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Grenzwertige Entscheidungen des Captains

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  • Grenzwertige Entscheidungen des Captains

    Aus dem Thread "Schlechtester ST-Captain " entstammt folgende Frage: Mit welchen Entscheidungen der ST-Captains seid Ihr nicht einverstanden?

    In ST gehts ja um eine gewisse Philosophie, der Gene-Roddenberry-Gedanke: In der Zukunft ist die Menscheit so weit fortgeschritten, dass sie nicht unbedingt technisch überlegen ist, sondern vor allen Dingen moralisch-ethisch. Die Föderation erlangt ihre Überlegenheit nicht durch militärische Stärke, sondern durch "Weisheit".

    Prinzipiell scheint mir die "Oberste Direktive" unlogisch zu sein, weil das bedeutet, Millionen von Lebensformen untätig bei ihrem Untergang zuzuschauen, nur weil sie keine Warp-Technologie haben.

    Im Weiteren grenzwertige Entscheidungen von ST-Captains:

    - Picard ignoriert die Oberste Direktive mehrfach, u.a. um Nervensäge Wesley zu retten. Als Worf in Todesgefahr ist, als sein Schiff fast zerstört wird, rettet ihn Picard nicht, weil er einen klingonischen Bürgerkrieg befürchtet?? Das wäre nicht mal ein Verstoß gegen die O.D.!

    - Sisko setzt einen tödlichen Virus auf einem Planeten aus, nur um einen Typen zu erwischen, den er nicht leiden kann. Er riskiert tausende Leben dafür! Das steht nicht im Gene-Roddenberry-Buch!

    - Janeway verurteilt Tuvix zum Tode, obwohl Tuvix nix anderes ist als eine neue Lebensform. Die ST-Lösung wäre gewesen, Neelix und Tuvok wiederherzustellen, ohne dass Tuvix sterben muss.

    - Archer verurteilt quasi den Klon von Trip zu Tode. Auch das hat mit dem ST-Gedanken wenig zu tun.

    Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, aber ich fand an ST immer interessant, dass "humane" Lösungen für Konflikte gefunden wurden. Welche Entscheidungen der Captains fandet Ihr grenzwertig?

  • #2
    Die mMn. der Ideologie wiedersprüchlichste Entscheidung die das Francise hervorgebracht hat, ist die Tuvix-Geschichte. In dem vorliegenden Szenario vertritt Janeway nicht nur eine Meinung, die einer Befürwortung der Todesstrafe gleichkommt, sie spricht auch gleichzeitig einer andersartigen Lebensform ihr recht auf selbstbestimmung und Existenz ab, was schon extrem Rassistische Züge hat. Das zu toppen dürfte wirklich schwer werden. Das ENT-Äquivalent hatte zwar ähnliche Züge, aber wnen ich das noch richtig im Kopf habe, hat sich Trips Klon am Ende immerhin noch freiwillig geopfert, während das bei Voy anders war. Archer kann man nur vorwerfen, die Sache überhaupt in Betracht gezogen zu haben, allerdings muss man hier auch berücksichtigen, dass es sicherlich keine angenehme Situation ist, 6.000.000.000 Menschenleben auf den eigenen Schultern zu tragen.

    Die potentiell "schlimmste" Entscheidung hat Sisko getroffen. Eine ganze Kolonie auszulöschen um die Maquis zu schlagen, ist wohl das Ende der Fahnenstange. Normalerweise hätte er hier umgehend des Kommandos enthoben werden müssen - auf der Erde nennt man sowas "Kriegsverbrecher".


    Was die oberste Direktive angeht, ist das sicherlich eine Streitfrage. Allerdings sollte unsere Vergangenheit uns gezeigt haben, dass die Einmischung einer Zivilisation in die Entwicklung einer unterlegenen anderen Zivilisation über kurz oder lang stets zum Verschwinden der jeweiligen Kultur führt.
    Durch die Nicht-Einmischung nimmt man vieleicht auf den ersten Blick unnötigerweise viele tote in Kauf, aber welchen Schaden eine Einmischung hat, bevor die Spezies eine gewisse Entwicklung erreicht hat, lässt sich ebend nur schwer einschätzen. Ein Tolles Beispiel liefern hierfür die Kroganer aus MassEffect.
    Die Kroganer sind eine Spezies, die auf einem Gefährlichen und Brutalen Planeten mit grauenvoller Fauna und Flora leben. Bei den Kroganern gibt es eine extrem hohe Geburtenrate, um die hohe Sterblichkeit auszugleichen. In der Historie von MassEffect mischten sich die Salarianer in die Entwicklung der Kroganer ein, und holten diese aus dem Dreck des Nuklearen Winters den sie auf ihrer Heimat verursacht hatten. Das Ergebnis war, dank der "zu früh" erhaltenen raumfahrttechnik führte das fehlen der natürlichen "Fressfeinde" zu einer Explosion der Bevölkerungszahlen und einer gnadenlosen expansionspolitik. Hätte sich die Salarianer NICHT in die Evolution der Kroganer eingemischt, und gewartet, bis diese den Sprung in den Weltraum aus eigener Kraft geschafft haben, wäre möglicherweise auch die kulturelle Entwicklung der Kroganer weiter fortgeschritten gewesen.
    Was ist Ironie?
    Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
    endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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    • #3
      Um nur einige Beispiele zu nennen, die noch nicht aufgeführt wurden:

      Enterprise

      - Archers Weigerung einem sterbenden Volk medizinische Hilfe zu bieten, weil er es für den natürlichen Gang der Dinge hält ("Lieber Doktor"). Passiver Genozid.

      - Diebstahl einer fremden Warpspule ("Beschädigungen"). Man kann jetzt lang und breit über den Zweck heiligende Mittel reden, aber das anscheinend nicht einmal der Versuch unternommen wurde, den Fremden nachträglich eine Warpspule zukommen zu lassen, ist unverzeihlich.

      - Enttarnung eines vulkanischen Spionagepostens ("Doppeltes Spiel"). Archer hat sicher nicht die Autorität im Alleingang die Beziehungen zum wichtigsten irdischen Allierten zu zerstören.

      TOS

      Kirk(aka Gott) macht keine Fehler!!

      TNG

      - Anfangs keine Hilfe für die Boralianer ("Die oberste Direktive"). Sklavisches Kleben am Text der Obersten Direktive, dort wo sonst fleißig Ausnahmen gemacht werden.

      - Gefährlicher Privatkrieg gegen die Borg ("ST VIII: Der erste Kontakt"). Wurde im Film ja selbst behandelt.

      Voyager

      - Keine Rückkehr in den Alpha-Quadranten ("Der Fürsorger"). Verantwortung für alle daraus resultierenden Todesopfer.

      - Equinox-Rachetripp ("Equinox"). Aufs Spiel setzen zahlreicher Leben und Folter.

      - illegitime Zeitreise ("Endgame"). Aufs Spiel setzen zahlreicher Leben, Diebstahl, Brechen von Zeitdirektiven. Wie üblich aus persönlichen Gründen.

      DS9

      - Erforschung des Gamma-Quadranten trotz Dominion-Drohung (u.a "Meridian"). Millionen Leben hätten vielleicht gerettet werden können, hätte man sich nicht so schrecklich unflexibel verhalten.
      I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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      • #4
        Zitat von KennerderEpisoden Beitrag anzeigen
        Keine Rückkehr in den Alpha-Quadranten ("Der Fürsorger"). Verantwortung für alle daraus resultierenden Todesopfer.
        So darf man das meiner Meinung nach nicht bewerten. Die Arbeit in der Sternenflotte ist mit Gefahren und Risiken verbunden - ohne das schmälern zu wollen. Zumal es keinerlei Garantie dafür gibt, dass diese Opfer heute noch leben würden, wäre es nicht zu dieser Situation gekommen. In dem Falle hätte Janeway im eigennützigen Sinne gehandelt. Oder anders formuliert: Gerade wenn sie die Rückkehr in den Alpha-Quadranten vorgezogen und die Ocampa ihrem Schicksal überlassen hätte, hätte sie verantwortungslos gehandelt. Nicht abzusehen, wie viele Tote es auf Seiten der Ocampa gegeben hätte. Die Zerstörung einer so mächtigen Phalanx wie dem Fürsorger war folgerichtig, wenngleich es die Chance auf umgehende Rückkehr in die eigene Heimat vernichtet hat.

        Captain Ransom dagegen hat genau dies getan: verantwortungslos gehandelt. Er sprengt mehr als nur den Rahmen, indem er die durch die im Laufe der Zeit resultierende auswegs- und hoffnungslose Situation als Grund für sein niederträchtiges Handeln nennt. Glaubt er doch letztlich tatsächlich "nur im Guten" für Schiff und Besatzung gehandelt zu haben. In dem Moment, in dem er den ersten Mord beging, hat er meiner Meinung nach nicht nur als Captain sein Gesicht verloren.
        Noch viel verachtenswerter ist jedoch, dass die Besatzung dieses abscheuliche Verhalten trotz anfänglicher Hemmungen und Bedenken (wie einige von ihnen angeben) mitträgt.

        Auch Jean-Luc Picard gibt sich nach den negativen Erfahrungen mit den Borg seinen eigenen Beweggründen hin. So kann er das scheinbar noble Verhalten seiner Besatzung in "Ich bin Hugh" nicht nachvollziehen, als diese dem Borg helfen möchte. Nein, er hat aufgrund seiner Erfahrungen nichts anderes als Verachtung übrig und unternimmt nicht einmal den Versuch, assimilierte Besatzungsmitglieder zu befreien. Stattdessen schlachtet er sie regelrecht kaltblütig ab (wie in "Star Trek: Der erste Kontakt" zu sehen und von Lily entsprechend signalisiert).
        Man solle sich doch mal fragen, was aus ihm selbst geworden wäre, hätte die Besatzung der Enterprise-D ihn seinerzeit nicht aus "den Händen der Borg" befreit, in der Annahme, es bestehe ohnehin keine Chance auf Reassimilation mehr. Und alleine durch Annika Hanson alias Seven of Nine weiß man, dass Reassimilation selbst noch nach Jahrzehnten möglich ist. Also kann man so gesehen auf die Aussage Picards, es bestünde keinerlei Rettungschance für all jene, die assimiliert wurden, nichts geben. Unabhängig davon, das einige von ihnen erst wenige Stunde zuvor ins Kollektiv "aufgenommen" wurden.

        Was Janeway Entscheidung in "Der Fürsorger" betrifft - um wieder auf diesen Punkt zurückzukommen - so wird dieser in "Zersplittert" aufgegriffen. Nach Rückkehr in "ihre eigene Zeitlinie" möchte Janeway die Mission in die Badlands abbrechen, um sich so der vermeintlich düsteren Zukunft und den "falschen Entscheidungen" entziehen zu können.
        Chakotay redet ihr jedoch ins Gewissen und macht sie darauf aufmerksam, dass dies sehr kurzsichtig sei. Sie müsse über den Tellerrand hinausschauen und auch das bewerten, was positiv aus der Strandung im Delta-Quadranten hervorgegangen ist: Die Crew des Maquis integriert sich in die Crew der Voyager, Beziehungen entstehen und Ehen (tlw. mit Nachwuchs) werden geschlossen, der Doktor (das MHN) entwickelt ein eigenes Leben, das ihm wohl andernfalls verwehrt geblieben wäre, unser guter alter Reginald Barcley bekommt die Chance sich zu beweisen, indem er Energie und Herzblut ins "Voyager-Projekt" steckt und hilft sogar dem Doktor, der wiederum sich für die Persönlichkeitsrechte von Hologrammen einsetzt, etc.

        Das Ganze wird erneut in "Das Endspiel" thematisiert, indem eine ältere Janeway den Konflikt mit sich selbst dann doch verliert. Zwar möchte sie die Reise selbst nicht mehr korrigieren, sie aber dermaßen verkürzen, um vermeintlich weiteres Übel von Schiff und Besatzung abwehren zu wollen. Sicher, im Gegensatz zu Ransom tötet sie nicht, um ihr Ziel zu erreichen. Aber es bleibt auch schwer abzuschätzen, welche Folgen ihr Aktionismus auf die bis dato "eigentliche" Zeitlinie hatte und in wie weit ihr das in diesem Falle nachzusehen ist bzw. ob es ihr Handeln richtiger macht.

        Da muss ich Janeway deutlich ihre Entscheidung in "Tuvix" ankreiden. Eine Situation, die auch hier einen Mord zur Folge hat und der in meinen Augen keinesfalls gerechtfertigter ist, als Ransoms Handeln - wenngleich nicht in dieser Dimension.
        Auch ist ihr Verhalten in "Dreißig Tage" anzukreiden (wenn auch kein Vergleich), in der sie Tom Paris eben 30 Tage in den Arrest wirft, weil sich dieser gegen ihre Befehle und die oberste Direktive stellt, um eine Welt zu retten, deren verantwortungslose Bewohner diese zu vernichten drohen.
        Sicher, man muss ja nicht gleich erwarten, dass Toms selbstloses Verhalten in besonderer Weise gewürdigt werden würde - wie das in manch anderen Episoden u.U. der Fall gewesen wäre. Aber ihn zu degradieren und dann auch noch 30 Tage ins Bordgefängnis zu stecken, ist nicht nur absurd, sondern meiner Meinung nach auch mehr als fragwürdig bzw. übertrieben - vor allem, wenn man Janeways vermeintlich falsche Entscheidungen und deren Konsequenzen gegenüberstellt, die sie in der Serie immer wieder trifft und die praktisch für sie selbst folgenlos bleiben und am Ende der Reise sogar mit in ihrer Beförderung zum Admiral münden.

        Welchen Schaden eine "falsche" Entscheidung anrichten kann, sieht man dagegen bei "Star Trek: Deep Space Nine" - ebenfalls bereits angesprochen. Alleine die Tatsache, dass die blutige Warnung des Dominions, sich aus dem Gamma-Quadranten fernzuhalten ignoriert wird, führt nicht nur die Föderation in den Krieg, sondern stürzt letztlich auch drei Quadranten an den Rande des Abgrunds. Eine Situation, die hätte vermieden werden können, die aber für das "Recht auf Forschung" letztlich gebilligt wurde.
        Man kann nun darüber debattieren, ob es richtig war, sich nicht einschüchtern zu lassen oder ob die Zerstörung der USS Odyssey nicht doch mehr als ein ausreichendes "Signal" des Dominions gewesen ist, es besser sein zu lassen. Man kann auch darüber philosophieren, ob es irgendwann dennoch zum Krieg gekommen wäre, hätte man der Warnung folge geleistet.

        In dem Fall wurde die Entscheidung aber nicht von Benjamin Sisko selbst, sondern auch oder besser gesagt durch das Oberkommando der Sternenflotte getragen, die den Captain (seinerzeit noch Commander) aufgrund der Situtation mit einem Kampfschiff ausstattet und sogar mit dem romulanischen Imperium ein Sonderabkommen zur Verwendung einer Tarnvorrichtung schließt, um den Gamma-Quadranten weiter erforschen zu können.
        Zuletzt geändert von AKB; 26.06.2011, 12:48.

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        • #5
          Zitat von KennerderEpisoden Beitrag anzeigen
          Enterprise

          - Archers Weigerung einem sterbenden Volk medizinische Hilfe zu bieten, weil er es für den natürlichen Gang der Dinge hält ("Lieber Doktor"). Passiver Genozid.

          Voyager

          - Keine Rückkehr in den Alpha-Quadranten ("Der Fürsorger"). Verantwortung für alle daraus resultierenden Todesopfer.
          Archer weigert sich nicht dem Volk Hilfe zu leisten. Der Doktor weigert sich! Und dafür kriegt er auch nen ziemlich heftigen Anschiss von Archer. Genau dieser Konflikt zwischen Doc und Archer im Rahmen der ZUkunft einer ganzen Spezies macht ja diese Einzelepisode auch gerade mit zu den Besten, die ST hervorgebracht hat. Die bösen Entscheidungen Archers konzentrieren sich auf Staffel 3 mit dem Hintergrund, dass die Existenz der Menschheit auf dem Spiel steht. Da haben die Leute mit der Warpspule eben Pech gehabt. So ist das im Leben.

          Zu Voyager: Wäre die Voyager in den Alphaquadranten zurückgeflogen, wären die Ocampa ausgestorben, wenn ich mich recht erinnere.

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          • #6
            Zitat von Adm.Hays Beitrag anzeigen
            Archer weigert sich nicht dem Volk Hilfe zu leisten. Der Doktor weigert sich! Und dafür kriegt er auch nen ziemlich heftigen Anschiss von Archer. Genau dieser Konflikt zwischen Doc und Archer im Rahmen der ZUkunft einer ganzen Spezies macht ja diese Einzelepisode auch gerade mit zu den Besten, die ST hervorgebracht hat.
            Phlox weigert sich und redet Archer ins Gewissen. Schlussendlich überlässt er ihm die Entscheidung und Archer gibt das Medikament aufgrund eigener Entscheidung nicht weiter worauf ihm Phlox auch bewundernde Worte entgegenbringt, weil er nicht gedacht hätte, dass sich Archer richtig entscheiden würde. Phlox hat das Medikament zuvor sogar schon für die Übergabe vorbereitet, dann kam jedoch Archer in die Krankenstation und teilte ihm seine Entscheidung mit. Mit dem Zusatz, dass vielleicht später die Sternenflotte mal Regeln für genau solche Situationen aufstellen würde.
            "Aufgrund eines Pünktlichkeitsdefizits verspätet sich dieser Beitrag um 64+ ms" | #Krümelchen2018
            "Bajoranische Arbeiter...." - Hamburg Silvester 2016/17

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            • #7
              Zitat von AKB Beitrag anzeigen
              Und alleine durch Annika Hanson alias Seven of Nine weiß man, dass Reassimilation selbst noch nach Jahrzehnten möglich ist.
              Ich glaube, dass sich Seven zur Zeit von "First Contact" noch gar nicht an Bord der Voyager befand.

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              • #8
                Zitat von AKB Beitrag anzeigen
                Auch ist ihr Verhalten in "Dreißig Tage" anzukreiden (wenn auch kein Vergleich), in der sie Tom Paris eben 30 Tage in den Arrest wirft, weil sich dieser gegen ihre Befehle und die oberste Direktive stellt, um eine Welt zu retten, deren verantwortungslose Bewohner diese zu vernichten drohen.
                Sicher, man muss ja nicht gleich erwarten, dass Toms selbstloses Verhalten in besonderer Weise gewürdigt werden würde - wie das in manch anderen Episoden u.U. der Fall gewesen wäre. Aber ihn zu degradieren und dann auch noch 30 Tage ins Bordgefängnis zu stecken, ist nicht nur absurd, sondern meiner Meinung nach auch mehr als fragwürdig bzw. übertrieben - vor allem, wenn man Janeways vermeintlich falsche Entscheidungen und deren Konsequenzen gegenüberstellt, die sie in der Serie immer wieder trifft und die praktisch für sie selbst folgenlos bleiben und am Ende der Reise sogar mit in ihrer Beförderung zum Admiral münden.
                Vor allem der zeitliche Aspekt. In "Dreissig Tage" reagiert sie bestrafend auf Toms Verhalten, genau 1 Episode später (Kontrapunkt) transportiert sie illegale Flüchtlinge und verstößt damit selbst gegen Gesetze. Hätte man wenigstens ein wenig Zeit zwischen diesen beiden Taten vergehen lassen.

                Man muss jedoch auch sagen, dass Janeway als Kommandantin des Schiffes das Recht hat solche Entscheidungen zu treffen. Egal ob sie sich später dann vor dem Sternenflottekommando rechtfertigen muss und gegebenfalls dafür bestraft wird. Paris als rangniedriger Lt und weisungsgebundener Navigator hat dieses Recht nicht. Dieser muss sich an die Befehle halten und Janeway musste ein Signal setzen um die hierarchische Disziplin an Bord nicht zu gefährden. Dass hier eine derartige einmalige Bestrafung sinnlos ist, wenn gleichzeitig sie selbst mehrmals ein falsches Vorbild abgibt steht außer Frage. Ebenso, dass sie zu Beginn der Serie Tuvok ein Verbrechen (Illegaler Kauf eines Antriebssystems) mit einem durchgehen lässt, weil dieser zufällig ihr Freund ist.

                Janeway jetzt aber eine disziplinäre Entscheidung anzukreiden die zum ersten mal nachvollziehbar ist, ist genauso falsch. Viel eher müssen die unzähligen Situationen kritisiert werden in denen sie nicht handelt bzw. selbst Fehlentscheidungen trifft bzw. illegal handelt.
                "Aufgrund eines Pünktlichkeitsdefizits verspätet sich dieser Beitrag um 64+ ms" | #Krümelchen2018
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                • #9
                  Zitat von the great lord ba'al Beitrag anzeigen
                  Ich glaube, dass sich Seven zur Zeit von "First Contact" noch gar nicht an Bord der Voyager befand.
                  Das hat sie in der Tat nicht, da sich der Film zeitlich vor der vierten Staffel bewegt. Deshalb sprach ich auch von "so gesehen".

                  EDIT:
                  @cybertrek: gut, vielleicht war ich da etwas ungenau/missverständlich. Ich kreide ihr keinesfalls an, dass sie hier als Vorgesetzte handeln musste. Das ist in der Tat nicht nur ihr Recht, sondern auch ihre Pflicht.
                  Eher kritisiere ich das Strafmaß, das sie hier ansetzt. Letztlich, wie Du schriebst, ging es mir ebenso darum, dass sie Maßstäbe für disziplinäres und "ordnungsgemäßes" Verhalten an ihrer Besatzung anlegt, selbst aber diese in bestimmten Situationen nicht befolgt/vorlebt.
                  Ungeachtet dessen, was Paris betrifft: auch wenn ihm das sicher nicht zustand: aber wie oft blieb notwendiges Handeln mit der Begründung "ich habe nur Befehle befolgt" aus. Seine Befehlsverweigerung ist daher meiner Meinung nach zweiseitig zu betrachten.
                  Zuletzt geändert von AKB; 26.06.2011, 13:31.

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                  • #10
                    Im Fall Tuvix bin ich klar auf Janeways Seite.
                    Sie hat die Belange Mehrerer über die Belange eines Einzelnen gestellt. Auch wenn ein simples gegen einander Aufrechnen manchmal hart ist - in diesem Fall ging es um zwei Leben für eins.

                    Wofür ich Sisko ebenfalls die Jacke ausgezogen hätte wäre die Beihilfe zum Mord gewesen ( Im fahlen Mondlicht )

                    Beim Verletzen der Obersten Direktive stelle ich mir die Frage, ob diese in jedem Fall unumstößlich zu beachten ist, oder nicht. Wir wissen zumindest, dass sie durch die Omega-Direktive außer Kraft gesetzt werden kann. Vielleicht gibt es noch weitere Ausnahmen dieser Regelung...??
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                    • #11
                      Zitat von AKB Beitrag anzeigen
                      Das hat sie in der Tat nicht, da sich der Film zeitlich vor der vierten Staffel bewegt. Deshalb sprach ich auch von "so gesehen".
                      Oh, alles klar, sorry für's klugscheißen.

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                      • #12
                        Zitat von AKB Beitrag anzeigen
                        So darf man das meiner Meinung nach nicht bewerten. Die Arbeit in der Sternenflotte ist mit Gefahren und Risiken verbunden - ohne das schmälern zu wollen.
                        Wenn man sein Schiff mit einer Rumpfcrew in einer feindlichen Region des Weltraums stranden lässt, kann man davon ausgehen, dass die Überlebensaussichten kleiner sind, als wenn man das Schiff in die sicheren "Gewässer" der Heimat zurückfüht. Es kann zwar sein, dass das im nachhinein gar nicht stimmt (vielleicht wäre die Voyager z.B im Dominion-Krieg verheizt worden), aber vom Betrachtungspunkt aus "Der Fürsorger" ist es eindeutig, welche Entscheidung mehr im Interesse der Crew liegt.

                        In dem Falle hätte Janeway im eigennützigen Sinne gehandelt. Oder anders formuliert: Gerade wenn sie die Rückkehr in den Alpha-Quadranten vorgezogen und die Ocampa ihrem Schicksal überlassen hätte, hätte sie verantwortungslos gehandelt. Nicht abzusehen, wie viele Tote es auf Seiten der Ocampa gegeben hätte. Die Zerstörung einer so mächtigen Phalanx wie dem Fürsorger war folgerichtig, wenngleich es die Chance auf umgehende Rückkehr in die eigene Heimat vernichtet hat.
                        Ausgerechnet dieser Fall ist einer, bei dem die Oberste Direktive wirklich einmal Sinn ergibt: Die Voyager hat mit den internen Streitigkeiten von Kazon und Ocampa nichts zu schaffen. Abgesehen davon hat die Voyager auch gar nicht die Mittel (oder das Interesse), eine dauerhafte Schutzfunktion für die Ocampa zu übernehmen. Am Ende überlässt man die Ocampa ihrem Schicksal (Untergang folgt halt in 5 Jahren), strandet das Schiff und geht das Risiko ein, die Kazon noch stärker zu machen (durch die Technologie der Voyager). Fehlschlag auf voller Linie. Bezeichnenderweise ist Janeway dann nicht so konsequent, später auch mit einzelnen Kazon-Gruppen Allianzen zu bilden. Da werden dann plötzlich die Ideale der Sternenflotte aus der Schublade geholt. Immer wie es gerade passt (wie bei Archer).

                        Captain Ransom dagegen hat genau dies getan: verantwortungslos gehandelt. Er sprengt mehr als nur den Rahmen, indem er die durch die im Laufe der Zeit resultierende auswegs- und hoffnungslose Situation als Grund für sein niederträchtiges Handeln nennt. Glaubt er doch letztlich tatsächlich "nur im Guten" für Schiff und Besatzung gehandelt zu haben. In dem Moment, in dem er den ersten Mord beging, hat er meiner Meinung nach nicht nur als Captain sein Gesicht verloren.
                        Immerhin wird gut nachgezeichnet wie es bei Ransom zu dieser Entwicklung gekommen ist. Er war mit einer extremen Situation konfrontiert und versuchte seine Crew dort lebendig herauszubringen. Unabhängig von seinen Taten macht das weder ihn noch seine Crew vogelfrei.

                        Auch Jean-Luc Picard gibt sich nach den negativen Erfahrungen mit den Borg seinen eigenen Beweggründen hin. So kann er das scheinbar noble Verhalten seiner Besatzung in "Ich bin Hugh" nicht nachvollziehen, als diese dem Borg helfen möchte. Nein, er hat aufgrund seiner Erfahrungen nichts anderes als Verachtung übrig und unternimmt nicht einmal den Versuch, assimilierte Besatzungsmitglieder zu befreien. Stattdessen schlachtet er sie regelrecht kaltblütig ab (wie in "Star Trek: Der erste Kontakt" zu sehen und von Lily entsprechend signalisiert).
                        Ich hab es ja auch auf meiner Liste, würde hier aber trotzdem noch mildernde Umstände anmerken, eben weil Picard bedingt durch sein persönliches Trauma lange nicht in der Lage ist, sich objektiv mit der Situation zu befassen und er sich zumindest am Ende wieder besinnt.

                        Genau genommen würde ich ihm da sein Ausrasten in ST IX fast noch eher ankreiden, wo sein Aufstand gegen die Lebensqualität von Milliarden offenbar auf eine temporäre Liebschaft zurückzuführen ist.

                        Chakotay redet ihre jedoch ins Gewissen und macht sie darauf aufmerksam, dass dies sehr kurzsichtig sei. Sie müsse über den Tellerrand hinausschauen und auch das bewerten, was positiv aus der Strandung im Delta-Quadranten hervorgegangen ist: Die Crew des Maquis integriert sich in die Crew der Voyager, Beziehungen entstehen und Ehen (tlw. mit Nachwuchs) werden geschlossen, der Doktor (das MHN) entwickelt ein eigenes Leben, das ihm wohl andernfalls verwehrt geblieben wäre, etc.
                        Wären sie zu Hause geblieben, hätten die Crewmitglieder auch Beziehungen geknüpft, geheiratet, Kinder gezeugt etc. Harry wäre vielleicht nicht nur Fähnrich, der gelangweilte Astrophysiker von Deck 1 hätte einen erfüllenden Job, Crewman Carey wäre bei seiner Familie usw. Und allein durch die Reise in den Delta-Quadranten kommt ein guter Teil der Crew ums Leben. Dies einfach in Kauf zu nehmen, damit der ehemalige Maquis die ehemaligen Borg anbaggern kann, ist schon sehr zynisch von Chakotay.

                        Zitat von Adm.Hays Beitrag anzeigen
                        Archer weigert sich nicht dem Volk Hilfe zu leisten. Der Doktor weigert sich! Und dafür kriegt er auch nen ziemlich heftigen Anschiss von Archer. Genau dieser Konflikt zwischen Doc und Archer im Rahmen der ZUkunft einer ganzen Spezies macht ja diese Einzelepisode auch gerade mit zu den Besten, die ST hervorgebracht hat.
                        Archer ist anfangs dagegen, lässt sich dann aber von Phlox überzeugen. Am Ende handelt er gegen sein eigenes Gewissen, statt seinem Mediziner den Befehl zu geben, seinen medizinischen Pflichten nachzukommen. Verweigert hätte Phlox diesen wohl nicht.

                        Die bösen Entscheidungen Archers konzentrieren sich auf Staffel 3 mit dem Hintergrund, dass die Existenz der Menschheit auf dem Spiel steht. Da haben die Leute mit der Warpspule eben Pech gehabt. So ist das im Leben.
                        Wie gesagt hätte man den Fremden ohne weiteres einen Ersatz schicken können. Ohne Warp-Antrieb werden sie bestimmt nicht wegfliegen.

                        Zu Voyager: Wäre die Voyager in den Alphaquadranten zurückgeflogen, wären die Ocampa ausgestorben, wenn ich mich recht erinnere.
                        Ausgestorben sind sie doch so oder so. Ihre Vorräte reichen in "Der Fürsorger" noch für 5 Jahre.
                        I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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                        • #13
                          Zitat von KennerderEpisoden Beitrag anzeigen
                          Ich hab es ja auch auf meiner Liste, würde hier aber trotzdem noch mildernde Umstände anmerken, eben weil Picard bedingt durch sein persönliches Trauma lange nicht in der Lage ist, sich objektiv mit der Situation zu befassen und er sich zumindest am Ende wieder besinnt.
                          Zumal Picard in dieser Situation keinen Einzelfall darstellte, wenn man bedenkt das Riker oder auch viele andere eine Vernichtung befürworteten. Wenn ich mich richtig erinnere, wird Picard sogar in einer späteren Folge nocheinmal vorgehalten, dass er eben nicht der Vernichtung zugestimmt hatte und nun für folgende Probleme mit den Borg verantwortlich sei.
                          In Verbindung mit der eigenen Erfahrung im Kollektiv, kann man hier seine anfängliche Entscheidung nachvollziehen.
                          Was man ihm ankreiden kann, war vor allem seine anfängliche strikte Weigerung auch nur mit Hugh zu sprechen. Letztlich war es dann ja auch das persönliche Gespräch, das ihm die Augen öffnete.

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                          • #14
                            Zitat von KennerderEpisoden Beitrag anzeigen
                            Ich hab es ja auch auf meiner Liste, würde hier aber trotzdem noch mildernde Umstände anmerken, eben weil Picard bedingt durch sein persönliches Trauma lange nicht in der Lage ist, sich objektiv mit der Situation zu befassen und er sich zumindest am Ende wieder besinnt.

                            Genau genommen würde ich ihm da sein Ausrasten in ST IX fast noch eher ankreiden, wo sein Aufstand gegen die Lebensqualität von Milliarden offenbar auf eine temporäre Liebschaft zurückzuführen ist.
                            Ein Kommandant, der durch persönliche Traumata eine Situation nicht nüchtern beurteilewn kann, muss sich aus der Kommandokette zurück ziehen. Im Zweifelsfall wäre es in verschiedenen Situationen, die die Borg betrafen, Rikers oder Crushers Job gewesen, Picard aufgrund mangelnder Zurechnungsfähigkeit vorrübergehend seines Postens zu entheben. Da hat also nicht nur Picard versagt, sondern auch seine Crew.


                            Archer ist anfangs dagegen, lässt sich dann aber von Phlox überzeugen. Am Ende handelt er gegen sein eigenes Gewissen, statt seinem Mediziner den Befehl zu geben, seinen medizinischen Pflichten nachzukommen. Verweigert hätte Phlox diesen wohl nicht.
                            Umgekehrt hätte man eine Einmischung der Enterprise in die Angelegenheit auch als "Ja" zur Sklaverei interpretieren können, denn nichts anderes waren die Menk auf dem Planeten, auch wenn sie (vermutlich) nicht ausgepeitscht wurden.
                            Phlox konnte das heilmittel relativ schnell finden, indem er die Menk in die Testreihe mit einbezog. Eine Idee, auf die die Einheimischen offenbar niemals gekommen sind, weil sie die Menk scheinbar für unterentwickelt und minderwertig hielten.
                            Die weigerung zur Hilfe lässt beiden Völkern die Chance auf eine gleichberechtigte koexistenz, wenn die "Herrenrasse" sich mit den Menk Aragngiert, statt sie zu bemuttern. Eine Einmischung Archers hätte dazu geführt, das sich in 1.000 Jahren nichts verändert hätte.


                            Wie gesagt hätte man den Fremden ohne weiteres einen Ersatz schicken können. Ohne Warp-Antrieb werden sie bestimmt nicht wegfliegen.
                            Und wer sagt, dass das nicht getan worden ist? Nach der Ersten Schlacht um "die Waffe" hatte die NX praktisch einen großteil der Xindi-Flotte als Quasi-Verbündete. Da einem Schiff eine Warpspule zu liefern wäre zweifelsfrei machbar gewesen. Das on-screen nicht gezeigt wurde, wie es passiert ist, bdeutet nicht, das es nicht passiert ist.

                            Ausgestorben sind sie doch so oder so. Ihre Vorräte reichen in "Der Fürsorger" noch für 5 Jahre.
                            Das ist Spekulativ. In 5 Jahren könnten die Ocampa auch lernen, für sich selbst zu sorgen. Not macht Erfinderisch. Dadurch haben die Ocampa zumindest eine Chance erhalten, die sie andernfalls nicht gehabt hätten.
                            Was ist Ironie?
                            Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
                            endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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                            • #15
                              Eigentlich hatten alle ST-Captains oft SEHR fragwürdige Entscheidungen getroffen:

                              Archers Verhalten in "Cogenitor" ist eindeutig unterlassene Hilfeleistung. Dazu kommen mehrere seiner Entscheidungen während des Xindi-Konflikts (Folter, Warspulen-Diebstahl, Sims Ausschlachten, das Zerstören des Xindi-Außenpostens in "Azati Prime").

                              Auch Sisko war in "Für die Uniform" (Planetenvergiftung) und "Im fahlen Mondlicht" (durch Lug und Trug die Romulaner in den Dominion-Krieg ziehen) kein Kind von Traurigkeit.

                              Selbiges gilt für Janeways Mord an Tuvix, ihre Folter-Aktion in "Equinox" oder der Massenmord an den Borg bei "Endspiel". Selbst Moral-Apostel Picard war bei "Die Oberste Direktive" bereit ein ganzes Volk einfach so sterben zu lassen.

                              Einzig Weltraumcowboy Kirk hat jetzt keine größeren Fehlgriffe gemacht. Wobei er auch kaum solchen moralischen Extremsituationen wie dem Xindi-Konflikt oder dem Dominion-Krieg ausgesetzt war.

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