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Twelve Monkeys

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    Kaum zu glauben - Twelve Monkey hat noch keinen eigenen Thread (wenn ich der Suchfunktion Glauben schenken darf).

    Eine Inhaltsangabe kann ich mir sparen, der Film sollte hinlänglich bekannt sein.

    Mein Fazit:

    Einer der besten Filme der 90er-Jahre. Zeitreisen wurden nie so clever dargestellt wie hier. Alles passt am Ende zusammen. Bruce Willis durfte auch mal "richtig" schauspielern.

    HÖCHSTWERTUNG!
    "All dies könnte bloß eine aufwändige Simulation sein,
    die in einem kleinen Gerät auf jemandes Tisch läuft."
    (Jean-Luc Picard über das Wesen der Wirklichkeit)

  • #2
    Nunja, ich hab die Erfahrung gemacht, dass den Film eben nicht jeder kennt. Daher reich ich ne Inhaltsangabe nach. Quelle ist amazon.de

    Die Geschichte beginnt in einer winterliche Ödlandschaft im Jahr 2035, in dem die Menschen aufgrund einer tödlichen Seuche gezwungen sind, in Verwahrlosung und Unterdrückung im Untergrund zu leben. Bruce Willis spielt einen Außenseiter, dem die Chance gegeben wird, sich von seinem Strafregister zu befreien. Er unternimmt eine Zeitreise in die Vergangenheit, um an eine Probe des tödlichen Virus zu gelangen, mit deren Hilfe die Wissenschaftler der Zukunft ein Heilmittel zu finden hoffen. Seine Zeitsprünge von 1918 in die frühen bzw. Mitte der 90er Jahre werden für ihn zu einer Tortur, die ihn seine eigene Wahrnehmung der Realität in Frage stellen läßt. Verstrickt in die Gefahren der Vergangenheit und die Trostlosigkeit der Zukunft trifft er auf eine Psychiaterin (Madeleine Stowe), die ihn anfangs für verrückt hält. Des Weiteren begegnet er einem Patienten der Psychiatrie (gespielt von Brad Pitt), der Beziehungen zu einer radikalen Gruppe unterhält, die eventuell das Virus auf die Menschheit losgelassen hat.
    Lange Zeit hätte er bei mir auch die Höchstnote bekommen. Ein intelligenter und spannender Film mit vielen Überraschungen und guten darstellerischen Leistungen - allen voran Brad Pitt. Eine deutliche Abwertung bekam er allerdings für mich mit dem Kauf der Limited Edition und dem darin enthaltenen Interview mit dem Regisseur. Terry Gilliam glaube ich. Für mich war der Schluss immer der Höhepunkt des Films. (Spoiler folgt) Derjenige der für die Seuche verantwortlich ist setzt sich ins Flugzeug, man weiss, dass alles verloren ist und sich die Geschichte wiederholt und man sieht plötzlich wie er sich neben die Frau setzt die in der Zukunft die Bemühungen leitet alles zu verhindern. Und dann beginnt die m.E. sehr passende dramatische Schlussmusik. Das ist ein Moment der mich immer zutiefst berührt hat. Es steckt so viel Dramatik dahinter weil einem die Hoffnungslosigkeit der Situation bewusst wird und der Glauben, dass die Lösung des Problems so nah war und es hätte verhindert werden können.
    Und dann im Interview erzählt Gillian, dass das gar nicht die Frau aus der jeweiligen Zeit sondern eh die Anführerin die auch per Zeitreise zurückgereist ist um es noch selbst zu verhindern. Also es ist gar nicht hoffnungslos. Nein, es schaut sogar so aus, nein, es deutet an, dass sie doch noch alles verhindern kann weil sie ja jetzt ganz nah bei ihm ist. Das mag für Happy-End-Freunde schön sein. Für mich war das aber sehr enttäuschend weil dadurch die ganze Dramatik relativiert und fast aufgelöst wurde.

    Es bleibt nachwievor ein toller hervorragender Film aber es ist für mich einfach nicht mehr dasselbe wie vorher. Schade.
    "Aufgrund eines Pünktlichkeitsdefizits verspätet sich dieser Beitrag um 64+ ms" | #Krümelchen2018
    "Bajoranische Arbeiter...." - Hamburg Silvester 2016/17

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    • #3
      Zitat von cybertrek Beitrag anzeigen
      Für mich war der Schluss immer der Höhepunkt des Films. (Spoiler folgt) Derjenige der für die Seuche verantwortlich ist setzt sich ins Flugzeug, man weiss, dass alles verloren ist und sich die Geschichte wiederholt und man sieht plötzlich wie er sich neben die Frau setzt die in der Zukunft die Bemühungen leitet alles zu verhindern. (...) Und dann im Interview erzählt Gillian, dass das gar nicht die Frau aus der jeweiligen Zeit sondern eh die Anführerin die auch per Zeitreise zurückgereist ist um es noch selbst zu verhindern. Also es ist gar nicht hoffnungslos. Nein, es schaut sogar so aus, nein, es deutet an, dass sie doch noch alles verhindern kann weil sie ja jetzt ganz nah bei ihm ist. Das mag für Happy-End-Freunde schön sein. Für mich war das aber sehr enttäuschend weil dadurch die ganze Dramatik relativiert und fast aufgelöst wurde.
      Für mich war es immer glasklar, dass es sich im Flugzeug um die Wissenschaftlerin der Zukunft handelt; das kann man allein schon an ihrem Alter erkennen. Allerdings war mir auch immer klar, dass sie nicht dort ist, um den Weltuntergangsfanatiker aufzuhalten, sondern nur um eine Probe vom Virus in Reinform zu ergattern, damit man in der Zukunft einen Impfstoff entwickeln kann. Als Anführerin einer zukünftigen technokratischen Elite, die über Leben und Tod der gesamten Restmenschheit gebietet, hat sie gar kein Interesse daran, den Virusausbruch zu verhindern. Die Anmerkung "Ich mache in Versicherungen" verstehe ich entsprechend als die Absichtserklärung, der Geschichte ihren Lauf zu lassen, sich zu versichern, das alles so kommen wird wie vorgesehen. Das ist absolut kein Happy End und ich kann mir nicht vorstellen, dass Gilliam ein solches angestrebt hat. Aber wenn doch, ist es auch egal, weil man das fertige Werk immer noch interpretieren kann wie man will, unabhängig davon, was der Schöpfer ursprünglich beabsichtigt hat.
      I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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      • #4
        Absolute Zustimmung

        Wobei ich zugeben muss

        Ich brauchte zwei Anläufe
        Und manchmal denk ich mir, ich sollte mir die Ruhe und
        Nervenstärke von einem Stuhl
        zulegen.
        Der muß auch mit jedem Arsch klarkommen!

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        • #5
          Mag schon sein, dass aufgrund des Alters eine jüngere Version nicht ganz logisch wär aber man kann sie schwer jünger machen. Da hätte man eine andere Schauspielerin nehmen müssen die ihr ähnlich sieht. Aber über den vermeintlichen "Logikfehler" hab ich immer hinweggesehen. Auch, dass es so mit der Schlussversion viel logischer im Sinne einer vernünftigen Storyline ist.

          Und ja, stimmt. Sie wollten nicht aufhalten sondern den Virus erkunden. Hatte die Mission von Cole auf die Schnelle falsch in Erinnerung. Ist schon ein paar Jahre her dass die DVD rausgekommen ist und ich den Film damit zum letzten mal gesehen habe.

          Dass es schlussendlich egal ist wie etwas von jemanden beabsichtig war sondern das einzig das zählt was man selbst denkt ist schon sehr zweischneidig. Natürlich ist die eigene Interpretation das was zählt aber wenn in einem Interview, in Text-Beilagen, Interpretationshilfen bei Büchern oder was auch immer eine mögliche Alternative vom Regisseur ausgeschlossen wird, ist schon eine gewisse Einschränkung vorhanden die man zwar ausblenden kann aber das dann schon fast Selbsttäuschung ist. Ist ja ähnlich wie bei Total Recall. Wenn jetzt in einer Fortsetzung gleich als erstes gezeigt wird, dass alles nur ein Implantat ist dann wird viel vom Mythos genommen. Das gleiche beim Gegenteil, wenn eindeutig wird dass es eben kein Implantat ist. Ich bin da ein starker Befürworter der Beibehaltung von offenen Enden die eben nicht aufgelöst werden. Das mag in vielen Fällen unbefriedigend sein aber in manchen Filmen ist es ein deutlicher Gewinn und Mehrwert. Für mich persönlich war es das bei 12 Monkeys. Trotz aller Logikschwächen die mit eben dieser Interpretation des Auftritts von ihr verbunden sind.
          "Aufgrund eines Pünktlichkeitsdefizits verspätet sich dieser Beitrag um 64+ ms" | #Krümelchen2018
          "Bajoranische Arbeiter...." - Hamburg Silvester 2016/17

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          • #6
            Zitat von cybertrek Beitrag anzeigen
            Und dann im Interview erzählt Gillian, dass das gar nicht die Frau aus der jeweiligen Zeit sondern eh die Anführerin die auch per Zeitreise zurückgereist ist um es noch selbst zu verhindern. Also es ist gar nicht hoffnungslos. Nein, es schaut sogar so aus, nein, es deutet an, dass sie doch noch alles verhindern kann weil sie ja jetzt ganz nah bei ihm ist. Das mag für Happy-End-Freunde schön sein. Für mich war das aber sehr enttäuschend weil dadurch die ganze Dramatik relativiert und fast aufgelöst wurde.
            Das macht doch gar keinen Sinn, zu diesem Zeitpunkt ist die Seuche doch schon frei gesetzt, der Assistent ist mit Sicherheit infiziert und die Wissenschaftlerin würde sich also auch anstecken.
            Ausserdem dachte ich immer die Kernaussage des Films wäre das man die Vergangenheit nicht ändern kann, weil ja alles genau so kam wie es auch passiert ist.

            In der Tat, eine Rettung in letzter Sekund würde mir auch den ganzen Film verderben.
            Dr. Manhattan: "A live human body and a deceased human body have the same number of particles. Structurally there's no difference. "

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            • #7
              Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Frau diese Katastrophe nicht verhindern wird.
              Auf dieser Logik beruht ja der ganze Film: die Vergangenheit lässt sich nicht ändern. Alles was man tut, tut man nur, weil es damals so passiert ist.
              Das bezieht sich auf jede Kleinigkeit, jeden Splitter: die Fotos aus dem ersten Weltkrieg, Coles Erinnerungen an die verzweifelte blonde Frau...
              Schon als er ganz am Anfang versehentlich in der Psychiatrie landete, stand er den dortigen Ärzten ja Rede und Antwort. Die fragten ihn dann ganz in Psychiatermanier:"Glauben Sie, dass sie den Weltuntergang verhindern müssen?"
              Darauf erklärte er, dass das überhaupt nicht möglich sei - weil es ja schon passiert ist.
              Das hatten die ihm in der Zukunft ja klargemacht.
              Seine Mission bestand auf keinen Fall in der Verhinderung der Seuche.
              Letztenendes beschloss er ja auf eigene Faust, die Geschichte zu ändern - was auch prompt fehl schlug.

              Zu dem Nicht-mehr-ändern-können-was-schon-passiert-ist fällt mir jedoch gerade Jeffrey Goines ein, der ihm in der Klappsmühle sagt, dass es da jemanden gab, der sich bei den Pflegern immer Fernsehsendungen wünschte, die bereits vorbei waren. Dabei machte er sich darüber lustig, dass die Person nicht begriffen hat, dass diese Dinge bereits passiert sind.


              Der ganze Film hat ja immer noch eine gewisse Zweideutigkeit - siehe die Zeitmaschine und der Kernspin- oder Computertomograph mit dem blauen Licht. Es gibt eine Menge Punkte, die immer wieder die Frage aufwerfen: ist Cole nun ein Verrückter oder wirklich ein Zeitreisender.
              Selbst wenn ich die Zeitreisesache für real halte, so gibt es immer wieder eine Menge Überschneidungen: das Definfizieren nach der "freiwilligen" Aussenmission in der Zukunft und die Krankenpfleger, die ihn unter der Dusche abbürsten, Die Ärztekommission in der Gegenwart und die Wissenschaftler in der Zukunft.

              Der Film ist auf jeden Fall absolut ausgefuchst und ziemlich clever gemacht.

              Dass die Dame aus dem Flugzeug die Katastrohe abwenden wird, halte ich für recht weit hergeholt.
              Ich sehe darin eher die Gefahr, dass sich diese Frau angesteckt hat und das Virus mit in die Zukunft unter die Erde nimmt, wo all die restlichen Menschen leben.

              Das wird es dann gewesen sein.

              Eher absolut düster und hoffnungslos und nicht im geringsten ein Happy End.

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              • #8
                Zitat von EA-Loyalist Beitrag anzeigen
                Kaum zu glauben - Twelve Monkey hat noch keinen eigenen Thread
                Das ist echt nicht zu glauben,

                Einer meiner Lieblingsfilme. Besonders das Ende. Das alles umsonst war und sich das Virus doch verteilen konnte. Wo die Menschen es doch so gern verhindern wollten.

                Zitat von prince Beitrag anzeigen
                Ausserdem dachte ich immer die Kernaussage des Films wäre das man die Vergangenheit nicht ändern kann, weil ja alles genau so kam wie es auch passiert ist.
                Ich glaube nicht das das die Kernaussage war. Für mich gehts darum, dass die Menschen sich ihrer "Überlegenheit" nicht mehr sicher sein können. Und vor allem, dass die Natur gut entwickeln kann, und die Zerstörung, durch den Menschen, wieder rückgängig gemacht wird. Mit anderen Worten, die Natur braucht uns nicht, wir aber sie.

                Zitat von Krabat Beitrag anzeigen
                Eher absolut düster und hoffnungslos und nicht im geringsten ein Happy End.
                Für die Menscheit ist es kein Happy End, für die Tier und Pflanzenwelt schon.
                Ohne Signatur lebt sichs doch am besten

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                • #9
                  Ein ziemlich beklemmender SF-Thriller mit wirklich gut spielenden Stars (vor allem Brad Pitt sei hier erwähnt). Das Ende, wo Willis seinen eigenen Tod sieht ist einfach geniales WHH (erinnert an "Lost" ).

                  5 Sterne (weil der Anfang etwas träge ist)!

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                  • #10
                    Beklemmend ist der richtige Begriff. Auch irgendwie frustrierend, irgendwie ein klassisches Beispiel für die selbsterfüllende Prophezeiung. Sicherlich gut verfilmt, aber irgendwie würde ich ihn mir nicht noch einmal ansehen, da jede Handlung zur Verhinderung des Endes eben in diese Richtung führt - frustrierend eben.
                    Lass Dich nie auf eine Diskussion mit Idioten ein - sie ziehen Dich nur auf ihr Niveau herab und schlagen Dich dort mit ihrer grösseren Erfahrung

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                    • #11
                      Neben "Fear and Loathing in Las Vegas" mein liebster Gilliam-Film.

                      Wirklich toller und andersartiger SF-Film.
                      Willis und Pitt spielen auch sehr gut.
                      "...wenn ich, Aguirre, will, dass die Vögel tot von den Bäumen fallen, dann fallen die Vögel tot von den Bäumen herunter.
                      Ich bin der Zorn Gottes, die Erde über die ich gehe sieht mich und bebt!"

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                      • #12
                        Endlich habe ich den Tread auch mal gefunden. Also, ich finde, dass es einer der besten Science Fiction-Filme ist, die es überhaupt gibt. Die Story ist abgedreht, aber gleichzeitig fesselnd und realistisch. Die Schauspieler waren auch gut, wie Brad Pitt und Bruce Willis. Der Humor war ebenfalls toll und rundum ein * * * * * * Sternefilm.

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                        • #13
                          Zitat von GUSSduff Beitrag anzeigen
                          Endlich habe ich den Tread auch mal gefunden. Also, ich finde, dass es einer der besten Science Fiction-Filme ist, die es überhaupt gibt. Die Story ist abgedreht, aber gleichzeitig fesselnd und realistisch. Die Schauspieler waren auch gut, wie Brad Pitt und Bruce Willis. Der Humor war ebenfalls toll und rundum ein * * * * * * Sternefilm.
                          Ganz mein Reden!

                          Wirklich ein phantastischer Film.
                          Ich habe mich ein wenig darüber über-sehen, da ich mir den Streifen in der Vergangenheit doch recht oft angesehen habe (mit ständig wechselnden Leuten). Deshalb habe ich zur Zeit keine große Lust darauf. Aber irgendwann werde ich mir den auch wieder reinziehen.
                          Das ist wirklich ein atmosphärisches Meisterwerk. Die Bilder, die Musik...einfach großartig.
                          Ein anderer Science-Fiction-Film, an dem für mich so ziemlich alles stimmt, ist (völlig anderer Film) "Gattaca". Der ist völlig in warmen Farben (Gelb-, Rot- und Brauntöne) gehalten und strahlt dennoch eine völlig Sterilität aus - was aber auch beabsichtigt ist.

                          "Twelve Monkeys" ist diesbezüglich absolut anders: grell, dreckige Farben und unsteril - in jeder Beziehung: von der verseuchten Welt bis in die letzten dreckigen Winkel der schmuddeligen Psychiatrie.
                          Ich kenne einige Leute, die schreckt der Film genau deswegen tatsächlich ab.
                          Meiner Meinung nach passt das aber wie der Arsc h auf den Eimer.

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                          • #14
                            Meisterwerk

                            Endlich habe ich auch mal ein Forum zum Thema >12 Monkeys< gefunden. Es ist ein Meisterwerk.

                            Die schauspielerische Leistung und insb. Vielfältigkeit Brad Pitts grenzt an "Wahnsinn". Bruce Willis zeigt sich ebenfalls von seiner besten Seite.

                            Inhaltlich habe ich selten so ein in sich schlüssiges System bewundern dürfen, wie es uns von 12 Monkeys geschlossenem Zeitsystem geboten wird.

                            Sicherlich ist es so, dass man ein bestimmten charakterlichen Zug in sich tragen muss, um diesen Film als genial zu titulieren. Nur wer den Hang zur Endlosig - und Hoffnungslosigkeit in sich spürt, kann sich für diesen Film begeistern. Während für die einen der Film dreckig und "verrückt" ist, ist er für die anderen wie mich fast schon eine Bestätigung meines Weltbildes. Das freut mich.

                            Vor allem aber gibt es keine Auslegung dahingehend, dass die Welt durch eine wie auch immer verjüngerte Wissenschaftlerlin gerettet wird. Das ist wohl die abwegigste Auslegung.

                            Die Zeit ist so perfekt gefesselt, wie der Zeiger auf der Uhr. Man kann sie immer wieder zurückdrehen, doch sie laufen immer wieder gleich.
                            Meine ersten Auslegung war intuitiv, dass die Wissenschaftlerin und der Assi von Goins Senior den Weltuntergang gemeinsam beschließen. Das Anstoßen, Händeschütteln. Sie ist in der Insurance und damit für den Fall des Untergangs der Welt versichert und kann sich dann wie in der Tat geschehen eine Welt in der Unterwelt aufbauen, in der sie diktatorähnlich herrscht.

                            die frage ist dann nur, warum sie überhaupt zurückreist. um die probe zu holen, weil sie sich angesteckt hat? wäre sie nicht zurückgereist, bräuchte sie ja gar keine probe, weil sie sich ja gar nicht angesteckt hat.

                            fakt ist ja, die wissenschaftler hätten ja, wenn sie schon neben dem goins assi im flugzeug sitzen, die ausbreitung verhindern können. das geschieht aber bewusst nicht. sie und er arbeiten daher wohl zusammen. sie lebt vom untergang der welt. sie verabscheut diese welt- das hätte sie ja nicht sagen müssen. sie will ihr totalitäres system aufrechterhalten.

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                            • #15
                              Das hat den Psychiatern der Jahre 1990 bzw. 1996 noch gefehlt: Schon wieder ist da einer, der die Welt retten will, weil der Untergang droht. Ja, die Verschwörungstheoretiker! Spinner gibt es wirklich genug. Die Handlung ist irre wie die männlichen Hauptpersonen. Klar, dass man Cole nicht glaubt. Realität und Wahnsinn sind schwer auseinanderzuhalten. Ich finde, der Film ist von der Struktur her recht anspruchsvoll.

                              Ein Gag ist, dass die Psychiaterin alles ausschließlich aus ihrer beruflichen Perspektive beurteilt und erkennen muss: Cole hat recht. Es ist eine neue Lebenserfahrung für sie, nämlich dass die Welt verrückter ist als ihr Patient bzw. ihr Entführer.

                              Ist es ein Bad End? So wie es scheint, bringt die Frau im Flugzeug ein Probevirus in die Zukunft. Sie hat von Coles Erkenntnissen profitiert und setzt die Arbeit fort. Mit dem erbeuteten Virus kann man ein Gegenmittel produzieren und die Welt wieder bewohnbar machen. Natürlich sind die Mächtigen an ihrem Machterhalt interessiert.

                              Die Katastrophe soll nicht rückgängig gemacht werden, das wird deutlich ausgesagt. Cole soll lediglich beobachten und einen Beitrag zur "Wiedereroberung des Planeten" leisten.

                              Die Verhältnisse in dieser Welt, egal ob 1990, 1996 oder 2035, sind bedrückend. Ein Film für Optimisten? Ganz und gar nicht. Es ist auch hart, wenn man als Kind sieht, wie sein älteres Ich getötet wird.

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