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Populäre SF-Serien schädlich für das Genre?

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  • Populäre SF-Serien schädlich für das Genre?

    Angeregt durch die Diskussion hier im Forum über die Kritik von Orson Scott Card an ST möchte ich mal die Frage stellen:

    Sind überaus populäre SF-Serien wie ST (Film / TV) und Perry Rhodan (Heftromane) schädlich in dem Sinne, das sie für Aussenstehende ein schiefes Bild vom SF-Genre erzeugen und in dem Sinne, daß viele Fans sich mit "ihren" Serien begnügen und keine Notiz vom Reichtum des gesamten Genres nehmen?

    Perry Rhodan fällt mir in diesem Zusammenhang ein, weil auch diese Serie echten Hass provoziert. Ich erinnere mich einen Cartoon gesehen zu haben, in welchem mit der Kettensäge ein Männeken geköpft wurde (Untertitel: "Noch ein Perry-Rhodan-Fan übrig?")

    Um mal meine eigene Meinung kundzutun: Ich denke, daß es zu viele Leute gibt, die die SF einengen auf Serien wie die o.g.. Schwerwiegender ist jedoch die Aussenwirkung: Das Bild von SF ausserhalb des Fandoms ist geprägt von PR in der Anfangsphase ("Handgranaten- Herbert") und absolut grottigen TOS- Episoden wie "Spocks Gehirn". Es spielt keine Rolle, das man beiden Serien damit insgesamt Unrecht tut - das sind Schäden im Ansehen der SF, die sind einfach nicht mehr gutzumachen...

  • #2
    naja bei PR kann ich nicht mitreden, aber was TOS betrift scheint diese These zu stimmen. Wenn ich mich an TOS erinnere kommen mir als erstes patetische Schauspieler in den Sinn, die in grottigen Kostumen über peinliche Bühnen hampeln (die "Konsolen" der Enterprise sind ja selbst für die damalige Zeit peinlich). Und als Zweites eine menge stupider Episoden, die sich wie ein Ei dem anderen gleichen.
    Wenn ich mich recht erinnere ging es doch in zwei von drei Episoden um irgend ein gottähnliches Wesen mit akuter Psychose.
    Und TNG, nun da gab es ein wenig mehr abwechslung, aber die meisten Episoden liefen irgendwie in die selbe richtung wie TOS.
    Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

    - Florance Ambrose

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    • #3
      So pauschal würde ich das nicht sagen.
      Was Perry Rhodan angeht, höre ich das erste Mal davon! Ich bin großer PR-Fan und soweit mir bekannt, genießt die Heftserie einen ausgezeichneten Ruf!

      Aber zu Deiner Frage, die man wohl auch eher auf die Serien und Filme beziehen kann.
      Innerhalb des Fandoms sehe ich das nur bedingt. Ich bin SF-Fan. Obwohl ich großer ST-Fan bin, liebe ich SF allgemein und schaue mir auch alles möglich an.

      Die Otto-Normalbürger... Da ist das wohl schon eher der Fall. Wer sich nicht damit befasst, denkt bei SF wohl direkt an Star Trek und leider leider meint der dann wohl, dass das SF ist. Sicher ist ST SF, sehr gute sogar. Aber SF ist ja so verschieden, es kann soviele verschiedene Bilder zeichnen.
      Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche. (Franz von Assisi; 1181 od. 82 - 1226)

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      • #4
        Hallo JohnBrunner,

        Star Trek und PR ermöglichen vielen Menschen einen interessanten Zugang zu SF-Themen und bieten fantasievolle Unterhaltung.

        Beide Serien haben sich im Laufe der Jahrzehnte weiterentwickelt, und sind sicherlich nicht mehr mit "Handgranaten-Herbert" und "Spocks Gehirn" vergleichbar.

        Es gibt bei Star Trek und PR durchaus mal schlechte SF, viel Durchschnitt und auch richtig gute SF !

        Nimm dochmal "Horta rettet Ihre Kinder" anstatt "Spocks Gehirn" aus der Star Trek Classic-Serie.

        Oder z.B. den Bardioc-Zyklus bei PR anstatt die "Handgranaten-Herbert" - Zeit.

        Sorry, aber Deine angeführten Beispiele sind aus den 60er Jahren !

        Zwar sind beide Serien auf ein relativ grosses Publikum zugeschnitten, aber ich finde es sehr sinnvoll, wenn möglichs viele Leute "etwas" SF kennenlernen,
        anstatt das SF nur im Fandom bleibt.

        Ich kann mir gut vorstellen, zumindestens war es bei mir so, dass viele, die durch Star Trek oder PR mit der "Droge" SF in Berührung gekommen sind,
        später vielleicht auch sogenannte "richtige" SF lesen, wie Lem oder J.R. Ballard.

        Neben vielen schlechten SF-Filmen, gibt es aber auch im SF-Literaturbereich eine Menge "Schrott".

        Stanislaw Lem sagte mal : "von 100 SF-Büchern sind 10 es wert gelesen zu werden, und von diesen 10 ist 1 Buch es wert zu überleben"

        Leider bleibt die SF generell weit unter ihren tätsächlichen Möglichkeiten zurück.

        Dazu fällt mir nochmal Lem ein :

        "Die SF-Literatur könnte zum Exerzierplatz neuer, auch philosophischer Versuche werden, zum Asyl einer soziologischen orientieren Phantasie
        und zur Brutstätte oder zum Aufbewahrungsort für Einfälle, die kritisch zu überprüfen die Wissenschaft noch nicht imstande ist"

        Heisst im Klartext, SF könnte mehr Aufzeigen oder Bewirken, als nur die "üblichen Themen" wie Konflikte mit Ausserirdischen, Krieg im Weltraum, Roboter und Menschen, Übermenschen oder andere banale Themen.

        Star Trek und PR wollen in erster Linie gut und fantasievoll unterhalten und ab und zu einige Denkanstöße geben.

        Und das tun beide Serien seit einigen Jahrzehnten sehr gut.

        SF-Themen werden so dem "allgemeinen Publikum" zugänglich und verständlich gemacht.

        Aber es gibt durchaus Star Trek-Folgen oder PR-Geschichten, die weit über sich hinauswachsen.

        Galaktische Grüsse aus Delmenhorst

        Starcat66
        Danger - save your ears - this thread is under prog rock: Progressiv Rock und artverwandte Musik

        Kommentar


        • #5
          Zitat von Starcat66
          Ich kann mir gut vorstellen, zumindestens war es bei mir so, dass viele, die durch Star Trek oder PR mit der "Droge" SF in Berührung gekommen sind,
          später vielleicht auch sogenannte "richtige" SF lesen, wie Lem oder J.R. Ballard.
          Da stimme ich 100% zu! Bei mir war es exakt so.
          "Die SF-Literatur könnte zum Exerzierplatz neuer, auch philosophischer Versuche werden, zum Asyl einer soziologischen orientieren Phantasie
          und zur Brutstätte oder zum Aufbewahrungsort für Einfälle, die kritisch zu überprüfen die Wissenschaft noch nicht imstande ist"

          Heisst im Klartext, SF könnte mehr Aufzeigen oder Bewirken, als nur die "üblichen Themen" wie Konflikte mit Ausserirdischen, Krieg im Weltraum, Roboter und Menschen, Übermenschen oder andere banale Themen.
          Nochmal Dito!
          Im übrigen meine ich, ist es so wie mit vielen Themen. Es liegt auch ein Stück weit in der Mentalität und Bereitschaft des "Konsumenten", was er aus dem angebotenen Stoff macht. Für mich ist SF nicht nur Unterhaltung - das natürlich in erster Linie - sondern auch ein verdammt kreatives Instrument persönlicher wie gesellschaftlicher Reflexion. Und gerade auch ST TOS hat hier im wahrsten Sinne des Wortes weltbewegendes geleistet. Ich werde immer hellhörig bei Ideen, die "um die Welt gehen", die Menschen egal welcher Herkunft und mit welchem kulturellen Hintergrund gleichermaßen bewegen und faszinieren - im positiven wie im negativen. Da wird imho was Archetypisches berührt. Und diesen Effekt - im positiven - kann man ST TOS, egal wie trashig aus heutiger Sicht einiges wirken mag - wirklich nicht absprechen. Da hat TOS im TV-Bereich imho echte Pionierarbeit geleistet.
          Ähnliches gilt für den frühen SF-Literaturbereich, der die Welt anfänglich mit sogenannten Groschenheftchen und Pulpmagazinen eroberte. Auch dieses Medium hat - sicherlich neben jeder Menge Schund - massenweise neue Ideen, neue Perspektiven und Paradigmen transportiert. Und nicht wenige sozialkritische Ansätze oder wissenschaftliche Entdeckungen entstammen den Köpfen von Leuten, die sich in ihrer Jugend und auch noch später von diesem Genre haben begeistern lassen und durch SF überhaupt erst zu ihrem beruflichen Interesse oder sozialem Engagement gefunden haben.

          Populär .... schädlich ... ? Egal ob es uns gefällt oder nicht, Kultur ist, was die Massen bewegt. Und Populäres bewegt nun mal die Massen, sonst wärs ja nicht populär Ich bin kein Kulturpessimist und hab noch ziemliches Vertrauen in die menschliche Natur ..... und deshalb sag ich mal ..... nöö, populäre SF-Serien sind unterm Strich nicht schädlich, höchstens bei denen, die eh schon ne verkorkste Mentalität haben

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          • #6
            Natürlich muss ich zugeben, daß ST und PR vielen Menschen als Einstieg in die SF gedient haben. Aber leider bleiben auch viele hier einfach stehen. Ich persönlich lese lieber Bücher verschiedener Autoren mit ihren diversen Vorstellungen von SF und Stilen, als das ich meine Zeit damit verbringe, das Geheimnnis der "Sternenzeit"- Angaben in ST zu lösen.

            Die Zitate von Lem kannte ich bisher nicht. Klar scheint mir jedoch, daß solche Vorstellungen von dem, was SF sein könnte, eine Chance nur in geschriebener Form, nicht aber im TV und schon gar nicht im Kino bekäme.

            Mal eine Frage nebenbei, als Newbie: Mindestens 90% dieses Forums scheint sich mit einer Handvoll TV- Serien zu befassen. Ist dasso gwollt oder hat sich das einfach so entwickelt?

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            • #7
              Es gibt auch ein Bücher-Forum in dem sich Leute über Science Fiction Bücher unterhalten.
              Aber Serien bieten nun mal auf Grund ihrer Länge, ungleich mehr Material zum diskutieren als Bücher mit ihren 300-500 Seiten, es sei denn es handelt sich um einen längeren Zyklus

              Ich bin auch kein Freund des Niveaus in den Star Trek und Stargate Foren, wo Leute fast nur über höchst triviale Nebensächlichkeiten reden. Stargate an sich ist zwar extrem einfach gestrickt, aber Star Trek bietet bei allen Klischees viel Stoff zum diskutieren. Die Serien sind aber schon so alt, dass man die interessanten Themen schon zig mal durch hat und nichts neues mehr dazukommt.

              Wenn man eine neue Serie hat, die noch nicht ausgelutscht ist, und dazu noch Dinge wie Technik ignoriert und statt dessen nur Charaktere und Themen beleuchtet, findet man noch Diskussionen über interessante und komplexe Themen. Bestes aktuelles Beispiel ist da Battlestar Galactica. Besonders auf einigen US-Foren habe ich da schon sehr interessante Threads gesehen
              "Bright, shiny futures are overrated anyway" - Lee Adama, Scar
              "
              Throughout history the nexus between man and machine has spun some of the most dramatic, compelling and entertaining fiction." - The Hybrid, The Passage

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              • #8
                Man kann nicht direkt sagen, dass popuäre SF Serien schädlich für das Genre sind. Wie so viele Dinge gibt es auch hier zwei Seiten der Medaille. Zum einen bieten diese Serien einen Einstieg in die SF, zum anderen sind sie meist Mainstream genug um die Vorstellungskraft des Zuschauers nicht zu überfordern, wie es gute SF Romane unter Umständen können.

                Ohne Fernsehserien wäre SF nur ein obskures Buch genre, was möglicherweise nur von einem geringen Anteil der Bevölkerung beachtet wird. Dadurch, dass Fernsehserien einen Einstieg bieten, finden sicherlich mehr Menschen zu diesem Genre.

                Leider läßt es sich nicht vermeiden, dass das Bild von SF etwas verzehrt wird. Ob dies nun nur an den Serien selbst liegt oder zum Teil durch das Verhalten der Fans mitbeeinflußt wird, mag ich allerdings nicht zu beurteilen.
                “Oh my, that is quite toxic isn’t it?” (Weyoun) “Duty? Starfleet, the Federation? You must be pleased with yourself. You have this ship to take back to them. I hope it was worth it.” (Kilana)
                Was hältst du von den Vorta? Der Vorta-Fanclub freut sich über deinen Besuch.

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                • #9
                  ich finde dass ist ne frage der persönlichen Betrachtungsweise.was fuer einen wichtig ist und wieso man es anschaut.die einen zur reinen Unterhaltung, andere lassen ihre Zukunftsfantasie anregen und nochma andere-wie ich- schauen bei solchen serien noch genauer hin und fragen sich, ob die basis der serie eine bestimmte philosophie hat oder nicht und was der erfinder sagen will.Und wenn, wie bei Star Trek,eine sehr hohe popularität am start ist,dann finde ich es einfach nur schade, dass viele nicht mehr darin erkennen, als "noch eine weltraum serie".aber schaden tut es nicht,denn leute die si fi vorverurteilen,im "Bild-zeitungs-wissen-style" ohne wirklich nen plan zu haben und auch nicht hinterfragen,schaden sich nur selbst-weil sie damit beweisen, wie hoch ihr geistiges level ist.Und wenn jemand mal genauer fragt, wieso ich ein Trekkie bin, dann ist er es auch wert ihm das genauer zu erzählen.alle anderen koennen ja statt SiFi weiterhin Big brother guggn :>
                  ::: Kein Schwanz ist so hart wie das Leben :::

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                  • #10
                    ein wirklich interessantes thema!

                    Zitat JohnBrunner
                    Sind überaus populäre SF-Serien wie ST (Film / TV) und Perry Rhodan (Heftromane) schädlich in dem Sinne, das sie für Aussenstehende ein schiefes Bild vom SF-Genre erzeugen und in dem Sinne, daß viele Fans sich mit "ihren" Serien begnügen und keine Notiz vom Reichtum des gesamten Genres nehmen?
                    zum ersten teil der frage:
                    populäre sf-serien werden von der öffentlichkeit/allgemeinheit eben erst wahrgenommen, sobald sie einen gewissen bekanntheitsgrad erlangt haben und nachdem die handlung der serie schon ein gewisse richtung eingeschlagen hat. die wahrnehmung der serie erfolgt m. e. dann eher oberflächlich und die tiefe der eigentlichen handlung (besonders bei rhodan) bleibt den aussenstehenden verschlossen, so dass hier das von dir angeführte schiefe bild entstehen kann, so wieder am beispiel der rhodans, kann dann der eindruck entstehen, dass gewalt innerhalb der serie einem selbstzweck dient und nicht das ergebnis des eigentlichen handlungsverlaufs ist.

                    zum zweiten teil:
                    die meinung des fans von dem genre wird natürlich von der "eigenen" serie bestimmt, die dann als maßstab für die gesamte sf dient, aber nicht so, dass dadurch eine notiznahme des restlichen genres unterbleibt, imo wird hier die wahrnehmung des genres durch das bevorzugte medium bestimmt. d. h. (am beispiel von extremfällen),dass jemand der st sieht sich lieber einen anderen sf-film ansehen wird, aber es ist unwahrscheinlich, dass dieser fan ein buch in die hand nimmt. was natürlich umgekehrt für jemanden gilt der lieber liest.

                    Perry Rhodan fällt mir in diesem Zusammenhang ein, weil auch diese Serie echten Hass provoziert. Ich erinnere mich einen Cartoon gesehen zu haben, in welchem mit der Kettensäge ein Männeken geköpft wurde (Untertitel: "Noch ein Perry-Rhodan-Fan übrig?")
                    leute, die die anhängerschaft zu einer bestimmten sache, was das für eine auch sein mag, als wichtiges charakterattribut sehen gibt es immer...

                    Um mal meine eigene Meinung kundzutun: Ich denke, daß es zu viele Leute gibt, die die SF einengen auf Serien wie die o.g.. Schwerwiegender ist jedoch die Aussenwirkung: Das Bild von SF ausserhalb des Fandoms ist geprägt von PR in der Anfangsphase ("Handgranaten- Herbert") und absolut grottigen TOS- Episoden wie "Spocks Gehirn". Es spielt keine Rolle, das man beiden Serien damit insgesamt Unrecht tut - das sind Schäden im Ansehen der SF, die sind einfach nicht mehr gutzumachen...
                    das gibt auch meine meinung wieder. ich tröste mich damit, dass die leute, die sich auf so einer basis eine meinung bilden nur oberflächlich informiert sind, so dass man dem keine beachtung schenken sollte.

                    (ich bin überrascht, dass ich auch lange threads kann!)
                    This post is protected by : Azatoth, demon sultan and master of illusion. ZOCKTAN!, Hiob 30, 16-17, Streichelt mein Ego,
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                    Yossarian Lives!

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                    • #11
                      Viele Menschen kriegen, wie hier schon gesagt wurde, gerade erst durch solche Serien und Romane Zugang zu Sci-Fi.

                      Es fängt ja nicht jeder als Kind mit Lem oder Asimov an. Das ist ein winziger Bruchteil.

                      Auch sind diese alten Definitionen von SciFi doch längst überarbeitet und nicht das Maß aller Dinge.

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                      • #12
                        hmm,

                        Zitat von JohnBrunner
                        Um mal meine eigene Meinung kundzutun: Ich denke, daß es zu viele Leute gibt, die die SF einengen auf Serien wie die o.g.. Schwerwiegender ist jedoch die Aussenwirkung: Das Bild von SF ausserhalb des Fandoms ist geprägt von PR in der Anfangsphase ("Handgranaten- Herbert") und absolut grottigen TOS- Episoden wie "Spocks Gehirn". Es spielt keine Rolle, das man beiden Serien damit insgesamt Unrecht tut - das sind Schäden im Ansehen der SF, die sind einfach nicht mehr gutzumachen...
                        Aber was kann man für die Meinung und Unwissenheit der anderen?

                        Jeder der sich ernsthaft ein Bild von SF machen will der wird dies tun, Leute die nur Meinungen anderer wiedergeben die werden weder das eine noch das andere lesen/schauen, von daher entsteht auch kein Schaden.
                        StFWiki, die Wiki zu Sternenfaust

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                        • #13
                          Zitat von JohnBrunner Beitrag anzeigen
                          Angeregt durch die Diskussion hier im Forum über die Kritik von Orson Scott Card an ST möchte ich mal die Frage stellen:

                          Sind überaus populäre SF-Serien wie ST (Film / TV) und Perry Rhodan (Heftromane) schädlich in dem Sinne, das sie für Aussenstehende ein schiefes Bild vom SF-Genre erzeugen und in dem Sinne, daß viele Fans sich mit "ihren" Serien begnügen und keine Notiz vom Reichtum des gesamten Genres nehmen?
                          Ja und nein, würde ich sagen.
                          PR und ST sind ja in den 60-er Jahren entstanden. Vorher gab es Trash wie Flash Gordon und nachher noch ganz anderen Trash. Star Trek TOS und TNG haben eher positiv gewirkt, zumindest eine Zeitlang, besonders in den USA, wo SF ein höheres Ansehen genießt als in Deutschland. In Deutschland galt / gilt SF als Kinderkram, schwachsinnige Abenteuergeschichten, die man höchstens mit Taschenlampe unter der Bettdecke lesen darf. Man kann auch fragen, ob das Kunst- und Literaturverständnis vieler Deutscher nicht auch vom Nationalsozialismus geprägt war / ist.

                          Das Problem der SF ist, dass sie auch allerübelsten Schund in riesigen Massen ansammelt und großartige Literatur mit diesem Schund mitverwurstet wird. Viele Autoren wären besser dran, wenn sie ihre Bücher mit neutralen Covern in den Buchläden gehabt hätten und weniger typische SF-Klischees wie Raumschiffe, Aliens usw. verwendet hätten. Manchmal ist weniger mehr. Aber da SF immer einen Markt hätte, war es für Autoren nicht notwendig, konservativer zu schreiben und sich von der SF zu distanzieren.
                          Zitat von JohnBrunner Beitrag anzeigen
                          Um mal meine eigene Meinung kundzutun: Ich denke, daß es zu viele Leute gibt, die die SF einengen auf Serien wie die o.g.. Schwerwiegender ist jedoch die Aussenwirkung: Das Bild von SF ausserhalb des Fandoms ist geprägt von PR in der Anfangsphase ("Handgranaten- Herbert") und absolut grottigen TOS- Episoden wie "Spocks Gehirn".
                          Was PR angeht, stimme ich zu: Das ist schon über weite Strecken ziemlich militaristisch gewesen. Und PR hatte ich auch immer wieder, bis in die heutige Zeit, absolut trashige Cover. Das muss nicht sein. Und ich habe auch schon SF-Bücher und PR-Romane wegen ihres Trash-Covers nicht gekauft.

                          Bei der TOS-Folge "Spocks Gehirn" wird den Leuten noch das dümmliche Lachen vergehen. Es gibt zum Beispiel auch den Film "Tumble Down", wo ein Soldat einen Kopfschuss erhalten hat und den Ärzten mit seinem militärischen Fachwissen noch helfen kann. Da da das Gehirn selbst "schmerzfrei" ist, können Gehirnoperationen im Prinzip auch ohne Vollnarkose durchgeführt werden, d.h. der Patient bleibt bei Bewusstsein. SF wird noch in vielen Bereichen die Realität einholen, und dann wird vielen Menschen ihre Überheblichkeit vergehen.

                          Gehirnoperation bei vollem Bewusstsein
                          24.9.2007 14:18 Uhr
                          Sydney - Der pensionierte Busfahrer und Urgroßvater John James sagte heute auf einer Pressekonferenz in Canberra, es sei für ihn eine merkwürdige Erfahrung gewesen, das Chirurgenteam sprechen zu hören und sich mit den Ärzten zu unterhalten, während er mit einem 1,5 Zentimeter tiefen Loch im Schädel auf dem Operationstisch lag. Möglich wurde der Eingriff mit Hilfe einer besonderen 3-D-Technologie, die den operierenden Arzt GPS-gleich durch das Gehirn führte.

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                          • #14
                            Warum es in Deutschland so wenig Science Fiction im TV und Kino gibt, wäre mal ein interessantes Thema für eine soziologische Untersuchung.
                            Im Trivialliteraturbereich hat Perry Rhodan ja einen sehr guten Stand und auch sonst gibt es relativ viel SF-Literatur aus Deutschland. Bloß in die Glotze schafft es hierzulande nichts davon.
                            Das war mal anders. Einer der weltweit bekanntesten deutschen Filme überhaupt ist ein Science-Fiction-Film: Metropolis.
                            Auch im TV gab es alle paar Jahre mal eine größere Produktion, wobei ich aber den Eindruck habe, dass das in den letzten Jahren immer weniger wird.
                            Das liegt zum Teil daran, dass das Genre von den TV-Redaktionen und den Kulturfeuilletons nicht geschätzt wird. In Deutschland lebt man eher in der Vergangenheit und hat Angst vor der Zukunft.
                            Außerdem ist ein Film entweder todernst und dramatisch mit tiefschürfenden Themen oder es ist eine Schenkelklopfkomödie der schlimmsten Art. Dazwischen gibt es nichts. Da kann man als Deutscher schon mal neidisch werden auf den britischen Doctor mit seiner ungeheuren Themenbreite und dem immer präsenten Humor.

                            Insofern sind schlechte ausländische SF-Serien tatsächlich schädlich für das Genre, weil sie wie eine selbsterfüllende Prophezeiung die Vorurteile der Kulturschaffenden zu bestätigen scheinen. Gute Serien führen aber leider auch nicht zu einer besseren Meinung, weil man offensichtlich keinerlei Phantasie mehr besitzt - sowohl auf Seiten der Programmplaner als auch auf Seiten des Publikums. (Krasses Beispiel ist der Umgang von Pro7 mit "Doctor Who" und der daraus resultierende Misserfolg.)
                            "Die Wahrheit ist so schockierend, die kann man niemandem mehr zumuten." (Erwin Pelzig)

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                            • #15
                              Naja ich denke schlechte Filme erkennt man wenn man sie sieht. Einzelne TOS Folgen (Spocks Gehirn wurde erwähnt) haben bei den Leuten die sich nicht auskennen sicher keine tiefen Spuren hinterlassen.
                              SciFi ist eine Schublade in die man gesteckt wird sobald man sich mit einer der FREAK-Serien wie Trek, Wars oder Gate identifiziert.
                              Genauso wie Fußball, Formel 1, Gute Zeiten Schlechte Zeiten, DSDS oder Hip Hop/Heavy Metal spricht das Zeug nunmal nur eine gewisse Gruppe Menschen an und Andere eben nicht, für die ist man dann ein Freak, Nerd, Geek usw. wobei ich sagen muss das ich das meiste davon selber verabscheue ohne mich jemals mit GZSZ oder Fußball näher beschäftigt zu haben.


                              Die Frage war aber ob Populäre Filme / Serien dem Genre schaden, ich denke schon denn wenn etwas einmal Erfolg hat versuchen andere das immer wieder und wieder nachzuahmen anstatt sich etwas eigenes einfallen zu lassen. Genauso ist es aber Überall, einer hat mit einer Masche Erfolg und kurz drauf sind viele andere da die auf der Erfolgswelle mitreiten wollen.
                              Sieht man z.B. auch wunderbar bei (Chart-)Musik. Kommt Einer mit etwas neuem ist es cool weil neu, Zack, kommen 3 bis 10 andere die etwas ähnliches machen und schon nervt es wieder.

                              Ein Film oder eine Serie ist halt keine Kunst sondern ein kommerzielles Produkt, das viel Geld kostet und nur dazu da ist um noch mehr Geld einzuspielen, daher gibt es nur Geld für erfolgversprechende Konzepte und immer weniger Experimente oder Innovation. Daher: JA erfolgreiche Filme schaden dem Genre da davon so viel kommt bis es keiner mehr sehen will und somit weniger Geld für frische Ideen zur Verfügung steht.
                              -derzeit keine Signatur-

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