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Hoch entwickelte Antike Zivilisationen

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  • Hoch entwickelte Antike Zivilisationen

    Leute wie Erich von Däniken und andere vertreten ja die These das vor
    10 000 oder mehr Jahren manche Regionen der Welt hochtechnisiert waren - Kontakt mit Ausserirdischen ect

    Da muss man sich eigentlich fragen wie wahrscheinlich ist es das vor 10, 20 oder 100 000 Jahren bereits eine hochentwicklete Zivilisation auf der Erde existierte.

    Da müsste man doch eigentlich ne unmenge an Überbleibseln finden

  • #2
    Äußerst unwahrscheinlich. Dieses ganze PS-Geschwurbel kannst du gepflegt in die Tonne treten.

    Ganz großer Mist ist auch Ancient Aliens. Die schlagen in die selbe Kerbe wie Erich von Däniken:



    Eine Dokumentation, die ich den Leuten immer gerne ans Herz lege ist folgende: Ancient Aliens debunked

    Da werden einige "Mysterien" ganz, ganz simpel erklärt...
    LOAD "SCIFI-FORUM.DE",8,1

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    • #3
      ich denke nicht das man sich damit wirklich auseinandersetzen <muss>. der lesch hat es mal gut erklärt: er sagte während wissenschaftler "minimal hypthesen" aufstellen definiert däniken "maximal hypothesen".

      am beispiel von prähistorischen schleifspuren auf malta (bild unten) können wissenschaftler definieren das -wenn- es radspuren sein sollten die eine mindesthöhe haben müssen anhand der tiefe der furche und die logische schlussfolgerung das die achse über dem erboden sein muss, oder wie breit die räder im gesamten höchstens sein dürften um die scharfen kurven zu erklären die zu sehen sind.

      däniken hingegen sagt dazu: im alten testament redet ezechiel über ein raumschiff gottes. (bibel stimmt immer!) in der beschreibung tragen engel das gefährt das müssen helikopterpropeller sein.(helikopter sind fluggeräte!) auserdem werden 4 dünne beine beschrieben die am unteren ende räder haben die in-alle-richtungen fahren können. ein nasa fachmann hätte das so interpretiert.(unwiederlegbar, es ist ja ein nasamann!) das ist ein beweis dafür das es lebewesen von anderen planeten sind. (wieso aliens? egal er ist däniken!) das raumschiff dieser ausserirdischen wäre sicher irgendwann dann in malta gewesen und die striche entstünden dadurch das dieses raumschiff "ballet tanzt" (seine worte) und immer wieder den boden mit den reifen tangiert beim hopsen in der luft und so diese linien hinterlassen hätte. (kann man ja jederzeit selber sehen die spuren!).

      ich bitte dich, was soll man dazu sagen ? ^^ vor allem wenn du jetzt diesen blödsinn entgegenargumentieren möchstest musst du haarklein jedes detail analysieren obwohl es mit der eigentlichen grundgeschichte (schleifspuren) überhauptganrix mehr zu tun hat. nämlich: bibelbeschreibung, fluggefährt, ausserirdische, ballettanzende flugmanöver.

      ...btw bezieht sich das alte testament / diese geschichte auf ~600 n.c. und die spuren sind prähistorisch - aber da sieht man mal wie schnell das gehen kann schon tappt man in die gegenargumentation-falle was diesen leuten neuen diskussionsstoff liefert.

      Zuletzt geändert von Käffchen?; 23.11.2012, 23:25.

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      • #4
        Für hochentwickelte Zivilisationen muss man gar nicht erst auf von Däniken ausweichen. Die Realität ist viel spannender. Die Leistungen der Sumerer, Babylonier, Ägypter oder Minoer sind ebenfalls sehr beeindruckend. Dann kommen auch noch namenlose Reiche hinzu wie z.B. Tartessos im heutigen Portugal oder die Kulturen, die Stonehenge und die riesigen Steinanlagen in der Bretagne gebaut haben.
        "En trollmand! Den har en trollmand!"

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        • #5
          Zu diesem Thema kann ich die Video-Reihe Crash Course World History von John Green empfehlen.
          Indus Valley Civilization: Crash Course World History #2 - YouTube
          In den ersten Folgen geht es um antike Zivilisationen usw.
          Ist allerdings Englisch (und englischen Untertitel) und richtet sich eher am High School-Schüler, ist vielleicht deswegen leichter verständlich und sehr kurzweilig.
          Ich versuche meinen Status und meine Beitragszahl in diesem Forum durch sinnvolle Beiträge zu erhöhen.
          Neues Ziel: Weniger Tippfehler...Das geht so nicht weiter!

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          • #6
            Ich muss sagen dieses ganze antikeausserirdische-zeug hört sich für mich ein wenig zu weit hergehohlt an. Liopleurodon hat recht, man sollte sich mehr ansehen was antike kulturen mit für unsere verhältnisse primitiven techniken schon alles vollbracht haben.

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            • #7
              Zitat von SBH Beitrag anzeigen
              Äußerst unwahrscheinlich. Dieses ganze PS-Geschwurbel kannst du gepflegt in die Tonne treten.

              Ganz großer Mist ist auch Ancient Aliens. Die schlagen in die selbe Kerbe wie Erich von Däniken:



              Eine Dokumentation, die ich den Leuten immer gerne ans Herz lege ist folgende: Ancient Aliens debunked

              Da werden einige "Mysterien" ganz, ganz simpel erklärt...
              Ancient Aliens - ja, das ist soooo geil. Ich finde den mit den wirren Haaren am besten. Das passt so gut zu dem, was er sagt. Ich musste dann ja doch ein paar Folgen davon gucken.

              Das ist ja so unglaublich, da fehlen mir die Worte. Da wird wirklich alles krampfhaft in eine Richtung und die reden ständig über Kulturen, von denen die gar keine Ahnung haben.
              Republicans hate ducklings!

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              • #8
                Ich kann mich SBH nur anschließen. Dieses ganze Gerede über "außerirdische Besucher" in der Vorgeschichte oder Antike ist QUATSCH! Es gibt schlicht und ergreifend keine schlüssigen Beweise für solche Theorien. Das, was Däniken (und andere Dummschwätzer) machen, ist ein ganz simpler Trick: Sie nehmen sich ein kleines Detail, wie z. B. ein Relief aus der Maya-Hochkultur. Das wird dann so lange umgedeutet, bis es irgendwie zu seinen Thesen passt, d. h.: Außerirdische kamen vor Jahrtausenden auf die Erde, vermittelten den Menschen ihr Wissen, blablabla. Am Ende seiner Ausführungen kommt dann meistens noch so ein Satz wie:
                "Nur so ist die Entstehung der Maya-Hochkultur überhaupt zu erklären!"
                Natürlich alles ohne Grundlage und ohne Logik!
                Unbedarfte Personen denken sich dann vielleicht:
                "Oh, ja das könnte doch sein! Immerhin hat bisher niemand das Gegenteil bewiesen."
                Mitte der 90er lief im ZDF eine Sendung von und mit E. von Däniken, in der er über den Globus reiste und an allen möglichen und unmöglichen Beispielen seine kruden Thesen erklärte. Ich hab mir das damals als Jugendlicher ein paar mal angeschaut. Zum Glück interessierte Ich mich zu der Zeit schon stark für Naturwissenschaft und Science Fiction. Dadurch lernte Ich, die "Fiction" vom Herrn Däniken von der "Science" unterscheiden!
                Leider gibt es tatsächlich Menschen, die Bücher und DVDs von diesen Leuten kaufen und Vorträge besuchen! Als reine Fiktion können solche Gedankenspiele durchaus Spass machen (siehe Stargate), aber wie kann man sowas nur ernst nehmen?!?

                Da fällt mir nur noch der Spruch ein: Oh Herr, wirf Hirn vom Himmel!

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                • #9
                  Zitat von SBH Beitrag anzeigen
                  Eine Dokumentation, die ich den Leuten immer gerne ans Herz lege ist folgende: Ancient Aliens debunked

                  Da werden einige "Mysterien" ganz, ganz simpel erklärt...
                  Nochmal hierzu:

                  Ich habe mir den "debunked" angeschaut, bzw. Teile davon und da ist dann auch wieder eingefallen, was das unglaubliche an diesen "Dokumentationen" war. Man kann nur froh sein, dass es Leute gibt, die sich die Mühe machen, diesen ganzen Mist detailliert zu analysieren und "Ancient Aliens" bloßzustellen.

                  Die ganze Zeit geht es nach dem Motto "es sieht aus wie ein UFO, also ist es das auch". Da fällt einem wirklich die Kinnlade herunter, mit was für einer kindisch naiven Distanzlosigkeit da gedacht wird... Ich weiß nicht, ob der mit den wirren Haaren es weiß, aber das alte Ägypten hatte ein anderes Wirtschaftssystem als wir und man kann das nicht nach heutigen Maßstäben berechnen.

                  Z.B. bei den Gemälden aus dem Mittelalter. Nicht nur, dass hier die Symbolik aus Dummheit oder in böser Absicht nicht wahrgenommen wird. Nein, auch darüber hinaus ist das SOOO unlogisch, das ist unglaublich. Halten die ein Gemälde von 1500 von der Kreuzigung Jesu für ein Foto, welches (zumindest bedingt) dokumentarischen Charakter besitzen darf? Das ist doch jedem klar, dass die Darstellung der Phantasie des Künstlers entspricht.

                  Dann wird alles auf die heutige Zeit bezogen: Atombomben, Flugzeuge etc. Obwohl sie interstellare Reise vorgenommen haben, verwendeten die Außerirdische natürlich ansonsten Technologie des 20. Jahrhunderts wie Atombomben.

                  Ebenso nervt diese ständige übertriebene Begeisterung, die zur Schau gestellt wird, mit der der Zuschauer wohl angesteckt werden soll, wobei das in amerikanischen Dokus leider an der Tagesordnung ist. Ich sage nur Alex Filippenko und - noch schlimmer - Michio Kaku. Man mag ja über Harald Lesch lästern, was man will, aber da ist die ZDF Show mit den albernen Überblendungen Gold dagegen.

                  Ich frage mich dabei aber immer, wieviel die Dänikens das jetzt selbst glauben und wieviel da wirklich nur noch reine Berechnung ist, um Geld zu verdienen.
                  Republicans hate ducklings!

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                  • #10
                    Zitat von endar Beitrag anzeigen
                    Ebenso nervt diese ständige übertriebene Begeisterung, die zur Schau gestellt wird, mit der der Zuschauer wohl angesteckt werden soll, wobei das in amerikanischen Dokus leider an der Tagesordnung ist. Ich sage nur Alex Filippenko und - noch schlimmer - Michio Kaku. Man mag ja über Harald Lesch lästern, was man will, aber da ist die ZDF Show mit den albernen Überblendungen Gold dagegen.
                    Alex Filippenko und Michio Kaku sind beides fähige Wissenschaftler und gute Lehrer. Ihre Begeisterung ist echt, daran ist nichts gestellt. Gerade solche Personen braucht man, um wissenschaftlichen Nachwuchs zu rekrutieren. Ich erinnere mich noch, dass ich die Bücher von Michio Kaku immer sehr gerne gelesen habe.
                    "En trollmand! Den har en trollmand!"

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                    • #11
                      Zitat von Liopleurodon Beitrag anzeigen
                      Alex Filippenko und Michio Kaku sind beides fähige Wissenschaftler und gute Lehrer. Ihre Begeisterung ist echt, daran ist nichts gestellt. Gerade solche Personen braucht man, um wissenschaftlichen Nachwuchs zu rekrutieren. Ich erinnere mich noch, dass ich die Bücher von Michio Kaku immer sehr gerne gelesen habe.
                      Ich bezweifle nicht, dass die ernsthafte Wissenschaft betreiben und dass auch mit Begeisterung tun. Es wäre auch sehr traurig für ihre jeweiligen Universitäten, wenn es nicht so wäre. Und ein Stückweit ist das "wow oooh aaaah" auch amerikanisch.

                      Aber trotzdem hat das Methode. Dokumentationen werden inszeniert und wenn beim History Channel die meisten Experten in Interviews so aussehen, als würden sie gleich einen Schlaganfall erleiden, weil sie vor Begeisterung kaum noch Luft bekommen, dann halte ich das schlechterdings nicht für einen Zufall sondern für Absicht.
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                      • #12
                        Zitat von SBH Beitrag anzeigen
                        Eine Dokumentation, die ich den Leuten immer gerne ans Herz lege ist folgende: Ancient Aliens debunked
                        tolle doku, hab ich mir komplett angeschaut, von anfang bis ende begeisternd auch wenn man sich fast wünscht der kommentator würde ein bischen aus der haut fahren wie der videogamenerd

                        die allerletzte geschichte hat mich aber auch zum grübeln gebracht. was das wohl mit den riesen aufsich hat wenn man das rund um die welt lesen kann. schon misteriös (hirnverbrannte ausserirdischen interpretationen ausser acht gelassen).

                        ob durch diese ominöse sinnflut fremde kulturen zusammenkamen und einige einfach gross gewachsen waren ? wäre meine sinnvollste idee.

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                        • #13
                          Zitat von Käffchen? Beitrag anzeigen
                          tolle doku, hab ich mir komplett angeschaut, von anfang bis ende begeisternd auch wenn man sich fast wünscht der kommentator würde ein bischen aus der haut fahren wie der videogamenerd

                          die allerletzte geschichte hat mich aber auch zum grübeln gebracht. was das wohl mit den riesen aufsich hat wenn man das rund um die welt lesen kann. schon misteriös (hirnverbrannte ausserirdischen interpretationen ausser acht gelassen).

                          ob durch diese ominöse sinnflut fremde kulturen zusammenkamen und einige einfach gross gewachsen waren ? wäre meine sinnvollste idee.
                          Allgemein darf man nie den Fehler machen, unser heutiges Verständnis zurückzudatieren. Was wir heute unter "Riesen" verstünden, ist nicht ohne weiteres das, was meinetwegen Chinesen sich vor 2000 Jahren darunter vergestellt haben. Ziemlich oft ist das sehr banal, was am Ende rauskommt. Für Chinesen sind Europäer immer noch "Riesen".

                          Auch ist die Welt immer "kleiner" geworden. Die alten Sumerer lebten in einem Gebiet, das heute Teil des Iraks oder Irans ist. Wenn der Horizont nicht über ein begrenztes Gebiet hinausreicht, wird jedes Hochwasser zur weltumspannenden Flut. Wenn die von der ganzen Welt sprachen, dann meinten die natürlich nur das Gebiet, in dem sie auch lebten. Wir denken aber natürlich sofort an den gesamten Globus.

                          Das soll jetzt keine Erklärung sein für die wie auch immer geartete Häufung des Flutmythos, falls das wirklich stimmt. Aber es wird wohl kaum unsere (durch Hollywood geschulte) überdramatisierte Vorstellung erfüllen.
                          Republicans hate ducklings!

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                          • #14
                            Es gibt übrigens auch "Aliens and the Third Reich" aus der Reihe "Anicent Aliens". Auch ein echtes Schmankerl, wenn auch hart an der Schmerzgrenze.
                            Republicans hate ducklings!

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                            • #15
                              Zitat von endar Beitrag anzeigen
                              Allgemein darf man nie den Fehler machen, unser heutiges Verständnis zurückzudatieren. Was wir heute unter "Riesen" verstünden, ist nicht ohne weiteres das, was meinetwegen Chinesen sich vor 2000 Jahren darunter vergestellt haben. Ziemlich oft ist das sehr banal, was am Ende rauskommt. Für Chinesen sind Europäer immer noch "Riesen".
                              Zumindest für Europa ist man sich heute einig, dass viele Erzählungen über Riesen und andere Monster auf den Funden von Knochen ausgestorbener Tiere basieren. Beste Kandidaten sind hier Elefanten und Mammuts, deren Schädel und Beinknochen immer mal wieder freigespült werden.

                              In den Indianerlegenden Patagoniens findet man auch Beschreibungen von Tieren, die heute ausgestorben sind. Ein gut dokumentiertes Beispiel ist das "iemiesh", das heute als Riesenfaultier gedeutet wird.

                              Zitat von endar Beitrag anzeigen
                              Auch ist die Welt immer "kleiner" geworden. Die alten Sumerer lebten in einem Gebiet, das heute Teil des Iraks oder Irans ist. Wenn der Horizont nicht über ein begrenztes Gebiet hinausreicht, wird jedes Hochwasser zur weltumspannenden Flut. Wenn die von der ganzen Welt sprachen, dann meinten die natürlich nur das Gebiet, in dem sie auch lebten. Wir denken aber natürlich sofort an den gesamten Globus.
                              Die frühen Siedlungen lagen auf allen Kontinenten gerne in der Nähe von Flüssen oder an der Küste. Von daher ist es nicht überraschend, dass Menschen auf allen Kontinenten schon mal großen Flutereignissen begegnet sind. Man muss sich nur mal anschauen, welche Verwüstungen ein El Nino-Jahr an der Westküste der USA oder in Südamerika anrichten kann. Falls diese Extremereignisse auch in früheren Jahrtausenden nur im Abstand mehrerer Jahrzehnte auftraten, so traf es die frühen Kulturen jedesmal völlig überraschend. Und natürlich suchten sie sich im Rahmen ihres Weltbildes eine Erklärung dafür.

                              Auch nicht außer Acht lassen darf man die gigantischen Gletscherfluten, die am Ende der Eiszeit Nordamerika, Europa und Sibirien heimsuchten. Beim Abschmelzen der Eiskappen bildeten sich immer wieder Schmelzwasserseen, die sich in katastrophalen Fluten entluden. Alleine für Nordamerika sind Dutzende solcher Fluten dokumentiert. Den Überlebenden dürften sich diese Erlebnisse tief ins kulturelle/mythologische Gedächtnis eingeprägt haben.

                              Und dann gab es in Eurasien noch die erst in den 1990er Jahren entdeckte Schwarzmeerflut vor ca. 7500 Jahren. Mit dem Einbruch des Ozeans in den Schwarzmeersee stieg der Wasserspiegel an dessen Küsten um mehr als 120 Meter und überflutete vor allem im Westen riesige Bereiche nutzbaren Landes. Unter der Oberfläche des Schwarzen Meeres findet man noch heute die alte Küstenlinie inklusive Dünen und Flusstälern. Vor allem die noch erhaltenen Dünen wertet man als Indiz dafür, dass diese Flut innerhalb weniger Wochen über die Region hereingebrochen ist, weil Dünen in der Brandungszone nicht lange erhalten bleiben.

                              Die Menschen in der Region müssen dieses Ereignis als Strafe Gottes gesehen haben. An der bulgarischen Küste hat man mehrere Siedlungen ausgegraben, die vor 7500 Jahren ohne lokalen Vorläufer scheinbar aus dem Nichts entstanden sind und womöglich von Überlebenden gegründet wurden. Auch Sumer ist nicht weit vom Schwarzen Meer entfernt. Die Nachricht dürfte bis dahin durchgedrungen sein.

                              Zitat von endar Beitrag anzeigen
                              Das soll jetzt keine Erklärung sein für die wie auch immer geartete Häufung des Flutmythos, falls das wirklich stimmt. Aber es wird wohl kaum unsere (durch Hollywood geschulte) überdramatisierte Vorstellung erfüllen.
                              Das sehe ich auch so. In einer kleinen Welt bedeutet jede größere Naturkatastrophe gleich das Ende.

                              Mich persönlich hatten jüngere Studien sehr beeindruckt, welche die Auswirkungen der "Minoischen Eruption" des Santorin-Vulkans auf die Insel Kreta untersucht hatten. Schichten mit Bimsstein aus diesem Ausbruch findet man auf Kreta noch kilometerweit landeinwärts und noch in Höhen von 30 Meter über dem Meer. Dass diese Steine die 100 Kilometer lange Strecke vom Vulkan bis nach Kreta geschleudert wurden, ist nicht realistisch. Vielmehr müssen sie auf den Wellen dorthin gelangt sein. Die Stadt Palaikastro lag an der Ostküste der Insel und auf der vom Vulkan abgewandten Seite einer Halbinsel. Dennoch wurde die Siedlung von einer Welle ausgelöscht, die ungefähr die Höhe des Tsunamis an der Küste Sri Lankas im Dezember 2004 erreichte (5-15 Meter). Die Ruinen von Palaikastro zeigen sehr typische Tsunamischäden; die Quermauern von Gebäuden wurden weggesprengt und nur die längs zur Strömungsrichtung stehenden Mauern blieben stehen. Nun könnte man einwenden, dass der Untergang der Stadt keinen direkten Zusammenhang mit dem Ausbruch hatte und zu einer anderen Zeit erfolgte. Jedoch findet man in den Ruinen noch immer eine dicke Schicht vulkanischer Asche aus der Minoischen Eruption, die von den Wellen hineingespült wurden.

                              Was mir am meisten zu denken gab waren Tiefseebohrungen vor Santorin, bei denen man noch bis zum halben Weg nach Kreta die charakteristischen Sedimente pyroklastischer Ströme nachweisen konnte. Diese Ströme aus heißem Gas, Asche, Stein und Dampf hatten noch genug Energie, um sich 50 Kilometer über das offene Meer zu bewegen - und diese Zahl markiert nur die Entfernung, bei der man aufgehört hatte, Proben zu ziehen! Ob diese Feuerwalzen tatsächlich Kreta erreicht hatten ist immer noch ein "heiß" diskutiertes Thema und noch lange nicht gelöst. Vom großen Ausbruch des Krakatau ist dokumentiert, dass noch auf Java Menschen in einer Höhe von 1000 Metern von den Gaswolken getötet wurden. Die pyroklastischen Ströme hatten genug Energie, um sich 40 Kilometer über das Wasser zu bewegen und dann auf Java noch die Hänge aufwärts zu strömen.

                              Schon für moderne Menschen ist ein Tsunami ein extrem traumatisches Erlebnis, auch weil es oft kein Entkommen gibt. Die Minoer hingegen liebten das Meer; sie verehrten es. Was mögen sie sich gedacht haben, als sich ihr geliebtes Meer auf einmal gegen sie erhob, ihre Städte zertrümmerte und so viele Menschen tötete? Was hatten sie nur getan, um die Götter so zu verärgern? Archäologisch gibt es Anzeichen dafür, dass die minoische Kultur sich von diesem Schock nie wieder erholt hat. Ein Gräberfeld bei Knossos aus der Spätzeit enthält die Überreste von Jugendlichen, an denen man Spuren von Menschenopfern und rituellem Kannibalismus nachweisen kann. An einem anderen Ort fand man die Reste einer sehr fein gearbeiteten Götterfigur, die jemand mit roher Gewalt gegen eine Mauer geschlagen und dann in die Flammen des brennenden Tempels geworfen hatte. Offenbar entlud sich hier ein lange angestauter Hass auf die alten Götter (wobei bei den Brandschäden in den spätminoischen Siedlungen allerdings nicht ganz klar ist, ob die Urheber Minoer oder mykenische Griechen waren).

                              Die Erinnerung an diese Katastrophe hielt sich im östlichen Mittelmeer noch sehr lange. Noch römische Autoren berichten von Volkslegenden über eine Insel namens Kaphtor, die von den Göttern zerstört wurde. Als Plato seine Erzählung über Atlantis niederschrieb, hatte er dabei manche Einzelheiten so ergänzt, dass die Geschichte in seine Ausführungen über einen idealen Staat passte. Aber die Grundidee brauchte er nicht zu erfinden, denn zu seiner Zeit waren entsprechende Erzählungen noch im Umlauf.

                              Nicht unerwähnt bleiben darf auch der spektakuläre Fund der Siedlung Akrotiri auf Santorin, einer großen und prächtigen minoischen Stadt, die unter den meterhohen Sedimenten des Vulkans ausgegraben wurde und heute als das "Pompeji der Bronzezeit" gilt. Im Gegensatz zu Pompeji geht man bei Akrotiri allerdings davon aus, dass die Stadt schon in den Wochen vor dem Ausbruch verlassen wurde, weil die Erdbeben und kleineren Ausbrüche den Menschen unheimlich wurden.
                              Zuletzt geändert von Liopleurodon; 09.12.2012, 12:25. Grund: Tippfehler aus dem Text gespült
                              "En trollmand! Den har en trollmand!"

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