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Enterprise Resümee

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  • Enterprise Resümee

    Nachdem ich in den letzten Tagen viel am Computer zu tun hatte, hab ich mir kurzerhand einen zweiten Monitor dazugestellt und Enterprise geschaut. Die 4 Staffeln hab ich so schnell abgespult - gestern fertig geworden. So schnell hab ich glaub ich noch keine Serie geschaut ...

    Zum Thema. Ich möchte mal kurz die Charaktere erwähnen:
    Archer - Ein unkomplizierter Charakter der seine Prinzipien hat und danach handelt. So habe ich ihn verstanden und so wurde er auch von Bakula gespielt. Meiner Ansicht nach hat auch seine Hau-Drauf Cowboy Art nicht geschadet. Leider hat der Charakter selbst aber nur vernachlässigbare Veränderungen durchgemacht. In Staffel 3 handelte er einige Male zweifelhaft, was in Home kurz behandelt wurde. Dummerweise auch nur da. Andernfalls hätte man da durchaus was daraus machen können was die Charakterentwicklung angeht.

    T'Pol - Neben Trip mein Lieblingscharakter in ENT und meiner Ansicht nach auch diejenige mit am meisten Tiefe und Veränderung. Das erwähne ich deshalb, weil ich einen zweiten Tuvok erwartet hätte. Der hat sich in 7 Staffeln Voyager nicht verändert. Ein paar kleinere Krisen hatten keine Auswirkungen auf ihn. Bei T'Pol war das anders. Man hat mit ihr die Vulkanier als Spezies näher durchleuchtet, ohne - wie in Voyager mit den Borg - den Mythos Vulkanier zu zerstören (die Vulkanierzombies mal abgesehen - allerdings hat die Folge eine durchaus brauchbare Grundlage für die Abhängigkeit und Entwicklung T'Pols geliefert).
    Auf der anderen Seite der Charakterentwicklung steht natürlich die sexuelle Inszenierung die dermaßen aufgesetzt war und von Folge zu Folge schlimmer wurde, dass ich mir wirklich ein paar mal an den Kopf fassen musste und mich gefragt hatte warum sowas in Star Trek vorkommt. DS9 hatte 2 Beziehungen und beide sind ohne solch "Sex-Sells" Szenen ausgekommen. Ich hab zwar nicht gegen einbisschen nackte Haut, aber man hats da einfach überstrapaziert. Das hat man dann glücklicherweise in Staffel 4 wieder abgedreht.

    Trip - War mir zu Beginn total unsympathisch und konnte nichts mit seinem Charakter anfangen. Relativ schnell wurde aus Antipathie aber Sympathie. Seine Interaktion (schon von Beginn an) mit T'Pol fand ich amüsant, sein Verhältnis mit Archer war stimmig und auch sonst fügte er sich dann immer besser ins Gesamtbild ein. Die Gesichte mit dem Tod seiner Schwester hat ihm dann auch zumindest einbisschen Tiefe gegeben und T'Pol gab dann den Rest zur Charakterentwicklung.

    Reed - Ein sehr flacher Charakter. Hier bin ich mir aber sicher, dass nach Staffel 4 durchaus eine sehr interessante Entwicklung drinnen gewesen wäre (Section 31 Stories z.b.). In Staffel 3 war zumindest der Konflikit mit Hayes zweckdienlich für seinen Charakter. Sein dümmliches gegrinse wenn er wieder mal die Phase-Cannons abfeuern durfte war allerdings eher Fehl am Platz.

    Phlox - Hatte meiner Ansicht nach zu wenig Screentime. Bashir und der Doktor (VOY) hatten da durchwegs mehr zu erzählen. Alles in allem waren die Ansätze aber durchaus interessant die man Phlox spendiert hat. Seine Briefe an den befreundeten Doktor waren auch immer nett inszeniert.

    Hoshi - Mit ihrem Charakter konnte ich mich einfach nicht anfreunden. Sie hat mich zwar nie genervt oder wirkte Fehl am Platz, aber sie war für mich auch immer sehr abgegrenzt. Die einzige Entwicklung die sie durchgemacht hat war die Kontrolle ihrer Ängste. Danach stand die Enwicklung still.

    Mayweather - Der Quotenschwarze. Mehr fällt mir garnicht zu ihm ein. Der war noch flacher als Reed. Sein Besuch auf seinem Frachter schaffte da keine Abhilfe und auch sonst gabs jetzt keine Episode an die ich mich erinnere die ihn ins Rampenlicht gerückt hätte. Für mein Empfinden wurde er auch immer viel zu naiv dargestellt.

    ----

    Zum Inhalt und Verlauf der Serie:
    Die erste Hälfte der ersten Staffel war durchaus vielversprechend. Aber kurz danach gings dann eher bergab. Das Staffelfinale war dann noch ganz nett und auch Carbon Creek fand ich gut. Danach schwächeltere und tümpelte die Staffel so vor sich hin. Ein paar nette Folgen hier und da gab es natürlich, aber alles in allem meiner Ansicht nach die schwächste Staffel. Am Ende der Staffel dann aus heiterem Himmel die Xindi. Das war eine sehr radikale Wende - zu radikal für meinen Geschmack. Das hätte man eleganter lösen können.

    Dennoch, die Staffel wurde wieder interessanter. Nicht unbedingt weil die Handlung mit einem Schlag besser wurde, sondern weil mir das Konzept besser gefiel. Man hat die eine Staffel auf ein Ziel ausgerichtet und von Folge zu Folge kam man dem Ziel näher. Den Einzelepisoden konnte ich wenig abgewinnen - vorallem weil es wirklich keine brauchbaren (wenn überhaupt) Charakterepisoden gab. Aber auch hier war der Anfang der 3. Staffel eher schwach. Erst mit Twilight ging es dann wieder bergauf und von da an wurde es fast kontinuierlich besser (Similitude war z.b. genial, während Chosen Realm
    z.b. extrem schwach war) und gegen Ende meiner Ansicht nach sogar wirklich klasse. Man hat zwar die Action nicht hinter sich gelassen, aber man hat einige moralische Fragen aufgeworfen die zumindest wieder an Star Trek erinnert haben.

    Die hochgelobte vierte Staffel hat Mal mit einem dicken Schmunzeln begonnen - wobei eigentlich die 3. Staffel so geendet hat. Nazidämonenaliens - klasse - wem zum Geier ist das eingefallen? Zumindest war die Fortführung dann nicht völlig für die Fische - wenngleich ich Siliks auftreten völlig überflüssig fand. Danach gings dann merklich berauf. Home - die erste wirkliche Charakterfolge in Enterprise. Hat mir enorm gut gefallen. Und auch danach kam echtes Star Trek. Man hat Konflikte aufgegriffen die man von früher kannte, man hat wieder etwas mehr Kontinuität reingebracht und auch das Konzept der verbundenen Handlungsstänge wurde nicht völlig aufgelöst. Alles in allem eine sehr starke Staffel. Dem allgemeinen Tenor schließe ich mich hiermit also an. Auch mit der letzten Episode.

    Terra Prime hätte 20 Minuten länger sein sollen und die Serie zu einem guten Schluss bringen können. Stattdessen eine katastrophale letzte Episode. Was alles nicht gepasst hat kann man eh oft genug im entsprechenden Episodenthread hier im Forum nachlesen. Aber extra erwähnen will ich zwei Dinge:
    1. Warum zum Geier tötet man Trip? Hätte ich raten müssen wer stirbt, dann hätte ich auf ihn getippt. Aber die Art wie man den Charakter abtreten lässt - grausam. Da hat es mindestens ein Dutzend solcher Momente gegeben in denen er sich demnach in die Luft sprengen hätte müssen ... Völlig überflüssig.
    2. Was sollte das Auflösen von Trips und T'Pols Beziehung? Diese lange Unsicherheit in der vorangegangenen Staffel hat man meiner Ansicht nach gekonnt in Terra Prime beseitigt und den Weg für die beiden geebnet. Stattdessen sowas O_o Völlig hirnrissig.

    ---

    Und Allgemeines:
    Enterprise hätte weit mehr Charakterepisoden benötigt. Das Zusammenspiel der Charaktere war, in den Episoden in denen es vorhanden war, gut bis sehr gut. Leider kam es zu selten dazu. Die Chemie hat da durchaus gestimmt.

    Was mir dagegen sehr gut gefallen hat war der Realismus der Serie. Auch wenn man immer auf Cowboy gemacht hat, so war das Verhalten der Charaktere selbst über weite Teile authentisch. Auch die militärische Eingreiftruppe hat Enterprise als einzige Star Trek Serie einen realisitischen Touch gegeben wenn es um Feuergefechte geht (DS9 The Siege of AR... mal ausgenommen).

    Dass die Serie die Kontinuität des Star Trek Universums in irgendeiner Weise durcheinander gebracht hätte stört mich nicht. Neue Rassen einzubringen hielt ich ebenfalls nicht für so unglaubwürdig - immerhin war die ENT-E meist am Rand des Föderationsgebiets und DS9 und VOY haben sowieso immer woanders gespielt. Was in der "unmittelbaren Nachbarschaft" so los ist hat man ja eh nie erfahren. Lediglich die Taliban .. ähh ... Suliban empfand ich als kreativen Fehlgriff. Da waren die Xindi schon interessanter. Aber wie gesagt waren die Episoden um die klassischen Star Trek Spezies in der 4. Staffel eigentlich um Längen besser.
    Diese Temporal Cold War Geschichten haben mich da schon mehr genervt. Meiner Ansicht in sich schon völlig unlogische Geschichten (ohne weitere Auswirkungen auf das Star Trek Universum gesehen).

    Ansonsten fällt mir jetzt gerade nichts mehr ein. Was zu sagen bleibt, ist, dass Enterprise mir insgesamt gut gefallen hat und nach der 3. und besonders der 4. Staffel durchaus noch weitere 3 Staffeln verdient hätte. Die Serie hat sehr viel verschenktes Potential, was man in der 4. Staffel deutlich sehen konnte. Schade, dass die Serie abgesetzt wurde.

  • #2
    Ah! Guter Thread! Bin mir zwar nicht sicher, ob wir einen ähnlichen Thread nicht schon hatten, aber ich schreibe gerne hier mal was zu!

    Dann mache ich das mal ähnlich, wie cmE, also angefangen mit:

    Charaktere:

    Archer: Zitat cmE:
    Ein unkomplizierter Charakter der seine Prinzipien hat und danach handelt. So habe ich ihn verstanden und so wurde er auch von Bakula gespielt. Meiner Ansicht nach hat auch seine Hau-Drauf Cowboy Art nicht geschadet. Leider hat der Charakter selbst aber nur vernachlässigbare Veränderungen durchgemacht. In Staffel 3 handelte er einige Male zweifelhaft, was in Home kurz behandelt wurde. Dummerweise auch nur da. Andernfalls hätte man da durchaus was daraus machen können was die Charakterentwicklung angeht.
    Sehe ich ziemlich ähnlich, eine gute Einschätzung. Ich würde einfach hinzufügend sagen, dass Archer wohl vor der 4. Staffel mehr Reagierend und in der 4. Staffel als Veränderung seine Art für mehr Agierendes, vorausschauenderes, gestalterischeres Handeln nutzte!
    Ich mag Archer jedenfalls sehr! Unheimlich sympathisch der Charakter, wie der Schauspieler!

    T'Pol: Natürlich einer der interessantesten Charaktere. Insgesamt aber mir nicht soo nahe stehend. Vieles bei ihrem Charakter war zu dem zu unpassend und gestellt gemacht worden. Positiv ist natürlich, dass aus ihrer Rolle kein langweiliger Tuvok 2 wurde, sondern sie sich entwickeln und von dem üblichen stereotypen Vulkanier-Gehabe abweichen konnte. Auch, wenn das teilweise auch etwas zu weit ging. Oder anders gesagt: Ich bin immer der Meinung, dass Vulkanier durchaus interessant sein können, auch wenn sie eigentlich so emotionslos wirken. Eigentlich könnten sie sogar eine der interessantesten Charaktere sein, wenn man es richtig macht! Denn merke: Vulkanier sind keineswegs emotionslos! Sie kontrollieren ihre Gefühle nur extrem. Aber sie haben welche und diese prägen ja durchaus einige ihrer Eigenheiten. Vulkanier haben schließlich auch Vorlieben in Ästhethik, Musik und lieben natürlich auch. Auch wenn das alles sehr kontrolliert ist.

    Trip: "Nur" meine Nr. 2 der Serie, die 1 ist Archer. Aber Trip war von Anfang an gut und wurde zunehmend besser, was natürlich vor allem an seiner Beziehung mit T'Pol und - und das teilweise in Verbindung mit der Beziehung zu T'Pol - an dem Tod seiner Schwester lag. Aber auch an etwas, was ich sehr gut rübergebracht fand: Seine Freundschaft zu Archer! Gerade, weil Archer der Captain ist. Die freundschaftlichen Momente zwischen den beiden, insbesondere wenn sie alleine waren, lassen auch gerade Archer und allgemein alles, weniger streng und kühl wirken.

    Reed: Ich mag Malcolm sehr! Mal abgsehen von seiner Waffenvernarrtheit, ist er ein total sympathischer, weil eben normaler, echter Mensch! Ich habe ihn immer gerne erlebt. Leider wurde er zu wenig von den Autoren beachtet, da wäre viel drin gewesen! So gefallen mir dann auch die Szenen besonders gut, wenn das mal besser lief. Ganz besonders habe ich da die viel zu wenig auftauchenden freundschaftlichen Szenen mit Trip im Kopf. Gerade in der 4. Staffel in "United", welche für mich charakterlich eine der schönsten Szenen der Serie ist.

    Phlox: Wie kann man diesen Doc nicht mögen?! Ich meine, er ist nett, er ist unterhaltsam merkwürdig, er ist witzig, cool, eine wohltuende Art und hat zudem auch noch Ideale und Tiefe.
    Die Schande ist, dass er viel zu wenig Screentime bekommen hat!

    Hoshi: Langweilig und blass. Viel mehr fällt mir zu ihr nicht ein. Leider. Die erste Hälfte der 1. Staffel hatte sie ja noch Nutzen, danach eigentlich keinen mehr. Nervig war sie nicht, aber wirklich überflüssig.

    Mayweather: Er hat, wenn ich mich recht entsinne, eine oder gar zwei gute Szenen, in der dann sogar sein Schauspiel überzeugt! Ansonsten ist letzteres nichtssagend, was aber auch viel daran gelegen haben mag, dass er als Charakter einfach wenig Szenen, wenig zu sagen oder überhaupt nicht interessant, sondern stinklangweilig gewesen ist! Und "seine" 2 Episoden waren auch belanglos und ohne Auswirkungen.



    Zum Inhalt und Verlauf der Serie:

    Ich bin ja der Meinung, dass Enterprise die beste 1. Staffel unter den ST-Serien hat! Die erste Hälfte der 1. Staffel arbeitet gut mit Entdeckertum, Unbeholfenheit der Crew, auch wenn ich damals ein bissjen Probleme damit hatte, da mir das häufiger irgendwie zu träge war. Die 2. Hälfte der 1. Staffel verliert dieses aber leider, ist aber größtenteils dennoch gut. "Andorian Incident", "Shadows of P'Jem" oder auch "Fallen Hero" habe ich noch positiv im Gedächtnis!
    Gut, aber auch wieder etwas damit übertrieben wurde es mit dem Einmischen von T'Pol in Archers Entscheidungen.

    Staffel 2 ist insgesamt zu sehr wie TNG, anstatt sich der Prequel-Thematik zu widmen. Aber rein qualitativ was die Folgen angeht, haben wir zwar häufig schlechtere Folgen als in Staffel 1, aber die guten Folgen, die nicht weniger als in der 1. Staffel sind, sind dafür auch umso besser und daher auch einiges besser als noch in Staffel 1! So hat diese Staffel viel helles Licht und viel dunklen Schatten, irgendwie ist sie mir aber lieber als S1, vielleicht auch, weil die Charaktere besser aufeinander eingespielt sind.

    Staffel 3, mit der Storyline, kam wirklich etwas zu plötzlich. Aber die Storyline und die Staffel an sich, fand ich mit ihrer starken Kontinuität und vielen Top-Folgen, sowie den sehr interessanten Xindi richtig klasse!

    Staffel 4 ist dann, von Ausnahmen wie "Daedalus" und der letzten Folge, insgesamt einfach nur noch super geil geworden! Wunderbare Bezüge zu TOS und den anderen ST-Serien, tolle Mehrteiler, gute Charakterszenen, viel Spannung und Fortwärtsdrall des intergalaktischen roten Fadens!
    "Storm Front" war zwar mit seinen zeitreisenden Alien-Nazis bescheuert, unterhält dafür aber solide-gut. Der Romulaner-Dreiteiler (Babel One, United, The Aenar) ist zudem mein persönliches Highlight der Serie! Viel Trek-Gefühl und Annäherung der Mächte.



    Allgemeines:

    ENTerprise hat sich bis auf die 4. Staffel, viel zu wenig mit dem eigentlichen Prequel-Gedanken befasst. Der Temporal Cold War, war zwar dahingehend auch mehr unpassend, aber auch interessant und hatte Potenzial, welches aber gar nicht genutzt wurde, da, wie wohl mit der Serie generell, sich überhaupt keine Gedanken gemacht wurden, wie das denn wirklich fortgeführt werden könnte. Es wurde wohl kaum vorausgedacht, bevor man anfing.
    Die Charaktere sind leider insgesamt gesehen auch einer der großen Schwachpunkte der Serie! Zwar haben wir mit Trip, T'Pol und Archer drei gute Charaktere, aber der Rest war zu wenig und zugleich mit zu wenig wichtigen Dingen eingesetzt oder eben einfach blass und langweilig.

    Aber, die Serie finde ich insgesamt trotzdem wirklich gut, trotz der Schwächen. Das liegt an den einigen, dann eben doch guten und sympathischen Charakteren, die größtenteils auch gut spielen und zusammenspielen. Zum anderen, neben natürlich leider ein paar zu vielen schwachen, einfach guten Folgen und der Kontinuität in der 3. und 4. Staffel und den Einbezug der wichtigsten und bekannten Föderationsgründerspezies des ST-Universums.

    Klasse waren natürlich auch die Effekte, die eigentlich immer extrem hohes Niveau haben und mich manchmal sogar staunen ließen, dass so gut gemachte Szenen in einer TV-Serie zu sehen waren. Denn mehrmals gab es praktisch keinen Unterschied zum Kino mehr.
    Auch gefallen hat mir der hier merkbarere Rückgang an Steifheit, wie man in noch aus den vorigen ST-Serien kennt, die Zunahme an Düsternis (wobei das in der 3. Staffel teilweise etwas überzogen wurde) und der insgesamt etwas frischere Auftritt der Charaktere und der Starfleet-Art. Allerdings war das noch viel zu wenig. Für eine zukünftige Serie wünsche ich mir klar, dass Frisuren moderner und frischer aussehen als ein geschniegelter Mittelscheitel und die Charaktere sollten noch menschlicher mit mehr Fehlern sein.


    So! Aber Enterprise ist für mich nach DS9 die beste ST-Serie! Sie hat defintiv merkbare Schwächen, aber ist auf der anderen Seite gut bis sehr gut!
    Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche. (Franz von Assisi; 1181 od. 82 - 1226)

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    • #3
      Hm ich für meinen Teil denke das Archer die personifizierung einer Fehlbesetung ist und nahezu der alleinige Grund für das verfrühte einstellen der ansonsten gar nicht so schlechten serie...
      Ich bin wie ein Hund, der Autos nachjagt! Ich wüsste gar nicht, was ich tun würde, wenn ich mal eins erwische...

      http://www.youtube.com/watch?v=R9JRm3iQQak

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      • #4
        Oh mann, noch übertriebener und unkritischer geht's wohl kaum?! Als ob ein Charakter unter 7 für eine Absetzung verantwortlich sein könnte! Ganz zu schweigen davon, dass eine Serie sich durch mehr als Charaktere allein auszeichnet!

        Außerdem geht es hier um ein Resümee und nicht nur um das Kritisieren eines Schauspielers. Vielleicht magst Du ja auch mal ein Gesamt-Resümee ziehen?! Nicht, dass 2 oder 3 Zeilen das Maximum ist, was Du so gerne schreibst?!
        Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche. (Franz von Assisi; 1181 od. 82 - 1226)

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        • #5
          aaalso... ersteinmal: bitte änder den thread titel... das tut weh....

          ich habe damals mit sehr gemischeten gefühlen auf die neue serie ENTERPRISE gewartet...

          man hat ja schon einiges im vorfeld mitbekommen, aber ich wollte definitv auf den pilotfilm warten bevor ich mir irgendwelche kritiken aus div. magazinen antue! bitte, ich habe mir den pilotfilm sogar auf cd aus deutschland schicken lassen von einem bekannten, weil ich noch kein internet hatte

          der erste schock für mich war die enterprise selbst... aber ich glaube das wurde ja eh schon zig tausende male diskutiert...

          dann die ersten bar folgen...

          die charaktere werde ich hier nicht einzeln aufzählen, denn alle hatten ihre stärken und schwächen... wobei mayweather in meiner erinnerung irgendwie total untergangen ist... ist halt der "harry-kim" der nx-01

          t'pol hat mir eigentlich immer sehr gut gefallen, obwohl sie doch etwas zuviel emotionen zeigte... und zwar von anfang an, seven hätte eine bessere vulkanierin abgegeben...

          archer muß ich sagen hat mich weder berührt noch gestört... er war einfach da... hat bei weiten keinen solchen eindruck hinterlassen wie ander captains...

          trip hat mir gut gefallen, er hat das ganze immer etwas aufgelockert finde ich...

          aber nun zur serie selbst! erst in der vierten staffel gefiel mir enterprise total gut! die insidergags wurden mehr, die spannung war da, und es wurde irgendwie alles flüßiger...

          conclusio... schade, dass enterprise abgesetzt wurde, gerade als es anfing wirklich interessant zu werden...
          per aspera ad astra

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          • #6
            (Star Trek -) Enterprise : ein Rückblick

            1. Charaktere

            Captain Johnathan Archer
            Hat mir von Anfang an gefallen. Er verkörperter meiner Meinung nach das Thema der Serie am Besten: den Aufbruch der Menschen zu den Sternen. Am Anfang eher der idealistische Forscher, wurde er in der dritten Staffel zum Verteidiger der Menschheit. Er hat dabei oft moralische Grenzen überschritten aber es war notwendig. Am Ende hat er dann aber doch versucht, eine diplomatische Lösung zu finden. Durch die Erfahrungen mit den Xindi ist er gereift, hat ein wenig die kindliche Naivität abgelegt, mit der er am Anfang aufgebrochen ist, das Weltall zu erforschen. Dennoch nie ein Fähnchen im Wind. Gradlinig, ehrlich und ein Mann von Prinzipien, eine Person, der auch verfeindete Parteien vertraut haben. Letztendlich dadurch das Grundmodell für einen Sternenflotten-Captain.

            (Sub-) Commander T'Pol
            Mit diesem Charakter hatte ich so meine Schwierigkeiten. Im Pilotfilm spielte sie noch die Rolle einer typischen Vulkanierin ihrer Zeit: ein Aufpasser der die Menschen im Zaum halten sollte. Aber schon kurz danach war sie eigentlich völlig in die Crew integriert. Wirkte dann eher wie eine schlecht gemachte Kopie von Seven mit einem Hauch Spock darin. Dass sie in Konlikten mit den Vulkaniern eher auf der Seite der Menschen stand, war leider keine so große Überraschung; hier wäre es schöner gewesen, zu sehen wie sie langsam aber sicher mit den Menschen zusammenwächst. In der dritten Staffel war sie irgendwie völlig fehl am Platze. Weder in der Sternenflotte noch Mitglied des Oberkommandos wäre sie maximl als ziviele Wissenschaftlerin mit in die Ausdehnun gekommen. Dass sie immernoch die Position des Ersten Offiziers eingenommen hat, war völlig ohne Grundlage. Ebenso sinnlos ihre Trellium-Sucht und die Tantra-Massagen... äh... die Neuropressur-Sessions mit Trip. In der vierten Staffel hat dieser Charakter dann aber unheimlich zugelegt. Durch das Zusammentreffen mit ihrer Mutter, ihre Heirat mit Koss und nicht zuletzt die Sache mit den Syraniten und den daraus folgenden Konsequenzen haben T'Pol über das Image der unterkühlten Sexbombe gehoben und aus ihr eine glaubwürdige Figur gemacht.

            Commander Charles 'Trip' Tucker III
            Zu diesem Charakter fällt mir auch nach 4 Seasons nicht viel ein. Er war in erster Linie der loyale Freund des Captains und mit seinem der totale Gegensatz zu T'Pol. Kein wunder, dass die beiden zusammengekommen sind. Ein wenig mehr Tiefe bekam Trip mit dem Xindi-Handlungsbogen. Hier haben die Autoren etwas richtig gemacht indem sie mit Trip einen Hauptcharakter zu den Betroffenen des Angriffs der Xindi auf die Erde gemacht haben. Das machte die Sache auch für den Zuschauer greifbarer. In der vierten Staffel gewann der Charakter sehr durch die realistische Darstellung seiner komplizierten Beziehung zu T'Pol. Man hatte hier die Gelegenheit zu zeigen, dass Trip mehr war als nur ein Flotter-Sprüche-Klopfer.

            Lieutenant Malcolm Reed
            Den Charakter von Reed flach zu nennen halte ich für falsch. Das man wenig von ihm sah und wenig von ihm weiß macht ihn dennoch nicht zu einem flachen Charakter. Er wurde recht bald als sehr verschlossen dargestellt und so hat er sich bei aller Verbundenheit mit Schiff und Crew doch eher am Rand gehalten. Er war dennoch Teil des Ganzen und passte in meinen Augen gut in das Ensemble. Ihn mit Sektion 31 in Verbindung zu bringen war ein geschickter Schachzug, der auch diesem Charakter eine zusätzliche Facette verliehen hat. Wenn man bei diesem Char etwas hätte weiter ausbauen können, dann die Freundschaft zu Trip. Die kam meines Erachtens immer ein wenig zu kurz.

            Dr. Phlox
            Phlox folgte der Tradition der TNG-Spin Offs, aus dem Doktor auch soetwas wie den Klassenclown zu machen. Allerdigns hat man hier nicht den Fehler gemacht, ihn hauptsächlich in dieser Funktion einzusetzen. Lustiges und Skurriles befanden sich in Balance zu Folgen, in denen er als Arzt wirklich gefordert war und sich auch mit Fragen von medizinischer Moral und Ethik befassen mußte. Das einzige, was ich an Phlox zu kritisieren habe, ist die Tatsache, dass man für diese Rolle eine neue Alienrasse eingeführt hat, die weder davor noch danach wieder erwähnt wurde.

            Ensign Hoshi Sato
            Das verschenke Potential Teil 1. Im Pilotfilm holt Archer Hoshi an Bord, weil sie eine nahezu geniale Linguistin ist, die ein intuitives Verständnis für Sprachen hat und damit auch schnell fremde Sprachen analysieren und erlernen kann. Für die Mission der Enterprise, fremde Welten zu erforschen ein unschätzbarer Wert. Dennoch wurde dieser Teil viel zu schnell in den Wind geschossen und aus Hoshi wurde eine massiv überqualifizierte Telefonistin. Daraus hätte man mehr machen müssen. Allerdings muss man auch sagen, dass Hoshi die größte Charakterentwicklung durch gemacht hat. Vom einer ängstlichen jungen Mädchen hin zum selbstsicheren Offizier, die souverän das Kommando über die Enterprise übernehmen konnte und sich auch nicht von einem Minister die Butter vom Brot nehmen ließ. Zudem wurde ihr Charakter um eine recht farbenfrohe Seite ergänzt (ihr Rausschmiss aus der Flotte). Dieser Charakter hätte noch sehr viel Potential gehabt, man hätte es nur nutzen müssen.

            Ensign Travis Mayweather
            Das verschenkte Potential Teil 2. Schon recht früh wurde in der Serie erwähnt, das Travis von allen Charakteren wohl die meiste Raumfahrer-Erfahrung besitzt, stammt er doch aus einer interstellaren Händlerfamilie. Diese Erfahrung wurde aber so gut wie nie genutzt. Travis hätte man oft genug einsetzen können um Archer mit Informationen versorgen zu können. Stattdessen wurde die vulkanische Datenbank angezapft. Langweilig. Travis gewann leider erst in der Folge 'Terra Prime' etwas Profil als er auf eine Ex traf, die ihn dann noch zu verraten schien.

            2. Die Handlung

            Der Pilotfilm
            'Broken Bow' war der perfekte Pilotfilm für Enterprise. Standesgemäß für eine Serie, deren Thema der Aufbruch der Menschen in die Erforschung des Alls sein sollte, begann er auf der Erde. Auch die Klingonen einzusetzen war völlig richtig. Auch wenn hier die ersten die Kontinuitätskeule zogen um der Serie eins drüberzuzimmern, es ist nicht die Aufgabe einer Prequel-Serie, etwas Neues zu zeigen sondern einen Blick darauf zu werfen, warum es so gekommen ist wie wir es kennen. Die Charaktere werden eingeführt, ebenso wie die Handlungselemente, die die Serie bestimmen sollten: die Unerfahrenheit der Menschen in der großen Spielwiese der Galaxis, die Vulkanier als Aufpasser und der temporale kalte Krieg. Darauf wurde eine interessante Handlung gestrickt, die auf eine spannende Serie schließen ließ, die sogar über soetwas verfügen würde, dass man von DS9 her kannte und sich eigentlich wünschte: eine Kontinuität.

            Die Staffeln 1 und 2
            Leider wurden die Versprechen, die der Pilotfilm gemacht hat, nicht eingehalten. Keine Kontinuität, kein temporaler kalter Krieg, nichtmal mehr eine vulkanische Aufpasserin an Bord. Stattdessen ein TNG-Klon im Jahre 2151. Mehr oder weniger belanglose Geschichten mit den Aliens der Woche. Wo waren die interessanten Sachen, die man von einer Prequel-Serie erwarten konnte? Wann bekam man endlich zu sehen, wie der Erstkontakt zwischen Menschen und [hier eine beliebige bekannte Rasse einfügen] stattfand? Warum mußte es denn schon wieder eine Rasse sein von der man in 35 Jahren Star Trek noch nie was gehört hatte? Verdammt, dass ist ein Prequel! Fazit: es wurde zu sehr an bekannte Denkschemata geklammert und - wie schon bei Voyager - die Prämisse der Serie ignoriert.

            Staffel 3
            Diese Staffel würde ich als das mißglückte Experiment zur Verbesserung der Serie betrachten. Statt die Prämisse der Serie endlich mal zu verwenden wurde sie geändert, in erster Linie mit dem Ziel, die Serie eigenständiger zu machen. Statt den Weltraum zu erforschen sollte die Enterprise nun die Menschheit retten. Gleichzeitig wurde an vielen Chars geschraubt. In der Annahme, es würde sie interessanter machen, gab man ihnen düstere Seiten, Ecken und Kanten. Die Expedition in den Xindi-Raum brachte zugleich eine Kontinuität mit sich. Obwohl all diese Änderungen in ihrer Intention gut gemeint waren und ihr Ziel z.T. auch erreichten (ich finde die dritte Staffel schon besser als die Staffeln 1 und 2), scheiterte das ganze daran, dass die Änderungen die Serie weiter von der Essenz von Star Trek entfernten. Ein folternder Captain und eine drogensüchtige Vulkanierin (das Trellium, mit dem sie experimentiert) passen einfach nicht zu Star Trek. Allerdings konnte das Ende der Staffel, in der man auf gewohnt diplomatische Weise den Konflikt mit den Xindi beilegen konnte (um dann in einem sehr actionlastigen Finale die Waffe zu zerstören), war wieder sehr trektypisch und zeigte, dass diese Serie konnte, wenn sie wollte.

            Staffel 4
            Heureka, sie haben es gefunden! Dank Many Coto und dem Ehepaar Reeves-Stevens wurde die 4te Staffel endlich der Original-Prämisse der Serie gerecht und wurde ein echtes Prequel. Interessante Geschichten schlugen Bögen zwischen Vergangenheit und Gegenwart und zeigten uns, wie aus der Menschheit und ihren Bekanntschaften im All langsam aber sicher die Föderation entstand. Man gönnte uns sogar einen Blick in das Parallel-Universum. Die Charaktere entwickelten sich weiter, wurden tiefer, im Fall von Hoshi und Mayweather kamen sogar Ansätze von Persönlichkeit hinzu. Kontinuität fand man darin, dass die Geschichten vorwiegend als Mehrteiler erzählt wurden. Eine tolle Staffel von der man sagen kann, dass sie Enterprise war, wie es von Anfang an hätte sein sollen.

            Das Finale
            Enterprise endete mit der Folge 'These are the Voyages...'. Sie erhielt damit ein undankbares Ende. Ich persönlich gehe sogar so weit zu sagen, dass diese Folge ein Schlag ins Gesicht der Fans ist. Getragen wird sie von von zwei TNG-Veteranen (Troi und Riker), wodurch allerdings eine Menge Kontinuitätsfehler entstehen. Die Einbettung der Rahmenhandlung in die TNG-Folge stellt auch für den Zuschauer eine Herausforderung da, denn nicht jeder hat die Folge so gut im Kopf um die Geschehnisse richtig einordnen zu können. Die Enterprise-Handlung verkommt zu einer belanglosen Geschichte, Trips Tod ist völlig überflüssig und die Tatsache, dass er und T'Pol sich kurz nach den Ereignissen um Terra Prime getrennt haben müssen, läßt die Szene in der die beiden zusammen in T'Pols Quartier sitzen und in Trauer um ihre Klontochter überweitere Kinder nachdenken, zum reinen Hohn werden. Nein, ein würdiges Finale für eine Prequel-Serie hätte die Gründung der Föderation enthalten müssen. Stattdessen schalten Riker und Troi an genau dieser Stelle das Holodeck ab weil sie die Rede eh auswendig können. Ich weiß nicht, wie es anderen Leuten geht, aber ich habe mich an dieser Stelle verarscht gefühlt. Der einzige Moment der Erkenntnis der Autoren war wohl der, dass man erkannt hat, dass Star Trek nach diesem Mißmanagement wohl für eine Weile vom Bildschirm verschwinden würde und daher mit dem Auftauchen aller Serien-Enterprises einen Schlussstrich unter 18 Star Trek im Fernsehen gezogen hat.

            3. Gesamtfazit
            Betrachtet man das alles zusammen, dann kann man sagen, dass Enterprise eine Serie mit vielen Möglichkeiten war, die aber nicht genutzt wurden. Die 4te Staffel hat gezeigt, welches Potential in den Charakteren aber auch in dem Konzept einer Prequel-Serie gesteckt haben und wenn man die ganze Serie so produziert hätte wie diese Staffel, sie würde immernoch laufen. Stattdessen hat man sich zu sehr an altbewährtes geklammert (was vor allem 'These are the Voyages...' zeigt; hier greift man sogar auf TNG zurück um eine gute Handlung hinzukriegen) und als man gemerkt hat, dass das nicht funktioniert, krampfhaft versucht, etwas anderes zu machen ohne dabei nachzudenken, was wirklich schief gegangen war. So konnte die Serie erst zeigen, was in ihre steckte als sie schon vorbei war. Schade eigentlich.

            MfG Whyme
            "Und wie alle Priester haben sie als erstes gelernt, Wahrheit mit "Ketzerei" zu übersetzen."
            -Frank Herbert - Der Herr des Wüstenplaneten

            Kommentar


            • #7
              Aus einem anderen Tread kopiert:

              Nachdem nun „These are the Voyages“ gelaufen ist und damit nicht nur „Enterprise“, sondern eine ganze Generation „Star Trek“ endet möchte ich noch einmal zum Rückblick auf die letzten Jahre der vermutlich größten Sciencefiction-Serie überhaupt aufrufen und mir meine Eindrücke von der Seele schreiben:

              Enterprise – „Die Serie die keiner haben wollte“ oder „Der missglückte Versuch Star Trek in ein neues Jahrtausend zu führen“

              Erinnern wir uns an die Ausgangssituation. „Star Trek“ hatte mit „Das nächste Jahrhundert“ seinen absoluten Höhepunkt. Zwar wird „Deep Space Nine“ von vielen Fans und Kritikern als die beste „Star-Trek“-Serie überhaupt angesehen, an die Quoten von „Das nächste Jahrhundert“ kam man jedoch nie heran. Und auch „Voyager“ hatte seine (zwar weitaus kleinere, dafür aber) eingeschworene Fan-Gemeinde, musste aber ab der vierten Staffel jedes Jahr um einen Fortbestand der Serie bangen.
              Es stand also nicht gut um „Star Trek“ als man beschloss eine fünfte Serie aus der Taufe zu erheben.

              Doch warum sollte es bei dieser „Serie V“ gehen?
              Trotz kleiner Spannungen in der vierten Staffel „Deep Space Nine“ ist man mit den Klingonen immer noch „Best Friends“. Mit den Romulanern (bei „Das nächste Jahrhundert“ noch der absolute Übergegner) ist man dank der Zusammenarbeit beim Dominionkrieg und den Ereignissen von „Nemesis“ auch viel vertrauter geworden – die U.S.S. Titan verhandelt sogar im Moment mit ihnen wegen einer Aufhebung der neutralen Zone. Odo bringt den Wechselbälgern soeben bei, dass wir Solits doch nicht sooo schlimm sind. Die Cardassianer haben sich am Ende mehr oder weniger selbst befreit und kämpfen nun an der Seite der Föderation. Und selbst die Borg sind dank der von der Voyager mitgebrachten Zukunfts-Technologie keine wirkliche Bedrohung mehr.
              Ja es war nicht leicht eine Fortsetzung zu „Deep Space Nine“ und „Voyager“ zu finden. Alle wichtigen unabgeschlossenen Handlungsbögen von „Das nächste Jahrhundert“ sind mehr oder weniger beendet (außer über Spocks Desitenten-Gruppe hat man leider nichts mehr erfahren). Man hatte also drei Möglichkeiten. Entweder im 24. Jahrhundert einen neuen Gegner einführen (was jedoch storymäßig fast schon unmöglich wäre, da keine der wirklich wichtigen „Star-Trek“-Rassen nach dem Dominionkrieg für einen weiteren Konflikt ausgerüstet war), weiter in die Zukunft vordringen (und sich damit noch weiter von Gene Roddenberrys Erbe entfernen) oder einen Schritt zurück – ein so genanntes Prequel – zu machen.
              Rick Berman und Brannon Braga entschieden sich für die vielleicht einzig richtige Möglichkeit. Wieder in die Zeit vorzudringen wo noch wilde Klingonen hinter jedem Mond lauerten und Romulaner noch das tun was sie am Besten können, intrigieren.

              Das ganze Konzept hatte nur ein Problem: Rick Berman und Brannon Braga haben keine Ahnung von der Original-Serie oder dem restlichen „Star Trek“, das nicht von ihnen stammt. Und wie kann man die Vorgeschichte zu etwas schreiben wo man das Original nicht kennt? Was dabei herauskam waren unzählige Kontinuitätsbrüche, was schon viele Fans dazu verleitete „Enterprise“ als nicht canon anzusehen. Fehler, die Manny Coto und sein Team in der vierten Staffel (soweit es überhaupt noch möglich war) ausbaden konnten.

              Da den beiden deshalb auch nicht so viele Prequel-Geschichten eingefallen wären (und es vermutlich auch schon erste Konzepte für ein Sequel zu „Das nächste Jahrhundert“, welches im 31. Jahrhundert spielt, gab) beschloss man das Ganze mit einem Temporalen Kalten Krieg zu würzen. Die Idee dieses ist ja eigentlich nicht schlecht. Allerdings hat man hier wiederum weder auf die bisherige „Star-Trek“-Kontinuiität noch auf temporale Physik geachtet. Zumal man von den Suliban (die Ähnlichkeit des Wortes zu den afghanischen Tuliban ist nicht zu übersehen) und ihrem FuturGuy nie wieder etwas hört.

              Wie anfangs geschrieben waren die „Star-Trek“-Quoten schon vor „Enterprise“ nicht mehr berauschend. Das Zuseherverhalten hatte sich verändert. Konnte man bei „Das nächste Jahrhundert“ das Publikum noch mit einer 45-minütigen Ethik-Diskussion unterhalten, will dieses nun von Serien wie „Stargate“ oder „Andromeda“ verwöhnt vorwiegend eines sehen: Action. Und genau das wollten Rick Berman und Brannon Braga ihnen in der neuesten „Star-Trek“-Serie bieten. 2001 startete „Enterprise“ mit dem Werbeslogan „Star Trek, welches nicht für Star-Trek-Fans gemacht ist“ mit überwältigendem Erfolg (der Pilotfilm „Broken Brow“ brachte die besten „Star-Trek“-Quoten seit Jahren). Doch schon bald zeigte sich, dass „Enterprise“ keine wirkliche Zielgruppe hatte und nur wenige die Serie wirklich verfolgen wollten. Für die „Star-Trek“-Fans war einfach zu wenig von dem dabei, was sie in den vergangenen 4 Serien so liebten. Und für die anderen Zuseher gab es einfach noch zu viel „Star Trek“. Schon in der ersten Staffel verlor „Enterprise“ mehr als die Hälfte seiner Zuseher und Mitte der zweiten Staffel brachte die Folge „Morgengrauen“ die schlechtesten „Star-Trek“-Quoten aller Zeiten. Erstmaligst seit „Das nächste Jahrhundert“ musste eine „Star-Trek“-Serie noch vor seiner dritten Staffel um eine Fortsetzung bangen.

              Diesen neuen Kurs, ganz auf den Durchschnitts-Amerikaner zugeschnitten, merkt man auch schon bei der Wahl der Crew. Nach einem reifen Franzosen (Picard), einem Schwarzen (Sisko) und einer Frau (Janeway) nimmt mit Archer wieder ein Weltraumcowboy alles Kirk Platz am Chefsessel einer „Star-Trek“-Serie.
              Die restliche Crew setzt sich aus dem üblichen Quotenbabe (T’Pol), dem Nice-Guy von Nebenan (Tucker), dem coolen Waffennarr (Reed), der hübschen aber schüchternen Telefonisten (Hoshi) und dem Quoten-Alien (Phlox) zusammen.
              0 Risiko – ja nichts riskieren.

              Dazu kam auch noch eine Schaffungs-Krise der beiden Chef-Autoren. Nachdem die beiden über 11 Jahre an „Star Trek“ gearbeitet haben, schienen ihnen keine neuen Geschichten mehr einzufallen. Trotz des neuen Kurses brachte „Enterprise“ eine laue Aufwärmrune nach der anderen hervor (wie man unter anderem an der unglaublichen Entführungs-Serie des Jonathan Archer merkt). Dass man dann in einer Prequel-Serie sogar schon auf die Borg zurückgreifen muss, zeigt wohl wie verzweifelt die beiden zu diesem Zeitpunkt waren.

              Anstelle jedoch im letzten Moment den Kurs umzureißen und wieder zu den alten anspruchsvollen „Star-Trek“-Geschichten zurückzukehren, beschloss man sich noch mehr auf das 0815-Publikum zu spezialisieren. „Action und Sex“ lautet die Devise. Und das soll das Publikum in der dritten Staffel noch mehr als je zuvor serviert bekommen.
              „Star Trek, das nicht für die Star-Trek-Fans gemacht ist“. In keiner „Enterprise“-Staffel spürt man das so sehr wie in dieser. Nachdem die Enterprise sich in die delphische Ausdehnung wagt, verlässt man erstmals das „Star-Trek“-typische Terrain und zeigt mit den Xindi neue Feinde, welche in einer Prequel-Serie absolut nichts zu suchen hätten. Berman und Braga verlegten den Irak-Krieg in den Weltraum. „Star Trek“ hat zwar schon immer aktuelle Themen behandelt, anstelle jedoch zu kritisieren wird diesmal (zumindest bis zum finalen 7-Teiler) Bushs Außenpolitik gutgeheißen. Denn der Zweck heiligt alle Mittel. Das ist die Haupt-Message von Staffel 3.

              Leider konnte auch dieser Kurs-Wechsel nichts bewirken. Im Gegenteil. Die Quoten der dritten Staffel waren im Durchschnitt noch schwächer als die der zweiten Staffel. Bermans und Bragas Versuch „Star Trek“ mit mehr Action und Sex in ein neues Jahrtausend zu führen ist wohl endgültig gescheitert, wodurch die beiden beschließen das sinkende Schiff zu verlassen und Manny Coto, welcher in der dritten Staffel zum Autorenstab gestoßen ist, das Ruder zu überließen.
              Cotos Ausgangssituation könnte nicht beschi***er sein. Der Cliffhanger von „Zero Hour“ ist zwar vom Überraschungsmoment her genial, eine Fortsetzung dazu jedoch (fast) unmöglich. Coto tat allerdings das einzig richtige, mit „Sturmfront“ die ganze Temporaler-Kalter-Krieg-Geschichte ein für allemal (zwar mehr schlecht als recht) abzuschließen und sich mehr auf das Prequel-Konzept zu konzentrieren.

              Und auch sonst kehrte Coto endlich wieder zu den guten alten „Star-Trek“-Geschichten zurück, versuchte Bermans und Bragas Fehler so gut es ging auszubessern und lieferte alles in allem eine wirklich gute STAR-TREK-Staffel ab.
              Leider jedoch gibt es seit Lazarus und Jesus kein „von den Toten auferstehen“ mehr. Und Star Trek war zu jenem Zeitpunkt schon lange tot. Die abgesprungenen Fans kamen nicht wieder. Zeit also für die Serie ein für allemal zu begraben.
              Eine Ära „Star Trek“ geht zu Ende.

              Leider jedoch ließen es sich Berman und Braga nicht nehmen das Serien-Finale selbst zu schreiben. Natürlich musste dieses von der Gründung der Föderation handeln (immerhin arbeite die Serie vom Pilot-Film an gezielt auf dieses Ereignis hin), die Archer/Shran-Freundschaft, welche vor allem in der letzten Staffel eine große Rolle spielte sollte aufgelöst werden und noch dazu ein Abschied für ganz „Star Trek“ für lange Zeit. Um letzteres zu erreichen baute man halt Riker und Troi sowie die Enterprise D aus „Das nächste Jahrhundert“ ein.
              All diese guten Zutaten schmecken aber leider nur, wenn auch die Mixtur stimmt. Leider jedoch zeigten Berman und Braga, dass sie in ihrem Jahr „Star-Trek“-Pause nicht wirklich etwas dazugelernt haben. Alles auf Action, Sex und ein eher maues Drehbuch aufgebaut.
              „Enterprise“ endet leider genauso wie die Serie begonnen hat.

              Um zu einem endgültigen Fazit dieses doch SEHR AUSFÜHRLICHEN Rückblicks zu kommen. „Enterprise“ hätte eine verdammt gute Serie werden können und hat mit Sicherheit auch seine guten Elemente und Episoden (wem es zum Beispiel bei Zafram Cocrains „Where non man has gone before“-Rede beim Pilotfilm nicht kalt den Rücken hinab gelaufen ist, kann sich mit Fug und Recht als absoluter Warmdusch-Trekkie bezeichnen). Nur wollte es die Serie halt irgendwie allen recht machen und nur nichts riskieren. Was dabei jedoch herausgekommen ist, ist dass Berman und Braga es im Endeffekt niemanden recht gemacht haben.
              Ich für meinen Teil bin mir auf jeden Fall sicher, dass wenn man Manny Coto von Anfang an mit der Serie betraut hätte, dass „Enterprise“ nicht nur weit besser geworden wäre, sondern dass wir uns jetzt gerade auf eine fünfte Staffel freuen würden.
              Ruhe in Frieden, „Star Trek“.

              Staffel-Reihenfolge:
              1. 4. Staffel (trotz schwachem Auftakt und Finale)
              2. 3. Staffel (der finale 7-Teiler kann ziemlich viel rausreißen)
              3. 1. Staffel (eigentlich waren die ersten rund 13 Folgen ganz ok)
              4. 2. Staffel (IMO die mieseste „Star-Trek“-Staffel seit der dritten Staffel von TOS)

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              • #8
                @Whyme: Sehr gut geschriebenes Resümee und auch, wenn wir bei einigen Dingen und bei den Charakteren logischerweise verschiedener Meinungen sind, möchte ich dochmal eine Passage herausnehmen:

                Zitat von Whyme Beitrag anzeigen
                Ensign Hoshi Sato
                .......................
                ......
                Allerdings muss man auch sagen, dass Hoshi die größte Charakterentwicklung durch gemacht hat. Vom einer ängstlichen jungen Mädchen hin zum selbstsicheren Offizier, die souverän das Kommando über die Enterprise übernehmen konnte und sich auch nicht von einem Minister die Butter vom Brot nehmen ließ. Zudem wurde ihr Charakter um eine recht farbenfrohe Seite ergänzt (ihr Rausschmiss aus der Flotte). Dieser Charakter hätte noch sehr viel Potential gehabt, man hätte es nur nutzen müssen.
                Ähm, ich kenne mich mit ENT ziemlich gut aus, würde ich behaupten. Aber, wann wurde sie aus der Flotte rausgeschmissen?
                Und: Ich stimme Dir zu, dass sie zu Beginn ein verschüchtertes Mädel war, zumindest, was der militärische Rangordnungskram usw. anging (was auch gut passte, da sie ja vorher Zivilistin war), und nachher dieses etwas ablegte.

                Aber diese Entwicklung ist IMO wohl eher als ein sehr geringes Maß an Charakterentwicklung zu bezeichnen. Diese vollzieht sich auch nur zu Beginn der Serie, danach passiert bei ihr gar nichts mehr. Ich würde nichtmal von wirklicher Charakterentwicklung sprechen, auch wenn diese rein faktisch, im genannten kleinen Punkt, schon da war. Aber das war halt sowas von wenig und füllte nur den Anfang der Serie, was ihren Charakter anging.
                Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche. (Franz von Assisi; 1181 od. 82 - 1226)

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                • #9
                  Zitat von Valen
                  Ähm, ich kenne mich mit ENT ziemlich gut aus, würde ich behaupten. Aber, wann wurde sie aus der Flotte rausgeschmissen?
                  In 'Observer Effect' erzählt sie Trip, dass sie aus der Sternenflotte entlassen wurde, weil sie einem vorgesetzten Offizier den Arm brach nachdem ein Streit über ein von Hoshi organisiertes semi-legales Pokerspiel für neue Kadetten ein wenig aus dem Rahmen geraten war. Danach fing sie in Brasilien an zu unterrichten und wurde von Archer zurück in die Sternenflotten geholt.

                  Generell stimme ich Dir ja auch zu. Die Charakterentwicklung ansich war nicht groß. Aber in Relation zu den anderen Charakteren hat Hoshi dennoch die größten Veränderungen durchgemacht. Sie hat sich nicht nur mit dem Rangordnungskram zurechtgefunden sondern auch einiges an Selbstsicherheit dazugewonnen. Das mag sich in der ersten Staffel bündeln aber ich glaube nicht, dass sie in der ersten Staffel schon das Kommando übernommen hätte.

                  MfG
                  Whyme
                  "Und wie alle Priester haben sie als erstes gelernt, Wahrheit mit "Ketzerei" zu übersetzen."
                  -Frank Herbert - Der Herr des Wüstenplaneten

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                  • #10
                    Naja, ich denke schon, dass Trip und erst Recht T'Pol die wesentlich umfangreichere, stärkere Charakterentwicklung durchgemacht haben!
                    Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche. (Franz von Assisi; 1181 od. 82 - 1226)

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                    • #11
                      Muss ich zustimmen und hab das in meinem Resümee auch so geschrieben. Hoshis Veränderungen waren nur in der ersten Staffel bemerkbar. Danach kam quasi garnichts mehr - bis halt zur vorletzten Episode überhaupt wo sie das Kommando übernommen hat. Aber selbst das empfand ich jetzt als wenig überwältigend. Dagegen war die Entwicklung von T'Pol und Trip über die gesamte Serie deutlich präsenter. Und nicht nur das, gerade in den letzten Folgen haben die beiden meiner Ansicht nach durch die realistischere Interaktion viel mehr Tiefe bekommen.

                      Weiter oben wurde auch noch geschrieben, dass die Veränderungen von T'Pol aufgesetzt wirkten. Das finde ich z.b. garnicht. Es war viel mehr eine willkommene Abwechslung zum typischen Vulkanier. Auch kam das nicht plötzlich, sondern war ein schleichender Prozess. Ich fand da z.b. Sevens Wandlung von der kalten Drohne zur liebesbedürftigen Frau deutlich aufgesetzter. Das kam für meinen Geschmack viel zu plötzlich in der letzten Staffel. Vorallem mit Chakotay (auch wenns mich jetzt nicht wahnsinnig gestört hat) - die beiden hatten über 3 Staffel kaum Kontakt, um dann in der letzten ein Liebespaar zu werden.
                      Dagegen haben Trip und T'Pol immer wieder miteinander zu tun gehabt und sich gegenseitig aufgestachelt. Und das zog sich quasi durch alle 4 Staffeln.

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                      • #12
                        Zitat von Valen Beitrag anzeigen
                        Naja, ich denke schon, dass Trip und erst Recht T'Pol die wesentlich umfangreichere, stärkere Charakterentwicklung durchgemacht haben!
                        Ok. Einverstanden.

                        Vielleicht hat sich der Eindruck, dass Hoshi die größe Entwicklung durchgemacht hat, vor allem dadurch geprägt, dass sie am Ende an einem Punkt angekommen ist, an dem ich sie nie vermutet hatte.

                        Hoshi war für mich von allen an Bord diejenige, die am wenigsten mit Raumfahrt zu tun hatte. Nicht nur deshalb, weil sie sich auf Raumschiffen unwohl fühlte sondern vor allem weil sie nie den großen Drang geäußert hat, fremde Planeten zu sehen. Ihr wissenschaftliches Interesse lag immer bei den Sprachen. Sie war auf der Enterprise um Sprachen aus erster Hand zu studieren und ihre Position als Kommunikationsoffizier war Mittel zum Zweck. Eine Karriere in der Flotte schien sie nicht anzustreben. Daher war es sehr erstaunlich und hinterließ einen bleibenden Eindruck, als sie in 'Terra Prime' das Kommando über die Enterprise erhielt und sich in dieser Position so gut machte.

                        MfG
                        Whyme
                        "Und wie alle Priester haben sie als erstes gelernt, Wahrheit mit "Ketzerei" zu übersetzen."
                        -Frank Herbert - Der Herr des Wüstenplaneten

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                        • #13
                          Zitat von Whyme Beitrag anzeigen
                          Hoshi war für mich von allen an Bord diejenige, die am wenigsten mit Raumfahrt zu tun hatte. Nicht nur deshalb, weil sie sich auf Raumschiffen unwohl fühlte sondern vor allem weil sie nie den großen Drang geäußert hat, fremde Planeten zu sehen. Ihr wissenschaftliches Interesse lag immer bei den Sprachen. Sie war auf der Enterprise um Sprachen aus erster Hand zu studieren und ihre Position als Kommunikationsoffizier war Mittel zum Zweck. Eine Karriere in der Flotte schien sie nicht anzustreben. Daher war es sehr erstaunlich und hinterließ einen bleibenden Eindruck, als sie in 'Terra Prime' das Kommando über die Enterprise erhielt und sich in dieser Position so gut machte.
                          Im Grunde hast Du mit Deinen detaillierten Ausführungen ja auch Recht!
                          Vielleicht magst Du sie aber auch einfach als Charakter?! Wenn ich's nicht besser wüsste, würde ich jetzt etwas "niftelnd" sagen "Ach komm! Du bist doch nur heiß auf sie!"
                          Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche. (Franz von Assisi; 1181 od. 82 - 1226)

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                          • #14
                            Zitat von Valen Beitrag anzeigen
                            Im Grunde hast Du mit Deinen detaillierten Ausführungen ja auch Recht!
                            Vielleicht magst Du sie aber auch einfach als Charakter?! Wenn ich's nicht besser wüsste, würde ich jetzt etwas "niftelnd" sagen "Ach komm! Du bist doch nur heiß auf sie!"
                            Ich würde es etwas anders sagen: von allen ENT-Charakteren wäre Hoshi derjenige, von dem ich gerne mehr gesehen hätte. Gerade in der 4ten Staffel hat sie einige Ansätze gezeigt, die mich darauf neugierig gemacht haben, was noch in diesem Char steckt.

                            MfG
                            Whyme
                            "Und wie alle Priester haben sie als erstes gelernt, Wahrheit mit "Ketzerei" zu übersetzen."
                            -Frank Herbert - Der Herr des Wüstenplaneten

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                            • #15
                              Hallo an Alle,

                              habe letztens zum ersten Mal die letzte Staffel vollständig gesehen und möchte auch Senf dazugeben.

                              Also insgesamt war ich bis auf einige Ausnahmen (Vulkan-Andoria-Klingonen-Folgen) von den ersten Staffeln enttäuscht. Gerade das Alien-Of-The-Week-Prinzip wurde zu sehr ausgereizt, da versuchte man einfach nur Parallelen zu TNG zu ziehen, wahrscheinlich um auf der sicheren Seite zu landen. Da das ganze aber ein Prequel sein sollte, ging der Schuß für mich nach hinten los.

                              Die letzte Staffel bringt dabei das mit, was ich mir von der Serie von Anfang an erhofft hatte: Das Auffüllen von Kontinuitätslücken (allem voran die Klingonen-Frage, welche Worf in der DS9 "Tribble-Folge" aufwarf). Außerdem die Romulaner-, Tholianer-, sowie Föderations-Gründungsgeschichten. Da wäre doch ausreichend Stoff für weitere Staffeln geboten, leider war die Entscheidung, die Serie abzusetzen, da schon gefallen...

                              Zu den Charakteren:

                              Archer war mir zu sehr der Spring-Ins-Feld. Aber im Hinblick auf Kirk war das wohl o.k. Ich bin da eher Picard-vorbelastet. Auch gingen mir seine Heroen-Auftritte etwas zu weit: Rede vor den Föderations-Anwärtern, seine Xindi-Moral-Reden und Vulkanier-Attacken (o.k. die waren witzig). Jetzt wo ich das grade geschrieben habe, merke ich, dass ich schon wieder Vgl. ziehe, aber das sollte man doch eigentlich vermeiden bei einem Resümee, oder

                              T'Pol war für mich die meiste Zeit eine optische Aufwertung in der Serie. Allerdings muß ich ihr zu Gute halten, dass sie sich sehr entickelt hat. So etwa vom Argus-Augen-Offizier der ersten Staffel zum Archer-Unterstützer und Vulkan-Aufklärer in der letzten Staffel.

                              Trip Tucker der Lichtblick in der Serie und der Schwarz-Humorist an Bord. Hielt den Pott immer zusammen und schaffte es nebenbei Beziehungen (T'Pol) und Freundschaften (Reed) aufzubauen.

                              Reed ist meine Nr.2 nach Trip. Auch sein Humor gefiel mir, wobei seine Funktion an Bord durch die Macos geschmälert wurde. Durch die Sektion 31 Geschichten hat er dann doch noch die Kurve gekriegt, nachdem er am Anfang zum Knöpfchen-Drücker degradiert war....

                              Hoshi und Travis kamen leider nicht über das lose Beiwerk hinaus, hätte man mehr Folgen gedreht, wären weitere Vertiefungen der Charaktere ein Muß gewesen, aber so sind sie einfach nur die armen Verlierer....

                              Ach ja Dr. Phlox, der Gegenpol zu T'Pol, was Intensität und Humor angeht. Zugegeben die ein oder andere Denobulaner-Folge fehlt mir, aber der Dr. tritt immer souverän (mal von einigen Schlafzyklen abgesehen) auf, und versteht es durchaus seine Meinungen eindrucksvoll mit medizinschen Leistungen zu untermauern.

                              Ansonsten möchte ich nur noch eins loswerden: Auch wenn ENT größtenteils die Erwartungen nicht erfüllte, so ist es doch ein wichtiger Teil der Trek-Geschichte. Zeigt sie doch vor allem den Produzenten, was man bei zukünftigen Projekten beachten sollte, um der Philosophie von Gene Roddenberry gerecht zu werden. Nämlich voranzuschreiten, aufzuklären und auch zu unterhalten. Dass ein Prequel dem förderlich sein kann, zeigt IMO die letzte Staffel hervorragend.

                              so das wär´s zunächst

                              mfg Homeros
                              Ich möchte mich nicht mit beschäftigen brüsten, sondern mit Brüsten beschäftigen.

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