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SciFi: Stalker

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  • SciFi: Stalker

    STALKER
    Rußland, 1979
    schwarz/weiß, Farbe (ja, beides)
    Regisseur: Andrei Tarkovsky
    nach: "Picknick am Wegesrand. Utopische Erzählung." von Arkadi Strugatzki, Boris Strugatzki



    Inhalt:

    Irgendwo tief in Rußland gibt es ein Gebiet, daß unbewohnt und verwildert ist, von Stacheldrahtzaun umgeben und von Soldaten bewacht: die Zone.
    Manche sagen, es sei ein Meteorit dort auf die Erde gestürzt, andere glauben, daß es durch Außerirdische entstanden ist. Im Herzen der Zone jedenfalls befindet sich ein Zimmer. Ist man dort angelangt, geht sein sehnlichster und geheimster Wunsch in Erfüllung.
    In der Zone ist der direkte Weg nicht der schnellere bzw. sicherere, es gibt Fallen, die sich ständig verändern, in einem Moment ist eine Route sicher, im nächsten schon nicht mehr. Die Zone gehorcht eigenen Gesetzen und Regeln und bestraft den Eindringling, der ihr keinen Respekt entgegenbringt.
    Der Stalker ist jemand, der Leute in und durch die Zone zu dem Zimmer führt.



    ich finde ihn ungeheuer gut. er hat einen ganz eigenen stil, langsam (nicht im negativen sinne gemeint, sondern ruhige kamerafahrten und keine hektisch geschnittenen szenen), keinerlei action im sinne von blut oder explosionen oder special effects und hat eine art, diese geschichte zu erzählen (die schon für sich genommen faszinierend ist), wie man es in hollywood heute nicht mehr findet.
    er ist wirklich ganz eigen, d.h. entweder man mag ihn oder nicht. ich finde ihn klasse

    kennt ihn noch jemand? er kam letztens in deutschland im fernsehen, irgendwann nachts.


    Venn
    Lambdas changed my life. (Barbara H. Partee)

  • #2
    kommt übrigens nochmal...

    Samstag 6. April | ORB | 23.15 - 1.50
    Lambdas changed my life. (Barbara H. Partee)

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    • #3
      Was ist denn die eigentlich Handlung?
      Du hast ja nur die Hintergrundstory beschrieben.

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      • #4
        naja, das läßt sich eigentlich in einem satz sagen, obwohl's vielleicht langweiliger klingt als es ist:


        der stalker führt zwei leute (einen wissenschaftler und einen schriftsteller) in und durch die zone zu dem zimmer.

        venn
        Lambdas changed my life. (Barbara H. Partee)

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        • #5
          Und was passiert auf dem Weg dorthin, und wie lange dauert der Film überhaupt?

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          • #6
            Original geschrieben von alter ego
            Und was passiert auf dem Weg dorthin, und wie lange dauert der Film überhaupt?
            der film dauert 153 minuten, soweit ich weiß.

            daß ich nicht geschrieben habe, was auf dem weg dorthin passiert, hat den einfachen grund, daß nichts passiert auf dem weg dorthin.
            der stalker erzählt ein bißchen über die zone, über seinen lehrer, der sich umgebracht hat, nachdem er das zimmer betreten hatte und sein wunsch wahr geworden war. er vermeidet den direkten weg zu dem zimmer (der schriftsteller will trotzdem einmal den direkten weg nehmen, wird aber von der zone gewarnt und läßt es dann) und führt die zwei anderen. bei einer der gefährlichsten fallen schickt er den schriftsteller vor, weil er im laufe des weges gemerkt hat, daß die zone ihn passieren läßt. und sonst reden sie viel über desillusion im leben und alles mögliche.
            und das alles in einer menschenleeren, verwilderten und stellenweise etwas surrealen umgebung.

            wenn man filmen mit mehr symbolismus als handlung nichts abgewinnen kann, sollte man ihn wohl nicht schauen...


            EDIT: ich hab noch einen guten link gefunden, falls jemand ein bißchen mehr drüber lesen will: Stalker
            Lambdas changed my life. (Barbara H. Partee)

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            • #7
              Nun,ok, hört sich gar nicht mal so schlecht an.
              Filme die eine interessante Botschaft auf eine anspruchsvolle Art übermitteln, haben sicher ihren Reiz, die Schwierigkeit besteht aber erst darin so etwas mit einer Handlung zu verknüpfen.Vor allem darin kommt dann der Symbolismus zum tragen.

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              • #8
                Stalker ist mein Lieblingsfilm von Tarkovski. Man muss ihn ein paar mal sehen, und jedesmal fällt einem wieder ein Detail auf, das einem beim vorherigen mal entgangen ist. Sein Thema geht tief. Ich glaube, er ist nichts für Menschen, die keinen Sinn für Philosophie haben. Der kürzeste Weg ist nicht immer der beste.

                Irgendwie kann man die Zone auch als Sinnbild für das Leben auffassen. Der Stalker sagt: hier geht man nicht zurück. So ist es doch im Leben. Man kann nur vorwärts gehn.

                Es gibt auch Stellen, wo er ganz fein die Politik der Mächtigen oder auch die Haltung derjenigen kritisiert, die ihre Ansichten als die einzig richrigen Ansichten betrachten: Der Professor möchte das Zimmer mit einer Bombe sprengen, und der Stalker entgegnet ihm, dass er kein Recht habe den Menschen ihre Hoffnung zu zerstören.

                Die Kameraführung in Tarkovskis Filmen ist genial und (fast) einmalig. Wenn du einige Filme von ihm gesehen hast, erkennst du auch dir noch unbekannte Filme als Werk von Tarkovski. Es gibt Ausnhamen. Er hatte einen Schüler, der seinen Stil stark übernommen hat. Ich weiss gerade den Namen nicht, aber den Filmtitel: Briefe eines Toten. Da glaubst du wirklich, einen Tarkovski zu sehen..

                Wer nicht warten kann, hat nichts zu erwarten.

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                • #9
                  ich stimme dir zu.
                  und freue mich, daß es noch jemanden gibt, der Stalker nicht nur kennt, sondern schätzt

                  ich hab leider außer Stalker und Solaris noch keinen weiteren film von Tarkovski gesehen. kommt man überhaupt an andere ran hierzulande? (außer an Andrei Rublev, den gibt's als UK-import auf DVD, soweit ich weiß...)
                  Lambdas changed my life. (Barbara H. Partee)

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                  • #10
                    Das einzige, was ich bisher ausmachen konnte ist in meiner Gegend bei http://shop.cede.ch/ eine DVD von Nostalghia , italienisch gesprochen und englisch untertitelt und die englische Ausgabe von Das Opfer . Nostalghia habe ich habe ich vor rund 15 Jahren in der deutschen Fassung gesehen. Erinnert in Bild und Kameraführung auch stark an Stalker. Es ist auch ein Film, den man mehrmals reinziehen muss, um ihn zu erfassen. Andrei Rublev, Solaris und Das Opfer sind erst kürzlich von einem der unzähligen, deutschspachigen Sender ausgestrahlt worden.

                    Den Namen des Tarkovski-Schülers weiss ich auch wieder: Konstantin Luposchanskji. Briefe eines Toten ist ein echt extremer Film. Nach einem Atomkrieg warten einige Menschen in ihrem Bunker auf das Ende. Darunter ist ein alter Professor, der sich einer Gruppe scheinbar geistig zurückgebliebener Kinder annimmt. Es werden Bilanzen gezogen, Streitereien ausgefochten und auch bewusst Selbstmorde begangen. Der Alte schreibt dauernd Briefe an seinen Sohn, der offensichtlich während dem Atomschlag umgekommen ist. Am Ende sind alle im Bunker entweder tot oder in den sog. Zentralbunker geflüchtet (wo nur Auserwählte hindürfen und dort auch kaum überleben werden), ausser den Kindern. Sie ziehen mit aufgesetzten Gasmasken durch den nuklearen Windsturm, auf der Suche nach einem Ort, wo man noch leben kann. Keines der Kinder spricht im Film. Erst in dieser Schluss-Szene rezitiert eines von ihnen ein gebetsähnliches Gedicht. Absolute Endzeitstimmung. Der Film ist nichts für empfindsame Gemüter.

                    Wer nicht warten kann, hat nichts zu erwarten.

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                    • #11
                      ich stöbere in den necrothreads und finde das hier! das ist ein klasse film, der locker an "frühstück am wegesrand" von den strugazkis angelehnt ist.
                      irgendwer hier muss den film doch auch noch kennen (und gut finden!)
                      This post is protected by : Azatoth, demon sultan and master of illusion. ZOCKTAN!, Hiob 30, 16-17, Streichelt mein Ego,
                      "I was a victim of a series of accidents, as are we all."
                      Yossarian Lives!

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                      • #12
                        @Zocktan

                        Natürlich kennt hier noch jemand Stalker und die Buchvorlage von den Strugatzkis. Den Film habe ich mir vor ein paar Jahren besorgt, eben weil ich "Picknick am Wegesrand" so gut fand. Das war eines der ersten Bücher, die ich gelesen habe.
                        "Not born. SHIT into existence." - Noman the Golgothan
                        "Man schicke dem Substantiv zwanzig Adjektive voraus, und niemand wird merken, daß man einen Haufen Kot beschreibt. Adjektive wirken wie eine Nebelbank."
                        Norman Mailer

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                        • #13
                          Zitat von Venn
                          ich stimme dir zu.
                          und freue mich, daß es noch jemanden gibt, der Stalker nicht nur kennt, sondern schätzt

                          ich hab leider außer Stalker und Solaris noch keinen weiteren film von Tarkovski gesehen. kommt man überhaupt an andere ran hierzulande? (außer an Andrei Rublev, den gibt's als UK-import auf DVD, soweit ich weiß...)
                          Stalker habe ich bisher noch nicht gesehen, aber der Film Solaris ist echt, das muss ich mal sagen, übelst scheisse! Wenn Stalker dem ähnlich ist will ich ihn aber auch nicht sehen....

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                          • #14
                            Zitat von Interpid
                            Stalker habe ich bisher noch nicht gesehen, aber der Film Solaris ist echt, das muss ich mal sagen, übelst scheisse! Wenn Stalker dem ähnlich ist will ich ihn aber auch nicht sehen....
                            Welchen Solaris hast du denn gesehen? Der von Soderburgh mit George Clooney ist ja auch sehr schlecht und grausam umgesetzt. Aber venn spricht ja vom russischen Original und das ist auf alle Fälle besser.
                            "Not born. SHIT into existence." - Noman the Golgothan
                            "Man schicke dem Substantiv zwanzig Adjektive voraus, und niemand wird merken, daß man einen Haufen Kot beschreibt. Adjektive wirken wie eine Nebelbank."
                            Norman Mailer

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                            • #15
                              Der leider schon verstorbene russische Regisseur Andrei Tarkowsky, hat "Stalker" 1979 sehr frei nach der Romanvorlage "Picknick am Wegesrand", von Arkadi & Boris Strugatzki, meisterhaft in Szene gesetzt.

                              "Stalker" ist kein üblicher Hollywood SF-Film, sondern ein phantastisches Film-Meisterwerk.

                              Wer schlichte Unterhaltung oder eine konkrete Botschaft hinter der Handlung des Films erwartet, wird enttäuscht.
                              Ein Film, den man in ähnlicher Form, selten sieht - Allein deshalb schon sehenswert.
                              Allerdings nicht für actionverwöhnte Hollywoodfans !



                              Worum geht es in "Stalker" ?

                              Eine kosmische Supermacht hat auf Ihrem Weg durch das Weltall auf der Erde ein "Picknick" eingelegt.
                              Mittlerweile sind die Ausserirdischen wieder verschwunden, doch die Überreste dieses "Picknicks" (sozusagen der "Abfall") sind noch da.

                              Diese Überreste können von den Menschen geistig nicht erfasst werden - Sie liegen ausserhalb Ihrer Vorstellungskraft. Dennoch zeigen sich einige Auswirkungen in dem Gebiet, in dem das "Picknick" stattfand. Naturgesetze sind z.B. ausser Kraft gesetzt - nur die sogenannten "Stalker" können die "Zone" bereisen.

                              Andrei Tarkowsky hat aus der Romanvorlagen einen sehr philosophischen SF-Film gemacht.
                              Der Film kommt praktisch ohne Spezialeffekte aus und erzeugt trotzdem eine gewisse Spannung.

                              Tarkowski´s Kameramann muss ein wahres Genie gewesen sein - ein bildgewaltiger Film.
                              Leider ist der Filme sehr langatmig, es gibt z.B. minutenlange Szenen ohne Dialoge.
                              Wer schon mit Kubrik´s "2001" Probleme hat, wird diesen Film noch viel weniger mögen.



                              Tarkowskys Filme beeindrucken durch eine absolute formale und inhaltliche Eigenständigkeit,oft führt er lange Passagen mit Kamerafahrten über bewegte und unbewegte Motive aus, wodurch das Gefühl des Erlebnisses des Dargestellten beim Betrachter erheblich gesteigert wird (etwa wie in einem Traumgeschehen). Es gelingt ihm durch einen oft sehr langsamen Bilderfluss die Aufmerksamkeit beim Betrachter noch zu vertiefen, wobei die Geräusche und überhaupt das Tongefüge der Filme erheblich fesselnde Wirkung ausüben können (etwa die Draisinenfahrt in Stalker, wo minutenlang nicht gesprochen wird und nur die Geräusche der Fahrt wahrzunehmen sind).


                              Die "Überreste" des galaktischen Picknicks sind als eigenartige "Glutflächen" am Boden in der "Zone" zu sehen.
                              Naturgesetze wurden verändert - jeder falsche Schritt kann tödlich sein.

                              Man darf sich auch nicht zu lange an einer Stelle aufhalten, die "Zone" verändert sich und man kann nicht mehr zurück. Die drei Hauptdarsteller des Films sind auf dem Weg zu einen Zimmer, in dem einem alle Wünsche erfüllt werden sollen.

                              Einer von Ihnen trägt eine Atombombe und will das Zimmer zerstören...
                              Später sieht man die Tochter des Stalkers, eine Telekinetin...



                              Übrigends, die Leute, die "Solaris" neu verfilmt haben, wollen auch "Stalker" neu verfilmen !

                              Wer mal was aussergewöhnliches sehen möchte und sehr viel Geduld mitbringt, kann mit diesem Film eine Reise ins "Ich" erleben. Neben "Solaris" ist auch "Andrej Rubljow" von Tarkowsky sehr zum angucken zu empfehlen.

                              Andrei Tarkowsky bei der Arbeit:


                              http://de.wikipedia.org/wiki/Andrei_Tarkovsky
                              http://www.acs.ucalgary.ca/~tstronds/nostalghia.com/

                              Galaktische Grüsse aus Delmenhorst
                              Starcat66
                              Zuletzt geändert von Starcat66; 24.08.2006, 03:12.
                              Danger - save your ears - this thread is under prog rock: Progressiv Rock und artverwandte Musik

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