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Superman - Fantasy oder Science-Fiction ?

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  • Superman - Fantasy oder Science-Fiction ?

    Superman kommt von einem anderen Planeten, Krypton, auf dem es eine recht hochentwickelte Zivilisation gab: Sehr schön zu sehen im Film "Superman" (1979), siehe auch Superman I-IV - Die Filme mit Christopher Reeve

    Auf der Erde / im Sonnensystem hat er einige beachtliche Eigenschaften und Fähigkeiten:
    - Unverwundbarkeit (abgesehen von Kryptonit-Empfindlichkeit)
    - Superkräfte, Superschnelligkeit
    - Hitzeblick (wie Laserstrahlen)
    - Röntgenblick
    - er kann fliegen (erreicht sogar Warpgeschwindigkeit )
    - . . .

    Die Frage ist: Wie viel davon kann mit üblichen Science-Fiction-Konzepten erklärt werden, was bleibt Fantasy?

    Das Superman-Universum beinhaltet neben dem Konzept von Paralleluniversen (siehe "Crisis on Infinite Earths") eine Vielzahl von Superschurken, siehe Schurken im Superman-Universum

    Und auch hier stellt sich die Frage: Fantasy oder Science-Fiction?
    - Wie seht ihr das Superman-Universum?
    - Was ist das Geheimnis seines Erfolgs?
    - Was sind die besten Stories (Comics, Romane, TV-Folgen, Filme, usw.), die mehr zur Science-Fiction tendieren?
    - Was sind die besten Stories (Comics, Romane, TV-Folgen, Filme, usw.), die mehr zur Fantasy tendieren?

  • #2
    Ich kenne jetzt von "Superman" nur die 5 Filme, die Serie "Abenteuer von Lois und Clark" und ein paar Folgen "Smallville". Von dem was ich da gesehen habe ist "Superman" eher nicht SF. SF bedeutet "Wissenschaftliche Fiktion" und nicht "Geschichte von Außerirdischen" (sonst wäre "Alf" ja auch SF). Nachdem der Wissenschafts-Apsekt großteils ausgeklammert wird, würde ich persönlich SM nicht ins Genre einordnen.

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    • #3
      Ich denke Superman ist eine "sehr gute" Kombination aus beidem "Fantasy und Science Fiction", und ich denke ganau das macht den Erfolg von Superman aus!
      Bei Star Wars war es ja genau so!

      Kommentar


      • #4
        Zitat von Parallax Beitrag anzeigen
        Ich denke Superman ist eine "sehr gute" Kombination aus beidem "Fantasy und Science Fiction", und ich denke ganau das macht den Erfolg von Superman aus!
        Bei Star Wars war es ja genau so!
        Das sehe ich genau so. Fantasy und Science-Fiction geben sich da wirklich gegenseitig die Hand. Supermans Herkunft und auch einige Gegner wie Lex Luthor, Brainiac, Metallo etc. entspringen ganz klar der SF, während andere Dinge und Figuren des DC-Universums in das der Mann aus Stahl eben gehört, wieder pure Fantasy sind. In der Justice League kämpft er gemeinsam mit Wonder Woman und die einzigen Dinge, gegen die er nichts ausrichten kann, sind Kryptonit und (zumindest war das mal so - bin nicht mehr auf aktuellstem Stand) Magie.

        Bei den Comics ist natürlich "Der Tod von Superman" hervor zu heben und auch die spätere Geschichte um den "Tod von Clark Kent" hat mir sehr gut gefallen.

        Im Fernsehn und im Kino hat mich immer ein bisschen gestört, dass Superman entweder zu wenig ernst genommen wurde (besonders im Kino), oder man (bei Lois und Clark, wie bei Smallville) versucht hat, seine Comicherkunft so gut wie möglich zu vertuschen. Die einzige Serie - und auch gleichzeitig meine Lieblingsversion - die der Comicvorlage wirklich gerecht wurde, war "Superboy." Leider kam die schon ewig nicht mehr im TV und es gibt sie wohl leider auch nicht auf DVD. Ach ja und dann gibt es natürlich noch die excellente Zeichentrickserie von Bruce Timm. Die Cartoon-Reihe aus den 40ern mochte ich aber auch schon ganz gerne .

        Der letzte Supie-Film war für mich eher eine Enttäuschung, weil ich gehofft hatte, dass man sich endlich mal wirklich an den Comics orientieren würde. Schade, dass es nicht so war.

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        • #5
          Die Frage ist natürlich auch, welche Definition von Sciencefiction verwendet wird. Dazu hat der Threadstarter ja seine ganz eigenen Vorstellungen, wie wir schon feststellen durften.

          Davon unabhängig ist Superman von der essentiellen Geschichte her eindeutig SF. Er ist der letzte Überlebende eines außerirdischen Volkes (und Außerirdische sind sehr wohl SF), zur Erde gesandt in einem Raumschiff. Hier auf der Erde entwickelt er aufgrund seiner Physiologie und der physikalischen Gegebenheiten der Erde Superkräfte. All das ist SF.
          Auch ist die Mehrheit seiner Abenteuer eindeutig als SF zu klassifizieren, so kämpfte er viel öfter gegen außerirdische Invasoren und verrückte Wissenschaftler, als irgendwelche Hexen und Dämonen.

          Natürlich ist das DC-Universum als Ganzes eine Mischung aus SF-Elementen, Fantasy-Elementen und eher realistischen Elementen. Da sind SF-Helden wie Green Lantern und J'onn J'onnz, Fantasy-Helden wie Wonder Woman und Dr. Fate und die realistischeren Helden wie Batman oder Green Arrow. Im Großen und Ganzen muss man das DC-Universum als Superhelden-Genre ansehen, eine andere eindeutige Klassifizierung funktioniert nicht.
          Superman für sich ist aber hauptsächlich SF (bei Gott keine Hard-SF, aber immer noch SF), und zumindest aus meiner Sicht wirkte es immer irgendwie fehl am Platze, wenn er gegen Fantasy-Schurken wie Blackrock oder Lord Satanus antreten musste.
          Waldorf: "Say, this Thread ain't half bad."
          Stalter: "Nope, it's all bad."

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          • #6
            Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen

            Auf der Erde / im Sonnensystem hat er einige beachtliche Eigenschaften und Fähigkeiten:
            - Unverwundbarkeit (abgesehen von Kryptonit-Empfindlichkeit)
            - Superkräfte, Superschnelligkeit
            - Hitzeblick (wie Laserstrahlen)
            - Röntgenblick
            - er kann fliegen (erreicht sogar Warpgeschwindigkeit )
            - . . .
            In den Filmen und der Serie sind diese Fähigkeiten doch immer Wissenschaftlich erklärbar. Es ist zwar eine sehr verückte Physik die benutzt wird um Supermans Kräfte zu erklären, aber es gibt immer wieder technische Wege diese Kräfte zu neutraliesieren. Kryptonit ist ein Mineral das ihm schadet, Kryptonit ist kein Zauberstein, zumindestens im Film.

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            • #7
              Was ich mir auch noch überlegt habe, ist ein Vergleich von Superman und Star Trek, wo ja auch Superwesen wie Q auftreten. Weder bei Superman noch bei Q weiß man wirklich genau, wie stark sie eigentlich sind. Offenbar können beide (im Extremfall auch Superman) Planeten aus der Umlaufbahn verschieben, und Supermans Flugfähigkeit entspricht vielleicht einem "natürlichen Warp-Feld"
              Zitat von Kai "the spy" Beitrag anzeigen
              Die Frage ist natürlich auch, welche Definition von Sciencefiction verwendet wird. Dazu hat der Threadstarter ja seine ganz eigenen Vorstellungen, wie wir schon feststellen durften. Davon unabhängig ist Superman von der essentiellen Geschichte her eindeutig SF.
              Davon unabhängig ist Superman von der essentiellen Geschichte her eindeutig SF. Unabhängig von der Definition von Science-Fiction ist also Superman eindeutig SF ?

              Was mir allmählich in den Sinn kommt, ist, dass viele offenbar sehr rigorose Vorstellungen von Fantasy (= Technik maximal auf dem Niveau des Mittelalters, Magie ist an Klischeevorstellungen von Hexen und Zauberern, insbesondere das Aufsagen von Zaubersprüchen gebunden) haben und die Science-Fiction dann als das Übrige definieren (Technik auf höherem Niveau, Magie in Form von Pseudowissenschaft wird nicht mehr als solche erkannt), siehe auch Pseudotechnologie und Magie in Science-Fiction und Fantasy

              Zitat von Kai "the spy" Beitrag anzeigen
              Er ist der letzte Überlebende eines außerirdischen Volkes (und Außerirdische sind sehr wohl SF), zur Erde gesandt in einem Raumschiff.
              Mein Ziel ist es, mich von überkommenen Klischeevorstellungen bzgl. Science-Fiction zu lösen. Zu behaupten, eine Geschichte mit Außerirdischen und Raumschiffen muss Science-Fiction sein, ist genauso eine Klischeevorstellung, wie dass eine Person mit langen Haaren und Küchenschürze, die in der Küche am Herd steht, eine Frau sein muss.
              Zitat von Kai "the spy" Beitrag anzeigen
              Hier auf der Erde entwickelt er aufgrund seiner Physiologie und der physikalischen Gegebenheiten der Erde Superkräfte. All das ist SF.
              Oder pure Fantasie. Denn viel mehr Erklärung als diesen einen Satz: "Hier auf der Erde entwickelt er aufgrund seiner Physiologie und der physikalischen Gegebenheiten der Erde Superkräfte" habe ich bisher noch nicht gefunden. D.h. Supermans Kräfte werden mehr oder weniger einfach postuliert.
              Zitat von GGG Beitrag anzeigen
              In den Filmen und der Serie sind diese Fähigkeiten doch immer Wissenschaftlich erklärbar.
              Gut, das wäre ein sehr interessanter Punkt, wenn man hierzu im Thread etwas zusammen tragen könnte.
              Zitat von GGG Beitrag anzeigen
              Es ist zwar eine sehr verückte Physik die benutzt wird um Supermans Kräfte zu erklären, aber es gibt immer wieder technische Wege diese Kräfte zu neutraliesieren.
              "Eine verrückte Physik" - das ist super ausgedrückt Vielleicht kann man hier im Thread mal einige dieser Erklärungen sammeln.
              Zitat von GGG Beitrag anzeigen
              Kryptonit ist ein Mineral das ihm schadet, Kryptonit ist kein Zauberstein, zumindestens im Film.
              Was unterscheidet Kryptonit von einem Zauberstein ? Was würde eine Tricorder-Analyse von Kryptonit erbringen ?

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              • #8
                Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
                Gut, das wäre ein sehr interessanter Punkt, wenn man hierzu im Thread etwas zusammen tragen könnte.

                "Eine verrückte Physik" - das ist super ausgedrückt Vielleicht kann man hier im Thread mal einige dieser Erklärungen sammeln.
                Leider ist mir die Physik des Superman Universums genzlich unbekannt. Zbs die Fähigkeit Laser mit den Augen zu schießen? hm... da müßten sich doch Diamanten in seinen Augen befinden und ne Lichtquelle. Aber ich bin sicher es git irgendwo ne Erklärung. Superhelden Universen haben immer irgendwelche Erklerungen, bei X Men müßen die Genetischen Mutationen herhalten.

                Was unterscheidet Kryptonit von einem Zauberstein ? Was würde eine Tricorder-Analyse von Kryptonit erbringen ?
                ich denke mal ein Tricorder würde die Elemente des Kryptonits aufschlüßeln, wobei, wie immer ein Rest bleibt der unerklärlich ist. Also ein zusätzliches unbekanntes Element. ist so ähnlich wie mit der Speerspitze des Predators aus Predator II etwas ist trin das es auf der Erde nicht gibt. Die Frage ist dan nur ob die menschheit des 24. Jhds nicht schon auf dieses Mineral gestoßen ist. ich kann mir also vorstellen das es in einem Superman Scenario gut möglich ist das Zukunftsmenschen oder Auserirdische dieses Element kennen, und vieleicht sogar künstliches kryptonit schaffen können.

                Anders bei zaubersteinen, da würde so ein Trickorder wohl wild ausschlagen, aaah es ist das absulute Nichts, seine Energie Unendlich... wir sterben Alle! Sowas gabs aber auch bei Star Trek "Diese Energieform ist mir gänzlich unbekannt" Inerhalb des Star trek Universum scheint ja alles Wissenschaft zu sein, wohingegen das Indiana Jones Universum sowohl Sci Fi wie auch Fantasy Aspekte aufweist. ich denke daher es kommt je nach Abenteuer darauf an was Superman ist. Wenn er gegen Auserirdische Roboterarmeen kämpft dann ist das klar Sci Fi... wenn er aber gegen äh irgend welche Dämonen kämpft mehr Fantasy.

                Ja vieleicht sollte man Superman mehr einzeln nach Bänden und Filmen beurteilen?

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                • #9
                  Zitat von GGG Beitrag anzeigen
                  Inerhalb des Star trek Universum scheint ja alles Wissenschaft zu sein
                  In Star Trek ist schon auch ziemlich viel Fantasy mit dabei. Es fällt vielleicht nur nicht immer so auf.
                  Zitat von GGG Beitrag anzeigen
                  Ja vieleicht sollte man Superman mehr einzeln nach Bänden und Filmen beurteilen?
                  Ja, das war auch eine der Ausgangsfragen des Threads:
                  Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
                  - Was sind die besten Stories (Comics, Romane, TV-Folgen, Filme, usw.), die mehr zur Science-Fiction tendieren?
                  - Was sind die besten Stories (Comics, Romane, TV-Folgen, Filme, usw.), die mehr zur Fantasy tendieren?
                  Leider habe ich noch nicht vieles gelesen / gesehen. Ich kenne Superman, Superman II, Superman Returns und die Serie Lois & Clark und eine Handvoll Comics und Zeichentrickfolgen, möchte mich aber weiterbilden.

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                  • #10
                    Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen

                    Leider habe ich noch nicht vieles gelesen / gesehen. Ich kenne Superman, Superman II, Superman Returns und die Serie Lois & Clark und eine Handvoll Comics und Zeichentrickfolgen, möchte mich aber weiterbilden.
                    Von "Smalville" kenne ich nur GANZ wenige Folgen. An "Lois und Clark" kann ich mich kaum mehr erinnern (war noch ein Kind als ich das sah). Von den Filmen her, finde ich den 1er sehr gut. 2 und 5 (sofern man "Returns" als 5 bezeichnen kann) sind ganz nett. 3 und 4 sind einfach nur übler Comic-Trash.

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                    • #11
                      Kennst du den Supergirl Film? Sie lebt in Chigago glaube ich, ist kurz nach den Supermanfilmen irgendwann Anfang der 80er rausgekommen. In diesem Film kämpft sie gegen eine Hexe, die Chicago und die Welt in ihr Königreich verwandeln will. das war ganz klar Magie, sie hat zbs. eine Burg nach Chicago gezauberts usw.

                      Als Kind habe ich ab und zu Superhelden Comics gekauft, wobei mir da auch Geschichten in den Sinn kommen die mit sowas wie zauberei zutun hatten: Zbs konnte ein typ in seinen Träumen die Zukunft sehen, wobei er sah das ein Wrestler Superman verprügelte. Es wurde hierbei keine Erklärung gegeben, wobei es seltsam war, denn der Wrestler hat nichts getan was Superman schwächen hätte können weder Kryptonit noch sonnst etwas... ach ja der Traumseher hat aber nur die erste Runde des kampfes geträumt... in der Zweiten war Superman wieder der Alte. Ja und dann fällt mir ne Storry ein wo ein Kobold ganz Metropolis veränderte, fast wie Q.

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                      • #12
                        Superheldengeschichten stellen im Prinzip ein ganz eigenständiges Genre dar und bestehen immer aus Versatzstücken von Fantasy, Science-Fiction und manchmal sogar Horror. Ich denke nicht, dass man hier eindeutige Trennungen vornehmen kann. Bei Superman überwiegen die SF-Anteile, aber die Fantasy ist ebenso präsent und bei Supies Kräften lässt sich wirklich drüber streiten, wieviel davon man noch ernsthaft als SF durchgehen lassen will . (Früher, als er noch so bizarres Zeug wie "Superbauchreden" drauf hatte, war das wohl noch schwieriger ) .

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                        • #13
                          Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
                          Was ich mir auch noch überlegt habe, ist ein Vergleich von Superman und Star Trek, wo ja auch Superwesen wie Q auftreten. Weder bei Superman noch bei Q weiß man wirklich genau, wie stark sie eigentlich sind. Offenbar können beide (im Extremfall auch Superman) Planeten aus der Umlaufbahn verschieben, und Supermans Flugfähigkeit entspricht vielleicht einem "natürlichen Warp-Feld"
                          Von der Macht eines Qs ist Superman weit entfernt, und die Kraft, Planeten zu verschieben, hatte Superman nur in den 60ern und sehr frühen 70ern.
                          Tatsächlich gibt es aber eine Figur im Superman-Universum, welche Q überaus ähnlich ist und sogar als Inspiration gedient haben dürfte (zumindest gab es mit dem nordischen Gott Loki die selbe Quelle): Mister_Mxyzptlk
                          Ansonsten gab es in Star Trek einige außerirdische Spezies, welche den Menschen an Körperkraft überlegen waren. Darüberhinaus sind mir aber keine ST-Charaktere bekannt, die in eine ähnliche Kerbe wie Superman schlagen.

                          Davon unabhängig ist Superman von der essentiellen Geschichte her eindeutig SF. Unabhängig von der Definition von Science-Fiction ist also Superman eindeutig SF ?
                          Unabhängig von deiner Definition.

                          Was mir allmählich in den Sinn kommt, ist, dass viele offenbar sehr rigorose Vorstellungen von Fantasy (= Technik maximal auf dem Niveau des Mittelalters, Magie ist an Klischeevorstellungen von Hexen und Zauberern, insbesondere das Aufsagen von Zaubersprüchen gebunden) haben und die Science-Fiction dann als das Übrige definieren (Technik auf höherem Niveau, Magie in Form von Pseudowissenschaft wird nicht mehr als solche erkannt), siehe auch Pseudotechnologie und Magie in Science-Fiction und Fantasy
                          Sollen wir diese ganze Genre-Definitionssache noch einmal durchkauen? Genres dienen primär der Orientierung des Publikums. Und glaub' es oder nicht, selbst Star Wars wird vom Hauptpublikum als Sciencefiction angesehen, und nicht als Science Fantasy (ein Begriff, den die meisten nicht mal kennen, also eigentlich nur als Subgenre dienen könnte).

                          Mein Ziel ist es, mich von überkommenen Klischeevorstellungen bzgl. Science-Fiction zu lösen. Zu behaupten, eine Geschichte mit Außerirdischen und Raumschiffen muss Science-Fiction sein, ist genauso eine Klischeevorstellung, wie dass eine Person mit langen Haaren und Küchenschürze, die in der Küche am Herd steht, eine Frau sein muss.
                          Aha, dann ist das also ein schweres, sozialpolitisches Dilemma, welches du zu lösen suchst.
                          Ernsthaft, jene, die sich von Klischeevorstellungen lösen sollten/könnten/müssten sind die Autoren. Dem Publikum dient die Genre-Einteilung, wie gesagt, lediglich zur Orientierung.

                          Oder pure Fantasie. Denn viel mehr Erklärung als diesen einen Satz: "Hier auf der Erde entwickelt er aufgrund seiner Physiologie und der physikalischen Gegebenheiten der Erde Superkräfte" habe ich bisher noch nicht gefunden. D.h. Supermans Kräfte werden mehr oder weniger einfach postuliert.
                          Dann hast du tatsächlich noch nicht viel von Superman gelesen/gesehen, oder?! Die Erklärungen werden nämlich ziemlich häufig wiedergekäut. Schon auf der ersten Seite des ersten Superman-Comics in ACTION COMICS #1 haben Jerry Siegel & Joe Shuster eine (den damaligen Vorstellungen entsprechende) wissenschaftliche Erklärung für Supermans Kräfte eingebaut.

                          Die Erklärungen änderten sich natürlich mit der Zeit und den anwachsenden Kräften Supermans. Mitte der 40er, als Superman schließlich so mächtig geworden war, dass das Szenario vom Untergang der Kryptonier nicht mehr glaubwürdig war, hat man die Erklärung mit den gelben Sonnenstrahlen eingeführt.
                          Ausführlich wurde auf die Superkräfte (und andere fantastische Elemente der Superman-Mythologie) in dem Buch The Science of Superman: The Official Guide to the Science of the Last Son of Krypton.

                          Was unterscheidet Kryptonit von einem Zauberstein ? Was würde eine Tricorder-Analyse von Kryptonit erbringen ?
                          Kryptonit sind Steine und Kristalle von Krypton, welche Radioaktivität auf einer bestimmten Frequenz ausstrahlt. Diese Strahlung wurde, je nach Interpretation, entweder von der Vernichtung Kryptons verursacht, war wichtiger Faktor der Kettenreaktion, die zur Vernichtung Kryptons führten oder war bereits vorher als gefährliche Substanz bekannt. In den "wilden" 50ern und 60ern hat man zusätzlich zum üblichen grünen Kryptonit noch die vielen anderen Kryptonit-Arten eingeführt, welche die unterschiedlichsten Reaktionen hervorriefen. Tatsächlich ist dieser Teil durchaus als Fantasy anzusehen, allerdings entledigten sich spätere Autoren größtenteils wieder der verschiedenen Arten und beschränkten sich auf das grüne Kryptonit.

                          Letztendlich kommt es natürlich auch immer auf den Autor an. Wie bereits angemerkt waren die Autoren der 50er und 60er wenig an wissenschaftlichen Erklärungen interessiert und behandelten fantastische Elemente ziemlich alltäglich. Auch kam es auf die Charaktere aus dem erweiterten DC-Universum an, auf welche Superman in den jeweiligen Geschichten traf (Wonder Woman, Etrigan, Phantom Stranger, etc.). Dennoch ist die Superman-Mythologie weitgehend SF-lastig.

                          Gute Beispiele für eindeutig SF-lastige Superman-Comics sind das von mir ja schon öfter gelobte Birthright, All Star Superman, The Man of Steel, For Tomorrow 1 und 2 und diverse andere.
                          Fantasy-lastiger sind etwa Batman/Superman/Wonder Woman: Trinity oder End of the Century.

                          Ein fantasy-lastiges Äquivalent zum SF-lastigen Superman stellt sicherlich auch DCs Captain Marvel (nicht zu verwechseln mit Marvels Captain Marvel) dar.
                          Waldorf: "Say, this Thread ain't half bad."
                          Stalter: "Nope, it's all bad."

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                          • #14
                            Zitat von Kai "the spy" Beitrag anzeigen
                            Schon auf der ersten Seite des ersten Superman-Comics in ACTION COMICS #1 haben Jerry Siegel & Joe Shuster eine (den damaligen Vorstellungen entsprechende) wissenschaftliche Erklärung für Supermans Kräfte eingebaut.
                            Zufällig habe ich diese Seite vor mir liegen (F.A.Z. Klassiker der Comic-Literatur). Die Seite enthält keine wissenschaftliche Erklärungen, sondern nur eine einzige Analogie, und zwar dass Ameisen ein Mehrfaches ihres Körpergewichts tragen können und Grashüpfer weit springen können. Warum Ameisen und Grashüpfer dies können, wird nicht erklärt. Und daran krankt auch die Superman-Hintergrundgeschichte. Versucht man die Insektenphysiologie auf Superman zu übertragen, kommt ein Riesenhaufen Unsinn dabei heraus.

                            Was die Genre-Definitionen von Science-Fiction und Fantasy angeht, vielleicht kann man da auf geisteswissenschaftlichem Niveau noch lustig herumdiskutieren und vorne und hinten nicht unterscheiden, sobald man es aber mit naturwissenschaftlich-technischen Fragestellungen zu tun, trennt sich echte Wissenschaft von fiktionalem Unsinn sehr schnell. Meist kommt dann aus der Geistenswissenschaftsecke oder der Ahnungslosenecke nur noch ihr letztes Notargument, dass man früher dieses und jenes nicht für möglich gehalten hatte, es heute aber dieses und jenes gibt, und somit in Zukunft alles möglich sein wird.

                            Was mich sehr traurig stimmt, ist, dass viele Menschen heute überhaupt schon gar nicht mehr wissen, was Wissenschaft und was Fiktion ist. Im Literaturbereich, wo manche vielleicht schon gemerkt haben, dass es auf echter Wissenschaft basierende fiktionale Literatur gibt, die man aber lieber nicht Science-Fiction nennen möchte, weil die allermeiste Science-Fiction in der Regel ein Haufen fiktionaler Unsinn ist, gibt es ja nun das Genre "Science Fact". Irgendwann wird dies aber genauso von fiktionalem Unsinn durchlöchert werden, weil die meisten Leute von echter Wissenschaft keine Ahnung haben. Die meisten Leute entscheiden doch offenbar rein gefühlsmäßig, was jetzt bei irgendwas Wissenschaft sein soll. Man zeigt ihnen ein Gerät mit blinkenden Lichtern, und das genügt.

                            Was Superman angeht, ist meinem Eindruck kaum noch etwas genuin Wissenschaftliches erkennbar. Für mich ist das reine Fantasy, aber eben auch zu einem Gutteil Science Fantasy, da häufig naturwissenschaftlich-technisches Vokabular benutzt wird und technische Gerätschaften mit den typischen Schaltelementen (Knöpfe, Lichter, Hebel, Rädchen, usw.) dargestellt werden. Vorwiegend wird mittels suggestiver Bildsprache und in die Textblasen eingesträuten Technobabble-Fetzen Wissenschaft suggeriert, aber wirklich erklärt wird eigentlich nichts. Jedoch wird die Phantasie sehr stark angeregt

                            Nicht ganz klar ist nun für mich aber auch, wo die Grenzen von Supermans Kräften liegen. In einem Science-Fiction-Setting müsste man diese Grenzen irgendwie quantifizieren können, zumindest grob. So etwa sollte festgelegt sein, ob Superman schneller als das Licht fliegen kann, oder nicht. Oder allgemeiner, welche Kräfte noch glaubwürdig erscheinen und welche nicht. Zum Beispiel finde ich es nicht glaubwürdig, wenn Superman Planeten aus der Umlaufbahn verschieben kann. Oder dass seine Unverwundbarkeit soweit reicht, dass er auf der Sonne spazieren gehen kann.

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                            • #15
                              Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
                              Was die Genre-Definitionen von Science-Fiction und Fantasy angeht, vielleicht kann man da auf geisteswissenschaftlichem Niveau noch lustig herumdiskutieren und vorne und hinten nicht unterscheiden, sobald man es aber mit naturwissenschaftlich-technischen Fragestellungen zu tun, trennt sich echte Wissenschaft von fiktionalem Unsinn sehr schnell.
                              Du magst das, was man im Allgemeinen unter Science-Fiction versteht ja gerne für trivial halten, aber in der Literaturwissenschaft weitgehend anerkannte Genredefinitionen wirst du mit deiner Argumentation kaum außer Kraft setzen können, weil es nun einmal nicht Aufgabe der Naturwissenschaft ist, solche Definitionen vorzunehmen.

                              Natürlich kann man von naturwissenschaftlichem Standpunkt aus sagen, dass diese oder jene SciFi-Story genau betrachtet Blödsinn ist, aber ebenso wird dir jeder Geschichtswissenschaftler sagen können, dass ein Großteil sogenannter Historienfilme oder -romane vom tatsächlich historischen Hintergrund her völliger Quatsch sind. Trotzdem kommt niemand auf die Idee, sie deshalb gleich ins Fantasy - Genre zu stecken. Anderenfalls wären plötzlich mindestens 80 - 90 % jeglicher Literatur (Filme eingeschlossen) in diesem Genre zu finden und die Unterscheidungen würden auf einmal ganz schön schwer fallen.

                              Es lässt sich bei Definitionsabgrenzungen ja durchaus über Einiges streiten, aber darüber, dass Phantastisches in der SF um wissenschaftlich anmutende Erklärungen bemüht ist - und dazu gehören auch Spekulationen über außerirdische Technologie oder diverse Kräfte solcher Wesen - während die Fantasy selbst auf pseudowissenschaftliche Erklärungen pfeift, besteht nun einmal ein allgemeiner Konsens. Darüber hinaus - wir hatten die Diskussion ja schon öfter - ignorierst du bei deinem Definitionsansatz grundsätzlich die genretypischen Metaebenen, die für die Einteilung keine unwesentlich Rolle spielen.

                              Es geht insgesamt um die, dem Zweck der Übersichtlichkeit dienende Einordnung fiktionaler Werke und nicht um deren 100%ige, naturwissenschaftliche Plausibilität. Superman enthält überall dort SF-Elemente, wo versucht wird, Phantastisches, durch wissenschaftlich anmutende Erklärungen, tatsächlich möglich erscheinen zu lassen. Überall, wo Dinge geschehen, die man nur übernatürlicher Mystik zuschreiben kann, weil sie gar nicht darum bemüht sind, real möglich zu erscheinen, haben wir Fantasy-Elemente.

                              Persönlich kann natürlich jeder für sich selbst definieren, wie er Lust hat, aber von anderen sollte man möglichst nicht erwarten, dass sie mehrere Jahrhunderte der Literaturgeschichte und sämtliche Ansätze der Literaturwissenschaft einfach mal sausen lassen, weil man sich selbst eine unglaublich enge und damit verdammt unpraktische Genredefinition zurechtgeschustert hat, bei der man die zugehörigen Werke letztendlich an einer Hand abzählen kann.

                              Wenn man es so genau nehmen will, müsste man jeden Western als Fantasy betrachten, da diese Geschichten in einer Welt spielen, die so nie existiert hat und es wohl auch nie wird. Besonders im Italo-Western haben wir dann auch noch geradezu mythisch anmutende Heldenfiguren. Trotzdem werde ich kaum mit Westernfans auf der Ebene diskutieren, dass sie gefälligst anzuerkennen hätten, dass es im Grunde nur eine Handvoll echter Western gäbe und alles andere Fantasy wäre.

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