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Homer`s Odyssee und Gullivers Reisen als SciFi-Romane?

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  • Homer`s Odyssee und Gullivers Reisen als SciFi-Romane?

    Ich würde gerne eine Diskussion anstoßen, warum Homer`s Odyssee und Gullivers Reisen von Jonathan Swift in das Genre SciFi-Geschichten passen, warum nicht?

    Fehlt ihnen z.B. die technische Dimension, oder bedarf es als setting auch extraterrestrische Orte, um sie als SciFi einzuordnen?

  • #2
    Zitat von Time Machine Beitrag anzeigen
    Ich würde gerne eine Diskussion anstoßen, warum Homer`s Odyssee und Gullivers Reisen von Jonathan Swift in das Genre SciFi-Geschichten passen, warum nicht?
    Warum sollte Homer's Odyssee Scifi sein ? Was ist für Dich der Unterschied zwischen Scifi und Fantasy ? Warum ist Homer's Odyssee oder Gullivers Reisen von Jonathan Swift nicht Fantasy ?
    Zitat von Time Machine Beitrag anzeigen
    Fehlt ihnen z.B. die technische Dimension
    Schon eher. Bei Science-Fiction gehe ich davon aus, dass Wissenschaft ins Spiel kommt, und damit meine ich in der Regel Naturwissenschaft und Technik, und dass für bestimmte Dinge auch Erklärungen geliefert werden.

    Vielleicht interessiert Dich auch das Thema http://www.scifi-forum.de/filme-tv-s...scifi-tun.html
    Zitat von Time Machine Beitrag anzeigen
    oder bedarf es als setting auch extraterrestrische Orte, um sie als SciFi einzuordnen?
    Nein, SF kann auch nur auf der Erde spielen, und SF muss auch nicht in der Zukunft spielen.

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    • #3
      Die Odyssee war ja schon mal Grundlage eine Zeichentrick-SF-Serie unter dem Titel Ulysses 31 bzw. Odysseus 31 (war von der Machart ähnlich wie Captain Future):
      Zeichentrickserien.de | Odysseus 31 (Uchu Densetsu Ulysses 31)
      (es gibt leider nur noch eine englische OOP-DVD davon zu horrenden Preisen)
      "Die Wahrheit ist so schockierend, die kann man niemandem mehr zumuten." (Erwin Pelzig)

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      • #4
        Zitat von Mondkalb Beitrag anzeigen
        Die Odyssee war ja schon mal Grundlage eine Zeichentrick-SF-Serie unter dem Titel Ulysses 31 bzw. Odysseus 31 (war von der Machart ähnlich wie Captain Future):
        Zeichentrickserien.de | Odysseus 31 (Uchu Densetsu Ulysses 31)
        Und das macht jetzt Homer's Odyssee selbst auch zu Science-Fiction, oder was ist das Argument ?

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        • #5
          Homers Odyssee war sicher keine SF, aber das Thema an sich lässt sich eben gut portieren und kann auch als Grundlage für eine SF-Geschichte dienen.

          Gullivers Reisen hat dagegen schon von vorneherein etliche SF-Elemente.
          "Die Wahrheit ist so schockierend, die kann man niemandem mehr zumuten." (Erwin Pelzig)

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          • #6
            Zitat von Mondkalb Beitrag anzeigen
            Homers Odyssee war sicher keine SF, aber das Thema an sich lässt sich eben gut portieren und kann auch als Grundlage für eine SF-Geschichte dienen.
            Ich glaube, so ziemlich alles, was mit Reisen und Schiffen zu tun hat, lässt sich gut portieren. Solange es auf der Erde noch zahlreiche unbekannte Flecken zu entdecken gab, blühte die Space Opera noch nicht sonderlich auf. Je weniger es auf der Erde noch unerforschte Ecken gibt, umso mehr werden viele klassische Abenteuergeschichten in den Weltraum verlagert. Aus Schiffen, die auf Meeren fahren, werden Raumschiffe, und aus unerforschten Inseln werden unerforschte Planeten. Und auf die Idee, aus Göttern wie Apoll einen mächtigen Außerirdischen zu machen, ist auch schon Star Trek TOS mal gekommen.

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            • #7
              Genau. Die Schatzinsel oder Robinson Crusoe wurden ja auch schon ins All verlagert.
              "Die Wahrheit ist so schockierend, die kann man niemandem mehr zumuten." (Erwin Pelzig)

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              • #8
                Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
                Schon eher. Bei Science-Fiction gehe ich davon aus, dass Wissenschaft ins Spiel kommt, und damit meine ich in der Regel Naturwissenschaft und Technik, und dass für bestimmte Dinge auch Erklärungen geliefert werden.
                Grade bei der Odyssee muss man sich allerdings fragen, was denn "Wissenschaft" heißen soll. "Technik" war damals noch einfach Handwerk.
                Bis in die Neuzeit wurde "Philosoph" (oder "Weltweiser" in Abgrenzung zur Theologie) auch für das benutzt, was man als "Naturwissenschaftler" bezeichnen könnte.

                Swift war mit dem, was er erzählt hat, auch größtenteils auf Basis des Wissens seiner Zeit, wenn man von einigen Elementen, die nie erklärt wurden, absieht.
                "Unterdrücke nie mit Gewalt Überzeugungen, die du für verderblich hälst, sonst unterdrücken diese Überzeugungen dich. " - B. Russell, 10 Gebote eines Liberalen.

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                • #9
                  Zitat von DragoMuseveni Beitrag anzeigen
                  Grade bei der Odyssee muss man sich allerdings fragen, was denn "Wissenschaft" heißen soll. "Technik" war damals noch einfach Handwerk.
                  Bis in die Neuzeit wurde "Philosoph" (oder "Weltweiser" in Abgrenzung zur Theologie) auch für das benutzt, was man als "Naturwissenschaftler" bezeichnen könnte.

                  Swift war mit dem, was er erzählt hat, auch größtenteils auf Basis des Wissens seiner Zeit, wenn man von einigen Elementen, die nie erklärt wurden, absieht.
                  Das ist alles richtig, und wenn man in Bücher zur Geschichte der Science-Fiction reinschaut, findet man immer wieder alles Mögliche, was nicht schon alles als Vorläufer moderner Science-Fiction gelten kann.

                  Die Frage ist nur, was will man mit einer weichgespülten Klassifikation, die sich am Ende in Luft auflöst, weil plötzlich alles und jedes zur Scifi zählt, überhaupt noch erreichen ?

                  Mein Gefühl ist manchmal, Scifi ist für viele Leute einfach alles, was nicht zu 100 % ein Tatsachenbericht ist.

                  Als nächstes kommt noch jemand und fragt, ob nicht schon die Höhlenmalereien von Lascaux in irgendeiner Form Scifi waren, und ja, wenn man es nur unbedingt so haben will, dann sind die Höhlenmalereien von Lascaux und Filme wie Avatar im Grunde dasselbe.

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                  • #10
                    Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
                    Die Frage ist nur, was will man mit einer weichgespülten Klassifikation, die sich am Ende in Luft auflöst, weil plötzlich alles und jedes zur Scifi zählt, überhaupt noch erreichen ?

                    Mein Gefühl ist manchmal, Scifi ist für viele Leute einfach alles, was nicht zu 100 % ein Tatsachenbericht ist.
                    Im Falle von den Vorgängern von moderner Scifi kann man eigentlich kaum davon sprechen, dass "plötzlich alles und jedes zur Scifi zählt". Es gibt eine Reihe von Werken, die dafür in Frage kommen, soetwas wie Scifi zu sein, aber diese Reihe ist durchaus überschaubar!
                    Wenn man strenge Forderungen an Scifi stellt, also sagt, dass alles, was sich Scifi nennt auch streng naturwissenschaftlich zu sein hat, dann kann man IMO nicht erklären, dass z.B. Homers Werke keine Scifi sind. Man müsste dann vielmehr anmerken, dass der Begriff des Scifi auf Werke dieser Epoche nicht angewendet werden kann, da es keine Naturwissenschaft gab!
                    Die Alternative dazu wäre dann zu prüfen was man als "Stand der Wissenschaft" in dieser Zeit zu betrachten hatte und ob der Autor sich streng an diesen Stand hielt.
                    "Unterdrücke nie mit Gewalt Überzeugungen, die du für verderblich hälst, sonst unterdrücken diese Überzeugungen dich. " - B. Russell, 10 Gebote eines Liberalen.

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                    • #11
                      Zitat von Time Machine Beitrag anzeigen
                      Ich würde gerne eine Diskussion anstoßen, warum Homer`s Odyssee und Gullivers Reisen von Jonathan Swift in das Genre SciFi-Geschichten passen, warum nicht?
                      Die Odyssee und Gullivers Reisen sind keine SF. Allerdings enthalten beide Werke Elemente wie man sie auch in der SF findet, die Entdeckung des Fremden und Konfrontation mit Gefahren während einer Reise. Diese Elemente findet man in vielen Geschichten aus anderen Genres auch, z.B. in Fantasy, Abenteuer. Nur weil eine Geschichte ähnliche Handlungskonzepte benutzt, wie viele SF-Geschichten ist sie nicht automatisch Science Fiction.
                      Hugo Gernsback hat wie ich finde Science Fiction einmal sehr treffend, "als eine reizvolle Phantasieerzählung die mit wissenschaftlichen Tatsachen und prophetischem Weitblick vermischt ist" definiert.
                      Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
                      Dr. Sheldon Lee Cooper

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                      • #12
                        Zitat von DragoMuseveni Beitrag anzeigen
                        Im Falle von den Vorgängern von moderner Scifi kann man eigentlich kaum davon sprechen, dass "plötzlich alles und jedes zur Scifi zählt".
                        Das hängt davon ab, wie konsequent man mit den Definitionen umgeht, was aber offenbar kaum einer wirklich kapieren will. So gibt es ja eine Reihe von sogenannten Alternativ-Welt-Romanen, die zur SF zählen. Wenn man dies konsequent weiter denkt, zählt auch jeder historische Roman zur SF und vieles mehr. Im Prinzip kann man fast jeden beliebigen Roman unter Alternativ-Welt-SF einordnen, da die meisten Definitionen reines Wischiwaschi sind.
                        Zitat von DragoMuseveni Beitrag anzeigen
                        Es gibt eine Reihe von Werken, die dafür in Frage kommen, soetwas wie Scifi zu sein, aber diese Reihe ist durchaus überschaubar!
                        Wenn man da nur mal genau anfängt, zu recherchieren, stürzt einem eine ganze Flut entgegen.
                        Zitat von DragoMuseveni Beitrag anzeigen
                        Wenn man strenge Forderungen an Scifi stellt, also sagt, dass alles, was sich Scifi nennt auch streng naturwissenschaftlich zu sein hat, dann kann man IMO nicht erklären, dass z.B. Homers Werke keine Scifi sind. Man müsste dann vielmehr anmerken, dass der Begriff des Scifi auf Werke dieser Epoche nicht angewendet werden kann, da es keine Naturwissenschaft gab!
                        Diesen Ansatz halte ich für sehr sinnvoll. Man sollte bei literarischen Werken, die vor Jules Verne liegen, nicht von Science-Fiction sprechen. Bei Filmen ist dies einfacher: Soweit ich weiß, war einer der allerersten Filme quasi ein SF-Film: "Die Reise zum Mond (Originaltitel: Le Voyage dans la Lune) ist ein Science-Fiction-Film des französischen Filmpioniers Georges Méliès aus dem Jahr 1902." (Wikipedia) Seit es Filme gibt, gibt es quasi auch SF-Filme.
                        Zitat von DragoMuseveni Beitrag anzeigen
                        Die Alternative dazu wäre dann zu prüfen was man als "Stand der Wissenschaft" in dieser Zeit zu betrachten hatte und ob der Autor sich streng an diesen Stand hielt.
                        Das wäre eine Alternative, aber da bin ich sehr skeptisch: Dann wären auch die Höhlenmalereien von Lascaux Scifi, weil sich die Künstler vermutlich streng an den Stand der Wissenschaft in ihrer Zeit gehalten haben.
                        Zuletzt geändert von irony; 25.04.2010, 12:23.

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                        • #13
                          Zitat von DragoMuseveni Beitrag anzeigen
                          Wenn man strenge Forderungen an Scifi stellt, also sagt, dass alles, was sich Scifi nennt auch streng naturwissenschaftlich zu sein hat, dann kann man IMO nicht erklären, dass z.B. Homers Werke keine Scifi sind.
                          Wenn man diese strenge Forderungen an SciFi stellt, lässt sich ganz einfach erklären, warum Homer kein ScFi-Autor ist, denn jede Geschichte aus vorwissenschaftlicher Zeit wäre von vornherein kein SciFi.

                          Die Alternative dazu wäre dann zu prüfen was man als "Stand der Wissenschaft" in dieser Zeit zu betrachten hatte und ob der Autor sich streng an diesen Stand hielt.
                          In dem Fall wäre die Odyssee auch kein SciFi, schließlich war die Existenz von Göttern und einäugigen Riesen niemals eine ernsthafte wissenschaftliche Hypothese.

                          Man kann es drehen wie man will, aber Homer war kein prämoderner H.G Wells.

                          Zitat von transportermalfunction
                          Man sollte bei literarischen Werken, die vor Jules Verne liegen, nicht von Science-Fiction sprechen
                          Das würde ich als Faustregel auch so handhaben. Ganz bestimmt praktischer als wirklich jeden Fantasy-Reiseroman als SciFi zu deklarieren. Wobei Francis Bacons "Nova Atlantis" im Gegensatz zu den Werken Homers und Swifts schon eher in diese Richtung geht, weil die Wunder eines von europäischen Reisenden aufgesuchten Inselvolkes explizit als praktische Anwendungen der Wissenschaft beschrieben werden (welche wiederum überraschend modern beschrieben wird). "Frankenstein" würde ich auch schon als vollwertiges SciFi-Werk einordnen.
                          I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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                          • #14
                            Wenn man es provokativ formulieren wollte, dann wären schon
                            die Fragmente der Vorsokratiker SCIFI, da auch dort kosmo-
                            logische und physikalisch-chemische Spekulationen dargelegt
                            wurden. U.a. wurde bereits 585 v.Chr eine Sonnenfinsternis
                            vorhergesagt. Man sollte auch das Wissen in Mesopotamien und
                            Ägypten im 2. Jahrtausend nicht unterschätzen.
                            Aus Sicht der Zeitgenossen Homers die Odysse und Illias als
                            SciFi? Why not? Als SF-Fan sollte man da tolerant sein.
                            \\// Dup dor a´az Mubster
                            TWR www.labrador-lord.de
                            United Federation of Featherless
                            SFF The 6th Year - to be continued

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                            • #15
                              Zitat von Thomas W. Riker Beitrag anzeigen
                              Aus Sicht der Zeitgenossen Homers die Odysse und Illias als SciFi? Why not? Als SF-Fan sollte man da tolerant sein.
                              Die Sicht der Zeitgenossen Homers ist mir eigentlich ziemlich egal. Ich lebe heute, und etwas, was ich sicher nicht möchte, ist, dass wenn ich mir etwa zum Geburtstag ein nicht näher spezifiziertes Science-Fiction-Buch wünsche - ein bisschen Überraschung muss ja sein - dann die Odyssee von Homer geschenkt kriege. Und genauso wenig habe ich Lust, irgendeinen Fantasy-Müll zu bekommen, weil niemand mehr in der Lage ist, Fantasy und Scifi zu unterscheiden.

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