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Abgrenzung von SciFi und Fantasy

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    Ausgegliedert aus: http://www.scifi-forum.de/science-fi...zuende-11.html

    Also ich denke wirklcih "harte" SciFi im Sinne von Raumfahrtabenteuern gibt es ohnehin nicht, da ich persönlich nicht glaube, daß Raumfahrt die das Sonnensystem verlässt in größerem Maßstab möglich sein wird. Von daher ist das alles nur zusammenfantasiert.

    Ich würde das alles über Raumschiffe etc eher Science Fantasy nennen, gegenüber klassischer "übernatürlicher" Fantasy.

    Naja, aber da Jungs eh schon immer lieber mit Autos spielen mögen sie halt auch ihre Fantasy lieber wenn sie mit dicken Raumkreuzern und Phasern bevölkert ist und nicht mit magischen Elfen und Angriffszaubern

    Im Grunde ist es aber das selbe. Halt mit anderem Anstrich. Ich meine Frodo HÄTTE auch ein technisches Artefakt vernichten können, man könnte Herr der Ringeproblemlos in eine SciFi Geschichte umschreiben. Mit allem drum und dran. Wäre evtl ganz interessant, wenn das mal jemand versucth

    Aragorn als Raumtramp, Gandalf als unsterblicher Wissenschaftler, Frodo als Kolonist etc..
    Zuletzt geändert von KennerderEpisoden; 06.10.2009, 16:58.

  • #2
    Zitat von shootingstar Beitrag anzeigen
    Im Grunde ist es aber das selbe. Halt mit anderem Anstrich. Ich meine Frodo HÄTTE auch ein technisches Artefakt vernichten können, man könnte Herr der Ringeproblemlos in eine SciFi Geschichte umschreiben. Mit allem drum und dran. Wäre evtl ganz interessant, wenn das mal jemand versucth
    Das gibt es doch eigentlich schon.
    Der Herr der Ringe im SF-Gewand heißt Babylon 5.

    Zumindest gibt es da unzählige Parallelen und Anspielungen, wie Sheridans Tod und Auferstehung oder Namen wie Z'Ha'Dum und Lorien.

    Auch in den Grundzügen bestehen große Ähnlichkeiten, wie die Geschichte vom uralten Bösen, das sich nach Jahrhunderten erneut erhebt und neue Kräfte sammelt, die kleine Gemeinschaft Eingeweihter, die sich dieser Macht entgegenstellen und große Wandlungen durchmachen oder auch die Befreiung der besetzten Erde nachdem die Schatten besiegt sind, die an die Befreiung des Auenlands aus der Hand Saromans erinnert.

    Hier zeigt sich aber auch sehr schön der Unterschied zwischen Science-Fiction und Fantasy, denn während der "Herr der Ringe" von Tolkien nach eigenen Aussagen bewusst als purer Eskapismus angelegt ist, zeigt sich die SF-Variante weitaus philosophischer, sozialkritischer und politischer.

    Es ist nämlich ein typisches Merkmal der Science-Fiction, sich mit gesamtgesellschaftlichen Problemen und Ideen zu befassen, während sich die Fantasy, wenn sie überhaupt mal mehr möchte, als einfach zu unterhalten, eher mit subjektiven Themen auseinandersetzt.

    Das Interesse an Politik und dem Bekämpfen sozialer Defizite ist in den letzten Jahren allerdings zusammen mit der Solidarität mit Armen und Unterdrückten stark zurück gegangen. Das zeigt sich sehr gut in den Reaktionen auf den Vietnamkrieg einerseits, der weltweite Proteste und eine regelrechte Widerstandskultur nach sich gezogen hat und dem Krieg in Afghanistan und dem Irak, wo zwar hier und da Unmut geäußert wurde, aber nichts mit den 60ern Vergleichbares auf die Beine gestellt wurde.

    Wo keine großes Interesse an Gesellschaftsentwicklung und Politik besteht und die Politikverdrossenheit immer größer zu werden scheint, gibt es auch wenig Interesse an Science-Fiction, dafür aber umso mehr an Fantasy.

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    • #3
      Zitat von Logan5 Beitrag anzeigen
      ... Wo keine großes Interesse an Gesellschaftsentwicklung und Politik besteht und die Politikverdrossenheit immer größer zu werden scheint, gibt es auch wenig Interesse an Science-Fiction, dafür aber umso mehr an Fantasy.
      Na, wir wollen mal nicht so sehr übertreiben. SF ist auch und vor allem Unterhaltung. Gesellschaftskritisch ist daran nicht viel. Auch bei B5 siegt das Gute, auch dort gibt es die strahlenden Helden, auch dort werden dem Zuschauer die moralischen Einsichten/Meinungen der Autoren mit dem Holzhammer einmassiert und am Ende bekommt der Held das Mädchen.

      Außerdem lief HdR nie in Serienform. Man kann gar nicht wissen ob eine HdR Serie, die fünf oder mehr Staffeln beinhaltet, vom Zuschauer akzeptiert würde und besser laufen würde als eine SF-Serie.

      Und SF hatte auch zu Zeiten des Vietnamkrieges, bzw vor 20 oder 30 Jahren, keinen besonders guten Stand. Zugleich beweist ja ST-XI das auch heute SF Filme Blockbuster sein können.
      Ein kleines Land kann nicht mit einem großen wetteifern, wenige nicht mit vielen; die Schwachen nicht mit den Starken.

      - Mencius

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      • #4
        Zitat von Admiral Ahmose Beitrag anzeigen
        Na, wir wollen mal nicht so sehr übertreiben. SF ist auch und vor allem Unterhaltung. Gesellschaftskritisch ist daran nicht viel.
        Was heißt "übertreiben"?

        Das war überhaupt nicht wertend gemeint.
        Ich mag Fantasy ebenso, wie ich SF mag und nur weil etwas nicht besonders gesellschaftskritisch ist, kann es trotzdem auf andere Weise anspruchsvoll sein oder eben einfach nur Spaß machen.

        Für die SF ist es aber in der Tat ein ausgewiesenes Merkmal, sich mit solchen Themen zu befassen - mal mehr und mal weniger ausgeprägt, aber immer präsent. Orwells "1984" , Bradburys "Mars-Chroniken" , Vernes "20 000 Meilen unter dem Meer" , Clarkes "Diesseits der Dämmerung" , Serien wie "Star Trek" , "Babylon 5" , "Earth 2" oder auch "Doctor Who" und Filme wie "Der Omega-Mann" , die "Planet der Affen" - Reihe, "Logan's Run" , "Alarm im Weltall" , "Tarantula" , "Alien" beinhalten alle starke politische und gesellschaftskritische Tendenzen.

        Was heißt da also "nicht viel"?

        Zitat von Admiral Ahmose Beitrag anzeigen
        Auch bei B5 siegt das Gute, auch dort gibt es die strahlenden Helden, auch dort werden dem Zuschauer die moralischen Einsichten/Meinungen der Autoren mit dem Holzhammer einmassiert und am Ende bekommt der Held das Mädchen.
        Und eben diese "moralischen Einsichten/Meinungen" der Autoren sind in der SF von anderer Art, als in der Fantasy. Ob diese Botschaften nun besonders subtil und vielschichtig sind und darauf zielen, dass der Rezipient sich eine eigene Meinung bildet oder ob der Autor bezwecken möchte, dass über seine spezielle Ansicht nachgedacht wird, die er dem entsprechend dann auch nicht allzu tief unter der Oberfläche versteckt, spielt dabei eigentlich keine Rolle. Es ging mir nur um den Unterschied in der genrellen Thematik.

        Darüber hinaus spricht aber auch keiner deiner Punkte gegen immanente gesellschaftskritische Aspekte. Ob der Held am Ende das Mädchen kriegt, spielt auf einer ganz anderen Rezeptionsebene. Abgesehen davon gibt es in B5 durchaus auch Schicksale von Hauptfiguren, die am Ende nicht ganz so optimal verlaufen, oder? Ich finde gerade B5 eigentlich schon ziemlich vielschichtig.

        Zitat von Admiral Ahmose Beitrag anzeigen
        Außerdem lief HdR nie in Serienform. Man kann gar nicht wissen ob eine HdR Serie, die fünf oder mehr Staffeln beinhaltet, vom Zuschauer akzeptiert würde und besser laufen würde als eine SF-Serie.
        Das hat doch auch gar keiner behauptet. Shootingstar hat davon geredet, wie es wohl wäre, wenn sich jemand an einer SF - Variante von "Herr der Ringe" versuchen würde. Meine Antwort war, dass "Babylon 5" einem SF - HdR ziemlich nah ist und JMS hat auch nie ein großes Geheimnis aus dieser Inspirationsquelle gemacht.

        Die Ausgangsfrage des Threads war aber, ob die Ära der SF zu Ende geht und wie es aussieht ist dieses Genre z.Zt. nicht ganz so gefragt und wenn es auftaucht, scheut man sich oft davor, es so zu benennen. Aktuelle Themen imaginativ auf eine mögliche Zukunft zu projezieren und sie durch diese Verfremdung aus neuen Blickwinkeln zu durchleuchten, scheint momentan nicht so angesagt zu sein.

        [QUOTE=Admiral Ahmose;2220240]Und SF hatte auch zu Zeiten des Vietnamkrieges, bzw vor 20 oder 30 Jahren, keinen besonders guten Stand.[QUOTE=Admiral Ahmose;2220240]

        Allenfalls in Deutschland vielleicht, obwohl selbst das nicht ganz zutrifft, denn immerhin wurden in den 60ern und 70ern durchaus noch ab und zu SF-Serien - am Bekanntesten dürfte die "Raumpatrouille" sein - von den Öffentlich-Rechtlichen produziert und immerhin hat Rainer Werner Faßbinder mit "Welt am Draht" sogar die erste Verfilmung von "Simulacron 3" vorgelegt.

        SF war spätestens ab den frühen 70ern absolut in Mode. Wenn man mal sieht, wieviele Genreproduktionen, die bis heute Rang und Namen haben, aus dieser Zeit stammen, kann man nun wirklich von keinem "schlechten Stand" sprechen.

        In den Spätsiebzigern und 80ern war SF ebenfalls noch ein sehr großes Thema und etliche Kinder sind auch in Deutschland mit "Captain Future" , "Die dreibeinigen Herrscher" , "Die Wächter" , "UFO" , "Star Trek" , "Unterwegs nach Atlantis" , "Der Schatz im All" , "Das Geheimnis der Sahara" , "Perry Rhodan" - Heftchen und "Jan Tenner" - Hörspielen und diversen Comicserien wie "Storm" , "Sigma Gigantic" oder "Robocop" sozialisiert worden.

        In den 90ern konnte man sich vor Genreserien- und Filmen im Fernsehn ja sogar kaum noch retten und spätestens da hatte SF auch hierzulande einen recht guten Stand.

        Zitat von Admiral Ahmose Beitrag anzeigen
        Zugleich beweist ja ST-XI das auch heute SF Filme Blockbuster sein können.
        Das einzige, was ST-XI beweist ist doch wohl, dass SF fürs Massenpublikum heute nur noch dann funktioniert, wenn es dermaßen sinnentleert daher kommt, dass der Zuschauer keine einzige Sekunde Angst haben muss, sein Gehirn anstrengen zu müssen.

        Hier kann man tatsächlich nach Gesellschaftskritik genauso lange suchen, wie nach einer wenigstens halbwegs intelligenten oder zumindest überraschenden Story, es sei denn, man bezieht die immense Zuschauerresonanz auf diesen unsäglichen Schwachsinn mit ein und betrachtet das Ganze als Realsatire und erschreckendes Zeugnis unserer nicht mehr zu toppenden Oberflächlichkeits-Gesellschaft.

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        • #5
          Gesellschaftskritik, die mit dem Holzhammer daherkommt, ist wohl kaum geeignet dem Zuschauer auch nur irgendetwas zu vermitteln. Zudem sind die Lösungen meist extrem simpel. Da macht auch B5 keine Ausnahme, bei ST wird ja sowieso alles innerhalb von 45 Minuten gelöst.

          Zudem richtet sich die SF, v.a. in der Anfangsphase, doch stark nach der bewährter Abenteuer-/Heldengeschichten-Erzählweise aus. Das Gute gewinnt immer und es gibt keine Probleme, die das Gute nicht lösen könnte. Eigene Ambitionen, Ziele, Wünsche, Träume, usw hat das Gute sowieso nicht bzw, wenn schon vorhanden, kann es sie immer zum Höheren Wohl unterdrücken.

          Auch bei B5 sind noch viele dieser alten Erzählmuster vorhanden. Die Figuren handeln alle wie in einem uralten Heldenepos; Wenn es darauf ankommt, tun sie das Richtige.

          Gesellschaftskritik, die etwas taugt, zeigt aber die Schwächen auf und bietet überzeugende Lösungen an, ohne dabei mit dem Holzhammer daherzukommen. Denn den gibts ja in der Realität auch nicht und gesellschaftliche Änderungen brauchen immer viel Zeit.

          Darstellungen solcher Vorgänge und Zusammenhänge haben in TV-Serien und Unterhaltungsfilmen aber auch nichts zu suchen. Solche Serien/Filme sind zur Unterhaltung und Erbauung des Zuschauers gedacht und gemacht worden. Und das ist auch gut so.
          Ein kleines Land kann nicht mit einem großen wetteifern, wenige nicht mit vielen; die Schwachen nicht mit den Starken.

          - Mencius

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          • #6
            Zitat von Admiral Ahmose Beitrag anzeigen
            Darstellungen solcher Vorgänge und Zusammenhänge haben in TV-Serien und Unterhaltungsfilmen aber auch nichts zu suchen. Solche Serien/Filme sind zur Unterhaltung und Erbauung des Zuschauers gedacht und gemacht worden. Und das ist auch gut so.
            Das ist eine sehr interessante Ansicht, die ich nicht im Mindesten teile, aber interessant ist sie allemal.

            Was du unter "Holzhammer-Massage" verstehst hatte zum Beispiel einen nicht unwesentlichen Anteil an der Herausbildung meines persönlichen Wertesystems und Lebensentwurfs.

            Ich würde da also sagen, dass es wohl Einstellungssache ist, auf welche Botschaften man sich einlassen möchte, welche Vorbilder und Heldenfiguren man bevorzugt, worüber man gerne nachdenkt, wie tiefgreifend eine Fernsehserie das Thema vorgeben muss, um weitere, eigene Überlegungen anregen zu können und sogar, was man für gute Unterhaltung hält und welche Elemente darin einen Platz haben oder auch nicht.

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            • #7
              Zitat von Admiral Ahmose Beitrag anzeigen
              Gesellschaftskritik, die mit dem Holzhammer daherkommt, ist wohl kaum geeignet dem Zuschauer auch nur irgendetwas zu vermitteln. Zudem sind die Lösungen meist extrem simpel. Da macht auch B5 keine Ausnahme, bei ST wird ja sowieso alles innerhalb von 45 Minuten gelöst.
              Was sind denn Gegenbeispiele, wo Gesellschaftskritik nicht mit dem Holzhammer daherkommt ? Und die Lösungen nicht simpel sind ?

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              • #8
                Zitat von Logan5 Beitrag anzeigen
                ... Ich würde da also sagen, dass es wohl Einstellungssache ist, auf welche Botschaften man sich einlassen möchte, welche Vorbilder und Heldenfiguren man bevorzugt, worüber man gerne nachdenkt, wie tiefgreifend eine Fernsehserie das Thema vorgeben muss, um weitere, eigene Überlegungen anregen zu können und sogar, was man für gute Unterhaltung hält und welche Elemente darin einen Platz haben oder auch nicht.
                Ohne Zweifel hast du damit recht. Nur ist "Gesellschaftskritik" schon etwas fest definiertes, oder zumindest etwas, was über deine Feststellung weit hinaus geht. Gesellschaftskritik behandelt aktuelle Probleme in angemessener Ausführlichkeit und bietet, wenn absehbar, Lösungen an. Oft gibt es natürlich keine Lösungen. Helden gibt es auch nicht, Vorbilder haben auch immer Macken und Schwächen, können versagen und nicht wieder gutzumachende Fehler begehen.

                Das alles wird man bei B5, ST, SW, usw, nicht finden. Auch wenn bei B5 und ST manche gesellschaftlichen Probleme angesprochen werden, es bleibt immer oberflächlich. Der Zuschauer würde auch nicht 15 B5-Folgen über die Lurker sehen wollen, denen es am Ende dann auch nur minimal besser ergeht als 15 Folgen zuvor. JMS hätte so etwas auch nicht drehen wollen. Und natürlich ordnen sich solche Serien immer dem vorherrschenden Mainstream unter (das ist nicht negativ gemeint).

                Sicher kann auch ST oder B5 zum Nachdenken anregen. Aber man sollte die Wirkung von einzelnen Sätzen oder das Zeigen einer heruntergekommenen Behausung wohl nicht überbewerten. Das gehört zu modernen Serien einfach dazu wie früher das Schwert zum Ritter. Denn sonst wären ja die ARD Nachrichten extreme Gesellschaftskritik.

                Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
                Was sind denn Gegenbeispiele, wo Gesellschaftskritik nicht mit dem Holzhammer daherkommt ? Und die Lösungen nicht simpel sind ?
                Bei Stanisław Lem und auch bei Isaac Asimov zum Beispiel. Wenn wir bei der SF bleiben. Darüber hinaus beschäftigten und beschäftigen sich auch zig Autoren direkt mit Gesellschaftskritik.
                Ein kleines Land kann nicht mit einem großen wetteifern, wenige nicht mit vielen; die Schwachen nicht mit den Starken.

                - Mencius

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                • #9
                  Zitat von Admiral Ahmose Beitrag anzeigen
                  Bei Stanisław Lem und auch bei Isaac Asimov zum Beispiel. Wenn wir bei der SF bleiben.
                  Ich denke, wir sollten bei verfilmter SF bleiben, ansonsten braucht man ja nicht B5 für mangelnde Sozialkritik herausgreifen, sondern kann generell von fehlender Sozialkritik bei SF-Serien sprechen.

                  Was Lem und Asimov angeht, da sehe ich auch keine besondere Sozialkritik, die über das von Star Trek oder Babylon 5 bekannte hinausgeht.

                  Filme wie "Solaris" (Lem) und "I, Robot" (Asimov) kann man da auch ziemlich in die Tonne kloppen. Das eine ist langweilige Mystery, das andere ein plumper Action-Film, wenn man so will. Nichts mit Sozialkritik.

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                  • #10
                    Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
                    Ich denke, wir sollten bei verfilmter SF bleiben, ansonsten braucht man ja nicht B5 für mangelnde Sozialkritik herausgreifen, sondern kann generell von fehlender Sozialkritik bei SF-Serien sprechen. ...
                    Ich habe nichts herausgegriffen. Ich verwahre mich nur dagegen, das SF "gesamtgesellschaftliche Probleme" aufgreift und besonders gesellschaftskritisch ist. Ich glaube auch nicht das reale gesellschaftliche Veränderungen, namentlich eine Art Abkühlung der zwischenmenschlich/zwischengesellschaftlichen Beziehungen, dazu führen das SF weniger konsumiert wird.

                    Das SF genauso oft bzw wenig gesellschaftskritisch ist wie jede andere Form der dem Mainstream angepassten TV-Unterhaltung ist ja klar. Jedenfalls meiner Meinung nach.
                    Ein kleines Land kann nicht mit einem großen wetteifern, wenige nicht mit vielen; die Schwachen nicht mit den Starken.

                    - Mencius

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                    • #11
                      Zitat von Admiral Ahmose Beitrag anzeigen
                      Ich habe nichts herausgegriffen. Ich verwahre mich nur dagegen, das SF "gesamtgesellschaftliche Probleme" aufgreift und besonders gesellschaftskritisch ist. Ich glaube auch nicht das reale gesellschaftliche Veränderungen, namentlich eine Art Abkühlung der zwischenmenschlich/zwischengesellschaftlichen Beziehungen, dazu führen das SF weniger konsumiert wird.
                      Gut, das wären interessante Thesen, die man sicher nicht leicht nachweisen kann.
                      Zitat von Admiral Ahmose Beitrag anzeigen
                      Das SF genauso oft bzw wenig gesellschaftskritisch ist wie jede andere Form der dem Mainstream angepassten TV-Unterhaltung ist ja klar. Jedenfalls meiner Meinung nach.
                      Gut möglich, SF hat immer auch schon das Problem gehabt, in plumpe Sex- und Actionabenteuer abzugleiten. Pulp Fiction eben. Da ist viel Trash dabei. Insofern hättest Du wohl Recht. Das Besondere aber an SF ist es hier und da gewesen, versteckte Kritik zu äußern, und das können andere Genres eben nicht so gut machen.

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                      • #12
                        Zitat von Admiral Ahmose Beitrag anzeigen
                        Das SF genauso oft bzw wenig gesellschaftskritisch ist wie jede andere Form der dem Mainstream angepassten TV-Unterhaltung ist ja klar. Jedenfalls meiner Meinung nach.
                        Mal wieder das typische Schwarz/Weiß-Denken.
                        Nur weil das Medium Fernsehen nicht die Tiefe darbieten kann, die z.B. ein Buch ausfüllen kann, heißt das nicht, dass man gleich zum Gegenteil umschwenken muss und sagen, dass gar keine existiere.
                        Man geht in SF-Serien so weit wie man es kann, ohne auf der anderen Seite die ebenfalls zu beachtenden dramaturgischen Gesetzmäßigkeiten zu verletzen und zu einer Uni Vorlesung zu verkommen.

                        SF bietet hier selbstredend mehr Gesellschaftskritik als Richterin Salesch, GZSZ oder andere pure Unterhaltungssendungen. Es bietet aber keine Gesellschaftskritik wie sie in einem Buch mit mehreren hundert Seiten möglich wäre. Man befindet sich in einer Grauzone zwischen Schwarz und Weiß

                        Auch wenn es nur ein Holzhammer und kein schmuckes Kunstwerk ist, so ist das Stück Holz doch noch mehr als Luft. Der Unterschied besteht darin, dass der Holzhammer den Zuschauer lediglich anstupsen kann und man alle weiteren, tiefer gehenden Gedanken ohne die Serie denken muss, während das Buch auch diese tieferen Gedankenstränge zu nachlesbaren Worten verhelfen kann, da ein Buch nunmal aus konservierten Gedanken besteht.

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                        • #13
                          Es kommt natürlich immer darauf an, was genau man unter Gesellschaftskritik versteht und es ist ebenso ein Unterschied, ob man an einen Film oder eine Fernsehserie die selben Ansprüche stellt, wie an einen Roman, eine wissenschaftliche Abhandlung oder vielleicht eher Vergleiche zu Kurzgeschichten und Erzählungen zieht, die oft mit genau dem gleichen "Holzhammer" daher kommen.

                          Eine andere Frage ist natürlich die nach besagtem "Holzhammer" selbst, denn wenn ich mit kritischen Denkanstößen möglichst viele Rezipienten erreichen möchte, wäre es im Grunde eher kontraproduktiv, meine Botschaften allzu sehr zu verstecken.

                          Nehmen wir mal ein Beispiel aus der relistischen Literatur, wie etwa Heinrich Bölls "Die verlorene Ehre der Katharina Blum". Bölls Sozialkritik kommt hier nicht weniger mit dem Holzhammer daher, als es in der B5-Folge "The Illusion of Truth/Lügenpropaganda" der Fall ist. Beiden geht es darum, ein gesellschaftliches Problem kritisch darzustellen und entsprechende Gedanken anzuregen oder wie speziell in diesen Fällen, einen kritischen Umgang mit der Presse/den Medien anzuregen.

                          Warum das weniger wirksam sein soll, als eine höchstdifferenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema, ist mir ehrlich gesagt nicht ganz klar, geschweige denn, warum es in einer TV-Produktion nichts zu suchen hätte.

                          Es geht aber auch - wie bereits erwähnt - gar nicht um die Tiefe, in der die Sozialkritik oder politische und philosophische Elemente angesprochen werden, sondern um den generellen Hang der SF zu solchen Themen und der ist schlicht und einfach nicht von der Hand zu weisen.

                          Selbst die Anfänge der SF beinhalten diese Problematiken. Jules Vernes "20 000 Meilen unter dem Meer" macht neben dem vordergründigen Abenteueraspekt durchaus auf soziale Missstände aufmerksam. Auch H.G. Well macht in seinem "Krieg der Welten" oder "Die Zeitmaschine" oder "Kinder der Sterne" kein großes Geheimnis aus seiner gesellschaftskritischen Haltung.

                          Bei Robert E. Howards "Conan" oder Edgar Rice Burroughs "Tarzan" sehe ich das weniger. Da geht es eher um zweifelhafte, anthropologische Themen. Auch "Der Herr der Ringe" thematisiert eher den Reifungsprozess Einzelner, als dass es ihm ernsthaft um politische Stellungnahme gehen würde.

                          Der Zusammenhang zwischen Gesellschaft und Kultur ist dann eigentlich auch nicht von der Hand zu weisen. Es hat immer Zeiten gegeben, in denen bestimmte Genre beliebter waren als andere, weil sie dem Zeitgeist mehr entsprachen.

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                          • #14
                            Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
                            ... Gut möglich, SF hat immer auch schon das Problem gehabt, in plumpe Sex- und Actionabenteuer abzugleiten. Pulp Fiction eben. Da ist viel Trash dabei. Insofern hättest Du wohl Recht. Das Besondere aber an SF ist es hier und da gewesen, versteckte Kritik zu äußern, und das können andere Genres eben nicht so gut machen.
                            "Hier und da" trifft es genau. Diese versteckte und dann auch ernstzunehmende Gesellschaftskritik kommt nur sehr selten vor. Meist schrammt es halt doch knapp am Trash vorbei und wird beim Zuschauer, der ja nicht halb so blöde ist wie oft angenommen, eben auch als das erkannt, was es ist; simple Lösungen für fiktive Probleme, eben nicht auf das reale Leben übertragbar.

                            Zitat von newman Beitrag anzeigen
                            Mal wieder das typische Schwarz/Weiß-Denken.
                            Nur weil das Medium Fernsehen nicht die Tiefe darbieten kann, die z.B. ein Buch ausfüllen kann, heißt das nicht, dass man gleich zum Gegenteil umschwenken muss und sagen, dass gar keine existiere. ...
                            Das hat in dieser Diskussion ja auch niemand getan, gesagt, geschrieben ...

                            Zitat von Logan5 Beitrag anzeigen
                            ... Warum das weniger wirksam sein soll, als eine höchstdifferenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema, ist mir ehrlich gesagt nicht ganz klar, geschweige denn, warum es in einer TV-Produktion nichts zu suchen hätte. ...
                            Weil die Menschen eben nicht so dumm sind, wie man sie gerne hätte. Gesellschaftskritik muss schon zum Nachdenken anregen und einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen um Wirkung zu zeigen. Oberflächliche, simple Aussagen a la "Rassismus ist schlecht" sind wohl kaum dazu geeignet den Zuschauer zum Nachdenken anzuregen. Deshalb hatte 1984 ja auch eine gewisse, bis heute nachhallende Wirkung. Obwohl auch das nicht übertrieben werden sollte. Aber die TV-Episode Lügenpropaganda spielt nun wirklich nicht in dieser Liga.

                            Jedenfalls ist es sicherlich falsch zu behaupten, das SF so viel mehr Gesellschaftskritik zeigt als Fantasy. Bis auf wenige Ausnahmen sind beides Mainstream-Unterhaltungsformate. Mehr muss da nicht hineininterpretiert werden.
                            Ein kleines Land kann nicht mit einem großen wetteifern, wenige nicht mit vielen; die Schwachen nicht mit den Starken.

                            - Mencius

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                            • #15
                              Zitat von Admiral Ahmose Beitrag anzeigen
                              Das hat in dieser Diskussion ja auch niemand getan, gesagt, geschrieben ...
                              Und was genau ist dann das:

                              Jedenfalls ist es sicherlich falsch zu behaupten, das SF so viel mehr Gesellschaftskritik zeigt als Fantasy. Bis auf wenige Ausnahmen sind beides Mainstream-Unterhaltungsformate. Mehr muss da nicht hineininterpretiert werden.
                              Da Fantasy in der Regel keine Gesellschaftskritik zeigen möchte, ist das doch die Behauptung, dass SF im TV Format, nur weil sie nicht die Tiefe eines Buchs erreicht, ebenfalls keine zeige.
                              Schwarz/Weiß

                              SF fungierte an vielen Stellen oft ähnlich wie eine Fabel. Die waren auch nicht besonders tiefgründig, Tiere anstelle der echten Verhältnisse, eine simple Belehrung am Ende. Nichts in Nietzschequalität. Aber dennoch kann man die Gesellschaftskritik nicht einfach verneinen.

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