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Die Serien im Spiegel ihrer Zeit.

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  • Die Serien im Spiegel ihrer Zeit.

    Hochtrabender Titel, nicht wahr?

    Ich meine aber, dass mir aufgefallen zu sein scheint, dass jede einzelnen Serie die politische Lage in Amerika zu der Zeit, in der sie gedreht wurde, widerspiegelt.

    Mit anderen Worten: ST war schon immer Mainstream

    Mitte der achtziger bis Anfang der neunziger Jahre hatten wir eine Phase der weltweiten Entspannung. Glasnost und Perestroika führten zur Beendigung des kalten Krieges und das atomare Vernichtungspotential wurde erstmals, und dann auch noch gleich geradezu dramatisch, verringert. Die Diplomatie hatte triumphiert.
    Es entstand TNG, eine Serie, die ein Schiff mit einem begnadeten Diplomaten als Captain zum Inhalt hatte. Diplomatie konnte alles lösen, Gewalt war eher selten, und wenn, dann war sie immer mit äußerst kontrovers geführten Diskussionen über deren Legitimation und deren moralische Auswirkungen verbunden. Die Menschheit war ein Paradies, alle Probleme waren gelöst worden.

    Doch die reale Zeit schritt voran. Der Zerfall des Ostblockes führte zum Auseinanderbrechen Jugoslaviens, mehrfacher Genozid war die Folge. Die UNO entsandte Blauhelme, und auch die USA zeigten massiv Präsenz vor Ort.
    Es entstandt DS9, eine Serie, in der (zumindest Anfangs) eine waschechte Blauhelmmisiion im Vordergrund stand. Angesichts der Genozids in Jugoslavien wurde Terrorismus (so lange sich gegen die bösen Besatzer richtet...) auch als durchaus positiv dargestellt. Terrorismus war ein Zeichen von Zivilcourage.

    Und wenn wir uns heute die ENT anschauen: Die hauen einfach drauf, sie sind halt im Recht. Moralintriefende Diskussionen gibt es nicht. Es sei denn, in einem vulkanischen Kloster befindet sich ein Horchposten oder so. Aber auch da machen ja andere die Fehler, und nicht die Ameri... ääääh, Menschen.

    Ich behaupte: Weder DS9 (eine mit Terroristen sympathisierende Serie *übertreib*), noch TNG (Lösung von Problemen mit Hilfe der Diplomatie) hätte im heutigen Amerika entstehen können. Huadrauf ist in der Außenpolitik angesagt.

    Hmm. macht das ENT jetzt zu einer schlechten Serie? Oder ist ENT vielleicht einfach auch nur das ST, dass zum jetztigen Zeitpunkt überhaupt enstehen kann?

    Ach ja: zu VOY und TOS fällt mir nix ein.
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  • #2
    Du verwechselst Mainstream mit Berücksichtigung des Zeitgeistes.
    Dass eine Serie ihre Zeit in der ein oder anderen Form widerspiegelt, heisst nicht, dass die damit auch Mainstream sein muss.
    Republicans hate ducklings!

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    • #3
      TOS zeigt Parallelen zum Kalten Krieg, und VOY ist in der Hinsicht ein bißchen anders, ein Schiff auf der Suche nache einem Heimweg, etwas das eine gesamte Generatiom betrifft. Auf der Suche nach dem richtigen Weg.

      Aber es war ja immer schon eine der Stärken von ST, das sie aktuelle politische und gesselschaftliche Themen mit andem Gesicht zeigt, und dafür muss man halt mit der Zeit gehen.

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      • #4
        @ endar:
        Ich habe mich extra nach dem Wort "Mainstream" geduckt. Rate mal warum...

        Dennoch finde ich es erstaunlich, wie genau die einzelnen Serien (stimmt, Metathron, das Verhältnis zu Klingonen und Romlanern in TOS ist kalter Krieg pur) und ihre Aussagen mit der jeweils aktuellen amerikanischen Außenpolitik konform gehen.

        Bei einem Regime müsste man von Linientreue sprechen...
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        • #5
          Nein, Lucky eben genau NICHT so, wie du schreibst, sondern es ist genau andersrum.

          Und zwar deshalb:
          "Mainstream" bedeutet Unterstützung des vorherrschenden Trends.

          Star Trek unterstützte jedoch nicht vorherrschende Meinungen, sondern Star Trek reflektierte stets auf selbstkritische Weise die Gegenwart!
          Star Trek setzte sich mit dem vorherrschenden Trend kritisch auseinander. So gibt es bei TOS eine Klingonenfolge, in der sich die Mannschaften miteinander verbünden (die Folge, in der Kang auftritt); Spock hat eine Liebelei mit einer romulanischen Kommandantin (Botschaft: Menschlich passt alles, nur die Systeme trennen). Dies alles zeigt, dass Star Trek sehr wohl GEGEN die herrschende Meinung angegangen ist und Beispiele lassen sich noch viele finden.

          Kritische Auseinandersetzung mit "Mainstream" oder sogar mit "Linientreue" gleichzusetzen, ist grundfalsch.

          Ebenso grundfalsch ist es, eine kritische Auseinandersetzung mit der Gegenwart als Mainstream zu deklassifizieren (und seien die Smilie-Kolonnen auch noch so lang).
          Republicans hate ducklings!

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          • #6
            @ endar:

            Eine kritische Auseinandersetzung mit der Gegenwart würde stattfinden, wenn es jetzt eine ST-Serie gäbe, in der für Verständnis für Leute geworben würde, die angesichts der Besetzung ihres Landes in den Untergrund gehen und zu Terroristen werden.

            Wo ist diese Serie? Diese Serie gab es früher, als Terrorismus von den Amerikanern nicht als Verbrechen, sondern als Sonderform des zivilen Ungehorsams angesehen wurde...

            Aber aktuell gibt es eine solche Serie nicht, weil ST es sich nicht leisten kann, sich gegen die herrschende politische Meinung zu stellen.

            Dann schaut nämlich der gesamte mittlere Westen kein ST mehr.
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            • #7
              LuckyGuy, in deinem ersten Post hast du geschrieben, dass ST schon immer Mainstream war und nun argumentierst du, dass es jetzt Mainstream ist. ...zwei Tatsachen, die nichts miteinander zu tun haben.

              Während ENT definitiv Mainstreamcharacter hat sehe ich das bei den anderen Serien wie endar. Sie spiegeln die politische Lage ihrer Zeit wieder und kritisieren sie zeitweise, aber sind definitiv nicht Mainstream.
              “Oh my, that is quite toxic isn’t it?” (Weyoun) “Duty? Starfleet, the Federation? You must be pleased with yourself. You have this ship to take back to them. I hope it was worth it.” (Kilana)
              Was hältst du von den Vorta? Der Vorta-Fanclub freut sich über deinen Besuch.

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              • #8
                Irgendwie habe ich immer das Gefühl, ich würde Mr. Spock sein, der mit Dr. Mc Coy argumentiert, wenn ich mit dir diskutiere, Lucky.
                edit: Da muss ich Kiliana nämlich zustimmen: Du behauptest in posting 1 irgendwas, während du in deinem nächsten posting das genaue Gegenteil anführst, um ein und dieselbe These zu stützen.

                Lucky, wenn ich von "Gegenwart" spreche, meine ich selbstverständlich die jeweilige zeitgenössische "Gegenwart", wie es wohl im Rahmen eines Threads, der da lautet "Die Serien im Spiegel ihrer Zeit", auch angemessen ist.
                Bei TOS meine ich mit "Gegenwart" die Zeit zwischen 1966 und 1969 und bei den anderen Serien die div. Zeiträume ihrer Entstehung.

                Da du aber inhaltlich nicht auf meinen Beitrag nicht eingegangen bist, führe ich noch einmal an :

                Deine am Anfang des Threads geäusserte These ist falsch.

                1. Star Trek hat sich immer kritisch mit der jeweiligen Gegenwart auseinandergesetzt.
                Dein Beispiel "wenn es jetzt eine ST-Serie gäbe, in der für Verständnis für Leute geworben würde, die angesichts der Besetzung ihres Landes in den Untergrund gehen und zu Terroristen werden" ist übrigens pures Schwarz-Weiß-Denken, kritische Auseinandersetzung kann auch leise Töne beinhalten und muss nicht so offensichtlich geschrieben sein, dass auch die geistig etwas behäbigen Zuschauer sie auf Anhieb begreifen.
                Außerdem hat das gar nichts mit meiner Aussage zu tun, weil ich ganz bewusst von der Vergangenheit sprach und auch die abgeschlossene Vergangenheit verwendet habe. Ich habe niemals behauptet, dass ETP auch nur ansatzweise als kritisch einzustufen sei. In dem Punkt stimme ich dir ja auch zu, aber dieser Punkt steht ja auch gar nicht zur Debatte.

                2. Star Trek war auch immer mehr oder minder erfolgreich. Die Vorstellung, dass kritisches Fernsehen also keinen Erfolg haben kann und eine Serie daher unkritisch sein muss, um erfolgreich zu sein, ist also ebenfalls falsch.
                Das gilt sowohl für den kommerziellen Aspekt als auch für den künstlerischen.

                Daraus ergibt sich 3. dass deine These, dass ETP den logischen Endpunkt einer immer unkritischen staatstragenden Produktionsgeschichte darstellen würde, ebenfalls falsch ist.
                Republicans hate ducklings!

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                • #9
                  Wobei natürlich ein gewisses Moral Konzept von Produzentseite aufgestellt wird und dieses richtet sich vielleicht nicht unbedingt nach der Agenda der jeweilige US-Regierung, aber spiegelt die sich verändernden Einstellungen zu gewissen Themen wieder.

                  Ich denke am deutlichsten dürfte es bei der Terrorismus-Problematik erkennbar sein. Viele der Wertungen die über den Bajoranischen Terror von vielen Charakteren abgegeben werden und mit denen wir hier symphatisieren sollen würden heute sicherlich nicht mehr in dieser Art gemacht werden. Ganz einfach weil sich die Einstellungen gegenüber solchen Methoden ändert, wenn man sie selbst erfahren muss.
                  Nebenbei war die Glorifizierung und das Motto des Bajoranischen Widerstands "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns" mit denen Angriffe auf zivile Ziele und eigene Leute begründet wird, schon immer höchst fragwürdig.
                  Für einen Euro durch die Spree, nächstes Jahr am Wiener See. - Treffen der Generationen 2013
                  "Hey, you sass that hoopy Ford Prefect? There's a frood who really knows where his towel is." (Douglas Adams)

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                  • #10
                    Aaaah, Ford Prefect bemüht sich, zu verstehen - und zwar erfolgreich! Danke, Ford, andere sollten sich an Dir ein Beispiel nehmen...


                    @ Kilana und Endar:

                    Meines Wissens nach habe ich nie behauptet, dass ST früher nicht Mainstream gewesen sei. Wie Ihr auch nur auf diese Idee kommt, ist mir vollkommen schleierhaft. Haut mir meinetwegen mein Zitat um die Ohren, aber ich weiß derzeit nicht, worauf ihr hinauswollt.
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                    • #11
                      Original geschrieben von LuckyGuy
                      @ endar:

                      Eine kritische Auseinandersetzung mit der Gegenwart würde stattfinden, wenn es jetzt eine ST-Serie gäbe, in der für Verständnis für Leute geworben würde, die angesichts der Besetzung ihres Landes in den Untergrund gehen und zu Terroristen werden.

                      Wo ist diese Serie? Diese Serie gab es früher, als Terrorismus von den Amerikanern nicht als Verbrechen, sondern als Sonderform des zivilen Ungehorsams angesehen wurde...

                      Aber aktuell gibt es eine solche Serie nicht, weil ST es sich nicht leisten kann, sich gegen die herrschende politische Meinung zu stellen.

                      Dann schaut nämlich der gesamte mittlere Westen kein ST mehr.
                      Zu deinem besseren Verständnis habe ich die entsprechenden Stellen, in der du behauptet hast, dass es früher eine Serie gegeben habe, die nicht deiner Defintion von Mainstream entspricht, fett untermalt.
                      Republicans hate ducklings!

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                      • #12
                        TOS hat einzelne Aspekte seiner Zeit wiedergespiegelt und auch meinungsblindend verabeitet.

                        Zum Beispiel, hat es sich gegen das Aparheitsverhalten ausgesprochen und Kirk und Uhura sich küssen lassen.

                        Es hat aus dem kalten Krieg eine Satire gemacht, allerdings mit dem Seitenhieb, dass die USA besser sind als die Sowjets. Chekov, der Russe. Der von der Crew oft nur belächelt wurde, vor allem wenn es um "russische" Erfindungen ging.

                        Ich persönlich würde sagen, bei TOS wurde nach Lust und Laune Einzelheiten des herrschenden Zeitgeists verabreitet und zugleich wurde an einer Zukunftsidee gebastelt, bei der das friedliche Zusammenleben in Fordergrund stand. Nur leider zeigte Kirk allzudeutlich, dass diese Friede-Freude-Eierkuchen-Kiste nicht funzt, weil wir halt "nur" Menschen sind.

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                        • #13
                          Original geschrieben von endar
                          Zu deinem besseren Verständnis habe ich die entsprechenden Stellen, in der du behauptet hast, dass es früher eine Serie gegeben habe, die nicht deiner Defintion von Mainstream entspricht, fett untermalt.
                          Danke, endar.

                          Aber zu der Zeit, als sich DS9 in durchaus zugetaner Art und Weise mit dem Phänomen des paramilitärischen Widerstandes befasste, war diese Haltung in Amerika Mainstream - schließlich bewunderte man in Amerika ja die edlen und gerechten Kosovo-Albaner, Kroaten und Bosnier, die Widerstand leisteten gegen die grausamen und bis ins Mark vom Bösen befallenen Serben.

                          Ich wollte sagen, dass die Serie zu ihrer eigenen Gegenwart Mainstream war. Sorry, wenn das nicht deutlich rauskam.
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                          • #14
                            Worauf genau stützt du deine Behauptung, dass man die Albaner etc. bewundert habe?

                            Übrigens hat sich DS9 mehrfach kritisch mit diesen Dingen auseinandergesetzt - so z.B. in der Folge, in der Kira von dem verrückten Kardassianer verfolgt wurde, in der Folge, in der Odos Vergangenheit behandelt wurde, in der Folge, in der Gemor stirbt etc.
                            Die Darstellung in DS9 ist keineswegs eindimensional, sondern durchaus vielschichtig und damit in keinem Fall Mainstream, wie es z.B. das gleichzeitig produzierte Baywatch war. DAS ist eine Serie, die man guten Gewissens als Mainstream bezeichnen kann.

                            Und auch wenn Ford P feststellt, dass Star Trek sich ändernde Haltungen widerspiegelt, was ein Qualitätsmerkmal guter Fernsehunterhaltung sein sollte, so ist das immer noch was ganz anderes als "Linientreue".
                            Republicans hate ducklings!

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                            • #15
                              Um mal bei TOS anzufangen, so war diese Serie ja schon deshalb kein Mainstream, da SciFi im amerikanischen TV damals nicht gerade das populärste Genre war. Damals begeisterten Serien wie Bonanza u.ä. die breiten Massen.
                              Auch zu TNG-Zeiten war eine SciFi TV-Serie noch etwas ungewöhnlich. Dazu kommt natürlich, dass wie schon gesagt immer wieder moralische und politische "heikle Szenarien" thematisiert wurden.

                              Die mainstreamigsten Serien im ST-Universum sind für mich eigentlich Voager und natürlich Enterprise, da einerseits der Anspruch hier ziemlich gesunken war und SciFi und Fantasy heute ohnehin mit zu den populärsten Genren im TV gehören.

                              Alles in allem wurden aber alle Serien in erster Linie gedreht, um damit Geld zu verdienen.

                              ...mainstreamigsten...Das Wort lass ich mir patentieren!

                              Gruß, succo
                              Ich blogge über Blogger, die über Blogger bloggen.

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