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Wie realistisch sollte SciFi sein?

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  • Wie realistisch sollte SciFi sein?

    Jo, das Thema gab es bestimmt schon mal, aber egal.

    Die Sache ist die: Einerseits ist klar, dass SciFi nicht vollkommen realistisch sein muss, ansonsten wären "Space Operas" mit schnellen Reisen in andere Sonnensysteme gar nicht möglich. Bei einer TV-SciFi wird man sich der Bequemlichkeit halber auch mindestens künstliche Schwerkraft (ok, die kann man auch im RL herstellen, aber nicht so wie in ST) und Trägheitsdämpfer spendieren. Humanoide Aliens, die so aussehen, dass sie von menschlichen Schauspielern gespielt werden können, sind nicht absolut unrealistisch im Sinne eines Verstoßes gegen Naturgesetze, aber zumindest extrem unwahrscheinlich.

    Also solche Verstöße gegen die Gegebenheiten der Realität werden von jedermann toleriert. Andererseits gibt es eindeutige Fälle von Blödsinn, der zu weit geht. Ein Beispiel ist diese unsägliche Voyager-Episode mit Warp 10 und Amphibien-Sex. Und würde die Enterprise mit ihrem Traktorstrahl eine Sonne erfassen und bei Warpgeschwindigkeit um ein paar Lichtjahre versetzen, dann würde das auch jeder für maßlosen Quatsch halten.

    Wo also verläuft die Grenze zwischen unrealistischen Elementen, die akzeptabel sind und solchen, die es nicht sind?
    Zuletzt geändert von 3of5; 19.09.2011, 03:52.

  • #2
    Solange es innerhalb des Universums Sinn macht.

    Amphibien Sex finde ich übrigens weniger seltsam als Mischlingskinder zwischen Vulkaniern, Menschen und Klingonen.

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    • #3
      Zitat von esSarah Beitrag anzeigen
      Amphibien Sex finde ich übrigens weniger seltsam als Mischlingskinder zwischen Vulkaniern, Menschen und Klingonen.
      Gegen Amphibien-Sex ist gar nichts einzuwenden, den gibt es auch in der Realität. Ich beziehe mich eher auf die haarsträubende Annahme, dass Reisen mit Warp 10 die Evolution des Menschen, die natürlich in Richtung Amphibien führt beschleunigt, und zwar so, dass zwei Individuen selbst verwandelt werden.

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      • #4
        Scifi gibt es in allerlei Coleur. So etwas wie Star Trek, ein Format welches manchmal sogar mit dem eigenen Canon Schwierigkeiten hat, aber auf Grund vieler Elemente sehr beliebt ist, steht natürlich im Gegensatz zu Formaten wie zum Beispiel Honor Harrington (was es leider nur in Buchform gibt)...Romane die sich bemühen, möglichst realistisch und techniknah zu arbeiten.
        Wenn ich mir Voyager oder Enterprise ansehe, dann wird so mancher Physiker sicher die Nase rümpfen, doch hier steht auch nicht die Technik sondern die Story und Phantasie im Vordergrund.
        Am Firmament der Greifer gleitet, durch Feld und Wald sein Herrscher schreitet. Sein Herrscher? Nun so scheint es wohl.
        Die Freiheit ists, die beide lieben, doch nur der Vogel kann sie fliegen. So reist in seinem Geiste mit: Der Falkner.

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        • #5
          Zitat von 3of5 Beitrag anzeigen

          Wo also verläuft die Grenze zwischen unrealistischen Elementen, die akzeptabel sind und solchen, die es nicht sind?
          im eigenen Kopf.
          StFWiki, die Wiki zu Sternenfaust

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          • #6
            Egal ob Science-Fiction sehr viel Wert auf Realismus legt oder ob es Fantasy ist, das stört mich nicht... wenn es herumschwankt, gefällt es mir dann aber weniger, da sollte es schon eine fixe Position haben... aber ich würde sagen dass bei Filmen, Comics und Spielen Fantasy Sci-Fi bevorzuge, während ich bei Serien und Büchern "realistischeren" Sci-Fi bevorzuge, oder etwas was zumindest nicht gänzlich Fantasy ist... aber ich kann mit beiden gleich gut...
            Space is the Place!

            www.last.fm/user/Zaphbot

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            • #7
              Ich persönlich finde, dass Science Fiction zumindest logisch konsistent sein sollte. Wenn das, was beschrieben wird, im Widerspruch zu vorher gezeigtem steht, ärgert das mich persönlich schon sehr. Die Technologien bzw "wissenschaftlichen" Konzepte sollten nach meinem Geschmack auch nicht allzu sehr an den Haaren herbeigezogen wirken.

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              • #8
                Im Grunde genommen ist nur eines Entscheidend und zwar der logische Kontext INNERHALB der SciFi. Logisch betrachtet, manövriert jedes Konzept der phantastischen Literatur zwischen zwei extremen Polen: Der Hard-Sci-Fi und der High-Fantasy. Es gibt Universen in denen ist alles möglich (High-Fantasy), und welche, in denen ist praktisch nichts möglich (Hard-Sci-Fi). StarTrek manöveriert irgendwo zwischen beiden extremen, tendiert aber bedeutend stärker in Richtung Sci-Fi - Fantasy-Elemente werden in StarTrek nur als Lösungen für physikalisch unlösbare Probleme aufgegriffen.

                Schwierig wird die Sache, wenn ein Universum plötzlich anfangt, Dinge zu ermöglichen, die für den einzelnen Betrachter im Kontext zu weit gehen - also wenn sich das eigentlich wissenschaftliche StarTrek plötzlich in den Bereich der Fantasy bewegt.

                Die besagte Amphibien-Evolution war mir im Bezug auf StarTrek auch eindeutig zu viel.

                In FRINGE z.B. hätte die Thematik aber niemanden gestört, weil diese Serie von Anfang einen stärkeren Einschlag richtung fantasy hatte. Grundsätzlich würde ich sagen, je weniger realitätsanspruch ein Sci-Fi Konzept von Anfang an zu vermitteln versucht, um so "unrealistischer" darf es auch sein, weil die Konsumenten eine größere Tolleranz mitbringen.
                Was ist Ironie?
                Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
                endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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                • #9
                  Eine Geschichte muss wahr sein, auch wenn sie noch so fiktiv ist. Von Science Fiction erwartet man visionäre Gedanken und Gedankenspielen auf Basis von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, das kann für den einen realistisch sein und für den anderen nicht.

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                  • #10
                    Eine Geschichte muss wahr sein, auch wenn sie noch so fiktiv ist. Von Science Fiction erwartet man visionäre Gedanken und Gedankenspielen auf Basis von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, das kann für den einen realistisch sein und für den anderen nicht.
                    Was meinst Du in dem Zusammenhang mit einer "wahren" Geschichte, wenn nicht realistisch?

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                    • #11
                      Zitat von Apeiron Beitrag anzeigen
                      Eine Geschichte muss wahr sein, auch wenn sie noch so fiktiv ist. Von Science Fiction erwartet man visionäre Gedanken und Gedankenspielen auf Basis von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, das kann für den einen realistisch sein und für den anderen nicht.
                      Erwartet man von Scifi nicht in aller erster Linie Unterhaltung? Das Abtauchen in eine andere Welt?
                      Je nach dem, welche Form von Scifi ich wähle, desto weniger oder mehr erwarte ich doch fundierten technischen Hintergrund.
                      Mir ist es bei VOY sogar recht egal, ob sich Janeway und Parris in übergroße Würmer verwandeln und Nachwuchs zeugen...gut, die Story an sich gefällt mir nicht, aber mich stört hierbei nicht die Realitätsfremde.
                      Würde ich so was bei Honor Harrington lesen, würde ich allerdings den Kopf schütteln.
                      Am Firmament der Greifer gleitet, durch Feld und Wald sein Herrscher schreitet. Sein Herrscher? Nun so scheint es wohl.
                      Die Freiheit ists, die beide lieben, doch nur der Vogel kann sie fliegen. So reist in seinem Geiste mit: Der Falkner.

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                      • #12
                        Ich bin was den hier definierten Realismus angeht (Orientierung an heutigen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen) recht flexibel. Meine einzige Einschränkung ist, dass man nicht eklatant gegen grundlegende Naturgesetze verstoßen sollte.

                        Zwei Beispiele:

                        In Star Trek sieht man in mehreren Folgen, dass einzelne Personen einer Evolution unterworfen sind, die sogar noch zielgerichtet ist. Das hat absolut nichts mit der uns bekannten Evolution zu tun, die zufällig und nicht auf Einzelpersonen gerichtet ist.

                        Noch grundlegender als die Evolutionstheorie sind die Hauptsätze der Thermodynamk. Wenn eine Person plötzlich aus dem Nichts an Masse gewinnt wie der Hulk, dann ist das kaum hinnehmbar, ebensowenig wie wenn Maschinen Menschen als Batterien verwenden (Matrix).

                        Sind diese Einschränkungen besonders ... einschränkend? Ich denke nicht. Man kann nach wie vor viele interessante Geschichten über fremdartige Spezies erzählen, die durch Evolution hervorgebracht wurden und man kann gerne irgendeine fremde Energiequelle wie den Subraum einführen, um Phänomene zu erklären (wenn es nur nicht aus dem Nichts kommt).

                        Sofern man dabei konsistent bleibt, darf man gerne phantastische Annahmen einbauen, um die Geschichte, die man erzählen will, möglich zu machen.
                        I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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                        • #13
                          Realismus ist ein großes Wort im Zusammenhang mit Scifi aller Art. Es wäre besser auf Konsistenz oder wenigstens Denkbarkeit zu achten. Die üblichen drehbuchtechnisch bedingten Lücken ignoriert man einfach aber manche Sachen bereiten mir einfach Kopfschmerzen wie bei Startrek die Tatsache dass das Holodeck eine Todesfalle ist, oder das ausgerechnet Spock die Romolusrettungsmission fliegen muss und ohne ausreichende Begründung nicht die Sonnenzeitreise antritt um die Mission zu beenden.

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                          • #14
                            Zitat von T`Pau Beitrag anzeigen
                            Erwartet man von Scifi nicht in aller erster Linie Unterhaltung? Das Abtauchen in eine andere Welt?
                            Je nach dem, welche Form von Scifi ich wähle, desto weniger oder mehr erwarte ich doch fundierten technischen Hintergrund.
                            Unterhaltung erwartet man bei jeder Literatur.
                            Aber was ist Unterhaltung? Nur Eskapismus oder doch eine Auseinandersetzung mit der Welt, in der wir leben, die natürlich sehr phantasiereich, witzig und emotional sein kann. Es gibt doch nichts schöneres, wenn Literatur neben Spannung und Emotionen auch das Denken erweitert.

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                            • #15
                              Zitat von Apeiron Beitrag anzeigen
                              Unterhaltung erwartet man bei jeder Literatur.
                              Aber was ist Unterhaltung? Nur Eskapismus oder doch eine Auseinandersetzung mit der Welt, in der wir leben, die natürlich sehr phantasiereich, witzig und emotional sein kann. Es gibt doch nichts schöneres, wenn Literatur neben Spannung und Emotionen auch das Denken erweitert.
                              Das ist richtig.
                              Dennoch gibt es unterschiedliche Literatur.
                              Es muß nicht immer das gleiche Format sein. Heute wähle ich das, morgen etwas anderes, je nach Stimmung und momentaner Vorliebe.
                              Bei ST drücke ich in Sachen Technik doch eher die Augen zu, als bei anderen Formaten.
                              Am Firmament der Greifer gleitet, durch Feld und Wald sein Herrscher schreitet. Sein Herrscher? Nun so scheint es wohl.
                              Die Freiheit ists, die beide lieben, doch nur der Vogel kann sie fliegen. So reist in seinem Geiste mit: Der Falkner.

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