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Zuwenig 'Science' in SF-Filmen

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  • Zuwenig 'Science' in SF-Filmen

    Während sich viele SF-Autoren in ihren Romanen wenigstens etwas Mühe mit der 'Science', also der Wissenschaft geben, fehlt es daran meiner Meinung nach in den meisten SF-Filmen. Drei Besipiele:

    'Armageddon': Der Asteroid,der die Erde bedroht, hat einen Durchmesser von -zig Kilometern. Was macht es dann für einen Sinn, ein Loch von gerade mal 250 Metern Tiefe zu bohren, um die Sprengwirkung zu erhöhen ?

    'The Core': Der Erdkern rotiert nicht mehr , dadurch bricht das Erdmagnetfeld zusammen und man muß den Kern wieder zum Rotieren bringen. Häh ?

    'Sunshine': Die Sonne droht zu erlöschen und soll durch die Explosion einer Atombombe wieder angefacht werden. Wenn man mal ignoriert, dass unsere Sonne nach allem, was wir derzeit wissen, noch eine Lebensdauer von mehreren Milliarden Jahren hat, bleibt immer noch die Tatsachse, dass die Explosion einer (wenn auch großen) Atombombe angesichts der Größe der Sonne wirkungslos verpuffen würde.

    Was übrigens erstaunlich ist: In allen drei Filmen hat man dieselbe Lösung für drei völlig verschiedene Probleme. Ist schon toll, was man alles mit Atombomben machen kann.

  • #2
    kurze Antwort: Popcornkino...

    komplizierte Filme locken keinen ins Kino.Bruce Willice als Quantenforscher wäre recht lahm

    und was das Patentrezept A-Bombe angeht...ist halt typisch amerikanisch.
    "Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion." Voltaire

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    • #3
      Zitat von kosmoaffe Beitrag anzeigen
      komplizierte Filme locken keinen ins Kino.Bruce Willice als Quantenforscher wäre recht lahm
      Verlange ich ja gar nicht. Aber der Plot eines Films wird nicht dadurch komplizierter, dass man sich ein wenig mehr an Naturgesetze und an wissenschaftliche Erkenntnisse hält.
      Bei 'Armageddon' ist der Plot mit dem Asteroiden ja auch nicht übel, nur was
      daraus gemacht wurde. Etwas anderes ist es meiner Meinung bei den beiden anderen Filmen. Wenn die Grundidee schon völliger Unfug ist (Sonne erlischt/Erdkern steht still), dann nutzen auch noch so gute schauspielerische Leistungen und/oder tolle Spezialeffekte nicht.
      Zu 'The Core' gibt's übrigens einen netten Verriss (auf englisch):
      The Core XP

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      • #4
        Zur Erklärung von Fiktion werden in der Literatur- und Kunsttheorie unter anderem fehlender Wahrheitsanspruch und mangelnde Übereinstimmung mit der Realität herangezogen.

        Denke das sollte man nicht allzu eng sehen. Manch SciFi-Film ist eben näher an der Realität, ein anderer etwas weiter entfernt. In erster Linie sollen die Filme eben unterhalten.

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        • #5
          Zitat von kosmoaffe Beitrag anzeigen
          und was das Patentrezept A-Bombe angeht...ist halt typisch amerikanisch.
          nicht zwangsweise, es gab im kalten K. sowohl auf amerikanischer Seite("Plowshare") als auch sowjetische("Atomexplosionen für die Nationalökonomie") Konzepte Atomwaffen für alles mögliche zu nutzen(Häfen eisfrei halten, Kanäle graben, Raumschiffantriebe, Dämme aufschütten...)
          I can see a world with no war and no hate.

          And I can see us attacking that world, because they would never expect it.

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          • #6
            Ich finde die drei Katastrophenfilme "Armageddon", "The Core" und "Sunshine" eigentlich sehr gut. Hard-Science-Fiction ist das natürlich nicht, besonders "The Core" und "Sunshine" fallen eher in die Kategorie Science Fantasy.
            A definition, offered by Rod Serling, is that "science fiction makes the implausible possible, while science fantasy makes the impossible plausible." The meaning is that science fiction describes unlikely things that could possibly take place in the real world under certain conditions, while science fantasy gives a veneer of realism to things that simply could not happen in the real world under any circumstances. Another interpretation is that science fiction does not permit the existence of supernatural elements; science fantasy does.
            Wirkliche Hard-SF-Filme gibt es nicht sehr viele. Da zähle ich auch "2001" nicht dazu. Filme, die wissenschaftlich korrekt sind, sind vermutlich auch nicht sehr phantasievoll. Phantasie und Wissenschaft schließen einander nicht unbedingt aus, aber an irgendeiner Stelle wird meist doch etwas Phantastisches in einen ansonsten soliden SF-Film reingebastelt, damit es unterhaltsamer wird. Zum Beispiel im Film "Contact", anstatt dass man sich darauf beschränkt, auszumalen, was passiert, wenn wirklich ein Signal einer anderen Zivilisation aufgefangen wird, muss es gleich die Bauanleitung für ein Stargate sein. Ähnlich bei "Species", dieser Film wird auch bis an die Grenze des Glaubwürdigen "aufgepeppt" (bizarre physiologische Eigenschaften des Aliens, Einsatz eines Hellsehers).

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            • #7
              Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
              Wirkliche Hard-SF-Filme gibt es nicht sehr viele. Da zähle ich auch "2001" nicht dazu.
              Wenn selbst 2001 nicht mehr als Hard-SF durchgeht, dann wüste ich keinen mehr....
              Korvettenprojekt 3435 A.D.
              Korvetten-Basismodellreihe des späten Solaren Imperiums (Perry Rhodan-Serie)

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              • #8
                Das gibt es in erster Linie auch nur in Buchform, wo man dann z.B. zum Mars fliegt.

                Persönlich habe ich aber kein Problem damit, wenn mand en Science Part etwas reduziert. Eine Raumschiff muss einen ans Ziel bringen und eine Waffe muss schießen, wie ist mir im Prinzip egal.
                When I get sad, I stop being sad, and be AWESOME instead. True story.

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                • #9
                  Ich denke ein SF-Film müsste nicht unbedingt top Hard-SciFi sein (selbst diese BBC-Produktion um das Raumschiff Pegasus hatte seinen Anteil an handwaveium) um realistischer zu wirken.
                  Es würde mir schon reichen wenn die Drehbuchschreiber nicht alle 5 Sekunden irgend einen etablierten wissenschaftlichen Fakt ignorieren oder pervetieren würden.

                  Beispiel: Selbst an seiner dichtesten Stelle hat der Asteoridengürtel hunderttausende von Kilometer zwischen den einzelnen Himmelskörpern.
                  Du könntest blind einen schnurgeraden Kurs durch ihn hindurch plotten und die Chance mit einem Astoriden zu kollidieren wäre immer noch weit unter 1%.
                  Trotzdem sieht man die Protagonisten von allen möglichen SF-Filen und -Serien im Sekundentakt wilde Ausweichmanöver um Asteoriden fliegen, die dicht genug liegen um den Gürtel zu Fuss zu durchqueren.
                  Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

                  - Florance Ambrose

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                  • #10
                    Zitat von logman Beitrag anzeigen
                    Wenn selbst 2001 nicht mehr als Hard-SF durchgeht, dann wüste ich keinen mehr....
                    Selbst wenn man mal HAL als KI durchgehen lässt, bleibt am Ende immer noch der mysteriöse Monolith im Jupiterorbit, der wie ein Stargate funktioniert, was wissenschaftlich nur schwer haltbar ist. "2001" liegt so auf der Grenze. "Star Trek" ist sicher auch keine Hard-SF.

                    Mir fallen halt noch die Jurassic Park Filme ein, oder "Andromeda - Tödlicher Staub aus dem All", beides von Michael Crichtons Romanvorlagen verfilmt, vielleicht "West World", ebenfalls Crichton, "Rollerball", "Uhrwerk Orange", "Capricorn One", "Lautlos im Weltraum", "Outland - Planet der Verdammten", "Space Camp", "War Games", "Colossus", "Avalon", "Red Planet", "THX 1138", "Cube", "The Day After", "Das letzte Ufer", "Mad Max", "Die Klapperschlange" ...

                    Wobei eben die Frage ist, wie man Storys mit alternativer Geschichtsschreibung einordnet. "Die Klapperschlange" spielt ja in einem fiktiven Jahr 1999 und hat mit Wissenschaft eigentlich nichts zu tun. D.h. bei manchen sogenannten SF-Filmen stellt sich einfach das Problem nicht

                    Zitat von Makrovirus Beitrag anzeigen
                    Persönlich habe ich aber kein Problem damit, wenn mand en Science Part etwas reduziert. Eine Raumschiff muss einen ans Ziel bringen und eine Waffe muss schießen, wie ist mir im Prinzip egal.
                    Sehe ich ähnlich. Bei Star Trek, was mir sehr gut gefällt, hat man eben auch diese Funktionalität, ohne die praktisch kaum eine Weltraum-Serie funktioniert, und da ist es mir auch egal, ob es den Warpantrieb oder den Phaser wirklich geben könnte. Star Trek muss für mich keine Hard-SF sein, was aber auch nicht heißt, dass ich Technobabble über alles liebe.

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                    • #11
                      Um es etwas zu präzisieren:
                      Ich möchte durchaus keine SF-Filme, die zu 100 % auf Wissenschaft beruhen,
                      denn dann könnte ich mir gleich einen Dokumentarfilm ansehen.
                      Andererseits würde es aber durchaus nicht schaden, wenn sich die Drehbuchautoren nicht über all zu viele Naturgesetze hinwegsetzen.
                      'The Core' ist ein gutes Beispiel, was man alles nicht machen sollte.
                      Das fängt schon damit an, dass sich die Autoren anscheinend eine merkwürdige Vorstellung von der Funktion des Erdmagnetfelds machen, geht dann weiter zu ihrer Meinung, dass es sinnvoll ist, eine Reise zum Erdmittelpunkt im Marianengraben zu beginnen (spart volle zehn km bei einer Strecke von gut fünftausend km bis zum Erdkern) und endet noch lange nicht damit, dass Funkwellen anscheinend problemlos durch dicke Gesteinsschichten gehen.
                      Kurz gesagt: Wenn es für die Spannung und für den Fortgang der Handlung erforderlich ist, habe ich nichts dagegen, wenn sich die Autoren mehr 'Fiction' als 'Science' gönnen, aber ich finde, man sollte es nicht übertreiben.

                      Kurz zu 'Escape from New York/Die Klapperschlange': Der Film ist aus den achtzigern und spielt im Jahr 1999.Unter alternativer Geschichtsschreibung verstehe ich etwas anderes.

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                      • #12
                        Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
                        Wirkliche Hard-SF-Filme gibt es nicht sehr viele. Da zähle ich auch "2001" nicht dazu. Filme, die wissenschaftlich korrekt sind, sind vermutlich auch nicht sehr phantasievoll. Phantasie und Wissenschaft schließen einander nicht unbedingt aus, aber an irgendeiner Stelle wird meist doch etwas Phantastisches in einen ansonsten soliden SF-Film reingebastelt, damit es unterhaltsamer wird. Zum Beispiel im Film "Contact", anstatt dass man sich darauf beschränkt, auszumalen, was passiert, wenn wirklich ein Signal einer anderen Zivilisation aufgefangen wird, muss es gleich die Bauanleitung für ein Stargate sein. Ähnlich bei "Species", dieser Film wird auch bis an die Grenze des Glaubwürdigen "aufgepeppt" (bizarre physiologische Eigenschaften des Aliens, Einsatz eines Hellsehers).
                        also ich fände eine Verfilmung der Bücher von Stross(Accelerando), Reynolds(Unendlichkeit(Zyklus)),Asimov(Foundation(Zyklus)), Baxter(Xeelee(Zyklus))... durchaus sehenswert und spannend um nicht zu sagen um einiges innovativer, interessanter und spannender als alles was man von ST, SG bis SW so geboten bekommt.
                        I can see a world with no war and no hate.

                        And I can see us attacking that world, because they would never expect it.

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                        • #13
                          Zitat von 1 von 1 Beitrag anzeigen
                          also ich fände eine Verfilmung der Bücher von Stross(Accelerando), Reynolds(Unendlichkeit(Zyklus)),Asimov(Foundation(Zyklus)), Baxter(Xeelee(Zyklus))... durchaus sehenswert und spannend um nicht zu sagen um einiges innovativer, interessanter und spannender als alles was man von ST, SG bis SW so geboten bekommt.
                          Nicht zu vergessen Snegovs "Menschen wie Götter"-Trilogie ... aber bei der zweifle ich echt, ob man die jemals wird verfilmen können (jedenfalls, was einen Realfilm betrifft - als kompletter CGI-Film ist der schon eher vorstellbar)
                          Depend upon it, sir, when a man knows he is to be hanged in a fortnight, it concentrates his mind wonderfully.
                          (Dr. Samuel Johnson)

                          Main problem with troubleshooting is: trouble shoots back (Quelle: Google+)

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                          • #14
                            Zitat von Eagleeye Beitrag anzeigen
                            aber bei der zweifle ich echt, ob man die jemals wird verfilmen können (jedenfalls, was einen Realfilm betrifft - als kompletter CGI-Film ist der schon eher vorstellbar)
                            das dürfte auch auf die Bücher meiner Aufzählung zutreffen(außer vielleicht der Anfang von Accelerando der nahe der Jetztzeit beginnt) besonders dürfte es aber auch bei der Verfilmung des Unendlichkeits- oder Xeeleezyklus ziemliche Schwierigkeiten mit der Alterseinstufung geben(sind in Teilen ziemlich harte Dystopien besonders Xeelee). Die Verfilmung als Anime wäre daher auch eine brauchbare Alternative.
                            I can see a world with no war and no hate.

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                            • #15
                              Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
                              Selbst wenn man mal HAL als KI durchgehen lässt, bleibt am Ende immer noch der mysteriöse Monolith im Jupiterorbit, der wie ein Stargate funktioniert, was wissenschaftlich nur schwer haltbar ist. "2001" liegt so auf der Grenze. "Star Trek" ist sicher auch keine Hard-SF.
                              Den Monoliten mal ausgeklammert empfand ich 2001 immer als Ultraharte SF.
                              Star Trek ist da im Vergleich weich wie Butter aus der Mikrowelle
                              Korvettenprojekt 3435 A.D.
                              Korvetten-Basismodellreihe des späten Solaren Imperiums (Perry Rhodan-Serie)

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