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The Twilight Zone — Review Thread

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  • The Twilight Zone — Review Thread

    Vorwort: Schon seit der ersten Episode, die ich vor vielen Jahren sah, liebe ich The Twilight Zone. Die Serie ist eine meine allerliebsten Fernsehsendungen. Neben Star Trek gibt es praktisch keine Serie, die mich in einer solch profunden Weise beeinflusst hat. Angefangen bei der Art, wie ich Filme, Serien oder Bücher wahrnehme, bis hin zur Art, wie ich meine eigenen kreativen Arbeiten umsetzt — alles ist eindeutig gefärbt von dieser Schwarz/Weiß-Serie aus den frühen Sechzigern.

    Aber obwohl ich diese Serie so sehr liebe, muss ich zugeben, dass ich niemals all ihre Episoden gesehen habe. Vor Jahren lief sie mal spät in der Nacht auf einem kleinen Regionalsender (ich glaube, es war TVBerlin). Seit damals habe ich noch einige weitere Folgen online gesehen, aber ich schätze, dass ich nur etwa die Hälfte der Serie kenne.

    Genau deshalb habe ich mich entschlossen, die Serie endlich ein für alle Mal komplett anzusehen. Und während ich das mache, werde ich für jede Folge ein kleines Review schreiben und es hier posten. Ich würde zwar sagen, dass ich nicht besonders gut darin bin, so etwas zu schreiben (und ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich es bis zum Ende durchhalte), aber dennoch hoffe ich, dass meine Reviews dazu führen, etwas über die Serie ins Gespräch zu kommen. Ich würde mich sehr über eure Kommentare freuen.

    Fangen wir also an ...



    "Where Is Everybody?"

    Inhaltsangabe: Ein Mann, der aussieht, spricht und sich kleidet wie Trip Tucker () kommt in ein vollkommen verlassenes Dorf (übrigens das Set von Hill Valley aus Back To The Future). Während er die menschenleeren Häuser durchsucht, bemerkt er, dass er keinerlei Erinnerung daran hat, wer oder wo er ist ...

    Spoiler
    Als er letztendlich den Verstand zu verlieren scheint, offenbart sich, dass all dies lediglich ein Test ist, der erforschen soll, wie Astronauten während des Aufenthalts im All auf ausgedehnte Isolation reagieren.


    Review: Ein Folge wie diese steht und fällt mit einem guten Darsteller in der Rolle des Protagonisten. Denn wenn es nur diesen einen Protagonisten gibt, muss die Aufmerksamkeit des Zuschauers durch eine einzige Darstellung bei der Stange gehalten werden. Glücklicherweise ist Earl Holliman so ein Schauspieler. Rod Serlings wunderbares Script schafft es, aus ihm einen liebenswürdigen Charakter zu machen, zu dem das Publikum leicht Zugang findet. Dass dies in der unglaublichen kurzen Zeit, die das Format zur Verfügung stellt, möglich ist, ist sehr beeindruckend.

    Aber für den Erfolg einer solchen Episode, die nur einen Charakter hat, ist es auch wichtig, Wege für diesen zu finden, sich dem Zuschauer gegenüber auszudrücken. Rod Serling hätte es sich leicht machen und dafür den inneren Monolog verwenden können. Dennoch entschied er sich, ständig Entschuldigungen für seinen Protagonisten zu finden, damit dieser Selbstgespräche führen kann. Ich finde allerdings, dass das nur bis zu einem gewissen Grad klappt: Manchmal erscheint es natürlich (beispielsweise, wenn er mit der Ansage eines Anrufbeantworters oder einer Schaufensterpuppe spricht), in anderen Fällen ... eher nicht. Besonders verwundert hat mich eine Szene, in der er immer weiter mit einem Barbesitzer spricht, obwohl er gerade festgestellt hat, dass dieser gar nicht da ist.

    Als erste Episode von The Twilight Zone funktioniert "Where Is Everybody?" wunderbar. Und obwohl es kaum Sciencen-Fiction-Elemente enthält, wie viele der späteren Episoden, liegt der Episode doch eine nette, kleine und vor allem wahre Botschaft über Einsamkeit und die Notwendigkeit von menschlicher Gesellschaft zugrunde. Ich wünschte nur, Rod Serling hätte noch den zweiten Plottwist, den er später für eine Kurzgeschichtenadaption der Folge erdacht hat, mit eingebaut. Dort findet Hollimans Charakter in seiner Hosentasche tatsächlich ein Kinoticket ...



  • #2
    "One for the Angels" (1x02)

    Inhaltsangabe: Der liebenswürdiger Marktschreier Lew Bookman, der nichts lieber tut als den Kindern in seiner Nachbarschaft Süßigkeiten und Spielzeug zu schenken (heutzutage hätte ihn eine besorgte Mutter längst gemeldet), erhält einen Besuch von Mister Death persönlich. Dieser teilt ihm mit, dass er um Mitternacht sterben wird.

    Spoiler
    Nachdem Bookman den Tod mit einem Trick dazu gebracht hat, ihm noch mehr Zeit zu geben, entscheidet dieser sich, stattdessen ein kleines Mädchen zu meucheln. Letztendlich jedoch schafft es Bookman, den Tod erneut zu überlisten, sodass nicht das Mädchen sondern er in den Himmel hinauffahren darf.


    Review: Wenn man nur knapp 25 Minuten Zeit hat, seine Geschichte zu erzählen, findet man besser einen Weg, seinen Hauptcharakter und dessen Motivationen in kurzer Zeit vorzustellen und gleichzeitig sympathisch erscheinen zu lassen. In "One for the Angels" geschieht das mithilfe mehrerer kleiner Kniffe: Während wir in Serlings anfänglichem Monolog bereits die wichtigsten Informationen über Bookman erhalten, tut die eher stereotype Besetzung der Rolle mit dem Komiker Ed Wynn sein übriges, um uns an den Protagonisten heranzuführen und uns auf seine Seite zu ziehen.

    Für besonders effektvoll halte ich die visuelle Umsetzung der Szene, in der wir Mister Death kennenlernen: Zunächst steht er nur stumm im Hintergrund und notiert etwas in sein Büchlein. Doch als sich die Kamera nähert (und Serling gleichzeitig seinen Monolog beendet), durchbricht er plötzlich die sprichwörtliche vierte Wand und blickt in die Kamera. Besser hätte man die außerweltliche Natur der Figur wohl nicht rüberbringen können. (In dieser anfänglichen Szene kann man übrigens auch Robby the Robot aus dem Science-Fiction-Klassiker Forbidden Planet, erblicken.)

    Da ich in letzter Zeit ziemlich häufig die wunderbare Twilight Zone-Soundtrack-Collection gehört habe, sind mir in der Episode ziemlich viele Cues von Bernard Herrmann aufgefallen. Besonders in der Szene in Lew Bookmans Apartment kommt seine Musik wunderbar zum Tragen.

    Obwohl ich nicht jede Episode auf der Grundlage des Twists am Ende beurteilen möchte, fällt es mir doch schwer, darauf zu verzichten, bei dieser Folge anzumerken, dass das Ende etwas schwach ist. Die Montage, in der wir sehen, wie Bookman den Tod davon abhält, das Mädchen zu holen ist reichlich uneffektiv. Selbst innerhalb der Logik der Geschichte ergibt die Szene nicht viel Sinn, wenn man das Verhalten des Todes vom Anfang der Episode in Betracht zieht. (Sehr merkwürdig wirkte es im Übrigen auch, dass das Mädchen nach ihrem Unfall nicht ins Krankenhaus gebracht wurde). Wenn man allerdings davon ausgeht, dass die ganze Sache mit dem Kind nur ein Trick des Todes war, um Bookman letztendlich dazu zu bringen, von allein loszulassen, macht das ganze natürlich etwas mehr Sinn.


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    • #3
      "Mr. Denton on Doomsday" (1x03)

      Inhaltsangabe: Der mittlerweile zum örtlichen Trunkenbold verkommene, ehemalige Revolverheld Al Denton bekommt durch das magische Einwirken eines merkwürdigen Händlers namens Henry J. Fate () die Chance, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

      Spoiler
      Durch den Händler schafft Denton es, wieder seinen alten Ruf als treffsicherer Revolverheld zurückzuerlangen. Schon bald darauf meldet sich der erste, der sich mit ihm in einem Duell messen will. Allerdings manipuliert Henry J. Fate das Duell so, dass die Kontrahenten sich gleichzeitig die Waffen aus der Hand schießen und dabei so verletzen, dass sie nie wieder schießen werden können.


      Review: Einer der faszinierendsten Aspekte einer Anthologie wie The Twilight Zone, ist die Möglichkeit, mit jeder Episode auf ein kleines und jedes Mal neues Universum zu treffen. Im Verlauf von nur 25 knappen Minuten lernen wir gleich eine ganze Reihe von Charakteren und deren Hintergrundgeschichten kennen. Und eben weil es sich jede Woche um ein neues Universum handelt, sieht man als Zuschauer stets die wichtigsten und entscheidendsten Momente im Leben der Protagonisten. Während eine normale Serie immer wieder den Status Quo herzustellen hat, weiß man bei einer Twilight Zone-Episode niemals, wie alles ausgeht.

      Außerdem ermöglicht das Format den Autoren, mit jedem Mal die Regeln zu ändern, an die sich die Episode zu halten hat. In "Mr. Denton on Doomsday" beispielsweise wird uns das personifizierte Schicksal in Form eines Händlers, der Zaubertränke anbietet, präsentiert. Wie auch immer die Episode ausgeht, bleibt bis zum Schluss vollkommen offen und wird niemals dadurch diktiert, dass wir den Hauptcharakter nächste Woche unbedingt wiedersehen müssen.

      Was der Episode etwas schadet ist der Umstand, dass Al Denton (wunderbar dargestellt durch Dan Duryea) nicht wirklich eine Wahl gelassen wird. Ich hätte es bevorzugt, wenn er sich am Ende aus eigene Stücken dafür entschieden hätte, das Kräftemessen mit dem Revolver abzulehnen und ein neues Leben zu beginnen. So endet die Folge auf einer eher fragwürdigen Note, die die Botschaft vermittelt, dass wir doch keine eigenen Entscheidungen treffen können.

      Erwähnenswert bliebe, wie erstaunt ich war, einen jungen Martin Landau in einer ungewohnt fiesen Nebenrolle zu erblicken.


      Kommentar


      • #4
        "The Sixteen-Millimeter Shrine" (1x04)

        Inhaltsangabe: Eine alternde Schauspielerin lebt ein Leben der Abgeschiedenheit und hat sich in ihrem privaten Vorführraum zurückgezogen, um immer wieder ihre alten Filme anzusehen.

        Spoiler
        Nachdem sie ein Casting platzen lässt, schließt sie sich in ihrem Zimmer ein. Als ihre Haushälterin sich Sorgen um sie macht, verschafft sie sich Zutritt und erkennt, dass sie verschwunden ist. Als der Projektor eingeschaltet wird, wird klar, dass sie nun in einem ihrer alten Filme weiterlebt.


        Review: Nachdem die ersten drei Episoden eher positiv beeindruckt haben, stellt "The Sixteen-Millimeter Shrine" nun den ersten Reinfall dar. Einzig die Darbietung von Martin Balsam als treuer Agent und letzter Freund der alternden Schauspielerin (Ida Lupino) hält die Episode davon ab, ein kompletter Reinfall zu sein. Dabei ist das Thema der Episode gar nicht mal so uninteressant: Die eigene Sterblichkeit ist eine zutiefst existenzielle, menschliche Thematik, deren Betrachtung sich lohnt. Allerdings macht die Episode den Fehler, sie in einer Wiese zu präsentieren, die entrückter kaum sein könnte. Kaum einer dürfte sich mit einer Schauspielerin identifizieren können, die ihrem verblassten Ruhm nachtrauert.

        Ich weiß nicht, ob es lediglich meine Vertrautheit mit der Struktur der Serie ist, aber dass Ida Lupinos Charakter letztendlich in einem ihrer eigenen Filme (und damit in ihrer glorifizierten Traumwelt) enden würde, war mir mindestens zehn Minuten vor der Szene klar, in der es tatsächlich enthüllt würde. Ich hatte das Gefühl, dass da noch irgendetwas hätte kommen müssen. Dass der Charakter in der Vergangenheit – und damit in seiner eigenen kleinen Fantasiewelt – lebt, war von der ersten Minute an klar. Eine etwas tiefgründigere Betrachtung dessen, was eine solch verschlossene Verhaltensweise zur Folge haben könnte, hätte interessanter ausfallen können.


        Kommentar


        • #5
          "Walking Distance" (1x05)

          Inhaltsangabe: Als Martin Sloan, ein Geschäftsmann mittleren Alters, während einer Reise seiner Heimatstadt einen Besuch abstattet, findet er sich plötzlich in der Vergangenheit wieder.

          Review: "Walking Distance" ist eine brillante Episode und stellt den bisherigen Höhepunkt der Serie dar. Alles stimmt: Das Casting, die Dialoge, die Regie, die Musik – und doch ist die Episode in gewisser Hinsicht sogar größer als die Summe ihrer Teile, was vor allem an der faszinierenden Thematik der Episode liegt, die – obwohl in den Grundzügen der von "The Sixteen-Millimeter Shrine" ähnlich – aufgrund ihrer Darstellung eine sehr leichte Identifikation zulässt. Denn das Gefühl, sich im verwirrenden Alltag des Erwachsenenlebens nach der Einfachheit der Kindheit zurückzusehnen, dürfte vielen Menschen bekannt sein. "Walking Distance" schafft es, dieser Thematik auf einer stark reduzierten, vereinfachten Ebene zu begegnen und dabei dennoch wunderbar tiefgründig zu sein.

          Die Werkzeuge, mit denen dies bewerkstelligt wird, sind zahlreich. Allen voran muss der legendäre Score von Bernard Hermann erwähnt werden, der – anders als bei vielen anderen Episoden der Fall – speziell für "Walking Distance" komponiert wurde. Die Musik schafft es auf wunderbar eindringliche Weise, das süße Gefühl der Unschuld, das der Kindheit des Protagonisten anhaftet, und die emotionale Wucht, der er sich bei der Konfrontation mit dieser ausgesetzt sieht, zu kommunizieren.

          Effektvoll ist vor allem aber auch die Inszenierung der Episode, die mit einigen kreativen Einstellungen aufwartet. Besonders gelungen ist der Moment, als Martin Sloan ohne es zu wissen seinen Fußmarsch in die Vergangenheit antritt und ihm die Kamera dabei in einen Spiegel hineingefilmt folgt. Aber auch sonst scheint die Regie an vielen Stellen subtil darauf hinweisen zu wollen, dass wir uns in einer Traumwelt befinden.

          Während Gig Young den geschäftigen Melancholiker wirklich wunderbar darstellt, ist es in erster Linie Frank Overtons Schauspiel als Martins Vater, das die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Star Trek-Fans werden sich an ihn vor allen als Elias Sandoval aus "This Side of Paradise" erinnern. Seine Darbietung hier jedoch ist – obwohl um einiges kürzer – sehr viel beeindruckender.

          Die Botschaft der Episode ist denkbar simpel und doch sehr tiefgreifend: Die Vergangenheit – so verklärt sie in der eigenen Erinnerung auch sein mag – lässt sich nicht zurückholen. Und wer nicht von ihr loslässt, wird im Heute niemals glücklich werden können. Volle Punktzahl.


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          • #6
            Sehr schade, dass sich bisher niemand an der Diskussion beteiligt. Naja, ich mache erstmal weiter ...


            "Escape Clause" (1x06)

            Inhaltsangabe: Ein egozentrischer Hypochonder wird vom Teufel persönlich besucht. Dieser bietet ihm im Tausch für seine Seele Unsterblichkeit an. Ohne viel darüber nachzudenken, lässt er sich auf den Handel ein. Recht schnell jedoch verliert er die Lust an seiner Unverwundbarkeit und sucht den Kick in immer wieder neuen Selbstmordversuchen.

            Spoiler
            Als er es darauf anlegt, auf den elektrischen Stuhl zu kommen, aber doch nur lebenslang im Gefängnis landet, bittet er den Teufel, ihn zu erlösen.


            Review: Was in der Inhaltsangabe wie die Zutaten eines Twilight Zone-Klassikers klingt, verkommt in "Escape Clause" leider zu einer Enttäuschung. Mal davon abgesehen, dass die Episode zugunsten ihrer Prämisse und des Humors eine arge Misscharakterisierung des Krankheitsbildes der Hypochondrie vornimmt und es so darstellt, als wäre jeder, der daran leidet, einfach ein komischer Kauz (auch bezweifle ich stark, dass Unsterblichkeit das Allheilmittel für die meisten Hypochondriepatienten darstellen würde), stellt sich der ständig wandelnde Ton der Folge als sehr irritierend heraus: Während zunächst alles wie eine Komödie gespielt wird, ist die Episode etwa ab der Hälfte wie ein todernstes Drama inszeniert. Letztendlich scheint sich die Episode nicht sicher zu sein, was genau sie eigentlich sein möchte. All das wäre kein Problem, wenn sie dabei weiter unterhaltsam bleiben würde.

            Einziger Lichtblick sind die schauspielerischen Leistungen von David Wayne als egozentrischer Hypochonder Walter Bedeker und vor allem Thomas Gomez als wunderbar hinterhältig dargestellter Teufel. Aber ansonsten leidet auch "Escape Clause" (wie zuvor bereits "The Sixteen-Millimeter Shrine") an dem Umstand, dass die Auflösung der Handlung leider bereits ab der Hälfte vorhergesehen werden kann.


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            • #7
              Schade, ich fand "Escape Clause" eigentlich sehr gelungen. Das Thema "sei vorsichtig, was du dir wünschst" wird hier ganz besonders schön gezeigt. Er erhält Unsterblichkeit und denkt zunächst, nichts könne ihm etwas anhaben, doch dann passiert ihm etwas, was schlimmer ist als die ganzen eingebildeten Krankheiten zusammen:

              Spoiler
              Er wird zu einer lebenslangen - also ewigen - Gefängnisstrafe verurteilt

              Eine besonders schöne Wendung wie ich finde, fast schon etwas makaber.
              Das Thema "Ironie des Schicksals" kommt eigentlich in vielen meiner liebsten Twilight Zone-Folgen vor. Ähnlich auch bei "Time Enough At Last", die ja auch bald in deiner Reihenfolge drankommen wird.

              Ich habe mit einem 6-sternigen Bewertungssystem angefangen, weshalb es leider nicht ganz zu deinem passt.
              Die bisherigen Folgen habe ich folgendermaßen beantwortet:

              Where Is Everybody? 4,5/6
              One For The Angels 4/6
              Mr. Denton On Doomsday 4/6
              The Sixteen-Millimeter Shrine 4/6 (fand ich wegen der schauspielerischen Leistungen und dem Make Up eigentlich ziemlich gut. Ich könnte mir schon vorstellen, dass es durch den heutigen Jugendwahn solche Charaktere wie diese Schauspielerin wirklich gibt...)
              Walking Distance 5/6
              Escape Clause 5/6

              Im Nachhinein betrachtet war ich vielleicht etwas zu großzügig mit meinen Bewertungen...Im Laufe des Fortschritts der Serie habe ich dann zunehmend kritischer bewertet, fällt mir auf...
              Bei Graptars Hammer! Was für Sonderangebote...
              Meine Musik: Juleah

              Kommentar


              • #8
                Zitat von supernova Beitrag anzeigen
                Schade, ich fand "Escape Clause" eigentlich sehr gelungen. Das Thema "sei vorsichtig, was du dir wünschst" wird hier ganz besonders schön gezeigt. Er erhält Unsterblichkeit und denkt zunächst, nichts könne ihm etwas anhaben, doch dann passiert ihm etwas, was schlimmer ist als die ganzen eingebildeten Krankheiten zusammen:

                Spoiler
                Er wird zu einer lebenslangen - also ewigen - Gefängnisstrafe verurteilt
                Erstmal: Wow, ein Kommentar! Danke dafür. Ich dachte schon, ich müsste hier auf ewig Selbstgespräche führen.

                Bezüglich "Escape Clause": Natürlich, ein interessantes Thema ist das allemal. Allerdings habe ich mich daran gestört, dass es so dargestellt wurde, als wäre Unsterblichkeit genau das, was ein Hypochonder sich wünscht. Das lässt es so aussehen, als wäre das Problem eines Hypochonders tatsächlich, dass er Angst hat, zu erkranken und zu sterben. Dabei sind die Ursprünge dieser psychischen Störung viel komplexer als es die Episode glauben machen möchte. An Hypochondrie erkrankte Menschen sind keinesfalls Spinner, die sich einfach ein paar Krankheiten einbilden. Tatsächlich leiden sie oft an Depressionen und ihre Ängste begründen sich durch Stress.

                Deshalb denke ich, dass es der Episode gut getan hätte, als Ausgangslage eine andere zu wählen. Beispielsweise ein tatsächlich körperlich kranker Mensch, der sich Unsterblichkeit wünscht. Oder jemand, der alt ist und voraussichtlich bald sterben wird und noch nicht vom Leben loslassen will. In einem solchen Fall hätte ich den Wunsch nach Unsterblichkeit als sehr viel nachvollziehbarer empfunden.

                Zitat von supernova Beitrag anzeigen
                Eine besonders schöne Wendung wie ich finde, fast schon etwas makaber.
                Die Wendung an sich war in Ordnung, ja. Leider habe ich das schon etwa ab der Hälfte kommen sehen. Als sehr viel tragischer hätte ich beispielsweise empfunden, wenn es den titelgebenden Escape Clause nicht gegeben hätte und er am Ende tatsächlich für immer hätte in der Zelle versauern müssen.

                Zitat von supernova Beitrag anzeigen
                Das Thema "Ironie des Schicksals" kommt eigentlich in vielen meiner liebsten Twilight Zone-Folgen vor. Ähnlich auch bei "Time Enough At Last", die ja auch bald in deiner Reihenfolge drankommen wird.
                "Time Enough At Last" ist eine meiner Lieblingsepisoden. Allerdings ist da das Ende auch nicht allzu vorhersehbar und die Episode erstellt keine Karikatur eines tatsächlich existierenden Krankheitsbildes.

                Zitat von supernova Beitrag anzeigen
                The Sixteen-Millimeter Shrine 4/6 (fand ich wegen der schauspielerischen Leistungen und dem Make Up eigentlich ziemlich gut. Ich könnte mir schon vorstellen, dass es durch den heutigen Jugendwahn solche Charaktere wie diese Schauspielerin wirklich gibt...)
                Klar, solche Menschen gibt es; keine Frage. Doch irgendwie empfand ich es dennoch als sehr schwer, mich in eine solche Person hinein zu denken. Wer weiß, unter Umständen ist das auch eine Frage des Alters. Vielleicht habe ich ein völlig anderes Bild von der Episode, wenn ich sie mir in 20 oder 30 Jahren noch einmal ansehe.

                Zitat von supernova Beitrag anzeigen
                Im Nachhinein betrachtet war ich vielleicht etwas zu großzügig mit meinen Bewertungen...Im Laufe des Fortschritts der Serie habe ich dann zunehmend kritischer bewertet, fällt mir auf...
                Interessant. Welche Episode würdest du im Nachhinein vielleicht niedriger bewerten?

                Kommentar


                • #9
                  Zitat von Xon Beitrag anzeigen

                  Bezüglich "Escape Clause": Natürlich, ein interessantes Thema ist das allemal. Allerdings habe ich mich daran gestört, dass es so dargestellt wurde, als wäre Unsterblichkeit genau das, was ein Hypochonder sich wünscht. Das lässt es so aussehen, als wäre das Problem eines Hypochonders tatsächlich, dass er Angst hat, zu erkranken und zu sterben. Dabei sind die Ursprünge dieser psychischen Störung viel komplexer als es die Episode glauben machen möchte. An Hypochondrie erkrankte Menschen sind keinesfalls Spinner, die sich einfach ein paar Krankheiten einbilden. Tatsächlich leiden sie oft an Depressionen und ihre Ängste begründen sich durch Stress.
                  Das stimmt natürlich, dass dieses Krankheitsbild nicht gerade sehr tiefgründig illustriert wurde. Ich denke hier kann man hauptsächlich dem zeitlichen Rahmen - immerhin wurde die Folge ja 1959 gedreht - die Schuld geben. Hypochondrie war zu dieser Zeit sicher noch sehr unzureichend erforscht und die öffentliche Wahrnehmung in der Gesellschaft - welche ja immer etwas "hinterherhinkt" (auch heute noch gelten psychisch Kranke ja vielfach als schlicht "verrückt") - hat sicher auch viel dazu beigetragen, dass es in der Folge sehr vereinfacht dargestellt wurde, sodass auch ein Massenpublikum es versteht. Aber ich bin der Ansicht, dass man das angesichts der Entstehungszeit der Serie der Folge nicht allzu stark ankreiden sollte. Ähnlich ist es ja oft bei Star Trek - TOS, wo auch vieles sehr antiquiert wirkt, jedoch im zeitlichen Kontext relativiert werden muss.

                  Zitat von Xon Beitrag anzeigen
                  Deshalb denke ich, dass es der Episode gut getan hätte, als Ausgangslage eine andere zu wählen. Beispielsweise ein tatsächlich körperlich kranker Mensch, der sich Unsterblichkeit wünscht. Oder jemand, der alt ist und voraussichtlich bald sterben wird und noch nicht vom Leben loslassen will. In einem solchen Fall hätte ich den Wunsch nach Unsterblichkeit als sehr viel nachvollziehbarer empfunden.
                  Stimmt, eigentlich hätte es nicht mal was wahnsinnig einfallsreiches gebraucht, damit die Folge genauso gut funktioniert hätte...bzw. noch besser.

                  Zitat von Xon Beitrag anzeigen
                  "Time Enough At Last" ist eine meiner Lieblingsepisoden. Allerdings ist da das Ende auch nicht allzu vorhersehbar und die Episode erstellt keine Karikatur eines tatsächlich existierenden Krankheitsbildes.
                  Die Folge ist auch eine meiner Liebsten. Da sie auch generell als eine der besten Folgen gilt, habe ich sie vor kurzem mal meinem Freund gezeigt, der grundsätzlich Sci-Fi sehr gern mag, aber älteren Sachen meist nicht sehr viel abgewinnen kann. Er fand die Folge ganz nett. Dann hab ich noch "To Serve Man" nachgelegt, welche ja auch nach allgemeinem Konsens ein Highlight der Serie darstellt. Das fand er ebenfalls ganz okay, aber so richtig begeistern konnte es ihn nicht. Ich denke, damit ist der Zug auch abgefahren, dass er jemals zu einem Fan werden könnte.
                  Ich finde das echt schade, da die Serie wirklich in vielen Dingen als Vorreiter betrachtet werden kann. Aber wenn jemand wirklich mit 60ies-TV nicht viel anfangen kann (es wahrscheinlich als "zu langsam" empfindet), ist wohl nicht mehr viel zu machen...

                  Klar, solche Menschen gibt es; keine Frage. Doch irgendwie empfand ich es dennoch als sehr schwer, mich in eine solche Person hinein zu denken. Wer weiß, unter Umständen ist das auch eine Frage des Alters. Vielleicht habe ich ein völlig anderes Bild von der Episode, wenn ich sie mir in 20 oder 30 Jahren noch einmal ansehe.
                  Naja, im Nachhinein betrachtet ist es wirklich keine überragende Twilight Zone Folge. Aber manchmal können Schauspieler oder auch eine geschaffene Atmosphäre in einer Folge einem so gut gefallen, dass das auch Storymängel wett macht. Ich fand die Folge einfach unterm Strich sehenswert.

                  Zitat von Xon Beitrag anzeigen
                  Interessant. Welche Episode würdest du im Nachhinein vielleicht niedriger bewerten?
                  Auf jeden Fall "One For The Angels". Im Gesamtkontext betrachtet ist das ja doch eher eine TW-Folge durchschnittlicher Qualität. "Sixteen Millimeter Shrine" würde ich heute wahrscheinlich mit 3 1/2 Sternen bewerten.
                  Wahrscheinlich war es die Anfangseuphorie, weil ich grad so viel Lust hatte, Twilight Zone zu schauen Und da hatte ich halt auch noch nicht so viele Vergleichswerte mit den anderen Folgen....
                  Bei Graptars Hammer! Was für Sonderangebote...
                  Meine Musik: Juleah

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                  • #10
                    Zitat von supernova Beitrag anzeigen
                    Das stimmt natürlich, dass dieses Krankheitsbild nicht gerade sehr tiefgründig illustriert wurde. Ich denke hier kann man hauptsächlich dem zeitlichen Rahmen - immerhin wurde die Folge ja 1959 gedreht - die Schuld geben. Hypochondrie war zu dieser Zeit sicher noch sehr unzureichend erforscht und die öffentliche Wahrnehmung in der Gesellschaft - welche ja immer etwas "hinterherhinkt" (auch heute noch gelten psychisch Kranke ja vielfach als schlicht "verrückt") - hat sicher auch viel dazu beigetragen, dass es in der Folge sehr vereinfacht dargestellt wurde, sodass auch ein Massenpublikum es versteht. Aber ich bin der Ansicht, dass man das angesichts der Entstehungszeit der Serie der Folge nicht allzu stark ankreiden sollte. Ähnlich ist es ja oft bei Star Trek - TOS, wo auch vieles sehr antiquiert wirkt, jedoch im zeitlichen Kontext relativiert werden muss.
                    Da hast du sicherlich Recht. Die öffentliche Akzeptanz der Psychoanalyse steckte damals noch in den Kinderschuhen und das spürte man selbstverständlich auch im Fernsehen. Vielleicht habe ich die Episode in der Hinsicht etwas zu streng bewertet. Allerdings sind meine Probleme mit der Folge nicht nur hier zu finden. Sehr viel mehr stört mich das uninspirierte, vorhersehbare Ende und der inkonsequente Ton, der zunächst eine leichte Komödie erahnen lässt, im Mittelteil sehr düster und makaber wird und am Ende einfach nur noch todernstes Drama ist.

                    Zitat von supernova Beitrag anzeigen
                    Die Folge ist auch eine meiner Liebsten. Da sie auch generell als eine der besten Folgen gilt, habe ich sie vor kurzem mal meinem Freund gezeigt, der grundsätzlich Sci-Fi sehr gern mag, aber älteren Sachen meist nicht sehr viel abgewinnen kann. Er fand die Folge ganz nett. Dann hab ich noch "To Serve Man" nachgelegt, welche ja auch nach allgemeinem Konsens ein Highlight der Serie darstellt. Das fand er ebenfalls ganz okay, aber so richtig begeistern konnte es ihn nicht. Ich denke, damit ist der Zug auch abgefahren, dass er jemals zu einem Fan werden könnte.

                    Ich finde das echt schade, da die Serie wirklich in vielen Dingen als Vorreiter betrachtet werden kann. Aber wenn jemand wirklich mit 60ies-TV nicht viel anfangen kann (es wahrscheinlich als "zu langsam" empfindet), ist wohl nicht mehr viel zu machen...
                    Ist mir auch schon mehr als einmal passiert. Ich weiß auch nicht, wie man es am besten anstellt, andere mit der Faszination für diese einmalige Serie anzustecken. Und wie du bin mir unsicher, ob es wirklich daran liegt, dass eine Serie aus den Sechzigern von heutigen Mentalitäten einfach als "zu langsam" empfunden wird. Ich finde, dass gerade The Twilight Zone in den besten Fällen einen zeitlosen Charme innehat. Die Erzählweise, die Darstellung und die Themen sind oft so minimalistisch und allgemeingültig gehalten, dass ich sie eigentlich als von ihrer Entstehungszeit losgelöst betrachte. Klar, die Musik, das Schwarzweiß und die Kostüme datieren das ganze auf die Vergangenheit. Aber wenn man darüber hinwegsehen kann, erhält man eine der faszinierendsten, intelligentesten, spannendsten und schönsten Serien, die jemals produziert wurde.

                    Zitat von supernova Beitrag anzeigen
                    Auf jeden Fall "One For The Angels". Im Gesamtkontext betrachtet ist das ja doch eher eine TW-Folge durchschnittlicher Qualität. "Sixteen Millimeter Shrine" würde ich heute wahrscheinlich mit 3 1/2 Sternen bewerten.
                    Wahrscheinlich war es die Anfangseuphorie, weil ich grad so viel Lust hatte, Twilight Zone zu schauen Und da hatte ich halt auch noch nicht so viele Vergleichswerte mit den anderen Folgen....
                    Ich bin gespannt, ob ich das später vielleicht auch so sehen werde, wenn ich auf meine Bewertungen zurückblicke. Oft sind diese doch eigentlich recht willkürlich und geben nur selten wirklich wieder, wie ich die Episode tatsächlich empfunden habe. Selbst wenn ich jetzt auf die bisherigen Werte gucke, würde ich einige Episoden schon wieder anders bewerten wollen. "Where is Everybody?" beispielsweise hätte vielleicht auch die volle Punktzahl verdient. Und "One for the Angels" hätte unter Umständen auch drei statt nur zwei Sterne bekommen können.



                    "The Lonely" (1x07)

                    Inhaltsangabe: Ausgesetzt auf einem menschenleeren Asteroiden, sitzt der verurteilte Mörder Corry in kompletter Isolation eine lebenslange Haftstrafe ab. Als er fast droht, verrückt zu werden, bekommt er Gesellschaft durch einen weiblichen Roboter. Nachdem er den Gynoid Alicia zunächst als leblose Maschine ablehnt, verliebt er sich letztendlich doch in sie.

                    Spoiler
                    Als die Botschaft kommt, dass er von allen Anschuldigungen freigesprochen wurde und den Asteroiden verlassen darf, muss er sich von Alicia trennen, da auf der Rakete zur Erde kein Platz mehr für sie ist. Erst als einer der Astronauten, die Corry abholen wollen, den Roboter erschießt, kann er sich von ihr trennen.


                    Review: Ich bin mir unsicher, was ich von "The Lonely" halten soll. Das Thema der Einsamkeit ist ein unheimlich interessantes und die Fragen, mit denen sich die Episode befasst, sind durchaus ansprechend. Nur glaube ich nicht, dass die Antworten, die "The Lonely" bereithält, besonders deutlich sind: Will die Episode sagen, dass dem Menschen bereits die Illusion von menschlicher Gesellschaft genügt, um nicht verrückt zu werden? Oder will sie eine Aussage darüber treffen, wie der Mensch stets versucht, eigentlich leblosen Gegenständen ein Eigenleben zuzusprechen? Wie auch immer; "Where is Everybody?" hatte sich bereits mit einer ähnlichen Thematik beschäftigt und war dabei sehr viel effektiver.

                    Das Schauspiel aller Beteiligten – mit Ausnahme vielleicht von Jean Marsh als Gynoid, bei der "seltsames Verhalten" tatsächlich zur Charakterisierung dazugehört – muss durchweg als eher irritierend bezeichnet werden. Besonders Jack Warden spielt den Protagonisten nur schwer zugänglich.

                    Alles in allem scheint das Problem allerdings eher in der Struktur der Episode begründet zu sein: Der erste Akt hätte gestrafft werden müssen, sodass Corry den weiblichen Roboter bereits früher erhält. Der zweite Akt erscheint leider viel zu kurz, um die Beziehung, die zwischen ihm und Alicia entsteht, plausibel darzustellen. Das Ergebnis ist, dass die Sinneswandlung von Corry im dritten Akt nur schwer nachvollzogen werden kann. Auch wird Alicias Funktionsweise nicht wirklich deutlich: Hat sie tatsächlich Emotionen? Oder reagiert sie letztendlich auf alle Signale, die Corry ihr sendet?

                    Für erwähnenswert halte ich jedoch die streckenweise für eine Fernsehproduktion wirklich atemberaubende Cinematografie. Den kargen, toten Landschaftsaufnahmen im monochromatischen Schwarzweiß haftet eine Ästhetik an, die die Isolation des Protagonisten treffend visualisiert. Den wissenschaftlichen Ungenauigkeiten des Asteroidenschauplatzes zum Trotz, haben die Produzenten im kalifornischen Death Valley den perfekten Drehort gefunden.

                    Hier ist eine Idee, wie das Ende von "The Lonely" dramatischer hätte gestaltet können: Corrys Zuneigung zu Alicia ist so groß geworden, dass er – obwohl er gerade von allen Mordanschuldigungen freigesprochen wurde – tatsächlich zum Mörder wird und einen (oder alle) Astronauten tötet um auf der Rakete Platz für seinen Roboter zu schaffen. Die Ironie eines solchen Endes wäre interessanter gewesen als das, was wir in der Episode tatsächlich sehen.


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                    • #11
                      Zitat von Xon Beitrag anzeigen
                      Ist mir auch schon mehr als einmal passiert. Ich weiß auch nicht, wie man es am besten anstellt, andere mit der Faszination für diese einmalige Serie anzustecken. Und wie du bin mir unsicher, ob es wirklich daran liegt, dass eine Serie aus den Sechzigern von heutigen Mentalitäten einfach als "zu langsam" empfunden wird. Ich finde, dass gerade The Twilight Zone in den besten Fällen einen zeitlosen Charme innehat. Die Erzählweise, die Darstellung und die Themen sind oft so minimalistisch und allgemeingültig gehalten, dass ich sie eigentlich als von ihrer Entstehungszeit losgelöst betrachte. Klar, die Musik, das Schwarzweiß und die Kostüme datieren das ganze auf die Vergangenheit. Aber wenn man darüber hinwegsehen kann, erhält man eine der faszinierendsten, intelligentesten, spannendsten und schönsten Serien, die jemals produziert wurde.
                      Ich befürchte leider, dass es wirklich so ist, dass diese Dinge die Leute abschrecken. Es gibt genug Leute, für die gerade die Optik bei einer Serie sehr wichtig ist. Ich finde das ja leider auch zu oberflächlich, aber es ist nunmal so.
                      Und beispielsweise würde ich vermutlich genauso reagieren, wenn mir jemand Stummfilme aus den 20ern andrehen würde...auch wenn der Inhalt noch so gut ist, die "Form", die man heutzutage gewohnt ist, spielt doch auch eine große Rolle...

                      Zitat von Xon Beitrag anzeigen
                      Ich bin gespannt, ob ich das später vielleicht auch so sehen werde, wenn ich auf meine Bewertungen zurückblicke. Oft sind diese doch eigentlich recht willkürlich und geben nur selten wirklich wieder, wie ich die Episode tatsächlich empfunden habe. Selbst wenn ich jetzt auf die bisherigen Werte gucke, würde ich einige Episoden schon wieder anders bewerten wollen. "Where is Everybody?" beispielsweise hätte vielleicht auch die volle Punktzahl verdient. Und "One for the Angels" hätte unter Umständen auch drei statt nur zwei Sterne bekommen können.
                      Was ich interessant finde, ist, dass die Bewertungsqualität oft nicht so viel damit zu tun hat, welche Episoden im Gedächtnis hängen bleiben. Ich schaue jetzt schon mehrere Monate Twilight Zone und im Rückblick stelle ich oft fest, dass mir eine Folge (aufgrund der Atmosphäre, des Settings, der Charaktere, etc..) besonders in Erinnerung geblieben ist, obwohl ich sie vielleicht gar nichts so gut bewertet habe. Eine Art Nostalgiebonus. Ob das dann in die (Neu)bewertung miteinfließen sollte, lässt sich wieder diskutieren.

                      Zitat von Xon Beitrag anzeigen
                      "The Lonely" (1x07)
                      Das ist zum Beispiel eine der Folgen, die sich in mein Gedächtnis eingebrannt hat. Der Handlungsort auf dem Wüstenplaneten und die bedrückende Einsamkeit war ziemlich eindrucksvoll dargestellt.
                      Ich stimme mit dir überein, dass der Meinungswechsel der Hauptcharakters bzgl. Alicia zu plötzlich kommt. Seine abwertende Haltung am Anfang kam mir übertrieben aufgebauscht vor, da er ja sonst vom naturell her ja eigentlich als sehr gutmütig und verträglich gekennzeichnet wurde...
                      Aber alles in Allem eine gute Folge. Ich habe sie mit 5 von 6 Sternen bewertet und bin damit auch noch einverstanden.
                      Bei Graptars Hammer! Was für Sonderangebote...
                      Meine Musik: Juleah

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                      • #12
                        Die neue Serie von Twilight Zone habe ich Mitte der 1980er mal im Niederländischen Fernsehen gesehen, das Meiste ist mir nicht mehr in Erinnerung. Die alte Serie aus den frühen 1960ern habe ich mir im Internet irgendwo runtergeladen. Hat man bei der neuen Serie die alten Drehbücher recyclet, oder hast du, Xon, mit der alten Serie begonnen die Inhalte aufzuschreiben?

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                        • #13
                          Tut mir Leid, dass ich so lange auf mich habe warten lassen, aber die letzten Staffeln Homicide: Life on the Street kamen dazwischen.

                          Übrigens: Falls es den Anhängern der Twilight Zone noch nicht aufgefallen sein sollte: Auf Das Vierte läuft die Serie gerade täglich um etwa 23 Uhr in der deutschen Synchronisation. Die ist zwar streckenweise von eher fragwürdiger Qualität; aber besser als nichts.

                          Hier ein neues Review ...


                          "Time Enough At Last" (1x08)

                          Inhaltsangabe: Da sowohl der Vorgesetzte als auch die eigene Ehefrau den Bankangestellten Henry Bemis davon abhalten, seiner Affinität für Bücher nachzugehen, zieht er sich während der Mittagspause im Safe seiner Bank zum Lesen zurück. Als er nach einer Erschütterung den Safe verlässt, muss er feststellen, dass er der einzige Überlebende einer nuklearen Katastrophe ist.

                          Spoiler
                          Kurz davor, sich selbst das Leben zu nehmen, findet Bemis die erhaltene Stadtbibliothek und beginnt auch sogleich, Bücher für die nächsten Jahre anzusammeln. Als er jedoch stolpert, geht seine Brille zu Bruch und lässt ihn halb blind zurück.


                          Review: "Time Enough at Last" ist eine dieser Episoden, bei denen ich beinahe Angst vor dem Schreiben des Reviews hatte. Kaum eine Episode ist beliebter und wird synonymer mit der Serie als ganze verstanden. Was kann ich noch über sie sagen, was in den vergangenen 50 Jahren nicht bereits unzählige Male gesagt wurde? Und ist es mir überhaupt möglich, den komplexen Themen und Anspielungen in ihr gerecht zu werden?

                          Wahrscheinlich nicht; und deshalb werde ich es auch gar nicht erst versuchen und mich lieber auf meine ganz persönlichen, subjektiven Eindrücke beschränken. "Time Enough at Last" ist eine der Episoden, an die ich mich selbst nachdem ich sie vor Jahren zum ersten Mal sah, noch immer gern zurückerinnere. Die Geschichte des gebeutelten Bücherwurms hinterlässt eindeutig einen Eindruck und beschäftigt auch noch lange Zeit danach. Auch Rod Serling selbst bezeichnete die Episode als erfolgreichste Anstrengung der Serie und sah sie als seine Lieblingsepisode an.

                          Mit ihren Themen (der Unterschied zwischen Einsamkeit und Alleinsein, die Technologieabhängigkeit der Menschen und die allgemeine Unbelesenheit der Bevölkerung) ist die Folge der Beweis dafür, dass es bei Twilight Zone nicht nur um überraschende Wendungen, Monster und Außerirdische gehen muss, sondern dass das Format auch die Möglichkeit bietet, existenzielle Fragestellungen und Probleme zu beleuchten. Und das mit einem aus heutiger Sicht winzigen Budget, lediglich drei Tagen Drehzeit und einer Spieldauer von knapp 25 Minuten.

                          Auch die Produktionsstandarts der Episode enttäuschen nicht: Die Bühnenbilder der zerstörten Bank, das desolate Panorama der einstigen Großstadt und die riesige Bibliothekstreppe verleihen der Handlung eine wunderbar epische Atmosphäre, die in bedrückendem Schwarzweiß eingefangen besonders gut zum Tragen kommt.

                          Trotz alledem bleibt "Time Enough at Last" im Kern vor allem die Geschichte des unbeachteten, nicht respektierten Losers und Einzelgängers, den Burgess Meredeth wunderbar originell und nie langweilig darstellt. Er kann als Idealbesetzung betrachtet werden.

                          Als einzig überflüssiges Element würde ich Serlings Narration in der Mitte der Episode bezeichnen wollen, da sie in gewisser Hinsicht den Erzählfluss stört. Aber ansonsten gibt es nichts zu bemängeln und ich frage mich, ob man schon damals wusste, dass man es mit einem Klassiker zu tun hatte ...





                          Zitat von supernova Beitrag anzeigen
                          Ich befürchte leider, dass es wirklich so ist, dass diese Dinge die Leute abschrecken. Es gibt genug Leute, für die gerade die Optik bei einer Serie sehr wichtig ist. Ich finde das ja leider auch zu oberflächlich, aber es ist nunmal so.
                          Und beispielsweise würde ich vermutlich genauso reagieren, wenn mir jemand Stummfilme aus den 20ern andrehen würde...auch wenn der Inhalt noch so gut ist, die "Form", die man heutzutage gewohnt ist, spielt doch auch eine große Rolle...
                          Wahrscheinlich hast du damit nicht ganz unrecht. Manchmal lässt sich der Inhalt durch eine absonderliche Form nur schwer wahrnehmen und genießen. Ich wünschte nur, mehr Menschen würden sich überwinden und einer Serie wie Twilight Zone eine Chance geben. Die der Serie zugrunde liegenden Geschichten sind es allemal wert.

                          Zitat von supernova Beitrag anzeigen
                          Was ich interessant finde, ist, dass die Bewertungsqualität oft nicht so viel damit zu tun hat, welche Episoden im Gedächtnis hängen bleiben. Ich schaue jetzt schon mehrere Monate Twilight Zone und im Rückblick stelle ich oft fest, dass mir eine Folge (aufgrund der Atmosphäre, des Settings, der Charaktere, etc..) besonders in Erinnerung geblieben ist, obwohl ich sie vielleicht gar nichts so gut bewertet habe. Eine Art Nostalgiebonus. Ob das dann in die (Neu)bewertung miteinfließen sollte, lässt sich wieder diskutieren.
                          Das ist sowieso eine interessante Sache bei Twilight Zone: Manchmal ist es schon einfach die Idee einer Episode, die einem zu denken gibt, selbst wenn die eigentlich Umsetzung dieser Idee eher diskutabel ausfällt.

                          Zitat von supernova Beitrag anzeigen
                          Ich stimme mit dir überein, dass der Meinungswechsel der Hauptcharakters bzgl. Alicia zu plötzlich kommt.
                          Ich bin froh, dass nicht nur ich das so sehe. Der Episode liegen einige interessante Gedanken zugrunde. Aber ich hätte vieles anders gemacht.

                          Zitat von DrZarkov Beitrag anzeigen
                          Hat man bei der neuen Serie die alten Drehbücher recyclet ...
                          Von den Wiederbelebungsversuchen der Serie kenne ich leider nur sehr wenig Episoden. Deshalb kann ich dir leider auch gar nicht sagen, ob da Drehbücher wiederverwendet wurden.

                          Zitat von DrZarkov Beitrag anzeigen
                          ... oder hast du, Xon, mit der alten Serie begonnen die Inhalte aufzuschreiben?
                          Die Frage verstehe ich nicht.

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                          • #14
                            "Perchance to Dream" (1x09)

                            Inhaltsangabe: Edward Hall glaubt, dass er sterben wird, wenn er einschläft und sucht deshalb den Psychologen Rathmann auf. Wegen eines Herzfehlers darf er sich nicht zu sehr anstrengen. In seinen Träumen jedoch wird er von einer mysteriösen Tänzerin heimgesucht, die ihn augenscheinlich zu Tode erschrecken will.

                            Spoiler
                            Als Hall erkennt, dass die Empfangsdame des Psychologen die Frau aus seinen Träumen ist, stürzt er sich aus dem Fenster des Hochhauses in die Tiefe. Tatsächlich allerdings ist er auf der Couch des Arztes eingeschlafen und hat die ganze Handlung lediglich geträumt. Die Anstrengung jedoch war zu viel; er ist tot.


                            Review: "Perchance to Dream" habe ich mir gleich zweimal ansehen müssen, um eine endgültige Meinung zur Episode formen zu können. Und hinsichtlich dieser Episode kann ich das eigentlich auch nur jedem empfehlen, da beim zweiten Mal einige Details in einem anderen Licht erscheinen.

                            Erneut widmet sich eine Twilight Zone-Episode dem wiederkehrenden Thema der Macht der Träume, was ich nur begrüßen kann, da ich mich persönlich auch sehr dafür interessiere. Als besonders prägnant empfand ich hierbei die Vorstellung, über einen derartig langen Zeitraum wach bleiben zu müssen. Da ich auch in der Hinsicht in der Vergangenheit (leider) bereits eigene Erfahrungen sammeln konnte, bin ich mir der Gefahr des Realitätsverlustes sehr bewusst und finde, dass Hauptdarsteller Richard Conte diesen Zustand wunderbar eindringlich porträtiert hat.

                            Auch wenn ich aus dem Twilight Zone Companion weiß, dass Autor Charles Beaumont die Inspiration für die Episode hauptsächlich aus seinen eigenen Ängsten und Fantasien bezüglich Jahrmärkten und Achterbahnen schöpfte, so ist mir, als ich darüber nachdachte, warum sich die Angst vor dem Tod für Edward Hall ausgerechnet als erotische Tänzerin darstellte, ein möglicher Subtext aufgefallen, der beabsichtigt sein kann oder einfach nur zufällig passt:

                            Was, wenn die ärztlichen Anweisungen "take it easy", "no strenuous exercise" und "no excitement" im Grunde bedeuten, dass Edward Hall seit der Diagnose seines schwachen Herzens auf Sex verzichten muss? In diesem Fall würde die Katzenfrau Maya all die Verführung und Lust symbolisieren, derer Hall sich entziehen muss um nicht zu sterben. Die sexuelle Lust wird für ihn also zum Synonym für den Tod. Passenderweise begegnet ihm seine eigene Lust vor allem in seinen Träumen; in seinem Unterbewusstsein.

                            Aber wie gesagt: All das kann lediglich Zufall sein. Jedoch denke ich, dass ein Autor, der den Psychologen in seiner Geschichte "Rathmann" nennt (), für solche Zweideutigkeiten durchaus offen ist.

                            Produktionstechnisch weist die Episode eine schöne Regie auf, die subtil die tatsächliche Realität des Dargestellten verbirgt (ohne sie dabei wirklich vollständig zu verschweigen) und die Traumerzählungen Halls durch eine surreale, minimalistische Bildsprache gekonnt von der vermeintlichen Realität loslöst. Besonders gelungen ist der bedeutungsschwangere Zoom weg vom Hochhaus zu Beginn der Folge, der das Ende der Geschichte bereits dort andeutet.

                            Einzig den Score von Nathan Van Cleave habe ich – obwohl durchaus adäquat – an einigen Stellen als übermäßig störend empfunden. Ansonsten allerdings würde ich "Perchance to Dream" von den Episoden, die ich bisher nicht kannte, als meine Lieblingsfolge bezeichnen.


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                            • #15
                              Von Twilight Zone kenne ich nur die Serie aus den 80ern, und auch von der habe ich leider nicht viele Folgen gesehen, auf DVD gibts die Serie in Deutschland meines Wissens ja nach wie vor nicht.

                              Eine der wenigen Folgen die ich gesehen habe und auch eine der Folgen die mir am meisten in Erinnerung geblieben sind war die Folge "The Star"!

                              In dieser Geschichte geht es um die Mission des Forschungsraumschiffs "Magelan", an Heiligabend "nach der Borduhr" findet das Schiff die Überreste einer Supernova, zum Erstaunen der Besatzung ist der "äussere Planet" dieses ehemaligen Sonnensystems aber nicht vernichtet worden!

                              Die Besatzung der Magelan fliegt zu diesem Planeten und erforscht ihn, die Besatzung stellt fest das die Bewohner des Hauptplanten all ihr Wissen und ihre Aufzeichnungen zum äusseren Planeten gebracht haben als sie wussten das ihre Sonne zur Supernova werden würde.

                              Dieses Volk war sehr hoch entwickelt und hat nahezu tausend Jahre in "Frieden" gelebt, der Priester der Magelan berechnet dann aber den Zeitpunkt der Explosion der Sonne dieses Sonnensystems, es war im Jahr 100 vor Christus, das Licht dieser Explosion hat aber 100 Jahre bis zur Erde gebraucht und wurde dort als "Stern von Bethlehem" gesehen!

                              Das ist eine absolut geniale Folge die mich immer wieder fasziniert!

                              Zum Glück habe ich von dieser Folge noch eine alte VHS Aufnahme, sie stammt noch aus den 80ern und ist von der Quallität leider nicht mehr so gut, für alle Fälle wenn das Band doch mal reissen sollte habe ich mir von meiner VHS Aufnahme eine Sicherungskopie auf DVD gemacht.
                              Denn wer weis ob die Serie überhaubt mal in Deutschland auf DVD erscheint, und im TV wird sie ja leider auch nicht mehr ausgestrahlt!

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