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Wie "Science-fictionisch" ist unsere Gegenwart?

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  • Wie "Science-fictionisch" ist unsere Gegenwart?

    Sehen wir den Tatsachen ins Gesicht: Wir haben 2008 und so wie wir uns damals das 21. Jahrhundert vorgestellt haben ist es beileibe nicht geworden. Wir haben keine fiegenden Autos, Städte auf dem Mond sind auch noch eine ferne Zukunftsvision und Videofone konnten sich nicht durchsetzen. Das birngt mich zu der Frage wieviel Zukunft steckt in unsere Gegenwart? Ich rede von Sachen wie der Globalisierung durch die Medien, der Tatsache das meine Heimatstadt Frankfurt jeden Winter mehr nach Bladerunner aussieht (ohne fliegende Autos) und dass nur Wohnblöcke in denen arme Leute leben massig Handyantennen auf dem Dach haben (ein Detail das Sci-Fi Autoren früherer Generationen sicher amüsiert hätte...). Diskutiert!
    Back to how much I rule...

  • #2
    Zukunftsvisionen sind eben das; Zukunftsvisionen. Die reale Welt richtet sich aber nicht nach Visionen sondern nach praktisch umsetzbaren und anwendbaren Technologien.

    Fliegenden Autos wird es im größeren Masstab schon allein wegen des dann enormen Kraftstoffverbrauchs und der damit einhergehenden Umweltbelastung nicht geben. Auch heute schon könnte man in Großstädten abertausende Helikopter einsetzen. Aber das ist eben umpraktisch.

    Bei der Videotelefonie ist es ähnlich. Machbar ist es, aber niemand braucht es. Ok, bei Konferenzen irgendwelcher Manager, Regierungsbeamter usw ist es nützlich und wird ja auch angewandt. Aber im Alltag ist das normale Handy eben nützlicher und praktischer.

    Mit dem Mond ist es ebenso. Sicher wären Städte auf dem Mond machbar. Aber wozu? Dort gibt es nichts was wir haben wollen bzw brauchen. Großstädte mitten in der Sahara sind ja auch möglich, werden aber nicht gebaut.


    Auch zukünftig wird sich die Menschheit, von gelegentlichen Phasen des extremen Idealismus/Entdeckerfreude/Fanatismus abgesehen, an dem praktisch Nützlichem orientieren. Kolonien auf dem Mars? Wozu? Die Tiefsee besiedeln? Warum?

    Die Zukunft wird meiner Meinung nach von Megacitys mit einer bunten Mischbevölkerung beherrscht werden. Megacitys analog zu Shanghai, New York oder Dehli. Kleinere Staaten werden mit der Zeit verschwinden und/oder in größeren Staatenbünden aufgehen. Armut und Hunger werden natürlich ein Thema bleiben, Terrorismus ebenso. Die Bedeutung Europas und Nordamerikas wird abnehmen, aber nicht gänzlich verschwinden.
    Mittelfristig wird es auf eine Konkurrenz zwischen Ost und West hinauslaufen, wie schon so oft in der Geschichte der Menschheit. Die immer weiter perfektionierten A-Waffen verhindern aber den großen Knall.

    Und die Raumfahrt?

    Tja, Raumfahrt wird für alle großen Staaten ein Randthema bleiben. Aber es wird kein beherrschendes Thema sein. Es wird vielleicht statt einer irgendwann mal drei oder wegen mir auch zehn Raumstationen geben. Ihr Umfang wird sicherlich über den der ISS hinausgehen. Außenposten auf dem Mond wird sicher auch geben. Aber das ist dann eher mit den heutigen Außenposten in der Antarktis vergleichbar.


    Ein kleines Land kann nicht mit einem großen wetteifern, wenige nicht mit vielen; die Schwachen nicht mit den Starken.

    - Mencius

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    • #3
      Zitat von Wolfman-Al Beitrag anzeigen
      Sehen wir den Tatsachen ins Gesicht: Wir haben 2008 und so wie wir uns damals das 21. Jahrhundert vorgestellt haben ist es beileibe nicht geworden. Wir haben keine fiegenden Autos, Städte auf dem Mond sind auch noch eine ferne Zukunftsvision und Videofone konnten sich nicht durchsetzen. Das birngt mich zu der Frage wieviel Zukunft steckt in unsere Gegenwart? Ich rede von Sachen wie der Globalisierung durch die Medien, der Tatsache das meine Heimatstadt Frankfurt jeden Winter mehr nach Bladerunner aussieht (ohne fliegende Autos) und dass nur Wohnblöcke in denen arme Leute leben massig Handyantennen auf dem Dach haben (ein Detail das Sci-Fi Autoren früherer Generationen sicher amüsiert hätte...). Diskutiert!
      Das Internet ist "pure SF" im täglichen Gebrauch. Wie selbstverständlich wird heutzutage gemailt, an Diskussionsrunden teilgenommen, gebloggt etc. Die aktuelle Kultur und Lebensweisen spiegeln sich im Internet wieder, bzw. finden dort statt. Noch in der 80ern wäre soetwas undenkbar gewesen, sondern im Bereich SF/Cyberspace angesiedelt. Zwar wird noch alles per Tastatur und Maus eingegeben und ein Neutralinterface ist noch nicht in Sicht, doch die rasante Entwicklung des Weltwunders "Internet" hat kein SF-Autor in dieser Form vorausgesehen.

      Galaktische Grüsse aus Delmenhorst
      Starcat66
      Danger - save your ears - this thread is under prog rock: Progressiv Rock und artverwandte Musik

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      • #4
        Zitat von Admiral Ahmose Beitrag anzeigen
        Fliegenden Autos wird es im größeren Masstab schon allein wegen des dann enormen Kraftstoffverbrauchs und der damit einhergehenden Umweltbelastung nicht geben. Auch heute schon könnte man in Großstädten abertausende Helikopter einsetzen. Aber das ist eben umpraktisch.
        Hubschrauber sind ja ziehmlich laut, auserdem, gibts nicht so viele Parkplätze Man könnte auch mit dem Jetpack zur Arbeit fliegen

        Bei der Videotelefonie ist es ähnlich. Machbar ist es, aber niemand braucht es. Ok, bei Konferenzen irgendwelcher Manager, Regierungsbeamter usw ist es nützlich und wird ja auch angewandt. Aber im Alltag ist das normale Handy eben nützlicher und praktischer.
        Viedeotelefonie gibts ja schon auf dem Handy, und Fernsehn auch aber brauchen tuts eigentlich kein Mensch.

        Die Zukunft wird meiner Meinung nach von Megacitys mit einer bunten Mischbevölkerung beherrscht werden. Megacitys analog zu Shanghai, New York oder Dehli. Kleinere Staaten werden mit der Zeit verschwinden und/oder in größeren Staatenbünden aufgehen. Armut und Hunger werden natürlich ein Thema bleiben, Terrorismus ebenso. Die Bedeutung Europas und Nordamerikas wird abnehmen, aber nicht gänzlich verschwinden.
        Mittelfristig wird es auf eine Konkurrenz zwischen Ost und West hinauslaufen, wie schon so oft in der Geschichte der Menschheit. Die immer weiter perfektionierten A-Waffen verhindern aber den großen Knall.
        Also wirds so werden wie in Judge Dredd, und dan Irgendwann so wie in Star Wars bei Coruscant. Spätestens dann sollte der Mensch alternative Lebensräume gefunden haben.



        Zitat von Starcat66 Beitrag anzeigen
        Das Internet ist "pure SF" im täglichen Gebrauch. Wie selbstverständlich wird heutzutage gemailt, an Diskussionsrunden teilgenommen, gebloggt etc. Die aktuelle Kultur und Lebensweisen spiegeln sich im Internet wieder, bzw. finden dort statt. Noch in der 80ern wäre soetwas undenkbar gewesen, sondern im Bereich SF/Cyberspace angesiedelt. Zwar wird noch alles per Tastatur und Maus eingegeben und ein Neutralinterface ist noch nicht in Sicht, doch die rasante Entwicklung des Weltwunders "Internet" hat kein SF-Autor in dieser Form vorausgesehen.

        Galaktische Grüsse aus Delmenhorst
        Starcat66
        Ja das Internet ist schon futuristisch aus der Sicht der Achziger gesehen.

        Was würde wohl ein Zeitreisender aus dem Jahr 1900 sagen wen er die 60er besuchen würde? er würde staunen, nicht nur wegen der Technologie, auch wegen der Sozialstruktur und natürlich der seltsamen Futuristischen Kleidung und der Frisuren

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        • #5
          Das ist eine Interessante Frage, ich glaube das unsere Gegenwart vor etwa 30 oder 40 als Scifi noch bezeichnet worden wäre. Schon allein in Sachen Multimedia hat sich da echt in denn letzten Jahren bahnbrechendes getan Plasmafernseher, Touch-screen Navigationsgeräte, Ipod´s sind da nur einige Beispiele.

          Und nicht zu vergessen die ganze Elektronik die in jedem heutigen Auto´s steckt, war vor garnicht alzulanger Zeit für die meisten Menschen noch unbezahlbar, heute hat fast jeder einen eingebauten DVD-Player, Einparkhilfe und was weiß ich noch alles.

          Jedoch halte ich schwebende Autos und Androiden die für uns die Hausarbeit erledigen einfach unwirtschaftlich und deswegen nicht altagstauglich. Manche Dinge werden wohl für immer nur ein Teil unserer Fantasy bleiben.

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          • #6
            Ich bin ein großer Musikfan, und laufe dauernd mit diesem Ding rum, was man einst "Walkman" nannte. Ein Gerät, das eine sogenannte "Audio-Cassette", ein Magnetband, dessen unterschiedliche magnetische Ladung beim Drüber-Reiben über einen sogenannten "Tonkopf" unterschiedliche Frequenzen erzeugte. Analoge Technik.
            Um ein 90-Minuten-Band zu bespielen, hat es damals mindestens 2 Stunden gedauert. Heute dauert das Auswählen und Übertragen auf den Mp3-Player 3 Minuten.
            Wenn mir damals jemand erzählt hätte "Bald wirst du nicht mehr mit einem tragbaren Cassettenrecorder herumlaufen, sondern mit einem Micro-Computer, mit dem du nicht nur unterwegs Musik hören kannst, sondern auch Computer-Daten speichern und übertragen kannst!", den hätte ich für verrückt erklärt. Gar nicht zu reden vom Internet. Wikipedia, und Google.

            Die SF-Autoren haben sich da wirklich auf das falsche Gebiet konzentriert: die Frage lautet: "Was erleichtert das Leben für den Einzelnen?", nicht, "Was erleichtert unser persönliches Leben als Künstler?". MMn.

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            • #7
              Naja als Kind dachte ich mir noch man müsste mal etwas erfinden, womit man mobil mit anderen Leuten kommunizieren kann oder auch tragbare Computer ... vielleicht mach ich das ja mal wen ich groß bin.
              Als ich ein Teenager war kamen dann Handys in Mode und tragbare Computer gibts auch in allen Variationen (vom Laptop über Organizer, Handy und MP3-Player).
              Finde ich SF pur, auch wenns schade ist, dass da jemand schneller war als ich

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              • #8
                Wie viel SF das Internet oder die heutigen Computer sind, hängt aber wohl stark davon ab, wie lange man zurückgeht. Geht man soweit zurück das Computer noch mechanisch liefen, ist das sicher richtig, in den 80ern hatte man (vor allem Informatiker) afaik aber schon ganze andere Vorstellungen für die Zukunft der Computerei.
                When I get sad, I stop being sad, and be AWESOME instead. True story.

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                • #9
                  Man sollte wohl zwischen SF-Autoren und Wissenschaftlern unterscheiden.

                  Vernetzte Systeme sind eigentlich schon lange geplant gewesen und die Wissenschaft hat auch zielgerichtet darauf hingearbeitet. Das WWW fiel ja nicht vom Himmel. Ebensowenig die MP3 Player, die modernen Computer, Handys usw. Das sind ja keine sprunghaften Entwicklungen gewesen, komplette Neuentdeckungen schon mal gar nicht.

                  Wie unsere Zukunft aussehen würde/könnte man also eher einen Wissenschaftler fragen und nicht einen SF-Autor.



                  Ein kleines Land kann nicht mit einem großen wetteifern, wenige nicht mit vielen; die Schwachen nicht mit den Starken.

                  - Mencius

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                  • #10
                    Natürlich ist unsere Gegenwart SciFi pur. Sie ist sogar so futuristisch, dass selbst unsere Zukunftsvisionen auf ungleich stabileren Füßen stehen, als seine Vorgänger aus dem frühen/mittleren 20. Jahrhundert und keinen Feen, Elfen und atomgetriebenen Flugautos mehr nachhängen.
                    I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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                    • #11
                      Naja, man muss ja auch immer im Hinterkopf behalten, wie eng eine jeweilige SF an die Zeit verknüpft ist, in welcher sie entstanden ist - Sprich wie sind die damaligen technologischen, sozialen und wissenschaftlichen Backgrounds sowie Schwerpunkte, und wie sind sie beispielsweise heute gewichtet.
                      Klar behinhaltet beispielsweise massenweise 60er bis 70er SF Dinge wie Mondkolonien, Marsstationen etc - Aber wenn man sich mal die damalige Gewichtung der Raumfahrt sowie die allgemeine Aufbruchsstimmung anschaut durchaus logisch.
                      Die Realen Hintergründe haben sich natürlich verändert - Sprich, sie stimmen nichtmehr mit der 'ideal'-SF überein.
                      ...When you run with the Doctor it feels like it will never end, and how ever hard you try, you can't run forever. Everybody knows that everybody dies. And nobody knows it like the Doctor. But I do think that all the skies in all the worlds might just turn dark, if he ever accepts it.
                      (River Song)

                      Krayt-Riders | Praktische Tipps für Erstkontakt mit Aliens

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                      • #12
                        Ich denke mal, dass meine Vorredner in allen Punkten recht hatten: Wenn ein Mensch aus dem Jahr weiß was ich sagen wir mal 1752 in unsere Zeit kommen würde, der würde erst mal einen Herzinfakt bekommen, weil so ziemlich das erste ist was er sieht ein Auto ist, welches er natürlich überhaupt nicht kennt. Ich würde sagen für Menschen aus der Vergangenheit wäre unsere Gegenwart Sci-fi pur.
                        Aber um auf das Thema Mondkolonien zurück zu kommen:
                        Ich denke, dass Mondkolonien gar nicht mal so abwegig wären, da man, wie man festgestellt hat, der Mond höchstwahrscheinlich einmal ein Bestandteil der Erde war, dort oben durchaus für uns brauchbare Rohstoffe geben für die sich bestimmt in geraumer Zeit Konzerne interessieren könnten. Allerdings ist es soweit ich weiß noch nicht bewiesen, dass es dort oben Rohstoffe gibt, die uns interessieren könnten.
                        Etwas ähnliches könnte auch auf dem Mars sein, wer weiß was dort für Rohstoffe noch schlummern.
                        Allerdings müsste man einen effektiveren Antrieb für die Raumfahrt erfinden, wobei Ionen- und Lichtbogenantriebe ein Schritt in die richtige Richtung sind, denke ich.
                        Das wichtigste ist, dass man sich noch selbst im Spiegel ansehen kann
                        Jetzt auch mit eignem PolitBlog!
                        Und Twitter-Account
                        STBC die Star Trek Rollenspiel Community

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                        • #13
                          Ich glaub schon das die gegenwart purer SciFi ist.

                          Ich hatte mich vor 10 jahren meine Augen Lasern lassen, und ich kann ohne Brille mein leben meistern

                          Hätte man mir das aber in den 80er gesagt, wäre das noch reine Utopie gewesen.

                          Also in ein paar Bereichen haben wir so enormen Fortschritt gemacht, das man doch amüsiert auf die SciFi- Filme der 50er und 60er zurückblicken kann.

                          Aber bei manchen Bereich LEIDER NICHT

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                          • #14
                            was mir besonders auffällt bei der Differenz zwischen Sci-Fi und Realität: In der Sci-Fi werden mit konstanter Regelmäßigkeit die natürlich gewachsenen Großstrukturen komplett neu konzipiert und alte ersetzt. In der Realität werden neue Technologien eher im Kleinformat stück für stück in das bisherige integriert(was ja häufig auch sinnvoller ist).
                            I can see a world with no war and no hate.

                            And I can see us attacking that world, because they would never expect it.

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                            • #15
                              Naja, aber ich denke, dass hat dahingehend auch eher damit zu tun, dass man in eine Erzählung nur eine begrenzte Bandbreite an Details einbinden kann.
                              Grade bei Filmen ist es ja bsp. eine wahnsinnige Selektionsarbeit, und man muss sich auf die wichtigetsen Handlungselemente der Geschichte an sich beschränken - Für SF-Entwicklungstechnologische Details bleibt da eher spärlich Gelegenheit.
                              Grade bei Star Trek kann man das sehr gut beobachten, wenn man sich beispielsweise mal die Zeiträume zwischen First Contact zu ENT, oder zwischen TOS zu TNG vor Augen führt - Natürlich erscheint dann das Gesamtbild als quasi vollkommen umgekrempelte Serie, das liegt aber nicht am mangelnden Willen, sondern eher an der Mangelnden Gelegenheit das grosse ganze Stück für Stück zu vermitteln, ohnne dass es die Zuschauerschaft langweilt.

                              Aber das ist eben, was SF von der Realität unterscheidet - SF erzählt nachwievor eine Geschichte für sich - In der Realität muss man sich eben mit allen Facetten befassen, ob man will oder nicht *gg*
                              ...When you run with the Doctor it feels like it will never end, and how ever hard you try, you can't run forever. Everybody knows that everybody dies. And nobody knows it like the Doctor. But I do think that all the skies in all the worlds might just turn dark, if he ever accepts it.
                              (River Song)

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