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Star Trek Nacht in Leipzig

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    Star Trek Nacht in Leipzig

    Drei Star Trek Filme hintereinander, was für ein Tag.

    Ein ausverkauftes Cinestar-Kino im Trek Fieber. Mit dem 8. und dem 9. Film bereiteten wir uns auf die Premiere des lang ersehnten zehnten Star Trek Films vor. Und obwohl jeder die Filme zum Xten mal sieht gibt es immer wieder Szenenapplaus. Da läuft es einem schon mal kalt den Rücken runter.

    Und dann ist es endlich soweit. Die neue Titelsequenz (super gemacht) läuft an und man stellt fest, da hat man sich aber was einfallen lassen, geht ja gut los.

    Da das keine Filmbeschreibung werden soll, werde ich mal meine ersten Eindrücke schildern.

    Noch nie war über einen Star Trek Film im Vorfeld so viel bekannt geworden wie bei „Nemesis“. Man wusste sogar schon, welche Art Szenen raus geschnitten worden sind. Die Kritiken reichten von „der beste Trek Film aller Zeiten“ bis zu „diese Reise hätte man der TNG-Crew lieber ersparen sollen“. Da ich als alter Trekkie auf solche Sprüche sowieso keinen Cent gebe, habe ich mir den Film so unvoreingenommen wie möglich angesehen, wenn man das als Trekkie überhaupt kann.

    Und mein erstes Fazit lautet: schade..., er ist weder das eine noch das andere.
    Ich kann ihn nicht lieben und ich werde ihn nicht hassen.

    Es ist ein guter Film, er hebt sich Lichtjahre vom Rest ab – für den normalen Kinobesucher. Mit den Herr der Ringe oder Star Wars Filmen würde ich Star Trek sowieso nie vergleichen. Doch für mich als Trekkie mangelt es diesem Film doch an vielem.

    Fangen wir mal mit dem Soundtrack an, da waren wir vom Altmeister scheinbar im achten und neunten Film etwas verwöhnt worden, was solls aber Filmmusik kann eben viel bewirken, denkt doch nur mal an das Thema vom „Ersten Kontakt“, das hatte doch was richtig Erhabenes.

    Kleine Überraschung bei der Hochzeitsszene, wer sitzt denn da links am Tisch – man soll auf Gerüchte eben doch nicht hören, Deanna als Braut, was für eine Augenweide und wo ist eigentlich Leah Brahms (armer Geordi), na ja, wenigstens das mit Guinan hat gestimmt. Das mit Cathryn „ich kill die Borg und was machen wir nachmittags“ Janeway leider auch. Nur von DS 9 war wieder keiner da, was habt ihr euch bloß dabei gedacht?!! Szenenapplaus für Datas Gesangseinlage und Worf darf mal wieder für die Lacher herhalten, irgendwie hab ich die Klingonen anders in Erinnerung.

    Und so langsam beschlich mich das Gefühl bei jeder Szene, na los jetzt, na na – nächste Szene – he, irgendwie hat doch jetzt was gefehlt. Und so ging es leider weiter. Auf das, worauf ich bei Star Trek immer am meistens Wert gelegt habe, die Dialoge, Picards philosophische Ansichten über das Leben, das Menschliche, diese positive Sicht der Dinge, Datas naives, kindliches Minenspiel, bis auf kleine Ausnahmen nicht vorhanden und wenn man Gerüchten glauben will, herausgeschnitten worden, um dem Film eine gewisse Geschwindigkeit zu geben ...

    Liebe Paramount – Bosse, möge Gott, an welchen ihr auch immer glauben mögt, eurer armen Seele gnädig sein (Danke „Q“). Möge er Euch eine Eingebung schenken und beschließen lassen, gleich eine Special Edition DVD mit allen geschnittenen Szenen zu veröffentlichen, die Fangemeinde wird es Euch danken. Von wegen, der Film wäre zu lang geworden, das hätten sie denen bei „Pearl Harbor“ sagen sollen, der wäre doch glatt mit einer Stunde ausgekommen. Naja, nicht mehr zu ändern.

    Ein Lichtblick ist Shinzon, ein ebenbürtiger Gegner, verschlagen, hinterhältig, brutal, das Ganze Gegenteil von Picard und von Tom Hardy wirklich Klasse gespielt. Die Szenen mit den beiden gehören zum Besten des Films.

    Die Optik und der Sound des Films ist brilliant. Die Flugszenen der Enterprise sind einfach unglaublich, im Kino gab es Szenenapplaus, gibt’s auch nicht alle Tage für eine Computersequenz. Nur die Farbveränderung bei der Verfolgungsjagd in der Wüste hab ich nicht ganz begriffen.

    Nun zu den Action – Sequenzen. Auf die leg ich zwar keinen besonders großen Wert, da ich bei Star Trek nicht als erstes an Action denke aber man muss sie erwähnen, irgendwie gehören sie ja dazu. Sie sind wirklich gut gemacht, daran gibt es nichts zu meckern, bravo Digital Domain. Ach die vielen kleinen Details waren gut (neue Tricorder ...). Die „Scimitar“ ist ein tolles Schiff, sieht irgendwie richtig böse aus. Aber was viele mit der größten Raumschlacht aller Zeiten meinen ..., schaut euch mal die DS 9 Doppelfolge „Ein kühner Plan/Sieg oder Niederlage?“ an, alles klar?

    Nun kann man natürlich spekulieren, woran es gelegen haben könnte, das „Nemesis“ die Geschichte der Filme mit der geraden Zahl nicht weiterschreiben wird, es wird wohl tatsächlich die letzte Reise dieser Crew gewesen sein (schluchz). Vielleicht war es ein Fehler, die Leitung des Filmes in andere Hände zu geben, das Duo Baird/Logan mag schon tolle Filme gemacht haben, aber eine Garantie für einen guten Trek Film ist das eben nicht. Jonathan Frakes hat zwei tolle Trek Filme gemacht aber man hat ihn nicht einmal gefragt, ob er es auch noch ein drittes Mal tun würde.

    Die ganze Story ist ein wenig dünn, sie entstammt irgendwie nicht richtig dem Star Trek Universum. Das Faszinierende an Star Trek, die Verbindung in unsere Zeit, kann ich nicht wirklich finden. Den Dialogen mangelt es an Tiefe, die Szenen sind nicht richtig entwickelt. Die einzelnen Charaktere werden nur ungenügend eingeführt.
    Dabei hab ich das immer so geliebt, irgendwie hatte man bei den Figuren sonst immer das Gefühl, sie schon lange gekannt zu haben, sie gehörten zur Familie. Der Film enthält eine nicht zu entschuldigende Zahl von Logikfehlern, angefangen damit, das Wesley in Sternenflottenuniform am Tisch sitzt, obwohl er doch die Uniform abgelegt hat, um mit dem Reisenden in eine andere Bewußtseinsebene zu wechseln und endend damit, das Riker sich nicht an das Lied erinnern kann, das Data bei ihrer ersten Begegnung damals auf dem Holodeck gepfiffen hat. Es war kein Lied, Data hat versucht, einen Vogel nachzuahmen. Ich werd jetzt nicht weiter aufzählen aber die Liste ist lang.

    Das Ende des Films ist traurig, einem guten alten TNG Fan wie mir kullerten die Tränen, das seelige Gefühl wie bei den letzten beiden Filmen will sich einfach nicht einstellen. Datas Tod, so richtig haben sie nicht getrauert. Auf alte Freunde und ein paar Tränen von Troi und das wars auch schon. Ich kann mich noch gut an Tashas Zeremonie erinnern und selbst Picards Beerdigung von Kirk auf Meridian 3 waren ergreifender, obwohl da nicht ein Wort viel. Und wie man um einen toten Freund trauert, kann man sich bei DS 9 anschauen, Siskos Worte an Jadzias Sarg. Wenigstens Picard und Riker haben sich einigermaßen angemessen voneinander verabschiedet.

    Nun muß ich mich an die, zugegeben sehr geringe Hoffnung, klammern, das der XI Trek Film, der sicher irgendwann kommen wird, ein versöhnliches Ende für meine geliebte TNG – Crew bringen wird. Sie hat es verdammt noch mal verdient, lasst sie nicht so in den unendlichen Weiten verschwinden. Vielleicht würde eine längere Pause jetzt mal gut tun und man sollte vielleicht mal ein paar andere Leute ranlassen.


    Ich hätte da ja so ein paar Ideen ...

    Laßt sie doch noch ein kleines Abenteuer bestehen, nicht so brutal, eher etwas ruhiges, sie sind ja alle nicht mehr die Jüngsten.

    Zum Schluß treffen sich alle auf Deep Space Nine zu einer kleinen Abschlussparty im Quarks. Eigentlich wollte er sein Etablissement ja nicht zur Verfügung stellen, da er diese Föderationspartys nicht leiden kann, viel zu sprudelig, wie die ganze Föderation aber sein Bruder Rom hat ihn dann mit Guinans Hilfe doch noch überzeugt, der findet die Idee ganz toll. Ums Buffet braucht er sich jedenfalls nicht zu kümmern, Neelix ist mit seiner neuen Familie vorbeigekommen.
    Dr. Bashir steht mit Mr. Garak an der Treppe zu den Holosuiten und hört sich Garaks Kommentare zu den Garderoben der Anwesenden und was man daraus in Bezug auf deren Charakter schließen kann an, bevor er mit dem Holodock und Beverly über den Einsatz der Nanotechnologie in der humanoiden Medizin diskutiert.
    An einer LCARS – Konsole fachsimpeln Geordi, Reg Barclay, Miles und B´Elanna über eine völlig neue Antriebstechnologie, deren Entwurf Geordis Frau Leah Brahms von der Erde mitgebracht hat.
    Wer sitzt denn da an der Bar gleich neben Morn? Wenn das mal nicht die gute, alte Cathryn Janeway ist, in der Hand ihre alte, verbeulte Edelstahltasse, stets mit frischem Kaffee gefüllt. Ein Laster muß der Mensch ja haben, auch im 24. Jahrhundert. Wenn das der Direktor des Sternenflottenmuseums wüsste.
    Aus dem Himmelstempel ist Benjamin Sisko gekommen, was wäre eine Party auf DS 9 ohne ihn und Jake zeigt ihm stolz den Pullitzer – Preis, den er für „Anthem“ bekommen hat.
    Lwaxana kümmert sich derweil um Ian, den kleinen Sohn von Deanna und Will, der zwar eigentlich schon lange ins Bett gehört aber seit wann kümmert sich Lwaxana um das, was Eltern ihren kleinen Kindern vorschreiben wollen. Jetzt gibt’s erstmal ein Schlammbad und dann ist Lachstunde ...
    Nog ist auch da, er hat gerade noch eine Spritztour mit der Defiant gemacht, um einen besonderen Gast, der kein eigenes Transportmittel besitzt, nach DS 9 zu holen, aber dazu später. Ezri Dax wartet auf das Eintreffen des neuen klingonischen Flagschiffes, der „Alexander Rushenko“, mit der der Botschafter der Föderation im Klingonischen Hohen Rat eintreffen soll. Botschafter Worf hat sich ein wenig verspätet, obwohl er versprochen hatte, zu dieser Party freudig und pünktlich erscheinen zu wollen.
    Jean Luc Picard hatte eigentlich vor, diese Abschiedsfeier mit einem guten Glas Wein in aller Ruhe zu genießen. Wenn es die Laune der Gäste zulassen würde, hätte er gerne ein kleines Duett mit Nella Darren gespielt, aber Wash hat seine geliebte Flöte ein paar Tage vorher mitgehen lassen und so wird leider nichts daraus. Aber um eine kleine Rede kommt er nicht herum. Es wird ganz still im Quarks. Jean Luc lässt seinen Blick in die Runde schweifen wie am Schluß von „Gestern, Heute, Morgen“ und dann beginnt er: „Es gehört zu den ganz besonderen Privilegien eines Sternenflottencaptains ...“. Er erzählt von seinen Anfängen bei der Sternenflotte, von den Missionen mit seiner Crew, ohne die er nicht zu dem Menschen geworden wäre, welcher er heute ist. Er erinnert uns an alte Freunde, die leider nicht mehr unter uns sind: Data, Tasha, Wesley, Kirk und Jadzia ...
    Zur Überraschung aller gibt er bekannt, das er nun beabsichtige, seine 318 Tage Landurlaub anzutreten. Und jetzt sehen wir auch, wen Nog mit der Defiant abholen musste. Es ist Anij und Jean Luc meint, es sei nun an der Zeit, den Platz auf der Brücke anderen zu überlassen. Es werde nicht bei den 318 Tagen bleiben, er erklärt Anij, das die Berghänge unweit ihres Dorfes für die Trauben seines Chateau Picard geradezu ideal wären und das er beabsichtige, für immer bei ihr zu bleiben. Es sei doch nach dreihundert Jahren an der Zeit, an Heirat zu denken, und Schwimmen zu lernen ...
    Die Kamera schwenkt langsam durch die Runde, plötzlich ertönt Musik. Auf einer kleinen Bühne sitzt Odo am Flügel und spielt. Die Kamera zieht auf, wir sehen Data und Vic Fontaine, die gerade beginnen, „My way“ zu singen, Odo wirft noch einen verliebten Blick auf seine Kira, dann fliegt die Kamera aus dem Quarks heraus über das Promenadendeck und auf der Balustrade, wo früher Jake und Nog immer gestanden haben sieht man ganz kurz „Q“ in Gestalt von Gene Roddenberry, dann fliegt die Kamera aus der Station heraus, sie wird immer kleiner, die Musik wird leiser und schließlich ist DS 9 nur noch ein kleiner Punkt in den unendlichen Weiten ...

    Naja, zugegeben vielleicht ein bisschen dick aufgetragen aber irgend so etwas in der Art, wär das nicht schön ... Star Trek „at its best ...“


    Ralle aus Leipzig

    PS: Und bitte vergesst nicht, wenn Ihr Star Trek genießt, erhebt ab und zu mal Euern Kopf und interessiert Euch auch für das, was da draussen so vor sich geht. Es ist das Leben, ... und man kann es verpassen, wenn man die Augen nicht offen hält.
    Jake Sisko (DS 9-Der Besuch)
    Zuletzt geändert von Ralle; 20.01.2003, 03:10.
    34 Jahre lang habe ich mich bemüht menschlicher zu werden und meine ursprüngliche Programmierung zu erweitern. Dennoch, dennoch bin ich unfähig, einen Grundbegriff wie Humor nachzuvollziehen.
    Ach Data, du warst viel näher dran, als du glaubst.
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