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Genenationenschiffe - machbar und sinnvoll?

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  • Genenationenschiffe - machbar und sinnvoll?

    Hallo,

    wollte mal so in die Runde fragen was ihr denn von Generationenschiffen haltet, also Schiffen die, mangels FTL-Antrieben, um ein mehrfaches länger als die Altersspanne der Besatzung unterwegs ist. Denkbar wären Völkerschiffe, die ihren Planeten aufgeben mussten und nun auf der Suche sind nach einer neuen Heimatwelt, oder auch Forschungsschiffe die den interstellaren Raum erforschen oder ein Zielsternsystem haben, dass die ursprüngliche Generation von Wissenschaftlern nie erreichen wird.
    Die Technologie dafür könnte vergleichsweise primitiv/realitätsnah sein oder auch weit entwickelt, sollten keine Möglichkeiten der Kontrolle über den Hyperraum/Sprungtore etc. entwickelt werden können.


    Also, hier meine Fragen:

    Ist es sinnvoll, ein Generationenschiff zu bauen, mit sämtlichen dafür notwendigen Lebenserhaltungssystemen?
    (Atmosphärenerneuerung, Lebensmittelwiederaufbereitung, Rohstoffwiederaufbereitung)


    Welche Technologien sollten dafür mindestens verfügbar sein? (Replikatortechnik? Oder gehts auch ohne? Antigrav bzw. Gravitationsgeneratoren gegenüber einer rotierenden Hülle? Was noch?)


    Wäre es sinnvoller, den Flug in Kyrostase zu verbringen und/oder das Schiff zusätzlich mit solchen Systemen auszustatten?



    Welche Energieerzeugungs/Speicherungs/Antriebsarten würde so ein Schiff ohne Möglichkeit zu FTL-Geschwindigkeiten haben?




    Würde sich nach mehreren Generationen noch ein verständliches Bild des Gesamtzieles für die Besatzung vermitteln lassen? Oder rutscht die Gesellschaftsstuktur irgendwann ins Chaos bzw in Resignation?



    Und hier noch ein paar letzte, meiner Meinung nach sehr wichtige Fragen:


    Wäre es mit unser derzeitigen Technologie hier auf der Erde möglich, ein Generationenschiff zu bauen? Wenn nein, wann wäre das nach euerer Abschätzung der Fall?


    Was wären mögliche Gründe, warum sich ein Staat oder die Menschheit dazu entschließen würde, ein Generationenschiff zu bauen? (Für die ganze Menschheit? Für einen bezahlenden, freiwilligen, oder ausgebildeten Teil? Für einen überlebenden "Rest" nach einer Katastrophe?)


    Würdet ihr euch freiwillig für eine solche Reise ohne Wiederkehr auf unseren Planeten melden? In welcher Position? Mit welcher Begründung?


    so, genug gefragt
    Jetzt seid ihr dran. Hoffe es macht euch Spaß zu spekulieren!

  • #2
    Zitat von ring°runner Beitrag anzeigen

    Ist es sinnvoll, ein Generationenschiff zu bauen, mit sämtlichen dafür notwendigen Lebenserhaltungssystemen?
    (Atmosphärenerneuerung, Lebensmittelwiederaufbereitung, Rohstoffwiederaufbereitung)[/B]
    Meiner Ansicht nach nein. Der Grund ist simpel: Wohin soll ich das Ding den schießen? Die suche nach einem bewohnbaren Planeten im Weltraum ist die suche nach der Nadel im Heuhaufen. Einfach drauflos fliegen und hoffen "Irgendwo muss doch was sein" klappt vieleicht im TV, aber niemalsnimmernicht in der realität. So ein Raumschiff hat einfach nicht die Ressourcen um ein Suchraster abzufliegen.
    Man muss also ein Ziel haben. Ich kann aber im Observatorium nicht feststellen, ob ein Planet für Menschen bewohnbar ist, weil ich im Objektiv nicht sehe, aus was die Atmosphäre besteht, oder wie warm es dort ist. Dazu müsste ich den Planeten bereits mit Sonden anfliegen. Reden wir von einem "Generationenschiff", kann man wohl eine Flugzeit von ca. 200 Jahren einrechnen.
    Das bedeutet also grob überschlagen bei 0,3C:
    200 Jahre, bis die Sonde den Planeten erreicht
    60 Jahre bis die Forschungsergebnisse der Sonde wieder bei der Erde sind.
    10 Jahre, bis das Raumschiff gebaut ist.
    200 Jahre, bis das Raumschiff den Planeten erreicht.
    ------
    470 (!) Jahre. Was passiert alles in 470 Jahren?




    Welche Technologien sollten dafür mindestens verfügbar sein? (Replikatortechnik? Oder gehts auch ohne? Antigrav bzw. Gravitationsgeneratoren gegenüber einer rotierenden Hülle? Was noch?)
    Denkt man 3-dimensional ist zumindest die Frage der Gravitation ein eher kleines Problem, denn ein Raumschiff das seine Bewegungsgeschwindigkeit ändert, erzeugt von sich aus durch die Massenträgheit Gravitation. "Gravitationsgeneratoren" und Replikatoren halte ich persönlich für einen Sci-Fi-Mythos, den es niemals geben wird.
    Nötig sollten auf jeden Fall Förderanlagen sein, um Unterwegs an Gasriesen etc. "anhalten" zu können, um die Helium und Wasserreserven des Schiffes aufzufüllen.
    Zudem ist eine komplette Atmosphärenaufbereitung nötig.

    Wäre es sinnvoller, den Flug in Kyrostase zu verbringen und/oder das Schiff zusätzlich mit solchen Systemen auszustatten?
    Ein Kryosatseflug hat auf jeden fall den Vorteil, das weit weniger Energie notwendig ist, um die Passagiere am Leben zu halten. Der Ideale Weg wäre meines Erachtens ein weitgehend automatisiertes Schiff, dessen Passagiere in Kryostase liegen und das von einer "kleinen" Crew in wechselschichten von mehreren Monaten in Betrieb gehalten wird.
    Hauptproblem: Ob es jemals möglich sein wird, einen Organismus in Kryostase zu legen, ohne ihn damit umzubringen, ist fraglich.



    Welche Energieerzeugungs/Speicherungs/Antriebsarten würde so ein Schiff ohne Möglichkeit zu FTL-Geschwindigkeiten haben?
    Am Wahrscheinlichsten halte ich eine Mischung aus Sonnensegeln und Fusionsantrieben. Beide Technologien sind uns heute in ihrer Funktion weitgehend bekannt, das bedeutet, sie sind keine "Phantasieideen" mehr, wie z.B. der Warpantrieb. Weitere Vorteile:
    Der Jupiter bietet uns enorme Helium-Vorräte für eine Kernfusion und Fusionstriebwerke erzeugen gleichzeitig Vortrieb und elektrischen Strom. Eine effizientere Nutzung von Treibstoff wird also kaum möglich sein.
    Antimaterie halte ich für zu gefährlich um sie jemals nutzbringend einzusetzen, wenn man von "realitätsnaher" technologie ausgeht. Zudem würde die Lagerung von Antimaterie wiederum Energie erfordern. Also keine glückliche Lösung.



    Würde sich nach mehreren Generationen noch ein verständliches Bild des Gesamtzieles für die Besatzung vermitteln lassen? Oder rutscht die Gesellschaftsstuktur irgendwann ins Chaos bzw in Resignation?
    Da ich es tewchnisch für nicht machbar halte, ein echtes generationbenschiff zu konstruieren, denke ich, das diese Frage keine große Rolle spielt. Ohne Kryostase wird interstellare Raumfahrt ein wunschtraum bleiben.
    Und wenn man auf Kryostase setzt, wäre viel eher die Frage interesannt, wie die Leute reagieren, wenn sie feststellen, dass seit dem einschlafen 200 Jahre Vergangen sind, sie ihre Heimat nie mehr wiedersehen können und auf dem neuen Planeten gefangen sind.


    Und hier noch ein paar letzte, meiner Meinung nach sehr wichtige Fragen:


    Wäre es mit unser derzeitigen Technologie hier auf der Erde möglich, ein Generationenschiff zu bauen? Wenn nein, wann wäre das nach euerer Abschätzung der Fall?
    Frühenstens, wenn die Kernfusion Serienreife erlangt. Ohne Fusionsantriebe ist eine interstellare Reise mit großraumschiffen meiner Ansicht nach undenkbar.
    Zudem halte ich unsere aktuelle Technologie für bei weitem nicht ausreichend. Nichteinmal unsere irdische Wasseraufbereitung ist ein Perpetum-Mobile. Praktisch alles was wir heute machen und können, erfordert den Einsatz von Rohstoffen. Rohstoffe kannst du aber auf einem Raumschiff nicht Produzieren, die musst du mitnehmen, was wiederum die Masse des Schiffes sprunghaft ansteigen lässt. Deshalb denke ich, das eine Interstellare Reise wenn überhaupt nur durch Kryostase machbar ist. Und selbst die funktioniert heute noch nicht.
    Also: Zukunftsmusik.

    Was wären mögliche Gründe, warum sich ein Staat oder die Menschheit dazu entschließen würde, ein Generationenschiff zu bauen? (Für die ganze Menschheit? Für einen bezahlenden, freiwilligen, oder ausgebildeten Teil? Für einen überlebenden "Rest" nach einer Katastrophe?)
    Der einzige plausible Grund der mir einfällt, wäre neugierde, Abenteuerlust, bzw. zu beweisen, das es geht.
    Diejenigen, denen es auf der Erde gut geht, werden wenig interesse haben, sie zu verlassen. Diejenigen, denen es schlecht geht, interessieren die möglichen "Drahtzieher" hinter einem solchen Projekt nicht. Bei 200 Jahren Reisezeit sin Rohstoffversorgung und oder Handel auch irrelevant. Überhaupt werden wohl nur abenteuerlustige Leute zu so einer Reise bereit sein, so dass letztlich das Abenteuer auch der Grund sein wird.
    Und was das Katastrophen Klischee angeht: Sorry, aber wenn eine Spezies nach einer "Katastrophe" immer noch die technischen Mittel hat, um interstellare Raumschiffe zu bauen, dann hätte Sie auch immer noch die Mittel, um ihren Planeten weiterhin zu bewohnen. Sogar mit sehr viel weniger Aufwand.

    Würdet ihr euch freiwillig für eine solche Reise ohne Wiederkehr auf unseren Planeten melden? In welcher Position? Mit welcher Begründung?
    Da ich niemals die Chance dazu bekommen werde, kann ich mir auch nicht realitätsgetreu darüber gedanken machen. Sicher ist der Gedanke reizvoll, aber das sind viele "Gedanken". Und zwar meistens nur so lange, wie sie "Gedanken" bleiben.
    Was ist Ironie?
    Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
    endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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    • #3
      Für mich macht ein Generationenschiff nur Sinn bei einer Aussiedlung.
      Für eine Forschungsmission sind diese Schiffe total ungeeignet.
      Stell Dir nur einmal vor dieses Schiff ist vielleicht 300-400 Jahre unterwegs.
      Die eigentlichen Forscher wären längst Tod und die Nachkommen interessieren sich einen Dreck um die Mission.
      Wie gesagt für mich macht ein Generationenschiff nur Sinn bei einer Aussiedlung nach einer Katastrophe.
      Die Risiken bei solch langen Missionen sind sehr sehr hoch, und darum sollte man so etwas nur wagen wenn man dazu gezwungen ist.

      Kommentar


      • #4
        Zitat von caesar_andy Beitrag anzeigen
        Man muss also ein Ziel haben. Ich kann aber im Observatorium nicht feststellen, ob ein Planet für Menschen bewohnbar ist, weil ich im Objektiv nicht sehe, aus was die Atmosphäre besteht, oder wie warm es dort ist.
        Doch, das geht prinzipiell.



        Dazu müsste ich den Planeten bereits mit Sonden anfliegen. Reden wir von einem "Generationenschiff", kann man wohl eine Flugzeit von ca. 200 Jahren einrechnen.
        Wieso 200 Jahre?

        Das grundsätzliche Problem von Generationsschiffen ist, das sie im Grunde von denen finanziert werden müssten, die dann daheim bleiben.

        Kommentar


        • #5
          Zitat von Dannyboy Beitrag anzeigen
          Doch, das geht prinzipiell.
          Wir wissen bis heute noch kaum etwas über die Beschaffenheit der Pluto-Atmosphäre. Bei den entdeckten Trabanten von Alpha-Centauri lässt sich bis heute kaum sicher sagen, dass die Planeten aus Stein sind und in der habitablen Zone liegen. Geschweige denn, dass wir wüssten ob und welche Atmosphäre sie haben.
          Und du willst durch pure Fern-Beobachtung eines Planeten, der mehr als 100 Lichtjahre von uns entfernt ist, erkennen, ob er für menschen bewohnbar ist? Was ist mit Vegetation? Siehst du einem "Apfel" - unter der Annahme, du hättest ein Teleskop, das einen Apfel auf einem anderen Planeten auflösen könnte - an, ob er für Menschen essbar ist?

          Wieso 200 Jahre?
          Weil wir von einem "Generationenschiff" reden? Ein Schiff das 10 oder 20 Jahre unterwegs wäre, ist wohl kaum ein Generationenschiff, weil die Leute die Ankommen immer noch die selben sind, die losgeflogen sind. Bei einem Generationenschiff geht es ja gerade - zumindest theoretisch - darum, dass ganze Generationen an Bord geboren werden, aufwachsen leben, nachwuchs zeugen und wieder sterben bevor die Reise beendet ist. Und darum, dass lediglich die "Nachfahren" der ursprünglichen Pioniere die neue Heimat lebend erreichen.

          Das grundsätzliche Problem von Generationsschiffen ist, das sie im Grunde von denen finanziert werden müssten, die dann daheim bleiben.
          Das wiederum sehe ich keineswegs als "Problem" an. Immerhin investieren wir heute auch milliardensummen in die Erforschung der Kernfusion. Einer Trechnologie, die vieleicht möglicherweise irgendwann theoretisch in den nächsten 50 jahren Nutzbare resultate hervorbringt. Daran stört sich aber auch niemand. Bestimmte Projekte betreibt man immer für die Zukunft, ein interstellarer Flug gehört da nunmal zu.

          Das hauptproblem ist und bleibt: Ein interstellarer Flug, der so lange dauern würde, dass er ein Generationenschiff erfordert, hat einfach keinen Nutzen. Für niemanden.
          Was ist Ironie?
          Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
          endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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          • #6
            Zitat von caesar_andy Beitrag anzeigen
            ... Das hauptproblem ist und bleibt: Ein interstellarer Flug, der so lange dauern würde, dass er ein Generationenschiff erfordert, hat einfach keinen Nutzen. Für niemanden.
            Das sehe ich auch so. Zudem besteht ja eine gute Chance das die auf dem Schiff geborenen Generationen gar nicht so große Pioniere und Abenteurer wie ihre Eltern sein werden. Wer weiß? Vielleicht gibt es dann 30 oder 40 Jahre nach dem Start eine Protestbewegung die als Losung ausgibt: "Umdrehen! Jetzt!"
            Ein kleines Land kann nicht mit einem großen wetteifern, wenige nicht mit vielen; die Schwachen nicht mit den Starken.

            - Mencius

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            • #7
              Zitat von caesar_andy Beitrag anzeigen
              Wir wissen bis heute noch kaum etwas über die Beschaffenheit der Pluto-Atmosphäre.
              Weil sie sowieso sehr dünn ist. Größtenteils Stickstoff.

              Bei den entdeckten Trabanten von Alpha-Centauri lässt sich bis heute kaum sicher sagen, dass die Planeten aus Stein sind und in der habitablen Zone liegen. Geschweige denn, dass wir wüssten ob und welche Atmosphäre sie haben.
              Und du willst durch pure Fern-Beobachtung eines Planeten, der mehr als 100 Lichtjahre von uns entfernt ist, erkennen, ob er für menschen bewohnbar ist?
              Ja, das ist dann möglich, wenn der Planet seine Sonne verdeckt. Dann könnten bessere Teleskope, als es sie momentan noch gibt (die aber in 20 Jahren existieren könnten) durchaus die chemische Zusammensetzung ermitteln.



              Was ist mit Vegetation? Siehst du einem "Apfel" - unter der Annahme, du hättest ein Teleskop, das einen Apfel auf einem anderen Planeten auflösen könnte - an, ob er für Menschen essbar ist?
              Nein.

              Weil wir von einem "Generationenschiff" reden? Ein Schiff das 10 oder 20 Jahre unterwegs wäre, ist wohl kaum ein Generationenschiff,
              Aha, dann waren die 200 jahre einfach blind aus der Luft gegriffen und es könnten auch 80 Jahre sein.

              Bei einem Generationenschiff geht es ja gerade - zumindest theoretisch - darum, dass ganze Generationen an Bord geboren werden, aufwachsen leben, nachwuchs zeugen und wieder sterben bevor die Reise beendet ist.
              Diese Bedingung wäre aber nicht erst mit 200 Jahren erfüllt.

              Das wiederum sehe ich keineswegs als "Problem" an. Immerhin investieren wir heute auch milliardensummen in die Erforschung der Kernfusion. Einer Trechnologie, die vieleicht möglicherweise irgendwann theoretisch in den nächsten 50 jahren Nutzbare resultate hervorbringt.
              Das sind aber nutzbare Resultate für "uns". Und wir investieren da auch nur winzige Bruchteile unseres Vermögens. In Generationenschiffe müssten wir aber wirklich gewaltige Summen investieren.

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              • #8
                Zitat von Dannyboy Beitrag anzeigen
                Ja, das ist dann möglich, wenn der Planet seine Sonne verdeckt. Dann könnten bessere Teleskope, als es sie momentan noch gibt (die aber in 20 Jahren existieren könnten) durchaus die chemische Zusammensetzung ermitteln.
                Das ist genau so spekulativ wie kryostase, Beamen und Warpantrieb. Willst du mir allen ernstes erzählen, dass du es für möglich hälst, durch optische beobachtung mit einem Teleskop über Lichtjahre hinweg genau festzustellen, wie viel Chlor eine Atmosphäre beispielsweise enthällt?
                Denn bei 1% wäre der Planet bereits für menschen nicht mehr bewohnbar.

                Nein.
                Sieste du? Damit kannst du dann schoneinmal nicht durch "beobachtung" bestimmten, ob der Planet überhaupt in der Lage dazu ist, Menschen zu ernähren. Vieleicht ist unsere Irdische Nahrung zu dem einheimischen Ökosystem inkompatibel und Mais, Orangen etc. wachsen dort einfach nicht? Bevor man 100.000 Menschen in den Weltraum schießt, sollte man ja wohl zumindest wissen, ob die Leute am Zielort auch was zu futtern kriegen, oder?

                Aha, dann waren die 200 jahre einfach blind aus der Luft gegriffen und es könnten auch 80 Jahre sein.
                Selbst bei 80 Jahren hätten wir mit zwei hinflügen pluss datenübertragung und schiffsbau immer noch ein Zeitfenster von mehr als 200 Jahren. Denk von heute 200 Jahre zurück, wie viel sich in der Zeit verändert hat. Stell dir einfach vor, du befindest den Planeten für "gut", fängst an das Schiff zu bauen, und erst nach dem Start fällt dir auf, dass inzwischen ein Meteorit dort eingeschlagen ist und den Planeten zerstört hat. Dann kommt das "Generationenschiff" am Ziel an, und nix ist mit neuer Heimat.

                Diese Bedingung wäre aber nicht erst mit 200 Jahren erfüllt.
                Was ebenfalls nichts daran ändert, dass es ein unverantwortliches Risiko darstellt, da du bei wegstrecken über mehrere Jahrzehnte immer mit komplikationen rechnen musst, z.B. damit, das der Planet Zielplanet nicht mehr da ist, wenn du ankommst.



                Das sind aber nutzbare Resultate für "uns". Und wir investieren da auch nur winzige Bruchteile unseres Vermögens. In Generationenschiffe müssten wir aber wirklich gewaltige Summen investieren.
                Ja genau. Erzähle heute mal einem 80-Jährigen, dass die Kernfusionsforschung für ihn betrieben wird. Der lacht dich munter aus. Das Generationenschiff selbst ist wohl kaum eine Investition, für eine Zivilisation, die die technischen Mittel dafür hat. Wenn du 1750 einem Schuster in Paris gesagt hättest, es wird mal Kreuzfahrtschiffe geben, auf denen 5.000 Menschen leben wie Könige, hätte er dir auch gesagt, das der Bau von einem dieser Schiffe mehr Geld kostet, als die ganze Menschheit zusammen überhaupt besitzt.
                Das was den bau eines Generationenschiffes so kompliziert machen würde, wäre die Infrastruktur, zum Beispiel Heliumabbau auf dem Jupiter oder orbitale werften. Wenn so etwas existiert, würde es aber ziemlich sicher nicht NUR für generationenschiffe verwendet werden, sondern wäre ein normaler bestandteil der Menschlichen Logistik und Ökonomie. WENN die Menschheit eines tages so weit ist, um realistisch an einem Generationenschiff zu arbeiten, dann werden auch die Mittel dazu da sein. Das war bei Wissenschaftlichen Projekten bisher immer so.
                Was ist Ironie?
                Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
                endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

                Kommentar


                • #9
                  Hey, freut mich irre dass in so einer kurzen Zeit so viele Antworten kommen, und zum Teil sehr umfangreich und fundiert
                  Danke schonmal dafür.
                  Dann werd ich jetzt auch mal meinen Senf dazugeben.

                  Ich möchte jetzt nicht (jedenfalls nicht nur!) auf eine potentiell menschliche oder sogar derzeit realistisch anzunehmende Unternehmung eingehen, sondern auch auf halbwegs plausible SF-Storyplots.


                  Weil die Möglichkeit angesprochen wurde:
                  Es ist bereits mit derzeitigen Methoden möglich, über ein Spektralverfahren konkrete Angaben über Temperatur, Atmosphärenzusammensetzung und Oberflächenzusammensetzung von Sternen bzw deren Trabanten zu machen. Man kann selbstverständlich nicht feststellen, ob diese Angaben bestätigen dass die Atmosphäre tatsächlich atembar ist (Erreger werden sicher nicht festgestellt) oder auch, ob der angesprochene Apfel essbar ist.
                  Jedoch: dadurch könnte man schon mal die Sternsysteme ausschließen die definitiv keine brauchbaren Planeten anbieten und sich stattdessen eine Route aussuchen die mit möglichst wenig Abweichung mehrere potentiell brauchbare Sternsysteme abfliegt.

                  Die Idee mit dem "Tanken" auf Gasriesen gefällt mir dermaßen gut, dass ich den Faden hier weiterspinnen könnte: Nach sinkender Entfernung zu potentiellen Zielsystemen wird natürlich die Spektralanalyse immer genauer, dass tatsächlich von System zu System geflogen werden könnte auf der Suche nach
                  a) Rohstoffen in Form von Wasser (gefroren?) sowie Metalle, Gestein (Nährboden), etc auf Planeten/Meteoriten
                  b) Gasaufnahme (geniale Idee! wär ich nicht drauf gekommen) zur Atmosphäregewinnung sowie auch evtl als brennbarer oder fusionierbarer Treibstoff
                  sowie
                  c) bewohnbaren oder zumindest terraformbaren Planeten.


                  Zu dem zeitlichen Ablauf möchte ich noch was in den Raum werfen - mit steigender Entfernung zu einem Gravitationszentrum vergeht auch die Zeit langsamer. Da gibt es doch die Analogie von Stephen Hawkins mit den Zwilligen, von denen einer ein Erdenjahr im All verbringt. Der Zwilling im All hat weniger Zeit verbraucht als der Zwilling auf der Erde, dieser ist bereits fortgeschrittener gealtert als der Astronaut.
                  Auch gibt es die konkreten Versuche mit den Atomuhren auf Meereshöhe und auf dem Mount Everest, bei denen sich schon nach mehrern Wochen bis auf die sechste oder siebte Stelle hinter dem Komma die Zeit verschiebt - und das gerade mal bei 8km Unterschied zum Gravitationszentrum!

                  Will sagen - sollten auf dem Generationenschiff 200 Jahre vergehen, sind es auf der Erde u.U. bereits viel mehr. Die Schere öffnet sich also so weit dass eine Rückkehr definitiv nicht sinnvoll wäre, denkbar ist also nur eine "Reise ohne Wiederkehr", beispielsweise aus Gründen der Völkerflucht (die ganze Rasse braucht einen neuen Planeten, hat aber noch genügend Zeit ein Schiff zu bauen - ein Grund könnte steigende Sonnenaktivität sein (Roter Riese?) oder ein Zusammenbruch des Magnetfeldes, der die Rasse gefährlicher Strahlung aussetzt).
                  Auch denkbar (erinner mich da vage an einen Voyager-Roman) wäre, dass das ganze Volk schlichtweg keinen neuen Planeten konkret sucht sondern lieber seit Generationen in ihrem Schiff die Galaxis durchkreuzt und ihren Lebensraum dadurch mitnimmt.
                  Sollte kein ganzes Volk auswandern, so könnte ich mir durchaus eine Gruppe Pioniere vorstellen die unterwegs sind, die Galaxis zu bevölkern (Das Schiff setzt jedesmal Gruppen von Freiwilligen aus die gerne auf bewohnbaren Planeten bleibt und fliegt dann weiter), ähnlich der Bevölkerung von Australien und Amerika durch den Weißen Mann.

                  Weils mir gerade kommt - auch die Voyager ist eigentlich ein Generationenschiff, wenn man Star Trek hier mit rein nehmen will. Die Besatzung ist in hohem Alter wenn sie den Alpha-Quadranten erreicht, sofern kein Wurmloch oder keine Entität gefunden wird die sie zurückbringt, und es werden bereits Kinder auf der VOY geboren die die Erde noch nie gesehen haben.


                  Um auf vorige Posts und die machbare Realität zurückzukommen:

                  Die Idee mit den Sonnensegeln ist genial, vor allem in Kombination mit bereits technisch brauchbaren Antriebskonzepten wie Kernfusion und -Spaltung. Bin ich auch der Meinung - wenn eine Rasse keine FTL-Technologie besitzt und keine Möglichkeit zur Kryostasis, sind auch Antriebe wie Antimateriereaktoren sehr unwahrscheinlich. Damit wäre ein Generationenschiff die einzige Möglichkeit, sich nennenswert vom Heimat-Sternsystem zu entfernen, sofern gewünscht.

                  SOLLTE Kryostase möglich sein, ist auch ein Generationenschiff hinfällig, diese beiden Konzepte scheinen sich mir zu widersprechen. Die Idee mit der wachen, womöglich regelmäßig durchwechselnden Minimalcrew, die den Hauptteil der Crew in Stasis überwacht, ist plausibel und wurde ja bereits oft in Romanen verwendet.

                  Mit der Rohstoffeinlagerung auf Schiffen bin ich nicht so negativ eingestellt, muss ich sagen.
                  Angenommen, die Crew besteht aus 40 bis 60 Leuten, mit einer vorraussichtlichen Flugzeit von 30 Jahren bis zum nächsten geplanten Rohstoff-Sammelpunkt. Da kann man durchaus Lebensmittel (auch Pflanzen- und Nutztierkulturen), Rohstoffe und atembare Luft bereits mit unseren Technologien dafür bereitstellen. Ich meine, sicher, wir reden hier von mehreren Megatonnen! Aber nachdem ich davon ausgehe, dass ein Generationenschiff sowieso im Orbit gebaut werden muss wegen der immensen Masse, wird es zwar einen gigantischen technischen und logistischen, aber nicht unlösbaren Aufwand darstellen. In 500, 1000 oder gar 1500 Meter Schiffslänge bei Schwerelosigkeit lassen sich viel Bruttoregistertonnen unterbringen, man schaue sich nur die heutigen 800-Meter-Öltanker an.

                  Kraftstoff (in welcher Form auch immer) braucht man in erster Linie zum Beschleunigen und Bremsen, dazwischen reicht die Masseträgheit und das nahezu widerstandsfreie Vakuum um das Schiff auf Geschwindigkeit zu halten.
                  Kraftstoffreserven müssen also nicht ausreichen für 30 Jahre Vollgas bis zum nächsten Rohstoffaufnahmepunkt.

                  Die Sache mit dem Nutzen, also Sinn und Unsinn einer Generationenunternehmung, bleibt natürlich auf der Strecke. Sinnvoll ist es nur dann, wenn sich die Spezies entweder entscheidet, den Heimatplaneten komplett zu verlassen (aus welchem Grund auch immer), um im All zu wohnen oder einen neuen Planeten zu finden und zu "terra"formen,
                  oder
                  um die Spezies weiter zu verbreiten, wie oben angesprochen "Aussetz-Siedler-Prinzip"
                  oder
                  in der Hoffnung, auf eine Spezies zu stoßen, die ihnen eventuell fortschrittlichere Technologien beibringen kann. (Evtl mit konkretem Hinweis, wie beispielsweise aufgefangene Kommunikation via SETI oder ähnlichem, die auf Intelligenz hin weist. (über Probleme mit Kommunikationsschwierigkeiten verweise ich auf einen anderen aktuellen Thread )
                  Also quasi als "Abgesandtenschiff" einer Spezies auf Hoffnung und der Suche nach Fremdkontakt. Natürlich ohne Garantie auf Erfolg oder gar Rückkehr. Hier kommt sehr treffend das genannte Beispiel der Abenteuerlust hinzu.

                  So, genug von mir erstmal.

                  Ich bedanke mich schon mal für die bereits gestellten Antworten und hoffe auf zahlreiche neue


                  .
                  EDIT (autom. Beitragszusammenführung) :

                  ring°runner schrieb nach 7 Minuten und 36 Sekunden:

                  aaah, da hab ich während des Schreibens schon wieder was neues verpasst

                  um darauf noch kurz einzugehen:
                  Ich denke auch, dass die Finanzierung eines Generationenschiffes das kleinste Problem wäre. Entweder die Spezies ist drauf angewiesen, dann ist Geld eh keine Priorität, oder es wird aus Wissenschaftsdrang und Luxus betrieben, auch dann werden Gelder gefunden werden. Der Vergleich mit den Kreuzfahrtschiffen (Tourismus) finde ich gut gelungen.

                  Wer hat das mal gesagt? Die Menschheit wird alles versuchen, was technisch machbar ist. Egal ob positiv oder negativ. Es ist nur eine Frage der Zeit und des Fortschrittes.
                  (sieht man ja an Beispielen wie der umstrittenen Gentechnik, Atombomben vs. Atomkraft, Biowaffen vs. Bioforschung, etc. Alles hat zwei Seiten, was nicht bedeutet dass wir es nicht trotzdem ausprobieren würden)

                  Will damit sagen: Auch wenn jeder weiß, dass es sinnvoller ist, die Erde rechtzeitig zu retten, oder auf Technologien wie Kryostase oder Warp/Sprungtore/FTL-Antriebe zu warten, um das Sonnensystem zu verlassen, heißt dass nicht, dass wir drauf warten werden. Sobald Leute das Sonnensystem verlassen können, werden sie es auch tun - egal zu welchem persönlichem Preis.
                  Zuletzt geändert von ring°runner; 11.02.2011, 20:28. Grund: Antwort auf eigenen Beitrag innerhalb von 24 Stunden!

                  Kommentar


                  • #10
                    Zitat von caesar_andy Beitrag anzeigen
                    Das ist genau so spekulativ wie kryostase, Beamen und Warpantrieb. Willst du mir allen ernstes erzählen, dass du es für möglich hälst, durch optische beobachtung mit einem Teleskop über Lichtjahre hinweg genau festzustellen, wie viel Chlor eine Atmosphäre beispielsweise enthällt?
                    Das ist möglich. Unsere Spektroskope sind jetzt schon nicht weit von der entsprechenden Empfindlichkeit entfernt. Mit Kryostase oder Beamen hat das gar nichts zutun. Wir haben die entsprechende Technologie. Sie ist nur noch nicht empfindlich genug. Die Empfindlichkeit wird aber genau so gesteigert, wie die Leistungsfähigkeit unserer Computer.


                    Denn bei 1% wäre der Planet bereits für menschen nicht mehr bewohnbar.
                    Ja, aber so eine Welt wird es nicht geben. Chlorgas ist zu instabil.

                    Sieste du? Damit kannst du dann schoneinmal nicht durch "beobachtung" bestimmten, ob der Planet überhaupt in der Lage dazu ist, Menschen zu ernähren. Vieleicht ist unsere Irdische Nahrung zu dem einheimischen Ökosystem inkompatibel und Mais, Orangen etc. wachsen dort einfach nicht?
                    Quatsch. Wer ein Generationenschiff bauen kann, der kann auch einen Planeten kolonnisieren. Die gleiche Technologie, die das Generationenschiff mit Nahrung versorgt, wird auch auf dem Planeten anwendbar sein.

                    Gentechnische Anpassungen sollten da kein Problem sein.

                    Selbst bei 80 Jahren hätten wir mit zwei hinflügen pluss datenübertragung und schiffsbau immer noch ein Zeitfenster von mehr als 200 Jahren. Denk von heute 200 Jahre zurück, wie viel sich in der Zeit verändert hat. Stell dir einfach vor, du befindest den Planeten für "gut", fängst an das Schiff zu bauen, und erst nach dem Start fällt dir auf, dass inzwischen ein Meteorit dort eingeschlagen ist und den Planeten zerstört hat. Dann kommt das "Generationenschiff" am Ziel an, und nix ist mit neuer Heimat.
                    Das ist ziemlich unwahrscheinlich.

                    Was ebenfalls nichts daran ändert, dass es ein unverantwortliches Risiko darstellt, da du bei wegstrecken über mehrere Jahrzehnte immer mit komplikationen rechnen musst, z.B. damit, das der Planet Zielplanet nicht mehr da ist, wenn du ankommst.
                    Planeten verschwinden nicht einfach so.



                    Ja genau. Erzähle heute mal einem 80-Jährigen, dass die Kernfusionsforschung für ihn betrieben wird. Der lacht dich munter aus. Das Generationenschiff selbst ist wohl kaum eine Investition, für eine Zivilisation, die die technischen Mittel dafür hat. Wenn du 1750 einem Schuster in Paris gesagt hättest, es wird mal Kreuzfahrtschiffe geben, auf denen 5.000 Menschen leben wie Könige, hätte er dir auch gesagt, das der Bau von einem dieser Schiffe mehr Geld kostet, als die ganze Menschheit zusammen überhaupt besitzt.
                    Das was den bau eines Generationenschiffes so kompliziert machen würde, wäre die Infrastruktur, zum Beispiel Heliumabbau auf dem Jupiter oder orbitale werften. Wenn so etwas existiert, würde es aber ziemlich sicher nicht NUR für generationenschiffe verwendet werden, sondern wäre ein normaler bestandteil der Menschlichen Logistik und Ökonomie. WENN die Menschheit eines tages so weit ist, um realistisch an einem Generationenschiff zu arbeiten, dann werden auch die Mittel dazu da sein. Das war bei Wissenschaftlichen Projekten bisher immer so.
                    Jetzt widersprichst du dir selbst. Warum sollten die Mittel da sein? Das wäre ein Projekt ohne einziehbare Rendite.


                    .
                    EDIT (autom. Beitragszusammenführung) :

                    Dannyboy schrieb nach 11 Minuten und 10 Sekunden:

                    Zitat von ring°runner Beitrag anzeigen


                    Will sagen - sollten auf dem Generationenschiff 200 Jahre vergehen, sind es auf der Erde u.U. bereits viel mehr.
                    Das ist absolut vernachlässigbar, wenn die nicht gerade mit annähernd Lichtgeschwindigkeit fliegen.


                    [quote]



                    um darauf noch kurz einzugehen:
                    Ich denke auch, dass die Finanzierung eines Generationenschiffes das kleinste Problem wäre. Entweder die Spezies ist drauf angewiesen, dann ist Geld eh keine Priorität, oder es wird aus Wissenschaftsdrang und Luxus betrieben, auch dann werden Gelder gefunden werden.
                    Also Luxus oder Wissenschaftsdrang kann man vergessen. Ein Generationenschiff ist kein Luxus. Es müssten gewaltige Ressourcen geopfert werden, die man nie zurück bekommt.


                    Wer hat das mal gesagt? Die Menschheit wird alles versuchen, was technisch machbar ist. Egal ob positiv oder negativ. Es ist nur eine Frage der Zeit und des Fortschrittes.
                    Oh, das war vielleicht jemand in den 60ern. Heute erkennen wir, das es Quatsch ist. Es gibt eine Menge Dinge, die wir nicht versuchen. Und angesichts der Ressourcenverschwendung wird es wohl auch mal eine Menge Dinge geben, die wir nie versuchen können werden.
                    Zuletzt geändert von Dannyboy; 11.02.2011, 21:57. Grund: Antwort auf eigenen Beitrag innerhalb von 24 Stunden!

                    Kommentar


                    • #11
                      Hm. Also ich bin eigentlich auch der Meinung, dass es zwar möglich, aber sehr unwahrscheinlich ist, wenn das Zielsystem bei der Ankunft sich als zerstört herausstellt... ich meine, Alderaan war da schon relativ einzigartig.

                      Nein, im Ernst. Ich denke, die Möglichkeit kann man als verschwindend klein einstufen - daran würde ich die Unternehmung nicht aufhängen. Da wären andere Probleme wahrscheinlich noch eher ein Grund, wie zum Beispiel das Nutzbarmachen eines angepeilten Planeten. Ohne Erfahrung ein erstes Terraforming durchzuführen (außer vielleicht von Erfahrungen an Mars, Europa oder Titan abgesehen) ist da, denke ich, das größere Hindernis, als festzustellen dass das Sternsystem inzwischen ruiniert ist

                      Unter dem Hinblick der Rendite - okay, könnte schwierig werden Gelder aufzutreiben. Im Falle einer Völkerwanderung erledigt sich das Problem allerdings.
                      Ob Privatpersonen die Mittel aufbringen würden, bezweifle ich auch sehr.


                      Dass die Menschheit alles ausprobiert, was technisch möglich ist, halte ich für Fakt. Mir würde jedenfalls kein Gegenbeispiel einfallen.
                      Wenn Du meinst, dass gewisse Technogien nach dem "Ausprobieren" nicht allgemein verfügbar gemacht werden, liegt meiner Meinung nach an Wirtschaftlichen Gründen (der "Reifen der sich nicht abfährt", das Auto dass nicht rostet - alles möglich aber wird aus wirtschaftlichen Gründen nicht gemacht) oder an moralischen Gründen - evtl. der Geheimhaltung.

                      Gewisse Militärstrukturen der Erde würden auch nie zugeben, dass sie weiterhin an Biowaffen oder "modifizierten" Soldaten arbeiten. (Gabs ja schon im Zweiten Weltkrieg - Soldaten die auf extreme Drogen gesetzt wurden, um Reaktionsgeschwindigkeiten sowie Muskelkraft kurzfristig (stundenweise) zu erhöhen und Ermüdungserscheinungen zu unterdrücken).

                      Insofern bin ich weiterhin der Meinung - was möglich ist, wird auch gemacht. Kann aber auch sein, dass mir da jetzt einige Dinge nicht bewußt sind, vielleicht hast Du ja ein paar Beispiele?

                      EDIT:
                      Ich merke gerade, dass die letzten beiden Absätze relativ OT sind - evtl lassen wir das unter den Tisch fallen, da das sonst zu einer Grundsatzdiskussion ausarten würde

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                      • #12
                        Zitat von ring°runner Beitrag anzeigen
                        Zu dem zeitlichen Ablauf möchte ich noch was in den Raum werfen - mit steigender Entfernung zu einem Gravitationszentrum vergeht auch die Zeit langsamer. Da gibt es doch die Analogie von Stephen Hawkins mit den Zwilligen, von denen einer ein Erdenjahr im All verbringt. Der Zwilling im All hat weniger Zeit verbraucht als der Zwilling auf der Erde, dieser ist bereits fortgeschrittener gealtert als der Astronaut.
                        Auch gibt es die konkreten Versuche mit den Atomuhren auf Meereshöhe und auf dem Mount Everest, bei denen sich schon nach mehrern Wochen bis auf die sechste oder siebte Stelle hinter dem Komma die Zeit verschiebt - und das gerade mal bei 8km Unterschied zum Gravitationszentrum!
                        Das ist afaik so nicht ganz richtig. Tatsächlich tritt die Zeitdilitation nur bei hohen Geschwindigkeiten auf.
                        Gehen wir davon aus, das ein Raumschiff 'nur' mit 30% der Lichtgeschwindigkeit fliegt - und selbst das ist unseren heutigen Vermutungen nach noch unrealistisch schnell, mit Fusionstriebwerken dürfte etwa 0,1c realisierbar sein - spielt dieser Effekt praktisch noch gar keine Rolle. Erst bei starker Annäherung an 1,0c müsste man den effekt berücksichtigen.


                        Sollte kein ganzes Volk auswandern, so könnte ich mir durchaus eine Gruppe Pioniere vorstellen die unterwegs sind, die Galaxis zu bevölkern (Das Schiff setzt jedesmal Gruppen von Freiwilligen aus die gerne auf bewohnbaren Planeten bleibt und fliegt dann weiter), ähnlich der Bevölkerung von Australien und Amerika durch den Weißen Mann.
                        Du ignorierst an dieser Stelle leider den wichtigen Punkt der sinnhaftigkeit: Amerika hatte für die "Pioniere" - oder zumindest deren Geldgeber - damals einen unmittelbaren, finanziellen Wert, da man davon ausgehen konnte, dort nutzbare Rohstoffe zu finden. Wenn aber ein Generationenschiff X-Jahrzehnte unterwegs ist, um sein Ziel zu erreichen, spielt der Rohstofftransport keine Rolle, weil die Zeit zwischen zwei Lieferungen zu lang ist.

                        Weils mir gerade kommt - auch die Voyager ist eigentlich ein Generationenschiff, wenn man Star Trek hier mit rein nehmen will. Die Besatzung ist in hohem Alter wenn sie den Alpha-Quadranten erreicht, sofern kein Wurmloch oder keine Entität gefunden wird die sie zurückbringt, und es werden bereits Kinder auf der VOY geboren die die Erde noch nie gesehen haben.
                        Die Voyager landete aber nur zufällig im Deltaquadranten. Es fällt also schwer hier eine Analogie zu einem Bewussten Projekt herzustellen. Ein anderes Problem besteht darin, das Voyager das Konzept nie wirklich ausgenutzt hat. Bei Voyager hatte man immer das gefühl, es gäbe im Weltraum "an jeder Ecke 'ne Tanke" wo man Antimaterie und Photonentorpedos kaufen kann.
                        Ein vollkommen autarkes Generationenschiff, auf dem es schon Ethisch/Moralische Probleme aufwirft, was man mit den Toten macht, spielt da in einer vollkommen anderen Liga.




                        Mit der Rohstoffeinlagerung auf Schiffen bin ich nicht so negativ eingestellt, muss ich sagen.
                        Angenommen, die Crew besteht aus 40 bis 60 Leuten, mit einer vorraussichtlichen Flugzeit von 30 Jahren bis zum nächsten geplanten Rohstoff-Sammelpunkt.
                        Einen Moment, hier wirfst du etwas durcheinander. Natürlich lässt sich eine Crew von 40 Leuten deutlich einfacher Versorgen, als eine von 100.000 Leuten. Diese Überlegung spielt aber überhaupt nur dann eine Rolle, wenn Kroystase möglich ist, und dann hast du kein "Generationenschiff" mehr.
                        Wenn du ohne Kryostase auskommen willst, musst du an Bord des Schiffes über Jahrzehnte/Jahrhunderte hinweg eine ganze STADT am Leben halten. Und das geht nicht mal ebend mit einem 500 Liter-Kanister Frischwasser im Kofferraum.
                        Selbst in "nur" 30 jahren fressen dir die Leute die Haare vom Kopf.


                        Kraftstoff (in welcher Form auch immer) braucht man in erster Linie zum Beschleunigen und Bremsen, dazwischen reicht die Masseträgheit und das nahezu widerstandsfreie Vakuum um das Schiff auf Geschwindigkeit zu halten.
                        Kraftstoffreserven müssen also nicht ausreichen für 30 Jahre Vollgas bis zum nächsten Rohstoffaufnahmepunkt.
                        Das ist so weit richtig. Du solltest aber berücksichtigen, wie viel Treibstoff du brauchst. Wir reden hier schließlich nicht von einem VW-Golf, sondern von einem vermutlich mehrere tausend oder millionen tonnen schweren Raumschiff. Ich meine mal eine Rechnung gesehen zu haben, dass du für die beschleunigung von 10 Tonnen Nutzlast auf 5%(!) der Lichtgeschwindigkeit mit einem Fusionsantrieb ca. 500 Tonnen Treibstoff benötigst. Das ist natürlich viel weniger, als bei chemischen Antrieben, trotzden reden wir von einer erheblichen Menge. Stell dir vor, du würdest einen unserer heutigen Öltanker auf 0,05c beschleunigen wollen. Das wären schon mehr als 12.000.000 Tonnen Treibstoff...und die erreichen deine vorgeschlagenen 1.000 Meter länge bei weitem nicht.



                        Zitat von Dannyboy Beitrag anzeigen
                        Das ist möglich. Unsere Spektroskope sind jetzt schon nicht weit von der entsprechenden Empfindlichkeit entfernt. Mit Kryostase oder Beamen hat das gar nichts zutun. Wir haben die entsprechende Technologie. Sie ist nur noch nicht empfindlich genug. Die Empfindlichkeit wird aber genau so gesteigert, wie die Leistungsfähigkeit unserer Computer.
                        Und du willst ernsthaft hunderttausende von menschen einem "Foto" Anvertrauen? Ja ne, ist klar.




                        Ja, aber so eine Welt wird es nicht geben. Chlorgas ist zu instabil.
                        Was ist mit Keimen? Bakterien? Irgendwelchen Mikroben die im Wasser leben?



                        Quatsch. Wer ein Generationenschiff bauen kann, der kann auch einen Planeten kolonnisieren. Die gleiche Technologie, die das Generationenschiff mit Nahrung versorgt, wird auch auf dem Planeten anwendbar sein.
                        Ehm nein. DAS ist quatsch. Hast du dir mal überlegt, wie du die Crew von einem Raumschiff aus auf einen Planeten ohne Raumfahrt-Logistik bekommst? Und dann willst du noch großartig Gewächshäuser mit schicken und ausladen? Soll dein Schiff etwa auch noch den Treibstoff für Transportshuttles mitnehmen, oder wie?
                        "Treibstoffeffiziente" Fusionstriebwerke funktionieren innerhalb einer Atmosphäre nicht.


                        Gentechnische Anpassungen sollten da kein Problem sein.
                        Nein wirklich? Aber Moment mal. Wie denn, wenn wir das Ökosystem nicht kennen? Oder verraten uns schlecht aufgelöste Teleskop-Fotos jetzt plötzlich auch noch welche DNA örtliche Pflanzen haben?
                        Nur, um es nochmal zu wiederholen: Ich halte eine kolonisierung eines fremden Ökosystems NICHT für unmöglich. Ich halte es aber für unmöglich, das zu tun, ohne genau zu wissen, mit was für einem Ökosystem man es zu tun hat.

                        Das ist ziemlich unwahrscheinlich.

                        Planeten verschwinden nicht einfach so.
                        Wie groß muss eine wahrscheinlichkeit sein um eine unternehmung als kritisch einzustufen, bei der hunderte, tausende oder hunderttausende Leben von Kindern und Familien auf dem Spiel stehen?

                        Jetzt widersprichst du dir selbst. Warum sollten die Mittel da sein? Das wäre ein Projekt ohne einziehbare Rendite.
                        Äh, ich widerspreche mir ganz und gar nicht. Ich sagte lediglich, dass die finanzierung des Projektes MACHBAR und vom Aufwand her vertretbar sei. Ich habe mit keinem Wort behauptet, dass es auch gemacht WIRD. Das ist ein großer unterschied.
                        Ich KANN auch meinen PC aus dem Fenster werfen, weil ich den Kraftaufwand und den Wertverlust vertreten kann. Das heißt aber noch längst nicht, dass ich es auch tun werde.
                        Nur weil etwas nicht rentabel ist, heißt das noch lange nicht, das die finanzierung ein Problem wäre.

                        Oh, das war vielleicht jemand in den 60ern. Heute erkennen wir, das es Quatsch ist. Es gibt eine Menge Dinge, die wir nicht versuchen. Und angesichts der Ressourcenverschwendung wird es wohl auch mal eine Menge Dinge geben, die wir nie versuchen können werden.
                        Da stimme ich dir allerdings vorbehaltlos zu. Interstellare Großraumfahrt wird - selbst wenn sie einmal möglich sein sollte - wohl kaum ernsthaft betrieben werden.
                        Ein paar Sonden oder ein Forschershuttle nach Alpha Centauri ... da bin ich mir sicher, das es das geben wird, aber mehr nicht. Die menschen können schon stolz sein, wenn sie es mal schaffen, kleine Pioniersiedlungen auf dem mars zu gründen.
                        Zuletzt geändert von caesar_andy; 12.02.2011, 02:09.
                        Was ist Ironie?
                        Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
                        endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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                        • #13
                          Zitat von ring°runner Beitrag anzeigen
                          Ich denke auch, dass die Finanzierung eines Generationenschiffes das kleinste Problem wäre.
                          Sorry, aber die Finanzierung ist sogar das Hauptproblem schlechthin. Eine derart große Masse, wie ein Generationenraumschiff auch nur auf 10% c zu beschleunigen und wieder abzubremsen, verschlingt ungeheure Mengen an Energie und Masse. Das will bezahlt werden, und zwar von Menschen, die davon nicht provitieren werden.
                          Und jetzt kommt es noch schlimmer, es gibt günstigere Alternativen. Man muss keine biologischen Menschen, den Abgrund zwischen den Sternen überqueren lassen. Für die daheim gebliebenen, tun es auch Maschinen. Ohne den biologischen Ballast, braucht eine insterstellare Sonde viel weniger Masse, und die Länge der Reisezeit ist dann auch nicht so wichtig. Menschliche Persönlichkeiten könnten als virtuelle Kopien, diese Reise mitmachen, und am Ziel so viel forschen wie sie wollen. Für die Menschen in diesen Sonnensystem ist es egal, ob die Berichte von den Sternen, von biologischen oder virtuellen Menschen verfasst wurden.
                          Um erfolgreich mit Sublicht zwischen den Sternen zu reisen, werden die Menschen sich in Körper und Geist den Anforderungen einer solchen Reise anpassen müssen.
                          Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
                          Dr. Sheldon Lee Cooper

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                          • #14
                            Zitat von ring°runner Beitrag anzeigen
                            Hallo,

                            Also, hier meine Fragen:

                            Ist es sinnvoll, ein Generationenschiff zu bauen, mit sämtlichen dafür notwendigen Lebenserhaltungssystemen?
                            (Atmosphärenerneuerung, Lebensmittelwiederaufbereitung, Rohstoffwiederaufbereitung)
                            Wenn es notwenidig ist, dann ist es immer sinnvoll. Die Erde wird nicht ewig existieren, also wird man irgendwann auswandern müssen. At least dann wird es Sinnvoll sein. Oder wenn die Erde zu übervölkern droht.
                            Zitat von ring°runner Beitrag anzeigen
                            Welche Technologien sollten dafür mindestens verfügbar sein? (Replikatortechnik? Oder gehts auch ohne? Antigrav bzw. Gravitationsgeneratoren gegenüber einer rotierenden Hülle? Was noch?)
                            Das Beste was zur Verfügung steht sollte verbaut sein, egal was es ist. Letztlich ist aber einzig die Lebenserhaltung wichtig. Das System muss zudem 100% Autark agieren können, da sehe ich die größte Herausforderung.
                            Zitat von ring°runner Beitrag anzeigen
                            Wäre es sinnvoller, den Flug in Kyrostase zu verbringen und/oder das Schiff zusätzlich mit solchen Systemen auszustatten?
                            Wenn diese Technik verfügbar ist stellt sie eine Alternative da, ist aber IMHO keine Voraussetzung.
                            Zitat von ring°runner Beitrag anzeigen

                            Welche Energieerzeugungs/Speicherungs/Antriebsarten würde so ein Schiff ohne Möglichkeit zu FTL-Geschwindigkeiten haben?
                            Egal, Hauptsache es funktioniert. Amerika wurde mit Segelschiffen entdeckt, heute fliegt man mit dem Flugzeug hin. Siehe auch weiter oben, das beste sollte auch verbaut sein.
                            Zitat von ring°runner Beitrag anzeigen

                            Würde sich nach mehreren Generationen noch ein verständliches Bild des Gesamtzieles für die Besatzung vermitteln lassen? Oder rutscht die Gesellschaftsstuktur irgendwann ins Chaos bzw in Resignation?
                            Da im Schnitt immer drei Generationen parallel leben ist der Verfall eher nicht zu befürchten.



                            Zitat von ring°runner Beitrag anzeigen
                            Wäre es mit unser derzeitigen Technologie hier auf der Erde möglich, ein Generationenschiff zu bauen? Wenn nein, wann wäre das nach euerer Abschätzung der Fall?
                            eher nicht.
                            Zitat von ring°runner Beitrag anzeigen
                            Was wären mögliche Gründe, warum sich ein Staat oder die Menschheit dazu entschließen würde, ein Generationenschiff zu bauen? (Für die ganze Menschheit? Für einen bezahlenden, freiwilligen, oder ausgebildeten Teil? Für einen überlebenden "Rest" nach einer Katastrophe?)
                            Weltuntergang.
                            Zitat von ring°runner Beitrag anzeigen
                            Würdet ihr euch freiwillig für eine solche Reise ohne Wiederkehr auf unseren Planeten melden? In welcher Position? Mit welcher Begründung?
                            Last Option.
                            StFWiki, die Wiki zu Sternenfaust

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                            • #15
                              Ich verweise einfach mal auf einen älteren Thread, mit einer ähnlichen Thematik:

                              http://www.scifi-forum.de/science-fi...nenschiff.html
                              "All dies könnte bloß eine aufwändige Simulation sein,
                              die in einem kleinen Gerät auf jemandes Tisch läuft."
                              (Jean-Luc Picard über das Wesen der Wirklichkeit)

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