Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Star Trek: Enterprise - Relaunch

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Star Trek: Enterprise - Relaunch



    Nachdem ich nun eben auch den Roman "Beneath the raptors wing" gelesen habe und für das nächste Jahr keine weiteren "Enterprise"-Romane angekündigt wurden, möchte ich mal hier einen kleinen Sammel-Thread zu den bisher erschienenen Romanen, deren Handlung nach dem Ende der TV-Serie angesiedelt. Dieser Thread enthält dementsprechend auch Spoiler.

    "Last Full Measure"
    Im Grunde ist es nicht wirklich ein Roman, der nach der TV-Serie spielt. Die Haupthandlung spielt während der dritten Staffel, doch die Rahmenhandlung, die deutlich in der Zukunft liegt, zeigt einen wohl inzwischen 120 Jahre alten Trip Tucker, der offensichtlich nicht im Serienfinale gestorben ist und nun mit einer Tarnidentität lebt. Man bekommt also hier einen ersten Vorgeschmack darauf, um was sich der nächste Roman drehen wird.

    "The Good that men do"
    Eine ziemlich zwiespältige Geschichte. Die Autoren verlegen einfach mal die (angeblichen) Geschehnisse und vor allem Trips Tod aus dem Serienfinale einfach mal 6 Jahre zurück in die Vergangenheit, also unmittelbar nach "Terra Prime". Vor allem in Kombination mit der Rahmenhandlung (alter Jake Sisko und Nog lesen sich nun veröffentlichte Missionsberichte durch), dient aber als Vehikel dafür, folgend Trip Tucker als Sektion-31-Agent bei den Romulanern undercover spionieren zu lassen. Wobei man jedoch anmerken muss, dass Trips erste Mission, um die es hier hauptsächlich geht, eigentlich nichts mit dem Sternenimperium an sich zu tun hat, sondern eine Untergrundbewegung betrifft, die gegen das Imperium opponiert, angeführt vom undurchsichtigen und Trip bekannten vulkanischen Doppelagenten Sopek. Auch Admiral Valdore meldet sich zurück in den Dienst.

    Im Grunde ist dieses Buch dazu da, Grundlagen zu schaffen und die Personen in die richtige Position für den sich anbahnenden Krieg zu bringen. Das gelingt recht gut, wenn es aber auch schwierig ist, sich an die Ausgangsposition zu gewöhnen.

    "Kobayashi Maru"
    Die Geschichte hat nicht besonders viel mit dem Prüfungsszenario zu tun. Im Grunde wird aber meiner Meinung nach eine sehr schön romulanisch-hinterlistige Taktik gezeigt, feindliche Schiffe fernzusteuern und für sich kämpfen zu lassen. Auch die Handlung rund um Trip funktioniert hervorragend, er ist erstmals im Herzen des Sternenimperiums aktiv und seine Begegnungen mit Valdore bzw. seine folgende nicht ganz freiwillige Zusammenarbeit mit Terix ist spannend geschrieben. Archers Abstecher nach Kronos war auch okay.

    Die Geschichte funktioniert eigenständig schon sehr gut und verbindet mehrere Ereignisse aus dem ST-Universum sehr schön. Vor allem auch die Charaktere und die Trip-T'Pol-Beziehung gefällt mir wie schon in der Serie sehr gut.

    "The Romulan War: Beneath the Raptor's Wing"
    Das Buch ist weniger ein Roman sondern fast mehr eine Art "Kriegschronik" und beschreibt verschiedene Ereignisse aus dem ersten Jahr des irdisch-romulanischen Krieges, der am Ende von "Kobayashi Maru" begann. Das ist leider auch ein wenig das Negative am Erzählstil. Es liegen oft Monate zwischen Ereignissen ohne dass man erfährt, was in diesem Zeitraum passierte, manches wird nur angedeutet. Die Geschichte an sich ist (abgesehen von einem gewaltigen, unerklärlichen Zeitsprung) vor allem dank Trips Undercover-Arbeit sehr spannend.

    Etwas zu wenig bedrohlich kommen mir jedoch die Romulaner vor und die Motive der Vulkanier, sich aus dem Krieg rauszuhalten, kommen mir schon sehr gekünstelt vor. Zumal es auch merkwürdig erscheint, dass es selbst nach von der Sternenflotte gewonnenen Bodenkämpfen die Romulaner keine Gefallenen zurücklassen. Für meinen Geschmack hätte der Krieg durchaus einen "plausiblere" Verlauf nehmen können. So passt so manches nicht ganz zusammen.

    Fazit:

    Im Grunde durchaus eine interessante Handlung und immer wieder nette Verweise auf andere und künftige Ereignisse im ST-Universum. Die Handlungsgrundlage von Trips "Scheintod" ist zwar sehr weit hergeholt, bietet aber zugleich auch meistens die interessantesten Aspekte der Handlung der drei letzten Bücher. Leider erinnert einen dann selbst diese guten Passagen mit Trip daran. Ebenfalls sonderbar ist auch die Neigung, fast jeden wichtigeren Romulaner auf Basis eines späteren Warbirds zu benennen. Hätte nicht gedacht. Ebenfalls ärgerlich auch die Angewohnheit, gerade bei den Namen von Planeten den Universalübersetzer aussetzen zu lassen. Manche Planeten haben - je nachdem wer über ihn gerade spricht - bis zu drei verschiedene Namen. Da verliert man gerne mal die Übersicht.

    Meine Bewertung (maximal 6 Sterne) der einzelnen Romane sieht so aus:

    "Last Full Measure" = 4 ****
    "The Good that men do" = 3 ***
    "Kobayashi Maru" = 5 *****
    "The Romulan War: Beneath the Raptor's Wing = 4 ****

    Die Romanreihe ist damit eigentlich ziemlich gut, wenn auch nicht so überragend und weit weg von einem Niveau wie z.B. der "Vanguard"-Serie. Ich würde sagen, ungefähr auf der Ebene von "TNG - Second Decade".
    Angehängte Dateien

  • #2
    Von sämtlichen "Relaunchen" ist ENT für mich der schlechteste bislang, da kam bis jetzt keiner über Mittelmaß hinaus (Romulan War kenne ich noch nicht). Mäßig spannende Geschichten, teils arg konstruiert und zusammengepuzzelt, damit sie mit Mühe und Not sowas wie eine durchgehende Handlung ergeben, das ganze garniert mit faden Figuren. Die beiden Autoren haben einige echte Highlights bei den ST-Romanen geschrieben (Forged in Fire, The Sundered), aber für diese Epoche haben sie absolut kein Händchen. Ich hoffe sehr, das zukünftig auch mal andere Autoren hier zum Zuge kommen, um den Karren nochmal aus dem Dreck zu ziehen. Ich denke mal zum zehnjährigen Jubiläum 2011 dürfte das passieren, da werden sicherlich einige Bücher mehr zu ENT auf den Markt kommen.

    Kommentar


    • #3
      Ich fand insbesonderre Beneath the Raptor's Wing auch nicht sonderlich gut. Dadrin sind mir zu viele Sprünge und ungereimtheiten. Wenn man in Star Trek nicht insgesamt recht gut beschlagen ist, versteht man viele Andeutungen nicht (zB wird ja erklärt, warum im späteren ST-Universum zwar die Deadalus-Klasse aus der ENT-Ära bekannt ist, nicht aber die NX-Klasse).
      Veni, vici, Abi 2005!
      ------------------------[B]
      DJK Erbshausen - Sulzwiesen.de; Abi 2005 DHG Würzburg

      Kommentar


      • #4
        Zitat von squatty Beitrag anzeigen
        Ich fand insbesonderre Beneath the Raptor's Wing auch nicht sonderlich gut. Dadrin sind mir zu viele Sprünge und ungereimtheiten. Wenn man in Star Trek nicht insgesamt recht gut beschlagen ist, versteht man viele Andeutungen nicht (zB wird ja erklärt, warum im späteren ST-Universum zwar die Deadalus-Klasse aus der ENT-Ära bekannt ist, nicht aber die NX-Klasse).
        Ich glaube, die Andeutung ist ein nettes Extra, geht aber wohl auch nicht ab, wenn man die Hintergründe nicht kennt.

        Die Sache mit den Deadalus-Schiffen finde ich jedoch etwas ärgerlich, da für mich diese Klasse eigentlich immer für die Zeit unmittelbar nach der Föderationsgründung stand. Bisher waren nur Daedalus-Schiffe bekannt, die zwischen den 2160ern bis zu den 2190ern im Dienst waren. Auch optisch wirkte das Schiff immer näher an der Constitution. Leider hat der Autor eine Handlung konstruiert, die die NX-Klasse in eine technologische Sackgasse manövriert hat. Klar, theoretisch eine gute Idee, die Romulaner diese Schiffe fernsteuern zu lassen, würde gut erklären, warum man im Krieg den Gegner nie gesehen hat. Aber dann plötzlich Bodenkämpfe stattfinden lassen?

        Wie gesagt, spricht im Grunde nichts dagegen, aber ich hätte mir den romulanischen Krieg eigentlich gänzlich anders vorgestellt (siehe meine Signatur). Manche Gedankensprünge von Mangles und Martin kommen mir einfach etwas weit hergeholt vor. Am wenigsten auffällige Gedankensprünge finden wohl in "Kobayashi Maru" statt. Interessanterweise ist das Buch für mich dadurch schon mal das bisher beste der Reihe.

        Kommentar


        • #5
          Der Enterprise Relaunch hat sogar seine eigene Wikipedia-Seite Star Trek: Enterprise relaunch - Wikipedia, the free encyclopedia

          Dort heißt es
          The Romulan War: Beneath the Raptor's Wing: (October 2009): The first book written by Michael A. Martin alone. It covers the first year of the Earth-Romulan War, an event only mentioned in various Star Trek episodes, as far back as "Balance of Terror". If the following books all chronicle a year each of the war, as this one does, there will be another 3 or 4 to follow, but they have been unannounced as of this book's release.
          Wann geht es denn weiter?

          Kommentar


          • #6
            Zitat von irony aka transportermalfunction Beitrag anzeigen
            Wann geht es denn weiter?
            Das nächste Buch der "Romulan War"-Reihe heißt "In Shariel's Jaws" und ist für Oktober 2011 vorgesehen.

            2011 Star Trek Books Schedule & Details Revealed | TrekMovie.com

            Kommentar


            • #7
              Zitat von MFB Beitrag anzeigen
              Das nächste Buch der "Romulan War"-Reihe heißt "In Shariel's Jaws" und ist für Oktober 2011 vorgesehen.

              2011 Star Trek Books Schedule & Details Revealed | TrekMovie.com
              Das ist ja noch ewig lange hin.

              Bis dahin habe ich ENT aber sicher noch mal angeschaut.

              Interessieren könnte mich auch:
              Star Trek: A Choice of Catastrophes
              by Steve Mollmann and Michael Schuster

              An original Star Trek era novel focusing on Dr. McCoy who finds "the past catching up with him", while Kirk and Spock explore a planet "not as abandoned as it seemed".
              Klingt ebenso nichtssagend wie interessant

              Aber die TOS-Romane mit Kirk, Spock und McCoy sind für mich die einzigen, die irgendwie immer funktionieren, weil die Chemie der Charaktere einfach stimmt. ENT ist aber auch sehr gut.

              Enttäuschend hingegen fand ich fast immer TNG und VOY.
              Da bleibe ich wohl besser im Umfeld von TOS und ENT.

              Kommentar


              • #8
                Zitat von irony aka transportermalfunction Beitrag anzeigen
                Enttäuschend hingegen fand ich fast immer TNG und VOY.
                Da bleibe ich wohl besser im Umfeld von TOS und ENT.
                Kennst du Voyager "Full Circle" und "Unworthy" schon? Vor allem ersterer ist große klasse, da kommt der Voyager-Relaunch endlich richtig in Fahrt.

                Falls es jemand noch nicht mitbekommen aht: Der ENT-Relaunch kommt übrigens ab nächstem Jahr auch auf Deutsch heraus, 2011 sind "Das höchste Maß an Hingabe" und "Was Menschen gutes tun" bei Cross Cult geplant.

                Kommentar


                • #9
                  Zitat von irony Beitrag anzeigen
                  Das ist ja noch ewig lange hin.
                  Kleiner Trost: Der zweite Band der "Romulan War"-Reihe erscheint doch (ein klein wenig) früher: Das Buch ist jetzt für den 27. September geplant und hat auch einen neuen Titel bekommen: "To Brave the Storm"

                  Kommentar


                  • #10
                    SPOILER - "To Brave the Storm"


                    Enttäuschend. So lautet vorweg genommen schon einmal das Fazit zu diesem "Roman" und ich setze diese Bezeichnung ganz bewusst unter Anführungszeichen, denn was Michael Martin hier abgeliefert hat, entbehrt so ziemlich allem, was man sich 1) von einem Roman allgemein erwartet und 2) von einem Roman zu einem so wichtigen Ereignis wie dem irdisch-romulanischen Krieg erwartet.

                    Anstatt eine epischen, spannenden und wendungsreiche Geschichte vorzulegen, macht Martin dort weiter, wo er im ersten Roman "Beneath the Raptor's Wing" aufgehört hat. Dort hat es noch nicht so gestört, dass er den Beginn des Krieges eher episodenartig erzählt hat, wobei die meisten noch zumindest interessant, wenngleich schon damals nicht sonderlich spannend waren. Aber genauso wie Michael Martin das erste Kriegsjahr abgehandelt hat, handelt er in "To Brave the Storm" gleich den ganzen Rest des Krieges ab.

                    Dabei sind die "Episoden" am Beginn noch ganz okay. Archer und T'Pol sprechen auf Kronos vor und erhalten von den Klingonen eine Absage. Und Trip ist auf Vulkan und jagt Terix hinterher. Doch dann? Dann quatscht Minister Samuels mit der draylaxianischen Abgeordneten über deren Koalitionsbeitritt, T’Pol untersucht ein Schiffswrack, dessen Havarie überhaupt nichts mit dem Krieg zu tun hatte und wir erfahren von Archers mangelnder Körperhygiene und was er und T’Pol zum Frühstück essen. Und bei dem Gespräch, das die beiden führen, kann ich mich Archer nur anschließen: Extrem ärgerlich, dass die NX-Klasse-Schiffe nicht an die Kriegsfront dürfen. Aber ich gebe anders als Archer nicht Admiral Gardener die Schuld, sondern dem Autor, der ja in den vorherigen Romanen unbedingt die NX-Klasse in eine technologische Sackgasse manövrieren musste (was er dann in einer kurzen Episode zwischendurch schnell mal behebt, ohne dass aber wirklich danach noch darauf eingegangen wird, zumal man hier Richard Daystroms Doutronik schon vorweg zu nehmen scheint).

                    Wieder einmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Martin (wie auch Mangles) die Serie entweder nicht mochte und deshalb so lieblos mit der Enterprise umgeht, oder er sich einfach unfähig fühlte, eine wirklich große Kriegsgeschichte zu schreiben und die Enterprise deshalb an Nebenschauplätze schickte. In den ersten zwei Drittel des "Romans" passiert so gut wie überhaupt nichts Relevantes. Dauernd wird darüber gesprochen, wie schlimm der Krieg ist und wie schlecht die Menschheit da steht. Aber von wirklichen Kampfhandlungen hört und sieht man so gut wie gar nichts. Das kleine Geplänkel bei einem vissianischen Außenposten (der später in der Story auch keine Rolle mehr spielen wird) ist lange Zeit das höchste der Gefühle.

                    Tatsächlich geht es auch in jenen Szenen, die aus Sicht der Romulaner geschrieben sind kaum um den Krieg. Zumindest nicht um jenen mit der Erde, sondern gegen die nicht genauer definierten Haakonianer (Ich will hoffe, dass die nicht mit der gleichnamigen Delta-Quadrant-Spezies verwandt sind.) sowie die Untergrundbewegung, die an Warp-7-Schiffen baut.

                    Wirklich lesenswert wird das Buch erst ab jenen Ereignissen, die im Jahr 2160 spielen, wenn es auf die Schlacht bei Cheron zu geht. Das letzte Drittel des Buchs. Hier kommt nach Hunderten von Seiten endlich mal so etwas wie ein "Roter Faden" in die Kriegshandlung und es kommt etwas Spannung auf. Die Schlacht selbst ist dann gar nicht so schlecht und unspannend geschrieben, aber in ihrer Auflösung auch ziemlich einfach. Dennoch waren die Episoden gegen Ende hin zumindest wieder auf dem Niveau von "Beneath the Raptor's Wing" und schön zu lesen. Auch der Schlussteil mit Trip, der unter dem Decknamen "Michael Kenmore" (hier werden Stargate: Atlantis-Kenner hellhörig) auf Vulkan zusammen mit T'Pol lebt, hat mir gut gefallen. Wohl auch, weil es in eine ähnliche Richtung geht wie der Schluss meiner eigene "The Romulan War"-Trilogie.

                    FAZIT zu "To Brave the Storm"

                    "To Brave the Storm" ist allein vom Titel her schon Etikettenschwindel. Mit Ausnahme der letzten Schlacht ein laues Lüftchen, mehr nicht. Michael Martin hat hier riesengroßes Potenzial verschenkt und ich frage mich, ob ihm das überhaupt bewusst ist. Wegen des Schlusses bekommt der "Roman" von mir gerade noch 2**. Aber wer wirklich eine spannendere Version des irdisch-romulanischen Krieges lesen möchte, dem rate ich mal ganz unverschämt zu meiner canon-treueren FanFiciton: http://www.scifi-forum.de/off-topic/...-trilogie.html

                    FAZIT zum Relaunch allgemein

                    "Canon-Treue" wurde im Relaunch ja schon mit dem Roman "The Good that men do" über Bord geworfen. Nachträglich müssen sich die Autoren die Frage gefallen lassen: Warum? Der Relaunch liefert nicht wirklich einen guten Grund und erst recht keine Erklärung, warum im 24. Jahrhundert gedacht wird, die Ereignisse von TATV hätten sich im Jahr 2161 so zugetragen wie man sie auf dem Holodeck sieht. Mit den Begriffen "Koalitionsgründung" und "Föderationsgründung" wird lustig herumjongliert, Todesdaten von berühmten Leuten werden mal schnell über den Haufen geworfen. Nur damit Trip als Spion bei den Romulanern eingeschleust werden konnte? Da hätte man TATV nicht umwerfen müssen bzw. sich gar nicht daraus bedienen müssen, das Finale spielt ja immerhin über ein halbes Jahrzehnt später.

                    Tja, das dürfte es dann wohl für längere Zeit mit "Enterprise" in Roman-Form gewesen sein. Wenn es ein totales Ende sein sollte, dann ist es ein trauriges Ende, denn nachdem Dave Stern wirklich tolle Romane vor dem Relaunch geschrieben hat, sind die Romane von Mangels & Martin leider in Summe nicht besonders gut geraten. Die folgende Bewertung ist daher auch unter dem Vorbehalt zu verstehen, dass sie verglichen mit den Dave Stern Romanen "Daedalus", "Deadalus's Children" und "Preis der Ehre" grundsätzlich alle um einen Stern abgewertet werden müssten.

                    "Last Full Measure" = 4 ****
                    "The Good that men do" = 3 ***
                    "Kobayashi Maru" = 5 *****
                    "The Romulan War: Beneath the Raptor's Wing" = 4 ****
                    "The Romulan War: To Brave the Storm" = 2 **
                    Angehängte Dateien

                    Kommentar


                    • #11
                      Die ersten beiden Bücher des ENT Relaunch hat Cross Cult schon in Deutsch rausgebracht.

                      Ich habe mir letztes Jahr "Beneath the Raptor's Wing" aus den Staaten gekauft, aber so richtig zum Lesen bin ich da noch nicht gekommen.
                      Meine Star Trek Fanfictions bei TrekNation

                      Mein Blog bei Wordpress

                      Kommentar


                      • #12
                        Nach Michael A. Martins schwachem Zweiteiler war ja durchaus zu befürchten, dass das Kapitel "Enterprise" in Romanform endgültig geschlossen sei. Doch glücklicherweise geht es im Juli 2013 doch noch weiter und - Pocket Books sei Dank - mit einem anderen Autor. Christopher L. Bennett schreibt "STAR TREK ENTERPRISE — RISE OF THE FEDERATION"

                        Hier eine ausgedehnte Stellungsnahme des Autors von seinem Blog:
                        Coming July 2013: STAR TREK ENTERPRISE — RISE OF THE FEDERATION Christopher L. Bennett: Written Worlds

                        Okay, der Serientitel "Enterprise" ist jetzt eher eine Marketing-Angelegenheit, da die Story ja ein Jahr nach Föderationsgründung und Stilllegung der Enterprise angesiedelt sein wird. Aber zumindest die Charaktere der Serie werden - wenn auch in neuen Funktionen - wieder mit dabei sein.

                        Was mich - mal abgesehen vom allgemeinen Wechsel des Autors - auch positiv stimmt, ist die Zusammenfassung, wie Bennett die Entwicklung der Serie sieht und worauf er in "Rise of the Federation" aufbaut. Er lässt hierbei die Martins/Mangels-Romane unerwähnt. Es wäre wahrscheinlich zu viel verlangt, die Ereignisse dieser Romane zu ignorieren (anderseits passiert das soweit ich mitbekommen habe gerade mit dem TNG-Roman "Indistinguishable from Magic" durch den gerade neu erschienenen TNG-Roman), aber je weniger Anlehnungen an den bisherigen Relaunch desto besser finde ich.

                        Kommentar


                        • #13
                          Rise of the Federation: A Choice of Futures

                          Es ist eine freudige Überraschung, dass die Serie „Enterprise“ in Romanform doch noch gewissermaßen weitergeführt wird. Nachdem Andy Mangels und vor allem Michael A. Martin mit ihren Relaunch-Romanen die Reihe ordentlich in den Sand gesetzt haben (trauriger Höhepunkt war das „Romulan War“-Finale „To Brave the Storm“) und im lustlos erscheinenden Schnellverfahren die Serie bis zur Außerdienststellung der Enterprise und der Föderationsgründung vorangetrieben hatten, war die Aussicht auf weitere Romane ziemlich trüb. Doch glücklicherweise durfte sich nun doch noch Autor Christopher L. Bennett den Abenteuern des 22. Jahrhunderts annehmen und mit „A Choice of Futures“ lieferte er einen wirklich hervorragenden Roman ab, der jeden Relaunch-Roman des Duos Mangels/Martin locker übertrumpft!


                          Natürlich ganz außer Acht lassen konnte Bennett die bescheidene Vorarbeit der Relaunch-Reihe natürlich nicht. Es ist zwar für „A Choice of Futures“ nicht notwendig, die vorangegangenen Relaunch-Romane gelesen zu haben, aber auf ein paar Gegebenheiten aus den vorangegangenen Enterprise-Romanen ist Bennett dennoch eingegangen. Am wichtigsten sei hierbei die Inkludierung von Trip Tucker zu nennen, der im Gegensatz zur Darstellung im Finale der TV-Serie von Mangels/Martin bereits über ein halbes Jahrzehnt früher in den Scheintod geschickt wurde. An Trip Tucker lässt sich definitiv der größte Kritikpunkt der früheren Relaunch-Romane festmachen: Es hatte nie Sinn gemacht, warum die Autoren die Kontinuität für ihre Geschichte so radikal über den Haufen geworfen haben und warum Trip Tucker nicht nach Ende des romulanischen Krieges offiziell in den Welt der Lebenden zurückkehrte. „A Choice of Futures“ geht nochmals auf diese offen gebliebene Frage und liefert zumindest eine Antwort. Auch wenn diese nicht gerade zufriedenstellend klingt. Aber wenn schon Michael A. Martin und Andy Mangels, die Trips Scheintod im Roman „The Good that Men do“ initiiert hatten, schon keine gute Antwort liefern konnten, dann ist Bennetts nachgeschobene Erklärung besser als gar nichts.

                          Jetzt aber genug mit der Negativität und dem Eintreten auf die beiden früheren ETP-Autoren. Denn der Großteil der Geschichte von „A Choice of Futures“ ist völlig unabhängig von den Vorgängerromanen, wenngleich Bennett natürlich die Ausgangssituation nach „To Brave the Storm“ berücksichtigen musste. Das hätte eventuell schwierig werden können, denn wie funktioniert ein Enterprise-Roman ohne Enterprise, die nach dem Romulanischen Krieg bekanntlich außer Dienst gestellt worden ist? Dank dem Einstieg in die Geschichte geht das sogar erstaunlich gut. Denn obwohl die Story auf dem Raumschiff Endeavour abspielt, ist am Beginn des Romans die komplette Crew der Enterprise dort versammelt. T’Pol ist zwar die Kommandantin, aber da es sich bei der Endeavour um das Flaggschiff von Admiral Archer handelt, ist auch er bei dieser Mission anwesend, bei der aufgedeckt wird, dass offenbar eine kriminelle Organisation der Malurianer (siehe ETP-Episode „Die Saat“) Zwietracht in der Region rund um Tandara säen will. Die Machenschaften der Malurianer können nach einem Angriff auf eine tandaranische Kolonie zwar aufgedeckt werden, bei der Mission offenbaren sich aber den tandaranischen Beobachter an Bord der Endeavour noch so manche Schwierigkeit bei der Integration von Föderationstechnologie in einstmals irdische Raumschiffe.

                          Diese Schwierigkeiten sind nur ein Symptom dafür, dass in der vor rund einem Jahr gegründeten Vereinigten Föderation der Planeten noch nicht alles glatt läuft. Es gibt etablierte Strukturen, klar verteilte Zuständigkeiten und eine gemeinsame Sternenflotte einschließlich einheitlicher Uniformen. Aber doch gibt es immer noch politische Reibungspunkte, da die Föderation noch immer nicht genau definiert hat, wofür sie steht. Ist sie mehr als nur ein Kriegspakt? Wird sie als vorrangig militärisches Bündnis wahrgenommen und ist aggressiveres Anwerben weiterer Mitglieder nicht eher kontraproduktiv und sollte man nicht lieber eine kleinere Gemeinschaft bleiben? Alles Fragen, auf die es noch keine Antworten gibt.

                          Zumindest scheint Ende 2162 der militärische Arm der Sternenflotte gefragt zu sein. Denn nach Vergleich von Berichten mehrerer Völker fällt auf, dass mehrere Schiffe in einem Sektor verloren gingen und es sich bei den Verantwortlichen dafür um die „Lautlosen“ handelt, die elf Jahre zuvor die Enterprise unter Archers Kommando schon in Bedrängnis gebracht hatten (siehe ETP-Episode „Lautloser Feind“). Vor allem angetrieben durch einen tellaritischen Minister und durch die Andorianer – als Zuständige für die Verteidigung der Föderation – entsendet die Föderation eine große Anzahl von Schiffen in den betroffenen Sektor, um weiteren Angriffen vorzubeugen. Doch auch hier zeigt sich, wie unterschiedlich die Meinungen in der Föderation sind: Die einen drängen darauf, diplomatische Beziehungen mit den „Lautlosen“ herzustellen, die anderen wollen deren Heimatwelt aufspüren und eine militärische Kampagne gegen dieses fremdartige Volk starten. Viele Konflikte also, die die frühen Jahre der Föderation prägen und wie sich herausstellt, sind nicht alle hausgemacht, sondern gezielt von einer externen Schattenmacht heraufbeschworen worden …

                          Fazit: Die Geschichte rund um das Aufspüren der „Lautlosen“ ist die zentrale Handlung des Romans und wirklich hervorragend gelungen. Ein Großteil der früheren Enterprise-Crew dient noch zusammen auf der Endeavour und somit trägt „A Choice of Futures“ durchaus berechtigt den Reihentitel „Enterprise“ auf dem Cover. Die Charaktere sind sehr gut getroffen. Man erkennt sie sehr gut wieder und hat dennoch das Gefühl, dass sie sich in Anbetracht der Zeit, die seit dem Ende der Ereignisse aus der TV-Serie vergangen ist, entwickelt haben. Auch Admiral Archer – selbst wenn er nur am Beginn des Romans an Bord eines Raumschiffs ist – spielt eine zentrale Rolle und verbindet in seiner Position als Admiral die Belange der Sternenflotte und der Föderation, was auch ausreichend aber glücklicherweise nicht ausufernd trockenen Einblick in die Politik der frühen Föderation gibt. Die Rückgriffe auf Charaktere aus gleich mehreren Enterprise-Episoden wird Fans der Serie sicher sehr freuen und sie sind auch sehr gut in die Handlung integriert und wirken nicht gezwungen– wie übrigens alle Anspielungen, die Bennett einstreut und davon gibt es wie bei seinen Romanen gewohnt sehr viele. Allen voran die „Lautlosen“, die in der ersten Staffel ein sehr geheimnisvoller Gegner für die Enterprise-Crew waren und über deren Motivationen man in „A Choice of Futures“ schließlich sehr Interessantes erfährt.

                          (Leider nicht berücksichtigt wurde ein eventuell weiteres Auftauchen der „Lautlosen“ in der 3. Staffel der Serie in der Episode „E²“. Zwar sieht man die Kovalaner, die in dieser Episode die Enterprise angreifen nicht persönlich, aber sie fliegen die gleichen Schiffe. Aber ich kann verstehen, dass Bennett darauf nicht eingegangen ist, handelte es sich in der Serie wohl nur um Modell-Recycling aus Kostengründen.)

                          Es gibt noch zwei Parallelhandlungen in diesem Roman, die allerdings nichts mit der Haupthandlung zu tun haben. Die beiden Abenteuer der Raumschiffe Pioneer und Essex passen zwar absolut in diese Frühzeit der Föderation (der Roman deckt immerhin einen Zeitraum von mehreren Monaten ab, wenngleich man das beim Lesen kaum merkt) und wirken daher nicht wie Fremdkörper. Aber sie sind nicht mehr als kurze Zwischenspiele. Beim Abenteuer der Pioneer, die kurz nach Beginn des Romans unter Malcolm Reeds Kommando gestellt wird, geht es darum, dass ein Technikerteam die Kompatibilitätsprobleme zwischen den Technologien der Föderationsvölker an Bord beheben soll. Neben Travis Mayweahter als Erster Offizier werden dem Leser aber auch andere Namen an Bord recht bekannt vorkommen. Gleiches gilt für das Abenteuer diplomatischer Natur, das die U.S.S. Essex unter dem Kommando von Captain Shumar bewältigen muss. Der vulkanische Commissioner Soval befindet sich an Bord der Essex und muss Verhandlungen mit den Saurianern führen, was erschwert wird, da es offenbar zwei größere Machtblöcke auf dem Planeten gibt.

                          Diese beiden Handlungsstränge sind für sich allein absolut okay. Der Pioneer-Strang speziell, da ich Malcolm Reed als Charakter sehr schätze und er vom Autor hervorragend getroffen wurde und in dieser Story auch mal über seinen Schatten springen muss. Der Essex-Strang ist etwas einfacher gehalten, aber hier gefiel mir der Ausflug zur sehr ungewöhnlichen Vega-Kolonie und die Andeutung am Schluss, dass im nächsten Roman die Saurianer eine größere Rolle spielen dürften.

                          Bewertung: Ein hervorragender Roman, der sehr abwechslungsreich ist und einerseits spannende Weltraumabenteuer liefert als auch einen Blick hinter die Kulissen der frühen Föderation ermöglicht sowie das Wiedersehen mit den liebgewonnenen Hauptcharakteren und größeren Nebencharakteren der TV-Serie. Was den absolut positiven Gesamteindruck lediglich schmälert ist die „Altlast“ von Trips vorgezogenem Scheintod und dass die beiden Storys rund um die Pioneer und die Essex wirklich nichts mit der eindeutigen A-Story rund um die „Lautlosen“ zu tun hatte, wobei diese B-Storys für sich auch sehr lesenswert waren.

                          Daher vergebe ich an „A Choice of Futures“ gute 5 von 6 Sterne und freue mich bereits auf Christopher L. Bennetts nächsten Enterprise-Roman „Tower of Babel“, der im Frühjahr 2014 erscheint. Die Reihe scheint jetzt wirklich in guten Händen zu sein.

                          Anmerkungen:

                          Die Endeavour entspricht der Beschreibung nach jenem Umbau der NX-Klasse, der Designer Doug Drexler für die 5. Staffel der Serie vorgeschwebt wäre und die er im Rahmen des „Ships oft he Line“-Kalenders Jahre später visuell präsentieren konnte. Sein Modell zeichnet sich vorrangig durch eine Anbringung einer Maschinensektion aus und Modifikationen an den Warp-Gondeln. (Mir persönlich gefällt dieser Adaptierung nicht besonders und bin ich froh, dass die Enterprise selbst auch in der Romanreihe davor verschont blieb.) Schiffe dieser Konfiguration gehören in Bennetts Roman zur „Columbia-Klasse“ zu Ehren der am Beginn des Romulanischen Krieges verlorenen Columbia. (Siehe hierzu die reihenübergreifende Roman-Trilogie „Destiny“.)


                          Christopher L. Bennett hat selbst eine Skizze erstellt, wie die ersten Sternenflottenuniformen der Föderation aussehen sollten. Sein Design beinhaltet Elemente von vielen späteren Sternenflottenuniformen und er hat auch eine neue Interpretation der teilweise sehr unterschiedlichen Schiffsabzeichen der TOS-Ära gefunden. Bennett hatte gehofft, dass seine Idee für die Uniform bei der Erstellung des Buchcovers Berücksichtigung finden würde. Leider hat Pocket Books aber schließlich nur eine Bild von Captain Archer aus dem Archiv geholt, auf dem er die Galauniform eines Captain der irdischen Sternenflotte trägt.


                          ____________________________
                          Diese und weitere Rezensionen sowie meine eigenen FanFicition-Romane zum Gratis-Download findet ihr auch auf meinem Blog:
                          | Romane, Treatments, Grafiken und noch ein bisschen mehr
                          Angehängte Dateien

                          Kommentar


                          • #14
                            Rise of the Federation: Tower of Babel

                            Christopher L. Bennett hat ja schon mit dem Vorgängerroman „A Choice of Futures“ sehr lesenswert der „Enterprise“-Romanreihe neues Leben eingehaucht. Auch wenn die Reihe ohne das titelgebende Raumschiff auskommen muss. Denn seine Romane sind nach dem Ende der Serie angesiedelt und beschäftigen sich – wie der Titel „Rise oft the Federation“ schon sagt – mit der Entstehung der Föderation und welche Rollen die früheren Besatzungsmitglieder des Raumschiffs Enterprise dabei spielen.


                            Die Haupthandlung von „Tower of Babel“ ist im Jahr 2164 angesiedelt, man macht also zeitlich wieder einen kleinen Sprung nach vorne, wenngleich die Föderation noch immer eine junge Organisation ist, die ihren Weg erst finden muss. Wegweisend scheint dabei die kommende Präsidentschaftswahl zu sein, in dem es zwei große Parteien gibt, die ihre Kandidaten ins Feld schicken. Zum einen sind da jene, die am bisherigen Kurs festhalten und die Föderation weiter vergrößern wollen, um sie zu stärken. Ihnen entgegen stellen sich diejenigen, die für mehr Selbstbestimmung der Mitgliedswelten eintreten und den Einfluss der Föderation gering halten wollen.

                            Auch Admiral Archer ist sich bewusst, dass sein bevorstehendes Vorhaben durchaus darüber entscheiden könnte, welche Partei das Rennen macht. Denn er plant, mit dem Rigel-System ein ganz besonderes neues Mitglied in die Föderation aufzunehmen. Das Sonnensystem, das in den Star Trek-Serien zwar selten zu sehen aber dafür umso häufiger erwähnt wurde, ist nicht nur die Heimat mehrerer einheimischer Spezies sondern auch ein wichtiges Handelszentrum eines Sektors und Anziehungspunkt vieler Reisender – und zwielichtiger Gesellen. Die Absicherung der Handelsrouten durch die Sternenflotte ist daher auch ein Hauptargument, mit dem Archer das führende Konzil des Rigel-Systems vom Föderationsbeitritt überzeugen will. Während auf dem neutralen Planetoiden Babel Verhandlungen geführt werden, erteilt Captain Archer der Crew des Raumschiffs Pioneer den Auftrag, sich den Beitrittskandidaten und die komplexen Beziehungen unter den Bewohnern des Systems etwas genauer anzusehen. Im Zuge dessen werden jedoch völlig überraschend zwei Besatzungsmitglieder der Pioneer – Ensign Grev und Lieutenant Kirk – gekidnapped und aus einem Archiv Daten gestohlen, die die Entscheidungsträger des herrschenden Konzils politisch unter Druck setzen könnten – sofern der Kommunikationsoffizier Grev für seine Entführer das Archiv entschlüsselt. Da vermutet wird, dass Grev kleinbeigeben wird, wenn die Entführer ihn mit dem Wohlergehen seines Freundes Sam Kirk unter Druck setzen, beginnt die Pioneer – unterstützt von der Endeavor unter Captain T’Pols Kommando – intensive Nachforschungen, die schließlich zu den mächtigen „Ersten Familien“ führen, die im Rigel-System die dubioseren Geschäfte führen. Und diese Familien handeln nicht nur in ihrem eigenen Interesse, sondern auch in Kooperation mit Orionern und den Maluriern, die bereits im Jahr davor versucht hatten, die Föderation zu sabotieren und inzwischen daran arbeiten, ihre eigene „Verbrecher-Föderation“ aufzubauen.

                            Fazit: Die Inhaltsangabe ist zwar ziemlich lang, ist aber trotzdem sehr oberflächlich, denn in die überschaulichen 300 Taschenbuchseiten packt Autor Christopher L. Bennett so ziemlich jede kleine Information, die man als Star Trek-Fan über die Rigel-Planeten hat und ergänzt sie um viele weitere neue Informationen. Sein „World-Building“ in diesem Roman ist wie bei seinen Romanen eigentlich typisch auch in „Tower of Babel“ sehr stark ausgeprägt. Wahrscheinlich so stark wie in keinem anderen seiner Romane. Bei zehn Planeten im Rigel-System, Kolonien in Asteroiden und Monden, drei heimischen Spezies und unzähligen Gastspezies zeichnet Bennett hier ein enorm umfangreiches und detailliertes Bild von den lokalen Gegebenheiten. Allerdings gönnt Bennett dem Leser eben wegen des geringen Umfangs des Buches dem Leser wenig Zeit, sich mit diesen Gegebenheiten vertraut zu machen. Er bombardiert einen schon recht stark mit Informationen, konfrontiert einen gleich mit dem ganzen Handelskonzil, wo einige Fraktionen, die man später noch kennenlernt, noch gar nicht vertreten sind. Es ist vielleicht einfacher, wenn man das Buch in möglichst wenigen Etappen liest, was allerdings nicht unbedingt meiner Lesegewohnheit entspricht. Da ich doch recht häufig unterbreche, hat es lange Zeit gedauert, bis ich die einzelnen Spezies und Eigenschaften den Namen zuordnen konnte. Das hat natürlich auch etwas dem Lesevergnügen geschadet, wenn man sich dauern fragt: „Sind die Zami jetzt die mit den spitzen Ohren von denen jetzt manche doch runde Ohren haben oder sind das sie mit den Exo- und Endo-Geschlechtern?“


                            Einige Bewohner des Rigel-Systems, die man bislang in den Serien und Filmen beobachten konnten: Verschiedene Einheimische, eine obskure Tierart und Immigranten anderer Systeme bilden eine bunte Mischung.

                            Die Geschichte wird dadurch etwas in ihrer Unterhaltsamkeit getrübt. Es ist definitiv keine schlechte Story und guter Vorwand, den Leser auf eine Reise durch das Rigel-System zu nehmen. Aber vielleicht wäre es besser gewesen, dem Leser gewisse Informationen erst auf dieser Reise zu geben und sie ihm nicht schon vorher als schweres Reisegepäck aufzubürden.

                            Ebenfalls ziemlich interessant ist die Geschichte rund um die anstehende Präsidentschaftswahl und die Einstellungen der beiden rivalisierenden Parteien. Es sind speziell in der jetzigen Zeit vertraute Themen, die hier aufgegriffen werden. Immerhin steht den EU-Bürgern ebenfalls in Kürze eine Wahl bevor. Mehr Selbstbestimmung der Mitgliedsstaaten oder größere Kompetenzen für die Dachorganisation? Aufnahme weiterer Mitglieder oder Konsolidierung des Ist-Zustands? Solche Fragen hört man aktuell in den Medien und auch in diesem Roman. (Wenngleich natürlich auszuschließen ist, dass Herausgeber Pocket Books bei der Festlegung des Erscheinungstermins des Romans nach Europa geschielt hat. ;-) ) Was bei diesem politischen/diplomatischen Handlungsstrang nicht so gut war, war das Attentat auf einen der Präsidentschaftskandidaten. Da ist doch recht schnell klar, worauf das hinzielen soll.

                            Eine weitere Parallelhandlung zu den Geschehnissen im Rigel-System stellt die Darstellung der Lage auf dem Planeten Sauria dar. Auch dieser Planet zählt zum erweiterten Kreis der Beitrittskandidaten (und ist auch schon aus Bennetts ersten „Enterprise“-Roman bekannt), droht aber unter die völlige Kontrolle des despotischen Maltuvis zu fallen. Was die Föderation – deren Abgesandte auf dem Planeten zu immer weniger beliebten Gästen werden – nicht weiß: Auch Maltuvis ist ein Verbündeter der Orioner, die auch an dieser Front versuchen, der Föderation zu schaden. Wie Maltuvis es schafft, seine Macht auf Sauria auszuweiten, versucht der frühere Sternenflottenoffizier Trip Tucker herauszufinden, der im Auftrag von Sektion 31 undercover ermittelt. Wer meine Rezensionen zu früheren „Enterprise“-Romanen kennt, der weiß, dass ich kein großer Freund davon bin, was die ehemaligen Autoren der Reihe, Michael A. Martin und Andy Mangels, mit Trip Tucker aufgeführt haben. Seine weitere Tätigkeit für Sektion 31 nach Ende des Romulanischen Krieges plausibel erscheinen zu lassen, hat Bennett eine schwere Bürde auferlegt. In „Tower of Babel“ gelingt es aber, Tucker zumindest gegen Ende auf einen Weg zu führen, der von Sektion 31 weg führt. Die Sauria-Handlung funktioniert komplett losgelöst vom Rest des Romans, aber sie stellt jetzt auch keinen Störfaktor dar. Wahrscheinlich soll hier einfach Aufbauarbeit geleistet werden, bis einer der künftigen Romane von Bennett die Situation auf Sauria in den Mittelpunkt stellt.

                            Während mit der Pioneer unter Reeds Kommando und der Endeavor unter dem Kommando von T’Pol zwei der Schiffe aus dem ersten Roman „A Choice of Futures“ nicht nur im Mittelpunkt stehen sondern ihre Crews auch zusammenarbeiten, ist in „Tower of Babel“ kein Platz mehr für Bryce Shumars U.S.S. Essex. Vielleicht ganz gut so. Immerhin steht noch immer der „Enterprise“-Banner auf dem Cover. Und wenn Bennett weiterhin Jahr um Jahr voranspringt, wäre die Essex im fünften Roman der Reihe ohnehin nicht mehr dabei. (Siehe hierzu die TNG-Folge „Ungebetene Gäste“.)

                            Bewertung: „Tower of Babel“ ist ein Roman, der das Prädikat „Interessant“ absolut verdient. Leider bleibt der Unterhaltungsfaktor durch die umfangreiche Informationsvermittlung aber für eine ganze Weile auf der Strecke. Es ist schon eine sehr fordernde Welt, die Bennett dem Leser hier vorstellt. Interessant zu lesen, aber auch recht anstrengend, weil man selbst als Fan bisher viel über Rigel gehört, aber wenig gesehen hat. Bis man sich im Rigel-System schließlich zurecht gefunden hat, hat man eine ganze Weile lang also nur ein recht abstraktes Bild. So gut wie „A Choice of Futures“ hat mir Bennetts zweiter „Enterprise“-Roman leider nicht gefallen, aber er hat auch jeden Fall ein gewisses Etwas, das ihn zu einer lohnenswerten Lektüre macht. Und ich würde auch nicht so weit gehen, dass ich mich durch den Roman hätte „durchkämpfen“ müssen. Ich finde nur, der Roman hätte etwas leserfreundlicher geschrieben sein können. Eine Bewertung von 4 von 6 Sternen geht sich aber aus. Allein der tolle Schluss rund um die Orion-Schwestern und der Ausblick im Epilog auf das nächste „Rise oft he Federation“-Abenteuer werten den Roman noch mal etwas auf.

                            ____________________________
                            Diese und weitere Rezensionen sowie meine eigenen FanFicition-Romane zum Gratis-Download findet ihr auch auf meinem Blog:
                            | Romane, Treatments, Grafiken und noch ein bisschen mehr
                            Angehängte Dateien

                            Kommentar


                            • #15
                              Rise of the Federation: Uncertain Logic

                              In den frühen Monaten des Jahres 2165 siedelt Autor Christopher L. Bennett seinen dritten Roman an, der zeitlich nach der Gründung der Förderation bzw. nach Außerdienststellung der Enterprise NX-01 angesiedelt ist. Wie bei den beiden Romanen davor müssen wir Leser in diesem Roman aber nicht auf die frühere Crew der Enterprise verzichten. Aufgeteilt auf die Raumschiffe U.S.S. Endeavor – unter T’Pols Kommando – und U.S.S. Pioneer – unter Malcolm Reeds Kommando – erleben sie sowohl Abenteuer im unerforschten All, als auch innerhalb der Grenzen der Föderation. Und auch die Crew der U.S.S. Essex darf in “Uncertain Logic” wieder auftreten.


                              Bevor ich den Inhalt zusammenfasse, muss ich aber gleich vorweg den ersten Kritikpunkt nennen: "Uncertain Logic" erzählt drei völlig unzusammenhängende Geschichten. Die Abenteuer von Endeavor, Pioneer und Essex haben keine Berührungspunkte und nur die Gemeinsamkeit, dass sie zeitgleich ablaufen. Das macht die einzelnen Abenteuer zwar nicht schlechter, aber ich bevorzuge doch Romane mit etwas "kompakterer" Erzählweise bzw. solche, in denen voneinander unabhängige Handlungsstränge im Lauf der Geschichte (im Idealfall möglichst unvorhersehbar) zusammenführen. Soweit eine erste Anmerkung. Aber was genau erleben die Crews der drei genannten Schiffe denn genau in diesem Roman?

                              Die Endeavor bringt Admiral Archer nach Vulkan, wo die Überzeugungen des dort beheimateten Volkes ins Wanken geraten, als die angeblich "originalen Schriften" des Philosophen Surak in Frage gestellt werden. Die Schriften wurde in einem Artefakt namens Kir'Shara aufbewahrt, das vor über 10 Jahren vom damaligen Captain Archer, T'Pol und der nunmerhigen Ministerin T'Pau gefunden wurde. Die Veröffentlichung der Texte verhalf der pazifistischen Syranniten-Bewegung damals zur Ablöse der militanten Regierung von Administrator V'Las. Ein Jahrzehnt später nun die plötzliche Entdeckung: Im als einbruchssicher geltenden Archivraum wird festgestellt, dass es sich beim Kir'Shara um eine Fälschung handelt! Sofort treten natürlich ehemalige Unterstützer von V'Las, Mitglieder des früheren Oberkommandos und Gegner der Föderation auf den Plan, um diese Entdeckung zu ihren Gunsten zu nützen. Während das Klima für Fremde auf Vulkan zunehmend rauer wird, müssen Archer & Co herausfinden, was mit dem echten Kir'Shara geschehen ist um den Beweis anzutreten, dass die Entdeckung vor einem Jahrzehnt keine Verschwörung der Syranniten war, um die Macht an sich zu reißen.

                              Die U.S.S. Pioneer bricht in der Zwischenzeit in ein Raumgebiet auf, das aufgrund des Krieges gegen die Romulaner lange Zeit unpassierbar war. Doch auch nach Kriegsende ist dieses Gebiet nicht ungefährlich, denn wie sich herausstellt, gibt es im ganzen Gebiet vollautomatisierte Reparatur- und Servicestationen von jener Art, der Captain Reed und Commander Mayweather vor 13 Jahren begegnet sind. Die in diesem Raumgebiet lebenden Völker sind sich weitgehend im Unklaren über die Gefahr, die von diesen Stationen ausgeht, denn wenngleich die von ihren Computerintelligenzen offiziell geforderte Bezahlung gering erscheint, ist der heimlich eingeforderte Preis - das Crewmitglied eines reparierten Schiffes zur Aufrüstung der Computerkapazität - äußerst teuer. Travis Mayweather hätte selbst beinahe für den Rest seines Lebens an einen Computer angeschlossen geendet und die Motivation ist groß, andere vor dieser Gefahr zu warnen. Weil sich diese Reparaturstationen auch mit unbemannten und schwer bewaffneten Drohnenschiffen zu verteidigen wissen, kehrt die Pioneer mit einer kleinen andorianischen Flotte in dieses Gebiet zurück - und mit Trip Tucker an Bord der Pioneer, wo er erstmals seit vielen Jahren wieder auf Travis Mayweather trifft, der ihn für tot gehalten hatte. Ein alles andere als glückliches Wiedersehen.

                              Die Essex hat inzwischen den Planeten Sauria hinter sich gelassen und ist auf Besuch beim Volk der Deltaner. Deren spezieller Umgang mit Sexualität in Kombination mit ihrer Empathiefähigkeit und für Menschen unwiderstehlichen Pheromonen sorgt jedoch für einen ernsthaften diplomatischen Zwischenfall und ein Zerwürfnis zwischen der Föderation und den Deltanern. Und so fällt es Captain Shumar nicht gerade leicht, den Deltanern kurze Zeit später zu Hilfe zu eilen, als sich diesen durch die Orioner Gefahr droht.

                              Fazit: Wenngleich die drei Geschichten getrennt von einander ablaufen, ist jede für sich grundsolide Unterhaltung bis sehr gut. Die Story, die sich rund um Vulkan und das Mysterium rund um die Fälschung des Kir'Shara dreht, ist anfangs wegen der Unmöglichkeit, eine Fälschung ins Archiv zu schmuggeln, interessant. Was die Auswirkungen dieses Mysteriums auf das vulkanische Volk und die Politik angeht, erinnert die Geschichte jedoch recht stark an den Vulkan-Dreiteiler aus der 4. Staffel von "Enterprise" ("Der Anschlag"/"Zeit des Erwachens"/"Kir'Shara"). Eigentlich wird hier durch die Entdeckung zwischendurch wieder eine ähnliche Ausgangssituation geschaffen wie am Beginn dieses Dreiteilers und die Archer, T'Pol & Co versuchen die Sache aufzuklären und wieder die Syranniten (mit ihrer wohlwollenden Föderationspolitik) zu stärken. Insofern ist die Geschichte nicht wirklich originell, aber der Ablauf im Detail ist natürlich ein anderer und so bleibt diese Geschichte trotzdem unterhaltsam, bietet interessante Einblicke in die Politik und Mentalität der Vulkanier dieser Ära und hat auch einige spannende Passagen zu bieten. Das sogenannte "World-Building" von Christopher L. Bennett ist hier gelungener als bei seinem vorherigen Roman "Tower of Babel", was natürlich daran liegt, dass man als Star Trek-Kenner über Vulkan im Vorhinein schon mehr weiß als über das Rigel-System. In "Tower of Babel" hat Bennett äußerst viele Informationen aus ergänzender Star Trek-Literatur herangezogen, um die Informationslücken zu füllen, im Falle von Vulkan konnte er auf in den Serien und Filmen etablierte Informationen für sein Grundgerüst zurückgreifen.


                              Archer, T'Pol und T'Pau fanden einst das Kir'Shara
                              in der Staffel-4-Folge "Zeit des Erwachens".

                              Der Ausgangspunkt der Story rund um die U.S.S. Pioneer und ihre Mission ist ebenfalls in der TV-Serie zu finden. Die Folge "Todesstation" ist sicher eine der besten der 2. Staffel und ganz am Schluss wurde eine Rückkehr dieser Bedrohung auch schon angedeutet. In Romanform ist es nun soweit und es stellt sich heraus, dass diese Technologie - im Roman bezeichnet als "Ware" - sehr weit verbreitet ist. Die Pioneer trifft auf einzelne Schiffe, die auf einer der Reparaturstationen Crewmitglieder verloren, ganze Planetenzivilisationen, die von der Technologie abhängig wurden und auch solche Völker, die sich auf dem Weg dorthin befinden und wo die Machthaber sogar wissentlich bereit sind, den Preis in Form von Leben für den Fortschritt zu bezahlen. Die Mission der Pioneer besteht darin, die Erschaffer der "Ware" ausfindig zu machen und den Grund für die Verbreitung ihrer vollautomatisierten Technologie herauszufinden. Dafür an Bord kommt undercover ein Spezialist von Sektion 31 - Charles "Trip" Tucker.

                              Während Captain Reed über Trips vorgetäuschten Tod Bescheid weiß, erfährt Travis Mayweather erst jetzt vom Überleben des früheren Enterprise-Chefingenieurs. Diese erneute Zusammenarbeit von Trip mit seinen früheren Kollegen und Freunden hätte ein großes Highlight dieses Handlungsstrangs sein können. Wurde es aber vor allem deshalb nicht, da Trip kaum noch im Roman auftaucht sobald die Pioneer ihre Mission beginnt. Es gibt kaum Interaktion zwischen Trip und Malcolm und das erste Aufeinandertreffen mit Travis ist von etwas übertriebener Wut gezeichnet. Bennett muss hier wieder einmal für die Dummheit des Autorenteams Mangels & Martin büßen, die völlig unnötigerweise Trips "Tod" gegenüber der Darstellung in der Serie um volle 6 Jahre vorverlegt haben. Also rekapitulieren wir: Schon seit 10 Jahren - in denen ein großer Krieg stattgefunden und seine Sternenflottenkarriere ihn auf mehrere Schiffe geführt hat - hat er keinen Kontakt mehr zu Trip Tucker, mit dem er vor diesen 10 Jahren nur 4 Jahre zusammengearbeitet aber damals nicht besonders stark interagiert hat. Es ist ja schön, wenn eine Crew zu einer Art Familie zusammenwächst, aber je mehr Zeit vergeht, des schwerer haben es die "Enterprise"-Romane für mich, Trip noch als Teil dieser Familie zu sehen. Es wäre leichter gewesen, hätte Bennett einfach verschwiegen, dass Trip und Mayweather sich vor einer halben Ewigkeit nur 4 Jahre lang ein bisschen kannten. Aber eine seiner "lästigen" Eigenschaften ist es, sehr detaillierte Beschreibungen von Personen und ihrem Werdegang zu liefern. In diesem Fall wäre es besser gewesen, einfach zu verschweigen, was Mangels & Martin mit Trip verbrochen haben. Sicher, es wäre immer noch Teil der Kontinuität gewesen. Aber die Szene, wenn Mayweather Trip beinahe an die Gurgel geht und die folgende Feindseligkeit, verlieren einfach durch die Erwähnung der Zeitspannen an Glaubwürdigkeit. Hier hätte sich Bennett wirklich zurückhalten sollen oder gar die Chance nützen sollen, den Fehler von Mangels & Martin zu reparieren. Aber vielleicht ringt er sich ja in seinem vierten Roman dazu durch, denn am Ende verbleibt Trip noch an Bord der Pioneer.


                              Die Reparaturstation, an die die Enterprise in der Folge
                              "Todesstation" anlegte, ist nicht die einzige ihrer Art.

                              Die Erlebnisse der Essex-Crew nehmen den kleinsten Teil des Buches ein und der Besuch auf Delta IV ist sehr interessant beschrieben. Bennett schafft es sehr gut, die Kultur der Deltaner zu beschreiben obwohl der Kanon (eigentlich nur der erste Star Trek-Kinofilm) hier nur wenige Schlagworte lieferte. Wie gewohnt gelingt es Bennett, diese kleinen Hinweise zu einem stimmigen Ganzen zu vereinen. Allerdings sind Konflikte zumindest in diesem Roman nicht Bennetts Stärke. War bereits der persönliche Konflikt Trip/Travis nicht besonders gelungen, wirkt der Konflikt Föderation/Delta ebenfalls übertrieben. Captain Shumar ist hier jedenfalls alles andere als ein guter Diplomat, resultiert das gespannte Verhältnis mit den Deltanern doch ausschließlich aus einem kulturellen Missverständnis. Mit schlimmen Folgen für zumindest ein Crewmitglied der Essex, aber trotzdem ist Shumars Reaktion zumindest in der gewählten Formulierung ziemlich harsch. Die Menschen sind jetzt schon eine Weile im All unterwegs und die Föderation ist ebenfalls schon einige Zeit etabliert. Unerfahrenheit im Umgang mit anderen Völkern will ich hier in Shumars Fall nicht mehr gelten lassen. Dafür zeigen uns die anderen beiden Handlungsstränge des Romans genau jene Personen, die für ihn eigentlich die Pionierarbeit geleistet haben.


                              Die Navigatorin Ilia trat im ersten Star Trek-Kinofilm als bisher einzige
                              Vertreterin ihrer Spezies in den Vordergrund der Handlung.


                              Bewertung: Mein Fazit konzentrierte sich stark auf die negativen Aspekte des Romans, aber ich will auch betonen, dass es abgesehen davon weitaus mehr Licht als Schatten gab. "Uncertain Logic" zeigt zwar auf, dass es nicht immer ideal ist, den Leser möglichst viele Informationen vorzukauen. Anderseits gibt Bennett auch Gelegenheitslesern damit sicher die Möglichkeit, in die Geschichte hineinzufinden und vor allem seine ausführliche Beschreibung von Umgebungen profitiert von diesem Stil. Es gelingt ihm, eine Faszination für das Fremde und Unbekannte zu wecken. Weiters lobend zu erwähnen ist auch so manche humorvolle Stelle. Die Art der Dialoggestaltung ist bei "Enterprise" stilistisch durchaus anders, "bodenständiger" als z.B. bei "The Next Generation" und Bennett überträgt dies sehr gut in seinen Roman. Bei den Charakteren selbst und ihren Handlungsmotiven hingegen gibt es jedoch Verbesserungspotenzial, vor allem auf der Konfliktebene, die Bennett z.B. auch auf anderer Ebene scheut. Im englischsprachigen Form TrekBBS ist Bennett ein sehr aktiver User und daher ist einiges über seine Vorlieben als Schriftsteller bekannt. Unter anderem, dass er kein Freund von Weltraumgefechten ist. Seine Tendenz, diese möglichst kurz zu halten oder gänzlich zu vermeiden, ist in diesem Roman auch ersichtlich - wenn man es weiß. Es ist auch ganz interessant, darauf zu achten.

                              Bennetts erstem Enterprise-Roman habe ich 5 Sterne gegeben, dem zweiten 4 Sterne. "Uncertain Logic" würde ich genau dazwischen ansiedeln, da ich aber keine halben Sterne vergebe, erhält sein dritter Roman von mir gute 4 Sterne. Tendenz klar nach oben.

                              ____________________________
                              Diese und weitere Rezensionen sowie meine eigenen FanFicition-Romane zum Gratis-Download findet ihr auch auf meinem Blog:
                              https://rumschreiber.wordpress.com/
                              Angehängte Dateien

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X