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Star Trek 7: Götterdämmerung

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    Star Trek VII - Götterdämmerung


    Golden spiegelte sich die untergehende Abendsonne im Fenster der Kapitäns-Kajüte der Enterprise. Ihr schwächer werdender Glanz zauberte ein versonnenes Lächeln auf das Gesicht von James T. Kirk, bevor sie hinter Riegel IV versank. Der alte Kuddel, die treue Adjudantenseele, polierte die klingonische Statue auf dem Schreibtisch des Captains, die dieser unter Einsatz des Lebens zweier junger Fähriche vor mehr als 37 Jahren von Kronos geschmuggelt hatte.

    Gern gedachte Kirk jener längst entschwundenen Zeiten, als er, ein junger, schneidiger Offizier, den Stolz der Sternenflotte kommandierte und neue Rassen ihm um Aufnahme in die Föderation bettelnd, unterwürfig die Stiefel leckten. - Vorbei!

    Ei, da geriet er oft ins Schwatzen, Schelm der er war und unterhielt die vor Langeweile sterbende Crew an so manchem Sonntag-Nachmittag mit übertriebenen Anekdoten aus längst vergangenen Zeiten.

    Das Ächzen der rostigen Kabinentür riß den alten Offizier jäh aus seinen Gedanken, als Dr.McCoy, seit 57 Jahren Schiffsarzt der Enterprise, die Kajüte betrat und einen besorgten Blick auf seinen alten Freund richtete.

    Kirk litt seit Wochen bereits unter fiebrigen Wahnvorstellungen und krankhaftem Toupetausfall. Hatte er sich kürzlich noch eingebildet, ein Schauspieler zu sein, wähnte er sich seit gestern als uneheliche Tochter von Marlon Brando. In sein Tagebuch hatte er zuletzt einen Brief an seine längst verstorbene Jugendliebe Dr. Carol Marcus gekritzelt:

    "Meine liebe Carol", vermochte Pille aus dem Augenwinkel zu erkennen. "Heute geht es so leidlich. Meine Kabine ist kalt und die Wände sind feucht. Seit Wochen folgen wir erfolglos der Spur des weißen Wals und der schreckliche Husten wird immer schlimmer. Das schöne Halstuch, Dein liebes Geschenk, ist schon ganz blutig..."

    Pille gesellte sich zu seinem Captain und legte ihm seine Hand auf die Schulter: "Mein Gott, Jim!" stieß er wie seit Jahrzehnten gewohnheitsmäßig aus und fischte mit den Fingern nach der halbvollen Whiskyflasche, die Chefingenieur Montgomery Scott dem Captain zum 74. Geburtstag verehrt hatte.

    Scotty war erst jüngst von einer tiefen Depression genesen, nachdem die Enterprise in den schweren Winterkämpfen 2287/88 gegen die Klingonen eine Warpgondel verloren hatte. War es nicht seinem Urahn, Charles Scott, Captain, der 5. britischen Panzerdivision, ähnlich ergangen, der beim Vorrücken auf Aachen im November 1944 zuerst durch eine deutsche Granate die linke Kette seines Tanks und anschließend, beim gefechtsmäßigen Verlassen des brennenden Wracks durch amerikanisches friendly fire sein rechtes Bein verloren hatte? Diese Familie war vom Schicksal stets hart gebeutelt worden.

    Der Krieg. Er hatte sie alle verändert. Seit Uhura während der Schlacht von Matrox Prime einem schrecklichen Reitunfall zum Opfer gefallen war, war die Enterprise vielen eine Heimstatt gnädigen Vergessens geworden. Kirk rieb sich seinen schmerzenden Stumpf und blickte aus tränenverkrusteten Augen auf das Bild seines alten vulkanischen Weggefährten, das auf seinem Nachttisch stand.

    Spock, den auf den Schiff seit jeher alle nur Spock nannten, hatte über die Unlogik eines alten Shatner-Drehbuchs schon vor Jahren den Verstand verloren und konnte nur noch leichte Arbeiten im Arboretum verrichten; von Zeit zu Zeit zog er sich für Tage in die dunkle Kombüse zurück, um altvulkanische Algorithmen ins Französische zu übersetzen.

    Gelegentlich stand er gedankenversunken im Maschinenraum und wartete auf die zurückkehrende Flut. Als man eines Tages einen jungen Fähnrich ertrunken hinter dem Warpkern fand, versuchte die Sternenflotte in einer beispiellosen Hetzjagd, das Verbrechen dem senilen Halbvulkanier in die Schuhe zu schieben. Doch Kirk stand einmal mehr wie ein Mann hinter seinem ersten Offizier und eröffnete das Feuer auf das Föderationshauptquartier. Die anschließende Degradierung zum Commander bereitete ihm jahrelang tiefen seelischen Kummer.

    [...]

    (Fortsetzung von Seite 127)

    sagte er noch und küßte Chekov zärtlich auf die Stirn. Der Russe war für sein Alter noch erstaunlich gut zu Fuß und hüpfte behende die drei Stufen zum Turbolift hinauf. Nur ein nervöses Augenzucken verriet dem aufmerksamen Beobachter, daß er die schrecklichen Erlebnisse des Kriegsjahrs 2289 niemals verwunden hatte, als marodierende klingonische Kriegerinnen den unschuldigen Commander bei der Flucht über die zugefrorenen Saturnringe mehrfach brutal vergewaltigt hatten. Eine Spur zu abwehrend hatte er daraufhin bei den Kitomer-Friedensverhandlungen gegenüber der klingonischen Botschafterin deutlich gemacht, daß sein Verhältnis zu muskulösen Frauen eher indifferent sei und damit die seit nunmehr 30 Jahren fortdauernden Kriegshandlungen provoziert.

    Trotz des Verlustes von Zwei-Dritteln ihres Territoriums und vieler Millionen Leben hatte die Föderation ihm längst vergeben und Chekov genoß die heftigen Emotionen, die ihm als Gastredner auf Kongressen des Verbandes der Kriegsversehrten entgegengebracht wurden: diese Mischung aus Verachtung, Ekel und Mitleid, bekannt als Toleranz, ließ sein von Dunkelheit umhülltes Herz dann für einige wenige Momente des Glücks wieder singen.

    Auch Sulu hatte seinem Freund verziehen. Er lächelte, als er Chekov die Brücke betreten sah. Er lächelte immer, seit ein Strahlungsleck im Maschinenraum ihm die Gesichtsmuskulatur festgefroren hatte. Damals vor 14 Jahren. Möglich, daß es auch 13 oder 31 Jahren her war. Doch welche Chance hatte die kalte Welt der Zahlen gegen die Macht einer wahren Männerfreundschaft? Die Enterprise hatte sie alle für immer fest zusammengeschweißt - und das war bei Scotty und Lieutenant Malcom seit dem Warpkernbrand anno `93 nicht lediglich eine Floskel.

    Die NCC-1701-A war ihrer aller Heimat geworden, auch wenn sie selbst schon hochbetagt und durch den Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogen, nicht mehr der glänzende weiße Kreuzer von einst war. Doch in ihrem Alter konnte man froh sein, wenn man noch alle fünf Turbolifte beisammen hatte. Sie hatte mit ihrer legendären Mannschaft einiges erlebt: temporale Anomalien, instabile Wurmlöcher, interspeziellen Sex und flache Dialoge - es waren wundervolle Jahre im Cliché und bei der Erinnerung tropften ihr salzige heiße Tränen von der Deflektorschüssel. Plötzlich öffnete sich unterhalb der Wa-

    (Fortsetzung auf Seite 132)






  • #2
    Zitat von taccomania Beitrag anzeigen
    Pille gesellte sich zu seinem Captain und legte ihm seine Hand auf die Schulter: "Mein Gott, Jim!" stieß er wie seit Jahrzehnten gewohnheitsmäßig aus und fischte mit den Fingern nach der halbvollen Whiskyflasche, die Chefingenieur Montgomery Scott dem Captain zum 74. Geburtstag verehrt hatte.

    Ich finde diese ganze story ist echt der hammer. den überflüssigen echten 7. teil hätte man durch diese story ersetzen sollen. andererseits wäre es vielleicht auch ganz interessant gewesen wie es gewesen wäre, hätte die tng crew schon den 6. teil übernommen. möglich wäre es gewesen. star trek VI kam 1991 raus, die tng crew gab es schon seit 1987.
    sqrt(x^2) = Frieden

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