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Wissensverarbeitung bei den Borg

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  • Wissensverarbeitung bei den Borg

    Hallo zusammen,

    als Informatiker interessiere ich mich gerade für die Wissensverarbeitung bei den Borg.
    Allerdings fehlen mir da noch ein paar Details, was da genau im Hintergrund abläuft.

    Fakt ist ja:
    Die Borg assimilieren und das zugehörige Wissen ist nach der Assimilation binnen Sekunden im ganzen Kollektiv verbreitet.
    Neben einer spektakulären Netzwerkperformance spricht das ja auch für einen leistungsfähigen Wissensverarbeitungsprozess:
    Wissen aus heterogenen Quellen wird so aufbereitet, dass jeder im Kollektiv das verwenden kann.

    Wie sieht das allerdings konkret aus?
    Wird das Wissen nach Assimilation aus dem neuen Borg extrahiert, entsprechend aufbereitet und dann zentral irgendwo abgespeichert? Oder stellen die Drohnen selbst kleine verteilte Speichersysteme dar, auf die bei Anfragen zugegriffen werden wird (eher im Sinne von Peer2Peer). Zusätzliche Technologien dienen dann nur dem Backup.

    Auch ist mir nicht ganz klar: Verwenden die Borg unterschiedliche Systeme um mit ihren Informationen umzugehen?
    Etwa das Steuerungsinformation getrennt von den Wissensdatenbanken gehalten werden werden und ab und zu aus Erfahrungen der Steuerungsinformationen neues Wissen für die Wissensdatenbanken generiert wird?
    Insbesondere ist dabei der Anpassungsprozess gemeint: Externe Ereignisse werden erkannt und Informationen generiert, diese Informationen werden analyisiert und Wissen damit generiert und letztendlich dann daraus eine Lösung generiert.
    Würden alle Informationen über alle Ereginisse die ein Borg erlebt jeder Drohne zur Verfügung stehen wäre das ganze System doch von Infos absolut überflutet.
    Das ganze spricht irgendwie auch dafür, dass noch ziemlich viel lokal verarbeitet wird, bevor es an das Borgkollektiv weitergeleitet wird. Fakt scheint aber zu sein, dass sich der ganze Prozess in Echtzeit abwickeln lässt.

    Freue mich schon auf eine spannende Diskussion.

  • #2
    Hallo johnyman, herzlich willkommen und danke für eine gute inhaltliche Frage in Deinem ersten Beitrag im SFF. Das lässt auf viele gute Diskussionen hoffen.

    Über den Begriff "Alkoven" stieß ich im normalen wiki
    (nicht im Star-Trek wiki -> Memory Alpha <-, in dem man zu fast jedem Star Trek Begriff was findet) auf folgenden imho guten Artikel:

    Völker und Gruppierungen im Star-Trek-Universum ? Wikipedia

    Noch viel Spaß im Forum und \\// LLAP
    \\// Dup dor a´az Mubster
    TWR www.labrador-lord.de
    United Federation of Featherless
    SFF The 6th Year - to be continued

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    • #3
      Wissen aus heterogenen Quellen wird so aufbereitet, dass jeder im Kollektiv das verwenden kann.

      Die Frage dabei ist, wie heterogen die Quellen nach der Assimilation noch sind. Immerhin ist ein Teil davon eine Komplettüberholung der internen Biologie der neuen Drohne. Möglich, dass da auch schon "standardisiert" wird.


      Wird das Wissen nach Assimilation aus dem neuen Borg extrahiert, entsprechend aufbereitet und dann zentral irgendwo abgespeichert? Oder stellen die Drohnen selbst kleine verteilte Speichersysteme dar, auf die bei Anfragen zugegriffen werden wird (eher im Sinne von Peer2Peer). Zusätzliche Technologien dienen dann nur dem Backup.

      Ich bevorzuge persönlich die P2P-Interpretation (bzw. die Interpretation des Kollektivs als gigantischem, redundantem Rechencluster), insbesondere weil sich ein zentrales Speicher- und Verarbeitungssystem mit ein paar onscreen-Fakten beißen dürfte: Drohnen wie Seven, die vom Kollektiv getrennt wurden haben immerhin trotzdem noch Zugriff auf Wissen des Kollektivs, also muss ein Teil der Informationen auf den Drohnen "zwischengespeichert" sein. Macht im Sinne der Redundanz ohnehin Sinn.


      So wie ich das sehe findet sämtliche Datenspeicherung und -verarbeitung in den Drohnen selbst statt, die sonstige Hardware wie Vinculi und Verteilerknoten dient im Prinzip nur als koordinierendes oder organisierendes Element.
      Und selbst die wären nur oberhalb einer bestimmten Anzahl zu koordinierender Drohnen nötig.


      Würden alle Informationen über alle Ereginisse die ein Borg erlebt jeder Drohne zur Verfügung stehen wäre das ganze System doch von Infos absolut überflutet.

      Sehe ich ähnlich, meine Erklärung wäre dass neue Informationen auf einzelne Drohnen verteilt wird, die mit diesen Informationen am ehesten arbeiten müssen oder evtl. auf dieses spezielle Wissensgebiet spezialisiert sind.
      Andere Drohnen rufen diese Informationen nur dann ab, wenn ein tatsächlicher Bedarf besteht, "cachen" die Informationen aber zur Verarbeitung trotzdem nochmal in sich selbst (würde IMO auch erklären warum Seven so viel Wissen mitnehmen konnte, sie war immerhin eine relativ hochrangige Drohne über die viele Informationen geflossen sein dürften).


      Das ganze spricht irgendwie auch dafür, dass noch ziemlich viel lokal verarbeitet wird, bevor es an das Borgkollektiv weitergeleitet wird.

      Das sehe ich so, dass die Informationsspeicherung und -verarbeitung komplett auf den Drohnen läuft und das Kollektiv (bzw. das "Schwarmbewusstsein") selbst nur die Aufgaben und Problemstellungen verteilt und Ergebnisse "einsammelt".

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      • #4
        Sehr spannende Diskussion! Ich frage mich gerade wo würdet ihr die Borg-Königin denn einordnen? Die ist ja immerhin eigentlich auch schon ein Paradoxon im Kollektiv.
        »If you can dream it, you can do it.« - Walt Disney
        »There is no doubt that creativity is the most important human resource of all. Without creativity, there would be no progress, and we would be forever repeating the same patterns.« - Edward de Bono

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        • #5
          Ich sehe sie als eine Art von "Zusatzprozessor", eine spezialisierte Plattform auf die das Schwarmbewusstsein in kritischen Situationen die Koordination der Drohnen vor Ort auslagert. Mit der Zweitfunktion, die Borg auch gegenüber anderen Spezies repräsentieren zu können.

          Wie sie selbst sagt: Sie bringt "Ordnung in das Chaos".

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          • #6
            Zitat von Drakespawn Beitrag anzeigen
            Wie sie selbst sagt: Sie bringt "Ordnung in das Chaos".
            Das macht doch schon das Vinculum das in jedem Borgschiff ist. Das Ding soll da dafür sorgen das alle "unnützen Gedanken" jeder Drohne ausgesiebt werden. Evtl. ist das Teil auch dafür verantwortlich welche Informationen bzw. welches Wissen für das Kollektiv wichtig ist und welches nicht?
            "noH QapmeH wo' Qaw'lu'chugh yay chavbe'lu' 'ej wo' choqmeH may' DoHlu'chugh lujbe'lu'!"

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            • #7
              Zitat von johnyman Beitrag anzeigen
              als Informatiker interessiere ich mich gerade für die Wissensverarbeitung bei den Borg.
              Fakt ist ja: Du wirst sinnvollere und konsistentere Überlegungen zum Thema Wissens- und Informationsverarbeitung anstellen, als es die meisten Star-Trek-Autoren und -Produzenten je getan haben. Die Kunst und Unterhaltung war schon immer Inspiration für die Wissenschaft. Umgekehrt wirst du beim Durchleuchten einer TV-Serie nach wissenschaftlichen Methoden aber schnell auf Lücken stoßen.

              Was wir, denke ich, trotzdem festhalten können:
              1. Jede einzelne Drohne hat einen großen Wissensschatz.
              2. Die Borg teilen viele ihrer "Informationsprozesse".
              3. Nicht jeder Borg weiß alles vom Kollektiv.

              Dazu folgende Stellen als Grundlage:

              1. Seven of Nine zeigt immer wieder (nach menschlichen Maßstäben) außergewöhnliches Wissen, z.B. über eine bestimmte Spezies, auch nachdem sie vom Borgkollektiv getrennt wurde. Es wird durch den Dialog deutlich gemacht, dass sie dieses Wissen hat, weil sie ehemalige Borg ist. Wir können also schließen, dass alle Borg mit einem breiten "Grundwissensschatz" ausgestattet werden.

              Alternative Theorie: Die meisten Borg sind dumme Idioten und Seven of Nine ist eine besser qualifizierte Ausnahme, weil sie als "Tertiary Adjunct of Unimatrix Zero" in relativer Nähe zur Borgkönigin beschäftigt war.

              2. Besonders in VOY gibt es immer wieder Folgen, in denen einzelne Individuen, Gruppen bzw. Kinder aus dem Kollektiv herausgelöst werden. Immer dann zeigt sich, dass die Borg in hohem Maße in die kognitiven "Denk- und Entscheidungsprozesse" des Kollektivs eingebunden waren und nach ihrer Befreiung sich das - salopp gesagt - "Gruppengefühl" der Borg zunächst wieder herbeisehnen.

              3. Das zeigt sich in First Contact, als Cpt. Picard den Informationsverarbeitungschip aus dem Borgkadaver zieht und erklärt, dass der Chip die letzten Instruktionen enthält, die dieser Borg vom Kollektiv erhalten hat. Die Aussage macht nur Sinn, wenn die Instruktionen lediglich eine Teilmenge der aktuellen Strategie der Borg enthält. Sonst hätte Picard möglicherweise gesagt: "Super, damit kennen wir die umfassenden Pläne der Borg bis ins Detail!"

              Womöglich wollte Picard aber Lily - nachdem er schon Mühe hatte, sie durch den assimilierten Korridor zu führen - nicht mit komplizierten Erklärungen zum Thema "kollektives Bewusstsein" weiter belasten.

              Deine spezielle Frage (entschuldige, wenn ich dich falsch verstanden habe) zielt auf die Abstraktion ab, also an welcher Stelle assimiliertes Spezialwissen in größere, allgemeinere Denkprozesse eingebunden wird. Über diese Frage können wir, denke ich, da schon die o.g. Aussagen nicht ganz eindeutig sind, an dieser Stelle nur spekulieren.

              Es gibt eine bestimmte Folge, VOY: Scorpion I/II, die sich genau deiner Frage widmet. Dort wird sinngemäß gesagt, dass die Borg Wissen nur assimilieren, aber nicht selbst Ideen entwickeln können. Daher konnten sie nicht durch wissenschaftliches Nachforschen zum gleichen Ergebnis kommen wie der Doktor.

              Eigentlich ist das ein Widerspruch in sich, da immer ein gewisses Abstraktionsvermögen notwendig ist, um (assimiliertes) Wissen anwenden zu können. Wenn wir die Aussagen großzügig interpretieren, bleibt zu sagen, dass die Fähigkeit der Borg, Wissen zu abstrahieren, zumindest sehr eingeschränkt sein muss. (-> Möglicherweise gerade auf Grund ihrer "Netzwerkstruktur"!)

              Ein weitere Widerspruch ist die Aussage "Instruktionen, die dieser Borg vom Kollektiv erhalten hat". Was genau ist "das Kollektiv", wenn nicht die Summe aller Borg? Wenn alle Borg gleichberechtigt wären, müsste die Aussage eher "Instruktionen, die dieser Borg zusammen mit den anderen Borg beschlossen/berechnet/entwickelt/... hat" lauten.

              Interessant finde ich die Frage, wo genau die Trennung zwischen der Datenspeicherung, der Berechnung und den Entscheidungen liegt:Gehen wir davon aus, dass die meisten Borg ein großes "Grundwissen" haben, okay. Viele Borg können an umfangreichen Rechenprozessen beteiligt werden (Verteiltes Rechnen), das bedeutet aber nicht, dass ihnen Sinn und Zweck der Berechnug im Ganzen bekannt sein muss. Die meisten Borg scheinen über die übergeordnete Abläufe an Bord eines Borgschiffes oder während einer Borgoperation (z.B. Verhinderung des Ersten Kontakts) informiert zu sein, so ist das "Stimmengewirr" zu deuten. Das heißt aber nicht, dass sie an der Entscheidungs dieser Pläne notwendigerweise beteiligt waren.

              Es scheint da in Star Trek selbst zwei unterschiedliche Ansätze zu geben: Die meisten Folgen aus VOY, in denen Kollektive teilweise abgrennt wurden (VOY: Collective, VOY: Survival Instinct, VOY: Unity) stellen die Borg so dar, dass sie versuchen "alles gemeinsam zu machen". Hier gibt es keine Differenzierung zwischen den Borg. First Contact und Folgen, in denen die Borgkönigin eine Rolle spielt, gehen eher in die Richtung, dass es eine Hierarchie, Befehlshaber und mehr und weniger eingeweihte Borg gibt.

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