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Wieso bergen die "weicheren" Episoden das größte Risiko des Scheiterns?

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  • Wieso bergen die "weicheren" Episoden das größte Risiko des Scheiterns?

    Gemeinsamkeiten unter den (nach gegenwärtigem Stand meiner Statistik) 22 schlechtesten Episoden zu suchen, ist eine spekulative Angelegenheit und kann nur wenig systematisch betrieben werden. Dennoch ist mir eine verblüffend deutliche Gemeinsamkeit ins Auge gesprungen.
    Bis auf eine einzige (!) Ausnahme weist jede dieser 22 Folgen wenigstens eines der folgenden Merkmale auf: Eine weibliche Person oder/und ein Kind ist recht zentral, oder/und der Fokus liegt auf Beziehungen; meistens treten mindestens zwei dieser Eigenschaften auf. Dies sind wohlgemerkt noch keine notwendigen oder hinreichenden Kriterien, aber der Zusammenhang ist sehr auffällig und soll belegt werden, indem die 22 schlechtesten Folgen aufgelistet werden zusammen mit den Kürzeln F, K, B für die genannten Merkmale.

    Die 22 schlechtesten TNG-Episoden:
    01. Kraft der Träume (einzige Ausnahme; diese Folge ist wegen des Rückblende-Konzeptes schlecht)
    02. Planet Angel One - F, (B)
    03. Mutterliebe - F, K, B
    04. Die imaginäre Freundin - F, K, B
    05. Das Kind - F, K, B
    06. Odan, der Sonderbotschafter - F, B
    07. Der unmögliche Captain Okona - B
    08. Die Frau seiner Träume - F, B
    09. Die Thronfolgerin - F, K, B
    10. Rikers Vater - (F), B
    11. Das künstliche Paradies - F, B
    12. Ort der Finsternis - F, (K), B
    13. Endars Sohn - K, B
    14. Das kosmische Band - F
    15. Geistige Gewalt - F, B
    16. Hochzeit mit Hindernissen - F, K, B
    17. Die Soliton-Welle - (F), K, B
    18. Der stumme Vermittler - F, B
    19. Das Gesetz der Edo - K, (B)
    20. Der einzige Überlebende - K, B
    21. Ronin - F, B
    22. Der unmoralische Friedensvermittler - F, B

    Unter den 22 schlechtesten TNG-Episoden gibt es 9,5 Kinderfolgen - also fast die Hälfte - und ca. 16 "Frauenfolgen" - also gut 70 Prozent. Der Fokus auf Beziehungen ist ebenfalls sehr deutlich.
    Unter den 22 besten TNG-Episoden gibt es keine einzige Kinderfolge; nur in "Das zweite Leben" tauchen Picards Enkel kurz auf. Und wichtige Frauen treten hier viel seltener auf und werden weniger klischeehaft, sondern kämpferischer gezeigt, z.B. Picards Gegenspielerin in "Das Standgericht".

    Resümee: Es stimmt wohl, dass TNG mehr auf leise Töne setzt als andere Star Trek-Serien, aber meistens sind die "weicheren" Folgen leider gescheitert. Das muss zwar nicht so sein, wie "Das zweite Leben" oder "Datas Tag" eindrucksvoll belegen, aber es ist offenbar recht wahrscheinlich. Woran könnte das eurer Meinung nach liegen? An den Autoren, den Erwartungen der Zuschauer oder etwas anderem?

    Fällt jemandem sonst noch eine Gemeinsamkeit der schlechtesten TNG-Folgen auf?

    PS) Einige wissen vielleicht nicht, was ich oben mit "Statistik" meinte. In dem Thread "TNG - Folgen/Staffel/Gesamtbewertung" wurden mehrere Gesamtbewertungen zu einer Statistik verarbeitet; darauf beruht die obige Liste der 22 schlechtesten TNG-Episoden.
    "Wenn man mir sagt, es gebe Dinge, die über unsere Vernunft hinausgehen, so kann mich das nicht veranlassen, Unsinn zu glauben. Zweifellos gibt es Dinge, die über unsere Vernunft gehen; aber ich verwerfe kühn alles, was ihr widerstreitet, und alles, was gegen sie verstößt." (Denis Diderot) http://youtube.com/watch?v=J6b_vVNP4nM

  • #2
    Ja, faszinierend...eindeutig Erwartungshaltung der Zuschauer (und sicher auch in geringerem Masse auch Drehbuch).

    Wird schon daran liegen, daß man als geneigter Zuschauer nicht unbedingt ne 45-Stunde lang Kindern beim erwachsenwerden zugucken will...das Kinder an sich nicht unbedingt ein PRoblem sind kann man ja in "Erwachsene Kinder" sehen, die gemeinhin denke ich als gute Folge akzeptiert ist...

    Auch will der geneigte Sci-Fi-Gucker denke ich nicht unbedingt die Beziehungs-/Psychoprobleme von Troi (alt wie neu) oder Beverly ansehen...das ist einfach wohl zu wenig SciFi und zuwenig Humor...wer auf sowas steht guckt sich GzSZ an...aber nicht ST...

    also ich sehe da eindeutig einen kausalen Zusammenhang zwischen den Themen der Folgen und deren Bewertung...super, daß das mal jemand ausarbeitet hat!
    "Also wahrscheinlich werde ich heute abend defnitiv nicht zurückschreiben können..."
    "Da werd' ich vielleicht wahrscheinlich ganz sicher möglicherweise definitiv mit klarkommen."

    Member der NO-Connection!!

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    • #3
      Ich nehme mal an weil mindestens 70 % der SF-Zuseher männlichen Geschlechts sind. Und die wollen eben vorrangig Action, "echte Kerle" und Humor sehen.

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      • #4
        Zu der Frage des Threads: Diese "weichen" Episoden scheitern bei TNG einfach fast alle daran das die Figuren sehr hölzern und Künstlich wirken. Da es in solchen Episoden eigentlich gelingen muss Emotionen zu wecken damit sie wirken, zeigt sich hier dieses Manko der recht eindimensionalen Charaktere besonders. Anstatt Gefühle zu wecken wirken die Episoden Künstlich und aufgrund der Inszenierung eher schmalzig. In anderen Episoden steht das SciFi oder Action Element mehr im Vordergrund, so dass dieser TNG Schwachpunkt dort nicht so stark zum tragen kommt wie in diesen "weichen" Episoden.
        Zuletzt geändert von Cypher; 31.10.2007, 18:55.
        Rygel: "I've got an new Philosophy Crichton. What used to be important isn't and what should be important never will be."

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        • #5
          Zitat von Cypher Beitrag anzeigen
          Zu der Frage des Threads: Diese "weichen" Episoden scheitern bei TNG einfach fast alle daran das die Figuren sehr hölzern und Künstlich wirken. Da es in solchen Episoden eigentlich gelingen muss Emotionen zu wecken damit sie wirken, zeigt sich hier dieses Manko der recht eindimensionalen Charaktere besonders. Anstatt Gefühle zu wecken wirken die Episoden Künstlich und aufgrund der Inszenierung eher schmalzig. In anderen Episoden steht das SciFi oder Action Element mehr im Vordergrund, so dass dieser TNG Schwachpunkt dort nicht so stark zum tragen kommt wie in diesen "weichen" Episoden.
          Sehr gut analysiert! Dem muss ich mich anschließen! Desweiteren merke ich an, dass ich vermute (mir geht es so), dass wir SF-Fans nicht unbedingt Kinder in wichtigen oder Hauptrollen sehen wollen. Diese "extreme" Kinderlastigkeit nervt mich meist nur! Auch in Earth 2 z.B.
          Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche. (Franz von Assisi; 1181 od. 82 - 1226)

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          • #6
            spezielle Schwächen von TNG bei F- und K-Folgen

            Dass unter den Flop 22 so viele F-Folgen sind, mag an einer speziellen TNG-Schwäche liegen: Die weiblichen Hauptfiguren sind ziemlich uninteressant und oft schlecht dargestellt. Denn bei Picard funktionieren persönliche, emotionale Episoden; Beispiele: "Das zweite Leben", "Sarek", "Willkommen im Leben nach dem Tod".
            Dass F-Folgen durchaus sehr gut sein können, kann man bei DS9 sehen. Die DS9-Episoden "Die zweite Haut", "Die Überwindung", "Tiefes Unrecht" sind IMO gelungen; ein Grund dafür ist, dass Kira sehr viel interessanter ist als Troi und Bev. Was ein guter Charakter ausmacht, wird auch bei der TNG-Episode "Die Rückkehr von Ro Laren" deutlich; keine persönlich-emotionale Troi- oder Bev-Folge kommt da ran.
            Hinzu kommt, worauf Cypher u.a. hingewiesen hat: Die Inszenierung solcher Folgen wirkt bei TNG (vor allem zu Beginn) meist wenig authentisch und ergreifend - im Gegensatz zu DS9.

            Dass viele Kinderfolgen bei TNG wenig sehenswert sind, mag daran liegen, dass die Kinder zu sehr in den Mittelpunkt gestellt werden und fast immer Psycho-Kids sind, was die Kinderdarsteller nicht selten überfordert; "The Sixth Sense" beweist zwar, dass dies gelingen kann, aber dafür braucht man sehr talentierte Kinder und für Episoden der leiseren Töne benötigt man allgemein viel Feingefühl bei Regie, Kamera, Drehbuch, Musik usw.
            Dagegen stehen die Kinder in DS9 weniger im Mittelpunkt und wirken natürlicher und unterhaltsamer.

            Zudem klingt recht überzeugend, was notschefix, HanSolo und Valen über die Erwartungshaltung des Zielpublikums gesagt haben.
            Zuletzt geändert von Hornblower; 02.11.2007, 11:01.
            "Wenn man mir sagt, es gebe Dinge, die über unsere Vernunft hinausgehen, so kann mich das nicht veranlassen, Unsinn zu glauben. Zweifellos gibt es Dinge, die über unsere Vernunft gehen; aber ich verwerfe kühn alles, was ihr widerstreitet, und alles, was gegen sie verstößt." (Denis Diderot) http://youtube.com/watch?v=J6b_vVNP4nM

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            • #7
              ja, ich will da besonders Troi in den Vordergrund ziehen, die ja doch in erstaunlich vielen der genannten Folgen im Vordergrund steht...ist schon richtig, daß ihr Charakter im Grunde genommen recht uninteressant ist und für mehr als hübsch aussehen und "ich sprüe, er verbirgt irgendwas"-sagen war sie eigentlich nie gut...was man eben auch daran sieht, das ihre reinen charakter-folgen so gut wie immer gefloppt sind. Beverly hat zumindest mit "Remember Me" und "Suspicions" zwei gute Einzelepisoden gehabt, allerdings hatten diese beiden auch einen relativ starken Sci-fi-Aspekt, was die Sache sicherlich einfacher gemacht hat.

              Mit der ÜBerforderung der Kinder haste sicher auch recht...ein Haley Joel Osment hätte "Hero Warship" vielleicht noch zu einer guten Folge gemacht...

              edit:
              Troi hat mit "Face of the enenmy" natürlich auch eine richtig gute Folge, allerdings auch wieder mit starkem SciFi-Element...

              also man kann wohl wirklich festhalten, daß die (wohl schwache) Inszenierung der (wohl eher uninteressanten) Charakter-Folgen mit als Hauptgrund angesehen werden kann daß die meisten "weichen" Episodne im Endeffekt so schlecht abgeschnitten haben...wenn man sich dann noch das Zielpublikum anschaut braucht man sich darüber nicht zu wundern.
              "Also wahrscheinlich werde ich heute abend defnitiv nicht zurückschreiben können..."
              "Da werd' ich vielleicht wahrscheinlich ganz sicher möglicherweise definitiv mit klarkommen."

              Member der NO-Connection!!

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              • #8
                Ja, bei TNG haben diese Flogen mit "Frauenproblemen" leider die Hang dazu entweder ins absurd-komische oder uninspirierte Gefühlsduselei abzudriften. Wie andere schon sagte liegt das Problem da meist in der Inszenierung und der einfacxh gestrickten Handlung. Vielleicht war man damals auch nicht soweit für "starke" Frauen bzw ein differenzierteres Bild, was aber insofern komisch ist, das ja gerade TNG für seine vielen tiefsinnigen Folgen bekannt ist...

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                • #9
                  Die Variante von Cypher finde ich gar nicht mal so unglaubwürdig, auch wenn ich nicht glaube, dass es NUR daran lag. Aber es wäre ein guter Ansatz, zu erklären, warum diese "weichen" Folgen (wie sie hier genannt werden) bei DS9 dann viel besser funktionierten
                  Was unterscheidet einen Pferdeschwanz von einer Krawatte? - Der Pferdeschwanz verdeckt das Ar***loch ganz.

                  Für alle, die Mathe mögen

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                  • #10
                    denke auch, dass es an den etwas hölzernen Charakteren liegt.
                    TNG war eher etwas für Physik oder Philosophiestudenten, nicht für Freunde großer Beziehungkisten und Charakterentwicklungen.

                    Dass Beziehungsgeschichten, Charaktere und deren Entwicklungen auch bei Star Trek großen Anklang finden können, sieht man an DS9, das gerade hierfür stets sehr viel Lob einstreicht. (von den selben Männern, die es hier herunterwerten)

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                    • #11
                      Ich nenne mal ein Gegenbeispiel: Die Vash-Folgen gehören nicht zu den 22 schlechtesten.
                      Zugegeben es handelt sich um eine Ausnahme, die die Regel bestätigt.

                      Beziehungskisten passen einfach überhaupt nicht in ein Konzept, in dem Einzelepisoden relativ unabhängig voneinander stehen. Hinzu kommen die angesprochenen hölzernen Charaktere.
                      I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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                      • #12
                        Zitat von newman Beitrag anzeigen
                        Dass Beziehungsgeschichten, Charaktere und deren Entwicklungen auch bei Star Trek großen Anklang finden können, sieht man an DS9, das gerade hierfür stets sehr viel Lob einstreicht. (von den selben Männern, die es hier herunterwerten)
                        Ähm... ich weiß nicht, ob du jetzt mich dabei meinst, aber ich könnte es mir gut vorstellen

                        Ich werfe es nicht wirklich herunter, ich sage nur, wo meiner Meinung nach die Schwächen und die Stärken liegen. Und während die Schwäche bei der Unlogik einiger Handlungsbögen liegt, liegt die eindeutige Stärke in den Charakteren.
                        Zuletzt geändert von garakvsneelix; 08.11.2007, 20:10.
                        Was unterscheidet einen Pferdeschwanz von einer Krawatte? - Der Pferdeschwanz verdeckt das Ar***loch ganz.

                        Für alle, die Mathe mögen

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                        • #13
                          stimmt, wenn ich so zurückblicke, welche Folgen ich eher schlecht bewertet habe, dann sind viele Kinder im Fokus und auch eher Frauen. Ich mag eben politische, philosophische Folgen. Da passen Kinder nicht. Ich denke auhc, dass es schwieriger ist kinderfolgen für ein erwachsenes Publikum interessant zu gestalten, vielleicht sind da viele Kinder überfordert.
                          Ausserdem mag ich keine Frauen in klassisch männlichen Themen, das passt für mich nicht. Frauen haben andere Stärken als Männer und da sollen sie sich auch austoben und sich nicht in männliche Angelegenheiten mischen. Ausserdem habe ich den Eindruck, dass die Frauen bei TNG nicht gerade die besten Schauspieler sind, bei den Männern sind Patrick Stewart, Brent Spiner, Q einfach top, bei den Frauen eigentlich nur Whoopi Goldberg, aber sie ist nur eine Nebenrolle und wenn sie dran kommt, ist sie top, siehe die besten Nebenrollen in TNG.

                          Zitat von KennerderEpisoden Beitrag anzeigen
                          Ich nenne mal ein Gegenbeispiel: Die Vash-Folgen gehören nicht zu den 22 schlechtesten.
                          Zugegeben es handelt sich um eine Ausnahme, die die Regel bestätigt.
                          Beziehungskisten passen einfach überhaupt nicht in ein Konzept, in dem Einzelepisoden relativ unabhängig voneinander stehen. Hinzu kommen die angesprochenen hölzernen Charaktere.
                          stimmt, Vash war gut, sie war imho typisch Frau: ihre waffe war lügen, Tatsachen verdrehen, verführen. Ich finde, eine typisch wiebliche Waffe. So etwas gefällt mir und kann ruhig öfter gezeigt werden.
                          Es stimmt, die weichen Episoden waren einfach gestrickt.

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