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Menschliche Religion

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  • Menschliche Religion

    Scheinbar gibt es laut Suchfunktion noch kein solches Thema. Also:

    Was ist mit den menschlichen Religionen im 24. Jh. ?

    Ich finde es etwas komisch, dass man bei ST noch nie eine MENSCHLICHE Religion zu Gesicht bekommen hat. Okay die Wissenschaft kann mittlerweile viele offene Fragen beantworten, aber auf solche wie was kommt nach dem Tod oder warum Leben wir, kann sie immer noch keine Antwort geben. Deshalb finde ich es nur realistsich, dass es z.B. das Christentum oder den Islam immer noch gibt. (Die sind schließlich schon ein paar Tausend Jahre alt)

    Was meint ihr dazu? Und gibt es vielleicht eine Folge dazu, die ich übersehen habe.
    "Möge die Macht mit dir sein"
    "Lebe lange und in Frieden"

  • #2
    Roddenberry selbst hat bei der Erschaffung des Konzeptes für das klassische Star Trek schon bestimmt, dass menschliche Eigenschaften - darunter auch Religion - dazu benutzt werden sollen, andere Völker zu beleuchten, damit die Menschheit sich somit immer einer bestimmten Facette ihrerselbst gegenübersteht. Gutes Beispiel hierfür wären die tief gläubigen Bajoraner.

    Religion sollte somit bei den Menschen in Star Trek eigentlich nie wirklich im Vordergrund stehen, aber es gibt ja auch immer wieder Hinweise darauf, dass es noch Religonen der Menschen gibt. Vor allem Chakotey ist hier ein gutes Beispiel, aber auch Cassedy Yates erwähnte, dass sie gerne von einem "Pfarrer" getraut werden würde.

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    • #3
      In TOS wird Gott mehrmals erwähnt. Und dass Schiff hat eine Kapelle. Andererseits sieht man sehr viele falsche Götter

      TNG ist Roddenberrys Extremversion und verdammt Religion entweder als primitiv oder geht dem Ganzen aus dem Weg

      DS9: In Far Beyond the Stars zitiert Joseph Sisko aus der Bibel. Und in Penumbra (?) sagt Kassidy, dass ihre Mutter es lieber hätte, wenn sie von einem Priester getraut werden

      Chakotay in VOY war auch religiös, aber leider nur in einer undefinierten Kultur, die ein Mischmasch aus allem möglichem ist. Und auch hier hat man Aliens ins Spiel gebracht


      Der großtteil von ST verfolgt leider den extremsten Weg, der aber sehr kurzsichtig ist. Das Problem ist nicht Spiritualität an sich, sondern organisierte Religion.
      Religion völlig abzuschaffen ist keine positive Zukunft. Eine positive Zukunft wäre es einen Weg zu finden wie jeder das glauben kann was er will, ohne Zwang lebt, und verschiedene Religionen co-existieren

      Interessanterweise gibt es ein Zitat, dass diese Position unterstüzt:
      http://www.philosophysphere.com/humanist.html
      Alexander: You have been consistent about staying away from God in Star Trek, and, when you do, you approach the subject rather obliquely. The basic outlook of the Enterprise crew seems to be humanistic.

      Roddenberry: Oh, yes. They have their own beliefs, which are private to them, and they don’t evangelize or go around discussing them with other people. I’ve always assumed that by this time [the twenty-fourth century] there is a belief that is common to people in Star Trek that, yes, there is something out there. There is, perhaps, something that guides our lives but we don’t know what it is and we don’t know if it is.
      Es ist zwar von 1991, aber in der Serie lässt sich nichts davon finden. Daher kann man es auch fast ignorieren

      Fazit:
      Die Menschen sind nicht vollständige Atheisten und Spiritualität existiert noch, aber Star Trek scheut sich davor das Thema direkt zu behandeln
      "Bright, shiny futures are overrated anyway" - Lee Adama, Scar
      "
      Throughout history the nexus between man and machine has spun some of the most dramatic, compelling and entertaining fiction." - The Hybrid, The Passage

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      • #4
        Das ist z.B. ein Punkt, warum ich B5 vorziehe. (ACHTUNG! Das soll keinen Streit anfangen, sondern nur meine Meinung reflektieren!)

        Dort wird Religion als wichtiger Punkt angesehen, und das, obwohl JMS selbst Atheist ist. In "Angriff auf G'Kar" werden sämtliche menschlichen Religionen demonstriert.

        Das ist einer der Gründe, warum mir B5 (obwohl ich selbst nicht religiös bin) authentischer vorkommt, als ST...
        "Politik hat nichts mit Intelligenz zu tun" - Londo Mollari
        En Taro Adun!

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        • #5
          Roddenberry selbst war zwar sehr christlich erzogen, hielt jedoch die christliche Religion für sehr unglaubwürdig. Es gibt da ein paar ganz interessante Stellen in seiner Biografie von David Alexander. Und wenn man die christliche Religion durchleuchtet, erkennt man sehr schnell, wie Recht er hat. Selbst der einstige Jesuitenschüler Heiner Geißler bezeichnet die Katholische Lehre als eine Ansammlung von Irrglauben und damit steht er nicht alleine da.

          Roddenberry war jedoch auch kein Atheist, sondern Pantheist. Das bedeutet, für ihn war Gott kein bestimmtes Wesen, sondern Gott ist etwas körperloses, das in allem und jedem Vorhanden ist.
          Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
          endars Katze sagt: “nur geradeaus” Rover Over
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          • #6
            Interessant, das habe ich nicht gewusst. Naja wenn es der Meister vorgegeben hat, dann sollte man es auch beibehalten. Dann bleibt es halt bei außerirdischen spirituellen und religiösen Zeremonien.

            Edit: Hat dann die Enterprise-D auch eine Kapelle für diejenigen, die für ihren Glauben eine Art Gotteshaus brauchen?
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            • #7
              Zitat von Spocky
              Roddenberry selbst war zwar sehr christlich erzogen, hielt jedoch die christliche Religion für sehr unglaubwürdig
              Das ist aber trotzdem noch kein Grund, Religion im Allgemeinen zu verteufeln

              Ich bin zwar Atheist, aber die christliche Religion war immer nur gefährlich wenn sie institutionalisiert wurde und Wenige ihre Macht misbrauchten.
              Eine deutlich interessantere Darstellung der Zukunft wäre eine Welt ohne Kirche aber mit indivuellem Glauben. So lange die Gläubigen nicht versuchen andere zu bekehren würde das funktionieren (sie mein Zitat weiter oben).
              Die Darstellung der Bajoraner in DS9 ging auch in diese Richtung. Gegen Religion als Machtinstrument, aber für Spiritualität

              Und es gibt auch andere Religionen. z.B. geht es im Buddhismus mehr darum die Wahrheit für sich selbst zu finden, als sie universell zu verkünden.
              Ich finde da hat Roddenberry seine Abneigung gegen das Christentum viel zu weit ausgedehnt. Das sollte man dann auch nicht unbedingt beibehalten, sondern komplexer darstellen und auch andere Seiten beleuchten.

              Vielleicht ist aus unserer Perspektive Unsinn. Aber wenn es anderen gefällt, und sie niemanden damit schaden, wieso nicht?
              So zeigt sich nur wieder nur TNGs sehr wählerische Toleranz
              Zuletzt geändert von Serenity; 06.09.2005, 18:06.
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              • #8
                Ich denke auch, dass Religion für die Menschheit auch noch im 24.Jahrhundert und darüber hinaus eine Rolle spielen wird. Zentrale Fragen, wie die nach dem Sinn des Lebens oder der Existenz nach dem Tod werden wohl immer gestellt werden.

                Aber wirklich "gefehlt" hat mir ein solcher Bezug in Star Trek bis jetzt noch nie. Wie sollte man den auch herstellen, ohne dass es zu platt wirkt? Man stelle sich vor, Captain Archer würde bei jeder seiner zahllosen Entführungen mit dem Beten anfangen ;-).

                Sicher, man kann es "zwanglos" einbauen, zum Beispiel bei einer religiös zelebrierten Hochzeit. Aber das passiert ja sowieso schon, zum Beispiel beim klingonische Hochzeitsritual zwischen Dax und Worf.

                Mir fehlt eigentlich kein religiöser Touch bei Star Trek.

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                • #9
                  Ich finde es gut wie es in ST gemacht wurde. Wenn man nun eine christliche Erde zeigt, geht das dann wieder gegen den Islam oder andere Religionen. Aber alle gleichwertig zu behandeln würde zu umfangreich weren, schließlich ist Kern immer noch etwas anderes. Also hat man einfach neue Religionen erschaffen und diese auf andere Planeten gesetzt. Und so konnte man z.B. an Hand der Bayjoraner positive und negative Aspekte von Religion aufzeigen. Die Kai, die Ähnlichkeit mit einem Papst besitzt, sowie fundamentalistische Terroristen sind hier die negativ Beispiele, Sisko als Abgesanter, Wurmlochwesen, die Wunder verbringen (verschwinden der Dominion Flotte), Kiras Religiösität in manchen Handlungsverläufen, und anderes decken dabei den positiven Teil ab.
                  Auch wenn ich manchmal bei DS9 und all den Glaubensfragen am Liebsten geschriehen hätte: Wir haben aber auch einen Glauben.

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                  • #10
                    Zitat von Serenity
                    Das ist aber trotzdem noch kein Grund, Religion im Allgemeinen zu verteufeln

                    Ich bin zwar Atheist, aber die christliche Religion war immer nur gefährlich wenn sie institutionalisiert wurde und Wenige ihre Macht misbrauchten.
                    Dann wurde sie in ihrer Geschichte aber verdammt oft Instrumentalisiert, denn immerhin darf man sie als "Größte Verbrecherorganisation aller Zeiten" bezeichnen. Die Christliche Religion hat in ihrer Geschichte mehr Menschenleben gefordert, als alle Kriege der Menschheitsgeschichte zusammen. Nachzulesen etwa bei Karlheinz Deschner: "Die beleidigte Kirche".

                    Dass die christliche Religion nicht nur im Falle der Instrumentalisierung gefährlich sein kann, zeigt aber auch Franz Buggle in "Denn sie wissen nicht, was sie glauben".

                    Ich finde da hat Roddenberry seine Abneigung gegen das Christentum viel zu weit ausgedehnt. Das sollte man dann auch nicht unbedingt beibehalten, sondern komplexer darstellen und auch andere Seiten beleuchten.

                    Vielleicht ist aus unserer Perspektive Unsinn. Aber wenn es anderen gefällt, und sie niemanden damit schaden, wieso nicht?
                    So zeigt sich nur wieder nur TNGs sehr wählerische Toleranz
                    Vielleicht wollte Roddenberry auch einfach nur zeigen, dass man mit ein bisschen genauerem Lesen der Bibel erkennen kann, dass der christliche Glauben absolut unangebracht ist, nachdem Jesus sich selbst nicht als Gott gesehen hat "Gut nennst du mich? Niemand ist gut, als Gott allein." oder "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen" und er auch mit Sicherheit weder allwissend - er verspricht seinen Jüngern, dass einige seine Wiederkehr nur lebend erwarten dürfen - noch allmächtig - es gibt einiges, was er nicht schafft - ist.
                    Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
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                    • #11
                      Also in dem ST Film in dem Kirk im Jahr 1986 war sagt er das er aus der Zukunft kommt aus dem 23. Jahrhundert der Alten Zeitrechnung (habs in Deutsch gesehen wies im Original ist weis net) vieleicht ist das ja ein Zeichen das das Christentum nicht mehr so wichtig ist ?

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                      • #12
                        Nun, ich denke nicht unbedingt. Es gibt halt in der Fed die "Sternzeit" (Stardate). Und sowas ist halt einem anderem Fed-Mitglied leichter aufzudrücken als eine Zeitrechnung die nur auf der Erde in einen Bereich (zwar einen recht großen) gültig ist.
                        Das das Christentum deswegen auf der Erde deswegen weniger wichtig ist denke ich nicht. Ich halte es gut für möglich, das es noch weit über das 24. Khdt. hinaus in ST exsistiert. Freilich nicht in der From der heutigen Kirchen.

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                        • #13
                          Also wenn den Kirchen weiterhin derart die Mitglieder weglaufen, dass ist es schon gut möglich, dass das Christentum bis dahin nicht mehr viel Bedeutung hat. In Deutschland stellen ja jetzt schon die Konfessionslosen die größte Gruppe (laut Heidenspaß und Höllenqual).
                          Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
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                          • #14
                            Zitat von Spocky
                            Dann wurde sie in ihrer Geschichte aber verdammt oft Instrumentalisiert, denn immerhin darf man sie als "Größte Verbrecherorganisation aller Zeiten" bezeichnen. Die Christliche Religion hat in ihrer Geschichte mehr Menschenleben gefordert, als alle Kriege der Menschheitsgeschichte zusammen. Nachzulesen etwa bei Karlheinz Deschner: "Die beleidigte Kirche".
                            Jawohl dem kann ich voll und ganz zustimmen. Endlich mal jemand der das so ausspricht, weil das ist ja heute nicht so selbstverständlich. Ich denke mal, was die Kirche früher so alles an Folter,... angestellt hat, da wäre wohl auch der grausamste Folterknecht der Gestapo weich geworden. Und wenn die Kirche im dunklen Mittelalter schon die Technologie des 20. Jhd. gehabt hätte, dann hätten sie wohl einen Krieg angezettelt der alles bisher gewesen in den Schatten stellt. Alles nur im Namen ihres Gottes, der ja ach so gut ist, aber nichts gegen die Verbrechen unternommen hat, die in seinem Namen begangen wurden.

                            Ach ja und zum eigentlichen Thread-Thema, ist sicherlich nicht verwunderlich dass mich es freut dass die menschlichen Religionen nicht mehr viel erwähnt werden. Ich denke auch dass die Menschheit lernen soll ohne Religion zu leben. Das Thema Star Trek und Religion wurde ja mit den BAjoranern ganz gut behandelt, obwohl mich die vielen Zeremonien teils schon ziemlich gestört haben.
                            Völker hört die Signale, auf zum letzten Gefecht,
                            die Internationale erkämpft das Menschenrecht


                            das geht aber auch so

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                            • #15
                              Und wenn die Kirche im dunklen Mittelalter schon die Technologie des 20. Jhd. gehabt hätte, dann hätten sie wohl einen Krieg angezettelt der alles bisher gewesen in den Schatten stellt. Alles nur im Namen ihres Gottes, der ja ach so gut ist, aber nichts gegen die Verbrechen unternommen hat, die in seinem Namen begangen wurden.
                              Also das insbesondere die katholische Kirche viel "Dreck am Stecken" bzw. am Hirtenstab hat, wird sicherlich niemand abstreiten. Aber mal ehrlich: alle 3 großen Weltreligionen sind nicht gerade für ihren friedlichen und verständnisvollen Umgang miteinander in der Vergangenheit berühmt geworden.

                              Daraus zu schließen es gebe keinen Gott bzw. dass dieser Gott böse sei halte ich jetzt doch für etwas gewagt. Versteh mich nicht falsch, ich bin auch nicht gerade ein großer Kirchenfan, aber Kirche und Glaube waren und sind für mich 2 völlig verschiedene Dinge. Es gibt sicherlich die Ansicht, dass es, bei all der Grausamkeit auf der Erde, keinen Gott geben kann. Das ist in Ordnung und die Meinung akzeptiere ich auch. Ich wollte nur mal anmerken, dass man das auch anders sehen kann.

                              Zitat von Spocky
                              In Deutschland stellen ja jetzt schon die Konfessionslosen die größte Gruppe (laut Heidenspaß und Höllenqual).
                              Mit der Aussage an sich hast du natürlich recht. Also laut statistischem Bundesamt und einigen anderen Quellen sieht die Religionszugehörigkeit in Deutschland ungefähr folgendermaßen aus:

                              26.165.000 katholisch (statistisches Bundesamt)
                              25.836.000 evangelisch (statistisches Bundesamt)
                              3.200.000 moslemisch (andere Quelle)
                              102.000 jüdisch (statistisches Bundesamt)
                              50.000 buddhistisch (andere Quelle)
                              ------------------------------
                              55.353.000

                              Bei einer Gesamtbevölkerungszahl von 82.500.000 sind die Atheisten mit 27.147.000 Personen wirklich knapp die größte Gruppe.

                              Aber der Vergleich hinkt etwas: sicher ist die größte Gruppe die der Atheisten, aber die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung gehört einer Religion an (unabhängig davon, an welche religiöse Vorstellung sie nun glaubt). Das zeigt denke ich schon, dass die Mehrheit der Leute eine Art von Spiritualität für sich will. Von dem her glaube ich auch nicht, dass Religion in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein wird. Vielleicht wird es weniger Christen geben und dafür konvertieren mehr zum Buddhismus oder wohin auch immer.

                              Anyway, das hier soll keine theologische Diskussion werden :-). Wie schon oben erwähnt: ich kann gut mit der Rolle leben, die die Religion in Star Trek spielt.

                              Viele Grüße,

                              Fini
                              Zuletzt geändert von Finity; 09.09.2005, 12:55.

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