW-Unterforum sollte allmählich ersichtlich geworden sein, dass ich mich nicht erst seit gestern mit Erzähltechniken und ihren Nachbardisziplinen befasse.

                        Zitat von ftde Beitrag anzeigen
                        […] Der erste Doktor hat diese in "The Daleks' Master Plan" durchbrochen, als er den Zuschauern frohe Weihnachten wünschte. (Ja, wirklich.) Hier aber wird allenfalls die suspension of disbelief auf die Probe gestellt.
                        Die "Willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit" ist untrennbar mit der literarischen Fiktion verwoben, weil ein fiktives Werk eben Fiktion ist und keine Dokumentation realer Geschehnisse.


                        Das glaube ich Dir unbesehen. Ich kenne auch einige neuere Beispiele aus anderen Filmen und TV-Serien. Trotzdem, was um 1966 oder bis zum Ende von "Classic Who" gegolten hat, muss nicht zwangsläufig immer noch gelten. Die Zeiten ändern sich, wie es so schön heißt. Wie ich geschrieben habe, eignet es sich als Handlungselement oder gezielt eingesetztes Stilmittel nur sehr bedingt, weil es irritierend sein kann, wenn eine Figur unvermutet in die Kamera blickt und bisweilen sogar verstörend, wenn sie darüber hinaus den Zuschauer auch noch direkt anspricht. Die Reaktionen darauf sind individuell unterschiedlich, aber die Illusion ist auf jeden Fall dahin.

                        Ich wiederhole: Fakten und Fantasie vertragen sich nicht so recht. Ein »Durchbrechen der Vierten Wand«, der unsichtbaren Barriere zwischen Scheinwelt & Realität, wird deswegen häufig als unverzeihlicher Einbruch in die Realität des Alltäglichen gewertet. Folglich eignet es sich als Handlungselement oder gezielt eingesetztes Stilmittel nur sehr bedingt.
                        (z.B. ist der ›Avatar‹-Mond Pandora aus gutem Grund nicht in unserem Sonnensystem verortet. Und ›Star Wars‹ spielt auch nicht rein zufällig »A long time ago in a galaxy far, far away…« jenseits von Zeit, Raum – und nachprüfbaren, unumstößlichen, Tatsachen.)


                        Im Übrigen musst Du Steven Moffat nicht vor mir verteidigen. Er wird sich wahrscheinlich jeden Tag konstruktiver Kritik gegenübersehen, das gehört zu seinem Beruf, genau so wie Fantasie und Schreibmittel dazugehören. Als Profi kennt er konstruktive Kritik, sie ist ihm vertraut. Weil genau das den Unterschied zwischen einem (ewigen) Laien und einem Profi ausmacht: die Bereitschaft, sich konstruktiver Kritik zu stellen. Nur so lernt man, was man falsch oder richtig gemacht hat. Es ist halt immer der Tonfall, der die Musik macht.


                        Lieben Gruß,
                        Viola


                        P.S. Aus dem von Dir verlinkten Artikel:
                        Durch die Theorie entstehen mehrere Probleme:
                        Eigenreferenz: Ein Problem taucht dann auf, wenn sich eine Figur ihres fiktionalen Status bewusst ist – zum Beispiel, wenn eine Figur das Publikum direkt anspricht oder anderweitig deutlich macht, dass sie sich in einem fiktionalen Werk befindet. Eine solche Handlung würde das Publikum herausfordern, da damit die fiktionale und die reale Welt verschmelzen, welches ein Aussetzen der Ungläubigkeit erschwert. Dadurch müsste es dem Publikum eigentlich unmöglich sein, das Werk noch genießen zu können. Oftmals wird das Publikum dadurch aber besonders unterhalten.
                        Ich stimme zu: Der letzte Satz hat ein Problem.
                        Zuletzt geändert von Viola; 16.10.2014, 22:47.
                        »Speaking only for myself here, it feels tiring. It feels like around 3/4 of people are the emotional equivalent of blind elephants, going around knocking things over, trampling each other and not even realising what they do.« (Paul Miller)

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                        • #13
                          Eine vierte Wand stürzt ein, wenn die Figuren Kontakt zum Publikum suchen oder sich ihrer Fiktivität bewusst werden, was hier nicht passiert. Sie stürzt nicht dadurch ein, dass die Fiktion von der Realität abweicht. Das tut Fiktion sowieso, sonst wäre es ja keine.

                          Dass sie im Fall dieser Episode besonders stark abweicht, steht auf einem anderen Blatt. Etwas gestört hat es mich auch, obwohl die fiktive Erde ohnehin nicht deckungsgleich mit der realen ist. Gerade in der jüngeren Vergangenheit hat die DW-Erde ja so einiges erlebt, was sich eindeutig nicht mit der Realität deckt.

                          Aber mir ging es ohnehin nicht darum, irgendwen zu verteidigen, sondern die Sache mit der vierten Wand einzugehen.

                          Zitat von Viola Beitrag anzeigen
                          Ich habe die Artikel nicht für mich verlinkt
                          Eben. Der Link schreit gerade zu: "Ihr wisst das ja nicht, aber ich". Genau das ist der Grund für meinen Beitrag und meinen Tonfall. Denn ich habe den Eindruck, dass es sich tatsächlich gerade umgekehrt verhält.
                          Zuletzt geändert von ftde; 16.10.2014, 23:47.

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                          • #14
                            Zitat von ftde Beitrag anzeigen
                            Eine vierte Wand stürzt ein, wenn die Figuren Kontakt zum Publikum suchen, was hier nicht passiert. Sie stürzt nicht dadurch ein, dass die Fiktion von der Realität abweicht. Das tut Fiktion sowieso, sonst wäre es ja keine.

                            Dass sie im Fall dieser Episode besonders stark abweicht, steht auf einem anderen Blatt. Etwas gestört hat es mich auch, obwohl die fiktive Erde ohnehin nicht deckungsgleich mit der realen ist. Gerade in der jüngeren Vergangenheit hat die DW-Erde ja so einiges erlebt, was sich eindeutig nicht mit der Realität deckt.
                            Genau das meine ich. Die Whoniverse-Erde hätte es neben diesen anderen Veränderungen der Realität auch vertragen wenn sie in nicht ganz ferner Zukunft plötzlich keinen Mond mehr hätte. Das hätte vermutlich katastrophale Auswirkungen auf die Erde, aber nichts, was man nicht im Rahmen einer guten Geschichte ausbügeln könnte (und da wir eine Zeitmaschine haben müssten wir es noch nicht einmal zwingend miterleben). Aber das da ein einfach ein neuer Mond an die Stelle des alten gesetzt wird ist für mich nicht mehr als ein billiger Taschenspielertrick, weil sich niemand darüber Gedanken machen wollte. Und das ist genau der Moment wo bei mir die erwähnte Suspension of Disbelief aussetzt.
                            Opa fuhr den Hasen tot und brät ihn zum Abendbrot. | Goodbye Galaxy!

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                            • #15
                              Zitat von ftde Beitrag anzeigen
                              […] Eben. Der Link schreit gerade zu: "Ihr wisst das ja nicht, aber ich" und genau das ist die Ursache für meinen gereizten Ton.
                              Abschließend: Man kann auch in normalem Ton nachfragen, wie etwas gemeint ist. Wo Mimik und Gestik fehlen, so wie im Internet, kommen Missverständnisse noch öfter vor als im realen Leben, habe ich mir sagen lassen.


                              Das hast Du falsch verstanden. Nicht jeder interessiert sich für kreatives Schreiben und weiß daher, was die "Vierte Wand" ist. Aus diesem Grund habe ich die beiden Artikel, einen kurzen und einen ausführlicheren für Interessierte, verlinkt. So etwas mache ich öfter, das hat mit Überheblichkeit nichts zu tun, vielmehr mit dem Versuch mich verständlich zu machen.

                              Zitat von ftde Beitrag anzeigen
                              […] Denn ich habe den Eindruck, dass es sich tatsächlich genau umgekehrt verhält.
                              Ich zitiere mal den vollständigen Absatz:
                              Durch die Theorie entstehen mehrere Probleme:
                              Eigenreferenz: Ein Problem taucht dann auf, wenn sich eine Figur ihres fiktionalen Status bewusst ist – zum Beispiel, wenn eine Figur das Publikum direkt anspricht oder anderweitig deutlich macht, dass sie sich in einem fiktionalen Werk befindet. Eine solche Handlung würde das Publikum herausfordern, da damit die fiktionale und die reale Welt verschmelzen, welches ein Aussetzen der Ungläubigkeit erschwert. Dadurch müsste es dem Publikum eigentlich unmöglich sein, das Werk noch genießen zu können. Oftmals wird das Publikum dadurch aber besonders unterhalten.

                              Beispiel: Ludwig Tieck lässt in seinem Drama Der gestiefelte Kater auf der Bühne den Hofgelehrten und den Hofnarren über die Frage diskutieren, ob das Stück Der gestiefelte Kater ein gutes oder ein schlechtes Stück sei. Das fiktive Publikum, das im Zuschauerraum sitzt, reagiert auf diese Wendung des Stückes irritiert. Insbesondere die Bemerkung, ein Vorzug des Stückes sei die Charakterisierung des Publikums, versteht das fiktive Publikum überhaupt nicht, da es nicht weiß, dass es selbst auch Produkt der Phantasie des Autors Tieck ist. Das reale Publikum kann auf diese Komplikationen entweder genauso irritiert reagieren wie das fiktive Publikum oder aber die Konfusion als besonderen Kunstgenuss erleben.

                              [Siehe auch Durchbrechung der Vierten Wand]

                              Kanon-Welten („Canon“ in der engl. Wikipedia): Die Aussetzung der Ungläubigkeit kann auch bei lange laufenden Geschichten und fiktionalen Universen problematisch werden, in denen die Geographie, die Chronologie, die Hauptpersonen oder auch die Naturgesetze etabliert sind und in sich konsistent bleiben. Unstimmigkeiten oder logische Widersprüche in der Handlung (möglicherweise auch durch Unachtsamkeit des Autors), die diese Vorgaben dann verletzen, brechen den impliziten Vertrag und werfen den Zuschauer in die Realität zurück. Loyale Fans nehmen dies oftmals sehr übel (siehe dazu Aus der Rolle fallen).
                              Die "Vierte Wand" ist Theaterjargon. Der Begriff in seiner ursprünglichen Bedeutung wurde auf andere [audiovisuelle] Medien übertragen und entsprechend adaptiert. So wie z.B. das Dramenmodell von Gustav Freytag entsprechend adaptiert heute jeder Literaturgattung innewohnt. Es gibt zwischen "Willentlicher Aussetzung der Ungläubigkeit" und der "Vierten Wand" keine eindeutige Grenze mehr, falls es die überhaupt je gegeben hat. So wie auch die Übergänge zwischen (verwandten) Literaturgattungen oft nicht eindeutig auszumachen sind. Ich habe das Thema übrigens nicht zum ersten Mal angeschnitten.


                              Einigen wir uns einfach darauf, dass wir nicht nur die "Vierte Wand" aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten.


                              Lieben Gruß,
                              Viola


                              @EarMaster: Deine eigene Sichtweise bleibt Dir unbenommen, meine Beiträge geben ausschließlich meine Perspektive wieder. Und für meinen Schreibstil bin ich nicht mehr verantwortlich zu machen, den habe ich in über 30 Jahren sorgfältig gehegt und gepflegt, der gehört zu mir wie eine zweite Haut. Die Geister, die ich rief…
                              Zuletzt geändert von Viola; 17.10.2014, 04:45.
                              »Speaking only for myself here, it feels tiring. It feels like around 3/4 of people are the emotional equivalent of blind elephants, going around knocking things over, trampling each other and not even realising what they do.« (Paul Miller)

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