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[Buchbesprechung] Star Trek - Vanguard (Spoiler)

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  • [Buchbesprechung] Star Trek - Vanguard (Spoiler)

    Um mal Serenity’s Vorschlag aus dem "Was lest ihr gerade" Thread umzusetzen, eröffne ich ein eigenes Thema für die Diskussion über Star Trek Vanguard. Vornehmlich um meine Meinung über das aktuelle Buch Summon the Thunder von Dayton Ward und Kevin Dilmore abzugeben, aber ich denke es bietet sich ebenso an, hier auch über David Macks "Piloten" Harbinger bzw. ganz allgemein über die Ereignisse im Taurus Reach zu reden. Scheint ja doch ein paar Personen zu geben, die die Bücher lesen/gelesen haben.

    Summon the Thunder gefiel mir jedenfalls sehr gut. Die Geschichte darin baut gekonnt auf dem Fundament auf, welches David Mack in Harbinger legte. Die Rätsel des Taurus Reach sind weit davon entfernt gelöst zu sein, aber nach Summon the Thunder tappen wir zumindest nicht mehr ganz so im Dunkeln wie noch im Vorgängerroman. Zumindest scheinen mittlerweile die Hauptcharaktere vor dem Leser keinen Informationsvorsprung mehr zu genießen. Wir wissen ungefähr so viel wie Reyes, T’Prynn oder Jetanien, nur müssen wir feststellen, dass dies gar nicht mal so viel ist. So bleiben viele Fragen um das Meta-Genom und die Shedai offen und wie es so ist; mit jeder Erkenntnis tauchen neue auf.

    Das wirklich interessante an diesen scheinbar recht klassischen SciFi Phänomen (Eine uralte, sehr mächtige Rasse und ihre Technologie wird entdeckt (die Shedai), diese hat offensichtlich die Entwicklung einer oder mehrer anderer Rassen beeinflusst (Tholians)) sind meiner Meinung nach wie sich diese Entdeckungen auf die politische Situation im Taurus Reach auswirken. Spätestens seit dem DS9 Relaunch bzw. Romanen wie "Serpents among the Ruins", "The Art of the Impossible", "A time to kill/heal" weiß man, dass Politthriller im Star Trek Universum Stoff für sehr gute Geschichten liefern und Summon the Thunder ist da keine Ausnahme. Die Situation zwischen Klingonen, Tholians und der Föderation ist explosiv. Die Spannungen zwischen den erst genannten Rassen scheinen am Ende von StT völlig zu eskalieren. Dazu mischen mittlerweile sogar die Romulaner mit. Gleichzeitig wird klar, dass die Föderation nicht die ist, die wir aus dem 24. Jahrhundert kennen. Mit der "Koste es was es Wolle" Einstellung der Sternenflotte bei der Erforschung des Taurus Reach spielt man ein sehr gefährliches Spiel. Alles sehr faszinierend.

    Eine Geschichte steht und fällt mit ihren Charakteren. Schon Harbinger hat gezeigt, dass die Figuren in Vanguard deutlich "menschlicher" agieren als allgemein von Star Trek gewohnt und auch Summon the Thunder kann hier punkten. Die handelnden Personen haben Probleme sowohl in ihrem beruflichen als auch im privaten Leben. In Roman von Ward/Dilmore gefiel mir besonders der Arc von Atish Khatamie, zunächst erster Offizier an Board der Endeavour sehr gut. Schuldgefühle über den Tod ihres Vorgesetzten und die Ungewissheit, ob sie den Ansprüchen an ein eigenes Kommando gerecht wird, bestimmen ihre Geschichte. Es war spannend zu lesen, ob sie damit klar kommt. Ein wenig sympathischer wurde mir ja Commodore Reyes. Die Zerstörung der Bombay scheint ihn stark mitgenommen zu haben und jetzt ringt er mit sich, ob diese Opfer nicht sinnlos waren. Er beginnt langsam die Sternenflottenpolitik in Frage zu stellen, weiht immer mehr Menschen in das Geheimnis um Vanguard ein. Ich bin gespannt wo das hinführen wird. Das Schöne an Vanguard ist ja, dass prinzipiell alles möglich. David Mack hat es vorgemacht. In Harbinger ausfürhlich die Crew der Bombay eingeführt, nur um schließlich das Schiff zu zerstören. Diese Unsicherheit über das Schicksal jeder einzelnen Figur macht die Sache so ungemein spannend.

    Zitat von Serenity
    Wie die Verbindung zwischen den Tholians und den Shedai, Sandesjo als Doppelagentin, das Abberufen der Botschafter, oder die Entdeckung des Jinoteur Systems
    Was ich mich bezüglich Sandesjo frage ist, wann sie nun Doppelagentin wurde. Schon in Harbinger oder passiert es doch mitten im Summon the Thunder. Sandesjo scheint zunächst noch mit sich zu ringen, ob sie zu T’Prynn oder zu den Klingonen hält, aber gegen Ende des Buches wirkt es so, als ob sie schon recht lange für die Vulkanierin arbeitet.
    Für einen Euro durch die Spree, nächstes Jahr am Wiener See. - Treffen der Generationen 2013
    "Hey, you sass that hoopy Ford Prefect? There's a frood who really knows where his towel is." (Douglas Adams)

  • #2
    Ziemlich am Anfang von "Summon the Thunder" heißt es "ambassadorial aide - among other things". Sie wusste also davon

    T'Prynn und Sandesjo hatten schon in "Harbinger" eine Beziehung und David Mack hat gesagt, dass sie "rough sex" haben. T'Prynn würde an ihrer körperlichen Ausdauer und Stärke merken, dass sie kein Mensch ist.
    Entweder hat sich Sandesjo als beim Sex verraten, was aber ziemlich dumm wäre, oder die intime Beziehung enstand aus ihrer professionellen Zusammenarbeit

    Die Enthüllung als Doppelagentin passt aber finde ich nicht 100%ig den früheren Szenen aus ihrem POV, die du angesprochen hast.
    Mal sehen wie sich das weiterentwickelt. Noch wissen wir nichts über ihre Motive für SI zu arbeiten

    Überhaupt gefällt mir T'Prynn sehr gut. Schon ihre winzigen Auftritte in "Lesser Evil" und "The Art of the Impossible".
    Hier hat sie eine sehr interessante Hintergrundgeschichte erhalten

    Wie du sagst, sind die zwei größten Stärken von Vanguard der Cast und die - sagen wir mal - moralische Komplexität der Situation. Zwei Dinge, die ich überhaupt gerne mag.
    Die Autoren zeigen, dass man die Charaktere nicht in das typische Star Trek Schema "Captain, 1. Offizier, Arzt, Wissenschaft, Ingenieur, Sicherheit" fallen lassen muss.
    Statt dessen gibt es so neue Positionen wie ständiger Diplomat, JAG Offizier, "archeology & anthropology officer", Reporter, "soldier of fortune" und "merchant prince".
    Ein Teil der traditionellen Positionen gibt noch in Reyes und Fisher

    Wobei Fisher auch etwas aus dem Muster fällt, da er nach 50 Jahren ziemlich desillusioniert über alles ist. Jetzt aber wahrscheinlich durch die Arbeit am Meta-Genom wieder etwas mehr Interesse an der Arbeit hat

    Die politische Situation und Einstellung der Föderation ist nur logisch. In letzter Zeit hat man auch TNG etwas an das DS9 Weltbild angepasst (z.B. "A Time to Heal/Kill"). Also harte und manchmal fragwürdige Entscheidungen treffen müssen und damit leben, anstatt willkürliche Alternativen geschenkt zu bekommen.
    Und TOS war nie wie TNG. Bei allem Idealismus waren die Charaktere fehlerhafte Menschen, die Föderation konnte pragmatisch sein, und man hat Utopien immer abgelehnt

    Ein anderer Charakter der mir noch gefallen hat war Mog von der Endeavour. Meisten werden Tellarites immer sehr schroff und arrogant dargstellt, wie Tev in SCE. Mog ist dagegen sehr nett und zuvorkommend


    Interessant und hilfreich sind übrigens die Casting Vorschläge von David Mack:
    http://www.infinitydog.com/harbinger...ions.html#cast

    Commodore Reyes: Tommy Lee Jones
    Dr. Fisher: Morgan Freeman
    Cervantes Quinn: Billy Bob Thornton
    Tim Pennington: Ewan McGregor
    Ming Xiong: Jet Li
    Anna Sandesjo: Katherine Heigel
    Ganz: Ving Rhames
    T'Prynn: Bridget Moynahan
    Capt. Desai: Parminder Nagra
    Atish Khatami: Charlotte Lewis
    Zuletzt geändert von Serenity; 04.07.2006, 23:55.
    "Bright, shiny futures are overrated anyway" - Lee Adama, Scar
    "
    Throughout history the nexus between man and machine has spun some of the most dramatic, compelling and entertaining fiction." - The Hybrid, The Passage

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    • #3
      Zitat von Serenity
      Ziemlich am Anfang von "Summon the Thunder" heißt es "ambassadorial aide - among other things". Sie wusste also davon
      Wobei among other things eben vieles bedeuten kann. T'Prynn wusste auf alle Fälle, dass Sandesjo Klingon ist, was man schon aus Harbinger schließen konnte. "Sandesjo was convinced that T'Prynn's dark brown eyes were staring clean through her pseudo-identity." Nur heißt es nun, dass sie auch damals Doppelagentin war?

      Auf den Seiten 186/187 von Summon the Thunder gibt es einen inneren Monolog Sandesjo’s in dem sie offensichtlich noch mit sich ringt, ob sie auf Seiten der Klingonen (also Turag’s) oder T’Prynn’s steht. Wenn denn die zweite Partei wirklich die Klingonen sind. Wahrscheinlich habe ich zu viel Alias gesehen, aber vielleicht ist da auch eine dritte Partei im Spiel. Dann würde die Sache streckenweise mehr Sinn ergeben, aber so recht vorstellen kann ich es mir nicht.

      Überhaupt gefällt mir T'Prynn sehr gut. Schon ihre winzigen Auftritte in "Lesser Evil" und "The Art of the Impossible".
      Hier hat sie eine sehr interessante Hintergrundgeschichte erhalten
      Ja wer hätte beim Lesen dieser Bücher vermutet, welchen spannenden Hintergrund diese vermeintlich freundliche Vulkanierin von nebenan besitzt. Sie ist für mich auch ein Vorzeigebeispiel für die tollen Charaktere in Vanguard und das liegt nicht mal so sehr an Sten oder ihrer Beziehung zu Sandesjo. T’Prynn hat eine recht fragwürdige Moral, aber ihre Entscheidungen sind absolut nachvollziehbar aus ihrer Sicht. The needs of the many outweigh the needs of the few. So einfach ist ihre Logik.

      Die politische Situation und Einstellung der Föderation ist nur logisch. In letzter Zeit hat man auch TNG etwas an das DS9 Weltbild angepasst (z.B. "A Time to Heal/Kill"). Also harte und manchmal fragwürdige Entscheidungen treffen müssen und damit leben, anstatt willkürliche Alternativen geschenkt zu bekommen.
      Ich finde es auch sehr schön, dass man TNG und damit die ganze Föderation ein wenig in den Grau Bereich hinein geholt hat. Vor Allem die Tezwa Geschichte hat es mir da angetan. Die Sache hängt jetzt wie Damoklesschwert über den kollektiven Köpfen der Födis und ich warte auf den Roman, in dem die Sache im unglücklichsten Moment der klingonischen Regierung bekannt wird….

      Zitat von Serenity
      Interessant und hilfreich sind übrigens die Casting Vorschläge von David Mack:
      http://www.infinitydog.com/harbinger...ions.html#cast
      Solche annotations, wie auch die Cast Gedanken, lese ich immer recht gerne. Ist schon interessant, aus welchen on- und off-sreen Ecken des Universums da Charaktere, Rassen, Planeten etc. stammen
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      • #4
        Zitat von Ford Prefect
        "Sandesjo was convinced that T'Prynn's dark brown eyes were staring clean through her pseudo-identity."
        Mhh, hatte ich vergessen.
        Für sich genommen würde das heißen, dass Anna da nicht wusste ob T'Prynn über sie Bescheid weiß. Anonsten müsste sie sich ja nicht darüber Gedanken machen.
        Zur Not könnte man es auch so interpretieren, dass T'Prynn es gewusst hat und Anna dachte, sie könnte trotzdem durch ihr Äußeres sehen.
        Falls das irgendwie Sinn macht

        Auf den Seiten 186/187 von Summon the Thunder gibt es einen inneren Monolog Sandesjo’s in dem sie offensichtlich noch mit sich ringt, ob sie auf Seiten der Klingonen (also Turag’s) oder T’Prynn’s steht
        Das hatte ich mehr persönlich gesehen. Ob sie T'Prynn verlassen könnte oder wollte nachdem ihr Auftrag erledigt ist


        Was T'Prynn mit Pennington gemacht hat war schon gemein und vielleicht nicht unbedingt nötig. Nur am einfachsten.
        Aber Pennington und Quinn machen ein sehr lustiges Team, und anscheinend kann man als Autor auf Britisch heftiger fluchen als auf Amerikanisch (bollocks, bloody, wanker).
        Außerdem wissen wir, dass es Pennington irgendwann wieder zu Ansehen schafft. Laut DS9 wurde nach ihm eine Schule benannt
        Zuletzt geändert von Serenity; 02.07.2006, 19:12.
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        • #5
          Hier mal mein Review bei Trekzone zu "Harbinger". "Summon the Thunder" kenne ich noch nicht, es ist aber bestellt, sollte spätestens Mittwoch in der Post sein. Sollte es aber nur halb so gut sein wie "Harbinger" wird es aber wieder ein absoluter Genuß. Nicht einmal der Auftakt zu Titan, "Taking Wing",der schon überragend gut war, kommt annähernd an die Qualität des Vanguard-Auftaktes ran. Wie Ford Prefect schon sagte, Star Trek und Politthriller (ine früher undenkbare Kombi, zumindest in dieser Art und Weise), eine geniale Mischung mit Garantie auf Hochspannung und eigentlich Pflichtlektüre für jeden Star Trek Fan, wer das nicht ließt, ist selber schuld.

          P.S.

          Ich nehme wetten an, wie lange es dauert, bis entweder die Frage kommt, wann das auf deutsch kommt oder was Vanguard überhaupt ist...

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          • #6
            Ein anderes nettes Detail ist Lurqals Gedanke, dass sie Teil eines größeren Programms ist, um Klingonen als deep-cover Agenten in die Föderation einzuschleussen

            Das ist eine Anspielung auf Kevin Ryans "Errand of Vengeance" und "Errand of Fury" Trilogien
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            • #7
              was bitte isn vanguard??? ROFL

              neee, schon klar und dank deiner super-rezi, kopernikus, sind ja u.a. die beiden vanguard-bücher grad in meinem amazonwarenkorb - wird mein ST-wiedereinstieg nach einem knappen jahrzehnt der leseabstinenz (und dem verschenken meiner ziemlich großen sammlung deutscher ST bücher^^)

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              • #8
                Zu "Summon the Thunder" gibt es jetzt auch ein paar Annotations:
                http://home.kc.rr.com/daytonward/dwstt2.htm

                Ist sonst noch jemandem die Lost Anspielung sofort aufgefallen?


                David Mack hat seine Casting Vorschläge etwas überarbeitet. Jetzt gleich mit Bildern:
                http://www.infinitydog.com/harbingerindex.html
                Atish Khatami ist nun Catherine Bell
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                • #9
                  Cover Artwork and Info for Third Vanguard Novel

                  Author David Mack revealed at his official website the cover artwork for his upcoming Star Trek Vanguard novel titled Reap the Whirlwind, scheduled to arrive in stores in June 2007. Cover art by Doug Drexler and U.S.S. Sagittarius designed by Masao Okazaki.

                  The third installment in the Star Trek Vanguard saga picks up a couple of months after the events of Summon the Thunder. The race is on to unlock the mystery of the Taurus Reach, and the Federation, the Klingon Empire, and the Tholian Assembly are all aware that the key lies on the fourth planet of the Jinoteur system. But they all are about to discover that this might be one lock best left unopened.



                  http://trekweb.com/articles/2006/09/...or-Third.shtml

                  Ich lese gerade "Summon the Thunder". Ist wesentlich besser als das erste Buch, das irgendwie an den gleichen Problemen leidet wie die meisten Star Trek-Pilotfilme.

                  "Summon the Thunder" ist da wesentlich fokusierter und dichter und bringt die Story richtig in Schwung.

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                  • #10
                    Zitat von MFB Beitrag anzeigen
                    Ich lese gerade "Summon the Thunder". Ist wesentlich besser als das erste Buch, das irgendwie an den gleichen Problemen leidet wie die meisten Star Trek-Pilotfilme.

                    "Summon the Thunder" ist da wesentlich fokusierter und dichter und bringt die Story richtig in Schwung.
                    Hmm, mir ging es da genau anders herum (Wie den meisten Leuten von denen ich was zu dem Buch gehört/gelesen habe), mir hat Vanguard wesentlich besser gefallen, was imo vor allem am Schreibstil von David Mack liegt, meiner Meinung nach, nach Christopher L. Bennet der zur Zeit talentierteste ST-Autor. Umso freut es mich, das er auch den dritten Band wieder schrieben wird.

                    Das Coverartwork ist auf jeden Fall schon mal erste Sahne

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                    • #11
                      Wow, hier hat sich ja ziemlich lange nichts mehr getan. Seit dem hier zuletzt angekündigten "Reap the Whirlwind" sind inzwischen ja schon zwei weitere Romane erschienen, nämlich "Open Secrets" und "Precipice".

                      Hätte gedacht, dass gerade durch die Erhältlichkeit der Reihe auf deutsch die Serie doch etwas populärer wäre. Mir gefällt sie auf jeden Fall sehr, die beste aktuelle Romanreihe derzeit. Hier mal ein Überblick, wie ich die einzelnen Bücher bewerte:

                      #1 Harbinger = 3***
                      #2 Summon the Thunder = 5*****
                      #3 Reap the Whirlwind = 6******
                      #4 Open Secrets = 4****
                      #5 Precipice = 5*****

                      Nach "Reap the Whirlwind" und der Abwendung von zumindest der unmittelbaren Gefahr durch die Shedai war mit "Open Secrets" ein bisschen Durchatmen angesagt. Die Gerichtsverhandlung von Reyes war sehr interessant, auch die Einführung von Nogura auf seinem neuen Posten und die Vorbereitung der Handlungen rund um Quinn, Xiong und dem Treffen auf Nimbus 3. Diese Handlungen finden aber erst im folgenden Buch "Precipice" ihren Höhepunkt. Dieses Buch war absolut in Ordnung, aber für die Höchstnote - trotz tollem Finale - etwas zu wenig dicht erzählt, was vor allem daran lag, dass die Handlung sich über ein ganzes Jahr verteilt ereignet hat.

                      Das nächste Buch "Declassified", das 2011 erscheint, wird eine Kurzgeschichtensammlung sein, die Nebenhandlungen von Ereignisse aus den bisherigen 5 Büchern behandeln werden. Ein weiteres Buch soll auch Ende 2011 erscheinen, wo es in erster Linie um Klingonen und Tholianer gehen soll. Viel ist nicht bekannt, hört sich aber auch eher nach der Abhandlung eines Nebenstrangs der eigentlichen Vanguard-Handlung rund die Mission der Station an.

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                      • #12
                        Declassified


                        Buch #6 unterscheidet sich im Vergleich zu den anderen Vanguard-Büchern dadurch, dass es 4 kurze Geschichten enthält anstatt einer langen. Nur zwei dieser Geschichten spielen nach den in „Precipice“ erzählten Ereignissen. Hier mal die Detailbewertung der einzelnen Geschichten.

                        "Almost Tomorrow" von Dayton Ward

                        Diese kleine Vorgeschichte ist gar nicht so unpraktisch, wenn man wie ich schon länger keinen Vanguard-Roman mehr gelesen hat. Allerdings kommen die meisten Handlungen nicht über die Klassifizierung „Gedächtnisstütze“ hinaus und lesen sich sehr träge. Es passiert auf der Station fast nur das, was man erwarten würde, manche Passagen erscheinen einem verdächtig aus anderen Büchern der Reihe vertraut . Kein gutes Prequel-Konzept.

                        Gerettet wird „Almost Tomorrow“ aber durch die Geschichte mit der Sagittarius. Hübsche kleine Konfrontation mit den Klingonen und originelle Fluchtmethode. Deshalb bekommt diese Geschichte noch knapp 4**** von mir.

                        "Hard News" von Kevin Dilmore

                        Eine Geschichte erzählt aus der Ich-Perspektive von Tim Pennington hat ein bisschen was Surreales an sich. Warum? Nun, es erinnert mich ein bisschen an Robert Harris‘ „Ghostwriter“, das ebenfalls aus der Ich-Perspektive eines Autors geschrieben ist und mit Ewan McGregor in der Hauptrolle verfilmt wurde, der gleichzeitigt wieder David Macks Besetzungsvorschlag für die Rolle von Tim Pennington ist. Zudem hat Ewan McGregor auch noch einen Reporter im letztjährigen Film „The Men who stare at Goats“ gespielt und kommentiert aus der Ich-Perspektive seine Erlebnisse mit. Na, verwirrt genug?

                        Die Geschichte selbst ist ganz nett, passt sich schön zwischen „Reap the Whirlwind“ und „Open Secrets“ ein. Eine große Offenbarung erleben wir aber auch hier nicht, wobei ich hier aber vielleicht ein oder zwei Ansätze sehe, die vielleicht später wieder aufgegriffen werden könnten. Auch hier 4****.

                        "The Ruins of Noble Men" von Marco Palmieri

                        Die erste Fortsetzung von “Precipice”! Wobei es hier seltsamerweise so ist, dass anfänglich die Rückblenden interessanter sind, so bekommt man Captain Reyes an Bord der Dauntless in Aktion zu bewundern. Ein interessantes Aufeinandertreffen von Reyes und Gorkon, allerdings wird für meinen Geschmack der klingonische Ehrbegriff wieder mal ein bisschen zu breitgetreten.

                        Die Story in der abtrünnigen Kolonie mit Fisher und Desai wurde mit der Zeit aber auch immer interessanter, als klar wurde, dass hier etwas geheimgehalten wird. Die Hoffnung war da, dass es irgendwie mit den Shedai und dem Metagenom zusammenhing. Leider Fehlanzeige. Eine erschreckend schwache Auflösung eigentlich. Anderseits gibt es wiederum auch einige gute Aspekte. Aber mehr als 2** gehen sich da nicht aus.

                        "The Stars Look Down" von David Mack

                        Ja, bei David Mack weiß man gleich, woran man ist. Er hat in diesem Buch nur wenig Platz für seine Geschichte, deshalb beginnt er gleich mal schon mit einem Massaker! Und auch während Bridy Macs und Quinns Mission lässt er fast nichts aus. Allerdings war mir das schon zu viel Jump’n’Run. Etwas mehr Abwechslung hätte nicht geschadet, wäre angesichts der Kürze der Geschichte vielleicht sogar Pflicht gewesen. Es gibt halt keine „entlastenden“ Nebenschauplätze, die Geschichte bleibt auf Bridy und Quinn fokussiert.

                        Die zweite Hälfte war dann schon interessanter, ging es doch mit der Shedai-Geschichte weiter. Spannende Geschichte, flott erzählt. Allerdings auch etwas, das mir übel aufstößt: Mack führt in dieser Story zwei Fakten neu ein: Dass Quinn und Bridy zusammen sind und dass der Apostate eine Waffe gegen die herrschenden Shedai bauen ließ. Beides wird am Ende der Geschichte aber zunichte gemacht. Quinn wird wieder zum einsamen Säufer und auf Buch 1-Level zurückgestutzt (mit der Ausnahme, dass er jetzt kein Schiff mehr hat) und der Schlüssel, um die Waffe zu starten und zu finden wird ebenfalls aufgegeben. Ich kann mir zwar noch vorstellen, dass man hier mit einem Kniff noch was reparieren kann (und vielleicht sogar tatsächlich wird), aber in dieser Geschichte selbst wirkt der Verlust von Bridy und des Schlüssels endgültig. Wenn hier noch was repariert werden sollte, fehlt mir zumindest eine spannende Andeutung oder gar ein Cliffhanger am Schluss.

                        Ebenfalls verabsäumt wurde, einen Bezug zur TOS-Folge „Das Spinnennetz“ herzustellen. Angeblich spielt „The Stars look down“ kurz vor der Folge und mit einem „leeren“ Universum hat man eine ziemliche Parallele zu jener Geschichte aus der Classic-Serie. Naja, vielleicht wird das nächste Buch hier einen Bezug herstellen.

                        Insgesamt also doch etwas enttäuschend, wenn auch wieder gut und flott erzählt. Wegen dem direkten Bezug zur Shedai-Handlung und weil diese Geschichte von allen 4 noch die größte Relevanz zu haben scheint, gebe ich auch hier 4****.

                        FAZIT:

                        Solche Kurzgeschichten, die mitten in die Handlung der Vanguard-Reihe eingebaut werden, widersprechen fast ein bisschen dem Prinzip der Reihe. Sie zeichnet sich normalerweise durch großen Wendungsreichtum aus. In diesen 4 Geschichten fehlt das eigentlich völlig und an der Mack-Story fehlte mir ein wenig eine Art "Cliffhanger" oder zumindest irgendetwas, dass Spannung oder Vorfreude auf das nächste Buch machen erzeugen würde.

                        Die Palmieri-Geschichte zieht das Buch insgesamt doch ziemlich runter und da auch die finale Geschichte von David Mack am Ende etwas enttäuschend war, bleibt ein etwas negativer Nachgeschmack zurück. Deshalb reicht es für das Buch insgesamt nur zu 3 Sternen.

                        #1 Harbinger = 3***
                        #2 Summon the Thunder = 5*****
                        #3 Reap the Whirlwind = 6******
                        #4 Open Secrets = 4****
                        #5 Precipice = 5*****
                        #6 Declassified = 3 ***

                        Aber als Gedächtnisstütze, nachdem ich über ein Jahr lang kein Vanguard-Buch gelesen habe, ist "Declassified" schon zu empfehlen. Man kommt wieder in die Geschichte rein, erinnert sich an die Charaktere und ihre Eigenschaften ... und riskiert halt leider nicht wirklich, etwas von der Handlung zu verpassen.

                        Jetzt direkt im Anschluss - auch wenn es unter dem "Corps of Engineers"-Label läuft - werde ich "Distant Early Warning" lesen, das passt vom Umfang und dem zeitlichen Setting als Vorgeschichte auch noch ganz gut zu den Declassified-Geschichten dazu.
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                        • #13
                          Hm...irgendwann habe ich mitten bei "Offene Geheimnisse" die Lust am lesen verloren. jetzt habe ich die Bücher wieder aus dem Regal geholt und überlege, den Band einfach nochmal von vorne zu beginnen. Die ungefähre Handlung der ersten drei Bücher habe ich ja noch im Kopf, es sollten sich also nicht allzu viele Wissenslücken auftun.

                          Kommentar


                          • #14
                            Zitat von MFB Beitrag anzeigen
                            Die Palmieri-Geschichte zieht das Buch insgesamt doch ziemlich runter.
                            Sieht man mal wieder, wie unterschiedlich die Geschmäcker sind. Die Palmieri-Geschichte war für mich die einzige, die mir wirklich durchgehend gefallen hat.
                            Admin der deutschen Memory Beta, dem Wiki für das erweiterte Star-Trek-Universum.
                            http://de.memory-beta.wikia.com/wiki/Memory_Beta

                            Kommentar


                            • #15
                              Der Vorbote

                              Ist zwar schon eine Weile her, dass ich den ersten Teil gelesen habe, aber zum Glück schreibe und speichere ich ja meist recht zügig Bewertungen hierzu am Computer ab. Hier meine von "Der Vorbote":

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                              "Der Vorbote" ist der erste Band aus der Romanreihe "Vanguard" in der es um eine Raumstation am Rand der Föderation handelt. Die Story spielt im Jahr 2265, kurz nach der TOS Episode "Die Spitze des Eisbergs" - also nach der offiziellen Pilotepisode der Originalserie laut US-Reihenfolge. Auch wenn Kirk und die Enterprise eine Rolle in dem Roman spielen, geht es hier primär um die Raumstation, deren Besatzung und die der Station zugewiesenen Raumschiffe. Für Fans der Romane die bisher nur bzw. fast ausschließlich Stories rund um die bekannten Charaktere kennen stellt dies eine erste Hürde dar. Während in den meisten anderen Star Trek Romanen die Charaktere bereits bekannt sind und lediglich Nebencharaktere eingeführt werden, stellt der Autor in "Der Vorbote" gleich einen komplett neuen Führungsstab der Station vor. Dazu kommen diverse Charaktere von den drei Raumschiffen plus einige zivile Nebencharaktere. Dies kann zumindest zu Beginn für Verwirrung sorgen. Spätestens aber wenn man sich bewusst wird, dass nur eine Handvoll Charaktere für die Handlung wichtig sind und der Rest eine Nebenrolle spielt wird dies erträglich. Desweiteren unterscheidet sich ein solches Buch auch nicht von einer Pilotfolge einer regulären TV-Serie in der ebenfalls neue Charaktere vorgestellt werden müssen. Umso weiter man in das Buch und die Story vordringt, umso vertrauter wird man mit den beschriebenen Personen und bald kann man die unterschiedlichen Namen in den Dialogen problemlos zuordnen. Dazu kommt, dass diese durchgehend interessant und glaubwürdig beschrieben sind.

                              Die Story dieses Buches stellt ebenfalls eine typische Pilotepisode dar. Während die Charaktere vorgestellt werden und die Rahmenbedingungen wie die unmittelbare Umgebung und die Lebensweise auf der Station erläutert werden, bleibt kein Platz für eine epische Einzelhandlung. Insbesondere dann nicht, wenn man sich bewusst macht, dass diese Romanserie zwar aus einzelnen Teil- Handlungen besteht, jedoch einem großen roten Faden bzw. Grundstory folgt die sich vom ersten bis zum letzten Band ziehen soll. So ist es also nicht erstaunlich, dass die ersten 100 bis 200 Seiten in diesem Roman eine reine Einführung darstellen ohne dass ein besonderer Zwischenfall stattfindet. Von diversem diplomatischem Geplänkel und kleinkriminellen Handlungen abgesehen. Erst relativ spät wird man durch eine Raumschlacht überrascht die dafür umso einschneidender ist und weitreichende Folgen haben wird. Die Art und Weise wie mit dieser umgegangen wird zeigt reigt recht deutlich welchen Charakter dieses Buch und vermutlich die gesamte Reihe haben wird: Es ist kein actiongeladener Roman der von Schlachten nur so strotzt sondern ein intelligentes, durchdachtes Werk in dem der Hauptaugenmerk auf Geheimdienst, Intrigen und Diplomatie liegt. Die hervorragende Charakterisierung fügt sich hier nicht nur perfekt ein, es stellt die Grundvoraussetzung dar warum der Roman den Leser von der ersten Seite an mitreißt und in seinen Bann zieht.

                              Die einzelnen Rahmenbedingungen die den ersten Band "Der Vorbote" kennzeichnen sind ebenfalls vielversprechend und deuten auf eine höchst interessante weitere Entwicklung in den Folgeromanen hin. Ein Commodore der entgegen den bisherigen TOS-Charakteristiken kein reiner Schreibtischbürokrat sondern ein ernstzunehmender Kommandant ist, eine vulkanische Geheimdienstoffizierin die bereits nach kurzer Zeit interessanter und vielschichtiger ist als so mancher Hauptcast aus den Serien, eine JAG-Offizierin, eine diplomatische Gesandte der Föderation die stark an einen gewissen Curzon Dax erinnert und etliche weitere vielversprechende Nebencharaktere. Dazu kommen Vertreter von zwei weiteren verfeindeten Mächten die eine Schlüsselrolle im Roman spielen. Die Tholianer und die Klingonen.

                              Zu der Charakterisierung der unterschiedlichen Personen und der Völker an sich muss auch erwähnt werden, dass es sich hier um einen modernen Roman handelt. Im Gegensatz zu den meisten bisherigen TOS-Romanen die hauptsächlich in den 70er und 80er Jahren veröffentlicht wurden, ist hier in diesem 2005 geschriebenen Roman schon ein viel größeres Star Trek Universum als Hintergrund vorhanden. Dies äußert sich nicht nur in zusätzlichen Fakten die in der Story berücksichtigt werden müssen sondern auch in viel geschliffeneren und vielseitigeren Charakteristiken. Die Klingonen - um ein Beispiel zu nennen - aus der Originalserie der 60er Jahre unterschieden sich deutlich von der gezeigten Darstellung in TNG oder gar DS9. In "Vanguard: Der Vorbote" wurde die moderne Charakterisierung gewählt. Die Klingonen ähneln daher mehr den ehrbewussten Kriegern aus DS9 als den eher eindimensionalen Schurken aus TOS. Ob dies ein Kritikpunkt am Roman oder ein positiver Effekt ist bleibt dem Leser überlassen.

                              "Der Vorbote" ist ein spannender, innovativer Roman der von seinen Charakterzeichnungen lebt. Action ist nur sporadisch vorhanden. Fans der Serien und Filme die es mögen immer wieder bekannte Namen in Nebensätzen zu finden werden ebenso Gefallen an dem Buch finden. Die Grundstory besteht aus Diplomatie, Politik und verdeckten Missionen. Die Raumstation positioniert am Rande der Föderation in bisher weitgehend unerforschtem Raum nahe der klingonischen und tholianischen Grenze verspricht jede Menge gefährliche Situationen die die Spannung aufrecht erhalten. Auch wenn in diesem ersten Band der Buchreihe nur begonnen wird diese darzustellen, verspricht das Ende eine würdige Fortsetzung in den Folgeromanen. Um es mit den Worten des Autors im letzten Kapitel zu sagen: "Jetzt geht es los."
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                              "Bajoranische Arbeiter...." - Hamburg Silvester 2016/17

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