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[Buchreihe] Star Trek - DISCOVERY

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    [Buchreihe] Star Trek - DISCOVERY

    Zur neuen Reihe gibt es auch neue Bücher.

    Den Anfang macht "Desperate Hours" bzw. "Gegen die Zeit" von David Mack. David Mack ist ja durch die Destiny-Reihe berühmt/berüchtigt.

    Das Buch spielt vor(!) den Ereignissen der Serie und beginnt (beinahe) mit der Ernennung von Michael Burnham zum ersten Offizier. Ich bin natürlich noch am Lesen, deswegen kann ich noch kein finales Urteil nennen.

    Aber bis jetzt gefällt es mir gut! Die Chemie der Figuren ist interessant (ein wenig agressiver als teilweise bekannt, aber damit auch ein wenig realistischer).

    Spoiler
    Besonders nett finde ich, dass die Enterprise und Pike auftauchen. Auch werden einige Unterschiede zwischen eben der Enterprise und der Shenzhou erwähnt, die vorher mir gar nicht so bewusst waren.


    Bin sehr gespannt, wie sich der Roman weiterentwickelt, aber bis jetzt ist er zum Kennenlernen der Figuren ganz gut. Wer liest den Roman denn noch?

    #2
    Mittlerweile bin ich durch.

    Spoiler
    Die Geschichte bleibt vor der Serie, damit spielt nur die Shenzhou und ihre Crew eine Rolle. Auch die Enterprise (mit Pike und Spock) ist wichtig. David Mack gelingt es gut, die meisten der Unterschiede zwischen den Schiffen zu erklären - selbst bei den Uniformen versucht er es, auch wenn die Erklärung naturgemäß auch etwas schwach ist. Die Geschichste selbst ist im besten Sinne "wie früher".

    Mir gefiel das Buch und hat mir die Shenzhou näher gebracht als es die Serie konnte.

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      #3
      Ich bin noch ein wenig am Überlegen ob ich mir die Discovery-Romane zulegen soll.
      Kommen neben Burnahm, Cpt. Geogriou und Lt. Saru auch noch andere relevante Charaktäre für die Serie vor?
      Völker hört die Signale, auf zum letzten Gefecht,
      die Internationale erkämpft das Menschenrecht


      das geht aber auch so

      Kommentar


        #4
        Zitat von Mr.Viola Beitrag anzeigen
        Ich bin noch ein wenig am Überlegen ob ich mir die Discovery-Romane zulegen soll.
        Kommen neben Burnahm, Cpt. Geogriou und Lt. Saru auch noch andere relevante Charaktäre für die Serie vor?
        Die Brückencrew der shenzou wird näher beleuchtet und zeichnet die Figuren IMO besser als der Pilot. Ansonsten gibt es noch die ganzen Crossover Figuren, die mir gut gefielen, und für mich die shenzou etwas besser im Universum "verankerte".

        Kommentar


          #5
          Rezension "Desperate Hours" (dt. Titel "Gegen die Zeit")

          Pünktlich zum Start der jüngsten Star Trek-Serie „Discovery“ im September erschien auch der erste Roman einer dazugehörenden Reihe. Die frühen Romane der bisherigen Star Trek-Serien waren meist ein wenig problembehaftet, da sie – wie auch „Desperate Hours“ – geschrieben wurden lange bevor die jeweilige Serie ausgestrahlt wurde und die Romanautoren manchmal nur mit groben Konzepten, wenigen oder gar verworfenen Details arbeiten konnten. Bei „Discovery“ sollte dies dank engerer Abstimmung zwischen den Serienproduzenten und Autor David Mack ganz anders sein. Aber nicht nur deshalb allein kommt „Desperate Hours“ ohne typische „Kinderkrankheiten“ einer neuen Romanreihe zu einer aktuell laufenden Fernsehserie aus.
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          Es liegt vor allem auch daran, dass die Geschichte ein volles Jahr vor den Ereignissen des Pilotfilms ansetzt (und somit ein Jahr nach den Ereignissen der ersten TOS-Pilotfolge „Der Käfig“). Lieutenant Michael Burnham ist noch an Bord der U.S.S. Shenzhou unter dem Kommando von Captain Philippa Georgiou, wo sie als Taktische Offizierin dient. Als die bisherigen Ersten und Zweiten Offiziere andere Posten übernehmen, wird Burnham zu ihrer eigenen Überraschung provisorisch von Admiral Anderson zu Georgious Stellvertreterin ernannt – womit der Wissenschaftsoffizier Lieutenant Saru übergangen wird.

          Obwohl weder Georgiou noch Saru glücklich mit der Entscheidung sind, darf sich Burnham kurze Zeit später bei einer ersten Krisensituation beweisen: Auf einem Ozean der relativ neuen Koloniewelt Sirsa III sinkt eine Bohrinsel infolge des unerwarteten Auftauchens eines gigantischen, außerirdischen Raumschiffes, das auf dem Meeresboden gelegen hatte. Offenbar von der plötzlichen Aktivität auf dem Ozean erweckt entsendet das Schiff eine bewaffnete Drohne, die die Hauptstadt der Kolonie angreift. Da die Kolonie zwar von Menschen gegründet wurde aber an sich von der Föderation unabhängig ist, zögern die politischen Entscheidungsträger auf Sirsa III lange, ehe sie um Unterstützung bitte, die in Form der Shenzhou schließlich auftaucht. Es gelingt die Drohne auszuschalten und man beginnt mit der Erforschung des im Ozean treibenden Schiffes, das von einer hochentwickelten Kultur erbaut wurde.

          Die Situation auf dem Planeten scheint vorerst unter Kontrolle, bis mit der U.S.S. Enterprise unter Captain Christopher Pike ein weiters Schiff im Orbit auftaucht, das Befehle von Admiral Anderson mitbringt, die im Widerspruch stehen mit den Absichten von Captain Georgiou. Anstatt „abtrünnige“ Kolonisten zu beschützen ist es der Sternenflotte wichtiger, dass benachbarte Föderationswelten nicht von dem Schiff bedroht werden, das besorgniserregend hohe Energiewerte abstrahlt und einmal gestartet ein enormes Zerstörungspotenzial freisetzen könnte. Es soll daher noch auf Sirsa III vernichtet werden – auch wenn dies die Vernichtung der dortigen Kolonie bedeutet und die Kolonisten eine Evakuierung ablehnen.

          Es kommt zu einem aufreibenden Streitgespräch zwischen den beiden Captain, einem Feilschen um Kompromisse, den Burnham schließlich erzielt, indem sie gegen Georgious ausdrücklichen Befehl mit der Enterprise kommuniziert – genauer gesagt mit dem Wissenschaftsoffizier Spock, einem Mann, den sie seit Kindertagen nicht mehr gesehen hat und dessen Platz sie als Mündel von Spocks Vater Sarek mehr oder weniger in dessen Familie eingenommen hat. Auch wenn Georgiou alles andere als begeistert von der eigenmächtigen Handlung ihres provisorischen Ersten Offiziers ist, stimmt sie zu, dass Burnham und Spock gemeinsam versuchen sollen, ins Innere des fremden Schiffes vorzudringen und es abzuschalten, ehe es genügend Energie aufgebaut hat um entweder die Kolonie zu zerstören, oder zu einem anderen Planeten zu fliegen. Ein Unterfangen, das sich nicht als einfach erweist, denn die Zeit drängt und wie sich herausstellt, harmonieren Burnham und Spock nicht gerade gut miteinander.

          Fazit: Dass Autor David Mack bereits die Drehbücher der ersten sieben oder acht Folgen kannte, als er „Desperate Hours“ verfasste, erweist sich absolut als Vorteil. Er hakt bei einigen späteren Ereignissen ein, etabliert sehr schön den Ausgangspunkt für die bereits im Pilotfilm herrschende Antipathie zwischen Burnham und Saru. Letzteren beschreibt er übrigens interessant, die kelpianischen Eigenschaften werden in der Serie ja zumeist sehr plakativ nach außen hin gezeigt, aber hier gibt uns Mack ein wenig Einblick in die Psyche dieser Beutespezies. Irgendwie schade, dass Saru in der Serie so rasch in die zweiten Reihe verschwindet.

          Wie erwähnt hatten die frühen Romane zu anderen Star Trek TV-Serien noch mit manchen Problemen zu kämpfen, die sie zur eigentlichen Serie nicht so recht passen ließen. Beginnend von der Charakterisierung, der Verwendung gewisser Dinge und Ausdrücken oder sogar von Namen! (Berühmtestes Beispiel ist „Doktor Zimmerman“ als Name für den holographischen Doktor in den ersten paar „Voyager“-Romanen, während es speziell in den ersten beiden Staffeln der TV-Serie ein wiederkehrendes Dilemma für den Doktor war, keinen Namen zu haben und sich einen aussuchen zu müssen.) „Desperate Hours“ profitiert wie erwähnt von Macks Kenntnis der ersten paar Drehbücher. Aber es ist natürlich auch hilfreich, dass nur Georgiou, Burnham und Saru im Pilotfilm im Vordergrund stehen, über Georgiou und den Schauplatz Shenzhou nach dem Pilotfilm auch nichts mehr Nennenswertes hinzugefügt wird. Ansonsten konnte sich Mack bei der Charakterisierung der (übrigens sehr unsympathischen und sich wenig rettungswert benehmenden) Kolonisten austoben oder auf die etablierten Charaktere Pike, Spock und Una („Nummer Eins“) zurückgreifen.
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          Und damit – es lässt sich nicht vermeiden – stößt auch „Desperate Hours“ auf das Problem, das die ganze Serie hat: Sie funktioniert nicht so recht als Prequel zur klassischen Serie oder gar parallel zur Pike-Ära. Autor David Mack beschreibt Schiffe, Technologie und Crew so, wie man sie in „Der Käfig“ bzw. im Pilotfilm von „Discovery“ sah. Zwar versucht er ein paar Erklärungen unterzubringen, wie z.B. dass nur Crews der modernen Schiffe der Constitution-Klasse die neuen, farbigen Uniformen bekommen oder das Schiffsdesign der Föderation dem flexiblen ästhetischen Geschmack der Menschen unterworfen ist. Aber als jemand, der Gelesenes visualisiert, ist dieses Crossover zwischen TOS und DSC einfach zu holprig, passt einfach in dieser beschriebenen, beinahe gleichgültigen Art nicht zusammen. Auf charakterlicher Ebene funktioniert das Treffen von Burnham und Spock besser, aber im Detail muss man sich auch fragen, wie es sein konnte, dass sich die beiden offenbar selbst als Kinder im gemeinsamen Haushalt so gut wie nie begegnet sind.

          Hundertprozentig rund läuft auch die Story selbst nicht. So erscheinen mir die Photonen-Torpedos in diesem Roman übertrieben stark dargestellt. Das Feuer auf ein weit vor der Küste liegendes Schiff zu eröffnen, soll einen ganzen Planeten unbewohnbar machen? Zumal die Vernichtung des fremden Schiffes während es auf dem Planeten ist ohnehin nicht wirklich nötig erscheint. Niemand kann sagen, wohin es fliegt, sollte es abheben und es gibt keinen Hinweis darauf, dass man es nicht auch im All abfangen und vernichten könnte. Das Bedrohungspotenzial, das den Streit zwischen zwei Raumschiffcrews und widerspenstigen Kolonisten anheizt, wirkt etwas zu zweckdienlich beschrieben.

          Bewertung: Trotz erwähnter negativer Auffälligkeiten halte ich „Desperate Hours“ aber dennoch für einen guten, unterhaltsamen Roman. Die Charakterbeschreibung ist sehr stimmig mit dem, was man in der Serie bis jetzt sah und man bekommt einige Hintergrundinformationen vor allem zu Saru und zu der gar nicht so engen Mentor-Schüler-Beziehung zwischen Georgiou und Burnham. Insgesamt beschreibt der Roman eine interessante und – wie man es von David Mack gewohnt ist – zuweilen sehr actionreiche Abenteuergeschichte, die auch ein paar vertraut Elemente enthält, vor allem aus zwei TNG-Folgen. Ich wurde jedenfalls gut unterhalten und gebe dem Roman solide 4 von 6 Sterne ohne Tendenz nach oben oder unten.


          _______________________________
          Diese und weitere Buchrezensionen - wie auch meine eigenen Star Trek-Romane zum kostenlosen Download - findet ihr wie gewohnt auch auf meinem Blog:

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            #6
            Rezension "Drastic Measures" (dt. Titel "Drastische Maßnahmen")

            Fünf Monate nach dem ersten Roman "Desperate Hours" erschien pünktlich zum Finale der 1. Staffel der zweite Roman zur jüngsten Star Trek-Serie "Discovery". Wie schon beim Vorgänger umging der Autor - diesmal Dayton Ward - das Risiko, mit der Handlung der laufenden Serie zu interferieren, indem er ein Prequel schrieb. Diesmal spielt die Haupthandlung nicht nur ein Jahr vor den Ereignissen der Serie, sondern sogar ein ganzes Jahrzehnt vorher und konfrontiert die beiden späteren Captains Philippa Georgiou und Gabriel Lorca mit einer Katastrophe, die bereits vor über 50 Jahren in der klassischen Star Trek-Serie Erwähnung fand.
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            Das Titelbild nimmt die Hauptprotagonisten des Romans schon vorweg und der Titel - "Drastische Maßnahmen" - spielt direkt auf das Massaker an, das sich auf dem Planeten Tarsus IV im Jahr 2246 ereignete. Was sich auf dieser landwirtschaftlich geprägten Föderationskolonie zugetragen hat, wurde schon in einigen Büchern zuvor behandelt und vielleicht auch gerade deshalb schildert der Autor nicht nach und nach wie es zu der Katastrophe kam, sondern setzt sie ziemlich an den Beginn seines Romans als Ausgangspunkt der weiteren Ereignisse an.

            Aber was geschah denn nun auf Tarsus IV? Für alle, die mit der klassischen Star Trek-Serie nicht so gut vertraut sind: 2246 befiel eine Pilzinfektion die Nahrungsvorräte der Kolonie. Hilfslieferungen der Föderation waren noch Wochen entfernt und in dieser Krise übernahm ein Mann namens Kodos die Kontrolle über die Kolonie. Damit nicht die gesamte Bevölkerung der Kolonie - 8.000 Seelen - vor Eintreffen der Hilfslieferungen verhungerte, stellte Kodos eine Liste auf, rief die Hälfte der Bevölkerung zu einer Versammlung ... und ließ diese 4.000 Kolonisten hinrichten - was Kodos den Beinamen "Kodos, der Henker" einbrachte. Doch seine drastische Maßnahme erwies sich nicht nur als ethisch mehr als bedenklich, sondern sogar als völlig nutzlos, denn in einem Kraftakt schaffte es die Sternenflotte, viel früher als geplant ein erstes Versorgungsschiff nach Tarsus IV zu schicken, das schon wenige Tage nach der "Opferung" - wie die Hinrichtungen von Kodos genannt wurden - bei der Kolonie eintraf.

            Wie passen nun Georgiou und Lorca in die Geschichte? Nun, Lorca war als Lieutenant-Commander Leiter einer kleinen Überwachungsstation der Sternenflotte. Kurz nach Kodos' Machtübernahme wurde die Station von den Leuten des neuen Gouverneurs angegriffen, zwei von Lorcas Leuten wurden ermordet und das Arsenal geplündert. Die Waffen kamen kurz darauf bei der Massenexekution zum Einsatz, bei der auch Lorcas Freundin starb. Commander Georgiou hingegen befand sich zu dem Zeitpunkt nicht auf Tarsus IV. Sie gehörte zur Crew des ersten Versorgungsschiffes - der U.S.S. Narbonne - das bei der Kolonie eintraf. Während sie versucht, der Bevölkerung Hilfe zu leisten, erteilt sie dem von Rachsucht getriebenen Lorca den Auftrag, den untergetauchten Kodos zu suchen und dingfest zu machen.

            Fazit: Der Roman beschäftigt sich also vorrangig mit den Nachwehen des Massakers und das wird besonders deutlich in den "Zwischenkapitel". Immer wieder wird die Erzählung unterbrochen durch kurze Auszüge aus einem dokumentarischen Werk, für das Interviews mit Überlebenden und Tätern geführt wurden. Der gesamte Roman steht also im Zeichen der Aufarbeitung eines ungeheuerlichen Verbrechens und der Bewältigung von Trauer und nimmt dabei die Hauptcharaktere nicht aus. Ich halte es für eine gute Idee, diese Zeit der Aufarbeitung vorrangig aus der Perspektive eines Betroffenen und eines Außenstehenden zu beschreiben. Sicher ist "Drastic Measures" ein sehr ambitioniertes Projekt gewesen. Aber leider hat sich vielleicht der falsche Autor daran gewagt.

            Mir gefielen die Romane, die Dayton Ward (meist in Kooperation mit Kevin Dilmore) für die „Vanguard“-Reihe verfasste. Aber wenn ich so zurückblicke auf seine Romane der letzten paar Jahre, dann muss ich schon festhalten, dass sie alle daran kranken, nicht besonders interessant oder gar aufregend formuliert worden zu sein. Es fällt mir schwer, den Grund dafür auf den Punkt zu bringen. Es ist einfach das Gefühl, dass er immer ein bisschen mehr als nötig in seine Beschreibungen unterbringt, immer ein unnötiges Wort zuviel einfügt, Dinge einmal zu oft wiederholt. Im Falle von "Drastic Measures" betrifft dies vor allem die Emotionen der Betroffenen und vor allem auf jene von Lorca zu. Das gipfelt gegen Ende des Romans in ein einzelnes Gespräch zwischen ihm und Georgiou, in dem er gezählt dreimal das gleiche über sein Empfinden und seinen daraus resultierenden Handlungen während der Jagd nach Kodos sagt. Dayton Ward hat schon aus wesentlich „größeren“ Szenarien in seinen vorangegangenen Romanen wenig gemacht, aber die an sich kleine Kolonie mit ihrem nicht besonders außergewöhnlichem Ambiente und geteilten Schicksalen von so ziemlich jeder Person dort gaben Ward auch nicht besonders viel, um damit abwechslungsreich zu arbeiten.

            Lorcas Jagd verschlägt ihn und einen Suchtrupp schnell in bergiges Gelände, wo man relativ viel Zeit unterwegs zwischen Ausgangspunkt und Endziel verbringt. Georgiou findet man hauptsächlich in einem Krankenhaus oder am Raumhafen. Für beide Protagonisten gibt es durchaus explosive Herausforderungen, aber selbst so brenzlige Situationen kann Ward nicht wirklich mit Spannung erfüllen. Die Charaktere auf Tarsus sind ebenfalls ein Problem: Ward stellt dem Leser jede Menge Personen namentlich vor, aber es sind auf zu wenigen Seiten zu viele, die sich einfach zu ähnlich sind. Irgendwann verschmelzen diese Personen, sind nur noch entweder Überlebender oder Unterstützer von Kodos. Schattierungen mögen vorhanden sein, gehen aber im Verlauf der ereignisarmen Handlung unter. Dem entgegen steht ein einzelner Kolonist, den der Autor so plakativ vorstellt, dass er aus der Masse extrem hervorsticht: James T. Kirk. Dieser Jugendliche wurde Zeuge des Massakers und obwohl Georgiou mit ihm insgesamt nur fünf Minuten spricht, hat sie vom ersten Moment an das Gefühl, der Junge könnte mal ein großartiger Sternenflottenoffizier werden.

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            Jim Kirk und Tom Leighton waren Zeugen des Massakers | Captain Kirk studiert das Fahndungsfoto von Gouverneur Kodos



            Bewertung: Der Roman konnte mich leider kaum fesseln. Der etwas mühsame Schreibstil Dayton Wards in Kombination mit einer eher introvertiert angelegten Geschichte, ergab leider einen unterdurchschnittlich unterhaltsamen Roman. Angesichts der Tragödie auf Tarsus IV wäre natürlich ein großes Heldenabenteuer darüber auch unangebracht gewesen, aber sowas war auch die klassische TOS-Folge "Kodos, der Henker" nicht und die war dennoch viel spannender. Genauso wie es die Beschreibungen der Ereignisse z.B. in "Collision Course" oder Kirks Autobiographie waren. "Drastic Measures" ist für mich jedenfalls die am wenigsten gelungene Interpretation dieses Stoffes. Aufgrund einiger guten Ideen kann ich getrost 2 Sterne geben, aber für eine höhere Note waren die Schilderungen nicht interessant genug.

            Anmerkungen:

            Ganz am Ende des Buches - sogar nach der Danksagung - kommt noch eine mysteriös angehauchte Szene, die sich nur Kennern der Serie erschließen wird ... und vielleicht einen kleinen Vorgeschmack auf Staffel 2 von "Discovery" oder folgenden Romanen gibt. Mehr sei an dieser Stelle aber nicht verraten.

            Eine Fortsetzung zur TOS-Folge "Kodos der Henker" bildet der 2014 erschienene Roman "Foul Deeds will rise" von Greg Cox.


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            Diese und weitere Buchrezensionen - wie auch meine eigenen Star Trek-Romane zum kostenlosen Download - findet ihr wie gewohnt auch auf meinem Blog:

            https://rumschreiber.wordpress.com

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              #7
              MFB

              Danke für dieRezensionen. Wie immer erste Sahne. Machst du einfach klasse.
              Hatte überlegt ob ich mir die Romane zulege und ihnen etwas (meiner leider ohnehin knappen) Lesezeit widme. Der Gedanke war, dass sie mich vielleicht etwas mit der Serie versöhnen, die mich nicht wirklich mitgerissen hat und die ich als durchweg holprig empfunden habe. Hatte erhofft, dass sie bei mir doch etwas Vorfreude auf die 2. Staffel wecken und das Ganze vielleicht etwas runder machen. Hat z.B. bei Enterprise bzw. dem leider ja abrupten Serien-Ende für mich gut funktioniert mit Was Menschen Gutes tun. Denke mal da bekommen einige andere Romane dann doch den Vorzug.
              "Zu siegen, heißt leben!" (Jem'Hadar)

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                #8
                Zitat von Qapla' Beitrag anzeigen
                MFB

                Danke für die Rezensionen. Wie immer erste Sahne. Machst du einfach klasse.
                Vielen Dank!

                Hatte überlegt ob ich mir die Romane zulege und ihnen etwas (meiner leider ohnehin knappen) Lesezeit widme. Der Gedanke war, dass sie mich vielleicht etwas mit der Serie versöhnen, die mich nicht wirklich mitgerissen hat und die ich als durchweg holprig empfunden habe. Hatte erhofft, dass sie bei mir doch etwas Vorfreude auf die 2. Staffel wecken und das Ganze vielleicht etwas runder machen. Hat z.B. bei Enterprise bzw. dem leider ja abrupten Serien-Ende für mich gut funktioniert mit Was Menschen Gutes tun. Denke mal da bekommen einige andere Romane dann doch den Vorzug.
                Der zweite Roman ist als "Zusatzmaterial" zur Serie tatsächlich nicht besonders gut geeignet, dafür ist die dominierende Handlung auf Tarsus allein zeitlich zu fern von dem, was man in der Serie sieht. Der erste Roman, der nur ein Jahr vor der Schlacht beim Doppelstern angesiedelt ist, könnte diesen Zeck durchaus erfüllen, vor allem da die Enterprise ja eine Rolle spielt und man so einiges darüber erfährt, wie es zur personellen Situation auf der Shenzhou kam. Also "Desperate Hours"/"Gegen die Zeit" könntest du durchaus auf deiner Leseliste behalten, aber so gut, um den Roman auf der Liste vorzureihen, ist er auch wieder nicht.

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